Einrichtung eines SSL Gateways hat nicht geklappt.

Vor drei Tagen informierte ich die Leser, dass es möglicherweise zu einer temporären Unterbrechung der Erreichbarkeit von wiesel.lu kommen könnte.

Hintergrund ist der, dass WordPress mir ein paar Konfigurationsverbesserungen aufgegeben hatte um meinen Auftritt sicherer zu machen, dazu gehörte auch die Einrichtung eines sogenannten SSL Gateways. Zum Glück bot OVH die Gratiseinrichtung eines solchen Gateways an. Soeben erreichte mich die, vermutlich wieder automatisch generierte Mail von OVH dass das Vorhaben gescheitert ist, weil:

Notre système a détecté que le domaine www.wiesel.lu n’a pas été mis à jour pour pointer vers votre SSL Gateway. Cette configuration est indispensable pour que nous puissions générer votre certificat SSL.

Nous avons le regret de vous informer que nous avons été dans l’obligation d’annuler votre demande de mise à jour.

Nun ja, gerade darum, mir beim Ändern dieser Einträge “mis à jour pour pointer vers votre SSL Gateway” zu helfen hatte ich OVH ja gebeten und es kam keine Antwort! Denn niemand anderes als OVH selber ist der Registrar, bei dem diese Änderung vorgenommen werden müsste. Als erstes hatte ich, ganz klassisch noch am 02.04.2020 selber eine Mail an support@ovh.net geschickt, nur damit man mir um 11:33 Uhr mitteilt, dass das nur eine Adresse ist, an die man gar nichts schreiben darf, obwohl noch in der besagten Mail vom 05.04.2020 um 11:16 Uhr das genaue Gegenteil behauptet wird:

Pour toute information complémentaire, contactez-nous : support@ovh.com
Cordialement,
Votre Service client OVH

Erreichbarkeit wird also nur vorgegauckelt.
Dann loggte ich mich im Kundencenter ein und wollte als erstes mal meine Adresse richtig eingeben. Leider ist die Eingabemaske dazu zu minderwertig programmiert. Ursprünglich muss sich das Validierungsskript wohl daran gestört haben, dass ich einen luxemburgischen Lebensmittelpunkt, erkennbar an meiner Telefonnummer, aber eine deutsche Wohnadresse habe. Eine weitere Erfahrung dieser Art, bloss 12 Jahre später! Viele andere Konzerne sind in der Hinsicht ja auch so egoistisch rückständig im Denken (und auch diese). Aber selbst wenn ich die luxemburgische Anschrift meiner Eltern eingebe, das System akzeptiert es nicht, es ist einfach zu schlecht!
Dann versuchte ich es selber, ich entdeckte FAQ Seiten, es sah vielversprechend aus, schliesslich verstehe ich als Diplomingenieur für Elektro- und Informationstechnik ja doch noch ein klein wenig was davon, auch wenn ich seit 10 Jahren nicht mehr in dem Bereich arbeite. Ich entdeckte zwar eine Stelle, wo ich die aktuellen DNS Informationen zwar auslesen, aber nicht wo ich sie ändern konnte. An einer Stelle “Weiterleitung” konnte ich immerhin die IPv4 Angaben eingeben, was ich auch tat. Ein Eingabefeld für die IPv6 ? Fehlanzeige!
Also richtete ich mich mit meinem Anliegen am 3.4. an so eine Chatfunktion, es kam die Antwort “ich verstehe Sie nicht, bitte formulieren Sie ihre Frage im Stil “Wie kann ich blablabla machen?”.
Auf der anderen Seite sass offensichtlichst kein Mensch, sondern nur ein Computerprogramm, das im Grunde nur die Antworten auf die FAQs vorlesen kann. Und wenn es das konkrete Problem nicht als FAQ gibt, tja dann…
Gestern wurde es mir dann zu heikel und ich stellte eine Supportanfrage, die aber auch unbeantwortet blieb. Vermutlich, wie alles heutzutage, aufgrund von Personalmangel wegen Corona. Klar, hab ich Verständnis für. Nur nützt mir das nix.
Was lernen wir daraus? die uralten Sprichwörter stimmen!

  • wie gewonnen so zerronnen!
  • was nix kostet, taugt auch nix!

Immerhin konnte ich mich dadurch etwas mit der neuen Oberfläche von OVH familiarisieren und habe bei der Gelegenheit die Stelle entdeckt, wo ich das PHP Update durchführen konnte! Das führte zwar, wie in der Vergangenheit, wo ich mich mit einer Konfigurationsdatei behalf, zunächst wieder zu einem Zusammenbruch des Auftrittes (critical error), aber inzwischen ist WordPress auch da besser geworden: diesmal sagte es mir, welches Plugin den Fehler verursachte!
Unglücklicherweise mein eigenes, das ich brauche um die Wappenlisten (wie Armorial Loutsch oder die Liste der deutschen Gemeinden) zu generieren. Andererseits kann ich aber auch sagen, glücklicherweise, denn es erwies sich, dass die Inkompatibilität in einem Teil zu finden war, mit dem Excelfiles generiert werden können, eine Funktionalität die ich heute nicht mehr benutze. Einfach auskommentiert und es klappte. Danach habe ich dieselbe Operation auch bei aachen.lu durchgeführt und konnte auch dieses endlich auch PHP-mässig auf den neuesten Stand bringen.

Aufsatz “Wappengruppen in Luxemburg und der Eifel” von 1917

Hiermit möchte ich noch auf ein kleines Digitalisierungsprojekt aufmerksam machen, das ich grösstenteils in der Weihnachtszeit durchgezogen habe:
Im Jahre 1917 hat ein gewisser G. Strasser einen Aufsatz mit dem Titel:

Wappengruppen in Luxemburg und der Eifel

beim Verlag M. HUSS. in Luxemburg veröffentlicht.

Die Identität des Autors konnte von mir nicht ganz geklärt werden. Es handelt sich offensichtlich um Georg Strasser. Er könnte sowohl ein luxemburgischer, als auch ein Trierischer Autor gewesen sein, ich vermute eher letzteres. Eine Recherche im Internet ergab folgende vielversprechende Treffer:

Hier ein Ausschnitt der Suchergebnisse:

  1. Grabsteine der Herren v. Esch in Sehlem und Clausen ¦ Strasser, Georg. (1927) – In: Trierer Zeitschrift vol. 2 (1927) p. 99-102
  2. Burg Hartelstein in der Eifel unter den Herren von Schönberg 1480 ¦ Strasser, Georg. (1921 – 1924) – In: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde vol. 3 (1921/24) p. 30-32
  3. Wappengruppen in Luxemburg und der Eifel ¦ Strasser, Georg. (1919) – In: Publications de la Section historique de l’Institut (Royal) Grand-Ducal de Luxembourg vol. 59 (1919) p. 339-367
  4. Das Wappen der Herren von Manderscheid in der Eifel, an der Saar und Mosel ¦ Strasser, Georg. (1918 – 1921) – In: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde vol. 2 (1918/21) p. 110-113, 138-142, 169-173
  5. Alte Häuser in Trier ¦ Strasser, Georg. (1918 – 1919) – In: Trierische Chronik Ser. NF, vol. 15 (1918/19) p. 21-29

Usw. Er hat wohl hauptsächlich in den 1910er und 1920er Jahren publiziert, vor allem in und über Trier und die Eifel. Leider sind mehr Details, insbesondere die Lebensdaten für mich jetzt so nicht auffindbar. Ich kann daher nicht mit Sicherheit angeben, dass er bereits mehr als 70 Jahre verstorben ist, gehe aber davon aus, weil unter der angegebenen Quelle einige digitalisierte Werke von ihm zu finden sind, z.B. Alte Häuser in Trier, aber soweit ich das überblicken kann, keine nach 1930.

Auf diesen Beitrag war ich vor Jahren aufmerksam geworden, als ich eigentlich auf der Suche nach dem Aufsatz “10 mittelrheinische Wappengruppen” von Felix Hauptmann war. Letzteren hatte Dr. Loutsch öfter als Quelle angegeben, ich vermutete eine Abschrift in der Nationalbibliothek finden zu können, dem war aber nicht so. Stattdessen stiess ich auf Strasser und konnte so erstmal nicht sehr viel mit dem Text anfangen.
Nachdem ich 2012 dann den Beitrag von Felix Hauptmann “10 mittelrheinische Wappengruppen” im Netz gefunden und aufbereitet hatte, dachte ich nicht mehr an Strasser. Doch dann wollte ich ausmisten, weil ich Platz brauchte und fand ihn wieder.
Hauptmann stellt 10 Wappengruppen vor:

  1. Die Gruppe Daun. (Gitter)
  2. Die Gruppe mit dem Frauenarm.
  3. Die Gruppe mit den Hämmern.
  4. Die Gruppe Virneburg. (mehrere Rauten oder gerauteter Schild)
  5. Die Gruppe mit dem Zackenbalken.
  6. Die Gruppe mit dem Schach.
  7. Die Gruppe mit dem Ankerkreuz.
  8. Die Gruppe des Lilienhaspels.
  9. Die Gruppe mit dem Schildchen.
  10. Die Gruppe mit den drei Rauten.

Wobei für Luxemburg vor allem die mit dem Gitter, Ankerkreuz und eben das Schildchen wichtig sind.

Strasser schliesst an Hauptmanns Grundgedanken an und behandelt zwei:

  1. Schildchen rot in silbernem Felde, das sind hauptsächlich die Grafen v. Vianden und die von ihnen abstammenden Herren v. Brandenburg und v. Schönecken und ihre Burgmannen.
  2. Wappen mit dem Hirschgeweih, die man seiner Meinung nach hauptsächlich an der obern Kyll und Ahr fand.

Ursprünglich wollte ich diesen Beitrag erst schreiben, wenn ich alles fertig habe.

Kann sein, dass wiesel.lu demnächst vorübergehend nicht verfügbar ist

Beim letzten Update von WordPress auf nun Version 5.4. wurde so ein Tool ausgeliefert, welches den Site Health Status überprüfte und bemängelte, dass ich noch immer nicht mit https funktioniere. Also googlete ich, und fand dass mein Provider dies gratis anbot. Also willigte ich ein, musste meine Kreditkarte neu eingeben, obwohl es nichts kostet.
Soweit alles prima. Aber dann kam die Mail:

Sie haben die Hinzufügung der Domain www.wiesel.lu zu Ihrem Angebot SSL Gateway angefordert.

Damit Ihre Bestellung abgeschlossen werden kann, müssen Sie die beiden DNS-Einträge Ihrer Domain ändern, um den Traffic auf Ihr SSL Gateway umzuleiten. Bitte nehmen Sie diese Änderung innerhalb der nächsten 3 Tage vor:

Aber wie soll ich das machen? Registrat ist ovh selber! Also leitete ich die Mail mal an support@ovh.net weiter, nur um zu erfahren, dass das nicht geht. Ich hoffe ja nun stark, dass es sich um eine automatisch generierte Mail handelt, wo ich nichts weiter tun muss, aber wissen kann ich es nicht.

Die table héraldique de l’Armorial Loutsch endlich zuverlässig!

Es ist vollbracht!

Kann ich nun zum ersten Mal behaupten:

die table héraldique des Armorial Loutsch, das Gegenstück zur Liste der Familien und der Liste Gouverneure Luxemburgs ist zuverlässig verlinkt!

Dafür ist die Liste aber auch deutlich besser als das Original, denn ich habe nicht nur jedes einzelne Wappen überprüft und den richtigen Link gesetzt, ich habe ausserdem:

  • Die Namen richtiger ausgeschrieben,
  • Die nicht gerade wenigen Schreibfehler Dr. Loutschs verbessert (aber auch zwei Flüchtigkeitsfehler von mir),
  • und meistens noch die Links auf die Varianten angegeben.

Erneut fühle ich grosse Hochachtung vor Dr. Loutsch! Er hatte keinen Computer, wie hat er diese Liste wohl erstellt? Ich vermute mir Karteikarten.
Sein System orientiert sich an der HAUPTfigur und ist eine Vereinfachung des Systems Renesse.
Dadurch erfasst er allerdings nur die augenfälligsten Wappen, kompliziertere (bei Renesse: armes écartelées) lässt er links liegen, was den Wert der Zusammenstellung aber nicht wesentlich schmälert.

Über die Schwierigkeiten, warum das eine so mühselige und langweilige Angelegenheit war, werde ich nicht mehr eingehen, ich habe mich früher darüber schon ausgiebig ausgelassen, siehe also unter den oben angegebenen Links. Jedenfalls sieht die Bilanz, seit der letzten grossen Revision so aus:

31/03/2020 12/05/2014 25/05/2014
Eintraege 3111 3023 3024
Links von Hand vorgegeben 1332 583 64
Links berechnet 1776 2436 2391
keine Zuordnung gefunden 3 4 569

Es sind natürlich viel mehr Wappen drin, weil ich bei den von Hand gesetzten Links noch die Varianten angegeben hatte. Loutsch hatte letztere meistens gar nicht gezeichnet, denn er musste alles auf Papier ausgeben, daher arbeitete er auch viel mit Abkürzungen, was auch die verkürzt, daher oft irreführend wiedergegebenen Namen der Wappenträger erklärt.
Es sind nun nur noch 3 Nichtzuordnungen, aber teilweise andere als noch 2014!

  1. In der Kategorie: Bande auf Seite 842 nannte Loutsch eine Familie Brouchausen.
    Das kann ich immer noch nicht finden. Es gibt ein Bruchhausen bei Wittlich. vielleicht hatte Loutsch das Wappen ursprünglich als zum alten Herzogtum gehörig betrachet und das später verworfen?In der Kategorie: Chevron accompagné de trèfles auf Seite 848 benennt er eine Familie Eysenbruch.
    Konnte ich immer noch nicht finden, ich vermute aber, es handelt sich um eine andere Schreibweise der kurz zuvor benannten Eiszbruch.
  2. Die Adewilre auf Seite 859 aus der Kategorie: Fasce vivrée, identifiziere ich als de Weiler, denn auf diese trifft die Beschreibung zu, fand sich aber nicht in seiner Liste.
  3. Leroy war hingegen einfach ein Schreibfehler, als Le Roy sind sie zu finden und passen gut in die Kategorie “Partis divers (on donne les meubles du I) (coupé, losanges et frette):-)
  4. Leider fand ich einen weiteren Fehler, keine Familie namens “Devillers” führt einen von einer Rose begleiteten Löwen

Ich habe also rund 42% der Wappen letztlich doch von Hand angegeben müssen; die 69 zusätzlichen Varianten fallen da nicht ins Gewicht auch nicht die paar Fälle wo das Skript funktioniert hatte und ich die Links nur von Hand setze, weil ich sie gerade bei selber hatte. Dass kein Leser sich je beschwert hat? Naja, die dachten sicher, einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul und andererseits weiss ich nicht, ob überhaupt viele sie genutzt haben. Denn man muss das französische Blasonieren beherrschen und die Fachbegriffe kennen um z.B. ein unbekanntes Wappen identifizieren zu können. Daher war ich vermutlich selber der wichtigste, wenn nicht einzigste Nutzer, wenn auch meist im Unteresse von anderen, denn mich erreichen ja doch öfters Anfragen.
Jedenfalls habe ich nun einige Ideen, was ich mit dem gewonnenen Material machen könnte:

  1. Ich könnte diese Liste auf die anderen Wappen auf wiesel.lu ausdehnen. z.B. auf die Wappen der Gemeinden.
  2. Ich könnte die Liste umarbeiten und für die Kategorien, ein graphisches Beispiel angeben.
  3. Ich könnte eine Inverse Liste, nicht alphabetisch nach den heraldischen Begriffen sondern hierarchisch nach Figuren geordnet (Siehe Hierarchie der Figuren) einrichten.

Also, Fehler können selbstverständlich noch drin sein, jeder macht welche. Aber sie ist jetzt endlich zu, sagen wir 99% zuverlässig, auch wenn noch nicht alle Varianten eingearbeitet sind.

Wiederaufnahme der “kleinen” Reparaturaufgaben

Letztes Jahr war für mich sehr anstrengend. Ich wurde gleich zweimal operiert, hatte viel zu tun und entsprechend litt mein Fleiss beim Thema Heraldik. Und so blieben auch die kleineren Reparaturvorhaben überraschend schnell liegen. Von 7 Vorhaben habe ich nur zwei verwirklicht:

  1. die Table héralidque der Gemeindewappen.
  2. Die Liste der Wappen des Ancien régime, die Eingang in die Gemeindewappen fanden

Das Thema “Luxemburger Gemeindewappen im Jahre 1989” ist also durch.

Ich fange nun wieder an, mit der Nachbesserung der Table héraldique des Dr. Loutsch, die erste der damals gestellten Aufgaben. In einer “table héraldique” sind die Wappen nicht nach Namen des Trägers, sondern nach heraldischen Figuren sortiert, so dass man Wappen, von denen man nur das Aussehen kennt, in einem gewissen Masse identifizieren kann.
Ich denke daher, es wäre die wichtigste der gestellten Aufgaben, ich nannte sie ja auch als erste, aber sie erwies sich als sehr viel aufwendiger als ich glaubte!
Die Liste enthielt über 3000 Einträge. Die konnte und wollte ich nicht alle von Hand setzen, das hätte zu lange gedauert, drum schrieb ich 2012 ein sehr einfaches Skript. An seine Grenzen stösst dies aber immer dann, wenn es mehrere Familien mit diesem Namen gibt. 2014 hatte ich schon einmal nachgebessert und 583 Links von Hand gesetzt, jetzt sind es 651.
Von den z.Z. 3028 Einträgen habe ich letztes Jahr schon 569 überprüft, darunter 187 von Hand gesetzte Links. Da es insgesamt 651 von Hand gesetzt Links gibt, sind also von nur 651-187+569=1033 also 34 % wirklich zuverlässig angegeben.
Es gibt also noch einiges zu tun.

Ab heute brauche ich einen Passierschein um abends wieder heim zu kommen

Wegen der Corona Krise hat der deutsche Innenminister Seehofer die Grenzkontrollen, auch zu Luxemburg reaktiviert. Leider arbeite ich in Luxemburg, wohne aber in Deutschland.
Damit die Bundespolizei uns abends wieder heim lässt, brauchen wir Pendler nun einen Passierschein, den der Arbeitgeber ausstellen muss. Ein Muster kann unter
https://gouvernement.lu/dam-assets/documents/actualites/2020/03-mars/Zertifikat-Berufspendler-Nachweis-Notwendigkeit-Grenzuebertritt.pdf heruntergeladen werden.
Mein Dienstherr hat ihn mir heute mittag unterschrieben. Heute abend bin ich allerdings noch ohne durchgekommen, in Wasserbillig stand heute abend keine Bundespolizei.

Das Wappen von Moritz Villeroy

Die Tage erreichte mich der Hilferuf des französischen Ahnenforschers Bruno du Couëdic de Kerérant. Sein Forschungsgebiet ist die Geschichte der Industriellenfamilie Villeroy. Diese ist auch in Luxemburg bestens bekannt, wegen der Porzellanmanufaktur Villeroy & Boch.
Derweil die von Boch auch in Luxemburg begütert waren und sich deren Wappen im Armorial Loutsch wiederfanden, galt dies nicht für die Villeroy.


Du Couëdic de Kerérant hatte den Eintrag des Wappens Villeroy in einem Wappenbuch gefunden. Leider spricht er nicht deutsch und hatte zudem Schwierigkeiten mit der um 1900 im deutschen Schriftwesen üblichen Frakturschrift und bat mich deshalb um Hilfe. Er stellte mir den folgenden Auszug zur Verfügung:

Hier las ich folgenden Eintrag:

Katholisch – Preußischer Adelstand Berlin 12. Juni 1899 (für Moritz Villerory, Gutsbesitzer in Wallerfangen, Mitinhaber der Firma Villeroy und Boch). – W(appen?) (1899): Geteilt; oben in Silber ein schwarzer Adler, unten in Blau ein bis zum Adler reichender silberner Zinnenturm, begleitet von zwei silbernen Mühlsteinen. Auf dem gekrönten Helme mit rechts schwarz=silbernen, links mit blau=silbernen Decken, der Adler, dessen Brust mit einem der Mühlsteine belegt ist.

Mit dieser Information, konnte ich folgende Zeichnung anfertigen.


Das interessante an dem Wappen ist, dass hier die Figur des Turmes über die Teilung hinausragt und sogar die Figur des anderen Feldes berührt, was in klassischen Wappen doch sehr unüblich ist.
Meine französische Blasonierung wäre dann die folgende:

Armes: coupé d’argent et d’azur. Au I, une aigle de sable (qui est le royaume de Prusse) au II une tour crénélée et brochant sur le coupé, touchant l’aigle du I., accompagnée de deux pierres de moulin, le tout d’argent.
Casque: couronné
Cimier: l’aigle avec la poitrine chargée d’une pierre de moulin de l’écu.
Lambrequins: à dextre de sable et d’argent, à senstre d’azur et d’argent.

Die Zeichung machte mir, bis auf die Mühlsteine, kaum Mühe, weil ich natürlich viele Vorlagen hab.

Funfact: Mich erreichte die Anfrage an meinem Urlaubsort, daher hatte ich zunächst nur die Übersetzung erstellt und setzte mich erst Tage später an den Rechner um die Zeichnung anzufertigen. Leider las ich dabei nur meine selbsterstellte französische Blasonierung, ohne mir den Originaltext noch einmal anzusehen. Ich dieser hatte ich aber einen Fehler begangen, hatte auch Mühlsteinen, MühlRÄDER gemacht. Das Wappen hätte auch hübsch ausgesehen, wurde so aber nie geführt.

Werde wieder zum Mobilitätswendeverlierer

Aus Gründen der Gesundheit, der Verkehrssicherheit und des Klimaschutzes befürworte ich die vielbeschworene Mobilitätswende. Es kann nicht länger sein, dass wir alles Mögliche mit dem Auto erledigen.
Wer nicht gerade dort wohnt oder arbeitet und jeden Tag die Staus auf den Autobahnen und Strassen mitgekommt, sondern nur die Zeitung liest könnte glauben, in Luxemburg stünde sie nun kurz bevor! So schreibt die Onlinezeitung für Grenzgänger heute1:

In Luxemburg ÖPNV bald kostenlos
In Luxemburg hingegen wird der öffentliche Personennahverkehr im gesamten Großherzogtum kostenlos. Vom 1. März 2020 an ist Luxemburg das erste Land der Welt, in dem man für Busse und Bahnen keine Fahrkarten mehr braucht. Nur die 1. Klasse der Bahn bleibt kostenpflichtig.

Dies schreiben sie aber vor allem um einen Kontrapunkt zur deutschen Bahn zu setzen. Wer hingegen Grenzgänger ist, kann nicht umsonst fahren, denn die Luxemburger können natürlich nur auf ihrem eigenen Territorium ein Gesetz zur Übernahme der Fahrkosten erlassen. Den Teil, den die Grenzgänger in ihren Herkunftsländern im ÖPVN fahren übernehmen sie natürlich nicht! Immerhin aber, wird für sie der Teil wegfallen, der auf luxemburgischem Staatsgebiet zurückgelegt wird. Es wird also in Zukunft für alle billiger, wenn sie Bus und Bahn in Luxemburg benutzen.

Für alle ?

Nein! Für mich persönlich, der ich seit 2004 grösstenteils mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahre, sorgt wieder einmal ein Detail der Vereinbarung aber dafür, dass es für mich sogar teurer wird!
Denn bislang zählte der Grenzort Igel in dem ich wohne, seit etwa 2016 (?) zum nationalem Gebiet, d.h. ich musste nur zahlen, was ich auch in Wasserbillig gezahlt hätte. Diese Ausnahme fällt nun wieder!
Durch diese Regelung und dem Umstand, dass der Luxemburger Staat die MCard für ihre Angestellten anbot, konnte ich jetzt drei Jahre sehr günstig mit dem Bus fahren.
Inzwischen weiss es auch die nationale Presse http://www.lessentiel.lu/de/luxemburg/story/gratis-opnv-wird-fur-einige-pendler-teurer-als-vorher-13592945.
Die Einwohner der Grenzdörfer auf Luxemburger Seite haben jetzt schon Angst, dass nun wieder die pendelnden Grenzgänger ihnen alle ihre Parkplätze wegnehmen. Vermutlich werden sie Parkplatzgebühren erheben müssen.
Ich werde dem ÖPNV treu bleiben und ein Jahresbillet von 379 Euro kaufen.
Sehr blöd gemacht ist, dass ich zwar ab 1. März schon das Ticket für die 4 km gekauft haben muss, es aber erst am Sonntag kaufen KANN. Immerhin gelang es mir, mir inzwischen ein Karte in der Mobilitätszentrale ausstellen zu lassen. Dazu musste ich ein Formular ausfüllen, mir ein Mshop Konto zulegen (hatte ich schon) und, besonders lästig, mich in der Fotokiste am Bahnhof ablichten lassen. Ich werde mich überraschen lassen.

  1. unter: https://www.diegrenzgaenger.lu/mobilitat/die-bahn-und-ihre-preise/ []