Alle Abbildungen zum Pursuivant of arms, hochgeladen und eingepflegt.

Letztes Wochenende und den Rest heute Abend, habe ich die verbliebenen Abbildungen zu Planchés “The pursuivant of arms” (1852/59) hochgeladen, beschriftet und eingepflegt.
Dies nahm deswegen deutlich mehr Zeit ein, als z.B. die Abbildungen zu Otto Titan von Hefners zweitem Teil bereitzustellen, weil hier die Abbildungen nicht wie bei OTvH auf getrennten Tafeln hinten an den eigentlichen Test drangehangen wurden, sondern gleich an der Stelle im Text vorkamen, wo sie auch erwähnt werden. Für den Leser eigentlich deutlich angenehmer, für den Digitalisierer mit etwas Aufwand verbunden.
Hier ein paar schöne Beispiele aus dem Buch:


Etwas verfälscht wird der Eindruck, weil ich der Einfachheit halber, jedes Bild als “Einbild-Gallery” eingestellt habe. Dadurch wurde der Aufwand für die Eingabe erheblich reduziert, und man kann auf das Bild klicken, es kommt dadurch aber nicht jedes Bild in dem Grössenverhältnis raus, wie es im Buch war.

Zum Vergleich, die 5 Bilder, wie ich sie eingescannt und nun eingeplfegt habe.
Ein weiteres Problem ist das, dass nicht alle Bilder quadratischen Zuschnittes waren. Hier musste ich an den Rändern dann Farbe dazu klecksen. Ich achtete dabei möglichst darauf, denselben Ton vergilbten Papiers zu wählen, wie die Umgebung.

Planché selber hatte eine Liste seiner vielen Abbildungen zusammengestellt, er nannte sie LIST OF WOOD-CUTS.
In dieser Liste habe ich ebenfalls die Links auf die Abbildungen eingepflegt, so dass man nur auf den Titel des jeweiligen Bildes zu klicken braucht.
Gelegentlich gab Planché mehrere Bilder zu einen Beispiel an, etwa “verschiedene Arten von Rosen” und vergab für diese nur eine Nummer. Ich richtete für jede Variante ein eigenes Bild ein:


Ich denke, damit hat “mein Planché” bereits eine sehr lesbare Form angenommen und wünsche dem Leser schon mal viel Spass.
Als letztes will ich noch Anker setzen, an alle jene Stellen, wo im Original ein Seitenmbruch war, so dass ich auch die Seitenverweise durch Links verwirklichen kann.

Exemplar des zweiten Teils von Hefners Handbuch erworben

Noch bin ich nicht fertig mit dem Einpflegen der Bilder bei Planché, aber ich habe mein Vorgehen für den Pursuivant of Arms für den zweiten Teil des von Hefnerschen Handbuchs der theoretischen und praktischen Heraldik “Praktische Heraldik” von 1863 wiederholt!
Über Amazon habe ich beim Antiquariat Krull in Neuss einen Nachdruck des Handbuchs zweiter Teil von 1883 gekauft.


Wieder war das Buch etwas degradiert, allerdings nicht so stark. Der Einband fehlte ganz, und die Seiten mit Abbildungen waren grösstenteils gar nicht mehr gebunden. Das ist mir für meine Zwecke sogar ganz recht gewesen, denn so liessen sich die Tafeln auf die es mir ankommt leichter einscannen. Es handelt sich zwar um einen Nachdruck, aber wie der Verleger 1887 versichert, wurde am Werk kaum etwas verändert.

Die Qualität der Abbildungen kommt auch beim Scan gut raus, jetzt kannn auch der Vergleich gezogen werden, zur Vorlage auf Google books, z.B. bei diesem schrecklichen Wappen, das v. Hefner für das Königreich Bayern aufgerissen hatte:

An dieser Stelle erlaube ich mir noch mal daran zu erinnern, dass ich kürzlich den Haupttext auch des zweiten Teiles des Handbuches bereitgestellt habe. Dies hat mehr als ein Jahr gedauert. Warum das so lange gedauert hat, mag der folgende Vorher/Nachher Vergleich einer Textpassage verdeutlichen:

Vorher Nachher
Die Blasonierung,
5W sMlasonircn heistt ci» Wappen regelrecht beschreib«!, Waö die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie D sich «um Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im ^eran>> iedecb darf ie!> bier alt! das Kennzeichen einer richtigen ^^ Blasonierung anführen, daß sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder daß sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei, Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die ßenntniß der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, ‘) sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben, Ein richtig blasonirtes Wappen muß für den Heralditer, so zu sagen , ein in Worten ausgedrücktes Mld geben und ihn in den Stand sezen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können,
Die Blasonierung,
Blasonieren heißt ein Wappen regelrecht beschreiben! Was die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie sich zum Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im Voraus jedoch darf ich hier als das Kennzeichen einer richtigen Blasonierung anführen, dass sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder dass sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei. Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die Kenntnis der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben. Ein richtig blasoniertes Wappen muss für den Heraldiker, so zu sagen, ein in Worten ausgedrücktes Bild geben und ihn in den Stand setzen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können.

Es fehlen weiter noch, in beiden Teilen die Fussnoten. Diese einzupflegen könnte wiederum etwas dauern. Da ich den Leser solange nicht warten lassen will, biete ich ab sofort auch die PDF Version meiner Bemühungen an (ohne die Abbildungen!):
Handbuch Der theoretischen und praktischen Heraldik (PDF)

Neues Digitalisierungsprojekt: Planché’s Pursuivant of arms

Mit der französischen Heraldik bin ich seit Jugendtagen vertraut, Otto Titan von Hefner ebnete mir letztes Jahr den Weg zum Verständnis der deutschen Blasonierung, in letzter Zeit erreichen mich aber auch immer mehr Anfragen auf englisch! Im November, als wieder eine Anfrage kam, dachte ich mir, warum die Beschäftigung mit der englischen Blasonierung nicht mit einem Digitalisierungsprojekt verbinden? Französische Projekte habe ich schon jede Menge und ich habe mit Ménestrier auch schon einen weiteren Autor ins Auge gefasst, mit OTvH habe ich ein deutsches Projekt aber englische noch nicht.
Die Frage, wen ich da nehmen sollte war schnell beantwortet: O.T. von Hefner zitierte Planché mindestens 21 Mal in seinem Handbuch, das ich gerade am bearbeiten war. Bei Google Books wurde ich recht schnell fündig1. Der Schriftsatz des Originals war bereits recht modern daher hielten sich die Fehler nach der OCR in überschaubaren Grenzen. An ein paar wenigen Abenden hatte ich die meisten raus.
Das Buch lebt aber vor allem von seinen vielen Abbildungen, und die kamen in der Google Books Version nicht sehr gut zur Geltung (s.u.). Ich machte mich also auf die Suche nach einer besseren Version und fand dann doch eine Anzeige auf Amazon unter http://www.amazon.de/The-Pursuivant-Arms-J-Planche/dp/B0010SBBFE, dass sogar ein Originaldruck zu erwerben ist, für 13,17 Euro, also mit Versandkosten knappp 16 Euro! (und 17 Cents)


Am 06.12.2015 um 16:08 Uhr bestellte ich beim heiligen Nikolaus. Voraussichtliches Lieferdatum: 14. Dezember 2015 – 18. Dezember 2015, und ja, Schäden hätte das Buch, das wusste ich:

Verkäuferhinweis: Frueheres Bibliotheksbuch. Versand aus Großbritannien, Versandzeit 2- 8 Tage.
Spine has been replaced with brown paper and tape. Covers are textured with gold lettering on the front. Covers are edge worn with scuff marks and tape marks. Book is cocked. Cover is loose from majority of page block. Pages are uncut and damaged on the edges, pages are taped together but are coming loose. Library stickers on inside of front cover. Illustrations throughout.This book has hardback covers. Ex-library, With usual stamps and markings, In poor condition, suitable as a reading copy. No dust jacket.

Gekommen ist das Buch dann erst am 5. Januar 2016, also gut einen Monat später. Es war allerdings wirklich in keinem guten äusserlichen Zustand!


Es kamen mir die Reste des Einbandes entgegen gerieselt und es zerfiel regelrecht nach dem Auspacken. Interssant dafür, dass noch das Ex-Libris eines der Vorbesitzers:

Arthur Wood der wohl auf Newbold Revel gelebt hat. Nach dem Wikipedia Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Newbold_Revel ein hübsches Schlösschen in Stretton-under-Fosse im County Warwickshire in Mittelengland.
Am glücklichsten bin ich aber darüber dass die einzelnen Seiten noch recht ansehnlich sind. Vor allem aber die Abbildungen geben beim Einscannen gute Ergebnisse!

Hier ein Vergleich mit der Googlebooks-Vorlage:

Inwzischen habe ich auch schon mal den Text online gestellt, unter Heraldik -> Quellen:

Planché: The pursuivant of arms (1852-59) [en]

Dabei habe ich noch ein paar Aufarbeitungen an diesem Text durchgeführt :

  • Die Überschriften wurden markiert, eine dazu erfunden. Planché arbeitete nicht mit Kapiteln sondern wichtete alle Überschriften gleich, hob sie eigentlich nur Kapitalisierung hervor, teilweise mitten im Satz.
  • Die Fussnoten wurden eingehangen. Bei Planché befanden sich diese stets unten auf der Seite, meistens nur eine die er mit 3 kennzeichnete. Mein Text kennt in der Hinsicht keine Seiten, alle Fussnoten stehen am Ende. Um daran zu erinnern, wo sie einst standen habe ich die Seitenzahl bei jeder Fussnote angegeben.
  • Die ersten Abbildungen sind bereits einpflegt.

Planché bemühte sich, stets auf zeitgnössische Quellen und weniger auf frühere Autoren zurückzugreifen. Letztere bezichtigte er sogar meistens, dass sie durch ihre unhaltbaren Spekulationen das Ansehen der Heraldik zerschunden hätten. Doch wo findet man zeitgenössische Illustrationen von Rittern und deren Wappen? Natürlich in den zahlreich aufgenommenen Siegeln oder Siegelabdrücken und…. in den Schachfiguren von der Insel Lewis: https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis-Schachfiguren. Es ging ihm darum, frühe Darstellungen der Heroldsstücke aufzuzeigen und die fanden sich bei den Elfenbeinfiguren:



Auf der folgenden Seite im Netz kann man übrigens die Originalfiguren bewundern: http://en.chessbase.com/post/the-enigma-of-the-lewis-chemen
Weitere Vorgehensweise wird sein:

  • ich arbeite die restlichen Abbildungen alle ein,
  • beschrifte diese,
  • markiere die Hervorhebungen (kursiv, fett etc.) durch Planché,
  • und setze noch ein paar eigene Links.
  1. Hier die URL, für den Quelltext auf Google Books: https://books.google.de/books/about/The_pursiuvant_of_arms_or_Heraldry_found.html?id=SFcBAAAAQAAJ&redir_esc=y []

Erster Teil des von Hefnerschen Handbuchs, mit vollständigem Haupttext

So, kurz bevor das alte Jahr zu Ende geht, will ich noch einen Erfolg melden! Da muss ich echt nachschlagen, wann ich zuletzt von einem Fortschritt beim Projekt “Digitalisierung des Handbuchs von Otto Titan von Hefner” etwas berichtet habe. Ah ja, im August konnte ich noch mal eine Rate liefern.
Die Gemeinen Figuren waren ein sehr wichtiger Abschnitt des ersten Teils, “Erster Teil Theoretische Heraldik“, aber auch etwas unerquicklich. Danach habe ich mich lange nicht mehr diesen Projekt gewidmet, bzw. habe über Fortschritte nicht berichtet und sie auf meinem PC belassen.
Wie ich mich überzeugen konnte, sind meine überarbeiteten Quellen aber inzwischen ein Publikumserfolg, teilweise sogar beliebter als der Armorial Loutsch oder gar die Hesper Kutsch.


Nun aber kann ich vermelden:

Die verbleibenden Teile des ersten Teils sind online!

Insgesamt waren diese Teile für mich deutlich interessanter als der über die gemeinen Figuren, weil ich mich mit diesen Themen nie so auseinandergesetzt hatte. Vor allem seine Aussagen über die Beizeichen (brisures) waren mir zum Teil neu. Hier eine Aufstellung, wann ich welchen Teil fertig entziffert hatte:

  • Am 15. August: Der Helm
  • Am 13. September: Die Helmkleinode
  • Am 14. September: Die Helmdecken
  • Am 7. Dezember:
    • Die Beizeichen
    • Kronen, Hüte und Mützen
    • Schildhalter
  • Am 11. Dezember: Orden und Würdezeichen.
  • Am 12. Dezember: Von Erkennungszeichen, Sinnbildern, Wahlsprüchen und Rufen.
  • Am 13. Dezember: Panner, Fahnen und Flaggen.

Die Illustrationen hatte OTvH. auf Tafeln zusammengefasst, diese habe ich auch geliefert. Hier eine kleine Auswahl:


Das einzige was noch fehlt, sind die, freilich sehr interessanten Fussnoten für die ich aber noch kein System gefunden habe. Ich habe vor, diese Anfang nächsten Jahres einpflegen.

Zwei Texte von Emile Diderrich (1881-1933) digitalisiert

Vor ein paar Wochen hatte mich einer meiner Leser um Hilfe beim Bestimmen einer Ofenplatte gebeten. Auf der Suche nach Literatur zu Ofenplatten (lx.: Tak, fr: Taque) im Raum Luxemburg, stiess ich erneut auf Emile Diderrich, einen schreibenden Hotelbesitzer aus Mondorf-les-bains, der 1914 ein Inventar der Ofenplatten des damaligen Luxemburger historischen Museums erstellt und dieses in Form eines Artikels namens Inventaire descriptif des TAQUES du Musée Historique de Luxembourg in der Zeitschrift “Ons Heemecht” publizierte hatte. Ich schreibe “erneut”, weil er mir als eine der Quelle des Dr. Loutsch bereits bekannt war, und ich schon seit längerem vorhatte, zu einem späteren Zeitpunkt ein paar Artikel von Emil Diderrich zu digitalsieren. Das habe ich nun vorgezogen.

Artikel: Inventaire descriptif des TAQUES du Musée Historique de Luxembourg

Die Luxemburger Nationalbibliothek hielt ein “tiré à part” des Artikels bereit, so konnte ich mir das Buch ausleihen, denn die “Ons Heemecht” Bände sind in der Regel nur zur Einsicht. Man kann die Artikel zwar kopieren, aber immer nur in einer grauenhaften Qualität, vor allem die Abbildungen. Mit meinem eigenen Scanner aber konnte ich dem Leser des 21. JH. diesen 101 Jahre alten Text auch mit hübschen Illustrationen näherbringen:


Ich habe alle Fussnoten eingefügt, und werde den Text sich noch bearbeiten, etwa die Links auf die Wappen in meiner Datenbank setzen, ich finde ihn aber jetzt schon vergnüglich zu lesen.

Artikel: Notice généalogique sur la famille Milleret de Preisch

Bei einem Besuch in der Mittagspause, nach dem Essen in der Staatskantine schmökerte ich vor zwei Jahren in der Nationalbibliothek und fand diesen Artikel über die Familie Milleret de Preisch von Emile Diderrich, eine französische Familie italienischer Abstammung, die mit Luxemburgern versippt war.


Interessant, wie sie und ihre Allierten auf unterscheidlichen Seiten sich in den kriegerischen Auseinandersetzungen für ihren jeweiligen Dienstherren sich auszeichneten, etwa der Herr de Boland, der die Festung Luxemburg 1795 gegen die revolutionären Franzosen verteidigt, derweil ein anderer Verwandter derselben Sippe, Frédéric de la Chevardière, für Napoleon in die Schlacht von Waterloo zieht und schwer verwundet wird.
Das Interesse von Diderrich erregte aber der Umstand, dass ein Mitglied dieser Familie, Jacques-Constant (de) Milleret im Mondorf nahe gelegenem Preisch das Schloss1 gekauft und ausgebaut hatte.

Auf der Suche nach Spuren von Emil Diderrich

Weil ich vor zwei Jahren schon mal mit dem Gedanken gespielt hatte, Werke von Emile Diderrich zu digitalisieren, kurz nachdem ich die wichtigsten Arbeiten an Armorial Loutsch Online beendet hatte, wobei er mir aufgefallen war, hatte ich in Erinnerung, dass es irgendwo einen Artikel über ihn gäbe, aus dem hervorging, dass er ein Hotelbesitzer aus Mondorf les bains gewesen sei. Mich dünkte, auf Wikipedia. Den Artikel den ich in der Nase hatte, fand ich nicht wieder2, und doch hat es Emile Diderrich es ins Luxemburgische Wikipedia geschafft, wenn auch nur in eine Fussnote zu einem Artikel über das Hotel, das er einst betrieben hatte: https://lb.wikipedia.org/wiki/Hotel_Grand-Chef#cite_note-8:

Den Emile Didderich, den 30. September 1933 am Alter vun nëmmen 52 Joer gestuerwen, war e renomméierte Gastronom, en unerkannten Historiker a Schrëftsteller. Hie war Membre-correspondant vum Institut grand-ducal. Säi Brudder war den Historiker Arthur Didderich, ee vun de wéinege Lëtzebuerger, déi mat der franséischer Éierelegioun ausgezeechent goufen.

Dieser Eintrag richtete bei mir große Verwirrung an, denn offenbar wird der Name völlig anders geschrieben! Auch ein paar Sackgassen in Luxemburg sind nach einem Emile Didderich benannt3, verdoppeln das zweite “D” und nicht das “R”, wie ich es von den digitalisierten Artikeln her kannte.
Gelobt sei aber die Nationalbibliothek und das Projekt ELxuemburgensia (http://www.eluxemburgensia.lu), welche fleissig die Luxemburger Tageszeitungen der letzten 200 Jahre online stellen. Dort findet man ihn, und zwar in der richtigen Schreibweise Emil(e) Diderrich4, z.B. eine Meldung aus dem Luxemburger Wort vom 20. Juli 19115

Großherzogliches Institut. In der gestrigen Sitzung der Historischen Abteilung des Großherzoglichen Instituts wurde Hr. Emil Diderrich aus Bad Mondorf in Ersetzung des verstorbenen Ehren-Staatsarchitekten Karl Arendt zum wirklichen Mitglied gewählt.

und sogar eine Biographie in Form eines Nachrufs im Escher Tageblatt vom 2. Oktober 19336:

Man vergegenwärtige sich es verschwindet für immer aus der Luxemburger Gemeinschaft ein in vielfacher Beziehung erstklassiger Mensch, der den ihm von väterlicher Ueberlieferung und persönlichem Geltungstrieb angewiesenen Platz auf das ehrenhafteste ausfüllte.
Emil Diderrich ist nioht mehr. Tausenden die ihn kannten und wertschätzten in seiner vielfachen Betätigung : als Inhaber einer der vornehmsten Gaststätten des Landes, als sachkundiger Berater und Förderer des Mondorfer Staatsbades, als kluggelehrter Forscher und Volkskundler, allen wird er fortan fehlen und unersetzlich sein.
Als Emil Diderrich, noch ganz jung an Jahren, aber an theoretischem und praktischem Fachwissen besonders aber an feinfühliger Menschenkenntnis reich, das vor 80 Jahren von dem Lothringer Aristokraten Hippolyte Trotyanne gegründete Touristen- und Badehotel, gen. «Hotel Grand Chef» übernahm, da stellte sich bald heraus, dass er dieser grossen Aufgabe völlig gewachsen war : er war zum Hotelier geboren.
Bald sah er ein dass er dem von seinen Eltern erlebten Organismus ein dem Geist der Neuzeit entsprechendes Gepräge geben müsse und dass er, durch Ausschaltung jeglicher Verwaltungszwischenglieder, die intimste Fühlungnahme zwischen seiner Kundschaft und der in sainer Person verkörperten Oberleitung bewerkstelligen müsse. Aber erst nachdem er vor etwa zehn Jahren eine kluge und geschäftstüchtige Gattin desselben Geistes heimgeführt und kurz darauf die gesamte Hotelanlage weiter ausgebaut hatte, setzte der grosse Aufstieg ein, um den ihn viele Amtsgenossen beneideten und der nun, durch sein tragisches Hinscheiden, in ein entscheidendes Stadium tritt.
Aber nicht nur als zünftiger Hotelbesitzer von Rang, sondern auch a’s «spiritus rectar» des in seiner Entwicklung vielfach gehemmten Staatsbades Mondorf hat Emil Diderrich das hohe Verdienst, die bisher erfolgten oder in Vorbereitung befindlichen Ausbauarbeiten wesentlich gefördert zu haben. Jedenfalls ist es für jeden Einsichtigen klar, dass ohne seine hartnäckige Fürsprache vieles nicht so vollkommen erneuert und in so raschem Tempo ausgeführt worden wäre, wie dies tatsächlich der Fall war.
In den Annalen unseres Staatsbades gebührt Emil Diderrioh neben Doktor Klein ein Ehrenplatz.
Und dann seine Tätigkeit als Geschichtsforscher und Folklorist! Wenn man Emil Diderrichs Werk aus diesem weitverzweigten Gebiet mit den greifbaren Ergebnissen seiner Hotelleitung und seiner Betreuung Mondorfs in Parallele stellt, so muss man über die Vielseitigkeit und den Schaffendrang dieses einzigartigen Menschen geradezu staunen. Was wundern, wenn sein ehrliches Streben und seine Kompetenz die gebührende Anerkennung fanden und dass Emile Diderrich beinahe zu gleicher Zeit zum ersten Vorsitzenden des Verbandes inländischer Hotelbesitzer und zum wirklichen Mitglied der Historischen Sektion des grossh. Institutes berufen wurde.
Unsere Leser und die der anderen inländischen Blätter, die der «Hemecht» und der «Cahiers luxembourgeois» wissen, was der Verstorbene allwöchentlich, besonders in den Mussestunden nach Saisonschluss, von uralten Familienverästelungen, volkstümlichem Heiligenkult und seltsamen Ortsgebräuchen unserer Vorfahren zu plaudern wusste, aber auch wie tiefgründig und allseitig interessant sein Wissen um die von ihm bevorzugte Lothringisch-Luxemhurgische Dreiländerecke, besonders um Mondorf, Remich, Püttlingen, Rodemacher, Roussy und Sierck-Rüstroff war.
Auch dieses spezielle Forschungsgebiet, auf dem er vielen inländischen Geschichtskundigen Wegebereiter war, wird nun voraussichtlich leider keine zielbewusste Ausbeute mehr erfahren, und das ist, neben seiner sonstigen menschlichen Wertschätzung, was das Verschwinden dieses tüchtigen und gescheiten Arbeiters als einen unersetzlichen Verlust betrauern lässt.
N. R

Liste der Wappen, in denen Diderrich als Quelle angegeben wird

Zum Abschluss meiner Recherchen zum Autor, will ich noch angeben, wo auf wiesel.lu jetzt schon Referenzen (durch Dr. Loutsch) zu Artikeln des geschätzten Emile Diderrich zu finden sind:

Wappen Martiny: Emile Diderrich: Notice généalogique sur la famille de Martiny d’Erpigny, extrait des Annales d’Arlon, 1911, t. XLVI
Wappen Souroux: Diderrich, O.H. 1914, pp. 175 et 303,
Wappen Milleret: Voir E. Diderrich, O.H. 1911, P. 465
Wappen La Ruelle: Les Pierres armoriées d’Aspelt, O.H. 1910, P. 219
Wappen Winckel: Jean de Winckel, premier ancêtre connu de cette famille, docteur en droit et bourgmestre de Trèves, aurait été anobli au début du XVIe siècle, d’après des données manuscrites de M. Emile Diderrich. Ses descendants ont adopté des armes différentes, en se répandant sur les bords de la Moselle, on ne sait pourquoi.
Wappen Braecht, ou Braicht: Les Pierres armoriées d’Aspelt, O.H. 1910, P. 143.
Wappen Waldecker de Kempt: Les pierres armoriées d’Aspelt, O.H. 1910, P. 142).
Wappen Kempt: Les pierres armoriées d’Aspelt, O.H., 1910, P. 141
Wappen Boland: Notice Généalogique sur la famille Milleret de Preisch, O.H. 1911, P. 464.
Wappen Ungeschick: Genealogisch-biographische Notizen über die Familie Ungeschick von Grebenmacher, O.H. 1918, généalogie partielle qui n’est pas exempte d’erreurs ni de lacunes.
Wappen Ungeschick – variante: Genealogisch-biographische Notizen über die Familie Ungeschick von Grebenmacher, O.H. 1918, généalogie partielle qui n’est pas exempte d’erreurs ni de lacunes.

Aus dieser Tabelle ist auch ersichtlich, welche Artikel von Emile Diderrich, dem ich eine Autorenseite eingerichtet habe, noch auf dem Programm stehen.

  1. Siehe: https://fr.wikipedia.org/wiki/Ch%C3%A2teau_de_Preisch []
  2. Vielleicht wurde er, wegen zu geringer Relevanz ja wieder gelöscht? []
  3. Laut http://lux.postcodequery.com/ar/cTB5.html gibt es jeweils einen Impasse Emile Didderich in Mondorf-les-bains, einen in Remich und einen in Grevenmacher. In Mondorf, seinem Heimatort gibt es aber selbstverständlich eine richige Rue Emile Diderrich! Der Fasthomonym hat hingegen in Belgien noch ein paar Strassen, die nach ihm benannt sind, ich fürchte daher dass dem Autor auf Wikipedia ein kleiner Fehler unterlaufen ist. []
  4. Mal wird das “e” an Emil drangehangen und die französische Form verwendet, mal lässt man es weg und die deutsche Fassung gilt. Das ist völlig normal, Emile fühlte sich zwar im Französischen wohler, schrieb aber wie viele Luxemburger jener Jahre auch Artikel auf deutsch []
  5. Nach zu schlagen unter http://www.eluxemburgensia.lu/R/CKBYVVIEA1TSIATSJKA1KP4PQIG4E3G49N7FXS8YY7P1771ENS-03656?func=results-jump-full&set_entry=000017&set_number=000046&base=SERIALS. Das PDF kann man aber auch hier einsehen: Luxemburger Wort 20-07-1911 []
  6. PDF des Nachrufs im Tageblatt, in seinem Zusammenhang von ELuxemburgensia: Tageblatt 1933-10-02_01 p4 []

Noch eine Rate vom grantigen alten Bayern: die gemeinen Figuren

Also alt war er 1861 als er den ersten Teil seines Heraldikhandbuches heraus brachte eigentlich nicht, der Otto Titan von Hefner. Um genau zu sein, wurde er überhaupt gar nicht alt, als er 1870 starb war er erst 43 Jahre alt. Für unsere heutigen Begriffe alt wirkt er auf mich erstens wegen seiner Selbstdarstellung auf seinem offiziellen Foto, und durch die hämische Art wie schreibt und Fehler von anderen aufzeigt und kommentiert. Manchmal habe ich den Eindruck, es mit einem antiken Kirchenvater zu tun zu haben.
Diesmal habe ich eine wirklich große und wichtige Rate zu vermelden:
vom ersten Teil des Handbuchs “theoretische Heraldik” (1861) , beim Kapitel der heraldischen Figuren, der zweite Teil: die gemeinen Figuren!
Den ersten Teil der Schildesbilder, die Heroldsstücke, wurden schon mit der allerersten Rate geliefert.
Das üble daran war, dass praktisch der gesamte Text nur aus Aufzählungen von Eigennamen und OTvHs Kürzeln besteht, was die OCRisierungsalgorthymen von Google natürlich völlig überfordert hat und alles mühsamst einzeln überprüft und verbessert werden musste. Ich konnte abschliessen:

  • Am 13.7, das Tierreich,
  • Am 19.7, Das Pflanzenreich,
  • Am 25.7, Die Figuren aus dem Welt- und Erdreich,
  • Am 26.7, Die Ungeheuer
  • Am 2.8, Von den Künstlichen Figuren, a) Werkzeuge, Gerätschaften, Fahrnisse
    Ich lernte hier Begriffe wie den Höllhafen oder “Jagdhäfen mit Füßen und Handhaben”, kennen, von denen ich zuvor noch nie gehört.
  • Am 5.8. Von den Künstlichen Figuren, b) Bauwerke und Teile derselben.
    Hier stutzte ich, dass OTvH die Monstranz in diese Kategorie einordnete, gleich nach der “Kirche”. Derweil letztere wirklich ein Bauwerk ist, sehe ich in der Monstranz aber noch nicht mal ein Teil davon. Das beruhigt
  • Am 8.8 Von den Künstlichen Figuren, c) Kleidungsstücke, Schmuck und Würdezeichen, Waffen, Kriegsgeräte und Teile derselben
  • Ebenfalls am 8.8 Von den Künstlichen Figuren, Kreuze, Zeichen und Marken

Angesichts der Tatsache, dass von diesen Aufzählungen, die allermeisten Wappen aus Bayern, Österreich, teilweise noch Hessen, Mecklenburg, Preussen und Polen, ein paar wenige aus Frankreich, den britischen Inseln usw. sind, aber eigentlich kein einziges aus Luxemburg, habe ich mich öfter gefragt, welchen Nutzen mir das bringt. Doch nun wo ich die Übung durch habe, bin ich dennoch zufrieden:

  • OTvHs Einteilung der gemeinen Figuren gefällt mir ganz gut,
  • Ich konnte mich noch einmal wirklich davon überzeugen, wie sehr Rietstapp sich bei OTvH. inspiriert hat!

Getreu meinem Motto, KEINE 1:1 Kopie eines digitalisierten Werkes zu liefern, sondern eine netzgerechte Anpassung, habe ich weitere Überschriftenniveaus <h5> eingeführt, für die einzelnen gemeinen Figuren; OTvH, hob sie nur durch Fettdruck hervor, ich habe es aber auf die Erzeugung von Links abgesehen. Weiter habe ich die referenzierten Tafeln eingefügt. An denen erkennt der Leser sicherlich am besten das von Rietstap kopierte Orignial, hier ein paar Beispiele:


Ich habe übrigens bei der Gelegenheit auch zur Biographie aus der Feder von (Franz Xaver von?) Schönwerth, um das Verzeichnis der Werke von Hefners ergänzt, welches Edmund von Oefele 1872 erstellt hatte.

Zwischenstand: Grammaire héraldique von Henri Gourdon de Genouillac

Meine Arbeiten zur Digitalisierung der “Grammaire héraldique” des Henri Gourdon de Genouillac aus dem Jahre 1853 sind soweit abgeschlossen:

  • Sein heraldisches Wörterbuch ist hochgeladen und steht bereit. Ich habe darauf verzichtet die einzelnen Begriffe mit meinem zu verlinken, es ist nicht besonders gut und wird wohl nur zu Zwecken der Kuriosität von mir benutzt werden.
  • Die Tafeln 1,2,3,4 sind eingerichtet, die Zeichnungen alle erstellt, hochgeladen und beschriftet.
  • Die Zeichnungen sind im Haupttext verlinkt, genauso wie die Links auf die wichtigsten heraldischen Begriffe zu meinem Heraldiklexikon eingezogen.

Voilà, hier also der Haupttext:

Henri Gourdon de Genouillac (1826-1898) : Grammaire héraldique (1853)

Bei letzterer Übung wurden doch noch einige Schreibfehler gefunden, so dass jetzt ein insgesamt lesbarer Text bereit steht.
Die Frage ob er auch lesenswert ist, ist mittlerweile aber gestellt! Einige Ungereimtheiten kann ich jetzt schon festhalten:
Die Zeichnungen sind nicht immer allzu geschickt ausgewählt.Z.B auf Planche 4, Figure 16:


Die für den Schwarz-weiss Druck viel zu fein Figur “Dornenkrone” ist auf dem Original gar nicht zu erkennen, die Nägel schon gar nicht. Dann ist es auch noch ein Beispiel mit krassem Verstoss gegen die heraldischen Farbregeln: die grüne Dornenkrone und die schwarzen Nägel auf dem roten Kreuz, das muss nicht sein, auch wenn man gerade das Wort “cousu” durchnimmt, welches auf einen bewussten Farbregelverstoss hinweist.
Dann nimmt er die Illustrationen nicht der Reihe nach durch, was schon verwirrt wenn er dauernd hin und her springt. Schlimmer noch, Gourdon Genouillac bringt die Spezialfälle, bevor er den Regelfall vorgestellt hat.
Auch ist der Text viel zu kurz, um seinem Anspruch gerecht zu werden:

C’est une grammaire proprement dite, simple, concise, à l’aide de laquelle toute personne complétement étrangère à la science héraldique peut, après l’avoir lue, blasonner toute espèce d’armoiries peintes ou gravées, en distinguer la valeur, et reconnaître celles établies contrairement aux règles du blason.

Mich hat er nicht überzeugt!

Warum ich ihn ausgewählt hatte, war die Beschäftigung mit den Attributen. Aber auch hier, ausser dass er sie gruppiert und in Tafeln gefasst hat, er stiftet mehr Verwirrung als er ordnet.
Andererseits bin ich erstaunt, wie schnell es mir gelungen ist, den Text zu digitalisieren (und nebenher noch am Lexikon zu arbeiten und am zweiten Teil von OTVHs Handbuch!). Ich habe wohl inzwischen etwas Übung darin 🙂

Die Einführung von Bender et Rolland wurde überarbeitet

Mit diesem Digitalisierungsprojekt hadere ich schon lange! Dabei waren Rolland und Bender als ich das Projekt Heraldik neustartete einer meiner Ausgangspunkte! Denn 2008 war ich, auf der Suche nach Inspiration ausgerechnet auf Bender und Rolland gestossen (1903), ein Werk das ich damals noch mit dem Armorial Général des J.B. de Rietstap identifizierte. In der frühen Phase des Neustartes lag mein Schwerpunkt auf dem Zeichnen und ich suchte Vorlagen, welche ich bei Rolland und Bender fand! Bald aber störte ich mich an der geringen zeichnerischen Qualität der Vorlage und inspirierte mich dann stärker bei Dr. Loutsch.


Je stärker ich mich mit der Heraldik und ihren Quellen beschäftigte, desto weniger überzeugte mich Rolland und Bender. Im Februar 2013 begann ich mit den Digitalisierungsprojekten und fasste eine Ausweitung der Beschäftigung mit B&R noch einmal ins Auge, fand bald danach das Original lohnender, zumindest als Vorbild für eine Einleitung.
Interessant blieben B&R noch wegen der Fremdsprachen, welche in meiner künftigen Umsetzung der Heraldiklexikons eine Prominente Rolle spielen sollen. Ich scannte die Seiten ein und gewann die französischen, englischen, deutschen, spanischen und italienischen Begriffe die ich in unmotivierter Form auch online stellte. Aber ich ignorierte das Projekt und führte es nur noch als Illustration zu Rietstap.
In den vergangenen Wochen verriet mir Jetpack welches ich jetzt schon ein Jahr benutze aber, dass sich die Seite im Netz aber wohl doch einiger überraschender Beliebtheit erfreut. Also beschloss ich, sie doch nicht abzuschalten, sondern ihre Präsentation zu verbessern:

  • die einzelnen Sprachen, zuvor hintereinander dargeboten, wurden übersichtlich in den einzelnen Spalten einer einzigen großen Tabelle angelegt.
  • In dieser Tabelle wurde jeweils der französische Begriff mit dem Lexikon verlinkt. Denn das ist ja letzlich das Ziel: der Aufbau eines ordentlichen französischen Heraldiklexikon, die Digitalisierungen als Untermauerung.
  • Die zuvor eingescannten Tafeln wurden beschriftet und zwar mit einem Auszug aus der Tabelle. Hierbei berücksichtige ich nur französisch, englisch und deutsch, die Sprachen die ich selber beherrsche und ggf. Anfragen beantworten könnte.

Ich präsentiere also hiermit im neuem Gewande:

Die einführenden Tafeln von Rolland et Bender (1903)

Es dürften noch Fehler drin sein, vor allem bei den italienischen, spanischen und englischen Begriffen, die mir nicht so ins Auge springen. Dieser werde ich von Zeit zu Zeit ausmerzen, sowie ich weitere Begriffe in mein Lexikon aufnehmen und dann in der Tabelle verlinken werden. Ich hoffe aber, die Leserschaft hiermit erst mal zufrieden stellen zu können.
Hiermit ist dann auch ein weiterer Punkt (5) meines neuen alten Planes zur Aufwertung des Lexikons abgehakt.

Eine weitere Rate zu Otto Titan von Hefners Handbuch geleistet

Das Digitalisierungsprojekt “Otto Titan von Hefners Handbuch” ist etwas vorangeschritten. Ab sofort stehen Vorwort die ersten beiden Kapitel des zweiten Teils bereit (ohne Fussnoten!):

Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik, zweiter Teil; praktische Heraldik.

Damit ist eine weitere Rate abgezahlt. Zusätzlich zu den schon im Dezember berichteten Schwierigkeiten fand ich bei diesem Teil erschwerend, dass OTvH, so viele, zumeist süddeutsche Beispiele gibt, für die er sich ein Abkürzungssystem ausgedacht hat, damit das Buch dünn bleibt:

In der Blasonierung der Wappen schreibt man entweder den Namen der Farben ausführlich, z.B.: in rotem Felde ein goldener Löwe, oder: in Rot ein goldener Löwe, oder man gebraucht Abkürzungen und Zeichen. Als solche habe ich im Texte meines Wappenbuches

  • R. und r. für Rot,
  • B. und b. für Blau,
  • Gr. und gr. für Grün,
  • Pp. und pp. für Purpur,
  • und das Zeichen # für Schwarz

eingeführt. Silber bezeichne ich mit S. und s. und Gold mit G. und g. die fragliche Aschfarbe mit a. Diese von mir eingeführten Abkürzungen haben ziemlich allgemeine Annahme gefunden, und ich bemerke hierzu nur, dass, da ich von dem heraldischen Grundsatze ausgehe, es seien nicht Weiß und Gelb, weil nur aushilfsweise angewendet, sondern die Metalle selbst, Gold und Silber, zu nennen, ich genötigt war, um Irrungen in Beziehung von S., welches bei Siebmacher Schwarz bedeutet, und S., welches bei mir regelrecht Silber bedeutet, für Schwarz ein besonderes leicht zu imitierendes und anwendbares Zeichen # zu wählen.

Das überfordert natürlich die OCRs von Google welche natürlich auch durch Abgleich mit Wörterbüchern versuchen das Wahrscheinlichste aus dem Eingelesenem zu filtern. Aber wer wird schon, ohne de oben zitierten Text eine Beschreibung wie die folgende zu lesen verstehen mit ihren R., G. und # ?

  • Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne 1. u. 4., in G. ein b. Löwe, 2. u. 3. von R. u. G. geteilt; hinten a. u. d. in G. eine # Rose, b. u. c. in # ein s. Löwe: Graf Solms (1596).

Zur besseren Lesbarkeit für MEINE Leser habe ich übrigens die identifizierten Wappenbeschreibungen zu Listen wie oben geformt. Viel Spass!

Edit: kleine Zugabe, so müsste das von OTvH blasonierte Wappen der Grafen Solms aussehen:


Nachtrag vom 14.5.: Vor meiner Nachbesserung, sah die von Google OCRisierte Wappenbeschreibung “Graf Solms” von oben, so aus:

Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne I, u, 4,, in <3, ein b, Löwe, 2, u, 3, von N, u, <3, geteilt; hin ten », u, 6, in (3, eine G Rose, b, u, e, in G ein », Löwe: Graf Solms (1596),

Über die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung

Kleiner Zwischenstand meiner Arbeiten am Ende November gestarteten Digitalisierungsprojekt Otto Titan von Hefner. Derweil ich mit dem Musterbuch erstaunlich schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen kam, stocken meine Bemühungen um das für meine Zwecke viel interessantere Handbuch (1861). Am Text des Handbuches ist unglaublich viel mehr zu ersetzen als beim Musterbuch, es sind unglaublich viele Fehler vorhanden, obwohl der Text auf den ersten Blick ganz Ok ausschaut, und man glaubt, es würde reichen nur die Überschriften rauszustreichen und die Fußnoten einhängen zu müssen. Der Text ist so voller Fehler, dass die automatische Fehleranmerkungsfunktion von Word sich schnell für überfordert erklärt hat.
Der Urgrund liegt in den gewählten Schriftsätzen liegen, dann damals verwendeten die Deutschen noch nicht westliche Schriftsätze, sondern liebten ihre eigenen, was letztes Jahr ja auch Jean van Win so viele Schwierigkeiten bereitete (und dann mir). Beim späteren Musterbuch griff OTvH bereits auf einen lateinischeren Schriftsatz zurück, weshalb meine bevorzugte OCR Software Omnipage 17 hier relativ gute Ergebnisse brachte, beim Handbuch versagt sie! Es ist dabei nicht einfach so, dass das Buch nur einen altdeutschen Schriftsatz verwendet: wenn OTvH englisch, französisch oder lateinische Sätze zitiert, verwendet das Buch wieder den lateinischen Schriftsatz, was die OCR Softwares wohl völlig aus dem Konzept bringt.

Am besten gebe ich hierzu ein Beispiel; z.Z. bin ich auf Seite 19 (von 264!):

posting-Dig-OTVH-Beispiel

Das machte Omnipage 17 daraus:

Go bal Siegel .enn Sigmunb4 »on ($ erolbê ed, teaêgauer elbelê »om 2. 1265 (IV. 23), runb mit breietigetn mit Sd)inbeln befdten Sd)ilbe, borin ein getrônter Mye (rotb in Eilber, , Ed)inbeln Wou), unb ber Unie ftbrift: S . SIMVNDI . DE . GEROLTESECICE eider gebôrt aucb baê Siegel eine. ®rofen Don Dettingen (IV. 27) mit ber Umfdnift: t SIGILLVM COMITIS . DE . OTINGEH auê bem 2. 1220, tueld)eê innen einen Sffilb , fongruirenb mit ber Siegelform , entbd1t. Zer (blaue) Scbilb bat eine eine faffung »on eifenbûtlein ober $elèmert 2) (rotb unb gon)) unb borner ge8ogen einen (filbernen) Sd)ragen.

Wie man sieht ist der Text bestenfalls zu erahnen. Nur die lateineischen Siegelumschriften sind richtig erkannt (s.u.). Zunächst hatte ich mir vorgestellt, nach und nach bestimmte regelmässig wiederkehrende Fehler zu erkennen und im ganzen Text zu ersetzen, aber hier sind es so viele dass mir klar wurde, dass ich eine bessere Methode finden muss. oder aber das Projekt aufgeben muss.

Dann besah ich mir noch mal genauer, wie So wurde der Text von Google Books1 eigener Software digitalisiert:

So das Siegel Herrn Sigmunds von Geroldseck. wasgauer Adels. vom J. 1265 (l7. 23). rund mit dreiekigem mit Shindeln befäten Schilde. darin ein gekrönter Löwe (roth in Silber. Shindeln blau). und der Um fhrift: *- 8 . 8lb17dlyl . O14). ELLGUUWLEW. Hieher gehört auh das Siegel eines Grafen von Oettingen (l7. 27) mit der Umfhrift: *l* NEU-1.7111. 001141138 .1)1) . 011861-38 aus dem J. 1220. welhes innen einen Shild. kongruirend mit der Siegelform. enthält. Der (blaue) Schild hat eine Ein faffung von Eifenhütlein oder Velzwerk 2) (roth und gold) und darüber gezogen einen (filbernen) Shragen.

Wie wir sehen, ist Googles Software gar nicht mal so schlecht, man merkt schon dass hier Profis der Digitalisierung am Werke sind. Leider wird der Text immer nur Seite für Seite angeboten. Will man den vollständigen Text haben, muss man ihn Seite für Seite kopieren, was ich am Ende gemacht habe. Hier führt die Methode der Ersetzung sicherlich zum Erfolg, wenn wir häufige Wörter wie “faffung” durch “fassung” ersetzen, “fhrift” durch “schrift” etc.
Googles Software hat sich gut auf den “gotischen” Schriftsatz eingestellt und scheitert vor allem an der Ähnlichkeit von “s” und “f” in der altdeutschen Schrift. Schwierigkeiten bereiten ihr hingegen die in lateinischer Schrift gedruckten fremdsprachigen Einsprengsel, wovon es nicht gerade wenig gibt!

Letztlich gehe ich nun kombiniert vor, dass ich mir die fremdsprachigen Schnipsel aus der bei diesen Sätzen erstaunlich gut digitalisierten von Omnipage generierten Datei hole und in den von Google abkopierten Text einfüge.

Zum Schluss zeige ich noch, so möchte ich es haben:

So das Siegel Herrn Sigmunds von Geroldseck, wasgauer Adels, vom J. 1265 (IV. 23), rund mit dreieckigem mit Schindeln besäten Schilde, darin, ein gekrönter Löwe (rot in Silber, Schindeln blau), und der Umschrift: * S . SIMVNDI . DE . GEROLTESECKE. Hierher gehört auch das Siegel eines Grafen von Oettingen (IV. 27) mit der Umschrift: + SIGILLVM COMITIS . DE . OTINGEH aus dem J. 1220, welches innen einen Schild, kongruierend mit der Siegelform, enthält. Der (blaue) Schild hat eine Einfassung von Eisenhütlein oder Pelzwerk 2) (rot und gold) und darüber gezogen einen (silbernen) Schragen.

Man bemerke, ich bevorzuge der leichteren Lesbarkeit wegen, die heutige Schreibweise “rot” statt “roth”, oder “bloß” statt “blos”, “-ierend” statt “-irend”, etc.

  1. Das von Google Books bereitgestellt Rohmaterial kann unter http://books.google.de/books?id=qV8BAAAAQAAJ&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false konsultiert werden. Zum nachsuchen und zitieren eignen sich diese Darstellungen aber kaum, weshalb ich mein Versuch der Schaffung eines Mehrwertes ja auch angehe. []