Mit dem Fahrrad auf den Kirchberg

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Zum Themenkomplex “Wie ich komme ich nun ohne Auto zur Arbeit” hatte ich bereits im Dezember und vor ein paar Tagen geschildert, dass ich seit dem 10. Dezember nicht mehr von der Linie 118 bis in die Nähe meiner Arbeitsstelle gebracht werde, sondern mindestens einmal, in der Regel aber mehrmals umsteigen muss. Da die Tram erst ab dem Kirchberg bestiegen werden kann, muss ich mit dem Bus einen relativ großen Umweg fahren und zwar bis zum nicht mehr vorhandenen “Centre Hamilius”, bzw. am Boulevard Royal oder “virun der Post” wie die Luxemburger sagen. Dort muss ich ggf. umsteigen, und der Bus schleicht dann den Boulevard Royal und die ebenfalls stark befahrene Avenue de la Porte Neuve hoch, hält an der Fondation Pescatore, um dann erst die rote Brücke zu queren.


Ein viel direkterer Weg wäre, ab der Place de l’étoile gleich zum Pont Grand-Duchesse Charlotte zu fahren, nur in der Richtung zirkuliert kein Bus. Ein naheliegender Gedanke ist der, diese Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen und den wollte ich gleich im Dezember umsetzen.

Mit dem Veloh zum Kirchberg

Ich stieg also an der “Charlys Gare aus”, und lieh mir dort ein Veloh, fuhr durch den Park und querte die Brücke, drückte die Ampel für den Fußgängerüberweg und sah schon die Tram. Läuft wie geschmiert, dachte ich. Querte noch die Straße und dann erst bemerkte ich die Katastrophe! Obwohl so viel damit geworben wurde, dass die neue Station “Rout Bréck/Pfaffental” nicht nur mittels einer Seilbahn die Verbindung zu einem neu angelegten CFL Bahnhof im Pfaffental herstellen, sondern auch die Anbindung für den Radverkehr sicherstellen würde:

An dieser wichtigen Stelle sind gar keine Veloh Säulen!


Ich wurde das Rad also nicht los, Das haben die Planer wieder nicht vorgesehen! Ich fand es schon immer ärgerlich, dass die Veloh Stationen immer so weit von den Bushaltestellen weg angelegt wurden, einfach da wo Platz war ohne auf den Bedarf zu achten, aber jetzt fand ich mich echt angeschissen. Ich vermute dass, weil der Vertrag mit Veloh gerade neu ausgeschrieben wurde, und z.B. das Ersetzen der aktuellen Räder durch E-Bikes vorgesehen ist, die Bereitschaft hier Veloh Säulen einzurichten einfach nicht gegeben war. Ich traue ihnen aber auch zu, dass es vergessen wurde zu bedenken.

Ich musste wieder zurück auf die andere Straßenseite, und dort bis oberhalb der Konzerthalle fahren, bevor ich das Veloh loswurde. Dann stellte ich fest, dass der nächste Fußgängerüberweg mich keineswegs an die Tramhaltestelle geleitet, welche den Ort an dem ich mich gerade befand im Namen führt (Philharmonie/Mudamm), sondern dass ich mich zwischen zwei Haltestellen befand. Und auf der Seite des Bahnsteiges wo ich einsteigen wollte, war gar kein Fußgängerweg, sondern nur die Fahrradpiste oder die noch anzupflanzende Wiese. Außerdem war es dunkel. Zurück oder zur nächsten Haltestelle vorgehen?
Ich entschied mich, weil tiefster Winter und daher der Radverkehr nicht all zu dicht war, auf dem Radweg zu der nächsten Haltestelle vorzugehen, ein künftiges Problem der Radfahrer vorausahnend. Denn der Mensch ist faul, er macht nicht gerne Umwege. Niemand der in Zukunft sich in dieser Situation befindet, wird zweimal die Gleise queren um zur nächsten Station zu kommen! Sie werden alle lieber einen Zusammenstoß mit dem Radler riskieren als einen mit der Tram, sie sind ja nicht lebensmüde.
Inzwischen habe ich die Operation noch mal durchgeführt, aber es ist wirklich sehr unbequem. Wenn ich das nächste Mal für die Veloh-Variante optiere, dann nehme ich das Teil einfach mit in die Tram und gebe es am Auchan (Station Aloyse Weicker) ab.

Mit dem eigenen Fahrrad in die M-Box

Als das Wetter wieder besser wurde nahm ich mir an einen Freitag Nachmittag frei und probierte die Variante mit eigenem Fahrrad mal aus. Den Weg von der Rue des Primeurs zur Place de Etoile beschreibe ich jetzt nicht, obwohl der wegen der Grossbaustelle zur Zeit auch ganz interessant ist Und leider auch ziemlich gefährlich, denn die Verkehrsführung von Pont & Chaussées berücksichtigt den Radverkehr fast gar nicht, oder überlässt man das den Bauarbeitern? Von Zeit zu Zeit wird der Radstreifen, wie der Bürgersteig einfach beseitigt und die schwachen Verkehrsteilnehmer können kucken wo sie bleiben. Zum Glück muss ich da meist nicht lang, ich fahre lieber durch die ruhigere Avenue Gaston Diederich oder die Val Saint Croix.

Von der Place de l’étoile zum Pont rouge

Ich ass noch zu Mittag in einem Restaurant an der Place de l’étoile und machte mich auf den Weg zum Kirchberg, hierzu befuhr ich die Rue Joseph II, die nach dem umstrittenen österreichischen Reformer auf dem Kaiserthron benannt ist, Sohn und Nachfolger der auch in Luxemburg einst heiss geliebten Maria-Theresia.


Es steigt etwas an, und der Radstreifen ist vorgeschrieben und mit einem durchgezogenem Strich von der Fahrbahn getrennt. Dooring Unfälle sind hier leicht möglich, aber mir sind keine bekannt. Kritikpunkt: Kurz vor der Glacis Kapelle hört der Streifen einfach auf! Zum Glück bin ich ein Einheimischer und weiss, dass der Radfahrer ohnehin besser daran tut, hier nach rechts in den Park abzubiegen, aber ich denke, dass der Radtourist vielleicht glücklich über einen Wegweiser wäre.

Der Park ist ruhig, befährt sich gut und ohne Abgase einatmen zu müssen. Dann kam ich an der grossen, wichtigen Kreuzung vor dem Pont Grand-Duchesse Charlotte an, der besser bekannt ist als “Rote Brücke”. Hier gibt es noch eine, ausnahmsweise mal günstig gelegene Veloh Station zu bewundern und damals waren da noch nervige Bauarbeiten.
Dann querte ich die Brücke.

Auf dem neuen Fahrradweg entlang der Tram

Zunächst galt es, wieder die Strasse (Boulevard John F. Kennedy) zu queren. Ich war hier schon oft, wenn ich die Tram als Fussgänger nahm.


Nun wurde mir wieder bewusst, dass hier der Radweg nicht so gestaltet ist, wie ich es oberhalb aus dem Tramfenster immer erspäht hatte. Statt zwischen Strasse und Tramtrasse, verläuft er hier hinter den Geleisen.

Und dann fuhr ich den neuen Radweg. Und er ist wirklich vorbildlich!

  1. Er ist sowohl von der Tram, als auch von den Fussgängern und vor allem vom individuellen KFZ Verkehr getrennt.
  2. Er wird immer wieder unterbrochen, von den Strassen die ihn queren. Hier hatte ich zunächst Angst, die Planer würden den Radfahrern alle paar Meter “zu ihrer eigenen Sicherheit” die Vorfahrt wegnehmen, wie es früher schon mal geplant hatten. Und tatsächlich hört er dann jedes Mal auf.
  3. ABER: es wurde eine eigene Ampelschaltung für Radfahrer vorgesehen. Der Clou: diese erkennt offenbar die sich nahenden Radfahrer und beginnt den Vorgang des “Auf Grün schalten”. Der Radfahrer muss nicht erst anhalten und drücken. Wenn man normal schnell fährt, kann man an den wenig befahrenen Kreuzungen fast durchfahren. (Am Bvd KAD natürlich nicht!)
  4. Und wenn man im Windschatten einer Tram fährt, hat man sowieso immer Vorfahrt.

Die Fahrradmitnahme in der Tram

Dann merkte ich aber zusehends, dass der KirchBERG seinen Namen nicht von ungefähr führt. Gut, ich bin über den Winter nicht viel Rad gefahren und geriet doch etwas aus der Puste, und so beschloss ich, doch mit der Tram weiter zu fahren.
Erfreulich: Dass man sich Mühe gegeben hat, die Tram barrierefrei zu halten, kommt auch dem müden Radler zu Gute. Der Einstieg war einfach, und das Rad liess sich gut unterbringen. Leider nicht festbinden.


An der derzeitigen Endstation Luxexpo stieg ich dann aus.

Ab in die M-Box

Endlich konnte ich die M-Box ausprobieren. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Öffnung mit der oft Karte nicht sofort funktioniert.
Es waren nur zwei Räder drin, gute Räder.
Ich beschloss, weil das Rad über das Wochenende drin bleiben sollte, wollte ich es potentiellen Dieben so unangenehm wie möglich machen und das Rad auch auf der zweiten Ebene lagern, obwohl unten noch Plätze frei waren. Dabei fiel mir auf, dass die Schiene sich nur schwer rausziehen und wieder reinschieben liess.
Schwierig fand ich es auch, wieder aus der M-Box rauszukommen, denn dazu muss man so einen Knopf drücken, der unter einer Glasscheibe geschützt liegt.


Als ich Montags wieder kam, war alles noch da, das Rad war trocken.
Am Montag fuhr ich dann mit dem Rad ganz zurück zu meiner Dienststelle. Runter gings leicht, den Berg an der Route d’Arlon umfuhr ich, über die Val Saint Croix.

Fazit

Also, ein Zeitgewinn ist durch das Benutzen des Rades nicht zu erzielen. Wenn ich mit dem Rad statt mit dem Bus zum Bahnhof fahre ist das ganz anders, hier komme ich mitunter sehr viel schneller voran. Aber das kann ich nicht mehr, wenn mir fehlen die vier km zwischen Wasserbillig und Igel die ich nicht mehr legal mit der Bahn fahren kann.
Bleibt nur der sportliche Aspekt als Anreiz für die Radvariante, denn der Anstieg ist anspruchsvoll.

Buslinien 118 und 222 und die Tram

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Als die Berichterstattung zu “Ein Jahr Donald Trump im Amt” in den Medien präsent war, fiel mir ein Plakat auf, das einige Demonstranten hochhielten und darauf stand der Spruch “We are still pissed!”. In Bezug auf die Fahrplanänderung der Linie 118, mit der ich bis 10. Dezember 2017 fast von meiner Haustür bis 5 Gehminuten zum meinem Bürostuhl fahren konnte, denke ich fast vier Monate später auch immer noch dasselbe.

Man hätte mit der Umstellung der Linie 118 noch warten müssen!

Wenigstens solange bis die Tram bis zur Place de l’étoile ausgebaut ist sie wenigstens die Leute auf der anderen Seite der roten Brücke rauslässt.
Wohl habe ich mich an einige Sachen inzwischen gewöhnt und es gibt inzwischen leichte Verbesserungen. Dennoch, die Planung der Zwischenlösung empfinde ich als wirklich suboptimal:

Zwei unterschiedliche Linien die 222 heissen

Eine Erleichterung wurde dann doch eingeführt: alle halbe Stunde fährt die Linie 222 vom Kirchberg zur Haltestelle “Kannerklinik” und … endet dort! Ich habe schon zweimal mitbekommen wie Fahrgäste in Erwartung dass die Fahrt Richtung Steinfort weiterginge, völlig verdutzt aussteigen mussten. Sie hatten nur blind auf die Busnummer vertraut, vielleicht konnten sie auch mit “Kannerklinik” nichts anfangen und verorteten diese im Westen des Landes?
Mein Problem dabei: Der Fahrplan wurde so ausgeheckt, dass der Bus den ich um 6:08 in Igel nehme um 7:47 auf dem Kirchberg ankommt, derweil die 222 “Kannerklinik” um 6:43 dort abfährt! Die 222 die für mich vorgesehen ist, fährt zwar erst um 6:53, von dort aber direkt nach Steinfort und lässt mich nur an der Haltestelle “Wandmillen” raus. Nehme ich diese, dann kommt es so, wie ich im Dezember richtig vorausgesehen hatte: ich sitze um 7:30 auf meinem Stuhl also gut eine halbe Stunde später wie vor der Fahrplanänderung.
Dann und nur dann, wenn

  1. Die Linie 118 auf der Autobahn schneller vorankam, als vorgesehen und sie vor 6:43 auf dem Kirchberg ist,
  2. Und/oder wenn die Linie “222 Kannerklinik” etwas Verspätung hat, dann bin ich zwischen 7:10 bis 7:15 schon auf meiner Behörde

Im tiefsten Winter stand die Baustelle zwischen Igel und Zewen still und die Ampelschaltung entfiel. Bis zum ersten März war die 118 dann pünktlich in Igel und wenn dann wenig Verkehr auf der Autobahn war, kam ich sogar erstaunlich oft pünktlich an. Aber inzwischen ist das auch wieder vorbei.

Warten auf dem Kirchberg

Meine Erwartung zur Rückfahrt, dass ich mich mit den anderen Fahrgästen um die Sitzplätze balgen müsste, die auf der Busnutzung vor der Fahrplanumstellung beruhte wo oft die Leute die auf dem Kirchberg erst zustiegen stehen mussten, erfüllte sich nicht. Ob das jetzt daran liegt, dass die Busse nun pünktlich abfahren, oder ob einfach die Zahl der Fahrgäste insgesamt abgenommen hat, weil sie sich nicht so plagen wollen wie ich, kann ich nicht angeben, aber überfüllt sind die Busse nicht mehr. Ich mache es sogar oft so, dass ich versuche als einer der letzten einzusteigen, denn dann kann ich mir aussuchen, wen ich auffordern werde den Sitz neben sich freizumachen, statt, dass ich hinnehmen muss, wer sich neben mich setzen will.
Allerdings muss ich vorher erst mal auf den Bus warten. In der Regel zwischen fünf Minuten und zwanzig Minuten, nach 18:50 bis zu einer halben Stunde. Das war besonders im Dezember, Januar und Februar schlimm, denn da standen wir in der Kälte auf dem Parkplatz vor der Luxexpo, weil man dafür optiert hatte, die Busse schon vor der Fertigstellung des Gebäudes der Gare routière umzustellen.


Seit Anfang März kann hat man immerhin dabei ein Dach über dem Kopf, fertig ist das Gebäude aber noch nicht.

Ein großes, nach wie vor ungelöstes Problem dabei: Es sind dort keinerlei Toiletten! Es ist auch keine Kneipe da, in die man zu dem Zwecke mal kurz reinspringen könnte, oder dabei noch was trinken und im Warmen auf den Bus warten. Nix. Dazu müsste man erst mal mit der Tram runter an den Auchan und dort was suchen, in der Zeit ist dann aber der Bus wieder weg. Solange der Bus fünf Gehminuten von meiner Dienststelle entfernt abfuhr, hatte ich das Problem nicht. Ich wusste wann der Bus abfährt, konnte meine Vorkehrungen treffen und bestieg das wohlig warme Vehikel nach höchstens 10 Minuten in der Kälte. Daran merke ich denn auch, dass ich doch älter bin als ich mich fühle.

Aber zunächst einmal gilt es, nach Dienstschluss überhaupt erst mal auf den Kirchberg zu kommen. Hier gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

  1. Die Linie 222 fährt etwa alle 20 Minuten an der Kannerklinik weg. 20 Minuten sind lang, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die 118 keineswegs auf die 222 wartet, und sie sich, wie alle anderen Busse auch durch die Oberstadt und dann den BVD Konrad Adenauer rauf quälen muss. Hier steht sie oft im Stau.
  2. Man kann aber an der ersten Station hinter der roten Brücke “Rout Bréck/Pfaffenthal” aussteigen und dort die Tram nehmen! Die Tram hat den großen Vorteil, dass sie, wenn man einmal drinsitzt, sehr pünktlich ist, denn sie hat ja ihr eigenes Gleisbett und Vorrang an allen Kreuzungen. Das ist ja auch der Grund, warum sie angeschafft wurde.
  3. Man muss also die erste Tramstation erreichen!
    1. Dazu kann ich außer mit der erwähnten 222 zu fahren, auch mit der 22 oder der 13 zum BVD Royal fahren und dort in die 1, die 16 oder die 18 steigen, alle halten an “Pont rouge/Pfaffenthal”.
    2. Mit dem Veloh ist sie nicht so gut zu erreichen, denn erstaunlicherweise ist an der Seilbahnstation keine Velohstation eingerichtet worden. Hierzu muss man erst mal bis zur Konzerthalle hoch, wo man dann feststellt, dass man sich genau zwischen zwei Tramstationen befindet. Nicht so gut.
    3. Mit dem Fahrrad ankommen, das dann in die M-Box reintun.
    4. Oder gleich mit dem Fahrrad zur Luxexpo, und es dann in die dortige M-Box tun.


Die letzte Option habe ich bis jetzt erst einmal ausprobiert, denn das Wetter ist erst seit kurzem wieder einladend zum Radfahren und außerdem wurde die sehr löbliche Option, mit der M-Card alle M-Boxes aufschließen zu können, erst zum ersten Februar eingeführt. Vorher konnte ich damit mein Rad immer nur am Hauptbahnhof unterstellen. Darüber werde ich in einem eigenen Artikel berichten.

Fahren mit der Tram


Die Tram lässt sich recht angenehm benutzen. Der Einstieg ist ebenerdig, es ist genug Platz drin, aber vor allem hat sie einen hohen Takt: spätestens alle 7 Minuten.


Das Interieur ist geschmackvoll, nur bequem ist es nicht: die Sitze haben so einen metallenen Rand der, zumindest jetzt im Winter unangenehm kühl ist:

  • Entweder man erträgt das unangenehm kühle Gefühl an der Unterseite der Oberschenkel,
  • Oder man legt seinen Schal, oder seine Mütze oder eine Zeitung unter die Beine, was diese unangenehme Kühle etwas nimmt. Das Teil dann aber bitte nicht beim Aussteigen vergessen.
  • Oder aber, man hebt die Beine etwas an um den Rand nicht zu berühren. Dann sitzt man allerdings sehr unbequem und es sieht wirklich doof aus.

Überhaupt ist es in der Tram fast immer unangenehm kalt: Obwohl es tiefster Winter war, umströmte einen auf 6 von 10 Fahrten ständig eine unangenehm kalte Lauft, als ob die Klimaanlage laufen würde.

  1. Hatte ich früher das Problem im Zug, sprach ich den Schaffner an, denn die kamen relativ zuverlässig vorbei. In der Tram habe ich noch nie einen gesehen.
  2. Habe ich das Problem im Bus, tue ich mich schon schwerer damit den Fahrer darauf anzusprechen, muss der sich doch auf den Verkehr konzentrieren. Andere haben dieses Hemmungen nicht und vor allem, es ist zumindest möglich, z.B. an einer Haltestelle. In der Tram sitzt der Fahrer in seiner eigenen Kapsel in seinem eigenen Microklima und bekommt die unangenehmen Windverhältnisse möglicherweise gar nicht mit.

Ich hatte mich darüber bei Luxtram beschwert und hatte mehrmals bei Mobilité.lu nachgefragt. Luxtram antwortete nie, mobilite.lu welche zuvor gestrunzt hatten, mir einen “Suivi” garantieren zu wollen, leitete immerhin meine Anfragen, an die ich sie gestellt hatte weil Luxtram nicht antworten wollte, sowie meine Erinnerungsmails weil niemand antwortete an Luxtram weiter, von Luxtram kam nie eine Antwort. Nur der Minister François Bausch selber antwortete auf meine Frage, dank der Präzisierungen von Freund Misch auf seinem öffentlichen Facebook Profil: Ja, es es gibt ein Problem, leider stand die Klimaanlage noch auf Sommerbetrieb.
Ist es, wie der Minister hofft nur eine Kinderkrankheit, oder ein systemimmanentes Problem? Die Antwort der Schaffner bei der Bahn war nämlich immer, dass die Anlage so kompliziert und zentral gesteuert sei, dass sie nichts machen könnten.
Etwas besser geworden ist es inzwischen mit der Klimaanlage, aber ganz gelöst ist das Problem nicht! Sobald es letzte Woche wieder etwas wärmer wurde, böllerte auch gleich wieder die Klimaanlage. Was für ein Glück, dass ich meine Winterklamotten noch anhabe.
Die Tram ist morgens übrigens, anders als in der Zeitung Luxprivat immer wieder behauptet wird, durchaus voll, auch wenn (für mich zurzeit: zum Glück) die Kapazität von 76 sitzenden und 320 stehenden Passagieren pro Tram nicht ausgeschöpft wird. Aber sie zirkuliert ja auch nur auf einer relativ kurzen Strecke.


Die einzelnen Stationen werden angekündigt durch ein jeweils unterschiedliches Gedudel, was ich persönlich ein wenig albern finde. Vielleicht soll das Sehbehinderten helfen, sich besser zu orientieren? Eine der Melodien erinnert mich verdächtig an “Manila du mäin hierzigt Kand”.1 aber man gewöhnt sich an alles.
Insgesamt aber bin ich optimistisch, da ich angesichts der ständig steigend Zahl der Beschäftigten in der Hauptstadt auch keinerlei realistische Alternative zum weiteren Ausbau der Tram sehe! Die können nicht alle mit dem privaten PKW in die Stadt kommen, und wie zurzeit die Linienbusse Stoßstange an Stoßstange sich die Avenue de la Liberté, über den Boulevard Royal an der Fondation Pescatore vorbei hochquälen, kann nicht so bleiben. Und, als leidenschaftlicher Alltagsradfahrer freue ich mich schon auf das wärmere Wetter, da kann ich die Lücke zwischen der Haltestelle “Rout Bréck” und der “Place de l’étoile” vielleicht anders schließen. Mal sehen.

  1. siehe: https://acel.lu/group/songbook/manyla []