Ein paar Monster und andere Chimären gezeichnet

Immer nur Gemeindewappen wird auf Dauer langweilig und so nutzte ich die Pause die nach Fertigstellung des Kreises Bernkastel-Wittlich eingetreten ist, um einerseits ein paar Wappenzeichnungen von kreisfreien Städten anzufertigen, und erinnerte mich daran, dass die Umsetzung von Rietstapps Tafeln immer noch austeht.
Hier die am Wochenende gezeichneten Figuren:


Dabei bin ich allerdings letzte Woche von Dr. Credener darauf aufmerksam gemacht worden, dass in der Eifel ein paar Gemeinden doch Wappen führen, von denen Wikipedia (und damit ich) nichts wusste:
Folgende Wappen entwarf Dr. Credener:

  • Großkampenberg
  • Irrhausen
  • Kesfeld,
  • Manderscheid
  • Oberpierscheid
  • Olmscheid
  • Plütscheid

von jemand anderem wurde inzwischen noch entworfen:

  • Lascheid.

Wappen der Verbandsgemeinden in Ahrweiler und Birkenfeld

Da ich ja nun mal beschlossen habe, auch diese beiden Landkreise zu berücksichtigen, obwohl sie historisch mit Luxemburg nicht so viel zu tun haben, musste ich zumindest die Wappen ihrer Verbandsgemeinden zeichnen, voilà:

Ahrweiler

Birkenfeld

Der Landkreis Birkenfeld grenzt im seiner westlichsten Ausdehnung an den Kreis Trier-Saarburg, welcher wiederum ein Grenzkreis zu Luxemburg ist, weshalb ich ihn mitbehandeln möchte. Weiter grenzt er auch ans Saarland und an den Kreis Bernkastel-Wittlich, beide auf wiesel.lu bereits vertreten.


Besonders ins Auge sticht das Wappen der Verbandsgemeinde Rhaunen wegen seiner ungewöhnlichen Figur: Ein Vogelwesen mit Wolfskopf.

Das Stachelschwein und das Pflugmesser

Im Zuge der Überprüfung der table héraldique wurde ich an einige “Fehler” im Armorial Loutsch erinnert, welche mir schon beim Erstellen der Zeichnungen und dem Beschriften und Wichten aufgefallen waren auf die ich noch mal zurückkommen möchte:

Le coutre

Unter dem Begriff “Coutre” führt Loutsch in der TH nur ein einziges Wappen auf, welches mein PHP Skript nicht finden konnte und daher von mir von Hand unter Angabe der Attachment-ID vorgegeben werden musste: Losé. Ein Grund, warum mein Skript oft Wappen nicht finden kann ist der folgende: In der TH gab Loutsch gerne die Rufnamen der Familien an, derweil er im Buch mit dem vollen, oder dem offiziellen Namen arbeitete. Ich suchte und fand ein Wappen des Pierre Lose de Freudenberg, échevin de Remich, 1455. Dort stand allerdings, dass das Dargestellte ein “soc de charrue“, also eine Plugschar sein sollte: Plugscharen werden in der Heraldik aber meistens ganz anders dargestellt (siehe Wappen Darancy), das hier sah vielmehr mehr aus wie ein Messer! Loutsch hatte in seinem Buch aber wirklich mehrmals betont dass er stets versuchte, seine Abbildungen den Vorlagen (hier ein Siegelabdruck) so getreu wie möglich nachbilden würden.


Da mir das damals (am 3. Februar 2012) schon komisch vorkam und ich gar nicht wusste was denn nun ein “coutre sei, habe ich diesmal nachgeschlagen:
Fündig wurde wie immer bei Wikipedia1:
schematische Darstellung eines Pfluges (wikipedia)

schematische Darstellung eines Pfluges (wikipedia)


Hier die Beschreibung auf Wikipedia:

  • auf französisch:Charrue simple portée: 1 Age (ici courbé en étançon),2 Système d’attelage,3 Dispositif de réglage,4 Coutre,5 Pointe,6 Soc,7 Versoir
  • und auf deutsch:Komponenten eines Pfluges: 1 Grindel, 2 Zugvorrichtung, 3 Einstellung der Arbeitstiefe, 4 Sech, 5 Meißel, 6 Schar, 7 Streichblech mit Streichschiene

Das “coutre” nennt man auf deutsch also “Sech”. Wer wie ich keinen agrarischen Hintergrund hat ist nun vordergründig vermutlich so schlau wie zuvor, aber vorstellen kann ich es mir schon.
Fündig wurde ich aber auch in meiner eigenen Datenbank, die Familie Schmiden, oder Faber führt auch ein coutre im Wappen. warum Loutsch sie nicht in der TH unter “coutre” aufführt weiss ich nicht, ich vermute weil es unter “Partis divers (on donne les meubles du I)” dann doch auftaucht, weil die TH sich wohl an Renesse anlehnt und unter den einzelnen Wappenfiguren nur diejenigen aufgeführt werden, in welchen NUR die Wappenfigur zu sehen ist.

Der Igel war ein Stachelschwein

Unter “Ecartelé, aux I (et IV) des meubles divers” führt Loutsch dann die Familie D’Elevément auf, und bezeichnet das “meuble divers” als porc-épic, also als Stachelschwein.


Dass mit der Wappenbeschreibung etwas nicht stimmt war mir im März 2012 schon aufgefallen und ich hatte darüber berichtet. Leider war mein Auge damals noch nicht geschult genug das dargestellte Vieh als Stachelschwein zu erkennen und meine Arbeiten an der Table Héraldique waren noch in einem so frühen Stadium, dass ich nicht auf den Gedanken kam dort nachzusehen. Gut, dann passen wir das mal flugs an!

  1. Siehe unter: http://fr.wikipedia.org/wiki/Charrue []

Seite mit Rietstaps Kreuzchen fertig

Gerade bei den Kreuzen (croix) gibt es in der Heraldik viele Varianten. Genau 24 verschiedene Arten, meinte einst Ménestrier, aber es sind deutlich mehr. Die meisten “grossen” Kreuze stellte Rietstap auf Tafel 3 vor.
Auf Tafel 6, in Reihe 5 beschäftigte er sich dann eher mit den Kreuzchen (die gerne im Feld wiederholt werden).


Diese habe ich nun fertig, sie stehen ab sofort, zusammen mit den zwei geläufigsten Formen des Turnierkragens (lambel) auf wiesel.lu bereit!

Rang 6 und 7 fertig

Hier noch drei lustige Türme und Schlösser von Tafel 6.


Diese Türme und Schlösser sind von Rietstap den unterschiedlichsten Wappen entnommen worden. Bin am Überlegen, sie in die Wappendatenbank aufzunehmen. Sie haben allerdings mit Luxemburg wirklich nicht viel zu tun.

Mit Planche 6 angefangen

Planche 6 der Illustrationen zu Rietstaps Einleitung enthält soviele Figuren, dass ich mehrer Galleries spendieren werde. Ich habe mit Reihe (rang) sechs angefangen, das sind lauter Türme:

Rietstaps Ungeheuer von Tafel 5 erledigt

Eine weitere kleine Zwischenetappe konnte genommen werden: Tafel 5 gab es im Rietstap nicht nur ein paar Familienwappen, sondern auch noch eine Reihe Chimären, oder Ungeheuer. Fantastische Figuren. Diese habe ich nun alle gezeichnet, hier eine Auswahl:


Lediglich die Fledermaus passt nicht in die Reihe der imaginären Figuren, Fledermäuse gibt es ja wirklich. Allerdings kaum in Wappen, da sind sie offenbar eher selten. Ich selber zumindest kenne kein einziges aus Luxemburg.

Planche IV überprüft

Es sieht im Augenblick nicht wirklich danach aus, als ob ich meine Wunschliste bis Ende des Jahres noch abgearbeitet bekäme.


Immerhin habe ich nun die Wappen von Tafel 4 (auf frz. Planche) beschriftet, getaggt und überprüft. Die meisten der Wappen zeichnete ich im März und April. Es ging vor allem um Bordüren, Rauten und bestimmte Schnitte.

“heraldische” Tiere

Zur Zeit arbeite ich Rietstaps Tafel 5 ab. Auf der gibt es vor allem Tiere, die es eigentlich nicht gibt, wie Jungfrauenadler (Harpie), Zentauren, Greife (griffon) etc.
Drei Tiere sind hervor zu haben, die es in der Natur sehr wohl gibt:

  • Die Antilope
  • den Tiger
  • und den Panther

Weil diese Tiere, so wie sie dargestellt werden mit den real vorkommenden Entsprechungen kaum etwas gemein haben, fügt der moderne Wappenkenner in seiner Beschreibung gerne noch das Adjektiv “héraldique” an, schliesslich gibt es ja vielleicht auch noch Wappen, wo diese Tiere in ihrer natürlichen Form vorkommen.
Im Mittelalter dachte man sich nichts dabei, Tiger, Panther und Antilope, waren wie der sehr viel verbreitetere Löwe Tiere, welche die Europäer nie zu Gesicht bekamen, entsprechende Vorstellungen machten sie sich über sie. Man beachte auch: der “heraldische” Löwe oder Adler hat mit den tatsächlichen Tieren ja auch nicht so viel Ähnlichkeit. Dem Ritter kam es auf eine Stylisierung an, bei der das Tier und damit sein Wappen gut zu erkennen und von dem seiner Gegner zu unterscheiden war.
In dem Zusammenhang gibt es in Rietstaps Liste noch ein Tier, das im Mittelalter zwar heimisch war, über das die Menschen aber völlig falsche Vorstellungen hatten: So glaubte man z.B, das Feuer könnte dem Salamander nichts anhaben, weshalb man ihn auch Feuersalamander nannte. Das ging so weit, dass die Menschen irrtümlich annahmen, ein Feuer löschen zu können indem sie Salamander hinein warfen.


Wie man sieht, auch der Salamander sieht als Wappentier nicht sehr vertraut aus.

Hab mit Rietstaps Tafeln der Figuren angefangen

J.B. de Rietstap gab seiner Einführung in die Heraldik, welche er seinem Wappenbuch vorangstellte nicht nur Tafeln mit einer Auswahl an Wappen zur Illustration der Begriffe bei, sondern auch einige Tafeln mit meubles. Ich habe nun angefangen diese Figuren zu zeichnen, die folgenden imaginären Meeresbewohner machen den Anfang.


Rietstaps Original war schwarz-weiss, die Farben habe ich mir also ausgedacht! Sieht im Netz einfach besser aus. Ich versuchte aber bei gebräuchlichen Kolorierungen zu bleiben, also sinople (grün) für die Fischschwänze und carnation für die Haut.