Wappenkunst

Unter “Wappenkunst” will ich alles abhandeln, was man wissen um ein Wappen zu erstellen. Selbstverständlich wollen wir uns auch hier auf die spezielle Luxemburger Situation beschränken.

Die Fachsprache

In der Heraldik gilt der Spruch “Le texte prime le dessin“, will sagen, nicht eine bestimmte Zeichnung die von einem Wappen angefertigt wurde ist am aussagekräftigsten, sondern seine Blasonierung, also eine Beschreibung, verfasst in einer speziellen Fachsprache. In Luxemburg ist dies, die französische.

Wer also Wappen verwenden will, kommt um diese Spezialsprache nicht rum! Eine sehr gute, weitgehend vollständige Liste aller Ausdrücke ist im Netz auf blason-armoiries.org zu finden. Dennoch biete ich auch das

Heraldik – Lexikon auf heraldik.be

mit den geläufigsten Begriffen der Luxemburger Heraldik an. Dies gibt mir die Gelegenheit auf Luxemburger Besonderheiten einzugehen und ausgiebig Dr. Loutsch zu zitieren.

Die Elemente eines Wappens

Die folgende Einteilung folgt der Darstellung Michel Pastoureau in “traité d’héraldique” (1979), isbn 978-2-7084-0807-4, 5. Edition 2008. Ich möchte jenem Autor insbesondere bei dem Ansatz folgen, hier nur jene Elemente zu behandeln, die in der Praxis auch tatsächlich vorkommen und die sehr theoretischen pseudowissenschaftlichen Spezialfälle gar nicht erst anzusprechen. Der Leser sei ermutigt darüber hinausgehende Détails dort nachzulesen.

L’écu

Das erste Element eines Wappen ist das Schild (frz. écu) des Ritters auf das es gemalt wurde. Das zweite Element bilden die Dinge die man aufmalen kann, die figures. So kann man mit unterschiedlich ausgeführten Strichen (frz. traits) das Schild in mehrere Felder eingeteilen, so dass bestimmte “partitions” oder “pièces” entstehen. Wie sie sich unterscheiden sehen wir später, jedenfalls nehmen die so entstanden Felder einen festen, unverrückbaren Platz auf dem Schild ein, anders als die frz. “meubles” bezeichneten Figuren, wie Tiere, Pflanzen, Gebäude, deren Lage sozusagen mobil sein kann.

les figures

In der französischen Heraldik unterscheidet man, angeblich aber erst seit dem 16. Jahrhundert zwei Kategorien von Schildteilungen, die Pièces (Stücke) und die Partitions (Teilungen). Versuchen wir eine Zusammenfassung von Pastoureaus schon sehr kompaktem Text:

les pièces

Diese wirken wie auf das Schild drauf geklebt. “qui semblent comme ajoutées, plaquées sur l’écu“, im französischem spendiert man ihnen ein Substantiv, die 10 häufigsten sind: la fasce, la bande, la barre, le chef, le pal, la croix, le sautoir, le chevron, le franc-quartier et la bordure.

les partitions

Diese wiederum teilen das Schild in eine stets gerade Anzahl von gleich großen Feldern auf, die grundlegenden werden folgendermassen gebildet:

  • durch einen vertikalen Strich: parti
  • durch einen horizontalen:coupé
  • durch eine Diagonale von oben links nach unten rechts: tranché
  • durch eine Diagonale von oben rechts nach unten links: taillé
  • durch Superposition von coupé und parti erhält man: écartelé, eine extrem häufige partition
  • durch Superposition von tranché und taillé erhält man: écartelé en sautoir
  • und endlich durch Superposition von coupé, parti, tranché und taillé erhält man:gironné. Ein besteht, wenn es nicht anders angegeben ist aus 8 Feldern

les meubles

Der Begriff “meuble” ist die Bezeichnung für alle jene Figuren, die keine Einteilung des Schildes sind, sondern deren Lage auf dem Schild sozusagen beweglich ist. Darunter verstehen wir z.B.

  1. Tiere, hier besonders den Löwen (lion) und den Adler (aigle), andere Vierbeiner wie den Bären (ours) und verschiedene Hundetypen (lèvrier, braque) oder andere Vögel, hier sei besonders die merlette genannt.
  2. Pflanzen, wie Bäume, entwurzelt (arraché) oder auf einer Terrasse stehend, und vor allem die, zumeist aber nicht notwendigerweise stilisierten Blumen wie Rosen (rose), Lilien, Fünfblätter, oder weitere kleinere Pflanzen wie Kleeblätter etc.
  3. Gegenstände, Fahrzeuge, Gebäude oder
  4. Gestirne wie die Sterne (étoile(s)) mit 5, 6 oder mehr Strahlen (rais), die Sonne (soleil) mit (figuré) oder ohne (ombre de soleil) Gesichtszüge, den wachsenden Mond (croissant) usw.

und viele weitere Elemente.

les émaux

Zu guter Letzt sollten die einzelnen Elemente noch in bestimmten Farben gehalten werden und schon sind wir an der Stelle angelangt, wo die meisten Fehler begangen werden: Die Farben dürfen nicht beliebig ausgewählt, sondern es müssen die heraldischen Farbregeln eingehalten werden. Das fängt damit an, dass nur wenige Farben überhaupt zugelassen sind, und dass diese wiederum bestimmten Regeln unterworfen sind, wenn sie kombiniert werden. Der Oberbegriff für “Farbe” lautet émaux, (Einzahl émail), sind:

Schablonen

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