Exemplar des zweiten Teils von Hefners Handbuch erworben

Noch bin ich nicht fertig mit dem Einpflegen der Bilder bei Planché, aber ich habe mein Vorgehen für den Pursuivant of Arms für den zweiten Teil des von Hefnerschen Handbuchs der theoretischen und praktischen Heraldik “Praktische Heraldik” von 1863 wiederholt!
Über Amazon habe ich beim Antiquariat Krull in Neuss einen Nachdruck des Handbuchs zweiter Teil von 1883 gekauft.


Wieder war das Buch etwas degradiert, allerdings nicht so stark. Der Einband fehlte ganz, und die Seiten mit Abbildungen waren grösstenteils gar nicht mehr gebunden. Das ist mir für meine Zwecke sogar ganz recht gewesen, denn so liessen sich die Tafeln auf die es mir ankommt leichter einscannen. Es handelt sich zwar um einen Nachdruck, aber wie der Verleger 1887 versichert, wurde am Werk kaum etwas verändert.

Die Qualität der Abbildungen kommt auch beim Scan gut raus, jetzt kannn auch der Vergleich gezogen werden, zur Vorlage auf Google books, z.B. bei diesem schrecklichen Wappen, das v. Hefner für das Königreich Bayern aufgerissen hatte:

An dieser Stelle erlaube ich mir noch mal daran zu erinnern, dass ich kürzlich den Haupttext auch des zweiten Teiles des Handbuches bereitgestellt habe. Dies hat mehr als ein Jahr gedauert. Warum das so lange gedauert hat, mag der folgende Vorher/Nachher Vergleich einer Textpassage verdeutlichen:

Vorher Nachher
Die Blasonierung,
5W sMlasonircn heistt ci» Wappen regelrecht beschreib«!, Waö die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie D sich «um Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im ^eran>> iedecb darf ie!> bier alt! das Kennzeichen einer richtigen ^^ Blasonierung anführen, daß sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder daß sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei, Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die ßenntniß der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, ‘) sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben, Ein richtig blasonirtes Wappen muß für den Heralditer, so zu sagen , ein in Worten ausgedrücktes Mld geben und ihn in den Stand sezen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können,
Die Blasonierung,
Blasonieren heißt ein Wappen regelrecht beschreiben! Was die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie sich zum Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im Voraus jedoch darf ich hier als das Kennzeichen einer richtigen Blasonierung anführen, dass sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder dass sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei. Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die Kenntnis der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben. Ein richtig blasoniertes Wappen muss für den Heraldiker, so zu sagen, ein in Worten ausgedrücktes Bild geben und ihn in den Stand setzen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können.

Es fehlen weiter noch, in beiden Teilen die Fussnoten. Diese einzupflegen könnte wiederum etwas dauern. Da ich den Leser solange nicht warten lassen will, biete ich ab sofort auch die PDF Version meiner Bemühungen an (ohne die Abbildungen!):
Handbuch Der theoretischen und praktischen Heraldik (PDF)

Haupttext zum zweiten Teil des Hefner’schen Handbuches fertig

Nachdem ich kurz vor Sylvester stolz vermelden konnte, dass der erste Teil des Handbuches von Otto Titan von Hefner mit vollständigem Haupttext auf wiesel.lu bereicht steht, kann dies nun auch vom kürzerem zweiten Teil Praktische Heraldik (von 1863) behaupten. Ich ging dabei kapitelweise vor. Ich entfernte die OCRisierungsfehler aus den Kapiteln:

  • Am 8.1.2016: Das Kritisieren
  • Am 20.1.2016: Vom Gebrauch der Wappen
  • Am 21.1.2016: Anhang.
  • Am 24.1.2016: ein praktisches Beispiel (des Aufreissens)

Der letzte Punkt, das praktische Beispiel wie man ein Wappen aufreisst, also erstellt, wollte ich eigentlich weglassen. OTvH entwirft dort, ein neues bayerisches Staatswappen (1863), eine Monstruosität mit 11 Wappengruppen, also gefühlt mindestens 70 Feldern. Interessanter Streifzug freilich durch die Bayerische Geschichte, die mir sonst nicht so geläufig ist.


Am interessantesten fand ich das Kapitel “Gebrauch der Wappen” und am lustigsten natürlich den Abschnitt über das Kritisieren. Schon die Einleitung ist köstlich:

Wenn Kritisieren schon im gemeinen Leben ein leidiges, undankbares Geschäft ist, so darf man glauben, dass diese Arbeit in der Heraldik noch weniger lohnend sei. Niemand könnte hiervon schönere Erzählungen machen, als ich, dessen Beruf es seit einem Dezennium mit sich brachte und bringt, die Fehler an den heraldischen Produkten nicht ungerügt zu lassen. Nirgends im Leben tritt man der menschlichen Eitelkeit näher als da, wo man die Ehrenzeichen ihres Daseins tadelt, und ich habe die feste Überzeugung, dass unter Tausenden von Wappenberechtigten kaum einer gefunden wird, den es nicht im innersten Gemüte grämte, wenn er hören müsste, sein Wappen sei nicht schön oder wohl gar fehlerhaft.

Erster Teil des von Hefnerschen Handbuchs, mit vollständigem Haupttext

So, kurz bevor das alte Jahr zu Ende geht, will ich noch einen Erfolg melden! Da muss ich echt nachschlagen, wann ich zuletzt von einem Fortschritt beim Projekt “Digitalisierung des Handbuchs von Otto Titan von Hefner” etwas berichtet habe. Ah ja, im August konnte ich noch mal eine Rate liefern.
Die Gemeinen Figuren waren ein sehr wichtiger Abschnitt des ersten Teils, “Erster Teil Theoretische Heraldik“, aber auch etwas unerquicklich. Danach habe ich mich lange nicht mehr diesen Projekt gewidmet, bzw. habe über Fortschritte nicht berichtet und sie auf meinem PC belassen.
Wie ich mich überzeugen konnte, sind meine überarbeiteten Quellen aber inzwischen ein Publikumserfolg, teilweise sogar beliebter als der Armorial Loutsch oder gar die Hesper Kutsch.


Nun aber kann ich vermelden:

Die verbleibenden Teile des ersten Teils sind online!

Insgesamt waren diese Teile für mich deutlich interessanter als der über die gemeinen Figuren, weil ich mich mit diesen Themen nie so auseinandergesetzt hatte. Vor allem seine Aussagen über die Beizeichen (brisures) waren mir zum Teil neu. Hier eine Aufstellung, wann ich welchen Teil fertig entziffert hatte:

  • Am 15. August: Der Helm
  • Am 13. September: Die Helmkleinode
  • Am 14. September: Die Helmdecken
  • Am 7. Dezember:
    • Die Beizeichen
    • Kronen, Hüte und Mützen
    • Schildhalter
  • Am 11. Dezember: Orden und Würdezeichen.
  • Am 12. Dezember: Von Erkennungszeichen, Sinnbildern, Wahlsprüchen und Rufen.
  • Am 13. Dezember: Panner, Fahnen und Flaggen.

Die Illustrationen hatte OTvH. auf Tafeln zusammengefasst, diese habe ich auch geliefert. Hier eine kleine Auswahl:


Das einzige was noch fehlt, sind die, freilich sehr interessanten Fussnoten für die ich aber noch kein System gefunden habe. Ich habe vor, diese Anfang nächsten Jahres einpflegen.

Noch eine Rate vom grantigen alten Bayern: die gemeinen Figuren

Also alt war er 1861 als er den ersten Teil seines Heraldikhandbuches heraus brachte eigentlich nicht, der Otto Titan von Hefner. Um genau zu sein, wurde er überhaupt gar nicht alt, als er 1870 starb war er erst 43 Jahre alt. Für unsere heutigen Begriffe alt wirkt er auf mich erstens wegen seiner Selbstdarstellung auf seinem offiziellen Foto, und durch die hämische Art wie schreibt und Fehler von anderen aufzeigt und kommentiert. Manchmal habe ich den Eindruck, es mit einem antiken Kirchenvater zu tun zu haben.
Diesmal habe ich eine wirklich große und wichtige Rate zu vermelden:
vom ersten Teil des Handbuchs “theoretische Heraldik” (1861) , beim Kapitel der heraldischen Figuren, der zweite Teil: die gemeinen Figuren!
Den ersten Teil der Schildesbilder, die Heroldsstücke, wurden schon mit der allerersten Rate geliefert.
Das üble daran war, dass praktisch der gesamte Text nur aus Aufzählungen von Eigennamen und OTvHs Kürzeln besteht, was die OCRisierungsalgorthymen von Google natürlich völlig überfordert hat und alles mühsamst einzeln überprüft und verbessert werden musste. Ich konnte abschliessen:

  • Am 13.7, das Tierreich,
  • Am 19.7, Das Pflanzenreich,
  • Am 25.7, Die Figuren aus dem Welt- und Erdreich,
  • Am 26.7, Die Ungeheuer
  • Am 2.8, Von den Künstlichen Figuren, a) Werkzeuge, Gerätschaften, Fahrnisse
    Ich lernte hier Begriffe wie den Höllhafen oder “Jagdhäfen mit Füßen und Handhaben”, kennen, von denen ich zuvor noch nie gehört.
  • Am 5.8. Von den Künstlichen Figuren, b) Bauwerke und Teile derselben.
    Hier stutzte ich, dass OTvH die Monstranz in diese Kategorie einordnete, gleich nach der “Kirche”. Derweil letztere wirklich ein Bauwerk ist, sehe ich in der Monstranz aber noch nicht mal ein Teil davon. Das beruhigt
  • Am 8.8 Von den Künstlichen Figuren, c) Kleidungsstücke, Schmuck und Würdezeichen, Waffen, Kriegsgeräte und Teile derselben
  • Ebenfalls am 8.8 Von den Künstlichen Figuren, Kreuze, Zeichen und Marken

Angesichts der Tatsache, dass von diesen Aufzählungen, die allermeisten Wappen aus Bayern, Österreich, teilweise noch Hessen, Mecklenburg, Preussen und Polen, ein paar wenige aus Frankreich, den britischen Inseln usw. sind, aber eigentlich kein einziges aus Luxemburg, habe ich mich öfter gefragt, welchen Nutzen mir das bringt. Doch nun wo ich die Übung durch habe, bin ich dennoch zufrieden:

  • OTvHs Einteilung der gemeinen Figuren gefällt mir ganz gut,
  • Ich konnte mich noch einmal wirklich davon überzeugen, wie sehr Rietstapp sich bei OTvH. inspiriert hat!

Getreu meinem Motto, KEINE 1:1 Kopie eines digitalisierten Werkes zu liefern, sondern eine netzgerechte Anpassung, habe ich weitere Überschriftenniveaus <h5> eingeführt, für die einzelnen gemeinen Figuren; OTvH, hob sie nur durch Fettdruck hervor, ich habe es aber auf die Erzeugung von Links abgesehen. Weiter habe ich die referenzierten Tafeln eingefügt. An denen erkennt der Leser sicherlich am besten das von Rietstap kopierte Orignial, hier ein paar Beispiele:


Ich habe übrigens bei der Gelegenheit auch zur Biographie aus der Feder von (Franz Xaver von?) Schönwerth, um das Verzeichnis der Werke von Hefners ergänzt, welches Edmund von Oefele 1872 erstellt hatte.

Eine weitere Rate zu Otto Titan von Hefners Handbuch geleistet

Das Digitalisierungsprojekt “Otto Titan von Hefners Handbuch” ist etwas vorangeschritten. Ab sofort stehen Vorwort die ersten beiden Kapitel des zweiten Teils bereit (ohne Fussnoten!):

Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik, zweiter Teil; praktische Heraldik.

Damit ist eine weitere Rate abgezahlt. Zusätzlich zu den schon im Dezember berichteten Schwierigkeiten fand ich bei diesem Teil erschwerend, dass OTvH, so viele, zumeist süddeutsche Beispiele gibt, für die er sich ein Abkürzungssystem ausgedacht hat, damit das Buch dünn bleibt:

In der Blasonierung der Wappen schreibt man entweder den Namen der Farben ausführlich, z.B.: in rotem Felde ein goldener Löwe, oder: in Rot ein goldener Löwe, oder man gebraucht Abkürzungen und Zeichen. Als solche habe ich im Texte meines Wappenbuches

  • R. und r. für Rot,
  • B. und b. für Blau,
  • Gr. und gr. für Grün,
  • Pp. und pp. für Purpur,
  • und das Zeichen # für Schwarz

eingeführt. Silber bezeichne ich mit S. und s. und Gold mit G. und g. die fragliche Aschfarbe mit a. Diese von mir eingeführten Abkürzungen haben ziemlich allgemeine Annahme gefunden, und ich bemerke hierzu nur, dass, da ich von dem heraldischen Grundsatze ausgehe, es seien nicht Weiß und Gelb, weil nur aushilfsweise angewendet, sondern die Metalle selbst, Gold und Silber, zu nennen, ich genötigt war, um Irrungen in Beziehung von S., welches bei Siebmacher Schwarz bedeutet, und S., welches bei mir regelrecht Silber bedeutet, für Schwarz ein besonderes leicht zu imitierendes und anwendbares Zeichen # zu wählen.

Das überfordert natürlich die OCRs von Google welche natürlich auch durch Abgleich mit Wörterbüchern versuchen das Wahrscheinlichste aus dem Eingelesenem zu filtern. Aber wer wird schon, ohne de oben zitierten Text eine Beschreibung wie die folgende zu lesen verstehen mit ihren R., G. und # ?

  • Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne 1. u. 4., in G. ein b. Löwe, 2. u. 3. von R. u. G. geteilt; hinten a. u. d. in G. eine # Rose, b. u. c. in # ein s. Löwe: Graf Solms (1596).

Zur besseren Lesbarkeit für MEINE Leser habe ich übrigens die identifizierten Wappenbeschreibungen zu Listen wie oben geformt. Viel Spass!

Edit: kleine Zugabe, so müsste das von OTvH blasonierte Wappen der Grafen Solms aussehen:


Nachtrag vom 14.5.: Vor meiner Nachbesserung, sah die von Google OCRisierte Wappenbeschreibung “Graf Solms” von oben, so aus:

Durch Spaltung doppelgeviertet: Vorne I, u, 4,, in <3, ein b, Löwe, 2, u, 3, von N, u, <3, geteilt; hin ten », u, 6, in (3, eine G Rose, b, u, e, in G ein », Löwe: Graf Solms (1596),

Über die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung

Kleiner Zwischenstand meiner Arbeiten am Ende November gestarteten Digitalisierungsprojekt Otto Titan von Hefner. Derweil ich mit dem Musterbuch erstaunlich schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen kam, stocken meine Bemühungen um das für meine Zwecke viel interessantere Handbuch (1861). Am Text des Handbuches ist unglaublich viel mehr zu ersetzen als beim Musterbuch, es sind unglaublich viele Fehler vorhanden, obwohl der Text auf den ersten Blick ganz Ok ausschaut, und man glaubt, es würde reichen nur die Überschriften rauszustreichen und die Fußnoten einhängen zu müssen. Der Text ist so voller Fehler, dass die automatische Fehleranmerkungsfunktion von Word sich schnell für überfordert erklärt hat.
Der Urgrund liegt in den gewählten Schriftsätzen liegen, dann damals verwendeten die Deutschen noch nicht westliche Schriftsätze, sondern liebten ihre eigenen, was letztes Jahr ja auch Jean van Win so viele Schwierigkeiten bereitete (und dann mir). Beim späteren Musterbuch griff OTvH bereits auf einen lateinischeren Schriftsatz zurück, weshalb meine bevorzugte OCR Software Omnipage 17 hier relativ gute Ergebnisse brachte, beim Handbuch versagt sie! Es ist dabei nicht einfach so, dass das Buch nur einen altdeutschen Schriftsatz verwendet: wenn OTvH englisch, französisch oder lateinische Sätze zitiert, verwendet das Buch wieder den lateinischen Schriftsatz, was die OCR Softwares wohl völlig aus dem Konzept bringt.

Am besten gebe ich hierzu ein Beispiel; z.Z. bin ich auf Seite 19 (von 264!):

posting-Dig-OTVH-Beispiel

Das machte Omnipage 17 daraus:

Go bal Siegel .enn Sigmunb4 »on ($ erolbê ed, teaêgauer elbelê »om 2. 1265 (IV. 23), runb mit breietigetn mit Sd)inbeln befdten Sd)ilbe, borin ein getrônter Mye (rotb in Eilber, , Ed)inbeln Wou), unb ber Unie ftbrift: S . SIMVNDI . DE . GEROLTESECICE eider gebôrt aucb baê Siegel eine. ®rofen Don Dettingen (IV. 27) mit ber Umfdnift: t SIGILLVM COMITIS . DE . OTINGEH auê bem 2. 1220, tueld)eê innen einen Sffilb , fongruirenb mit ber Siegelform , entbd1t. Zer (blaue) Scbilb bat eine eine faffung »on eifenbûtlein ober $elèmert 2) (rotb unb gon)) unb borner ge8ogen einen (filbernen) Sd)ragen.

Wie man sieht ist der Text bestenfalls zu erahnen. Nur die lateineischen Siegelumschriften sind richtig erkannt (s.u.). Zunächst hatte ich mir vorgestellt, nach und nach bestimmte regelmässig wiederkehrende Fehler zu erkennen und im ganzen Text zu ersetzen, aber hier sind es so viele dass mir klar wurde, dass ich eine bessere Methode finden muss. oder aber das Projekt aufgeben muss.

Dann besah ich mir noch mal genauer, wie So wurde der Text von Google Books1 eigener Software digitalisiert:

So das Siegel Herrn Sigmunds von Geroldseck. wasgauer Adels. vom J. 1265 (l7. 23). rund mit dreiekigem mit Shindeln befäten Schilde. darin ein gekrönter Löwe (roth in Silber. Shindeln blau). und der Um fhrift: *- 8 . 8lb17dlyl . O14). ELLGUUWLEW. Hieher gehört auh das Siegel eines Grafen von Oettingen (l7. 27) mit der Umfhrift: *l* NEU-1.7111. 001141138 .1)1) . 011861-38 aus dem J. 1220. welhes innen einen Shild. kongruirend mit der Siegelform. enthält. Der (blaue) Schild hat eine Ein faffung von Eifenhütlein oder Velzwerk 2) (roth und gold) und darüber gezogen einen (filbernen) Shragen.

Wie wir sehen, ist Googles Software gar nicht mal so schlecht, man merkt schon dass hier Profis der Digitalisierung am Werke sind. Leider wird der Text immer nur Seite für Seite angeboten. Will man den vollständigen Text haben, muss man ihn Seite für Seite kopieren, was ich am Ende gemacht habe. Hier führt die Methode der Ersetzung sicherlich zum Erfolg, wenn wir häufige Wörter wie “faffung” durch “fassung” ersetzen, “fhrift” durch “schrift” etc.
Googles Software hat sich gut auf den “gotischen” Schriftsatz eingestellt und scheitert vor allem an der Ähnlichkeit von “s” und “f” in der altdeutschen Schrift. Schwierigkeiten bereiten ihr hingegen die in lateinischer Schrift gedruckten fremdsprachigen Einsprengsel, wovon es nicht gerade wenig gibt!

Letztlich gehe ich nun kombiniert vor, dass ich mir die fremdsprachigen Schnipsel aus der bei diesen Sätzen erstaunlich gut digitalisierten von Omnipage generierten Datei hole und in den von Google abkopierten Text einfüge.

Zum Schluss zeige ich noch, so möchte ich es haben:

So das Siegel Herrn Sigmunds von Geroldseck, wasgauer Adels, vom J. 1265 (IV. 23), rund mit dreieckigem mit Schindeln besäten Schilde, darin, ein gekrönter Löwe (rot in Silber, Schindeln blau), und der Umschrift: * S . SIMVNDI . DE . GEROLTESECKE. Hierher gehört auch das Siegel eines Grafen von Oettingen (IV. 27) mit der Umschrift: + SIGILLVM COMITIS . DE . OTINGEH aus dem J. 1220, welches innen einen Schild, kongruierend mit der Siegelform, enthält. Der (blaue) Schild hat eine Einfassung von Eisenhütlein oder Pelzwerk 2) (rot und gold) und darüber gezogen einen (silbernen) Schragen.

Man bemerke, ich bevorzuge der leichteren Lesbarkeit wegen, die heutige Schreibweise “rot” statt “roth”, oder “bloß” statt “blos”, “-ierend” statt “-irend”, etc.

  1. Das von Google Books bereitgestellt Rohmaterial kann unter http://books.google.de/books?id=qV8BAAAAQAAJ&printsec=frontcover#v=onepage&q&f=false konsultiert werden. Zum nachsuchen und zitieren eignen sich diese Darstellungen aber kaum, weshalb ich mein Versuch der Schaffung eines Mehrwertes ja auch angehe. []

Digitalisierungsprojekt: Otto Titan von Hefner

Ich habe eine neues Digitalisierungsprojekt gestartet um ein stockendes altes leichter vollenden zu können. Bei der Digitalisierung von Rietstapp Theorieteil, fehlen mir immer noch einige Figuren von Tafel 6. Die brauche ich aber, um mit dem Verlinken voranzukommen. Leider ist Rietstapps Vorlage nicht besonders gut. Dabei fiel mir aber auf, dass Rietstapp bei den Tafeln Literaturempfehlungen gab, die sich als Quellenangabe erwiesen:

Jusqu’ici ce sont les auteurs allemands qui ont déployé le plus de zèle à composer des manuels qui traitent de la science du blason envisagé sous le point de vue vraiment historique et archéologique. A ceux de nos lecteurs auxquels la langue allemande est familière, nous recommandons:

Les Anglais peuvent citer avec satisfaction :

  • Ch. BOUTELL, Heraldry, historical and popular. Londres, 18S3. — l’art héraldique, considéré sous le point de vue historique et populaire.

Il va sans dire que tous ces ouvrages sont ornés de Figures, empruntées aux monuments publics et privés et aux armoriaux anciens.

Also fing ich mit dem ersten an und bemühte erst mal Tante Google und fand, bei Google Books dann auch die digitalisierten Bücher die Rietstapp angab. Vor allem das Musterbuch erwies sich als interessante Quelle aus welcher Rietstapp seine Abbildungen geschöpft zu haben scheint. Z.B. der Löwe aus dem Jahre 1180:


Oder die lustigen Helmzierden:

Wir beginnen zuerst mit dem Musterbuch, später werde ich versuchen auch das Handbuch zu digitalisieren. Letzteres wird viel schwieriger, nicht nur weil es mehr Text ist: Es wurde auch ein anderer altdeutscher Schriftsatz verwand, der die Wörter zur Unkenntlichkeit verstümmelt (ein “s” wird oft als “f” fehlgedeutet, ein “d” als “b” etc.) So stellen wir Otto Titan von Hefner mal vor, so sah er wohl aus:

Links davon ist das Wappen, was er in den Büchern angibt, ist aber wohl das des Verlages.

Der erste Teil den ich digitalisiert habe, ist das Vorwort zum Musterbuch, in welchem er sich dagegen zu wehren behauptet, dass ein gewisser Ritter von Mayer Unterlagen von ihm publiziert habe, ohne zu zitieren. Im Wikipedia Artikel über den Ritter wird es so dargestellt, als wäre OT. von Hefner der Böse Geistesgutdieb.
Jedenfalls wirkt es heute, nach etwa 150 etwas peinlich, wie der gute Otto Titan fast die Hälfte seines Vorwortes zur Abrechnung mit einem anderen adligen Münchener Heraldiker verwendet. Sobald ich damit fertig bin, werde ich diese köstliche Schmähschrift der Leserschaft natürlich nicht vorenthalten.
Wer so lange nicht warten will, kann sie in den Quellen bei Google Books nachlesen. Muss aber etwas suchen danach und darf sich an den zahlreichen Digitalisierungsfehlern nicht stören.

Edit 23-2-2015: Die Suchmaschinen haben inzwischen diesen Post auf ihrem Radar, beim Suchbegriff “Otto Titan von Hefner“. Um neue, mit der STruktur meines Blogs nicht vertraute Leser nicht zu enttäuschen, habe ich die Links auf erst später eingerichtete Seiten nachgeliefert. Hier die wichtigsten: