Der Lehrstuhl für Geschichte der Technik existiert wohl nicht mehr

Aus den Augen, aus dem Sinn. Dabei lese ich fleissig immer die Alumni News1 und es ist mir doch entgangen, dass Professor Walther Kaiser vor mehr als zwei Jahren emeritiert wurde. An seinem Lehrstuhl für Geschichte der Technik hatte ich nicht nur einen Schein belegt, sondern auch eine Studienarbeit angefertigt und er war der einzige meiner Hochschullehrer mit dem ich mehr als an einer Hand abzählbare pro forma Gespräch geführt habe. Die RWTH Aachen war und ist leider eine Massenuniversität, der Student bekommt in der Regel von seinem Hochschullehrer kaum was mit. Selbst mit Professor Hosfeld, der doch immerhin meine Diplomarbeit mit seiner Unterschrift sanktionierte führte ich nur drei Gespräche, das Einstellungsgespräch und die Wortwechsel, besser meine artige Antwort auf seine freundlichen Fragen während des Dipomvortrags eingeschlossen (ich habe ihn dennoch in sehr guter Erinnerung, auch wenn ich kaum noch weiss, wie er aussah).
Erst der Brokenlinkchecker machte mich dadurch dass die Homepage seit einiger Zeit unerreichbar bleibt darauf aufmerksam, dass der gesamt Lehrstuhl verschwunden ist! Beim Lehr- und Forschungsgebietes Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte der RWTH Aachen fand ich immerhin den Eintrag, was aus seinem Forschungsgebiet wurde! Auf der Seite http://www.wisotech.rwth-aachen.de/?page_id=3574 steht unter ehemalige Mitarbeiter:

Der Lehrstuhl entstand 1969 durch die Umwidmung der Professur für Europäische Geschichte, die von 1964 bis 1969 von Prof. Dr. phil. Albert Mirgeler (1901-1979) besetzt wurde. 2012 wurden auf das bisherige Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts- und Sozialgeschichte die Aufgaben des bisherigen Lehrstuhls für Geschichte der Technik übertragen. Das Institut trägt seither die Bezeichnung: Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte. Lehrstuhlinhaber der Technikgeschichte war von 1987 bis zu seiner Emeritierung Univ.-Prof. Dr. phil. Walter Kaiser.

Prof. Walther Kaiser dürfte einem grösseren Publikum bekann sein, als Autor des zweiten Teils des 5. Bandes der Propyläen Technikgeschichte: “Technisierung des Lebens seit 1945”.

Aber es sind noch weitere Lehrstühle verschwunden. Seite http://www.elektrotechnik.rwth-aachen.de/go/id/qsj der Fakultät für Elekrotechnik klärt auf:

Name Professur/Institut Kontakt
Universitätsprofessor i.R. Dr.rer.nat.habil. Thomas Bemmerl Lehrstuhl für Betriebssysteme www.lfbs.rwth-aachen.de/
Universitätsprofessor i.R. Dr.-Ing. Bernhard Hill Institut für Farbwissenschaft und Farbbildbearbeitung
thematisch fortgeführt in der gleichnamigen Forschungsgruppe)
www.ite.rwth-aachen.de/
Universitätsprofessor i.R. Dr. phil. Walther Kaiser Lehrstuhl für Geschichte der Technik  
Universitätsprofessor i.R. Dr.-Ing. Bernhard Walke Institut für Kommunikationsnetze
(thematisch fortgeführt in der gleichnamigen Forschungsgruppe)
www.comnets.rwth-aachen.de/

Ich verzichte darauf die Links zu setzen, die Seiten werden vermutlich eh bald abgeschaltet.

  1. eine Abschrift der Alumni News stelle ich gelegentlich auf http://www.aachen.lu/tag/alumni/ []

Chamberwahlen für Auslandsluxemburger

Zum 1. Oktober 2007 wurde ich Grenzgänger da verlegte ich meinen Wohnsitz ins deutsche Langsur, arbeitete aber weiter für die ITM in Luxemburg. Als guter Beamter bin ich grundsätzlich gesetzestreu und habe mich selbstverständlich auch in meiner neuen Gemeinde (Verbandsgemeinde Trier-Land) angemeldet und verlor damit mein passives Wahlrecht in Luxemburg, weil ich keinen Wohnsitz in Luxemburg mehr habe. Da es ohnehin unwahrscheinlich ist, dass ich einmal für ein Abgeordnetenmandat in der Luxemburger Chamber kandidieren werde, nahm ich dies weniger tragisch, ich hatte ja noch mein aktives Wahlrecht. Dieses geltend zu machen, erwies sich aber als schwieriger als ich vermutet hatte!
Schon zu den Kammerwahlen 2009 wollte ich es ausüben und fragte damals im Innenministerium nach, was ich dazu denn zu machen hätte, die verwiesen mich an die letzte Gemeinde in der ich in Luxemburg gemeldet gewesen wäre. Das war damals noch Künzig. Dort rief ich an, und der Beamte teilte mir erfreut mit, dass ich noch im Wählerverzeichnis geführt würde. Als ich nachfragte, wie ich das Wahlrecht denn nun konkret ausüben könnte kam seine Antwort:

Sie müssen gar nicht, da Sie ihren Wohnsitz im Ausland haben, sind Sie davon befreit!

Er hatte den Grund meines Anrufes also gründlich missverstanden; in Luxemburg gilt Wahlpflicht und er glaubte wohl, die Sorge um die im Wahlgesetz angedrohten Strafen fürs Nichtwählen trieben mich um. Dabei geht es mir darum, dass ich wählen WILL. Damals meinte er dann, ich könnte am Tag der Wahl einfach vorbei kommen und wählen, ich stünde ja im Wählerverzeichnis oder halt Briefwahl beantragen. Briefwahl finde ich wiederum nicht so toll, weil man seine Meinung dann schon im Voraus festlegen muss und sich nicht in letzter Minute noch umentscheiden kann. Ich stellte es mir auch nett vor, an dem Tag dann ins Heimatdorf zu fahren, wählen, Verwandte besuchen…
Bald danach kamen mir Zweifel, wie würde mir dann die Wahlaufforderung zugestellt werden? Ins Ausland? Meine Nachforschungen ergaben, dass ich gründlich in die Irre geleitet worden war. Artikel 1 des Wahlgesetzes von 18 Februar 2003 besagt nämlich:

Pour être électeur aux élections législatives il faut:

  1. être Luxembourgeois ou Luxembourgeoise;
  2. être âgé de dix-huit ans accomplis au jour des élections;
  3. jouir des droits civils et politiques;
  4. être domicilié dans le Grand-Duché de Luxembourg.

Les Luxembourgeois domiciliés à l’étranger sont également admis aux élections législatives par la voie du vote par correspondance.

Da stand es also schwarz auf weiß: Der Luxemburger der im Ausland lebt, MUSS sein Recht per Briefwahl geltend machen, wenn er überhaupt wählen will!
2009 habe ich dann auf das Wählen verzichtet, es war mir nicht so wichtig. Nun gibt es dieses Jahr vorgezogene Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer in Luxemburg und zwar am 20. Oktober. Diesmal will ich unbedingt mein Wahlrecht ausüben, also informierte ich mich frühzeitig, was zu tun sei.

Als erstes erkundigte ich mich auf der Website http://www.elections.lu, dort stand Anfang August aber nur, wie die Sitzverteilung 2009 letztlich war. Besser sah es bei der Christlich Sozialen Volkspartei aus, die waren da schon ausführlicher und boten eine Informationsseite zur Prozedur für die Beantragung der Briefwahl: http://wahlen.csv.lu/breifwahl/. Ein Satz aber beunruhigte mich:

Am Fall, wou Dir am Ausland wunnt, ass et noutwenneg, datt Dir eng Kopie vun Ärem Pass zesumme mam Bréif aschéckt. De Pass muss nach gülteg sinn. Et brauch awer keng “copie certifiée conforme” ze sinn, mä eng einfach Kopie vum Pass geet duer.

Ich hatte keinen gültigen Pass mehr, aber ich hatte ja noch meine Carte d’identité, welche dereinst von der Gemeinde Clemency ausgestellt worden und noch ein paar Jahre gültig war. So rief ich dann in Kaerjheng an um zu fragen, ob eine Kopie davon es auch tun würde. Dazu schaute ich erst mal auf der Homepage der Fusionsgemeinde nach, fand dort sogar ein gemeindeeigenes Formular welches den Fall eines Luxemburgers der im Ausland lebt aber gar nicht vor sah, sondern nur:

Anlass meiner Anfrage

  • 1) am Wahltag befinde ich mich im Ausland (notwendige Bescheinigung: z.B. Bescheinigung des Reisebüros)
  • 2a) am Wahltag bin ich wegen beruflicher Gründe abwesend (notwendige Bescheinigung: Bestätigungsschreiben des Arbeitgebers )
  • 2b) wegen meiner Auslandstudien (notwendige Bescheinigung: Schuleinschreibung)
  • 3) wegen meiner eingeschränkten Fortbewegungsmöglichkeiten aufgrund meines Gesundheitszustandes/körperlichen Leidens, habe ich Schwierigkeiten an den Wahlen teilzunehmen (notwendige Bescheinigung: ärztliches Attest)
  • 4) ich bin älter als 75 Jahre (keine Bescheinigung notwendig)

Ich rief am 20. August in Bascharage an und diesmal stieß ich auf einen Beamten der sein Wahlgesetz gut kannte: Herrn Achen. Der teilte mir nicht nur mit, dass die Carte d’identité alleine es nicht tut, er erklärte mir auch gleich warum: Da die Carte d’identité nur von Luxemburger Gemeinden ausgestellt werden kann und ich als im Ausland gemeldeter Staatsbürger per Definition gar keiner Luxemburger Gemeinde angehören kann, ist der Pass den die Passbehörde ausstellt, das einzige Luxemburger Ausweisdokument das ich erhalten kann. Er erklärte mir freundlicherweise auch gleich, dass man den Pass recht zügig bekäme, es bestimmt noch reichen würde die Frist bis zum 20. September einzuhalten.
Dann rief ich gleich danach auf der Passbehörde an, wie das ginge. Die verlangten von mir:

  • Den alten Pass abzugeben,
  • Eine Meldebescheinigung der deutschen Gemeinde in der ich jetzt wohnte,
  • und 50 Euro.

Das Problem bereitete der zweite Punkt: Natürlich hatte ich mir 2011 beim Umzug nach Igel eine ausstellen lassen, die Passbehörde verlangt eine die nicht älter als drei Monate ist!
Also rief ich auf der Gemeindeverwaltung Trier-Land an, weil ich fragen wollte, ob sie mir eine neue Bescheinigung zustellen können.

Oh nein, sie müssen schon hier vorbei kommen, denn sehen Sie, solche Bescheinigungen sind gebührenpflichtig!

Kostete 5 Euro. Als ich die dann hatte, ging es zunächst mal ganz fix: bin sofort (am 22. August) auf Passbüro gegangen, die haben das erforderliche biometrische Foto gleich selber geschossen, ich zahlte 50 Euro, und mir wurde beschieden, dass ich am 2. September schon das Dokument abholen könne.
Am 2. September ging ich hin und es wurde mir tatsächlich der Pass ausgehändigt. So einfach war das? Wird jetzt alles gut?
Natürlich nicht, jedenfalls nicht so schnell. Inzwischen hatte ich noch im Amtsblatt des (deutschen) Kreises gelesen, dass eine beglaubigte Kopie des Passes einzureichen sei!? Das wäre ärgerlich, macht aber Sinn. Mist, hatte ich vergessen die Beamten vom Passbüro zu bitten mir sowas zu erstellen. Andererseits hatte die Info der CSV versichert, dies sei nicht erforderlich. Wieder in Bascharage angerufen, der Beamte Achen war leider in Urlaub, der Vertreter ging auf Nummer sicher und meinte: “wäre schon besser beglaubigt!“. Ich habe dann kurzentschlossen meinen Vorgesetzten gefragt, was da zu tun sei? Er witzelte, wir wären doch auch eine Behörde, ob unser Stempel das nicht leisten könne? Naja, mir selber meine eigene Kopie beglaubigen?
Jedenfalls erlaubte er mir am 3. September nach Bascharage zu fahren und dort alles persönlich abzugeben. Die Gemeindeverwaltung konnte so das Original selber sehen. Jetzt müsste ich mit der Prozedur durch sein, und hoffe, dass ich nach dem 20. September die Wahlunterlagen bekomme! Elections.lu meint dazu:

Si le requérant remplit les conditions, le collège des bourgmestre et échevins lui envoie pour le 30 septembre 2013 au plus tard, sous pli recommandé avec accusé de réception, la lettre de convocation, le bulletin de vote et les enveloppes électorales avec l’adresse du bureau électoral auquel l’électeur doit renvoyer les bulletins de vote pour le 20 octobre au plus tard.

D.h. wenn ich bis zum 30. September die Sachen nicht habe, ist doch noch was schief gelaufen!
Also, bis jetzt habe ich, neben vielen Nerven 55 Euro in mein Wahlrecht investiert. Nun verstehe ich noch besser, warum so viele Luxemburger die Wahrheit im Ausland leben, offiziell bei Verwandten als angebliche Mitbewohner gemeldet bleiben.
Es steckt, anders als ein weit verbreitetes Vorurteil glauben machen will, wohl nicht immer der Wunsch dahinter, das Sozialsystem übers Ohr zu hauen!
Grade frage ich mich: Wen nützt es eigentlich, wenn die Auslandsluxemburger nicht mitwählen, weil das Wählen mit so viel Aufwand verbunden ist? Naja, ab nächstem Jahr sollen wir ja vielleicht doch das Recht auf eine Carte d’identité bekommen….

Präsident der Amicale

Seit Donnerstag abend bin ich jetzt Präsident der “Amicale des anciens étudiants de l’école polytechnique d’Aix-la-Chapelle”, also dem Verein der Absolventen Aachener Hochschulen.
Ich bin damit der Nachfolger von Freund Louis PHILIPPE, der seit 2003, also 10 Jahre lang Präsident war.
Interessanterweise wiederholt sich hier die Geschichte in dem Punkt, dass ich Jahre 1993 als Präsident des Studentenvereins AV d’Letzeburger ebenfalls Nachfolger von Louis Philippe war.

vorgehabte, nie geschriebene Postings

Zum Jahresende ziehe ich immer gerne Bilanz und bei den Vorbereitungen zu dieser Bilanz “Wiesel.lu 2011” fiel mir ein Zettel in die Hände mit Titeln von Beiträgen, die ich noch verfassen wollte “wenn ich dazu komme” und das erfolgte dann nie. Neben den üblichen Begründungen (zuviel andere Anforderungen, eine unerwartete Operation etc.) mache ich für diesen beklagenswerten Umstand vor allem einen Mechanismus verantwortlich, der mich offenbar vom Schreiben abhält:

  1. Mir kommt eine Idee: Hey, darüber müsstest Du was schreiben.
  2. Dann denke ich, eine kurze Mitteilung à la twitter liest kein Mensch, interessiert kein Mensch und wenn mich überzeugt habe, dass es mir sch.. reichlich egal ist ob es überhaupt wer liest, befinde ich: um sich damit zu befassen musst Du weiter ausholen und dem Leser, also im Zweifelsfall nur mir selber, etwas mehr bieten als eine Kurzmitteilung.
  3. Dann fange ich an zu recherchieren und schon erweitert sich ganz automatisch das Thema, zu leistende Vorarbeiten fallen mir ein, ich setze mich an die Umsetzung dieser Vorarbeiten und diese implizieren weitere, etc.
  4. Dann setzt die Selbstzensur ein: Und wenn es doch z.B. ein pensionierter aber streitlustiger Leser mit zu viel Zeit es liest? Vielleicht fühlt der sich angegriffen und ich “ernte wieder Sturm“. Oder möchte ich genau das? Lieber beschimpft als unbeachtet, oder ? Ach, später…
  5. Am Ende ist es soviel vorzubereiten und abzuwägen, dass ich “nicht mehr dazu komme”.

Um diesem Teufelskreis zu entkommen, zähle ich jetzt einfach alle Artikelchen die ich vorhatte auf, und erkläre. Zu folgenden Themen hatte ich vor, mich zu äussern:

Vereine und soziales

Zu melden gäbe es hier, dass ich, nachdem ich gehört hatte dass es den Verein doch noch gäbe, meine Mitgliedschaft für 2011 und 2012 bei der ALGH erneuert habe. Hintergedanke wäre ein Austausch mit in Luxemburg tätigen Heraldikern und der Wunsch nach Unterstützung bei meinen Heraldikprojekten. Bislang habe ich dennoch nichts vom Verein vernommen.
Weiter wollte ich melden, dass ich mir, nach jahrelangem Zögern nun doch ein Konto bei Facebook zugelegt habe. Obwohl ich nur zwei zu meinem Namen zusätzliche Angaben machte (meine Herkunft aus Clemency, und mein Diplom von der RWTH Aachen) wuchs sich mein Kreis virtueller Freunde binnen kurzem zum Konveniat meiner Aachener Studentenzeit aus und ich freute mich ganz besonders jene Freunde wiederzufinden, die nicht Mitglied bei der Amicale der “alten Aachener” sind.

Interesseschwerpunkt Geschichte

Im Jahre 2011 hatte ich mir zwei geschichtliche Vorträge angehört und fleissig Notizen genommen, welche ich eigentlich zu Artikeln verwerten wollte. Vor allem der erste, im Rahmen der Armut- Ausstellung gehaltene Vortrag über die Armut in der Antike von Prof. Dr. Elisabeth Herrmann-Otto, Uni Trier mit dem Titel “Wandlungen der Armut in der römischen Antike. – Von einer römisch-vorchristlichen zu einer römisch-christlichen Gesellschaft” war hochinteressant. Aber, ich brachte nichts zu Papier.
Zum Thema “AVLhistory” (http://www.aachen.lu/avlhistory) wäre zu melden, dass sich im Laufe des Jahres ein Dr. Wolf bei mir gemeldet hatte, der mich mit Frau Delperdange bekannt machte, welche mir einige Dokumente aus dem Besitz von Fritz Kintzlé gab, einer der ersten Luxemburger Studenten in Aachen (Abschluss 1876) und später Hüttenwerksdirektor von Aachen Rothe-Erde. Interessant dabei eine Zusammenstellung von Glückwunschtelegrammen die er zum 25. Dienstjubiläum 1904 erhielt, vier Jahre bevor er starb.

zur Heraldik

Fast alles was ich dieses Jahr zu dem Thema, ja überhaupt auf wiesel.lu anfertigte, lief darauf hinaus das Projekt Armorial Loutsch online umzusetzen. Ja ich mache Umfang und erforderliches Vorgehen dieser selbstgewählten Aufgabe mitverantwortlich dafür, dass meine Kreativität dieses Jahr so erstickt ist.

Geplante Teilvorhaben zum AL

..deren Umsetzung noch aussteht wenn ich nicht darauf verzichte sind:

  1. Erstellen und Veröffentlichen einer Liste der Herrschaften (Seigneuries), die im AL erwähnt werden
  2. Eine Liste der “Gefangenen von Bäesweiler“. Am 22. August 1371 gab es bei Baesweiler eine bewaffnete Auseinandersetzung, es war die entscheidende Schlacht in der Brabanter Fehde. Die Luxemburger und ihr Herzog Wenzel I, Sohn des Nationalhelden Johann des Blinden und Bruder des besten Luxemburger Kaisers aller Zeiten, Karl IV haben Schlacht und Fehde verloren und einige Luxemburger Ritter gerieten bei der Gelegenheit in Gefangenschaft. Wenngleich dies für sie ein persönliches Pech war, ergab sich daraus doch für den Heraldiker der Glücksfall, dass hier im Mittelalter jemand die Notwendigkeit sah, dass ihre Namen in einer Urkunde festgehalten wurden, die sie mit ihren Wappen siegelten. Hintergrund war der, dass dieser Sieger dem Verlierer seine Lösegeldforderung übergeben wollte und daher natürlich nachweisen musste, wen er alles in seiner Gewalt hätte.

l’Extrait de l’armorial général (de France) d’Hozier 1697

Weiter erstand ich letztes Jahr ein Exemplar des Bandes LXXXI der Publications de la Section Historique de l’Institut Grand-Ducal, Luxembourg 1966, darin ein Artikel von Jean-Claude Loutsch mit dem Titel “Complément à l’Armorial des Duché de Luxembourg et comté de Chiny.“. Es handelt sich dabei einerseits um eine Wiederaufnahme/Fortsetzung des Werkes seines Verwandten Adam-Even von 1936 und andererseits um eine Vorarbeit zu seinem Hauptwerk. Das besondere Interesse an diesem Artikel liegt aber darin, dass dort auch Wappen vorkommen die aus bestimmten Gründen NICHT in “Armorial Loutsch” eingeflossen sind, und zwar hauptsächlich einige Wappen der Korporationen (Loutsch nahm nur die Familienwappen auf).

Besonders kurios finde ich dabei die “armoiries imposées”. d’Hozier dessen Auftrag, alle Wappen des Königreichs Frankreichs (zu dem gehörte Luxemburg zum Ende des 17. JH kurz) zusammenzutragen lautete, hatte nämlich durchaus auch den Hintergedanken die königliche Kasse mit den Gebühren zu füllen, welchen die Wappenträger für den Eintrag in d’Hoziers Wappenbuch zu entrichten hatten. Da er im armen Luxemburg sehr viel weniger Wappenträger vorfand als erhofft, hat er einige Korporationen gezwungen sich eins zu zulegen, das seine Kommission denn auch gleich für diese entwarf.
Weil sie etwas fantasielos waren und sicherlich nie, oder spätestens nach Abzug der Franzosen nicht mehr geführt wurden, nahm Loutsch die Zwangswappen später auch nicht in sein Werk auf, weil sie historisch von nur geringem Wert sind.

Zu den Mediatags

Am längesten (seit März) brütete ich aber über einen Artikel, wie genau ich die mediatags zum Wohle der Heraldik einsetzen will. Ziel ist es, statistisch auswertbares Zahlenmaterial über bestimmte Elemente (Farben, Figuren) zu bekommen, aber auch Beihilfe zum Erstellen von Listen, etwa von zum sozialen Hintergrund (Pfarrern, Schöffen, ) oder herrschaftliche Zusammenhänge etc. Die Tags sind hier ganz vielfältig einsetzbar.
Ungelöste Probleme sind.

  • Die Umlautproblematik. Irgendwann zu Anfang des Jahres berücksichtigte der Texaner auch Umlaute. fasce und fascé können nun unterschieden werden. Das Problem ist, dass ich schon einige Wappen z.B. mit “accompagne” getaggt hatte, was nun ein anderes Tag als “accompagné” ist.
  • Dann sind die Informationen die man sammeln kann so vielfältig, dass mir einfach eine Systematik fehlt,
  • Zu guter Letzt sind die Blasonierungen auch nicht eindeutig. Ein bestimmtes Wappen kann auf unterschiedliche Weise beschrieben werden. Michel Pastoureau sah hierin einen der Hauptgründe, warum Informatiker und Heraldiker sich nicht verstünden und folgerte woraus folgte, dass es bis heute (1993) keine “application lourde”, also ein richtig gutes Heraldikprogramm gäbe, obwohl man schon in den 1960er Jahre überzeugt war, die Schaffung eines solchen stünde unmittelbar bevor.
    Er meinte dann, dass man entweder einen Informatiker zum Heraldiker umbilden müsste, oder einem Heraldiker die Beschäftigung mit der Informatik nahebringen müsste, bevor eine brauchbare informatische Heraldikapplikation entstehen würde. Er glaubte letzteres wäre einfacher, haha! Nun ja, 1993 konnte sicherlich noch mancher Metzgergeselle sich für Nichtfachleute glaubhaft als Informatiker ausgeben, sobald er einen Rechner gekauft und sein erstes Makro zusammengeklickt hatte.

So, das war es im Groben, wozu ich alles nichts geschrieben habe.

Bilanz 2010 und Ausblick 2011

Vor einem Jahr machte ich mir an dieser Stelle ein paar Zukunftsgedanken über die Heraldik und diese Website. Es kam alles ganz anders:

  1. Zunächst zeigte sich, dass ich wegen Platzbedarf den Hoster würde wechseln müssen und die WordPress Migration erwies sich als nicht so trivial, wie ich es von früheren Gelegenheiten in Erinnerung hatte.
  2. Wichtiger aber noch, ich trat innerhalb meiner Behörde eine, wie ich zunächst meinte, verantwortungsvollere Position an. Dies bedingte eine völlige Umstellung meiner Lebensgewohnheiten.

Beide Veränderungen beanspruchten viel mehr Zeit, so dass ich nicht alles umsetzen konnte was ich mir vornahm. Und das obwohl ich recht bescheiden war bei meinen Vorsätzen für das neue Jahr 2010.

Was habe ich erreicht?

Beginnen wir mit dem Erfreulichen, es wurde in der Tat umgesetzt:

Nicht voran kam ich hingegen mit dem Vorhaben, wie Dr. Peters mir Bilder von Wappen aus dem Stadtbild vorzunehmen und zu dokumentieren. Wohl machte ich ein paar Bilder, etwa jene aus aus Vianden, aber es kam nicht zur Auswertung. Hierfür fehlen mir Zeit zur Inspiration.

ein paar Worte zu den Hindernissen

Beim Hosterwechsel fiel ins Gewicht dass erprobte Methoden dieses Mal nicht mehr klappten: Früher machte ich immer einen Datenbank-Backup mit Filosofos Backup Tool und spielte dieses dann auf dem neuen Webspace via PHPMyAdmin ein. Letzteres versagte dieses Mal, es wurden z.B. angeblich doppelt vergebene IDs bekrittelt?!

Mir blieb nichts anderes übrig, als erst mal die neue Site heraldik.be alleine (mit reinem Heraldik Inhalt) zu betreiben, und später dann mit der Export/Import Funktion zu arbeiten. Nachteil bei letzterer Vorgehensweise: die Informationen zu den Bildern gehen verloren, das Tool ist nicht in der Lage zu erkennen, dass die Bilder schon da sind… Es war also viel Handarbeit von Nöten. Wollte ich zunächst aus der Not eine Tugend machen und zwei Sites betreiben, fand ich das aber später zu unpraktisch und fusionierte beide wieder.

Bei der Gelegenheit fielen ein paar Postings meiner Selbstzensur zum Opfer. Vor allem in der Frühzeit von wiesel.lu als Blog veröffentlichte ich öfters eher private Beiträge, die kamen jetzt weg. Denn erstens glaube ich dass die wenigsten Leser wirklich wissen wollen, dass ich bei meiner Radtour in der und der Jugendherberge
schlecht geschlafen habe, und zweitens betreibe ich inzwischen einen netten kleinen Hausserver, auf dessen Blog mein privates Tagebuch viel besser aufgehoben ist.

Projekte 2011

Meine Vorhaben für 2011 möchte ich erneut unter das vorsichtige Motto “besser nicht zuviel” stellen. Denn meine Einarbeitung ins Arbeitsrecht wird mich auch 2011 noch beschäftigen, so dass in meiner Freizeit wohl nur eher anspruchslosere Beschäftigungen möglich sind, das schließt echte heraldische Studien aus.

  • Ich vermute, ich komme mit der Umsetzung von Armorial Loutsch online voran, möglicherweise kann ich das Projekt 2011 abschliessen. Zwar ist kaum die Hälfte geschafft, und das hat mich schon ein Jahr gekostet, aber ich werde zeichnerisch immer routinierter.
  • Gestern noch meldete sich der verehrte Code Hooligan bei mir, der Texanische Programmierer dessen Taxonomie Plugin “Mediatags” mir gute Dienste leistet. Vielleicht werde ich bald schon erste Statistiken veröffentlichen können, etwa zu Fragen wie “Welche Farben dominieren in der Luxemburger Heraldik?“, oder “welche Wappentiere kommen am häufigsten vor?“. Zur Zeit sind leider die Wappen noch nicht durchgängig getaggt. Das Zufügen, von Wappenbeschreibung und Mediatags ist teilweise zeitraubender als das Erstellen der Zeichnungen, besonders bei “einfachen Wappen” die aus Figuren bestehen, für die ich schon gute Vorlagen erstellt hab.
  • Dann will ich dieses Jahr unbedingt die Wappen der deutschen Gemeinden im Grenzgebiet zu Luxemburg1 zeichnen. Als Informationsquelle wird erst mal Wikipedia2 dienen. Die interessierenden Landkreise sind:

    Hier winkt als besondere Herausforderung, dass die Blasonierungen in französischer Sprache wohl von mir erstellt werden müssen. Kurze Zeit hatte ich meinen Auftritt unter dieses Motto “mich interessieren nur die Orte, die mal zum Herzogtum Luxemburg gehört haben” gestellt, es ist mir bewusst, dass nicht alle Gemeinden in diesen Kreisen die Bedingung erfüllen. Wollte ich das wirklich durchziehen, müsste ich aber erst mal mühsam herausfinden, welche Orte genau dies dann waren, und dann einige Löcher in meine Karte reissen. Ich wähle daher einen neuen, moderneren Ansatz und gehe davon aus, dass heute in allen diesen Gemeinden Menschen leben, die einen Bezug zu Luxemburg haben, weshalb sie alle auf Wiesel.lu vertreten sein sollten. Dies nicht zuletzt weil viele von ihnen, wie ich selber auch, ihren Lebensunterhalt im Grossherzogtum verdienen.

  1. Die belgischen nach ich mir schon Ende 2009 vor, die französischen hebe ich mir dann entsprechend für 2012 auf []
  2. auf Wikipedia sind schöne interaktive Karten eingebaut. Nur die Zeichnungen gefallen mir nicht so, ich werde sie in meinem Stil nachzeichnen. []

Ich habe geplündert.

Seit heute wohne ich nun auch offiziell wieder in Deutschland. Und zwar in Langsur1, einem Dörfchen gegenüber von Wasserbillig auf der anderen Seite der Sauer. Es liegt ganz malerisch, von einer Schleife der Sauer umschlungen und vor allem ist meine Wohnung nur fünf bis zehn Minuten mit dem Fahrrad vom Bahnhof Wasserbillig entfernt, je nach Tagesform, Witterungsbedinungen und verwendetem fahrbaren Untersatz.
Bekannt ist Langsur auch wegen dem Deu-Lux Lauf2.

  1. Homepage der Gemeinde Langsur: http://www.langsur.de []
  2. Homepage für den Deu-Lux Lauf: http://www.deulux-lauf.de/ []

Tilly Metz

Gëschter erréicht hunn ëch et geliess:
D’Tilly Metz, Enseignante um LTPES1, Fra vum Henry Welschbillig dem Direkter vun der nämlichter Schoul, an domadder méng ehemolig Arbichtskollegin, ass lo zenter kuerzem Buergermeeschtesch vun der schéiner Geméng Weiler-la-Tour. D’Tilly ass eng tatkräftig Fra, hat werd bestëmmt lo geschwenn urappen! Da kann bestëmmt och den Internetsite vun der Geméng, den momentan nach an dem grugeligen SIGI Design dohier kënnt, just mat dem IE einigermoossen agreabel zu kucken ass, an bei dene meeschten Saachen, sowiesou ëmmer “ 404 Object Not Found” seet.

d’Tilly war bei den Wahlen am Oktober die bescht platzéiertste Kandidatin aus der Geméng. D’Tilly ass en plus zenter lëschtem Joër Spriecherin vun de Gréngen.

Dem Tilly vun deser Plaatz aus, méng allerbeschten Félicitatiounen!!

  1. Lycée Technique pour Professions Educatives et Sociales. ((Fréier: Institut d’Etudes Educatives et Sociales (IEES) []

Astellungsexamen gepackt!

Haut kruet ëch matgedeelt, dass ëch mäin Astellungsexamen op der ITM lo definitiv gepackt hunn. Demno werd ëch demnächst deser Deeg den Eed op den Grand-Duc an d’Constitutioun, wouwéi op d’ITMs Gesetz leeschten an Beamten op Liewenszäit ginn :-))