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Daniel Erpelding

über Heraldik, Studentengeschichte und anderes

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28/03/2017

Wappenkunde

Diese Seite beschäftigt sich mit der Theoretischen Heraldik. Ein langfristiges Ziel ist, dem Leser eine Einführung in die Heraldik zu bieten.
Selbstverständlich wollen wir uns auch hier auf die spezielle Luxemburger Situation beschränken.

Einführung in die Heraldik

Hier mein Versuch, selber eine Einführung in die Wappenkunst zu bieten, weil ich der speziellen Situation gebürtiger Mittelstands-Luxemburger wie mir selber gerecht werden will: Wir sprechen und schreiben besser deutsch, die Verwaltungssprache ist seit Ende des Mittelalters aber französisch. Das führte dazu, dass auch die Heraldik dem französischen System folgt, insbesondere bei den Blasonierung (blason) genannten Wappenbeschreibungen.
Darum ist diese Einleiführung in die französische Blasonierung auf deutsch verfasst, behandelt werden aber die in den Quellen vorkommenden französischen heraldische Begriffe, nicht die deutschen.
Der Text soll aber bewusst, bildschirmgerecht kurz gehalten bleiben. Da wo ich tiefer ausholen muss oder möchte, werde ich auf eine andere Seite verweisen, in der Regel auf Beiträge aus meinem französischen Heraldik Lexikon.
Natürlich ist der Text noch nicht fertig!

Begriff, Herkunft und Entwicklung der Wappen

Was sind überhaupt Wappen? Eine griffige Definition, die sowohl eindeutig als auch erschöpfend wäre, habe ich nicht gefunden, es ist aber klar, dass nicht alles was gelegentlich als Wappen bezeichnet wird, auch eines ist. So sind die in zwischen recht häufig anzutreffenden “Logos”, welche heutzutage viele Gemeinden den klassischen Wappen vorziehen keineswegs ebensolche, selbst dann nicht, wenn sie heraldische Formen nachahmen.

Otto Titan von Hefner versuchte es 1862 mit dem folgenden Satz:

Wappen sind nach bestimmten Grundsätzen und Regeln der Wissenschaft und Kunst entworfene Bilder, deren Führung oder Gebrauch ein gutes Recht für sich hat oder beansprucht.

Der grimmige alte Bayer spuckte diesen Satz aus, nachdem er seine Vorgänger die sich an dem Problem versucht hatten, zu Recht abkanzelt weil die von ihnen gegebenen Definitionen weder eindeutig noch erschöpfend gewesen wären. Ihm gelingt dies zwar, aber nicht in wenigen Worten. Er bezeichnet sie ganz klar als Bilder, welche aber bestimmten Bedingungen unterliegen um als Wappen gelten zu können, mit denen man aber ganze Bücher zu füllen vermag:

  1. Das Bild darf keine beliebige Form haben, sondern bestimmte Grundsätzen und Regeln sind einzuhalten,
  2. Das Bild wird dann den Träger kennzeichnen, d.h. er muss das Recht haben (oder sich anmassen) das genannte Bild als sein Kennzeichen exklusiv führen.

Elemente eines Wappens

Den meisten Autoren zu diesem Thema folgendend will auch ich unterscheiden, zwischen den Elementen innerhalb und ausserhalb des Schildes. Auf dem Schild malten im frühen 12. Jahrhundert die mittlerweile vollgepanzerten und damit auf dem Schlachtfeld und besonders auch im Turnier unkenntlichen Ritter ihre ersten Wappen auf, damit Freund und Feind sie erkennen mögen. Beginnen wir mit dem wichtigsten Teil, den Elementen innerhalb des Schildes.

Das Schild – (l’écu)

Der Schild (écu) des Ritters war der erste Gegenstand welchen Wappen zierten, daher wird auch bei einer Reproduktion auf Papier, Stoff, Stein oder sonstigem Material nur selten auf die Darstellung des Schildes verzichtet. Die Form des Schildes dabei unwesentlich und nur eine Frage des Stils, also in der Regel nur in Funktion des Zeitpunktes als die Zeichnung entstanden ist, zu sehen. Eine von früheren Heraldikern gerne angenommene Häufung bestimmter Formen in gewissen Ländern gibt es nicht. Das Schild kann durchaus aber auch weggelassen werden, wenn die noch zu besprechenden Regeln eingehalten werden ist es dann immer noch ein Wappen.


Selbst wenn die überlieferte Blasonierung (Wappenbeschreibung) eine bestimmte Form vorschreiben würde, ist es dem ausführenden Künstler freigestellt, wie er das Schild gestaltet. Es dient nur dazu, seinen Inhalt von den das Schild umgebenden Elementen abzuheben; Wenn in dem Zusammenhang, wo wir das Wappen betrachten auf diese äusseren Elementen verzichtet wird, kann man den Schild also sogar weglassen.

Farben und Metalle (couleurs et métaux)

Das Schild kann ich einfärben. Übliche “heraldische” Colorierungen (émaux) sind die beiden Metalle (métaux) Gold (or) und Silber (argent), sowie die Farben (couleurs) rot (gueules), blau (azur), schwarz (sable) und grün (sinople), seltener ist noch purpur (pourpre) zu finden. Es werden weitere Farbgebungen verwendet, lösen beim Heraldiker aber ein Naserümpfen aus, denn sie gelten nicht als klassische heraldische Farben. Heraldisch sind dagegen bestimmte Pelzwerke (fourrures wie Hermelin (hermine) und Feh (vair) welche auch als besondere Farbangaben verbreitet sind.

Die Figuren, oder Schildesbilder (les figures)

In der französischen Heraldik unterscheidet man, angeblich aber erst seit dem 16. Jahrhundert1 zwei Kategorien von Schildteilungen:

  1. die Partitions,
  2. und die Pièces.

Die deutschen Heraldiker haben diese Unterscheidung bereits im 19. Jahrhundert mehrheitlich abgelehnt, die Franzosen halten an ihnen fest, handhaben die Unterschiede aber längst nicht mehr so pedantisch wie die Herolde des Ancien Régime.

Die “Partitions”

Wenden wir uns also erst einmal der Methode zu, das Schild in mehrere Felder aufzuteilen. Weil die Deutschen diese Unterscheidung seit Jahrhunderten nicht mehr praktizieren, fehlt auch ein griffiges deutsches Wort für die Partitions

Die Partitions genannten Schnitte teilen das Schild in eine stets gerade Anzahl von gleich großen Feldern (champs) auf, die grundlegenden werden folgendermassen gebildet:

  • durch einen vertikalen Strich: parti, auf deutsch: gespalten,
  • durch einen horizontalen:coupé, auf deutsch quergeteilt, was oft auch nur einfach mit geteilt bezeichnet wird,
  • durch eine Diagonale von oben links nach unten rechts: tranché, auf deutsch schräg(rechts)geteilt,
  • durch eine Diagonale von oben rechts nach unten links: taillé , auf deutsch schräglinksgeteilt
  • durch Superposition von coupé und parti erhält man: écartelé, auf deutsch geviert, eine extrem häufige Teilung (!),
  • durch Superposition von tranché und taillé erhält man: écartelé en sautoir, auf deutsch schrägviergeteilt,
  • und endlich durch Superposition von coupé, parti, tranché und taillé erhält man ein gironné, auf deutsch geständert.
  • Diese Teilungen erfolgen durch Schnitte (traits oder lignes), welche mittels geraden Strichen durchgeführt werden, es sei denn, es wurde was anderes angegeben. Dann können diese Striche die unterschiedlichsten Formen annehmen. Hervorzuheben seien die häufigsten: das (vivré), das (engreslé) und das (dentelé).
  • Diese Operationen der Teilung können theoretisch beliebig oft wiederholt werden, in der Praxis aber seltener mehr als 11 mal. Wiederholt man z.B. die Spaltung zweifach, erhält man eine Dreiteilung (tiercé) des Feldes. Etwas komplizierter ist es oft im französischen eine solche Mehrfachteilung korrekt zu “blasonieren”, also die Wappenbeschreibung anzugeben. Die Franzosen machen da ganz komische Verrenkungen, eine Erläuterung passt aber nicht in eine Kurzfassung.

Jedes der durch diese Schnitte erzeugten Felder, oder aber auch das ganze ungeteilte Schild kann (wieder) mit Figuren (figures) belegt (chargé) werden. Bei den Figuren unterscheiden wir zwischen den Stücken (pièces) und den (meubles).

Pastoureau meint, diese wirkten wie auf das Schild drauf geklebt. (“qui semblent comme ajoutées, plaquées sur l’écu“).

Die Stücke (les pièces)

Die (pièces) müssen den Rand des Feldes berühren, es sei denn es wurde durch das Wort (alésé) oder sonst wie vermerkt dass dem nicht so sei. Die 11 wichtigsten sind

  1. der Balken (la fasce),
  2. der Schrägbalken (la bande),
  3. der linke Schräg-Balken (la barre),
  4. das Schildhaupt (le chef),
  5. der Pfahl le (pal),
  6. das Kreuz (la croix),
  7. das Schräg- oder Andreaskreuz (le sautoir),
  8. der Sparren (le chevron),
  9. das Freiviertel (le franc-quartier),
  10. der Rand, auch noch Einfassung genannt (la bordure)
  11. und nicht zu vergessen das Herzschild (l’écusson).

Wie bei den Schnitten der Teilungen kann auch die Berandung der Stücke entweder gerade oder auch krumm sein, also dieselben Formen annehmen wie bei den partitions, im französischem spendiert man ihnen ein Substantiv.

Überhaupt sind die Stücke (pièces) für den Laien auf den ersten Blick nicht von den Teilungen (partitions) zu unterscheiden, und auch viele Heraldiker weigern sich sie gesondert zu betrachten. Im französichen ist diese Unterscheidung aber üblich.

Die gemeinen Figuren (meubles)

Bei gemeinen Figuren (meubles) ist es genau umgekehrt wie bei den Stücken (pièces): Sie berühren im Normalfall nicht den Rand der Felder, es sei denn es wurde mittels des Wörtchen “mouvant” genau so verfügt, oder höchstens noch wenn der Künstler Schwierigkeiten hat die Figur ganz aufs Feld zu bekommen. Daher ist ihre Position im Feld auch nicht festgelegt, sie sind sozusagen mobil, so bekam dieser Sammelbegriff auch seinen Namen (meuble).

In jedem Feld kann nur ein einziges meuble sein, oder mehrere. In letzterem Fall gilt es anzugeben wie sie angeordnet (ordonné, rangé) sind.

Bei den Meubles gibt es eine sehr grosse Vielfalt.

Die Tiere

Als erstes nenne ich die Tiere, welche ich wieder in mehrere Untergruppen einteilen will. Schon wie diese Einteilung vorzunehmen ist, dazu gibt es die unterschiedlichsten Schulen, z.B. ob unsere heutigen Kenntnisse in der Zoologie oder die Auffassungen des Mittelalters, als die Heraldik entstand anzuwenden sind, etwa wenn man bestimmen soll, ob der Delphin zu den Fischen oder den Säugetieren einzuordnen ist.

Ich versuche mal folgende Einteilung:

Vierbeiner (quadrupèdes)

Hervorzuheben ist hier vor allem der Löwe (lion) und der Bär (ours). Als weiteres Raubtier zu nennen der Wolf (loup), auch wenn der Luxemburg seltener ist als etwa in Spanien, und natürlich der Fuchs (renart).

Dann haben wir die Haustiere, vor allem den Hund (chien), der zumeist als Windhund (lévrier) oder als robuste Bracke (chien braque ) daher kommt. Weiter das Rind (boeuf), gerne explizit in seiner männlichen Form als Stier (taureau). Weiter die Schafe, sei es allgemein (brebis) oder explizit als Lamm (agneau) oder Widder (bélier).

Vögel

Besondere Bedeutung haben haben der Adler (aigle) und die Merlette (merlette).

Ist die Vogelart wichtig, etwa weil es sich um ein “redenden Wappen”, (armes parlantes) handelt, so gibt man die Art an, ansonsten bezeichnet man die Figur nur als Vogel (oiseau).

Fische

(poissons) in Luxemburg vor allem als Lachs (saumon) oder Barbe (bar).

Insekten etc.

In Luxemburger Wappen eher selten, kommen Insekten eigentlich nur als Bienen (abeilles) vor.

Bei Tieren sind oft noch unterschiedliche Tierstellungen möglich die angegeben werden müssen: aufrecht (rampant), schreitend (passant), rennend (courant), schwimmend (nageant) oder bei Flugtieren noch fliegend (volant) etc.

Der Mensch

(homme), von vielen, vor allem von älteren christlicheren Heraldikern gerne noch vor den Tieren genannt und von wiederum anderen, zumals späteren keck gar dem Tierreich zugeordnet, und seine Bestandteile! Hier besonders die dextro- und senestrochères genannten, meist aber nicht notwendigerweise bewaffneten Arme);

Pflanzen aller Art

Da wären Blumen und hier besonders zu erwähnen die Lilie (fleur-de-lis) und die Rose (rose), die Bäume (arbres) und ihre Blüten, Blätter (feuilles) und Früchte, usw.

Die Himmelskörper

z.B. die Sonne (soleil), der Mond (lune oder häufiger croissant), Kometen vor allem aber die Sterne (étoiles) mit unterschiedlicher Anzahl von Strahlen (rais).

die künstlichen Figuren,
  • wie Werkzeuge, Geräte, Fahrzeuge, Bauwerke – hier besonders die Türme (tours) und Schlösser (châteaux),
  • Kleidung, Waffen besonders die Schwerter (épées) und Helme (casques)
  • Dann gibt es Kreuze nicht nur als Pièce, sondern in ihren sehr vielfältigen Aussprägungen auch als meuble, sowie auch andere Zeichen (marques).
  • einfache geometrische Figuren, wie die Raute in vielerlei Abarten (z.B. als losange, macle, ruste..) und besonders die Kreise (als bésant oder tourteau). Bei dieser Unterkategorie sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.
Ungeheuer (figures chimèriques)

Als letzte Kategorie nennen wir noch jene Tiere welche die Menschen sich ausgedacht haben, hier besonders hervorzuheben die Greifen (griffons) wobei man bekennen muss, dass die Menschen im Mittelalter durchaus an die Existenz einiger dieser Biester geglaubt haben, die ihnen nicht märchenhafter vorkamen als Löwen, Tiger oder Krokodile.

Verpöntes

Die alten Ritter konnten nicht schreiben und rechnen wohl nur im Kopf. Keine Ahnung ob das der Grund ist, aber Buchstaben (lettre) und Ziffern (chiffre) sind, auch wenn sie nicht ausdrücklich verboten so doch aber verpönt! Jedenfalls wenn sie im Schilde geführt werden. Dennoch sind sie weit verbreitet, vor allem soziale Aufsteiger verwendeten sie gerne.
In der Gruppe der Bürgerlichen sind auch die Hausmarken (marque, oder manchmal auch präziser als marque de marchand angegeben) beliebt, die teilweise auch Buchstaben enthalten, bzw. aus diesen gebildet wurden.
Die früheren Heraldiker rümpften die Nase auch über diese Marken, mit leichter Schadenfreude, hatte sich der Träger eines solchen Wappens ja dann als Emporkömmling geoutet. Es gibt Beispiele, wo Familien zunächst Marken führten und später dann auf heraldisch einwandfreiere (aber auch weniger originelle) Formen auswischen. Spätere und heutige Heraldiker nehmen sie gnädiger auf als die Buchstaben, wohl weil einige behaupten, die Marken wären aus den Runen entstanden und damit sogar eine sehr frühe Form heraldischer Figuren.

Die Elemente ausserhalb des Schildes

  • Ein Wappen kann auch Elemente enthalten, welche ausserhalb des Schildes plaziert sind, wie der Helm (casque oder heaume), die Helmdecken (lambrequins), die Helmfigur (cimier), Schildhalter (Tenants wenn die haltende Figur zumindest teilweise menschlich ist, ansonsten Supports), der Wahlspruch (cri oder devise), bei hochadligen Trägern oder Staatswappen noch der Mantel und weitere Elemente.
  • Beim Verwenden aller dieser Elemente sind bestimmte Regeln zu beachten, vor allem die sehr wichtige Farbregel, dass Metall nicht auf Metall und Farbe nicht auf Farbe liegen darf.

Das Blasonieren

… oder die französische Fachsprache.

In früheren, mittelalterlichen Zeiten gab noch kaum preiswerte Bücher, aber es gab das Bedürfnis zu wissen welche Wappen die Anderen tragen würden, damit man sie erkennt, etwa wenn man einen fremden Ritter auf einem Turnier sieht, oder eine mit dem Wappen eines Amtsträgers oder Geschäftspartners gesiegelte, oder gestempelte Urkunde vor sich hat. Um die Kunde eines Wappens weiterzutragen ohne dass man eine Zeichnung davon anfertigte musste man in Worte fassen können wie es aussieht. Dieses Beschreiben eines Wappens nennt man blasonieren.

In der Heraldik galt bald der Spruch “Le texte prime le dessin“, will sagen, nicht eine bestimmte Zeichnung die von einem Wappen angefertigt wurde ist am aussagekräftigsten, sondern seine Blasonierung! Diese Beschreibung verfasst man in einer speziellen Fachsprache. In Luxemburg werden die Wappenbeschreibungen (Blasonierungen) auf französisch formuliert.
Leider ist es nicht damit getan, die französische Umgangssprache zu beherrschen, denn in der Heraldik werden Kunstwörter verwendet die es im Alltagsfranzöisch gar nicht (mehr) gibt. Die Franzosen gaben sich schon sehr früh, absichtlich viel Mühe diese Sprache konpliziert zu halten. Zunächst, weil die Herolde glaubten, sich so unentbehrlich zu machen, später kam hinzu dass die wappenführende Elite die Emporkömmlinge ausschliessen wollte. Irgendwann, verstanden dann auch die Adligen selber diese Spezialsprache nicht mehr und nun schlug die Stunde der ersten wissenschaftlich arbeitenden Heraldiker, welche ihre Handbücher verfassten.

Nun ist es leider so, dass seit Jahrhunderten die Autoren ihre Wappenbeschreibungen in dieser komplizierten Kunstsprache verfassen und ihre Bücher voll davon sind . Wer sich also ernsthaft für die Wappen Luxemburgs interessiert kommt um diese Spezialsprache leider nicht rum! Dies wissend, legte ich schon früh ein eigenes Wappenlexikon für meine eigene Zwecke an.

Das französiche Heraldik – Lexikon auf wiesel.lu

mit den geläufigsten Begriffen der Heraldik an. Geplant ist, dass ich jeden Begriff ausgiebig erläutere und dabei die Gelegenheit nutze auf Luxemburger Besonderheiten einzugehen. Hierbei gebe ich auch an, an welchen Stellen in meiner Wappendatenbank die jeweiligen Begriffe vorkommen.

Da beileibe nicht alle Begriffe welche diese Sprache kennt, in Luxemburger Wappen überhaupt vorkommen, entschied ich mich zunächst dafür, mich auf eine Auswahl zu beschränken. Um das Rad nicht neu zu erfinden, übernahm ich die Auswahl von Dr. Jean-Claude Loutsch die in seinem Armorial du Pays de Luxembourg angab.
Später habe ich diese Auswahl erheblich erweitert. Zunächst um Begriffe die auch im Alltagsfranzösisch nicht viel anders sind als in der Sprache der Blasonierung, z.B. das Wort für die Figur des Hundes: chien. Loutsch wandte sich, anders als ich, an ein französischsprechendes Publikum und konnte diese Begriffe weglassen. Eine wichtige Motivation zur Erweiterung des Wortschatzes meines Lexikons war der Wunsch, statistische Daten sammeln (“wie viele Wappen mit Hunden gibt es denn?”), sowie die inverse Suche zu erleichtern: “Ich hab hier ein Wappen mit einem Tier, das könnte ein Hund (chien) sein! Wer ist wohl Träger dieses Wappens? Schauen wir mal unter chien nach… usw.”.

Noch später kamen Wappen hinzu, sogar “aus dem Loutsch”, mit selteneren Begriffen, etwa der vergette, so dass ich fand, die gelte es auch hier aufzunehmen. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Wer französisch kann, den mache ich noch darauf aufmerksam, dass er neben meinem eigenen Lexikon auf wiesel.lu noch ein paar konsultieren kann, die ich bei anderen Heraldikern (hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert) abgeschrieben habe:

Eine sehr gute, weitgehend vollständige Liste aller Ausdrücke ist im Netz auf blason-armoiries.org zu finden.

Beiträge verstorbener Autoren zur theoretischen Heraldik

Darüber dass mein eigener Entwurf einer Einführung in die Heraldik noch so dürftig ist, braucht kein Leser zu verzweifeln! Niemand muss das Rad neu erfinden und so sind im Netz nicht wenige Beiträge renommierter Autoren zu finden. Von vor mehr als 70 Jahre verstorbenen Autoren, kann man sie sich inzwischen sogar an vielen Stellen (z.B. auf Google Books oder Gallica) kostenlos herunterladen! Allerdings ist die Qualität dieser Digitalisierung oft recht fragwürdig, weil niemand sich die Mühe macht/machen kann oder will, die so gewonnenen Texte auf ihre Richtigkeit zu überprüfen oder gar nachzuarbeiten. Ich habe mir das für ein paar dieser Werke verstorbener Autoren, sodann ich sie interessant fand, sehr wohl angetan und erwarte dafür jetzt Lob, Preis und Anerkennung!
Die Früchte dieser meiner Zusatzarbeit stelle ich dann auf wiesel.lu zur Konsultation bereit. Die folgenden möchte ich besonders erwähnen:

  1. Die Grammaire du blason von E. Simon de Boncourt aus dem Jahre 1885 lesen, hier besonders den ersten Teil.
    Es sind zwar einige kleinere Fehler drin und seine historischen Begründungen dürften dem aktuellen Forschungsstand auch nicht mehr genügen, die Einführung ist ansonsten aber gut gemacht, erfreulich kurz aber dennoch ist alles wichtige gesagt.
  2. Lesenswert ist sicherlich auch die Einführung in die Heraldik durch J.B. de Rietstap, die er seinem berühmten Armorial vorangestellt hat. Rietstaps Schwäche ist, dass er zu viel auf den seltenen Sonderformen rumreitet, besonders den Fabelwesen die für die Luxemburger Heraldik praktisch keine Bedeutung haben und dass er sehr spezielle stylistische Ansichten vertritt wie etwas gezeichnet zu werden hat, die ich nicht teilen kann. Dafür wurde das Werk wohl viel verkauft und ist sehr weit verbreitet! Angesichts dieser Breitenwirkung wollte ich mich einer Beschäftigung mit dem Rietstap nicht verschliessen.

Wie schon gesagt: Neben diesen beiden besonders hervorgehobenen Werken, in welche ich schon etwas Energie investiert habe, halte ich weitere Werke von seit langem verstorbenen Autoren bereit und noch weitere sind in Planung.

Empfohlene Literatur zu diesem Themenbereich

von Michel Pastoureau:

  1. Traité d’héraldique, Paris 1979, 5. Auflage (2008), isbn: 978-2-7084-0807-4 [fr]
  2. Figures de l’héraldique, Gallimard 1996, isbn 978-2-07053365-7 [fr]
  3. Le bestiaire médieval – das gibt es auch auf deutsch: Das mittelalterliche Bestiarium, Primus Verlag Darmstadt 2013, isbn 978-3-86312-050-4

Vertiefung einzelner Themen

  1. siehe: Michel Pastoureau []

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