• Mit diesem Digitalisierungsprojekt hadere ich schon lange! Dabei waren Rolland und Bender als ich das Projekt Heraldik neustartete einer meiner Ausgangspunkte! Denn 2008 war ich, auf der Suche nach Inspiration ausgerechnet auf Bender und Rolland gestossen (1903), ein Werk das ich damals noch mit dem Armorial Général des J.B. de Rietstap identifizierte. In der frühen Phase des Neustartes lag mein Schwerpunkt auf dem Zeichnen und ich suchte Vorlagen, welche ich bei Rolland und Bender fand! Bald aber störte ich mich an der geringen zeichnerischen Qualität der Vorlage und inspirierte mich dann stärker bei Dr. Loutsch.


    Je stärker ich mich mit der Heraldik und ihren Quellen beschäftigte, desto weniger überzeugte mich Rolland und Bender. Im Februar 2013 begann ich mit den Digitalisierungsprojekten und fasste eine Ausweitung der Beschäftigung mit B&R noch einmal ins Auge, fand bald danach das Original lohnender, zumindest als Vorbild für eine Einleitung.
    Interessant blieben B&R noch wegen der Fremdsprachen, welche in meiner künftigen Umsetzung der Heraldiklexikons eine Prominente Rolle spielen sollen. Ich scannte die Seiten ein und gewann die französischen, englischen, deutschen, spanischen und italienischen Begriffe die ich in unmotivierter Form auch online stellte. Aber ich ignorierte das Projekt und führte es nur noch als Illustration zu Rietstap.
    In den vergangenen Wochen verriet mir Jetpack welches ich jetzt schon ein Jahr benutze aber, dass sich die Seite im Netz aber wohl doch einiger überraschender Beliebtheit erfreut. Also beschloss ich, sie doch nicht abzuschalten, sondern ihre Präsentation zu verbessern:

    • die einzelnen Sprachen, zuvor hintereinander dargeboten, wurden übersichtlich in den einzelnen Spalten einer einzigen großen Tabelle angelegt.
    • In dieser Tabelle wurde jeweils der französische Begriff mit dem Lexikon verlinkt. Denn das ist ja letzlich das Ziel: der Aufbau eines ordentlichen französischen Heraldiklexikon, die Digitalisierungen als Untermauerung.
    • Die zuvor eingescannten Tafeln wurden beschriftet und zwar mit einem Auszug aus der Tabelle. Hierbei berücksichtige ich nur französisch, englisch und deutsch, die Sprachen die ich selber beherrsche und ggf. Anfragen beantworten könnte.

    Ich präsentiere also hiermit im neuem Gewande:

    Die einführenden Tafeln von Rolland et Bender (1903)

    Es dürften noch Fehler drin sein, vor allem bei den italienischen, spanischen und englischen Begriffen, die mir nicht so ins Auge springen. Dieser werde ich von Zeit zu Zeit ausmerzen, sowie ich weitere Begriffe in mein Lexikon aufnehmen und dann in der Tabelle verlinken werden. Ich hoffe aber, die Leserschaft hiermit erst mal zufrieden stellen zu können.
    Hiermit ist dann auch ein weiterer Punkt (5) meines neuen alten Planes zur Aufwertung des Lexikons abgehakt.

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  • Das Digitalisierungsprojekt “Otto Titan von Hefners Handbuch” ist etwas vorangeschritten. Ab sofort stehen Vorwort die ersten beiden Kapitel des zweiten Teils bereit (ohne Fussnoten!):

    Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik, zweiter Teil; praktische Heraldik.

    Damit ist eine weitere Rate abgezahlt. Zusätzlich zu den schon im Dezember berichteten Schwierigkeiten fand ich bei diesem Teil erschwerend, dass OTvH, so viele, zumeist süddeutsche Beispiele gibt, für die er sich ein Abkürzungssystem ausgedacht hat, damit das Buch dünn bleibt:

    In der Blasonierung der Wappen schreibt man entweder den Namen der Farben ausführlich, z.B.: in rotem Felde ein goldener Löwe, oder: in Rot ein goldener Löwe, oder man gebraucht Abkürzungen und Zeichen. Als solche habe ich im Texte meines Wappenbuches

    • R. und r. für Rot,
    • B. und b. für Blau,
    • Gr. und gr. für Grün,
    • Pp. und pp. für Purpur,
    • und das Zeichen # für Schwarz

    eingeführt. Silber bezeichne ich mit S. und s. und Gold mit G. und g. die fragliche Aschfarbe mit a. Diese von mir eingeführten Abkürzungen haben ziemlich allgemeine Annahme gefunden, und ich bemerke hierzu nur, dass, da ich von dem heraldischen Grundsatze ausgehe, es seien nicht Weiß und Gelb, weil nur aushilfsweise angewendet, sondern die Metalle selbst, Gold und Silber, zu nennen, ich genötigt war, um Irrungen in Beziehung von S., welches bei Siebmacher Schwarz bedeutet, und S., welches bei mir regelrecht Silber bedeutet, für Schwarz ein besonderes leicht zu imitierendes und anwendbares Zeichen # zu wählen.

    Das überfordert natürlich die OCRs von Google welche natürlich auch durch Abgleich mit Wörterbüchern versuchen das Wahrscheinlichste aus dem Eingelesenem zu filtern. Aber wer wird schon, ohne de oben zitierten Text eine Beschreibung wie die folgende zu lesen verstehen mit ihren R., G. und # ?

    • Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne 1. u. 4., in G. ein b. Löwe, 2. u. 3. von R. u. G. geteilt; hinten a. u. d. in G. eine # Rose, b. u. c. in # ein s. Löwe: Graf Solms (1596).

    Zur besseren Lesbarkeit für MEINE Leser habe ich übrigens die identifizierten Wappenbeschreibungen zu Listen wie oben geformt. Viel Spass!

    Edit: kleine Zugabe, so müsste das von OTvH blasonierte Wappen der Grafen Solms aussehen:


    Nachtrag vom 14.5.: Vor meiner Nachbesserung, sah die von Google OCRisierte Wappenbeschreibung “Graf Solms” von oben, so aus:

    Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne I, u, 4,, in <3, ein b, Löwe, 2, u, 3, von N, u, <3, geteilt; hin ten », u, 6, in (3, eine G Rose, b, u, e, in G ein », Löwe: Graf Solms (1596),

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  • Bei der Wiederaufnahme meines Vorhabens eine eigene Einführung in die Heraldik zu schreiben, beschäftigt mich immer noch die Frage, “wie sollte ich die Elemente des Wappens am besten einteilen?“.
    Eng damit verbunden ist nämlich die Frage nach Reihenfolge, in der ich meinen Lesern die Elemente näherbringen will, diese ist vor allem aus didaktischen Erwägungen heraus wichtig. So plagt mich die Frage, was alles zu den Figuren gehört, denn ich ging von Pastoureaus Diktum aus, der meinte: Les armoiries se composent de couleurs et de figures.
    Demnach sind alle Elemente eines Wappens figures, welche die eine oder andere Farbe habe können. Ein (theoretisch:unendlich) grosser Schatz an möglichen Elementen schreit natürlich nach einer Einteilung und spätestens seit Claude-François Menestrier beeilen sich die Heraldiker auch eine zu liefern.

    Frühere Heraldiker, vor allem die französischen, haben die Heraldik absichtlich verkompliziert um eine elitäre Angelegenheit daraus zu machen (und sich selber unersetzlich; so glaubten sie zumindest), diesen Überbau versuchen moderne Wissenschaftler zurecht zurückzustutzen, dem will ich mich durchaus anschliessen. Und doch gilt es, auch die Irrwege zu berücksichtigen, denn sobald man ein altes Buch konsultiert stösst der Leser auf diese Begriffe! Also muss ich sie doch irgendwo, irgendwie behandeln.
    Als Vorstudie nehme ich mir also noch mal die Werke einiger Heraldiker der Vergangenheit vor, besehe wie sie es sahen und angingen und werde meine Schlüsse ziehen.

    Als ersten nahm ich mir nun denn Rietstap vor. Dieser hatte seinem viel verkauften Armorial Général u.a. eine kurze Einführung in die Heraldik und ein heraldisches Wörterbuch vorgestellt. Erstere ist kürzer und ich nahm sie mir als erstes vor (am Dictionnaire arbeite ich schon länger…):
    Meine Abschrift von Rietstaps Einführung in die Heraldik von 1884, wurde von mir nun in folgenden Punkten verbessert:

    • Bis auf eine Ausnahme, wurden alle Verweise, die Rietstap auf eigene Zeichnungen (jeweils auf seinen Planches) macht, von mir durch Links kenntlich gemacht, entweder auf eine eigene Zeichnung wo ich seine nachgeahmt habe, und bei Tafel 7, durch einen Link auf eingescannte Zeichnungen Rietstaps. Diese waren von ausreichender Qualität und brauchten nicht nachgezeichnet zu werden.
    • Wo sich Aufzählungen fanden, wurden HTML Listen eingeführt. Auf Papier sind lange Sätze dieser Art leicht lesbar, auf dem Bildschirm nicht.
    • Immer wenn ein heraldischer Fachbegriff zum ersten Mal oder an entscheidender Stelle vorkam, setzte ich einen Link auf einen Betrag in meinem eigenen (auszubauenden) Wörterbuch.
    • Einzelne Schlüsselwörter wurden mit Fettdruck hervorgehoben
    • Bei der Gelegenheit wurden auch mindestens 10, bislang übersehene Schreibfehler ausgemerzt! Die meisten betrafen Zahlen, Nummern von Zeichnungen, weil unverlinkt fielen die wahrscheinlich auch kaum auf.

    Bislang kann man festhalten, dass Rietstap die Partions wohl auch nicht als Figuren sieht und er deutet an, dass das von französischen Heraldikern geliebte, deutschen dagegen unbekannte Wort “meubles” für ihn ein Synonym für “figures” sein könnte. Das kann so aber nicht richtig sein. Aber vermutlich mache ich mir zuviele Gedanken. Pastoureau hatte mich ja gewarnt (im Traité d’héraldique): Informatiker fühlen sich vom heraldischen Code zwar angesprochen, gehen bei ihren Systematisierungen meistens viel zu weit. Le blason est un code, mais un code supple.

  • Hier, zum endlich auch spürbaren Frühjahrsanfang, noch mal ein längerer, programmatischer Artikel.

    Einher mit meiner Entscheidung, der theoretischen Heraldik einen eigenen Ordner zu spendieren, in dem ich die Seite “Wappenkunde” umwidmete, ging mein Entschluss, die Bemühungen um dieses Thema wieder zu verstärken. Nachdem ich mich 2014 fast ausschliesslich dem Zeichnen von Gemeindewappen aus Rheinland-Pfalz gewidmet hatte, greife ich damit meinen im Oktober 2013 schon skizzierten Plan wieder auf.

    Die Motivation zum aktuellen Plan

    Zwischenzeitlich hatte ich vor, unter “Wappenkunst” nur eine Textskizze einer künftigen Einleitung zu präsentieren und hatte auf einer untergeordneten Seite eine “eigene Einführung” begonnen. Diese eigene Einführung sollte ein ausführlicher Text werden, der meine ganz persönliche Sicht wieder gibt. Da ich aber nie Zeit fand eine solche zu schreiben und daher der ausführliche Text nie all zu weit über die Skizze hinauskam, stampfte ich diesen Torso wieder ein und überlegte mir Alternativen:

    • Statt eines gesonderten Textes zur Einleitung, habe ich die Skizze auf der Astgabel Wappenkunde selber etwas stärker ausgebaut.
    • Weiter folge ich dem Grundgedanken, dass der Leser im Netz ohnehin nicht gerne lange Texte sich reinzieht, sondern es anschaulicher mag: Weniger Text, dafür mehr Bilder, und wenn es ausführlicher gewünscht ist, bitte einen weiterführenden Link (auf fremde, am besten aber eigene Beiträge) anbieten.

    Eine solche Seite im Stil “weiterführende Links” hatte ich bereits vorher zum Thema Farbregeln angelegt. Wenn ich aber solche “weiterführende” Seiten für meine “Einführung” planen sollte, musste mir da nicht ins Auge springen, dass solche Seiten bereits existieren? Genau das taten sie, nämlich die, zur Zeit recht dürftigen Beiträge in meinem französischen Heraldiklexikon!
    Das brachte mich auf die Idee, statt einer allgemeinen Einleitung in die Heraldik eine solche zu schreiben, welche sich weitgehend auf das französische Blasonieren beschränkt. Damit schaffe ich nämlich einen Mehrwert, denn eine solche ist in deutscher Sprache eher selten anzutreffen. Dafür werden dann auch die bisher eher ausgesparten die Oberbegriffe wie “figures, meubles, attributs” oder allgemeinere wie “blason, armoiries, armorial” eingeführt werden müssen. Für bestimmte Themen, etwa “der Ursprung der Wappen”, welche man auch andenken könnte, dürfen dann doch Unterseiten zu “Wappenkunde” geschaffen werden.

    Teilvorhaben in naher Zukunft

    1. Als erstes gilt es sich einen Überblick über die französischen Heraldikbegriffe zu verschaffen. Mein Lexikon ist da alles andere als vollständig. Um die Lücken besser zu finden, diene die neu angelegte Seite Hierarchie der französischen Heraldikbegriffe. Diese inspiriert sich stark an der Struktur welche der Autor von Armoiries et blasons ausgemacht hat, und wird von mir aber noch überarbeitet werden.
      Hinzugefügt habe ich die “Attribute”, neben Farben und Figuren eine weitere, bislang von meiner Einführung eher vernachlässigte, wichtige Kategorie von Begriffen des Wappenwesens.
    2. Einer der sich stark mit diesen Attributen beschäftigt hat, war Henri Gourdon de Genouillac dessen Grammaire héraldique von 1853 ich daher unter die zu digitalisierenden Werke aufnahm.
    3. Dann will ich möglichst viele erläuternde Zeichnungen erstellen, was angesichts meiner mittlerweile umfangreichen Sammlung an Vorlagen kein Problem darstellen dürfte. Möglicherweise greife ich dann eine Idee auf, welche ich schon mal hatte, und stelle eine eigene Seite, nur mit Bespielbildern online.
    4. In dem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass ich die, wegen zu geringer Bedeutung des Werkes von Bender und Rolland eingestellten Digitalisierungsarbeiten wieder aufgenommen habe.
    5. Dann habe ich an einer weiteren Front die unterbrochenen Arbeiten wieder aufgenommen, und bin dabei, konsequent die Links auf (seine) Illustrationen und (meine) Heraldikbegriffe im Heraldiklexikon des Herren Rietstapps einzuführen. Einige Zeichnungen werden dabei sicher noch anzufertigen sein.
    6. Danach werde ich anfangen, zumindest schon mal die Zitate in die Heraldikbegriffe einzuarbeiten, wie beim Begriff Adler (aigle) schon vorgemacht.

    Die aufgegebene Skizze zur Einführung in die Heraldik

    Hier noch, um sie für die Nachwelt zu erhalten, die ursprüngliche Skizze zum meiner Einführung in die Heraldik, welche jetzt fast zwei Jahre unter “Wappenkunst” feilgeboten wurde, und aus der ich die aktuelle Fassung unter Wappenkunde nach und nach herausarbeiten will:

    Ein langfristiges Ziel ist, dem Leser eine Einführung in die Heraldik zu bieten. Mein eigener Entwurf einer Einführung in die Heraldik der in diese Richtung zielt, ist noch nicht ganz fertig und muss noch überarbeitet werden. Nein, eigentlich steckt er immer noch in den Kinderschuhen! Ich versuche mal die folgende:

    Kurzfassung meiner (angedachten) Einführung in die Wappenkunst

    • Ich habe ein Schild (écu) oder auch keins, welche Form dies auch immer haben möge,
    • dieses kann ich einfärben. Übliche “heraldische” Colorierungen (émaux) sind die beiden Metalle (métaux) Gold (or) und Silber (argent), sowie die Farben (couleurs) rot (gueules), blau (azur), schwarz (sable) und grün (sinople), seltener ist noch purpur (pourpre) zu finden. Es werden weitere Farbgebungen verwendet, lösen beim Heraldiker aber ein Naserümpfen aus, denn sie gelten nicht als klassische heraldische Farben. Heraldisch sind dagegen bestimmte Pelzwerke (fourrures wie Hermelin (hermine) und Feh (vair) welche auch als besondere Farbangaben verbreitet sind.
    • Dann kann das Schild durch sogenannte Teilungen1 (partitions) in mehrere Felder (champs) aufgeteilt werden. Die wichtigsten Teilungen sind die Querteilung (coupé), die Spaltung (parti), die Schrägrechtsteilung (tranché) und die Schräglinksteilung (taillé). Durch Superposition dieser Teilungen erhält man weitere: die Kombination von coupé und parti ergeben die wichtige Vierteilung (écartelé), tranché und taillé ausgeführt ergibt die Schrägvierteilung(écartelé en sautoir) und alle vier Grundteilungen übereinander gelegt führen zum geständerten Feld (gironné).
      • Diese Teilungen erfolgen durch Schnitte (traits oder lignes), welche mittels geraden Strichen durchgeführt werden, es sei denn, es wurde was anderes angegeben. Dann können diese Striche die unterschiedlichsten Formen annehmen. Hervorzuheben seien die häufigsten: das (vivré), das (engreslé) und das (dentelé).
      • Diese Operationen der Teilung können theoretisch beliebig oft wiederholt werden, in der Praxis aber seltener als 11 mal. Wiederholt man z.B. die Spaltung zweifach, erhält man eine Dreiteilung (tiercé) des Feldes. Etwas komplizierter ist es oft im französischen eine solche Mehrfachteilung korrekt zu “blasonieren”, also die Wappenbeschreibung anzugeben. Die Franzosen machen da ganz komische Verrenkungen, eine Erläuterung passt aber nicht in eine Kurzfassung.
    • Jedes der durch diese Schnitte erzeugten Felder, oder aber auch das ganze ungeteilte Schild kann mit Figuren (figures) belegt (chargé) werden. Bei den Figuren unterscheiden wir zwischen den Stücken (pièces) und den (meubles):
      • Die (pièces) müssen den Rand des Feldes berühren, es sei denn es wurde durch das Wort (alésé) oder anders vermerkt dass dem nicht so sei. Die 11 wichtigsten sind der Balken (la fasce), der Schrägbalken (la bande), der linke Schräg-Balken (la barre), das Schildhaupt (le chef), der Pfahl le (pal), das Kreuz (la croix), das Schräg- oder Andreaskreuz (le sautoir), der Sparren (le chevron), das Freiviertel (le franc-quartier), der Rand, auch noch Einfassung genannt (la bordure) und nicht zu vergessen das Herzschild (l’écusson).

        Wie bei den Schnitten der Teilungen kann auch die Berandung der Stücke entweder gerade oder auch krumm sein, also dieselben Formen annehmen wie bei den partitions.

        Überhaupt sind die Stücke (pièces) für den Laien auf den ersten Blick nicht von den Teilungen (partitions) zu unterscheiden, und auch viele Heraldiker weigern sich sie gesondert zu betrachten. Im französichen ist diese Unterscheidung aber üblich.

      • Die sogenannten gemeinen Figuren (meubles) berühren dagegen den Rand in aller Regel nicht, es sei denn es wurde mittels des Wörtchen “mouvant” genau so verfügt, oder höchstens noch wenn der Künstler Schwierigkeiten hat die Figur ganz aufs Feld zu bekommen. Daher ist ihre Position im Feld auch nicht festgelegt, sie sind sozusagen mobil, so bekam dieser Sammelbegriff auch seinen Namen (meuble). Bei den Meubles gibt es eine sehr grosse Vielfalt:
        • Tiere aller Arten, insbesondere Vierbeiner (quadrupèdes), hier vor allem der Löwe (lion), der Hund, dabei zumeist als Windhund(lévrier) oder als robuste Bracke (chien braque ) und der Bär (ours), Vögel (oiseaux), hier hervorzuheben der Adler (aigle) und die Merlette (merlette), aber auch Fische (poissons) in Luxemburg vor allem als Lachs (saumon) oder Barbe (bar), Insekten etc.;
        • Der Mensch (homme), von vielen, vor allem von älteren christlicheren Heraldikern gerne noch vor den Tieren genannt und von wiederum anderen, zumals späteren keck gar dem Tierreich zugeordnet, und seine Bestandteile! Hier besonders die dextro- und senestrochères genannten, meist aber nicht notwendigerweise bewaffneten Arme);
        • Pflanzen aller Art, als da wären Blumen und hier besonders zu erwähnen die Lilie (fleur-de-lis) und die Rose (rose), die Bäume (arbres) und ihre Blüten, Blätter (feuilles) und Früchte, usw.
        • Die Himmelskörper, wie die Sonne (soleil), der Mond (lune oder häufiger croissant), Kometen vor allem aber die Sterne (étoiles) mit unterschiedlicher Anzahl von Strahlen (rais).
        • die künstlichen Figuren,
          • wie Werkzeuge, Geräte, Fahrzeuge, Bauwerke – hier besonders die Türme (tours) und Schlösser (châteaux),
          • Kleidung, Waffen besonders die Schwerter (épées) und Helme (casques)
          • Dann gibt es Kreuze nicht nur als Pièce, sondern in ihren sehr vielfältigen Aussprägungen auch als meuble, sowie auch andere Zeichen (marques).
          • einfache geometrische Figuren, wie die Raute in vielerlei Abarten (z.B. als losange, macle, ruste..) und besonders die Kreise (als bésant oder tourteau).

          Bei dieser Unterkategorie sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.

        • Zuletzt noch die Ungeheuer (figures chimèriques), Tiere welche die Menschen sich ausgedacht haben, hier besonders hervorzuheben die Greifen (griffons) wobei man bekennen muss, dass die Menschen im Mittelalter durchaus an die Existenz einiger dieser Biester geglaubt haben, die ihnen nicht märchenhafter vorkamen als Löwen, Tiger oder Krokodile.

        In jedem Feld kann nur ein einziges meuble sein, oder mehrere. Dann gilt es anzugeben wie sie angeordnet (ordonné, rangé), bei Tieren sind oft noch unterschiedliche Tierstellungen möglich die angegeben werden müssen: aufrecht (rampant), schreitend (passant), rennend (courant), schwimmend (nageant) oder bei Flugtieren noch fliegend (volant) etc.

    • Ein Wappen kann auch Elemente enthalten, welche ausserhalb des Schildes plaziert sind, wie der Helm (casque oder heaume), die Helmdecken (lambrequins), die Helmfigur (cimier), Schildhalter (Tenants wenn die haltende Figur zumindest teilweise menschlich ist, ansonsten Supports), der Wahlspruch (cri oder devise), bei hochadligen Trägern oder Staatswappen noch der Mantel und weitere Elemente.
    • Beim Verwenden aller dieser Elemente sind bestimmte Regeln zu beachten, vor allem die sehr wichtige Farbregel, dass Metall nicht auf Metall und Farbe nicht auf Farbe liegen darf.
    1. es gibt keine wirklich gute deutsche Entsprechung für “partition” []
  • Für Mai habe ich mich wieder für ein Theme entschieden, das ich unter “featured” fand:

    Cloudy, von AOE (http://www.aoe.com/en/legal-information.html)

    Für eine Bewertung habe ich jetzt, wie schon das Vorgängertheme im April, keinen Nerv. Nur soviel: Es fällt schon positiv auf:

    • weil die Navigation nicht mitausgedruckt wird,
    • die Bilder nicht ungefragt, unnötig “riesig” dargestellt werden,
    • und die schöne, ausgewogene Farbauswahl.
  • Ich habe letzte Woche weitere Neuanordnungen im Bereich Heraldik vorgenommen, die aus Gründen der Konsequenz notwendig geworden waren, nachdem ich meine Entscheidung die Wappensammlung aus der Wappenkunde auszugliedern umgesetzt hatte:

    1. Nachdem die Theorie der Heraldik nun unter “Wappenkunde” abgehandelt wird, musste sie aus “Wappenkunst“, wo sie zuvor zur Sprache kam entfernt werden.
    2. Die Einleitung des Baron de Renesse, wo er sein System erklärt wie man anhand der Schildesbilder ein Wappen im Rietstapp finden kann, musste aus der Wappensammlung zu den Digitalisierungen wechseln. Dabei las ich den Aufsatz noch mal, er ist interessant und ich werde in weiter ausbauen.
    3. Unter der Wappensammlung drohte der Ordner “Wappenlisten” zum Mülleimer zu verkommen, dabei ist er gedacht um umgesetzte Wappenbücher (Armorials) aufzunehmen. Ich führte dafür einen neuen Mülleimer “Familien” und “Amtswappen” ein, um der allgemein geläufigen Einteilung der Wappen gerechter zu werden.
    4. Dafür reihte ich eine andere Seite zur inversen Wappensuche, die Table heraldique des Dr Loutsch, wieder unter “Armorial Loutsch” ein, da wo sie hingehört.
  • Nachdem ich vor ein paar Wochen, den Ordner Wappenkunde in Wappensammlung umgetauft hatte, weil letzterer Name den Inhalt besser beschreibt, habe ich die Suchmaschinen wohl alle nachhaltig verwirrt. Da die Verwirrung nun einnmal angerichtet ist, habe ich weitere Veränderungen durchgeführt, welche ich zuvor aus eben jenem Grunde, die Suchmaschinen nicht ins Leere laufen zu lassen vermeiden wollte:

    • Den Ordner “Wappenkunde” richtete ich wieder ein, und will ihn künftig der “Theorie der Heraldik” widmen. Dort soll denn auch in Zukunft meine eigene “Einführung in die Heraldik” entstehen.
    • Ursprünglich wollte ich gerade jene Themen eher unter “Wappenkunst” abhandeln, weil “Wappenkunde” ja meine Wappendatenbank beherbergte. Dieses widme ich nun wieder seinem ursprünglichen Zwecke: Entwurf und Zeichnen von Wappen um. Dadurch passten die beiden sehr früh digitalisierten Werke
      1. die Einführung von Boncourt Grammaire du blason (1885)
      2. und die Einfuhrung durch Rietstapp (1884)

      aber nicht mehr in diesen Kontext und ich reihte sie jetzt, wie die späteren Arbeiten auch, unter die Digitalisierungen ein.

    • Dadurch erhielt dieser sechs Unterordner und so bot es sich an, den Ordner “Digitalisierungen” aus “Quellen”, auch wenn es welche sind, wieder auszugliedern und ihm eine eigene Ebene spendieren. Ich muss dann nicht mehr so streng unterscheiden, zu welchem Themengebiet genau sich der längst verstorbene Autor ausgelassen hatte.
  • Für April entschied ich mich für das Theme “Modern Notepad”.
    theme-modern-notepad
    Es macht einen guten Eindrck. Vielleicht etwas “boxy”, aber mich beeindruckt, dass ich hier zum ersten Mal seit langem mal wieder eins gefunden habe, wo die Navigation beim Ausdrucken nicht mitgedruckt wird.

    Tags:

  • Ich habe wieder etwas gemacht, was die Suchmaschinen gar nicht mögen, was ich aber als notwendig erachtet: ich habe einen Ordner umbenannt!
    Ich hatte zunächst einmal alle Wappen unter “Wappenkunde” untergebracht, weil ich das Wort als “Kenne das Wappen” auslegen wollte. Mit dieser gewagten Interpretation stehe ich aber ziemlich alleine und spätestens ein Artikel über die Kartei des Vereines Herold, wie diese die Beiträge einordnen veranlasste mich dazu, nicht länger von Beiträgen zur Wappenkunde, sondern von meiner Wappensammlung zu sprechen. Ich habe inzwischen die meisten internen Fehllinks entdeckt und behoben. Bis Google und Wikepedia nachziehen kann noch was dauern.
    Später werde ich wieder eine Page “Wappenkunde” anlegen, diesmal mehr im Sinne von “theoretische Heraldik“, diese ist z.Z. unter “Wappenkunst” verortet. Letztere wird sich dann stärker dem Zeichnen von Wappen widmen, derweil ich die Handbücher dann unter “Wappenkunde” führen will.

  • Neben der Erfassung der deutschen Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Saarland, ist das zweite große Teilprojekt an dem ich zur Zeit arbeite, die Digitalisierung einiger Bücher von Otto Titan von Hefner, welches ich im November begonnen hatte.
    Die beiden Projekte haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick ausschaut: Als Luxemburger bin ich gewohnt auf französisch zu blasonieren, die deutschen sind mir dann oft unverständlich gewesen. So war ich auf der Suche nach einführenden deutschen Werken und fand den Hefner als eine Empfehlung Rietstapps aus dem 19. Jahrhundert.

    Über die Schwierigkeiten, welche diese Digitalisierung bereitet habe ich ja bereits im Dezember berichtet. Bevor ich das ganze sang- und klanglos aufgebe, fand ich es angebracht, den Text dann wenigstens in Etappen zu veröffentlichen. Ich fing also mit dem ersten Teil an.

    Am 31. Januar hatte ich, ohne es groß zu verkünden, dann auch schon mal eine Seite hier eingerichtet:

    Dort ging es nur bis zum Kapitel über die Schilde.
    Heute liefere ich den ersten Teil der Schildesbilder “A von den Heroldsstücken” nach. Die interessantesten Teile des ersten Buches sind damit veröffentlicht.

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