Der Aachener Geschichtsverein im SS 2010

Vermutlich werde ich auch diesmal an keiner dieser Veranstaltungen teilnehmen können. Schade, klingen alle gut:

  • 21. u. 24.April

    Das antike Tongern

    (Andreas Schaub M. A., Aachen)

  • 05. u. 08. Mai

    Kirchen, Klöster, Kohlen.

    Aus der Stadtgeschichte von Herzogenrath und Übach-Palenberg (Dr. Frank Pohle, Aachen)

  • 16. u. 19. Juni

    Spaziergang zu den Quellen von Pau und Wurm

    (Prof. Dr. Dietrich Lohrmann, Aachen)

  • 30. Juni u. 3. Juli

    Kerniel und Zoutleeuw.

    Kunst und Geschichte im Grenzgebiet von Lüttich und Brabant
    (Georg Tilger, Aachen)

  • 28. u. 31. Juli

    Relikte der Vergangenheit in Bonn.

    Von der Residenz zum Regierungsviertel. Ein Spaziergang durch die Südstadt. (Dr. Holger Dux, Aachen)

  • 25. – 26.September

    Löwen – eine Stadt im hellen Licht von Wissenschaft und Kunst

    (Dr. Mechthild Isenmann, Brühl)

Änderungen vorbehalten

Tina Noroschadt (Revue) übers Studieren in Aachen

Vorgestern machte mich ein Freund und alter Aachener darauf aufmerksam, dass die Luxemburger Zeitschrift “Revue” gerade eine Artikelserie über die Luxemburger Studenten und ihre Universitätstädte veröffentlicht und diese Woche wäre Aachen dran! Also kaufte ich mir ausnahmsweise mal wieder die Revue und las wundersame Dinge:

Für den Text zeichnet Tina Noroschadt verantwortlich, für die Fotos Ute Metzger. Mit den beiden Aachener Studenten Michel H. und Dominique D. wollen sie sich morgens am Marktplatzgetroffen haben, und es sei sehr viel los gewesen.1

Die berühmten Aachener Luxemburger

Tina erklärt irgendwann im Verlauf des Artikels, welche berühmten Luxemburger in Aachen waren:

Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren auch zwei bekannte Luxemburger unter den Absolventen dieser Hochschule: Arbedbegründer Emile Mayrisch und sein Vetter Emile Metz.

Oh, das ist aber jemand in die Falle getappt, das ist schlecht recherchiert!

  • Zwar waren die beiden Emils in der Tat Vetter und auch wirklich beide an der RWTH, aber
  • Emile Mayrisch brachte es nicht zum Absolventen, er brach sein Studium ab,
  • und Emile “Petit” Metz brachte zwar das Studium zu Ende, er ist aber kein bekannter Luxemburger. Tina verwechselt ihn wohl mit seinem gleichnamigen Verwandten. vgl. Biographie Nationale Les METZ, la Dynastie du Fer par Jules Mersch. Die Luxemburger Nationalbibliothek hat diese Werk inzwischen online und gratis jedem Internauten zur Verfügung gestellt!

Nun wo ich es lese: Dieses Jahr hatte mich Tinas Interviewpartner Michel H., der Präsident des AVL, mal nach “berühmten Aachenern” gefragt. Ich hatte ihm einige genannt darunter auch die beiden Emils, aber auch auf die Falle hingewiesen! Und statt eines Zeitgenossen wie Ranga Yogeshwar schaffen es nun gerade diese beiden verstaubten Industriellen des 19. JH in den Artikel? Geht der Mangel an Sorgfalt nun auf Michel H. zurück, oder hat Tina nicht richtig zugehört? (von selber recherchiert wollen wir mal gar nicht reden).

Der Bummelstudent

In ersterem Falle wäre das ja vielleicht Michel H.s subtile Rache, der demnach wohl ahnte, dass Tina ihn in die Pfanne hauen würde. So entlockte sie ihm :

Die Prüfungen und das Studium seien nicht immer einfach. “Eigentlich müsste ich jetzt schon im Hauptstudium sein, doch mir fehlt noch eine bestandene Klausur für mein Vordiplom.

Also zunächst einmal ist es ausgesprochen taktlos, einen Studentenfunktionär nach seinem schulischen Leistungen zu fragen. Natürlich verlangsamt sich der Fortschritt im Studium, wenn man wie Michel H. sich sozial engagiert und so auch z.B. als Interviewpartner zur Verfügung steht und es der Revue ermöglicht ihre Spalten zu füllen!

Im Sinne gutem Journalismus wäre es durchaus gewesen, dem Leser die Bedeutung von “eigentlich” zu erläutern, zumindest jenen, die selber nicht an einer deutschen Universität studiert haben. Im 7. Semester und ihm fehlt lediglich nur noch eine Prüfung zum Vordiplom ist in Deutschland noch ein durchaus normaler Wert! Unnormal wäre er nur dann wenn man für die Einschätzung der Studienleistung die völlig unrealistische theoretische Regelstudiendauer zu Grunde legt! Diese irreführende Bezeichnung ist aber ein juristischer, kein akademischer Begriff, Zitat von Wikipedia:


Die Regelstudienzeit unterscheidet sich mitunter deutlich von der durchschnittlichen Studiendauer. So wird zum Beispiel die Regelstudienzeit für den Diplom-Studiengang Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln mit 9 Semestern angegeben – die durchschnittliche Zeit beträgt jedoch 15,8 Semester.

Noch nicht mal 10% der Studenten schaffen ihr Studium überhaupt in der sog. Regelstudienzeit. Aber mit diesen Fakten behelligt Tina den Leser nicht! Nicht mit seinem sozialen Engagement begründet sie die Verlangsamung von Michels Studium, sondern zitiert ihn unverantwortlicherweise weiter:

Andererseits kann ich so auch noch etwas länger das Studentenleben genießen», grinst Michel verschmitzt.

um gleich allen unstudierten Eltern und Personalern ihre Vorurteile weiter zu bestätigen:

Luxemburger Studentenpartys von Freunden im nahe gelegenen Lüttich sind für den angehenden Bauingenieur eine willkommene Abwechslung vom Uni-Alltag.

Aha! Weil er also zu viel feiert und “es sich gut gehen lässt” ist er im Verzug! Das ist ja fast schon Rufmord! Zwar erwähnt der Artikel einen Onkel, der eine Baufirma hätte für die er auch schon gejobbt hat, aber vielleicht muss er sich ja trotzdem mal bei anderen Firmen bewerben, und sei es auch nur für ein Praktikum. Und wie wir leider wissen, lesen auch Personaler viel lieber Klatschgeschichten als Fachliteratur.

Warum macht sie das? Ist es die Retourkutsche dafür, dass Michel sie in den Aachener Dom geschleppt (und dort kluggeschissen) hat:

Die beiden Hochschüler führen uns weiter zum Weltkulturerbe Aachener Dom, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der Besuch dieses Gotteshauses mit seinem imposanten Kuppelbau gehört für Michel (…) zum Pflichtprogramm..

Denn vielleicht ist Tina Noroschadt ja identisch mit der Frau, die im SS 2001 an der Uni Kiel über Walther von der Vogelweide referiert hat und mag an ihre Jugendsünden nicht mehr als unnötig erinnert werden? Über das Mittelalter müsste sie demnach besser Bescheid wissen als über das 19. Jahrhundert. So schreibt sie auch noch:

Schließlich ruhen im Dom die Gebeine von Karl dem Großen, der im 9. Jahrhundert in Aachen seine Residenz errichtete und später hier auch zum römischen Kaiser gekrönt wurde.

Wieder ein Mangel an Präzision, denn der römische Kaiser wurde natürlich nie in Aachen, sondern in Rom gekrönt, auch nicht Karl der Grosse.2

Die tolle Wissenschaftlerin

Deutlich besser als Michel kommt bei Tina die Öslingerin Dominique D. aus Eselborn weg, die Beschreibung ihres studentischen Daseins nimmt gelegentlich schon mal die Züge einer Hagiographie an:

Die 23-Jährige ist begeistert von ihrem Chemiestudium (…) Die hohen Anforderungen im mathematisch-physikalischen Bereich, den Anspruch, viel Faktenwissen in kurzer Zeit aufzunehmen sowie täglich unzählige Stunden im Labor stehend zu arbeiten, hat die junge Studentin mit den braunen Locken3 fast mit Leichtigkeit erfüllt. Das Studium sei ihr eigentlich nie richtig schwer gefallen. «Mein Grundstudium bestand aus vielen Stunden im Labor und danach vielen Stunden Protokollschreiben. Mein Vordiplom habe ich mit 1,7 bestanden», erzählt Dominique, die in Ihrer Freizeit gerne mit den Inline-Skates rund um das Aachener Klinikum düst.

Da es nach Luxemburg nur ein Katzensprung mit dem Auto ist4, fährt die angehende Wissenschaftlerin mit ihrem eigenen Auto oft nach Hause. Dann steht für sie als Mitglied des Musikvereins Clervaux eine Probe und häufig auch ein Auftritt auf dem Programm.5 Die Hornistin spielt auch im RWTH-Orchester.
(…)

Die fürsorgliche Redakteurin quält die Frage “Hatte sie eigentlich gar keine Angst an einer notorischen Männerhochburg wie der RWTH zu studieren?“, was Dominique aber lobenswerterweise mit “Außerdem ist der Anteil von Frauen und Männern in der Chemie fast gleich” zurecht rückt. Die Journalistin weiss wohl nicht, dass die Probleme für Frauen in Männerberufen sich nicht bereits im Studium zeigen, sondern erst bei der Arbeitsplatzsuche und dann im Berufsleben, besonders bei Gehälter- und Karrierefragen. Vermutlich wird Dominique nachher sowieso keine Forscherin bei BASF in Ludwigshafen sondern Chemielehrerin in Wiltz. Denn Dominique mag es ohnehin lieber beschaulich:

An einer Massenuniversität wie in Paris, München oder Berlin wäre sie sich verloren vorgekommen.

Soso: eine Hochschule an der, wie der Artikel an anderer Stelle behauptet 40.000 Studenten eingeschrieben sind, ist keine Massenuniversität? Eine Begriffsverwirrung wohl, vermutlich meinte sie “Groß- oder Weltstadt”.

Unter einem Foto von Dominique mit einer, sicher gestellten Laborszene steht:

Leidenschaft für Chemie: Die Studentin Dominique D. will nach ihrem Auslandssemester an der RWTH promovieren.

.
Was für eine klasse Frau! Der Artikel führt allerdings nicht aus, dass wegen der hohen Arbeitslosenquote bei Absolventen in dem Fach, die Promotion in Chemie inzwischen allgemein üblich ist und somit nur noch eine vergleichbare Leistung darstellt wie das schlichte Diplom in einem Ingenieurfach.

Es sieht für mich so aus, dass der Präsident der Autorin einfach unsympathisch war, derweil sie zur Geschlechtsgenossin eine überspriessende Klein-Mädchensolidarität entwickelte, als ob sie zusammen aufs Klo gingen! Wo ist das die kritische, journalistische Distanz? Einen Gefallen tut sie keinem der beiden, denn als Streberin dargestellt zu werden, kann den Ruf und die Karriereaussichten eines jungen Menschen genauso schädigen, wie die Unterstellung nicht ernsthaft genug beim Studieren zu sein. Selbst wenn sie nur zwischen den Zeilen zu finden ist.

Radfahren in Aachen

nach der Vorlesung, 1988


Am meisten verduzt hat mich aber, welch erstaunliche Beobachtung Tina und Ute in Bezug auf die Fahrräder machten:

Anders als in anderen Universitätsstädten trifft man in der Stadt auf ungewohnt wenig studentische Drahtesel. Kein Wunder, wegen der nahe gelegenen Eifel ist das Radfahren hier eine äusserst hügelige Angelegenheit. Auch Michel musste das feststellen und fährt seitdem lieber mit dem Bus zur Uni.

Und das auch noch in Blockschrift hervorgehoben!!? Oha! Also ich merke, ich bin wohl schon lange nicht mehr in Aachen gewesen! Zumindest zu meiner Zeit (siehe das Foto von 1988) war das Rad auch in Aachen DAS studentische Verkehrsmittel per Excellence. Ok, für uns war der Bustransport auch noch nicht gratis.

Dann muss man klarstellen, dass Aachen selbstverständlich hügeliger ist als eine Stadt wie Köln oder Karlsruhe am Rhein, oder Kiel an der Ostsee, aber keineswegs hügeliger als Esch-, Pétange oder Lintgen und erst recht nicht bergiger als Luxemburg-Stadt, wo ja inzwischen auch viele Radfahrer unterwegs sind.

Ob sie sich da nicht verkuckt hat? Welche anderen Städte hat sie im Sinn, wo hat Tina studiert? Zu meiner Zeit hiess es immer “In ganz NRW gibt es nur in Münster noch mehr Kirchen und Fahrräder als in Aachen“. Was wohl der ADFC Aachen dazu sagen würde wenn er das liest? Vielleicht nur, man sollte eine Recherche über eine Universitätsstadt ja auch nicht in der vorlesungsfreien Zeit machen!

  1. Es muss also an einem Donnerstag gewesen sein, dann ist am Markt auch wirklich Markt. []
  2. in Aachen wurden dagegen die deutschen Könige gekrönt []
  3. wie romantisch []
  4. richtig: nach Eselborn! so um die 80 km. In einen Ort tiefer im Süden des Landes ist es deutlich weiter! []
  5. Bei einem Mann hätte man bestimmt gemutmasst, er führe heim weil seine Mutter die Wäsche macht! []

Vorträge des AGV im WS 2008/09

Der Aachener Geschichtsverein hat auch in diesem WS wieder interessante Vorträge. Es ist allerdings fraglich dass ich daran teilnehme, denn Aachen ist doch nicht mehr gerade um die Ecke für mich…
Vorträge im Winterhalbjahr

2008/2009

24. Okt. 2008 Dr. Peter Dohms (Meerbusch)

Die Studentenbewegung an den nordrheinwestfälischen Hochschulen

(,68er Bewegung”)

28. Nov. 2008 Prof. Dr. Norbert Jers (Aachen)

Kirchenmusik am Beginn der NS-Diktatur.

- Eine Blütezeit in Aachen um 1934

09.Jan. 2009 Univ.-Prof. Dr. Bernd Schütte (Jena)

Karlsbilder in der hochmittelalterlichen Geschichtsschreibung

06. Febr. 2009 Dr. Beate Althammer (Trier)

Eine Stadt vor Gericht.

Der Prozess gegen die Teilnehmer an den Aachener Unruhen vom 30. August 1830

27. Febr. 2009 Dr. Gereon Schäfer (Aachen)
Medizin im Dritten Reich am Beispiel Aachens

Änderungen vorbehalten!
Ort der Veranstaltungen:

Aula des Städtischen Gymnasiums St. Leonhard (gegenüber dem Parkhaus in der Jesuitenstraße)

.
Beginn der Vortrüge: 19:00 Uhr (s.t.)

Vor allem der Vortrag über die 68er würde mich brennend interessieren.

Ein Ausflug ins hohe Venn

Am ersten Tag (26.7): Radfahren im Venn. Die Belgier haben hier ein vorbildliches System zur Wegausschilderung mittels Punkten. Fast unmöglich sich zu verlieren. Es gab ein Gewitter mit Blitzen die direkt über unseren Köpfen sich entluden. Wir wurden sehr nass. War dennoch schön. Abends, Essen in der “alten Stadtwache” in Monschau. Lecker. Übernachtung in Jugendherberge Monschau

am zweiten Tag: geführte Wanderung durch Venn

Egon Zander (1902 – 1997) und die Rheinromantik

Vor zehn Jahren starb Egon Zander. Er stand mit mir in den Jahren 1992-1996 in Briefverkehr und half so maßgeblich mit bei der Erstellung der Festschrift Rull de Waak zum 100. Bestehen des AV d’Letzeburger. Durch seine nüchterne, die Studentenzeit nicht verklärende Art, war er ein sehr wertvoller Zeitzeuge.

Kurzbiographie

Egon Zander stammte aus Luxemburg Stadt, seine Eltern betrieben dort eine Epicerie. Er besuchte das Athenäeum und war Klassenkamerad von Batty Esch. Wie dieser fühlte er sich dem katholischem Studentenmilieu zugehörig und trat später dem Akademikerverein (heute ALUC) bei.

Egon als Täufer

Egon als Täufer


In Aachen studierte er dann von 1923 bis 1932 Hüttenkunde und engagierte sich auch stark im AV d’Letzeburger, wo er mehrmals Vorstandsposten übernahm. Sein Biername war “Tipp“, der ihm auf der Taufe verliehen worden war. Sein Studium musste er immer wieder unterbrechen, um im elterlichen Betrieb auszuhelfen. Nach seinem Diplom arbeitete er als Ingenieur im Stahlwerk von ARBED Beval.

Aber Egon half nicht nur beim Erstellen der Festschrift, in jüngeren Jahren griff er auch selber zur Feder. Der nachstehende Artikel erschien im Annuaire des Akademikervereins 1929. Egon lässt hier seinen gesamten Kulturpessimismus zu Worte kommen, über den er Jahrzehnte später erschrickt und mit den Worten “Mein Gott, war ich damals bissig.” quittiert.

Rheinromantik,

eine exklusive Jupiterlampen-Angelegenheit.
Skizze von Egon Zander.

Willst du Rheinromantik? Hier das Rezept. Benutze nicht den veralteten Baedeker, kaufe dir das neueste Kriminalmagazin (herausgegeben von Edgar Wallace, dem theoretischen Verbrecherkönig), studiere eifrig “Wie lerne ich kriminalistisch denken”, verweile recht lange bei dem Kapitel “Indizienbeweise” (eine gute Parodie hierüber: Fall Rigaudin oder Halsmannprozeß) und begib dich dann an Ort und Stelle (in diesem Falle selbstverständlich: der Rhein), um die Rheinromantik in flagranti zu erwischen.

Persil bleibt PersilSo ich, Es kostet ein gutes Stück Mühe, bis man die vielen Irrtümer ausgemistet hat, die einem durch das Lesen von aufgebauschten Artikeln und Rheinbeschreibungen im Hirnkasten herumspuken. Aber schließlich gelang es mir doch die mit Reklamen über und über bedeckte Litfassäule mit Papa Rhein zu identifizieren. Vulkanausbrüche von Farben, das Unerdenklichste ausplappernd; das Anpreisen eines dem Gummiknüppel zum Verwechseln ähnlichen Unterhaltungsspieles, Punktroller genannt; die Bekräftigung der alten Formel, daß Persil Persil bleibt; das Hinweisen auf das neue Pflaster zur Pianissimo -Behandlung der Hühneraugenklaviatur, Reklamen für Zigaretten, Champagnermarken, Korsetts, das Niederwalddenkmal, ganz bestimmt das Produkt einer an Größenwahnsinn ernstlich erkrankten Sekte (gehen Sie mir weg mit dem Märchen, das hätte einer allein ausgeklügelt), eine künstlerische Katastrophe, die man durch Unterlegen von etwas Dynamit schmerzlos in eine künstliche überführen sollte. Gasthöfe und Weinschenken, Garagen und Tankstellen schreien in grellen Farben, alles unter dem Motto: Strömt herbei ihre Völkerscharen, Nun, das hatte 1918 seine Wirkung nicht verfehlt. Aus allen Gegenden, sogar aus dem Chewinggumlande und aus dem dunklen Erdteil (so genannt wegen der schwarzen Hautfarbe seiner Einwohner) waren sie gekommen, allerdings statt Touristenstock, Lodenmantel und Rucksack … Gewehr, Kakiuniform und Tornister mit sich führend. Man hatte eben keine Zeit gehabt die Garderobe zu wechseln, die man beim Kriegspielen in Frankreich trug; sie bürgerte sich am Rhein auch schnell ein und wurde die führende Mode. Diese an den Rhein so urplötzlich Gekommenen bildeten sich zu Dauergästen aus, weil es ihnen anscheinend gut gefiel, und ganz begeisterte Naturschwärmer, über die Frankreich in Massen verfügt, waren nur mit Mühe und Not von der Idee abzubringen, das Rheinland als Weekend-Eldorado für französische Kleinrentner einzurichten.

Nun haben wir die Reklamen und Randbemerkungen gelesen, wobei aber darauf hingewiesen werden muß, daß ich das nicht so ruhig wie Sie tun konnte, denn hier an der Litfassäule ist die donnernde Hölle mit leibhaftigen Autoteufeln.

Das Niederwalddenkmal

Das Niederwalddenkmal


An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rate dir gut! Wenigstens nicht zu Fuß, denn es bestehen große Aussichten, daß du dir mal ein Auto aus der Froschperspektive ansehen müsstest. Das ist recht unangenehm Du kugelst dich im Dreck, die Brille springt entzwei (vorausgesetzt, daß du eine solche trägst), dein Anzug wird besudelt. und so nebenbei erheischt die Umformung deines Körpers auch noch ein Transportmittel, entweder durch Roteskreuzfähnchen gekennzeichnet oder pietätvoll schwarz angestrichen. Manche und es dürfte die Mehrzahl sein, benutzen beide Transportmittel, zwar nacheinander, so in zweitägigem Abstand, nach einer wohltuenden ärztlichen Behandlung. In der Tat, es ist lebensgefährlich. Denn zu beiden Seiten des Rheins hat man Autostraßen angelegt, tadellos, kerzengrade, ein ideales Betätigungsfeld für Kilometerfresser und radikale Anhänger der Ellenbogen-, in diesem Falle Schutzblechfreiheit. Das Schutzblech, eine furchtbare Waffe, die, auf ihrem lammfrohen Namen fußend, Anspruch erhebt, in die Kategorie der Schutzmittel einverleibt zu werden, die aber dazu ganz und gar keine Berechtigung hat, aus der einfachen Ursache, weil sie wie dazu geschaffen ist, sich dem harmlosen Fußgänger einzuverleiben und das mit sprichwörtlicher Gründlichkeit und etlichen Pferdestärken und Zylindern (gemeint sind hier Autozylinder, nicht die bei Begräbnissen übliche Kopfbedeckung, ein Irrtum, der dem Leser leicht unterlaufen könnte).

Darum raus aus dem Bereiche des Todes, (frei nach Karl May), raus aus der mit Öl und Benzin gesättigten Luft, runter von der Rennbahn. Mein Rettungsring (in der Not ergreift man eben, was grade dahergeschwommen kommt) war eine Diele, (kommt mit dem Wort “Garage” immer zusammen vor, die beide unter dem geläufigerer Sammelnamen “Tankstelle” besser bekannt sein dürften, übrigens Diele mit Artikel verbunden “Die-Die-le”, eine Redewendung, die Stotterern ganz besonders sympathisch sein müsste.) Vorn im Eingang schälten sich grade ein paar Kraftwagenfahrer (um nicht immer Auto zu sagen) aus ihren Lederetuis; nach vollbrachter Ausschirrung waren sie genötigt, besagte lederne Garderobe in der Garderobe abzugeben, weil man erstens in der deutschen Sprache für diese zwei grundverschiedenen Dinge nur eine Bezeichnung hat (und noch keine deutsche) und zweitens, weil gerade die dabei zu entrichtende Gebühr eine hübsche Nebeneinnahme, in rassereinen Nepplokalen sogar eine Haupteinnahme ausmacht und das Geschäft über Wasser hält, was bei den so nahe am Rhein gelegenen Etablissements ganz beruhigend auf die des Schwimmens Unkundigen wirkt. Nun, ich tat, wie ein drohendes Schild mir befahl, legte Mantel und Hut ab und gelangte in einen mit Pariser Parfums durchsetzten und von Rheinländern besetzten Saal, wo ich mich in einem Clubsessel verstaute. Obschon es noch früh am Nachmittage war, hatte man die Fenster mit zentnerschweren Vorhängen verhangen. Die Aussicht auf den Rhein wirke zu störend und außerdem sei Deckenbeleuchtung dem mit allen Schikanen zurechtgeschusterten Teint der Damen weitaus bekömmlicher als grelles Sonnenlicht.

O Rheinromantik wo bist du?
Eine aufgeregte Jazzmusik huddelte etwas vom Nil, ein Neger schlug sich auf sein breites Maul, ab und zu exotische Laute ausstoßend, und rund um dieses Podium des Schreckens und der Disharmonie gestikulierten mit Armen und Beinen die Rheintöchter, das Ganze Fünf-Uhr-Tee darstellend (die Uhr schlug eben 1/24 und Tee war nicht aufzutreiben). O holde Rheinmägdelein mit blondem Haar und blauen Augen, wer gab euch die Idee, Haartinktur zu benutzen, von wem erlerntet ihr – allerdings schlecht – die Kunst, den Lippen- und Augenstift zu führen, wer lehrte euch das Zigarettenrauchen, das blasierte Indieweltgucken, das Hochschürzen der Lippen? Was wallest du stumm durch die Berge, o Rhein? Na, da soll man nicht sprachlos werden!

Ich war offenbar an eine falsche Romantikquelle geraten, mein Rettungsring erwies sich als brüchig und zog Wasser. “Herr Ober, zahlen!”

Und da wiederholte sich die bekannte Geschichte vom Schiffer, der angesichts der Lorelei langsam in den Fluten des Rheins versank, in dem ich angesichts der hohen Rechnung – im Gegensatz zu besagtem Schiffer aber ziemlich rasch – in den Konturen des Clubsessels absackte. Nun, Ober sind außer Herren (Herr Ober!) Allerweltskerle, die auf alles gefaßt sind. So auch hier, Im Nu hatte er den Schwerpunkt der Situation erkannt, nämlich meine Silbermarken, die er mir blitzschnell abnahm und dadurch mich wesentlich erleichterte, was mir ein Wiederauftauchen an die Oberfläche gestattete.

Ausgang, “Ist die Tanzmusik erstklassig?” frug mich ein mit Pelzmantel und Brillanten behafteter “starker” Herr (dicker Herr paßte eigentlich besser, aber das Wörtchen “dick” ist neuerdings in besseren Kreisen verpönt), der grade im Begriffe stand oder, richtiger: saß, sich mit vieler Mühe aus einer Limousine zu laden … Er halte nämlich auf gute Musik, und, falls das hier nicht der Fall, sei die unternommene Reise zum Rhein zwecklos; er bewohne ein Landgut und höre allda durch Radio Jazzmusik, aber leider viel zu wenig, weil über die Hälfte der Zeit mit Vorträgen verplempert wurde; übrigens ein schöner Unsinn, diese Vorträge, die doch nur dazu da seien, das gemeine Volk aufzuklären, also eine direkte Schärfung des Verstandes bewerkstelligten, und er sähe nicht ein, zu was die deutschen Bürger Verstand benötigten. “Das ist eben die Quintessenz (beliebter Stammtischausdruck) allen Übels in Deutschland,” fuhr er fort (und hatte das Ausladen seiner Person noch nicht zu einem glücklichen Ende geführt), weil die Menschen langsam Verstand angenommen haben und nicht mehr hübsch brav in der Herde mittraben wollen, wie das zur glorreichen Regierungszeit Seiner augenblicklich in Holland zur Erholung weilenden Majestät an der Tagesordnung war.” Ich brauchte nicht zu antworten auf diese bandwurmlangen Satzgebilde, denn die aufgehende Saaltüre und das dadurch hörbare Musikgepolter hatten ihn zum Bleiben bestimmt.

Eine durch ein mittelalterliches Aushängeschild (werden heute auf Bestellung antiquarisch angefertigt) gekennzeichnete Weinstube mit “anschließender” Rheinterrasse und herrlicher Aussicht präsentierte sich so einladend, daß ich kurzerhand hineinging und -fiel, Ich setzte mich verstohlen in eine einsame Ecke und gab mir redlich Mühe, Rheinstimmung zu genießen, indem ich gedankenlos über die Wellen hinträumte (Stimmung ist bekanntlich der Zustand, wo der Mensch nicht mehr denkt. wenigstens nicht normal), wohlweislich den von einer Lebensversicherung am andern Ufer errichteten und herüber grinsenden Knochenmann aus meinem Gesichtskreis verbannend.

Da entstand plötzlich ein Lärm, als ob die Mauer einer Talsperre zusammengeklappt wäre und die Wassermassen sich talwärts wälzten. Zuerst strömten durch die Flügeltüren Gerinnsel von Menschenhäufchen, und dann ergoß sich ein Strom, auf die Terrasse, der alle Tische überflutete . . . Ein Gesangverein auf Sonntagsbillet. Nachdem Regenschirme und Aktenmappen (in ihnen wird, Akten ausgenommen, alles transportiert Lebensmittel, alte Schuhe, schmutzige Wäsche usw,) möglichst geräuschvoll abgelegt waren und die durstigen Kehlen (es war die 27. Station) mit der auf der Getränkekarte als Wein bezeichneten Flüssigkeit angefeuchtet waren, begann man das bei den in dieser Gegend herumvagabundierenden Gesangvereinen so beliebte rheinische Frage- und Antwortspiel, das

Aufschluß über diese Menschensorte gibt. Geistig unterernährt, das bestärken die dummen Fragen, und offenherzig, weil diese Fragen laut gesungen werden. (lies: gebrüllt, trompetet, posaunt, gehustet, gegurgelt.) Ad eins, “Warum ist es am Rhein so schön?” Das fragt man so anhaltend, so bittend, so wissensdurstig, man wiederholt die Frage, einmal, zweimal, dreimal, dreht sie herum, versucht ihr von einer andern Seite näherzukommen, ändert den Tonfall, vielleicht daß sie so verständlicher wird. Ist denn kein Oberstudienrat (auf hohen Titel wird gehalten, Nebensache wie hoch Gehalt betitelt) vorrätig, der diesen Leutchen aus der Patsche helfen könnte!

Zweite Frage. “Was ist Wein?” Diese Frage muß man vorsichtig beantworten, kann überhaupt frühestens am nächsten Tage beantwortet werden, wenn Kopf und Magen die Analyse gemacht haben, denn die Zunge läßt sich von den modernen Weinfabrikanten überlisten. Aber- diese sangeslustigen (tief Atem holen) Gehstduhintermichträger, auf deutsch Cut-träger (nähere Beschreibung in Modejournal unter: Nationalanzug) scheinen schon besser vorbereitet zu sein, denn sie finden verblüffend schnell die Antwort, “Was ist Wein? – Sonnenschein,” War eigentlich überflüssig (einige waren schon am überfließen), denn das sah man auf den ersten Blick, daß alle einen gehörigen Sonnenstich erwischt hatten.

Hier war statt Rheinromantik die Hochblüte des mit Vorhemdchen und Röllchen umgürteten Spießbürgertums.

Die Dämmerung fiel ein; ich verließ diesen in Zigarrenrauch und süßsäuerlichem Duft eingebetteten Menschenknäuel, der das Fehlen an individueller Originalität durch gemeinsame Gesangübungen ersetzte und sich “künstlich über die Mühsalen des Alltags hinwegtäuschte”.

“Endlich allein,” hatte ich noch grade Zeit zu denken, da stand ich schon mitten unter einem mit Wildwestern und nackten Knien bekleideten Völkchen, das sich schlechthin Pfadfinder schimpft. Wenn man nur einen Augenblick an das polizeilich streng geregelte Deutschland denkt, wenn man bedenkt, wie auch der kleinste Weg durch riesengroße Warnungstafeln zum Betreten erlaubt oder verboten ist, so sieht man schnell ein, auf welchem Misthaufen von Logik die Bezeichnung “Pfadfinder” ihren Ursprung nahm. Was da für Pfade gefunden werden sollen, ist mir rätselhaft.

“Das ist auch Nebensache,” ließ ich mir vom Anführer (mit Klempnerladen auf der Brust) sagen, “Wir gehören der Jugendbewegung an, darum bewegen wir uns, marschieren wir, nichts wie marschieren, und, damit keiner sich daraus ein Vergnügen macht, tragen wir zentnerschwere Last, wie da sind Trompeten, Spaten, Fahnenstöcke, Kochgeschirre, Zeltbahnen, kurz alles was man zu einem Sonntagnachmittagsspaziergang benötigt, Wir zählen Kilometersteine, wir zählen die vorbeirasenden Autos, im Übrigen vermeiden wir jede geistige Anstrengung (statutengemäß), weil das Minimum an räsonnierendem Geist den Wert des vorbildlichen Soldaten ausmacht, das zu werden unser aller höchstes Ziel ist.” Man kann der Jugend nicht übelnehmen, daß sie Krieg spielt, während die Väter (Hugenberg wollen wir stillschweigen übergehen) sich redlich abmühen mittels Zerstäubern (ausrangierte Fly-tox-Tuben tun hier schon gute Dienste) ein bischen Locarnogeist in die mit Säbelgerassel verpestete Luft zu spritzen.

Die Heimfahrt. Ein Schreien, ein Schimpfen, ein Drängen. ein Zwängen, ein Kampf schlimmer als vor Verdun (der Leser möge verzeihen, es fiel mir nichts Passenderes ein) um ein armseliges Plätzchen. Der Zug setzte sich in Bewegung. Der Augenblick war gekommen, wo die mit Rheinromantik gespickte_ Herzen überflossen, wo grandios Erlebtes die Zungen löste, und so erzählte man, daß das Wetter besser gewesen, als man anfänglich gedacht; daß man nur zwei Autounfälle gesehen. allerdings einen ziemlich schweren, denn es gab 2 Tote und viele Scherben; daß man beim Weintraubenstehlen beinahe erwischt worden sei; daß man stundenlang einem Faltboot zugesehen habe und minütlich das Kentern erwartet habe, aber was meinen Sie wohl, man sei gefoppt worden, es ging nicht unter und wollte nicht untergehen, eine direkte Bauernfängerei eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, sieht so zerbrechlich, so unstabil aus und steht ganz fest, ja viel fester als die Wacht am Rhein!

Wo blieb die Rheinromantik?

Der Zug hielt. Voll Ärger über den verlorenen Tag und die Einsicht, daß mir das Zeug zum Detektiv vollständig fehl, ging ich ins Kino, Und da fand ich, was ich so schmerzlich gesucht. Rheinfilm mit romantischen Städtchen, goldigen Weinbergen, holden, sonnigen Mädchen, übermütigen Studenten. Die Leinwand, unterstützt von passender Musik, schüttete fuderweise Rheinromantik auf mich. Das alles für 1,50 RM.! Was Jupiterlampen und Regisseure nicht alles fertig bringen! Ohne sie keine Natur, keine Rheinstimmung mehr. Darum mein Sohn, beherzige den Rat: Zieh nicht an den Rhein, sondern ins Kino.

P.S. Es wäre vielleicht nett, wenn man alles durch die beschönigende Filmapparatlinse sehen könnte, aber ich glaube, dann würde viel, viel weniger gelacht.

Kommentar zu diesem Text.

Egon Zander

Egon Zander


Zufällig habe ich ihn 1993 entdeckt. Mir stach der Name Egon Zander sofort ins Auge, denn so häufig ist der Name in dieser Schreibweise in Luxemburg nicht. Auch kommt Egon als Vorname in Luxemburg nicht besonders oft vor. Also sandte ihm eine Kopie, worüber er sehr erfreut war, und stellte einige Fragen zu dem Text. Denn vieles war für den Studenten von 1993 nicht ohne weiteres zu verstehen. Wohl aber war mir aufgefallen, dass zuvor Lambert Schaus, der spätere Minister, einen, die Rheinromantik feierenden Artikel in der selben Studentenzeitschrift veröffentlicht hatte, und so vermutete ich, Egons Text könnte eine Parodie darauf darstellen. Dem war wohl auch so, allerdings schrieb Egon seine Erwiderung offenbar sogar auf dessen Anregung.

Er schickte mir folgenden Brief zurück:

Luxembourg, 18.12.1993

Lieber Catweazle !

Vielen Dank für Deinen Brief. Die Kopie meiner Skizze “Rheinromantik” hat mich besonders gefreut, da Manuskript und Akademia im Mai 1940 verloren gingen. Das deutsche Militär hatte gründlich in meinen Papieren geräumt. Uebrigens konnte ich mich nicht mehr an viele Einzelheiten erinnern. Mein Gott, war ich damals bissig.

Deine Vermutung betreff Verhältnis zwischen Lambert Schaus und mir stimmt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich war mit ihm gut befreundet, und er war es der die Veröffentlichung besagter Skizze in der Akademia bewirkte.

Was meine politische Einstellung betraf, so muss ich eingestehen, dass ich während meiner Studienzeit keine hatte. Es wurde nie in AACHEN politische Diskussionen zwischen Luxemburger Studenten geführt und auch nicht zwischen mir und deutschen Kommilitonen. Letzteres nicht aus Vorsicht, sondern wegen Interesselosigkeit. Durch den Sport, den ich auf der Hochschule betrieben habe lernte ich viele deutsche Studenten auch aus schlagenden Verbindungen kennen, zu denen ich stets, in gutem Einvernehmen war.

Das Schicksal von Batty Esch ist besonders tragisch. Klassenkamerad von mir im Athenäum war er ziemlich kompromisslos, was er auch bewies als er, von der Verhaftung seines Direktors Origer erfuhr, sich spontan der Gestapo stellte.
Nun zu Deinen Fragen:

Punktroller,

eine Art Nudelwalker mit punktförmigem Gummi überzogen, diente den Spiessbürgern zur Eigenmassage ihres Wanstes.

Niederwalddenkmal,

Der Bergrücken zwischen Rüdesheim und Assmannshausen heisst Niederwald. Dort wurde das Denkmal in Erinnerung von 1870/71 errichtet. Es stellt eine 10 Meter hohe Germania dar, flankiert von zwei Reichsadlern und etlichen Reliefs.

Fünfuhrtee,

Kopie vom englischen Five O’Clock Tea. Zu dieser Stunde traf sich die Jugend um das Tanzbein zu schwingen. Das war auch in Luxemburg der Fall und zwar im Majestic (Place d’Armes), Hotel de Cologne (heute Alima-Bourse) und Restaurant Schulz in der Rue des Capucins.

Der Name Zander:

Der Name Zander ist in der ganzen Welt Verbreitet, sogar im Süsswasser. In Schweden wurde von einem Doktor Zander Apparate für Widerstands= Gymnastik (?) eingeführt.
Vor geraumer Zeit habe ich einen Artikel im Luxemburger Wort gelesen, der sich mit den Bürgern der Stadt Luxemburg im siebzehnten oder achtzehntem Jahrhundert befasste. Darin ging Rede von einem Zander, der ein Wohltäter der Stadt war.

Ich hatte einen Bruder, der mit 15 Jahren Opfer der 1912 grassierenden spanischen Grippe wurde. Meine Vetter sind alle verstorben.

Verwandte mit Namen Zander habe ich ausser meiner Tochter, die Verheiratet ist, keine weder in Luxemburg noch im Ausland.

Nun Bleibt mir noch ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neujahr zu wünschen, Dir und Deinen Kommilitonen.

WP Plugin fürs Login

Heute gefunden: Der amerikanische Programmierer, Netzwerktechniker … James Kelly hat ein sehr brauchbares WordPress Plugin geschrieben: Themed Login Plugin.

Es erlaubt, in erster Linie das Aussehen des Login Schirms an das eigene Layout (engl. Theme) anzupassen. Auf wiesel.lu werde ich das zwar nicht einsetzen: Ausser mir selber wird sich hier wohl nie jemand einloggen, mich stört das Standardfenster nicht weiter. Doch für die ebenfalls unter WordPress laufende Webseite der alten Aachener aachen.lu ist es nahezu ideal:

  • Aachen.lu hat viele Nutzer. Im Prinzip kann jedes Mitglied dieses Vereins sich dort registrieren lassen, und wenn es von mir identifiziert wurde, erhält es Einsicht in die von uns über ihn gepeicherten Daten
  • Die meisten Mitglieder der Amicale werden das Login nicht dazu nutzen, eigene Beiträge zu verfassen, sondern wollen sich nur identifizieren. Es war daher bislang unnötig und verwirrend, dass sich der Kollege nach erfolgreichem Login auf dem Dashboard wieder fand, wo nur Sachen standen, die ihn gar nicht interessieren. James Kelly’s Plugin, erlaubt die Redirect Seite nach dem Login frei festzulegen!
  • Super ist auch, dass das Plugin den sog. Core-Code von WP nicht antastet

Joseph Bech


Den “Cercle Joseph Bech” ursprünglich een geheimniskrämerischen, elitäre Clibb’chen rondrëm de Fränk Engel (Gehier) , den Patrick Santer (Frontmann) an de Mark Rauchs1 innerhalb vun der CSJ, huet elo séngem Namensgeber een kléngt Denkmal gesaat, an een “Mélanges” genannten Bichelchen mat méi oder manner selwer geschriwene Beiträg iwert den Joseph Bech publizéiert.

Als historisch interesséierte Mensch, ass mir daat héich wëllkomm, an ëch hunn mir och schon een Exemplär komme loost, an och schon ugefaangen mat liesen.

D’Figur vum Joseph Bech ass zu Letzebuerg ëmstridden, wéi kaum eng aner historisch Perséinlichkeet aus eiser Politik. Séng politisch Karrière fällt, wie déi vun villen Leit, obwuel sie eigentlich ongebrach ass, däitlich an zwee Deeler:

  1. Den nom Krich an der CSV,
  2. an den virum Krich mat der Rechtspartei.

Während Konservativer am léiwsten just vun dem erfollegräichen Aussenpolitiker schwëtzen, deen die europäisch Communautéit matbegrënnt huet a mat dem Karlspräis 1960 vun der Staadt Oochen (een weideren Punkt den mäin spezifischt Interesse fir den Mann begrënnt) geéiert guff, erënneren sëch, politisch éischter lënk Kreesser, wéi d’Gewerkschaften (dozou zielen och Deeler vun der CSV) virun allem un säin autoritären Charakter, den 1937 an engem Projet de Loi gegipfelt haat, fir

  1. die kommunistisch Partei ze verbidden, an
  2. Presse- a Meenungsfräiheet ze beschränken

Des Tentative wor allerdings duerch een knappen Referendum gestoppt ginn. Dest Resultat haat eng politisch Kriis ausgeléist, an deer hierem Gefolleg, den J.Bech huet missen zréck trieden.

Ménger Meenung no schätzt den Cercle Joseph Bech un hierem selwer gewielten Patroun vir un allem, dass hien Konservativen wor, ouni sëch op d’kathoulisch Kirch, nach op d’kathoulisch Gewerkschaft ze stäipen, die zwee traditionell Pillier’en vun der CSV. Bei béiden kommen die neoliberal Usichten nit besonnësch gudd un, wëllesch d’Memberen vum Cercle sëch ugeegent hunn, ursprünglich wuel fir sëch göint iwer dem Übervater Jean-Claude Juncker ze profiléieren.

Bestellen kann een d’ Mélanges Joseph Bech, bei Mark’s Consulting vum Marc Rauchs fir 15 Euro.

D’Nationalbibliothéik féiert d’Mélanges ënnert “Histoire générale” a get folgend Beschreiwung:

mélanges présentés à l’occasion du 30e anniversaire du décès du père fondateur de l’Europe / [réd.: Jacques Santer, Charles-Ferdinand Nothomb, Lucien Thiel, Serge Sandt, Steff Schaeler, Frank Engel, Patrick Birden, Patrick Santer, Gaston Thorn, Jean Spautz, Betty Bech]. – Bertrange : Ed. Codex, 2005 (Luxembourg : Impr. Saint-Paul). – 167 p. : ill. ; 19 cm
(Publications du Cercle Joseph Bech)
ISBN 2-9599676-0-7

  1. Beis Zongen behaapten, sie wieren am Ufang souguer sou grausam gewiecht, een gudden perséinliche Kolleg vun hinnen nit matspillen ze loossen, wëll hien hinnen “net intellektuell genuch” gewiecht sollt sinn. Gerüchter, Gerüchter! []