Ein Jahresrückblick 2011

Wenn ich diesmal eine Bilanz des verflossenen Jahres ziehen soll, fällt sie ausgesprochen langweilig aus. Der Auftritt legte 2012 als in erster Linie mengenmässig und weniger thematisch zu. Will ich hier mal kurz festhalten, wie es ausschaut, am 31.12. bestand der Auftritt aus:

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zur Heraldik

Dominiert hatte 2012 hier, noch stärker als 2011 die Umsetzung des Projektes Armorial Loutsch Online. Zu Beginn des Jahres war ich vorsichtig optimistisch es noch 2011 abschliessen zu können. Es erwies sich als sehr viel umfangreicher, dennoch bin ich in dem Punkt mit meinen Leistungen zufrieden: In den letzten Tagen vor Jahresende konnte ich noch die letzten “weissen Flecken” tilgen, Gesamtumsetzung (bei den Zeichnungen!) liegt nun bei 77%. Die im April angelegte Tabelle erlaubte erstmals einen vernünftigen Überblick des erzielten Fortschritts bei der Umsetzung.

Umsetzung pro Buchstabe

Ausser dieser Umsetzung erfolgte nicht viel. Etwas Literatur wurde erworben und zu Beginn des Jahres beschäftigte ich mich sogar ein wenig mit deutscher Kommunalheraldik. Quantitativ ist dafür eine Menge geschafft worden. Schon im Februar wurde die 2000 Wappen Marke geknackt, im November dann das 3000.. Hier die Zahlen welche diese Entwicklung dokumentieren:

  23 avr. 11 10 mai 11 5 oct. 11 29 déc. 11 2 janv. 12
Umgesetzt 1639 1675 2248 2752 2855
Varianten     784 796 800
Geschätzte Gesamtzahl 3561 3658 3740 3746 3749

Es mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, dass auch die Gesamtzahl der Wappen sich verändert. Dies kommt daher, dass ich auch Varianten eines Wappens berücksichtige, wo Loutsch keine Zeichnung angegeben hat, sondern sie oft sogar nur in einem Nebensatz erwähnt. Diese entdeckt man erst bei genauerer Analyse des Textes. Die Zahlen dieser Varianten begann ich übrigens erst später aufzuschreiben, daher fehlen Werte in der obigen Tabelle. Hier diese Tabelle in einer Graphik:

zeitlicher Verlauf der Umsetzung

Man kann ablesen, dass
Und wer es ganz détailliert mag, kann sich auch meine Excel Datei zur Umsetzung reinziehen.

Dabei gelang es die Geschwindigkeit beim Zeichnen ständig zu steigern, was diese Tabelle hier verdeutlicht:

  23.4.
bis 10.5
10.5
bis 5.10
5.10
bis 29.12
29.12
bis 2.1.12
verstrichene Tage 17 148 85 4
im Zeitraum gezeichnete Wappen 36 573 504 103
Wappen pro Tag 2,12 3,87 5,93 25,75

Der letzte Wert ist natürlich ein Ausreisser an einem verregnetem Wochenende, der zählt nicht ;-) Dass diese Steigerungen gelangen ist insofern natürlich, als mit jeder Zeichnung der Fundus an Vorlagen wächst, auf die ich bei neuen Wappen zurückgreifen kann. Freilich benutze ich nicht stur immer dieselben Vorlagen, sondern zeichne etwa den Löwen durchaus auch zum X-ten Mal neu, wenn die Zeichnung es verlangt.
Wollen wir wieder mal eine Milchmädchenrechnung erstellen? Wenn ich davon ausgehe:

  • dass es bei, im Schnitt, sagen wir 5 Wappen am Tag bleibt
  • dass es insgesamt 3750 Wappen gibt, davon 801 Varianten, und
  • bis zum heutigen Tag 2895 erstellt wurden,

bleiben 855 Zeichnungen anzufertigen, wäre das Projekt in 171 Tagen = 5.71 Monaten abzuschliessen.

Gemeindewappen

Nicht so richtig voran kam ich dagegen mit den anderen Vorhaben zur Heraldik, etwa den Gemeindewappen. Ich ging doch tatsächlich davon aus, 2011 richtig viele deutsche Gemeindewappen zeichnen zu können, es blieb aber bei den Wappen einiger Verbandsgemeinden und einem einzigen Landkreis, dem von Trier Saarburg.

Sonstiges

  • Das Lexikon wurde im Zuge des Vorhabens “mehr Qualität bei der Wappenbeschriftung” bereits stark um Begriffe erweitert.
  • Es wurden einiges an ordnungsstiftenden Unterseiten angelegt, und teilweise diese sogar gefüllt.

Arbeitsrecht

Seit April halte ich auch einige Seiten zum Thema “Luxemburger Arbeitsrecht” bereit. Es handelt sich um juristische Texte, hauptsächlich um das Arbeitsgesetzbuch angereichert mit Querlinks.
Ich habe dies allerdings nicht großartig beworben, denn ich will sie nicht öffentlich referenziert oder diskutiert wissen. Es sind mehr meine eigenen Unterlagen, mit eigenen Bemerkungen und Hervorhebungen welche mir helfen sollen, mich besser in die Materie einzuarbeiten. Zudem sind viele gar nicht auf dem neuesten Stand, den Service kann ich nicht bieten. Der Leser sei dafür auf die Seiten von Legilux verwiesen.

Neue Farbpolitik

Was ich von FAQs halte hab ich mal am Beispiel Veloh geäussert und ich denke, ich kann mich hier (Bias?) einem der sieben Weisen anschliessen: die meisten sind schlecht.
Dennoch reizt mich gelegentlich der Gedanke auf wiesel.lu eine FAQ Abteilung einzurichten. Natürlich nur als Parodie, denn es kommen keineswegs schon so viele Rückmeldungen dass ich sie nicht alle noch persönlich beantworten könnte.

Ich müsste mir also Fragen überlegen, die jemand stellen könnte. Nun eine wäre vielleicht:

Warum nimmst Du bei deinen Wappen nicht weiß für Silber (argent) ?

Tatsächlich hatte schon mal ein Leser dies angeregt, denn in der Tat wird üblicherweise diese Farbe zur Darstellung der Tinktur “Silber” gewählt. Das ging aber nicht, denn die Farbe “Weiss” steht hier schon für was anderes:

Sehr viele Wappen sind ohne hier Tingierungen überliefert, etwa weil sie nur als Siegelabdruck, oder als Zierde auf einem Grabstein etc. die Zeiten überlebt haben. Loutschs Buch kannte natürlich keine Farben und bei ihm waren alle Wappen schwarz/weiss, da fiel das nicht so auf.

Im Netz wollen wir aber nicht auf den Mehrwert “farbige Abbildung” verzichten, wo es uns ja nichts mehr kostet. Doch wie stellen wir diese fehlende Farbinformation dar? Bislang habe ich einfach Feld und Figuren weiss gelassen. Das Weiss steht hierbei für das Papier auf dem es abgebildet wäre. Mit dem Weglassen der Farbinformation geht aber auch sehr viel vom Eindruck den das Wappen macht verloren, besonders dann wenn wir alles weiss lassen. Betrachten wir dazu vielleicht das obige Beispiel des Wappens Luttange.

Ich habe es einmal klassisch weiss dargestellt, einmal mit reinen Phantasiefarben ausgefüllt und einmal mit zwei verschiedenen Tönen: weiss und einmal Gelb mit Farbwert #f4e1801

Am besten schaut es natürlich aus, wenn es farbig ist, daher habe ich ein solches Beispiel mitangegeben.
Eine restaurierte mittelalterliche Burg schaut auch am besten aus, wenn sie vollständig ausgerüstet ist.
Wenn aber nicht alles erhalten geblieben ist, bzw. man nicht mehr nachweisen kann, wie ein Gebäude früher mal aussah, soll man entsprechend der Charta von Venedig jene Teile, die man sich nur ausgedacht hat so kennzeichnen, dass sie sofort als ausgedacht erkennbar sind, etwa durch verwendung von modernen Baustoffen die es zur Zeit wo das Gebäude errichtet wurde noch nicht gab.

Mit diesem Hintergedanken im Kopf verfiel ich nur auf die Lösung, statt Wappen mit unbekannter Tingierung so dargestellt werden, dass ich

  • den Hintergrund “weiss” (Hexwert: #FFFFFF) lasse
  • und die Figuren, dann gelblich wähle (#f4e180)

Oder umgedreht, je nachdem wie es sich gerade ergibt. So stechen die Figuren sehr viel mehr hervor und es wird ein besserer Eindruck vermittelt, wie das Wappen mal ausgesehen haben könnte, ohne dass ich dem Leser zu Phantasiefarben verleiten muss, was er vielleicht nicht erkennen würde.

Es ist ein anderer Ton gewählt worden wie für Gold (or), so wie Silber (argent) bei mir ja auch nie weiss dargestellt wurde. Und weil beide Farben, wenn sie von einem uneingeweihtem Leser denn doch fälschlicherweise für die richtigen Farben angenommen würden, dann sähe er aber gleich dass hier zwei Metalle (silber und gold) aufeinander lägen. Das wäre aber ein klarer Verstoss gegen die Farbregeln. Sowas kommt zwar auch in der Heraldik vor, aber niemals so gehäuft wie es hier dargelegt wird. Und so wie bei der mittelalterlichen Burg, deren Turm ein Dach aus Stahl und Glas schützt, der Betrachter sofort weiss: Ah! Das Dach ist nicht original, es hat nur in der heutigen Zeit die Funktion Besucher und Ausstellungstücke vor der Witterung zu schützen, so erkennt er hier: Ok, das kann nicht sein, die Farben sind wohl nicht überliefert.

Natürlich werde ich nicht alle Wappen, die ich schon gezeichnet habe der neuen Farbpolitik unterwerfen, sondern nur die neuerstellten, die herausgestellten (z.B. die der Gefangenen von Baesweiler) und die, die ich ohnehin erneuern muss.

  1. hexadezimale Darstellung im RGB Farbraum, Angabe wird z.B. von einem Zeichenprogramm wie GIMP benötigt []

alle weissen Flecken beseitigt, 76% Umsetzung

Zum Ende des Jahres habe ich noch ein letztes Mal Gas gegeben und jetzt am Wochenende noch ganz viele, leicht zu erstellende Wappen gezeichnet. Im Augenblick warten 229 Wappen darauf, dass sie getaggt werden und in der Wappendatenbank erscheinen können.
Hier ein paar davon:

Und so sieht die Tabelle jetzt aus:

– Seite Gesamt (Varianten) umgesetzt
A – 181 124 (30) 121 98%  
B – 201 428 (84) 363 85%  
C – 275 238 (74) 221 93%  
D – 311 129 (21) 112 87%  
E – 333 87 (12) 74 85%  
F – 349 157 (29) 129 82%  
G – 377 160 (28) 130 81%  
H – 403 324 (63) 275 85%  
I – 455 18 (6) 18 100%  
J – 458 50 (8) 47 94%  
K – 467 119 (19) 90 76%  
L – 489 308 (83) 174 56%  
M – 539 361 (72) 193 53%  
N – 601 111 (24) 97 87%  
O – 621 69 (23) 68 99%  
P – 632 164 (32) 139 85%  
Q – 658 1 () 1 100%  
R – 659 195 (44) 118 61%  
S – 695 348 (73) 178 51%  
T – 755 120 (32) 95 79%  
U – 775 23 (7) 23 100%  
V – 797 6 () 6 100%  
W – 799 175 (25) 149 85%  
X – 832 7 (1) 7 100%  
Y – 833 2 () 2 100%  
Z – 834 25 (10) 25 100%  
Summe 3749 (800) 2855 76%

So, tschüss 2011, du reiches Jahr.

Die Gefangenen von Baesweiler

Hier die angekündigte Liste mit den Wappen jener Luxemburger Ritter, welche in der Schlacht bei Baesweiler am 22. August 1371 in Gefangenschaft gerieten und dann eine Urkunde welche wohl diesen beklagenswerten Umstand festhielt siegelten. Jean-Théodore de Raadt hatte diese Siegelabdrücke in seinem 1898 erschienem vierbändigem Werk “Sceaux armoriés des Pays-Bas et des Pays avoisinants (Belgique, Royaume des Pays-Bas, Luxembourg, Allemagne, France)” aufgeführt und Loutsch hatte im AL. die entsprechenden Wappen gekennzeichnet, aber nicht aufgelistet; das war nicht der Zweck seines Buches. Sowas ist mit einer Internetpräsenz natürlich leichter zu bewerkstelligen, hier sind sie nun zusammengefasst:

[alphabetic|in detail|synoptic|cronologic|gallery]

Unglücklicherweise sind die meisten Wappen ohne Farbe. Klar, Siegelabdrücke sind nicht farbig und die Schraffuren kamen erst sehr viel später mit dem Siegeszug des Buchdruckes zum Einsatz. Lediglich von zweien wissen wir die Tingierungen, weil diese Familien noch in späterer Zeit Vertreter hatten, etwa Abt Eydel dessen Wappen auf dem Gemälde der Äbte der Abtei Münster wieder auftaucht.

vorgehabte, nie geschriebene Postings

Zum Jahresende ziehe ich immer gerne Bilanz und bei den Vorbereitungen zu dieser Bilanz “Wiesel.lu 2011” fiel mir ein Zettel in die Hände mit Titeln von Beiträgen, die ich noch verfassen wollte “wenn ich dazu komme” und das erfolgte dann nie. Neben den üblichen Begründungen (zuviel andere Anforderungen, eine unerwartete Operation etc.) mache ich für diesen beklagenswerten Umstand vor allem einen Mechanismus verantwortlich, der mich offenbar vom Schreiben abhält:

  1. Mir kommt eine Idee: Hey, darüber müsstest Du was schreiben.
  2. Dann denke ich, eine kurze Mitteilung à la twitter liest kein Mensch, interessiert kein Mensch und wenn mich überzeugt habe, dass es mir sch.. reichlich egal ist ob es überhaupt wer liest, befinde ich: um sich damit zu befassen musst Du weiter ausholen und dem Leser, also im Zweifelsfall nur mir selber, etwas mehr bieten als eine Kurzmitteilung.
  3. Dann fange ich an zu recherchieren und schon erweitert sich ganz automatisch das Thema, zu leistende Vorarbeiten fallen mir ein, ich setze mich an die Umsetzung dieser Vorarbeiten und diese implizieren weitere, etc.
  4. Dann setzt die Selbstzensur ein: Und wenn es doch z.B. ein pensionierter aber streitlustiger Leser mit zu viel Zeit es liest? Vielleicht fühlt der sich angegriffen und ich “ernte wieder Sturm“. Oder möchte ich genau das? Lieber beschimpft als unbeachtet, oder ? Ach, später…
  5. Am Ende ist es soviel vorzubereiten und abzuwägen, dass ich “nicht mehr dazu komme”.

Um diesem Teufelskreis zu entkommen, zähle ich jetzt einfach alle Artikelchen die ich vorhatte auf, und erkläre. Zu folgenden Themen hatte ich vor, mich zu äussern:

Vereine und soziales

Zu melden gäbe es hier, dass ich, nachdem ich gehört hatte dass es den Verein doch noch gäbe, meine Mitgliedschaft für 2011 und 2012 bei der ALGH erneuert habe. Hintergedanke wäre ein Austausch mit in Luxemburg tätigen Heraldikern und der Wunsch nach Unterstützung bei meinen Heraldikprojekten. Bislang habe ich dennoch nichts vom Verein vernommen.
Weiter wollte ich melden, dass ich mir, nach jahrelangem Zögern nun doch ein Konto bei Facebook zugelegt habe. Obwohl ich nur zwei zu meinem Namen zusätzliche Angaben machte (meine Herkunft aus Clemency, und mein Diplom von der RWTH Aachen) wuchs sich mein Kreis virtueller Freunde binnen kurzem zum Konveniat meiner Aachener Studentenzeit aus und ich freute mich ganz besonders jene Freunde wiederzufinden, die nicht Mitglied bei der Amicale der “alten Aachener” sind.

Interesseschwerpunkt Geschichte

Im Jahre 2011 hatte ich mir zwei geschichtliche Vorträge angehört und fleissig Notizen genommen, welche ich eigentlich zu Artikeln verwerten wollte. Vor allem der erste, im Rahmen der Armut- Ausstellung gehaltene Vortrag über die Armut in der Antike von Prof. Dr. Elisabeth Herrmann-Otto, Uni Trier mit dem Titel “Wandlungen der Armut in der römischen Antike. – Von einer römisch-vorchristlichen zu einer römisch-christlichen Gesellschaft” war hochinteressant. Aber, ich brachte nichts zu Papier.
Zum Thema “AVLhistory” wäre zu melden, dass sich im Laufe des Jahres ein Dr. Wolf bei mir gemeldet hatte, der mich mit Frau Delperdange bekannt machte, welche mir einige Dokumente aus dem Besitz von Fritz Kintzlé gab, einer der ersten Luxemburger Studenten in Aachen (Abschluss 1876) und später Hüttenwerksdirektor von Aachen Rothe-Erde. Interessant dabei eine Zusammenstellung von Glückwunschtelegrammen die er zum 25. Dienstjubiläum 1904 erhielt, vier Jahre bevor er starb.

zur Heraldik

Fast alles was ich dieses Jahr zu dem Thema, ja überhaupt auf wiesel.lu anfertigte, lief darauf hinaus das Projekt Armorial Loutsch online umzusetzen. Ja ich mache Umfang und erforderliches Vorgehen dieser selbstgewählten Aufgabe mitverantwortlich dafür, dass meine Kreativität dieses Jahr so erstickt ist.

Geplante Teilvorhaben zum AL

..deren Umsetzung noch aussteht wenn ich nicht darauf verzichte sind:

  1. Erstellen und Veröffentlichen einer Liste der Herrschaften (Seigneuries), die im AL erwähnt werden
  2. Eine Liste der “Gefangenen von Bäesweiler“. Am 22. August 1371 gab es bei Baesweiler eine bewaffnete Auseinandersetzung, es war die entscheidende Schlacht in der Brabanter Fehde. Die Luxemburger und ihr Herzog Wenzel I, Sohn des Nationalhelden Johann des Blinden und Bruder des besten Luxemburger Kaisers aller Zeiten, Karl IV haben Schlacht und Fehde verloren und einige Luxemburger Ritter gerieten bei der Gelegenheit in Gefangenschaft. Wenngleich dies für sie ein persönliches Pech war, ergab sich daraus doch für den Heraldiker der Glücksfall, dass hier im Mittelalter jemand die Notwendigkeit sah, dass ihre Namen in einer Urkunde festgehalten wurden, die sie mit ihren Wappen siegelten. Hintergrund war der, dass dieser Sieger dem Verlierer seine Lösegeldforderung übergeben wollte und daher natürlich nachweisen musste, wen er alles in seiner Gewalt hätte.

l’Extrait de l’armorial général (de France) d’Hozier 1697

Weiter erstand ich letztes Jahr ein Exemplar des Bandes LXXXI der Publications de la Section Historique de l’Institut Grand-Ducal, Luxembourg 1966, darin ein Artikel von Jean-Claude Loutsch mit dem Titel “Complément à l’Armorial des Duché de Luxembourg et comté de Chiny.“. Es handelt sich dabei einerseits um eine Wiederaufnahme/Fortsetzung des Werkes seines Verwandten Adam-Even von 1936 und andererseits um eine Vorarbeit zu seinem Hauptwerk. Das besondere Interesse an diesem Artikel liegt aber darin, dass dort auch Wappen vorkommen die aus bestimmten Gründen NICHT in “Armorial Loutsch” eingeflossen sind, und zwar hauptsächlich einige Wappen der Korporationen (Loutsch nur Familienwappen auf).

Besonders kurios finde ich dabei die “armoiries imposées”. d’Hozier dessen Auftrag, alle Wappen des Königreichs Frankreichs (zu dem gehörte Luxemburg zum Ende des 17. JH kurz) zusammenzutragen lautete, hatte nämlich durchaus auch den Hintergedanken die königliche Kasse mit den Gebühren zu füllen, welchen die Wappenträger für den Eintrag in d’Hoziers Wappenbuch zu entrichten hatten. Da er im armen Luxemburg sehr viel weniger Wappenträger vorfand als erhofft, hat er einige Korporationen gezwungen sich eins zu zulegen, das seine Kommission denn auch gleich für diese entwarf.
Weil sie etwas fantasielos waren und sicherlich nie, oder spätestens nach Abzug der Franzosen nicht mehr geführt wurden, nahm Loutsch die Zwangswappen später auch nicht in sein Werk auf, weil sie historisch von nur geringem Wert sind.

Zu den Mediatags

Am längesten (seit März) brütete ich aber über einen Artikel, wie genau ich die mediatags zum Wohle der Heraldik einsetzen will. Ziel ist es, statistisch auswertbares Zahlenmaterial über bestimmte Elemente (Farben, Figuren) zu bekommen, aber auch Beihilfe zum Erstellen von Listen, etwa von zum sozialen Hintergrund (Pfarrern, Schöffen, ) oder herrschaftliche Zusammenhänge etc. Die Tags sind hier ganz vielfältig einsetzbar.
Ungelöste Probleme sind.

  • Die Umlautproblematik. Irgendwann zu Anfang des Jahres berücksichtigte der Texaner auch Umlaute. fasce und fascé können nun unterschieden werden. Das Problem ist, dass ich schon einige Wappen z.B. mit “accompagne” getaggt hatte, was nun ein anderes Tag als “accompagné” ist.
  • Dann sind die Informationen die man sammeln kann so vielfältig, dass mir einfach eine Systematik fehlt,
  • Zu guter Letzt sind die Blasonierungen auch nicht eindeutig. Ein bestimmtes Wappen kann auf unterschiedliche Weise beschrieben werden. Michel Pastoureau sah hierin einen der Hauptgründe, warum Informatiker und Heraldiker sich nicht verstünden und folgerte woraus folgte, dass es bis heute (1993) keine “application lourde”, also ein richtig gutes Heraldikprogramm gäbe, obwohl man schon in den 1960er Jahre überzeugt war, die Schaffung eines solchen stünde unmittelbar bevor.
    Er meinte dann, dass man entweder einen Informatiker zum Heraldiker umbilden müsste, oder einem Heraldik die Beschäftigung mit der Informatik nahebringen müsste, bevor eine brauchbare informatische Heraldikapplikation entstehen würde. Er glaubte letzteres wäre einfacher, haha! Nun ja, 1993 konnte sicherlich noch mancher Metzgergeselle sich für Nichtfachleute glaubhaft als Informatiker ausgeben, sobald er einen Rechner gekauft und sein erstes Makro zusammengeklickt hatte.

So, das war es im Groben, wozu ich alles nichts geschrieben habe.

D’or à trois fasces de gueules

Erneut gelang es mir, einen begangenen Flüchtigkeitsfehler auszumerzen: Beim Wappen der Elisabeth Hartmann, seit dem 16 Juli dieses Jahres hier bereit gestellt, hatte ich die Farben der Streifen verwechselt! Statt “De gueules à trois fasces d’or“, wie die Wappenbeschreibung ausweist, zeigte meine Zeichnung “d’or à trois fasces de gueules“.

Eigene Fehler sieht man leider schwerer, jaja erneut musste ein Dritter mich darauf aufmerksam machen indem er selber der Versuchung erlegen ist, der Zeichnung mehr zu trauen als dem Text:

Dank Ourstats kann ich sehen, von welchen Internetseiten Leser zu wiesel.lu kamen, freilich immer nur für 30 Tage. Zumeist sind es aber nur Verweise aus Suchmachinen, oft von Facebook und gelegentlich aus Internetforen die ich nicht einsehen kann.

Gestern aber kam ein interessanter Verweis von der Seite von Fabrice genannt Gribouille. Der Amateurnumismatiker hatte hier einen interessanten bewappneten Nagel gefunden, der eindeutig drei rote Streifen aufzuweisen hatte. Nun hatte er wohl im Internet recherchiert und fand meinen Eintrag aus dem Armorial Loutsch zum Wappen Hartmann, den er als Kandidaten für den einstigen Träger des Wappens auf dem Nagelkopf fehlinterpretierte.

Sorry Fabrice, mit der Entdeckung meines Fehlerchens kommt das Wappen Hartmann nichgt mehr in Frage.
Aber wie wäre es mit dem Wappen der Valla ? Könnte doch auch sein, oder?

Eindeutig ist das aber auch nicht, denn das ist nur ein weiteres Wappen aus diesem einen Armorial, und das bezieht sich nur auf Luxemburg, aber wenn wir andere Regionen in Betracht ziehen, und nichts deutet darauf hin dass es überhaupt eine Verbindung zu Luxemburg gibt, kommen noch viele weitere Träger in Frage! Ich bin sicher, in der Onlineausgabe des Armorial de Rietstap von Euraldic würden wir auch fündig werden, wenn die Darbietung eine leichter zu bedienende Suchfunktion hätte…

Denn auch wenn es immer heisst: Es dürfen keine zwei unterschiedlichen (natürliche oder moralische) Personen dasselbe Wappen führen, ist dies nur eine Rechtsfiktion, die mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun hat. Um den Nagel identifizieren zu können muss man schon sehr viel mehr über ihn wissen. Etwa wo er aufgefunden wurde, wem er gehört hat, etc. Das hat Fabrice aber alles schon selber gemerkt, er hat noch weitere mögliche Träger aufgelistet.

Ferner bin ich mir noch nicht mal sicher, dass der Hintergrund unbedingt “d’or” sein muss?. Das Metall (Messing?) auf das die Farbe aufgetragen ist schimmert halt gülden. Das muss aber ursprünglich nicht so gewesen sein, vielleicht lautet die Beschreibung auch “d’argent à trois fasces de gueules” ? Dann hätte ich noch weitere Kandidaten aus Luxemburg anzubieten, auch eins aus Frankreich, die Familie der de Croy (siehe im Rietstap), welche immerhin zwei Gouverneure Luxemburgs gestellt hat.

Die Suche nach Fehlern

Nichts hat mich dazu vorher bestimmt mich mit der Heraldik zu beschäftigten, es ist einer der wenigen Fälle wo ich eine wirklich freie Wahl getroffen habe. Die Voraussetzungen die ich für diese Beschäftigung mitbringe sind nicht die besten, denn ich beherrsche z.B. kein Latein, meine Lehrer hatten mich trotz bestandenem Aufnahmeexamen für habe ich das klassische Gymnasium nicht vorgesehen besucht. Und hätte ich es, ich glaube nicht dass meine Wahl damals auf Latein gefallen wäre.

Auch meine akademische Laufbahn bereitete mich nicht auf mein wiederaufgenommenes Hobby vor, denn obwohl ich mich für kaum eine Wissenschaft so sehr interessiere wie für Geschichte verliess ich die RWTH als Diplomingenieur und nicht als Historiker. Zu guter letzt führt auch mein Beruf als Arbeitsinspektor mich eher in wirtschaftliche Betriebe, und nicht in Büchereien oder Archive.

Andererseits: welche Heraldiker haben schon die “richtige” Vorbildung? Gut, May und Atten waren Archivare, aber Adam-Even war Jurist, Loutsch war Augenarzt, Lenertz Beamter wie ich…. Klein war zwar Lehrer, aber für Biologie und nicht für Geschichte, usw. Sie alle mussten für ihr Hobby ihre Freizeit opfern. Deshalb kann ich Sprüche à la “Schuster bleib bei deinem Leisten!” oder “à chaqun son métier” die gelegentlich abgesondert werden, zumindest bezogen auf die Heraldik einfach nur als kreuzdumm bezeichnen.

Somit bin ich ein wenig darauf festgelegt Epigone zu sein. Das einzige was ich mit vertretbarem Aufwand noch machen kann, ist Wappen aus Büchern nachzuzeichnen, die andere zusammengestellt haben. Doch nun zeigte mir Michael Schroeder vor ein paar Wochen in einem Gespräch auf, wie ich mich mit den minimalen Ressourcen die mir zur Verfügung stehen dennoch für die Heraldik nützlich machen könnte: als verspäteter Lektor!

  • Das Buch ist inzwischen vergriffen! Hinzu kommt, dass viele Leser erst mal im Internet suchen, bevor sie sich durch eine Bibliothek quälen. Schon alleine deshalb ist es sinnvoll die Wappen mit ihren Quellenangaben hier online zu finden.
  • Da ferner der Autor des A.L. verstorben ist kann er leider keine Neuauflage mehr herausgeben. Das ist sehr schade, denn einige Leser wie z.B. Felix Papier hatten mir berichtet, dass er weitere Wappen vorstellen wollte, das ist nun nicht mehr möglich. Sie können nun aber zumindest online präsentiert werden. Auch z.B. die, welche Loutsch bewusst wegliess, etwa die Wappen der Gemeinwesen (z.B. Abteien, Zünfte, staatliche Stellen)
  • Und was ist mit Druck und anderen Fehlern die das Buch notwendigerweise enthält? Denn entgegen weit verbreiteter Grundschullehrermeinung reicht es nicht einfahch nur maximal akribisch, exakt, trennscharf und fleissig zu sein, Fehler schleichen sich immer ein, und sei es durch beteiligte Dritte (Setzer z.B.). Hier kann ich helfen!

In der Tat waren mir selber beim Umsetzen auch gelegentlich schon mal Fehler bei der Drucklegung aufgefallen, ab sofort ich will es mir zur Aufgabe machen diese Fehlerteufelchen zusammenzustellen und hier zu veröffentlichen und zwar unter:

Inzwischen habe ich schon einige entdeckt, bei anderen bin ich mir nicht sicher. Fehler sollten aber so schnell wie möglich mitgeteilt werden, auch wenn ich noch nicht überprüfen konnte, wie es denn nun “richtig” ist. Daher werde ich zu jedem den ich finde eine Kurzmittelung hier machen. Ein solcher Beitrag bekommt dann das “Tag”: Fehler im AL

An dieser Stelle denn auch ein Aufruf an alle Leser: Wem Fehler in dem Werk bekannt sind, hier melden!

Arbeiten zur besseren Quellenangabe

Um mein Versprechen vom 15. November halten zu können habe ich mit den dort erwähnten Arbeiten (Bearbeiten einer grossen Textdatei und Aufbohren des Lexikons) angefangen und bin schon weit damit fortgeschritten.

Der Leser bekommt das freilich nur mit, wenn er eins der neulich erst hochgeladenen Wappen konsultiert. Zum besseren Verständnis hier zwei ausgesuchte Beispiele erst neulich hochgeladener Wappen:

[alphabetic|in detail|synoptic|cronologic|gallery]

1 Picture Description
1 Colette, dit Lamormainy

Colette, dit Lamormainy

Zusätzlich zur Familie Colette, dit Lamormainy gibt Loutsch noch an:
Le même auteur (Abry) et Limbourg donnent à une famille Colette:

Armes:

Parti au I coupé d’argent au lion de sable et d’or à la quintefeuille de gueules, au II d’argent à trois fasces de sable, au franc-quartier d’or au sautoir de gueules.

Sources du Dr. Loutsch

Voir Bruck: Bourses d’Études.

Zitiert nach (Quelle): A.L. Seite 295

Diese Familie muss nichts mit Luxemburg zu tun haben, wird aber zitiert weil ihr Wappen dem der Colette, dit Lamormainy ähnelt. Siehe auch de Lamormainy.

Mediatags:argent, Armorial Loutsch, Armorial Loutsch 295, Coupé, fasces, franc-quartier, gueules, lion, or, Parti, quintefeuille, sable, sautoir, wappen,

2 de Custine de Wiltz - variante

de Custine de Wiltz – variante

Armes

Écartelé: aux I et IV de Custine qui est d’argent à la bande coticée de sable, aux II et III de Lombut qui est de sable semé de fleurs de lis d’argent, sur le tout de Wiltz qui est d’or au chef de gueules

Loutsch handelt das Wappen etwas kürzer ab, weil er zuvor die Wappen der einzelnen Herrschaften schon beschreiben hatte:

écartelé de Custine et de Lombut, sur le tout de Wiltz.

Sources du Dr. Loutsch:

(N./S.A.R. IV, P. 255.) Branche de la famille de Custine à qui échut par mariage la baronie de Wiltz, érigée en comté depuis 1629. Éteinte dans les Vassinhac d’Imécourt.

Zitiert nach (Quelle): A.L. Seite 310

Mediatags:argent, Armorial Loutsch, Armorial Loutsch 310, bande coticée, chef, écartelé, fleur de lis, gueules, or, sable, semé de fleurs de lis, sur le tout, variante, wappen,

Denn zwischenzeitlich sind in meiner Datenbank 3.048 Wappen, davon werden mindestens 2.587 bei Loutsch erwähnt. Um die Informationen nachzutragen muss ich im Prinzip jeden Eintrag einmal editieren. Nicht nur wird das viel Zeit in Anspruch nehmen, schlimmer noch ist dass mir dauernd neue Ideen kommen welche Informationen man noch verlinken oder taggen könnte. So z.B. welche Familie Herrin von welcher Seigneurie war, oder wer war Schöffe (Echevin), wer ist verwandt mit wem? Loutsch bietet hier ungeheuer reichhaltige Informationen.

Eine erste Vorarbeit ist inzwischen aber schon abgeschlossen: Damit die Links zu den Quellen nicht ins Leere laufen wurden in die HTML “Datei” unter /heraldik/quellen/armorial-loutsch/sources/ die Anker eingezogen damit seiteninterne Links funktionieren. Klickt man nun bei den Quellenangaben z.B. auf H.L.T. kommt man direkt zum zitierten Werk:

Jean-Claude Loutsch: Complément à l’Armorial des Duché de Luxembourg et comté de Chiny. Tiré a part du vol. LXXXI des Publications de la Section Historique de l’Institut Grand-Ducal, Luxembourg 1966.

Übrigens habe ich mir neulich ein Exemplar dieser Vorarbeit des Dr. gekauft.

Twenty eleven

Nachdem auch Z-Bensh mich nicht befriedigen konnte, habe ich nun erstmal das Standardlayout Twenty Eleven 1.2 vom WordPress team aufgelegt. Allerdings in Schwarz, was mir mit den Mouches volontes sehr entgegen kommt. Die Wappen kommen auf schwarzem Hintergrund auch ganz gut raus, abgesehen von ein paar älteren Zeichnungen, die ich wohl neu machen muss.

Tolles Plugin gefunden:CMS Tree Page View

WordPress ist immer noch in erster Linie eine Blogsoftware und ein Blog ist vereinfacht gesagt die moderne elektronische Form des Tagebuches. Einträge ins Tagebuch kennen keine Hierarchie und nur eine Reihenfolge: die zeitliche, ein Beitrag nach dem anderen. Recht früh wurden die Pages eingeführt. WordPress übernahm für sie die Datenstruktur der Posts, sie sind in derselben Tabelle $POSTS zu finden, es kamen nur ein paar Felder hinzu. Entsprechend behandelt WordPress die Pages im Adminbereich ähnlich wie Posts: sie werden linear aufgereiht, wenn die Seite voll ist, wird umgebrochen. Schwierig wird es, wenn man wie ich viele hat! Im Augenblick sind es All (329)|Published (329)|Trash (4), dafür braucht der Manager 17 Seiten um sie darzustellen. Und es werden, wie gestern angekündigt noch viele weitere dazu kommen, wie darin was wiederfinden? Ich weiß natürlich, dass die Page “défendu” unter Heraldik -> lexikon eingeordnet ist, aber ich käme nie darauf, dass der Manager sie unter Seite 10 eingeordnet hat!

Bislang ging ich, wenn ich eine bestimmte Seite editieren wollte immer so vor, dass ich im Frontend zu der entsprechenden Stelle navigierte, und dann, falls mein Themedesigner seine Pflichten erfüllte hatte, auf Edit drückte. Inzwischen gibt es seit Version 3.0 die eine weitere Möglichkeit sich zu behelfen:

Der schwedische Programmierer hat mit CMS Tree Page View das geeignet Mittel geschaffen das ich suchte. Nun werden die Pages auch im Admin Bereich strukturiert angezeigt und ich kann sie sogar sortieren! Damit wird das etwas in die Jahre gekommene MyPage Order im Prinzip überflüssig.