einige lange aufgeschobene Zeichnungen angefertigt.

Dieses Wochenende habe ich nicht nur meinen neuen PC in Betrieb genommen, sondern auch ein paar Wappen aus dem AL gezeichnet, welche bislang noch fehlten. Der Grund hierfür, wie für die fünf die immer noch fehlen ist der, dass ich für sie keine Vorlage habe (ausser für Neunheuser mit dem Stern). Bin daher auch nicht sicher, ob sie wirklich so ausgesehen haben:

Rolshausen war auch kompliziert zu zeichnen, aber das taucht in diesem Posting nicht auf, das habe ich vorhin schon behandelt.

R überprüft

R wurde erst spät von mir angefangen, daher war hier schon vieles fertig. Zwei Wappen mussten noch gezeichnet werden, eins war übersehen worden.

  1. Rolshausen-variante-erronée. Schwierigkeit hier, da Loutsch die Fassung ohnehin falsch hielt, gab es keinerlei Vorlage. Es ist das einzige mir bekannte Beispiel für Ruderboote in der Luxemburger Heraldik.
  2. Roussy war übersehen worden, der Name kommt oft vor.
  3. Bei Rienne – variante, bin ich mir immer noch nicht sicher, ob sich das au naturel nur auf die Farbe, oder auch auch die Darstellung bezieht!

Schlußstein P

Pillich ou Billich – variante 3, die Familie der Vorsteher von Wasserbillig musste noch erstellt werden. Weitere interessante Wappen waren:

Die meisten Wappen mit “P” wurden Ende 2010 gezeichnet, daher waren hier bessonders viele Jugendsünden zu bereinigen, ablesbar daran dass z.B. die Anzahl der Wappen aus dem Buch, die noch nicht das Tag Amorial Loutsch trugen konnte von 121 auf 96 gedrückt werden.

Vorhaben nach Armorial Loutsch online

Wenn man einem Projekt Priorität einräumt, bleiben die anderen liegen. Das ist einerseits eine Binsenweisheit, andererseits kann man hier sehr gut verfolgen, wie sehr sie sich bewahrheitet. Wohl ist längst der Endspurt eingeleitet, dennoch erstickt gerade dieses unkreative, mechanische Überprüfen alle anderen Impulse. Gelegentlich kommen mir aber trotzdem gute Ideen, und damit diese nicht in Vergessenheit geraten, wenn Armorial Loutsch online (ALO) voraussichtlich Ende des Jahres/Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein wird, will ich sie hier mal hinschreiben:

  1. Die Auswertung von ALO erzeugte den Wunsch, weitere Listen anzulegen, bzw. bestehende besser zu pflegen. Angedacht wären eine Liste des seigneuries (Herrschaften) inklusive nichtluxemburgischer Herrschaften auf welche aber Luxemburger Wappen Bezug nehmen, die Liste der Gouverneure müsste überarbeitet werden, etc.

    Die Zeichnungen müssten fast alle neugemacht werden.

  2. Dann gilt es weitere Quellen zu erschliessen. J.C. Loutsch hatte in seinem Armorial einige Wappen weggelassen, z.B. die der Korporationen. Er selber hatte aber 1966 diese Wappen in einem Werk, dass er “Complément à l’Armorial des Duché de Luxembourg et comté de Chiny.” nannte zusammengefasst. Er bezieht sich öfter auf diese Quelle unter der Bezeichnung H.L.T. . Diese will ich online bringen. Dieser Gedanke ist nicht ganz neu, ich habe das schon länger vor.
  3. Eine andere Wappenliste, die zugleich auch neue Quellen einschliesst wäre jene von Jean Kelekom und Jean-Claude Müller im Familjefuerscher 85 vorgestellte der abbesses de Clairefontaine.
  4. Das Lexikon wird von mir zur Zeit fast täglich um neue Begriffe erweitert. Dadurch wird es zwar vollständiger aber auch unübersichtlicher. Im Augenblick bestehen viele Artikel aus nicht viel mehr als der Nennung des Begriffs und einer Gallery mit dem Vorkommen. Ich will es später systematisch strukturieren. Bevor ich freilich bei einem solchen Vorhaben erfolgreich sein kann, muss ich erst etwas mehr theoretischen Ballast ansammeln, was mich zu meinem nächsten Punkt bringt.
  5. Zur Zeit bin ich schon dabei, die Zeichnungen für Simon de Boncourts Grammaire du blason von 1884 zu erstellen. Neumachen will ich nur jene, die Figuren des Wappenschildes betreffen. Der Hintergedanke ist auch der, dass ich dem Leser villeicht in Zukunft einen zweiten Satz an Vorlagen anbieten könnte. De Boncourt war Franzose und seine Zeichnungen benutzen alle das französische Schild, derweil ich mich (schon als Jugendlicher!) bei der Wahl der Schildform künsterlich an die Form angelehnt habe, die Loutsch gewählt hatte:

    Die französische Form hat aber vor allem bei geviertelten Wappen (écartelé) einige Vorzüge die sich nicht leugnen lassen
  6. Dann will ich es bei de Boncourt nicht bei den Zeichnungen belassen, ich will als nächstes auch Querlinks einführen und das Werk mit Kommentaren durchsetzen, bzw. eine Einleitung schreiben.
  7. Boncourt soll nur das erste Beispiel eines Uralttextes sein, das ich mir einverleiben will. Weiter geplant ist es einen Artikel von Felix Hauptmann († 1934) zehn mittelrheinische Wappengruppen aufzuarbeiten. Er wird von Loutsch sehr oft zitiert und die Arbeit erscheint mir grundlegend.
  8. Dann sind Arbeiten zur inversen Wappenkunde nötig. Darunter verstehe ich die Rückwärtssuche bei Wappen: Ich habe ein Wappen vorliegen und möchte den Namen des Trägers wissen. Theodore de Renesse hatte hier einen Ansatz, zu dem ich mir ein paar Gedanken gemacht habe, die ich dem Publikum vorstellen will.
  9. Oft bietet der Kompilator eines Armorials auch eine table héraldique, mit der zu einem gewissen Grad auch eine Rückwärtssuche möglich ist. Die table héraldique von Dr. Loutsch habe ich hier zwar auch nachgebildet, hier fehlen hier aber noch die Links auf die Wappen. Dies aus gutem Grund, hier wären 3017 Einträge zu überprüfen! Gut versteckt auf Seite 2 biete ich aber seit einiger Zeit eine heuristische Annäherung, ist aber nicht sehr zuverlässig.
  10. Zu guter letzt möchte ich auch endlich die sehr schöne Zusendung von Michael Schroeder auswerten. Hier bin ich mir noch nicht sicher, wie genau ich sie in meine Seitenstruktur einbauen will.

So, damit wären die Aufgaben für nächstes Jahr umrissen, ich werde den Vollzug dann durch einen Kommentar zu diesen Beitrag melden!

weiterer Fehler bei Pallant: unbekannte Quelle v.w.

Nicht nur bei der Variante des Wappens Pallant muss es einen Fehler geben, auch beim Wappen de Pallant selber scheint sich der Fehlerteufel eingeschlichen zu haben: Hier zählt Loutsch eine Quelle V.W. auf, die er in seiner Liste der Abkürzungen aber nicht führt. Da diese Stelle, nach meinem Erkenntnisstand aber die einzige Stelle im Corpus des A.L. ist, wo er diese Quelle erwähnt tippe ich auf einen Tippfehler und die Quelle wäre dann nicht V.W. sondern V.M.:

«Wappenbuch der Mosel» (Armorial de la Moselle), vers 1500, Archives de Vienne No 2936, copié par M. Paul Adam, recopié chez lui en 1958.

Unglücklicherweise dürfte gerade diese Quelle für mich wohl nicht auftreibbar sein, da Loutsch und erst recht Paul Adam verstorben sind und ich nicht weiss, was aus ihren Archiven wurde. Folglich kann ich das nicht nachprüfen.

Schlußstein G

Auch “G” ist überprüft. Ich hebe mal drei Wappen hervor:

  • Genins, weil der Träger sich gleich fünf verschiedene Varianten für sein Wappen überlegt hatte,
  • Greisch, weil es davon recht viele gab
  • und Gobaud, weil es das einzige bekannte Luxemburger Wappen mit einem Kamel ist!

So, weiter geht es…

Schlußstein O

O ist auch überprüft. O ist ein etwas “kleinerer Buchstabe”, daher hatte ich die Wappen schon früh gezeichnet (vgl. chronologische Ansicht).

Grösste Überraschung hier: Viele Wappen lagen offenbar seit Oktober 2010 unbeschriftet online. Ich war in jenem Monat wohl schwer eingespannt. Entdeckt wurden

  • eine weitere Harpie (Jungfrauenadler), davon habe ich nun zwei in meiner Datenbank.
  • zwei übersehene Brisuren des Wappens Orjo
  • dass ich ein Wappen der vielen Familien die Osbourg hiessen zweimal gezeichnet, und dafür eine Variante weggelassen hatte.
  • dass viele bedeutende Familien wohl von den Ouren abstammen, und wiederum andere gerne mit denen verwechselt werden.

Schlußstein J

Er wurde schon am Donnerstag Abend gesetzt. Der Buchstabe ist schon bei den Wörtern weniger stark vertreten, bei den Familiennamen ist es auch so. Bei J wurden jetzt beim Überprüfen noch die folgenden zuvor mir nicht bewussten Wappen entdeckt:

So schaut es nun aus:

bekannt sind 3943
davon Varianten 901 22.85%

gezeichnet 3928 99.62%

fehlen noch 15

Überprüft 2453 62.21%

Schlußstein F

Auch F abgeschlossen.
Hier ein paar Wappen aus dieser Auswahl, die ich besonders interessant finde:

  • Failly: die Bordure engreslée passt richtig gut zur Stechpalme “houx“.
  • Fossé: Ein menschliches Gesicht für einen Hahn ist originell
  • Fringan: das interessante hieran ist, dass es das erste Beispiel für ein Zwangswappen ist, das ich hier präsentieren werde. Ich werde in einem späteren Beitrag darauf eingehen.

Schlußstein B

Jetzt sind, nach A, Z und Co, W E und Q, V und zuletzt D und C auch alle Wappen mit B überprüft. Dies war der dickste Brocken (z.Z. 460 von 3940)!
Gerade zu diesem Buchstaben gibt es sehr viele Namen und wegen seiner Stellung recht vorne im Alphabeth, war es beim Zeichnen auch einer der ersten deren ich mich angenommen hatte. Entsprechend viele Jugendsünden gab es zu bereinigen.
Wie immer, hier ein paar ausgewählte Wappen die in letzter Zeit zu diesem Thema bearbeitet wurden:


Die Überprüfung erwies sich als sehr notwendig aber auch recht erfolgreich.

  • Es konnten viele Zahlendreher beseitigt werden (z.B. bei Namen wie Budange, den so viele Familien trugen),
  • viele Brisuren und Varianten konnten entdeckt,
  • einige übersehene Wappen doch noch aufgefunden werden.
  • besonders erfolgreich: Bei Bestreben alle Wappen, die im Armorial Loutsch vorkommen und hier vertreten sind, das entsprechende Mediatag anzuhängen sind wir jetzt soweit dass nur nochetwa 4% fehlen, gegen 14,80 % Anfang August!