Wiesel.lu wieder weihnachtlich eingekleidet

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Die Temperaturen liegen im zweistelligen Bereich, aber es regnet, die Sonne ist weg und der Weihnachtsmarkt hat offen. Stimmung genug um wiesel.lu wieder weihnachtlich einzurüsten.
Ich machte mich dieses Jahr nicht auf die Suche nach einem passenden Weihnachtstheme, sondern entschied mich erneut für White Xmas by Carolina, mit dem charakteristischen Elch.
Für weihnachtliche Stimmung mögen auch die folgende Bilder vom Weihnachtsmarkt vom letzten Freitag sorgen, da startete unsere November Critical Mass. Wir waren zu viert!

Die Vel’ohs werden nun elektrisch

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Lange nix mehr von Vel’oh gehört, gestern meldeten sie sich! Darin stand u.a.:

Aujourd’hui, nous avons le plaisir de vous annoncer qu’à partir du 30 novembre 2018, la Ville proposera une offre de services plus riche et étendue avec un tout nouveau système (vélos, bornes d’accueil, bornettes) et des vel’OH! à assistance électrique.

Ob “et des vel’OH! à assistance électrique” nun bedeutet, dass man “auch” oder “nur noch” Pedelecs bekommt, weiss ich nicht, ich vermute aber stark letzteres. Kann mich erinneren, dass es Diskussionen gab, dass man nur mit EINEM Typus arbeiten will, weil die Stationen ja auch umgebaut werden müssen um die Räder zu laden.
Auch das Wort berichtet vor kurzem darüber1, daraus geht das auch nicht so ganz klar hervor, aber ich denke schon.
Das sehe ich dann mit einem lachendem und einem weinenden Auge.

  1. Das weinende Auge befürchtet, dass wenn ich nächstes mal wieder auf ein kaputtes Fahrrad falle, und irgendwo gehen die immer irgendwie kaputt, es die Elektrik sein wird die ausfällt! Dann hab ich ein schweres, schlechtes Rad zu treten.
  2. Das lachende Auge verheisst mir, dass andererseits, wenn es funktioniert, ich viel leichter treten kann! Das könnte echt eine Alternative zur Tram für mich werden. So wie ich im Sommer fast jeden Tag mit meinem leichten Fitnessbike zur M-Box fuhr, könnte ich in Zukunft mit dem Elektrovel’oh! auf den Kirchberg. Denn nun in der nassen, dunkelen Jahreszeit fahre ich natürlich lieber ein Rad mit Dynamo, Licht, Schutzblech und Co. Das ist aber leider auch um einiges schwerer und der Kirchberg führt das “Berg” nicht umsonst in seinem Namen.
    Weiter hoffe ich vor allem, dass Patrick Goldschmit von der Gemeinde Luxemburg, recht behält und der Anteil der Radfahrer sich so deutlich steigern lässt.

In dem erwähnten Interview hiess es:

«Avec les vélos à assistance électrique, nous sommes certains que le nombre d’abonnés va encore augmenter», affirme Patrick Goldschmidt, échevin en charge de la mobilité en ville (mais aussi de l’environnement, du service des fêtes et marchés et de l’intégration pour personnes à besoins spécifiques). «L’idée est de remettre le vélo sur l’agenda des personnes qui travaillent et se déplacent en ville.» Le vélo rencontre un succès croissant pour tromper les rues et routes saturées de trafic. «Aujourd’hui, 5 à 6% des gens se déplacent à vélo en ville», poursuit l’échevin.

Mehr Radfahrer auf den Strassen bedeutet für mich vor allem: die Kraftfahrzeugfahrer gewöhnen sich an uns und geben stärker auf uns Acht, wir können also sicherer fahren!
Zu befürchten ist zwar auch, dass die Gesamtzahl verunglückter Radfahrer dann raufgeht, eben weil es mehr sind.
Schwere Unfälle mit rechtsabbiegenden KFZ wie wir sie in der deutschen Presse fast täglich lesen müssen, sind zur Zeit in Luxemburg ja zum Glück noch recht selten.
Es bedeutet sicher auch mehr “Mimimi” in den sozialen Medien von reaktionären NUR-Autofahrern. Seit dem 18. Geburtstag sind sie nicht mehr auf dem Fahrradsattel gesessen, trauern der Autostadt nach und den Zeiten die sie selber gar nicht mehr erlebt haben, wo der Autobesitzer wie ein Baron war. Wenn der ankam, sind alle Fußgänger vor Ehrfurcht in den Graben gesprungen und die Radfahrer hielten an und zogen bewundernd die Mütze vom Kopf.
Heute hingegen grinsen sie einen noch frech an, weil man im innerstädtischen Stau stehst und und sie rechts an den Autos vorbei können und auf dem SAS-Velo sich auch noch vor Dich stellen. Nächstes Mal parke ich den wieder zu!, grummelt dann der Nur-Autofahrer und der eine oder andere reaktionäre Aktivist denkt:

Komm, lass uns noch mal eine radfahrerfeindliche Petition schreiben, damit denen das Lachen vergeht!

  • Fahradkennzeichen fordern wir! Das ist zwar ein höllischer administrativer Aufwand und angeblich nützt es nix, weil man die kleinen Ziffern im Zweifelsfall sowieso nicht so schnell gelesen bekommt und die schlimmsten Rowdies das Kennzeichen eh immer abdecken, aber egal!
  • Radfahren nur mit Führerschein! Blöd dass 90% zwar schon einen haben, aber egal!
  • Eine Versicherung sollen sie abschliesen! Blöd, dass die meisten Luxemburger sowieso eine Haftpflichtversicherung haben, egal!
  • und natürlich sollen sie ZWEI METER von den Autos wegbleiben müssen! Gut so eine Forderung verstösst gegen geltendes Recht und kriegen wir alleine deshalb schon nicht durch, aber egal!
  • Und sie sollen nicht mehr über rote Ampeln fahren dürfen! Die sollen dieselben Pflichten haben wie wir Autofahrer, schliesslich zahlen wir KFZ Steuer und die nicht, die Hungerleider! Ach so, das ist jetzt schon verboten und wenn sie kurz absteigen und schieben ist es sogar völlig legal?
  • Ok, dann mehr Kontrollen!!! Was macht die Polizei eigentlich den ganzen Tag, hö? Ah, nicht genug Personal!
  • Dann muss die Fahrradstaffel der Polizei unbedingt aufgestockt werden! Was? Jetzt wo sie mehr Beamte haben, kontrollieren die Verkehrsdelikte von Autofahrern dann auch öfter und strenger? Die haben ja gar nichts verstanden! Nein, das ist mir jetzt aber überhaupt nicht egal! Ich –

Ok, genug gespielt. Nein, wenn ich morgens im zähfliessendem Verkehr im Bus sitze und auf die vielen Autos runterschaue und ich erinnere, dass wenn ich nur eine halbe Stunde später hier lang fahren würde, die alle stehen würden und wir mit, dann spüre ich:
die Verkehrswende ist alternativlos!
Sie muss kommen, es kann nicht mehr jeder, jeden Tag mit dem Auto bis zu seinem Bürostuhl oder den Barhocker fahren.

Zurück zum Thema. Weiter schrieb Veloh uns:

Pour effectuer la transition2 entre l’ancien et le nouveau système, de nouvelles stations remplaceront les stations existantes sans pour autant impacter le fonctionnement de votre carte actuelle. Afin de maintenir un niveau de service adéquat, cette transition sera réalisée en trois étapes et ne dure que quatre semaines :

  • à partir du 15 novembre les stations seront remplacées progressivement. Pour ce faire, une station sur deux sera fermée jusqu’à ce que 50% de l’ensemble des stations soit renouvelé
  • dès le 30 novembre, 50% des stations sont équipées et la majeure partie des nouvelles stations seront installées, l’ancien service sera arrêté et le nouveau service sera lancé. Vous pourrez dès lors y accéder avec votre carte d’abonnement actuelle
  • les stations restantes seront converties et rouvertes progressivement jusqu’à l’échange complet de la flotte vel’OH! autour du 15 décembre.

Das heisst, das System Veloh wird einige Zeit wohl nicht funktionieren. Hoffen wir, dass danach das Netz der Stationen endlich weiter ausgebaut wird! Ich hätte gerne eine Station in der Rue des Primeurs in der Zone administrative Strassen und eine im Rangwee! Das würde mir zwar meine Ausreden nehmen, wenn ich mal wieder keinen Bock aufs Fitnesstudio habe, aber egal!

  1. siehe: https://www.wort.lu/fr/luxembourg/850-vel-oh-electriques-en-libre-service-en-septembre-5b7d7b4d182b657ad3b91b51) []
  2. Zur Übergangsphase verwies Veloh auf folgenden Link, wo man sich eine Tabelle mit den geplanten Umrüstungsaktionen zu den einzelnen Stationen runterladen konnte: http://www.veloh.lu/Magazine/Actualites/Toutes-les-infos-sur-vos-stations-velOH []

Vorsichtiger Versuch eines Neustarts

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Seit gut zwei, nein eigentlich schon seit drei Jahren, hat sich meine Aktivität auf wiesel.lu stark verringert und kam zum Schluss nahezu zum Erliegen. Der geneigte Leser braucht hierzu nur das Archiv der Blogeinträge aufzurufen und er merkt:

Ich postete so wenig, dass ich sogar beschloss, eine statische erste Seite einzurichten, weil das weniger peinlich ist, als ein “Topaktuell Beitrag”, der mehrere Monate alt ist.
Die Gründe für meine Zurückhaltung, die Jenny und Andrew von Semalt dauernd beklagen und sie veranlassen mir praktisch wöchentlich zu schreiben, waren:

  1. Eine starke berufliche Anspannung. Dadurch fehlte mir auch in der Freizeit die Energie.
  2. Eine gewisse Verlagerung meiner Interessen, ich interessiere mich wieder mehr für den Strassenverkehr, hauptsächlich die mobilité douce und somit das Radfahren
  3. Und ein grosses privates Projekt. Das ist nun nahezu abgeschlossen.

Ich will nun versuchen wieder ein aktiverer Schreiber zu werden, was gilt es zu tun?

Ein neues Theme

Als allererstes habe ich, allerdings ohne grosse Begeisterung, ein neues Theme ausgewählt, um den (Gesinnungs-)Wandel auch äusserlich zu dokumentieren.
Es handelt sich um Mina von Minathemes.

Aachen.lu

Meine Webmastertätigkeit für aachen.lu geniesst zur Zeit Vorrang, denn da habe ich in den letzten Jahren noch viel weniger getan. Ich werde mich zudem dem Projekt AVLhistory wieder stärker widmen.
Hier gilt es die Vorstandslisten des AVL zu überarbeiten, weil sich hier so langsam bemerkbar macht, dass auch die von mir geschriebenen Plugins so langsam veralten. Ich versuche hier, von Plugins wegzukommen.
Dann habe ich da noch einige Bilder die mal hochgeladen und kommentiert werden müssten, etc.

Korrigieren

Einige meiner textlastigeren Seiten enthalten gravierende Schreib- und Satzbaufehler! Z.B. die Seiten about und Heraldik, welche ja einleitende Seiten sind. Der Grund dafür ist einfach: Ich habe keinen Lektor, der das was ich schreibe noch mal durchliest und den Balken im eigenen Auge kann man nicht erkennen, wie schon die Bibel beklagt. Wenn man den eigenen Text aber mal längere Zeit nicht angeschaut hat, sich ausdruckt und dann mal liest, ist es, als wäre man ein Fremder und kann die Fehler doch finden.

Die Heraldikanfragen abarbeiten

Unglücklicherweise fanden meine Heraldikinhalte ausgerechnet dann erst so richtig die Aufmerksamkeit der Suchmaschinen, als ich keine Ressourcen mehr hatte, und es laufen dauernd Anfragen bei mir ein; und ich komme nicht dazu, sie zu beantworten. Hierfür will ich mich erstens entschuldigen, und werde zweitens sie demnächst hier auflisten, und sie dann abarbeiten.

Grössere Projekte

Ich hatte mir mal einige Projekte vorgenommen. Ich wage nur die ersten drei vorzulesen:

  1. Gemeindewappen der Großregion
  2. Das französische Wappenlexikon
  3. Eine eigene “Einführung in die Heraldik” schreiben

Daneben sind noch ganz viele “kleinere” Vorhaben der Digitalisierung von Quellen nicht abgeschlossen. Ich denke, das mit den französischen Gemeindewappen lasse ich erst einmal und die eigene Einführung kann auch warten.
Also, wenn ich was grösseres angehen werde in naher Zukunft, dann die leider liegengebliebene Überarbeitung meines Lexikons der französischen Heraldikbegriffe.

Mit dem Fahrrad auf den Kirchberg

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Zum Themenkomplex “Wie ich komme ich nun ohne Auto zur Arbeit” hatte ich bereits im Dezember und vor ein paar Tagen geschildert, dass ich seit dem 10. Dezember nicht mehr von der Linie 118 bis in die Nähe meiner Arbeitsstelle gebracht werde, sondern mindestens einmal, in der Regel aber mehrmals umsteigen muss. Da die Tram erst ab dem Kirchberg bestiegen werden kann, muss ich mit dem Bus einen relativ großen Umweg fahren und zwar bis zum nicht mehr vorhandenen “Centre Hamilius”, bzw. am Boulevard Royal oder “virun der Post” wie die Luxemburger sagen. Dort muss ich ggf. umsteigen, und der Bus schleicht dann den Boulevard Royal und die ebenfalls stark befahrene Avenue de la Porte Neuve hoch, hält an der Fondation Pescatore, um dann erst die rote Brücke zu queren.


Ein viel direkterer Weg wäre, ab der Place de l’étoile gleich zum Pont Grand-Duchesse Charlotte zu fahren, nur in der Richtung zirkuliert kein Bus. Ein naheliegender Gedanke ist der, diese Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen und den wollte ich gleich im Dezember umsetzen.

Mit dem Veloh zum Kirchberg

Ich stieg also an der “Charlys Gare aus”, und lieh mir dort ein Veloh, fuhr durch den Park und querte die Brücke, drückte die Ampel für den Fußgängerüberweg und sah schon die Tram. Läuft wie geschmiert, dachte ich. Querte noch die Straße und dann erst bemerkte ich die Katastrophe! Obwohl so viel damit geworben wurde, dass die neue Station “Rout Bréck/Pfaffental” nicht nur mittels einer Seilbahn die Verbindung zu einem neu angelegten CFL Bahnhof im Pfaffental herstellen, sondern auch die Anbindung für den Radverkehr sicherstellen würde:

An dieser wichtigen Stelle sind gar keine Veloh Säulen!


Ich wurde das Rad also nicht los, Das haben die Planer wieder nicht vorgesehen! Ich fand es schon immer ärgerlich, dass die Veloh Stationen immer so weit von den Bushaltestellen weg angelegt wurden, einfach da wo Platz war ohne auf den Bedarf zu achten, aber jetzt fand ich mich echt angeschissen. Ich vermute dass, weil der Vertrag mit Veloh gerade neu ausgeschrieben wurde, und z.B. das Ersetzen der aktuellen Räder durch E-Bikes vorgesehen ist, die Bereitschaft hier Veloh Säulen einzurichten einfach nicht gegeben war. Ich traue ihnen aber auch zu, dass es vergessen wurde zu bedenken.

Ich musste wieder zurück auf die andere Straßenseite, und dort bis oberhalb der Konzerthalle fahren, bevor ich das Veloh loswurde. Dann stellte ich fest, dass der nächste Fußgängerüberweg mich keineswegs an die Tramhaltestelle geleitet, welche den Ort an dem ich mich gerade befand im Namen führt (Philharmonie/Mudamm), sondern dass ich mich zwischen zwei Haltestellen befand. Und auf der Seite des Bahnsteiges wo ich einsteigen wollte, war gar kein Fußgängerweg, sondern nur die Fahrradpiste oder die noch anzupflanzende Wiese. Außerdem war es dunkel. Zurück oder zur nächsten Haltestelle vorgehen?
Ich entschied mich, weil tiefster Winter und daher der Radverkehr nicht all zu dicht war, auf dem Radweg zu der nächsten Haltestelle vorzugehen, ein künftiges Problem der Radfahrer vorausahnend. Denn der Mensch ist faul, er macht nicht gerne Umwege. Niemand der in Zukunft sich in dieser Situation befindet, wird zweimal die Gleise queren um zur nächsten Station zu kommen! Sie werden alle lieber einen Zusammenstoß mit dem Radler riskieren als einen mit der Tram, sie sind ja nicht lebensmüde.
Inzwischen habe ich die Operation noch mal durchgeführt, aber es ist wirklich sehr unbequem. Wenn ich das nächste Mal für die Veloh-Variante optiere, dann nehme ich das Teil einfach mit in die Tram und gebe es am Auchan (Station Aloyse Weicker) ab.

Mit dem eigenen Fahrrad in die M-Box

Als das Wetter wieder besser wurde nahm ich mir an einen Freitag Nachmittag frei und probierte die Variante mit eigenem Fahrrad mal aus. Den Weg von der Rue des Primeurs zur Place de Etoile beschreibe ich jetzt nicht, obwohl der wegen der Grossbaustelle zur Zeit auch ganz interessant ist Und leider auch ziemlich gefährlich, denn die Verkehrsführung von Pont & Chaussées berücksichtigt den Radverkehr fast gar nicht, oder überlässt man das den Bauarbeitern? Von Zeit zu Zeit wird der Radstreifen, wie der Bürgersteig einfach beseitigt und die schwachen Verkehrsteilnehmer können kucken wo sie bleiben. Zum Glück muss ich da meist nicht lang, ich fahre lieber durch die ruhigere Avenue Gaston Diederich oder die Val Saint Croix.

Von der Place de l’étoile zum Pont rouge

Ich ass noch zu Mittag in einem Restaurant an der Place de l’étoile und machte mich auf den Weg zum Kirchberg, hierzu befuhr ich die Rue Joseph II, die nach dem umstrittenen österreichischen Reformer auf dem Kaiserthron benannt ist, Sohn und Nachfolger der auch in Luxemburg einst heiss geliebten Maria-Theresia.


Es steigt etwas an, und der Radstreifen ist vorgeschrieben und mit einem durchgezogenem Strich von der Fahrbahn getrennt. Dooring Unfälle sind hier leicht möglich, aber mir sind keine bekannt. Kritikpunkt: Kurz vor der Glacis Kapelle hört der Streifen einfach auf! Zum Glück bin ich ein Einheimischer und weiss, dass der Radfahrer ohnehin besser daran tut, hier nach rechts in den Park abzubiegen, aber ich denke, dass der Radtourist vielleicht glücklich über einen Wegweiser wäre.

Der Park ist ruhig, befährt sich gut und ohne Abgase einatmen zu müssen. Dann kam ich an der grossen, wichtigen Kreuzung vor dem Pont Grand-Duchesse Charlotte an, der besser bekannt ist als “Rote Brücke”. Hier gibt es noch eine, ausnahmsweise mal günstig gelegene Veloh Station zu bewundern und damals waren da noch nervige Bauarbeiten.
Dann querte ich die Brücke.

Auf dem neuen Fahrradweg entlang der Tram

Zunächst galt es, wieder die Strasse (Boulevard John F. Kennedy) zu queren. Ich war hier schon oft, wenn ich die Tram als Fussgänger nahm.


Nun wurde mir wieder bewusst, dass hier der Radweg nicht so gestaltet ist, wie ich es oberhalb aus dem Tramfenster immer erspäht hatte. Statt zwischen Strasse und Tramtrasse, verläuft er hier hinter den Geleisen.

Und dann fuhr ich den neuen Radweg. Und er ist wirklich vorbildlich!

  1. Er ist sowohl von der Tram, als auch von den Fussgängern und vor allem vom individuellen KFZ Verkehr getrennt.
  2. Er wird immer wieder unterbrochen, von den Strassen die ihn queren. Hier hatte ich zunächst Angst, die Planer würden den Radfahrern alle paar Meter “zu ihrer eigenen Sicherheit” die Vorfahrt wegnehmen, wie es früher schon mal geplant hatten. Und tatsächlich hört er dann jedes Mal auf.
  3. ABER: es wurde eine eigene Ampelschaltung für Radfahrer vorgesehen. Der Clou: diese erkennt offenbar die sich nahenden Radfahrer und beginnt den Vorgang des “Auf Grün schalten”. Der Radfahrer muss nicht erst anhalten und drücken. Wenn man normal schnell fährt, kann man an den wenig befahrenen Kreuzungen fast durchfahren. (Am Bvd KAD natürlich nicht!)
  4. Und wenn man im Windschatten einer Tram fährt, hat man sowieso immer Vorfahrt.

Die Fahrradmitnahme in der Tram

Dann merkte ich aber zusehends, dass der KirchBERG seinen Namen nicht von ungefähr führt. Gut, ich bin über den Winter nicht viel Rad gefahren und geriet doch etwas aus der Puste, und so beschloss ich, doch mit der Tram weiter zu fahren.
Erfreulich: Dass man sich Mühe gegeben hat, die Tram barrierefrei zu halten, kommt auch dem müden Radler zu Gute. Der Einstieg war einfach, und das Rad liess sich gut unterbringen. Leider nicht festbinden.


An der derzeitigen Endstation Luxexpo stieg ich dann aus.

Ab in die M-Box

Endlich konnte ich die M-Box ausprobieren. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Öffnung mit der oft Karte nicht sofort funktioniert.
Es waren nur zwei Räder drin, gute Räder.
Ich beschloss, weil das Rad über das Wochenende drin bleiben sollte, wollte ich es potentiellen Dieben so unangenehm wie möglich machen und das Rad auch auf der zweiten Ebene lagern, obwohl unten noch Plätze frei waren. Dabei fiel mir auf, dass die Schiene sich nur schwer rausziehen und wieder reinschieben liess.
Schwierig fand ich es auch, wieder aus der M-Box rauszukommen, denn dazu muss man so einen Knopf drücken, der unter einer Glasscheibe geschützt liegt.


Als ich Montags wieder kam, war alles noch da, das Rad war trocken.
Am Montag fuhr ich dann mit dem Rad ganz zurück zu meiner Dienststelle. Runter gings leicht, den Berg an der Route d’Arlon umfuhr ich, über die Val Saint Croix.

Fazit

Also, ein Zeitgewinn ist durch das Benutzen des Rades nicht zu erzielen. Wenn ich mit dem Rad statt mit dem Bus zum Bahnhof fahre ist das ganz anders, hier komme ich mitunter sehr viel schneller voran. Aber das kann ich nicht mehr, wenn mir fehlen die vier km zwischen Wasserbillig und Igel die ich nicht mehr legal mit der Bahn fahren kann.
Bleibt nur der sportliche Aspekt als Anreiz für die Radvariante, denn der Anstieg ist anspruchsvoll.

Buslinien 118 und 222 und die Tram

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Als die Berichterstattung zu “Ein Jahr Donald Trump im Amt” in den Medien präsent war, fiel mir ein Plakat auf, das einige Demonstranten hochhielten und darauf stand der Spruch “We are still pissed!”. In Bezug auf die Fahrplanänderung der Linie 118, mit der ich bis 10. Dezember 2017 fast von meiner Haustür bis 5 Gehminuten zum meinem Bürostuhl fahren konnte, denke ich fast vier Monate später auch immer noch dasselbe.

Man hätte mit der Umstellung der Linie 118 noch warten müssen!

Wenigstens solange bis die Tram bis zur Place de l’étoile ausgebaut ist sie wenigstens die Leute auf der anderen Seite der roten Brücke rauslässt.
Wohl habe ich mich an einige Sachen inzwischen gewöhnt und es gibt inzwischen leichte Verbesserungen. Dennoch, die Planung der Zwischenlösung empfinde ich als wirklich suboptimal:

Zwei unterschiedliche Linien die 222 heissen

Eine Erleichterung wurde dann doch eingeführt: alle halbe Stunde fährt die Linie 222 vom Kirchberg zur Haltestelle “Kannerklinik” und … endet dort! Ich habe schon zweimal mitbekommen wie Fahrgäste in Erwartung dass die Fahrt Richtung Steinfort weiterginge, völlig verdutzt aussteigen mussten. Sie hatten nur blind auf die Busnummer vertraut, vielleicht konnten sie auch mit “Kannerklinik” nichts anfangen und verorteten diese im Westen des Landes?
Mein Problem dabei: Der Fahrplan wurde so ausgeheckt, dass der Bus den ich um 6:08 in Igel nehme um 7:47 auf dem Kirchberg ankommt, derweil die 222 “Kannerklinik” um 6:43 dort abfährt! Die 222 die für mich vorgesehen ist, fährt zwar erst um 6:53, von dort aber direkt nach Steinfort und lässt mich nur an der Haltestelle “Wandmillen” raus. Nehme ich diese, dann kommt es so, wie ich im Dezember richtig vorausgesehen hatte: ich sitze um 7:30 auf meinem Stuhl also gut eine halbe Stunde später wie vor der Fahrplanänderung.
Dann und nur dann, wenn

  1. Die Linie 118 auf der Autobahn schneller vorankam, als vorgesehen und sie vor 6:43 auf dem Kirchberg ist,
  2. Und/oder wenn die Linie “222 Kannerklinik” etwas Verspätung hat, dann bin ich zwischen 7:10 bis 7:15 schon auf meiner Behörde

Im tiefsten Winter stand die Baustelle zwischen Igel und Zewen still und die Ampelschaltung entfiel. Bis zum ersten März war die 118 dann pünktlich in Igel und wenn dann wenig Verkehr auf der Autobahn war, kam ich sogar erstaunlich oft pünktlich an. Aber inzwischen ist das auch wieder vorbei.

Warten auf dem Kirchberg

Meine Erwartung zur Rückfahrt, dass ich mich mit den anderen Fahrgästen um die Sitzplätze balgen müsste, die auf der Busnutzung vor der Fahrplanumstellung beruhte wo oft die Leute die auf dem Kirchberg erst zustiegen stehen mussten, erfüllte sich nicht. Ob das jetzt daran liegt, dass die Busse nun pünktlich abfahren, oder ob einfach die Zahl der Fahrgäste insgesamt abgenommen hat, weil sie sich nicht so plagen wollen wie ich, kann ich nicht angeben, aber überfüllt sind die Busse nicht mehr. Ich mache es sogar oft so, dass ich versuche als einer der letzten einzusteigen, denn dann kann ich mir aussuchen, wen ich auffordern werde den Sitz neben sich freizumachen, statt, dass ich hinnehmen muss, wer sich neben mich setzen will.
Allerdings muss ich vorher erst mal auf den Bus warten. In der Regel zwischen fünf Minuten und zwanzig Minuten, nach 18:50 bis zu einer halben Stunde. Das war besonders im Dezember, Januar und Februar schlimm, denn da standen wir in der Kälte auf dem Parkplatz vor der Luxexpo, weil man dafür optiert hatte, die Busse schon vor der Fertigstellung des Gebäudes der Gare routière umzustellen.


Seit Anfang März kann hat man immerhin dabei ein Dach über dem Kopf, fertig ist das Gebäude aber noch nicht.

Ein großes, nach wie vor ungelöstes Problem dabei: Es sind dort keinerlei Toiletten! Es ist auch keine Kneipe da, in die man zu dem Zwecke mal kurz reinspringen könnte, oder dabei noch was trinken und im Warmen auf den Bus warten. Nix. Dazu müsste man erst mal mit der Tram runter an den Auchan und dort was suchen, in der Zeit ist dann aber der Bus wieder weg. Solange der Bus fünf Gehminuten von meiner Dienststelle entfernt abfuhr, hatte ich das Problem nicht. Ich wusste wann der Bus abfährt, konnte meine Vorkehrungen treffen und bestieg das wohlig warme Vehikel nach höchstens 10 Minuten in der Kälte. Daran merke ich denn auch, dass ich doch älter bin als ich mich fühle.

Aber zunächst einmal gilt es, nach Dienstschluss überhaupt erst mal auf den Kirchberg zu kommen. Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

  1. Die Linie 222 fährt etwa alle 20 Minuten an der Kannerklinik weg. 20 Minuten sind lang, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die 118 keineswegs auf die 222 wartet, und sie sich, wie alle anderen Busse auch durch die Oberstadt und dann den BVD Konrad Adenauer rauf quälen muss. Hier steht sie oft im Stau.
  2. Man kann aber an der ersten Station hinter der roten Brücke “Rout Bréck/Pfaffenthal” aussteigen und dort die Tram nehmen! Die Tram hat den großen Vorteil, dass sie, wenn man einmal drinsitzt, sehr pünktlich ist, denn sie hat ja ihr eigenes Gleisbett und Vorrang an allen Kreuzungen. Das ist ja auch der Grund, warum sie angeschafft wurde.
  3. Man muss also die erste Tramstation erreichen!
    1. Dazu kann ich außer mit der erwähnten 222 zu fahren, auch mit der 22 oder der 13 zum BVD Royal fahren und dort in die 1, die 16 oder die 18 steigen, alle halten an “Pont rouge/Pfaffenthal”.
    2. Mit dem Veloh ist sie nicht so gut zu erreichen, denn erstaunlicherweise ist an der Seilbahnstation keine Velohstation eingerichtet worden. Hierzu muss man erst mal bis zur Konzerthalle hoch, wo man dann feststellt, dass man sich genau zwischen zwei Tramstationen befindet. Nicht so gut.
    3. Mit dem Fahrrad ankommen, das dann in die M-Box reintun.
    4. Oder gleich mit dem Fahrrad zur Luxexpo, und es dann in die dortige M-Box tun.


Die letzte Option habe ich bis jetzt erst einmal ausprobiert, denn das Wetter ist erst seit kurzem wieder einladend zum Radfahren und außerdem wurde die sehr löbliche Option, mit der M-Card alle M-Boxes aufschließen zu können, erst zum ersten Februar eingeführt. Vorher konnte ich damit mein Rad immer nur am Hauptbahnhof unterstellen. Darüber werde ich in einem eigenen Artikel berichten.

Fahren mit der Tram


Die Tram lässt sich recht angenehm benutzen. Der Einstieg ist ebenerdig, es ist genug Platz drin, aber vor allem hat sie einen hohen Takt: spätestens alle 7 Minuten.


Das Interieur ist geschmackvoll, nur bequem ist es nicht: die Sitze haben so einen metallenen Rand der, zumindest jetzt im Winter unangenehm kühl ist:

  • Entweder man erträgt das unangenehm kühle Gefühl an der Unterseite der Oberschenkel,
  • Oder man legt seinen Schal, oder seine Mütze oder eine Zeitung unter die Beine, was diese unangenehme Kühle etwas nimmt. Das Teil dann aber bitte nicht beim Aussteigen vergessen.
  • Oder aber, man hebt die Beine etwas an um den Rand nicht zu berühren. Dann sitzt man allerdings sehr unbequem und es sieht wirklich doof aus.

Überhaupt ist es in der Tram fast immer unangenehm kalt: Obwohl es tiefster Winter war, umströmte einen auf 6 von 10 Fahrten ständig eine unangenehm kalte Lauft, als ob die Klimaanlage laufen würde.

  1. Hatte ich früher das Problem im Zug, sprach ich den Schaffner an, denn die kamen relativ zuverlässig vorbei. In der Tram habe ich noch nie einen gesehen.
  2. Habe ich das Problem im Bus, tue ich mich schon schwerer damit den Fahrer darauf anzusprechen, muss der sich doch auf den Verkehr konzentrieren. Andere haben dieses Hemmungen nicht und vor allem, es ist zumindest möglich, z.B. an einer Haltestelle. In der Tram sitzt der Fahrer in seiner eigenen Kapsel in seinem eigenen Microklima und bekommt die unangenehmen Windverhältnisse möglicherweise gar nicht mit.

Ich hatte mich darüber bei Luxtram beschwert und hatte mehrmals bei Mobilité.lu nachgefragt. Luxtram antwortete nie, mobilite.lu welche zuvor gestrunzt hatten, mir einen “Suivi” garantieren zu wollen, leitete immerhin meine Anfragen, an die ich sie gestellt hatte weil Luxtram nicht antworten wollte, sowie meine Erinnerungsmails weil niemand antwortete an Luxtram weiter, von Luxtram kam nie eine Antwort. Nur der Minister François Bausch selber antwortete auf meine Frage, dank der Präzisierungen von Freund Misch auf seinem öffentlichen Facebook Profil: Ja, es es gibt ein Problem, leider stand die Klimaanlage noch auf Sommerbetrieb.
Ist es, wie der Minister hofft nur eine Kinderkrankheit, oder ein systemimmanentes Problem? Die Antwort der Schaffner bei der Bahn war nämlich immer, dass die Anlage so kompliziert und zentral gesteuert sei, dass sie nichts machen könnten.
Etwas besser geworden ist es inzwischen mit der Klimaanlage, aber ganz gelöst ist das Problem nicht! Sobald es letzte Woche wieder etwas wärmer wurde, böllerte auch gleich wieder die Klimaanlage. Was für ein Glück, dass ich meine Winterklamotten noch anhabe.
Die Tram ist morgens übrigens, anders als in der Zeitung Luxprivat immer wieder behauptet wird, durchaus voll, auch wenn (für mich zurzeit: zum Glück) die Kapazität von 76 sitzenden und 320 stehenden Passagieren pro Tram nicht ausgeschöpft wird. Aber sie zirkuliert ja auch nur auf einer relativ kurzen Strecke.


Die einzelnen Stationen werden angekündigt durch ein jeweils unterschiedliches Gedudel, was ich persönlich ein wenig albern finde. Vielleicht soll das Sehbehinderten helfen, sich besser zu orientieren? Eine der Melodien erinnert mich verdächtig an “Manila du mäin hierzigt Kand”.1 aber man gewöhnt sich an alles.
Insgesamt aber bin ich optimistisch, da ich angesichts der ständig steigend Zahl der Beschäftigten in der Hauptstadt auch keinerlei realistische Alternative zum weiteren Ausbau der Tram sehe! Die können nicht alle mit dem privaten PKW in die Stadt kommen, und wie zurzeit die Linienbusse Stoßstange an Stoßstange sich die Avenue de la Liberté, über den Boulevard Royal an der Fondation Pescatore vorbei hochquälen, kann nicht so bleiben. Und, als leidenschaftlicher Alltagsradfahrer freue ich mich schon auf das wärmere Wetter, da kann ich die Lücke zwischen der Haltestelle “Rout Bréck” und der “Place de l’étoile” vielleicht anders schließen. Mal sehen.

  1. siehe: https://acel.lu/group/songbook/manyla []

Tschüss alte Linie 118

Home / Technik allgemein / Tschüss alte Linie 118

Gestern war die grosse Stunde, Einweihung der neuen Trambahn. Viele Politiker liessen sich für die Umsetzung der Idee feiern, während die Tram hochromantisch durch den Schnee pflügte. Gerne wäre ich auch unter den Feiernden gewesen, denn die Idee der Tram finde ich grundsätzlich gut: Flüssiger öffentlicher Personennahverkehr ist nur zu erreichen, wenn für die “Omnibusse” eine eigene Infrastruktur geschaffen wird, die ein vom Zustand des Individualverkehrs unabhängiges Operieren ermöglicht. Will heissen, der Bus darf nicht mit den Autos und Lastwagen im Stau stecken bleiben, etwa weil sein Weg zugeparkt ist, von Autos die darauf warten dass die Ampel auf grün springt. Muss man aber so eine Spur schaffen, dann kann man sie auch gleich elektrifizieren und somit Fahrzeuge mit den dafür besonders geeigneten und erprobten Elektromotoren ausstaffieren, ohne mit Batterien etc. experimentieren zu müssen.
Dass ich dennoch nicht mitgefeiert habe, lag nicht nur am vielen Schnee, sondern auch daran, dass für mich das Ganze mit einem Wehrmutstropfen, einer bitteren Pille verbunden ist. Ich gehöre nicht zu den Gewinnern der neuen Situation, sondern zu den Verlierern, zu den Kollateralschäden, oder zu den Schweinen, wie ein gewisser Luss es in seinem Kommentar auf Tageblatt.lu1 ausdrückt2:

Die Tram ist eine Bereicherung für Luxemburg und es ist gut dass das Projekt trotz einigem Gemecker durchgezogen wurde. Wer Wurst machen will, darf nicht im Schweinestall nachfragen ob alles (-sic-) das gut finden !

Es ist nämlich so, dass mit dem Tag der Inbetriebnahme von Funiculaire und Tram, auch die Pläne für die Busse umgestellt wurden und zwar sollen in Zukunft nach und nach die RGTR Busse nicht mehr innerhalb der Stadt zirkulieren dürfen. Das bedeutet für mich konkret, dass seit heute die 118 nicht mehr bis zum CHL fährt, sondern ich umsteigen muss. Dadurch verschlechtert sich die Leistung des öffentlichen Transportes für mich ganz erheblich:

  1. Bis letzten Freitag konnte ich nach dem alten Fahrplan um 6:05 das Haus verlassen, um 6:09 in den Bus steigen, und der war dann theoretisch um 6:59 an der Haltestelle “LUXEMBOURG, Kannerklinik”, wo ich dann noch 5-10 Minuten Fußweg brauchte bis ich an meiner Dienststelle die Stechuhr betätigen konnte.
  2. Seit heute könnte ich nach dem neuen Fahrplan für die 118 ab dem 10 Dezember 2017 in denselben Bus steigen und müsste dann aber um 6:44 auf dem Kirchberg auf der Haltestelle “Gare routière Luxexpo” aussteigen.
    • Danach müsste ich mich zur Haltestelle Hugo Gernsback begeben, um hier um 6:53 in die Linie 222 nach Steinfort einzusteigen, die (vorläufig) noch durch die Hauptstadt fahren darf.
    • Diese liesse mich, wenn alles glatt läuft, um 7:13 an der Haltestelle LUX (Belair), Wandmillen raus.
    • Diese Haltestelle ist mir noch wohlbekannt, aus der Zeit wo ich noch in Küntzig wohnte, von da brauche ich 12 bis 15 Minuten bis zur Eingangstür meiner Dienststelle.

Ich bräuchte also bereits theoretisch eine halbe Stunde länger. Das sind, wie gesagt theoretische Werte, ausprobiert habe ich es noch nicht, weil ich zur Zeit aus dienstlichen Gründen gehalten bin mit dem Auto zu fahren. Wegen der aktuell, z.B. wegen der Baustelle in Igel angespannten Verkehrsituation ist eher damit zu rechnen, dass ich später ankommen und diesen Bus verpassen werde. Der nächste Bus führe dann um 7:13 und wäre entsprechend um 7:33 an der Wandmillen.
Ich vermute mal, dass wieder mehr Leute mit dem Auto fahren werden:

  1. Erstens wird nicht jeder sich den öffentlichen Transport so antun wollen wie ich. Ich profitiere von einem sehr günstigen M-Pass Angebot meines Dienstherren und bin ohnehin seit jeher Anhänger der Mobilité Douce, ohne ein Grüner zu sein.
  2. Zweitens dürften viele das Gefühl haben, dass sie schneller mit dem Auto durchkommen, weil weniger RGTR Busse die Strassen verstopfen. Das gilt, wenn überhaupt aber nur für die Innenstadt, auf der Autobahn werden es dafür mehr werden.

Abends beim Heimfahren, das gleiche Spiel mit noch ein paar weiteren Unannehmlichkeiten. Diese Gedanken habe ich der Mobilitätszentrale übrigens am 30. November 2017 auch per Email mitgeteilt, welche ich hier reproduzieren will, auch wenn ich mich dabei ein klein wenig wiederhole:

Léif Verkéiersplaner. Hu lo matkrut dass och di Buslinn 118 di ech all Dag huelen vun der Verkéiersëmstellung ab dem 10.12.2017 betraff ass.
Hu mir vun der Mobilitéitszentral virrechnen looss, wéi staark d’Verschlechterung fir mech an Zukunft werd sinn. Si ass zwar e bessi manner schlëmm wéi ech gefaart hunn, well ech fir op Stroossen just eemol muss ëmklammen, kommen awer trotzdem op mindestens eng hallef Stonn, wat wierklich vill ass! An dat ass just di theoretisch Verschlechterung, wou mir unhuelen, dass weder d‘118 ze spéit ukënnt, nach d‘222 ze spéit fort fiert. Et dierften der an der Praxis also vill méi ginn, ech rechnen dermadder well nit all Mensch sou staark an den öffentlichen Transport gleeft wéi ech. Et si genuch Leit am Bus di duerchaus Auto a Parkplaz hunn. Déi werten hier Rechnung och nei maachen an vill dierften dann nees mat dem Auto fueren, och well se an der Stad, deem nervigsten Deel vun der Streck, jo villäicht souguer méi séier virukommen, well manner Busser do sinn. Di hënneren dann awer op der Autobunn, wat de Bus nach méi lues mécht.
Et gëtt och eng prinzipiell Saach di mech stéiert:

  1. All Mënsch MUSS elo gläichzäitig an de Bus um Kierchbierg eraklammen, well e fiert just vun do fort. Freeën mech schonn op dat Gedrécks, Erënnerungen un de Schoulbus an den 80er.
  2. Den éischten Arrêt wou ech an d‘222 klammen kann ass e gutt Stéck méi wäit eweg wéi bis elo. Méi e laange Fuesswee ass zwar villäicht méi gesond, mee vill méi stressig mat der Planung. An an eiser Géigend ass et nit flott am Wanter an der Keelt 20 Minutten um Busarrêt laanscht enger vill befuerener Strooss ze stoen.

Wann, jo wann, den Tram mol bis funktionéiert, kann dat jo villäicht e Fortschrëtt ginn, well deen, an hoffentlich zousätzlich städtisch Busser, jo dann och däitlich méi dachs fiert.
Ech hätt et dohier bedeitend vill besser fond, wann Dir mat dem Verschlechteren vun den RGTR Buslinnen gewaart hätt, bis den Tram ferdisch ass, oder wéinigstens bis op d’Stäreplaz fiert.

Bis jetzt bekam ich, natürlich keine Antwort. Vielleicht weil es os ist wie Luss mir klar machte: ich bin nur ein Schwein das verwurstet werden soll! Die Situation wird, wie mir die genervte Mitarbeiterin von der Mobilitätszentrale versichert hatte, ja eh nur bis März so bleiben, denn ab dann fährt die Tram bis zur Place de l’Etoile. Ab dann kann ich mir wirklich eine Verbesserung vorstellen, denn ab da kann ich in die 22 einsteigen (hoffentlich), und der Takt der Tram wird ja wohl etwas höher sein, als der der 222. Daher hätte ich es besser gefunden, wenn man mit der Verdrängung der RGTR Busse aus der Stadt noch bis dahin gewartet hätte.
Ich muss nun überlegen, wie ich damit in Zukunft umgehen werde.

  • Leiste ich mir die 350 Euro/Jahr zusätzlich für die 4 km für die Zugstrecke zwischen Igel und Wasserbillig und fahre wieder mit dem Zug. Vorteil: bei gutem Wetter, Fahrt mit dem Fahrrad möglich. Nachteil: die 22 ist immer proppenvoll und quält sich richtig durch den Verkehr und braucht auch lange.
  • Oder kaufe ich mir einen Tretroller um schneller zu Tram und 22 kommen zu können? Nachteil: Geld weg und das Teil mitschleppen müssen.

Mal sehen.

  1. http://www.tageblatt.lu/newsletter/unser-rueckblick-auf-die-einweihung-der-tram/ []
  2. Auch das Wort widmete sich der Geschichte, erwähnt die Umstellung aber auch nicht https://www.wort.lu/de/lokales/tram-funiculaire-und-co-die-tram-faehrt []

Die neue Fahrradhängebrücke unter dem Pont Adolphe

Home / velo / Die neue Fahrradhängebrücke unter dem Pont Adolphe

Also, einen Tag nach der Eröffnung bin auch ich über die neue Hängebrücke unter der “neuen Brücke”, dem Pont Adolphe gefahren. Es waren recht viele Fussgänger unterwegs. Werden es in Zukunft mehr oder weniger werden? Wir werden sehen müssen.
Musste auch einige Meter hinter einer Joggerin her gurken, bis sie überholt werden konnte, das lag aber vor allem daran, dass ich sie ausgerechnet in der Kurve vor mir hatte. War also nicht schlimm, denn natürlich gönne ich ja auch den Fussgängern das Raumerlebnis, auch wenn sie mehr Raum beanspruchen als die Beschriftung am Boden ihnen eigentlich zugestehen will.

Wenn es in Zukunft (zu) viele Fussgänger sein werden, könnte das für mich ein Grund sein, die Hängebrücke nicht zu benutzen. Denn “Vélo” kommt von “schnell”, ich bin kein Tourist in Luxemburg, ich will mich dort zügig bewegen.
Zum Glück ist, zumindest bis jetzt der Fahrradweg unter der Brücke ja kein vorgeschriebener, das erste Schild steht erst unten am Eingang. Wäre auch kaum zu rechtfertigen, weil die Radfahrer die aus der Richtung Kathedrale oder die Monterey herunter kommen ja kaum eine Möglichkeit haben rüber zu kreuzen, ohne zusätzliche Ampeln abwarten zu müssen, oder ihr Rad die Treppe runter zu tragen. Allerdings steht zu befürchten dass der Radfahrer der oben auf der Brücke zwischen den Kraftfahrern zirkuliert, sich auf Kraftausdrücke von deren Seite wird einstellen müssen, oder eine schlechte Erfahrung wird machen müssen, wie es mir im Dezember auf der provisorischen Brücke wiederfuhr, dass mal wieder jemand fälschlicherweise glaubt, die Strasse wäre eine “Carlane”.
Kann aber natürlich sein, dass die Kraftfahrerlobby Umwege “zu ihrer eigenen Sicherheit” für die Radfahrer erzwingen wird.


Die Fahrradrinne an der Treppe zur Brückenseite haben sie, anders als noch 2009 am Bahnhof (wiesel.lu berichtete) diesmal ordentlich gestaltet.

Nach der Hängebrücke war ich zum Essenfassen in die Kantine. Dort fiel mir auf, dass der sogenannte Fahrradständer dessen Zweck, es sei wiederholt, keineswegs nur der ist, dass die Fahrräder stehen bleiben, sondern vor allem sie gegen Diebstahl schützen soll, von wahren Fachleuten montiert worden ist.
Und mir fiel wieder auf, dass die Kantine zwar löblicherweise die Allergene überhaupt aufführt, für Laktoseintolerante aber nach wie vor kaum Alternativen lässt. Zum Glück kann ich noch geringe Mengen davon ertragen, fragt sich nur, wie lange noch? 🙁

Habe zur Zeit eine statische Frontpage.

Home / website / Habe zur Zeit eine statische Frontpage.

Seit einiger Zeit schon bin ich unzufrieden mit den Layouts, die mir zur Verfügung stehen. Ich versuchte das neue Sanse, schaltete wieder auf Amalie Lite, aber irgendetwas stört mich immer, sogar an einem Theme wie MaryAnne, das wirklich fast alles hat. Am meisten ärgere mich ich über die Implikationen durch das “featured image”, ich finde einfach kein Layout, wo die von mir gewählten Bilder gut rauskommen. Dazu später mehr.
Auch ein hausgemachtes Problem auf dieser Ebene macht sich nun stärker bemerkbar, das ist die mangelnde Pflege die ich meinem Auftritt zukommen lasse:
Zwar schaue ich noch täglich rein, ob vielleicht ein Update zu machen oder ein Kommentar freizuschalten oder gar zu beantworten ist, aber, wie schon mehrmals beklagt, finde ich nach wie vor, immer weniger Zeit und Anlass zum Schreiben eines neuen Beitrages. Dadurch bekamen eher unwichtige Mitteilungen einen Stellenwert der ihnen nicht zukommt, da in einem Blog der zuletzt geschriebene Beitrag an der prominentesten Stelle oben stehen bleibt, bis ein neuerer Beitrag ihn nach unten drängt. Um diesen Effekt etwas abzumildern, beschloss ich, erstmals seit fast 10 Jahren, mein Blog wieder mit einer statischen Seite beginnen zu lassen. Falls es Wayne interessiert wie man das macht, es ist sehr einfach1:

Die Frage, welche Seite als Frontpage fungieren soll, war auch sehr schnell geklärt: Unter About biete ich, praktisch seit Anfangstagen eine Zusammenfassung der Inhalte meines Auftrittes. Diese Seite wird bei Neuanlegung eines Blogs automatisch generiert und es gilt auch als “best practice” dem Leser eine solche Seite zu bieten. Ich habe diese, nach und nach so sehr ausführlich gestaltet dass ich bestimmte Fragepunkte auf Unterseiten auslagern musste.
Eine Seite für “Blog”, auf der dann weiterhin die Artikel nacheinander aufgereiht sein sollten, wollte ich nicht (wieder) anlegen, da ich diese Massnahme hier als provisorisch betrachten und die Suchmaschinen nicht daran gewöhnen will, die Leser erst einmal auf diese Seite zu schicken, denn damit wäre ja nichts gewonnen.
Nun hatte ich aber das Problem, dass der Leser bei einer statischen Seite natürlich nicht so ohne weiteres erkennen kann, welche Beiträge im Blog zu finden sind. Üblicherweise lässt sich dieses Problem mit Widgets lösen, welche die Beiträge nach Themen und Stichwörtern kategorisieren, oder Listen anzeigen, etwas der letzten 5 Beiträge, oder der 10 beliebtesten, etc. Hierfür habe ich ein zusätzliches Plugin installiert mit dem man die Anzeigen von Widgets in Posts oder, wie hier Pages integrieren kann.
Auf meiner neuen Startseite wird nun unter /about/#toc-der-blog eine Zusammenfassung dieser Informationen gegeben.

  1. Wer es noch ausführlicher mag; Im Codex von WordPress gibt es eine gute, ausführliche Anleitung: https://codex.wordpress.org/Creating_a_Static_Front_Page []

Jahresbilanz 2016

Home / website / Jahresbilanz 2016

Die Jahresbilanz 2016 ist schnell gezogen: ich habe praktisch nichts veröffentlicht, weil mein Leben sich 2016 hauptsächlich offline abspielte und hierbei Themen im Vordergrund standen, über die ich hier traditionnell eher weniger berichte.

Die Entwicklung des Angebotes

Ich präsentiere mal gleich die Zahlen:

Daten Pages Posts Comments Attachements Bilder Wappen
31.12.2011 340 290 3682 3678 3357
31.12.2012 553 371 127 4971 4961 4476
31.12.2013 567 452 162 5593 5577 4779
31.12.2014 597 531 200 6421 6400 5276
31.12.2015 600 615 273 7462 7432 5799
31.12.2016 748 630 298 7950 7915 5845

Graphisch dargestellt sieht das dann so aus:


Ich habe also kaum etwas geschrieben und beim Wappenzeichnen nachgelassen. Wer diese Angaben mit denem im Jahresbericht von 2015 vergleicht, wird Widersprüche finden. Das kommt daher, dass ich einige Uraltpostings gelöscht habe, aber nur die Zahlen von 2015 angepasst habe.
Inhaltlich stellt sich meine Aktivität auf wiesel.lu so aus:

  1. Digitalisierungsprojekte im Winter/Frühjahr: Planché: Pursuivant of arms und Ménestrier: la nouvelle méthode raisonnée du blason.
  2. Schnell aufgegebener Versuch, die französischen Gemeindewappen zu zeichnen im Sommer.
  3. Zwischendurch ein paar Postings zu Igel.

Ab August brach mein Wille zu Posten ein, was Jetpack gut darzustellen wusste:

Die Lust am Wappenzeichnen verging mir irgendwie und das hat viel damit zu tun, dass mir immer klarer wird, dass ich mit GIMP auf die falsche Technologie gesetzt habe. Meine Leser fragen immer öfter nach Vektorgraphiken, aber das kann ich nicht, und das deprimiert. Gut, Wappen zeichnen mit GIMP musste ich mir auch selber beibringen, aber da war ich jünger und hatte noch keine so grosse Datenbank mit bereits gezeichneten Wappen. Jedenfalls kann keiner mir ein Tutorial für Inkscape empfehlen, mit dem ich auch was anfangen könnte.

Die Rezeption des Angebotes

Klassische Kommentare bekam ich 20. Weitere 10 Leser meldeten sich per Mail. Alle interessierten sich hauptsächlich für ganz bestimmte einzelnen Wappen. Einige habe ich gar nicht beantworten können.
Die beiden Jahre davor, hatte Jetpack mir eine Zusammenstellung zugestellt, die ich sehr begrüsst hatte, dieses Jahr blieb sie aus. Jetpack hat aber einige interessante Daten gesammelt, demnach waren 2016 die folgenden Seiten meines Angebot am beliebtesten:

Rang Beitrag Views
1 OTvH: Handbuch, erster Teil Theoretische Heraldik (1861) 3365
2 Boncourt:Grammaire du blason, Deuxième partie – les ornements extérieurs [fr] 1606
3 Luxemburgische Wappendatenbank 1578
4 Armorial Loutsch (Liste) 1567
5 Hesper Kutsch online! 1241
6 OTvH:Heraldisches Original Musterbuch (1863) 1208
7 Communes au Grand-Duché 933
8 ED: Inventaire descriptif des TAQUES du Musée Historique de Luxembourg 737
9 Heraldik 676

Ganz vorne in der Gunst meiner Leser steht ein Autor aus dem 19. JH aus Bayern: Otto Titan von Hefner, der gleich mit zwei Werken hier vertreten ist (Platz eins und sechs). Meine Wappendatenbank kommt aber schon an dritter Stelle, worauf ich ganz stolz bin, genau wie darauf, dass meine Startseite zur Heraldik es immerhin unter die Top 9 geschafft hat, wenn auch nur auf den letzten Platz.
Eine Überraschung ist die Beliebtheit einer Digitalisierung eines Textes von Emile Didderich zu Ofenplatten.

Weitere Onlineaktivitäten 2016

2016 war ich viel aktiver bei Facebook als die Jahre davor. Anders als Jetpack präsentierte Facebook mir einen generierten Jahresrückblick. Allerdings basierte der so gut wie ausschliesslich auf dem was ich auf meiner eigenen Timeline geschrieben hatte und das ist herzlich wenig. Ich bin nach wie vor eher zurückhaltend auf Facebook. Stattdessen hätte ich mich über eine Zusammenstellung meiner Kommentare gefreut, denn auf die bin ich schon recht stolz.
2016 merkte ich auch erstmals am eigenen Leib, wie Facebook die subjektive Wahrnehmung, die parallelen Welten fördert von denen in den Medien ja so viel die Rede war 2016 (Stichwort: postfaktisches Zeitalter). Kinderlose wollen keine Babyfotos sehen, also filtert Facebook solche raus, etc.
Bei mir war es so, dass ich dem Raoul in so eine “Du bist aus Aachen wenn..” Gruppe gefolgt bin. Fand ich ganz lustig, täglich so kleine Nachrichten aus meiner Studienstadt zu lesen. Doch bald schon gab es nur noch AFD Propaganda, drei bis viermal am Tag postete jemand, wie sehr er sich vor Ausländern fürchte etc, Halbwahrheiten und teilweise krasse Lügen. Eine gewisse Anita A. schrieb dauernd:

“aaaaalso, ich bin ja jetzt nicht in der AFD, aaaaber was Frauke Petry” da jetzt wieder abgelassen hat, das ist sooooo toll”

.
Ich war ja aus Ximig (http://ximig.de) Diskussionen gewohnt und darin auch recht gut: ich konnte das nicht einfach so stehen lassen. Zuerst fragte ich beim Moderator nach, was das alles mit Aachen zu tun hätte und bekam zur Antwort: Alles was Aachener bewegt und interessiert wird hier geschrieben. Also entweder steckte der mit denen unter einer Decke, oder er hat sehr früh kapituliert. Kein guter Moderator.
Dann schrieb ich gegen die rechte Hetze an, und bekam für meine Kommentare auch nicht gerade wenig “Likes”.
Der Höhepunkt war dann, dass einer bundesweiten kollektiven Hausarrest für unbegleitete Minderjährige unter den Flüchtlingen forderte, und fragte, warum seine tolle Idee denn nur in dem Ort wo es die Schlägereien gegeben hatte und nicht bundesweit umgesetzt wurde?

“Weil Kollektivstrafen scheisse sind!”

schrieb ich dann. Kurz darauf bekam ICH eine Verwarnung und zwei Tage danach wurde ich aus der Gruppe gelöscht. Es war wirklich so wie ein anderer Rausgeflogener auf Facebook schrieb:

Es ist, wie wenn der ganze Müll sich selber runtergetragen hätte.

Ab sofort blieb ich von dieser minderwertigen rechten Propaganda verschont und meine Timeline blieb wieder sauber.
DIE Entdeckung während dieser Episode war aber Critical Mass Aachen (https://www.facebook.com/criticalmassaachen/?fref=ts) ! DAS ist ein Bewegung für Alltagsradler. Abgesehen von gelegentlichen geschmacklosen Scherzen, machen die echt viel und stellen richtig tolle Filme ins Netz. Aachen aus der Radfahrerperspektive! Glaube, ich werde mir doch noch einmal einen Helm kaufen, nur um eine Helmkamera betreiben zu können.

Radfahren auf der provisorischen “Nei Bréck” (Pont Adolphe) in Luxemburg Stadt

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Es war schon etwas später am letzten Mittwoch, so gegen 18:30. Ich kam von der Arbeit und wollte zum Bahnhof, denn da nehme ich jeden Tag den Zug nach Igel. Am Dienstag hatte es geregnet aber am Mittwoch war es trocken und so hatte ich mir an der Kreuzung Route d’Arlon/Rue des Aubépines ein Veloh ausgeliehen. Das Fahrrad war in einem ordentlichen Zustand, also das Licht funktionierte vorne und hinten und ich hatte mir noch eine gelbe Weste übergeworfen, war also gut zu sehen, als ich den Pont Adolphe befuhr. Etwa auf der Hälfte der Brücke wurde ich plötzlich ausgehupt!
Natürlich erschrak ich, und zugleich schoss mir durch den Kopf: Gott, sicher wieder so ein jugendlicher Testosteronbomber der sich an meiner blossen Präsenz auf der Strasse stört! Sehr viele Menschen hören im Theorieunterricht zur Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung nämlich gar nicht richtig zu und die Irrmeinung, die Strasse wäre grundsätzlich nur für den Kraftverkehr reserviert und Radfahrer nur in Ausnahmefällen zugelassen ist weit verbreitet. Zu meiner grossen Überraschung sah ich dann aber, als ich nach links blickte, dass es ein Busfahrer war der gehupt hatte und nun wild gestikulierte! Und auch noch einer der staatlichen CFL! Ich machte ihm daraufhin den “bösen Finger” denn nun war offensichtlich dass er die Hupe missbräuchlich benutzt hatte. Das erboste ihn aber weiter und nun scherte er eng vor mir ein, so dass ich abbremsen musste.
An der Kreuzung vor dem Hauptgebäude der Sparkasse war die Ampel rot und er musste halten, so konnte ich zu ihm aufschliessen. Ich war nun sehr adrenalingeladen, denn ich hatte mich durch sein Manöver doch sehr bedroht gefühlt. Als ich neben ihm zu halten kam, öffnete er die Tür und schnautze mich auch noch an:

Do ass extra eng Velosspur fir Iech ageriicht ginn, fuhr gefälligst op deeër!

Jetzt war ich wirklich wütend!
Dat ass keng Velosspur, dat ass den Trottoir! Lies mol däi Code de la Route! Wéi hues Du iwwerhaapt de Führerschäin gepackt?” sprudelte es wütend aus mir raus und ich zeigte ihm auf das entsprechende Verkehrsschild und wies ihn darauf hin, dass dort drüben erst der Radweg beginnt, die Brücke aber ganz normale Strasse ist.


Als ich am Bahnhof ankam, war wieder mal keine Säule mehr frei um das Rad abzugeben! Hier hat sich seit 2010 nicht wirklich viel getan. Minderwertigerweise wird auch auf der neuen Veloh Station am Bahnhof NICHT angezeigt, wo die nächsten freien Säulen wären. Veloh hat es wohl einfach nicht nötig, die Radfahrer können kucken dass sie klar kommen…. Ganz so schlimm wie 2010 war es diesmal nicht, es ist ja auch Winter: An der Place de Paris fand ich noch eine freie Säule, vielleicht weil zur Zeit Weihnachtsmarkt ist und viele Benutzer irrtümlich glaubten, man könne das Rad dort nicht mehr abgeben? Dadurch verpasste ich wieder den 19:00 Zug und war entsprechend gut gelaunt. Es ist schliesslich eine Freude eine halbe Stunde in der Kälte auf seinen Zug zu warten.
Am nächsten Tag beschlich mich aber der Verdacht, dass ich vielleicht doch teilweise im Unrecht sein könnte. Immerhin war der Mann Berufskraftfahrer und zwar bei der CFL! Die sind nicht nur besser bezahlt sondern zumeist auch besser ausgebildet als normale Busfahrer und kennen sich oft erstaunlich gut im Verkehrrecht aus.

  • Was, wenn ich über die zwei Jahre wo ich da schon fast täglich herfahre betriebsblind geworden bin, das “Vorgeschriebener Radweg-Schild” wurde nachgerüstet und ich sah es nicht? Denn ich bemerke schon, dass ich eher eine Ausnahme bin, die meisten anderen Radfahrer fahren auf dem Gehweg und bedrängen dort die Fussgänger. Sowas verachte ich und tue es nicht.
  • Was wenn in Wirklichkeit eine Verordnung erlassen wurde, welche den Radweg vorschreibt und die zuständige Behörde hat vergessen die Strecke auszuschildern, oder Vandalen haben sie entfernt? Und der Busfahrer hat dann aus seiner Erinnerung (an eine mögliche interne Schulung zur neuen Situation) zitiert? Wie sich rausstellen sollte, dann freilich in Unkenntnis der tatsächlichen Situation!

Freunde und Arbeitkollegen von mir waren sich auch nicht so sicher, dass ich Recht hätte, sie hatten gehört es sei zumindest so geplant gewesen dass Radfahrer eine eigene Spur bekommen und bei der restaurierten Brücke würde sogar eine Hängebrücke eingehangen, extra für die Radfahrer. Freilich ist keiner von ihnen Alltagsradler. Auch wollte ich aber weder wissen wie es geplant war, oder wie es sein würde, ich wollte wissen wie genau es zur Zeit IST!

Also machte ich mich am nächsten Tag erst mal auf die Suche nach der zuständigen Behörde. Auch wenn ich selber Beamter bin, bin ich kein Lexikon für Behördenzuständigkeiten. Ich stiess erst mal auf diese Seite: http://www.pch.public.lu/fr/projets/ouvrages-art/pont-adolphe-rehabilitation/pont-provisoire-adolphe/index.html
Das blöde dabei ist, dass das Wort “Vélo” in französischen Texten fast nicht auffindbar ist, weil es in “Dévelopement” vorkommt und ohnehin Beamte gerne andere Wörter benutzen als die normale Bevölkerung. So kommt das Wort “bicyclette” im gesamten Code de la Route1 nicht ein einziges Mal vor.

Also rief ich dann bei der Brücken und Strassenverwaltung an, denen die Adolphe Brücke “gehört”, erfuhr dort aber, dass die Stadt Luxemburg für die Verkehrsführung zuständig ist. Dort rief ich dann an, und wurde sehr freundlich empfangen. Man versprach mir, dies nachzuschlagen und ich erhielt von der zuständigen Behörde der Stadt Luxemburg, der ich meine Fragen vortrug, noch am Donnerstag die Antwort!

Re-Bonjour Haer Erpelding,

Et huet sech bis elo nach näischt geännert wat Verkéiersführung fir d’Veloën iwert de provisoresche pont Adolphe ugeet, weider en “circulation mixte” mat dem Auto’s Verkéier, wuel verstan en direction Gare, net en direction Centre-Ville mat de Bussen.

Den Trottoir ass net ob fir de Velo.

Alternativ kënnt Dir awer och Passerelle benotzen wou d’Velofueren en site propre méiglech ass.

Just war elo fir eng Woch – wéinst Chantier um Niveau vun der place de Bruxelles – d’Furt zou déi de Velo vun der avenue Marie-Thérèse riwer ob de boulevard F.D.Roosevelt bruecht huet, sou dat ob der Kräizung de Velo huet missen mam Verkéier fueren.

Hoffen des Informatioun ass Iech nëtzlech,

Mat frëndleche Gréiss,

DIRECTION MOBILITÉ
Service de la Circulation
Kofferfabrik
98, rue Auguste Charles
L – 1326 Luxembourg
www.vdl.lu circulation@vdl.lu

Ich hatte also Recht! Ich durfte nicht nur mit dem Rad auf der Brücke fahren, ich musste sogar!
Ich bin am Donnerstag Mittag noch mal hingefahren und habe mich auch vor Ort überzeugt, in der Tat da SIND KEINE Schilder, der Gehweg ist also ein reiner Gehweg auf dem man NICHT mit dem Rad fahren darf.

Und die Moral von der Geschicht?

  • Also liebe Radfahrer: immer schön die Strasse benutzen! Wenn Kraftfahrer so minderwertig sind dass sie hupen, dann daran denken: die sind im Unrecht! Schön weiter radeln und brav in der Mitte fahren, damit ihr noch bremsen und ausweichen könnt, wenn sie euch wieder zu eng überholen.
  • Also liebe Kraftfahrer: Nicht ärgern wenn ein Radfahrer vor euch fährt. Die Brücke ist kurz und sie biegen ja gleich ab, auf der anderen Seite haben die Radfahrer ja einen eigenen Weg. Einfach gedulden.
  • So lieber Busfahrer: Wie wäre es mit einer freiwilligen Selbstschulung? Einfach mal die Unterlagen zur Führerscheinprüfung noch mal würdigen, sodann Du sie nicht weggeschmissen hast.

Noch eine Bemerkung zur Alternative “Passerelle”. Natürlich kann man auch über die Passerelle zum Bahnhof kommen, so wie ein Autofahrer der von Luxemburg nach Metz fahren will, ja nicht unbedingt die verstopfte Dudelinger Autobahn benutzen muss, sondern auch über die Autobahn via Trier und Saarbrücken nach Metz kommt. Gehen tut das alles, ist aber in beiden Fällen ein erheblicher Umweg. Bei der Option “Passerelle” kommt noch hinzu, dass die nicht wirklich durchdacht ist. Man fährt von der Kathedrale aus üBer die Passerelle und steht dann vor der Avenue de la Gare, in die man aber gar nicht reinfahren darf. Wie nun zu fahren ist, ist keineswegs offensichtlich, fährt man nach rechts ist zudem ein abschreckender Anstieg zu bewältigen. Es hat nicht jeder ein Elektrorad!

  1. Hier kann man sich den Text des Strassenverkehrsgesetzbuches runterladen: http://www.legilux.public.lu/leg/textescoordonnes/codes/code_route/ []