Vor einem Jahr machte ich mir an dieser Stelle ein paar Zukunftsgedanken über die Heraldik und diese Website. Es kam alles ganz anders:
- Zunächst zeigte sich, dass ich wegen Platzbedarf den Hoster würde wechseln müssen und die WordPress Migration erwies sich als nicht so trivial, wie ich es von früheren Gelegenheiten in Erinnerung hatte.
- Wichtiger aber noch, ich trat innerhalb meiner Behörde eine, wie ich zunächst meinte, verantwortungsvollere Position an. Dies bedingte eine völlige Umstellung meiner Lebensgewohnheiten.
Beide Veränderungen beanspruchten viel mehr Zeit, so dass ich nicht alles umsetzen konnte was ich mir vornahm. Und das obwohl ich recht bescheiden war bei meinen Vorsätzen für das neue Jahr 2010.
Was habe ich erreicht?
Beginnen wir mit dem Erfreulichen, es wurde in der Tat umgesetzt:
- Die Liste der Wappen von Zeitgenossen konnte, dank Jo Kohn, aufgefüllt werden.
- Das Projekt Armorial Loutsch kam erstaunlich gut voran.
Nicht voran kam ich hingegen mit dem Vorhaben, wie Dr. Peters mir Bilder von Wappen aus dem Stadtbild vorzunehmen und zu dokumentieren. Wohl machte ich ein paar Bilder, etwa jene aus aus Vianden, aber es kam nicht zur Auswertung. Hierfür fehlen mir Zeit zur Inspiration.
ein paar Worte zu den Hindernissen
Beim Hosterwechsel fiel ins Gewicht dass erprobte Methoden dieses Mal nicht mehr klappten: Früher machte ich immer einen Datenbank-Backup mit Filosofos Backup Tool und spielte dieses dann auf dem neuen Webspace via PHPMyAdmin ein. Letzteres versagte dieses Mal, es wurden z.B. angeblich doppelt vergebene IDs bekrittelt?!
Mir blieb nichts anderes übrig, als erst mal die neue Site heraldik.be alleine (mit reinem Heraldik Inhalt) zu betreiben, und später dann mit der Export/Import Funktion zu arbeiten. Nachteil bei letzterer Vorgehensweise: die Informationen zu den Bildern gehen verloren, das Tool ist nicht in der Lage zu erkennen, dass die Bilder schon da sind… Es war also viel Handarbeit von Nöten. Wollte ich zunächst aus der Not eine Tugend machen und zwei Sites betreiben, fand ich das aber später zu unpraktisch und fusionierte beide wieder.
Bei der Gelegenheit fielen ein paar Postings meiner Selbstzensur zum Opfer. Vor allem in der Frühzeit von wiesel.lu als Blog veröffentlichte ich öfters eher private Beiträge, die kamen jetzt weg. Denn erstens glaube ich dass die wenigsten Leser wirklich wissen wollen, dass ich bei meiner Radtour in der und der Jugendherberge
schlecht geschlafen habe, und zweitens betreibe ich inzwischen einen netten kleinen Hausserver, auf dessen Blog mein privates Tagebuch viel besser aufgehoben ist.
Die zweite, wesentlich erheblichere Veränderung 2010 war mein Wechsel von der Informatikabteilung der ITM ins Inspektorat die Anforderungen änderten sich völlig:
- Waren meine Aufgaben vorher eher technischer Natur, überwiegt nun das administrative: juristische Texte statt informatischer Code
- Beschäftigte ich mich vorher vor allem mit Maschinen und Geräten, sind es nun die Menschen. Zuvor hatte ich vier Kollegen, einen Vorgesetzten und abgesehen von ein paar Technikern die sich gelegentlich um Computer, Drucker oder die Telefonanlage kümmerten kaum mit Auswärtigen zu tun. Nun stehe ich nominell selber sechs Inspektoren und zwei halben Sekretärinnen vor, muss meine Aktionen mit denen mehrerer Kollegen koordinieren die mich an Rang und Ansehen überragen, und muss mich zudem mit sehr viel mehr Auswärtigen beschäftigen und hiermit meine ich vorrangig Bürger und andere “Verwaltete” (frz. Administrés).
- Früher habe ich mich gefreut, wenn ich mal eine Dienstfahrt antreten musste, endlich mal raus aus dem Käfig! Heute sind Ausseneinsätze sehr viel häufiger und im Augenblick mache ich sie noch gerne, auch wenn sie in der Regel zur Unzeit erforderlich sind.
Zur Zeit finde ich meine neuen Aufgaben sehr viel anstrengender als meine alten, auch wenn ich den Wechsel positiv bewerte. Jedenfalls bedingt dies alles, dass mir zur Pflege meiner Homepage sehr viel weniger Zeit bleibt als früher.
Von daher bewerte ich es als, unter dem Strich gar nicht so schlimm, dass ich bei der Aliai als Webmaster ausgewechselt wurde, auch [ ... Selbstzensur ...] .
Projekte 2011
Meine Vorhaben für 2011 möchte ich erneut unter das vorsichtige Motto “besser nicht zuviel” stellen. Denn meine Einarbeitung ins Arbeitsrecht wird mich auch 2011 noch beschäftigen, so dass in meiner Freizeit wohl nur eher anspruchslosere Beschäftigungen möglich sind, das schließt echte heraldische Studien aus.
- Ich vermute, ich komme mit der Umsetzung von Armorial Loutsch online voran, möglicherweise kann ich das Projekt 2011 abschliessen. Zwar ist kaum die Hälfte geschafft, und das hat mich schon ein Jahr gekostet, aber ich werde zeichnerisch immer routinierter.
- Gestern noch meldete sich der verehrte Code Hooligan bei mir, der Texanische Programmierer dessen Taxonomie Plugin “Mediatags” mir gute Dienste leistet. Vielleicht werde ich bald schon erste Statistiken veröffentlichen können, etwa zu Fragen wie “Welche Farben dominieren in der Luxemburger Heraldik?“, oder “welche Wappentiere kommen am häufigsten vor?“. Zur Zeit sind leider die Wappen noch nicht durchgängig getaggt. Das Zufügen, von Wappenbeschreibung und Mediatags ist teilweise zeitraubender als das Erstellen der Zeichnungen, besonders bei “einfachen Wappen” die aus Figuren bestehen, für die ich schon gute Vorlagen erstellt hab.
- Dann will ich dieses Jahr unbedingt die Wappen der deutschen Gemeinden im Grenzgebiet zu Luxemburg1 zeichnen. Als Informationsquelle wird erst mal Wikipedia2 dienen. Die interessierenden Landkreise sind:
- In Rheinland-Pfalz:
- Im Saarland
Hier winkt als besondere Herausforderung, dass die Blasonierungen in französischer Sprache wohl von mir erstellt werden müssen. Kurze Zeit hatte ich meinen Auftritt unter dieses Motto “mich interessieren nur die Orte, die mal zum Herzogtum Luxemburg gehört haben” gestellt, es ist mir bewusst, dass nicht alle Gemeinden in diesen Kreisen die Bedingung erfüllen. Wollte ich das wirklich durchziehen, müsste ich aber erst mal mühsam herausfinden, welche Orte genau dies dann waren, und dann einige Löcher in meine Karte reissen. Ich wähle daher einen neuen, moderneren Ansatz und gehe davon aus, dass heute in allen diesen Gemeinden Menschen leben, die einen Bezug zu Luxemburg haben, weshalb sie alle auf Wiesel.lu vertreten sein sollten. Dies nicht zuletzt weil viele von ihnen, wie ich selber auch, ihren Lebensunterhalt im Grossherzogtum verdienen.
- Die belgischen nach ich mir schon Ende 2009 vor, die französischen hebe ich mir dann entsprechend für 2012 auf [↩]
- auf Wikipedia sind schöne interaktive Karten eingebaut. Nur die Zeichnungen gefallen mir nicht so, ich werde sie in meinem Stil nachzeichnen. [↩]


