Digitalisierungsprojekt: Otto Titan von Hefner

Ich habe eine neues Digitalisierungsprojekt gestartet um ein stockendes altes leichter vollenden zu können. Bei der Digitalisierung von Rietstapp Theorieteil, fehlen mir immer noch einige Figuren von Tafel 6. Die brauche ich aber, um mit dem Verlinken voranzukommen. Leider ist Rietstapps Vorlage nicht besonders gut. Dabei fiel mir aber auf, dass Rietstapp bei den Tafeln Literaturempfehlungen gab, die sich als Quellenangabe erwiesen:

Jusqu’ici ce sont les auteurs allemands qui ont déployé le plus de zèle à composer des manuels qui traitent de la science du blason envisagé sous le point de vue vraiment historique et archéologique. A ceux de nos lecteurs auxquels la langue allemande est familière, nous recommandons:

Les Anglais peuvent citer avec satisfaction :

  • Ch. BOUTELL, Heraldry, historical and popular. Londres, 18S3. — l’art héraldique, considéré sous le point de vue historique et populaire.

Il va sans dire que tous ces ouvrages sont ornés de Figures, empruntées aux monuments publics et privés et aux armoriaux anciens.

Also fing ich mit dem ersten an und bemühte erst mal Tante Google und fand, bei Google Books dann auch die digitalisierten Bücher die Rietstapp angab. Vor allem das Musterbuch erwies sich als interessante Quelle aus welcher Rietstapp seine Abbildungen geschöpft zu haben scheint. Z.B. der Löwe aus dem Jahre 1180:


Oder die lustigen Helmzierden:

Wir beginnen zuerst mit dem Musterbuch, später werde ich versuchen auch das Handbuch zu digitalisieren. Letzteres wird viel schwieriger, nicht nur weil es mehr Text ist: Es wurde auch ein anderer altdeutscher Schriftsatz verwand, der die Wörter zur Unkenntlichkeit verstümmelt (ein “s” wird oft als “f” fehlgedeutet, ein “d” als “b” etc.) So stellen wir Otto Titan von Hefner mal vor, so sah er wohl aus:

Links davon ist das Wappen, was er in den Büchern angibt, ist aber wohl das des Verlages.

Der erste Teil den ich digitalisiert habe, ist das Vorwort zum Musterbuch, in welchem er sich dagegen zu wehren behauptet, dass ein gewisser Ritter von Mayer Unterlagen von ihm publiziert habe, ohne zu zitieren. Im Wikipedia Artikel über den Ritter wird es so dargestellt, als wäre OT. von Hefner der Böse Geistesgutdieb.
Jedenfalls wirkt es heute, nach etwa 150 etwas peinlich, wie der gute Otto Titan fast die Hälfte seines Vorwortes zur Abrechnung mit einem anderen adligen Münchener Heraldiker verwendet. Sobald ich damit fertig bin, werde ich diese köstliche Schmähschrift der Leserschaft natürlich nicht vorenthalten.
Wer so lange nicht warten will, kann sie in den Quellen bei Google Books nachlesen. Muss aber etwas suchen danach und darf sich an den zahlreichen Digitalisierungsfehlern nicht stören.

Edit 23-2-2015: Die Suchmaschinen haben inzwischen diesen Post auf ihrem Radar, beim Suchbegriff “Otto Titan von Hefner“. Um neue, mit der STruktur meines Blogs nicht vertraute Leser nicht zu enttäuschen, habe ich die Links auf erst später eingerichtete Seiten nachgeliefert. Hier die wichtigsten:

Das Lexikon des J.B. de Rietstap ist erstellt!

Der erste Punkt auf meiner Anfang der Woche vorgestellten Agenda ist abgehakt, auch wenn er auf dieser Liste der zweite ist:
Der Text des dictionnaire des termes aus dem Armorial Général de Rietstap ist jetzt brauchbar digitalisiert, d.h. also nicht nur einfach eingescannt und mustererkannt, sondern auch mühsam nachgearbeitet und nun online.
Der Vorteil des Bearbeitens ist der, dass man den Text dann auch mal gründlich liest! Ich wählte ihn ja aus, weil er so weit verbreitet ist, aber Rietstaps Auffassung ist schon sehr speziell! Ein paar Beobachtungen:

  • Wie schon in seiner Einleitung angemerkt, hat er sehr präzise Vorstellungen davon, wie groß bestimmte Figuren zu sein haben, und bezieht sie immer auf das Modell des französischen Wappenschildes. Letzteres wird in Luxemburg aber gar nicht benutzt. So sieht er es z.B. als gut an, dass eine Pièce héraldique, etwa eine fasce, oder eine barre genau ein Viertel der Oberfläche eines Schildes einzunehmen hätten.
  • Er macht keinen Unterschied zwischen pièces und meubles, obwohl andere Autoren behaupten der Name “meuble” aei von mobile abgeleitet und käme eben genau daher, dass die meubles, anders als die pièces keine festgelegte Position im Feld (champ) hätten..
  • Eine richtige Leidenschaft von ihm sind Sonderfälle, und hier vor allem die Fabelwesen (figures chimèriques), obwohl (oder weil?) sie in der realen Wappenkunde kaum eine Bedeutung haben. Ich denke, Rietstap in erster Linie einfach ein Sammler und wie jeder Sammler besonders stolz auf seine spektakulären, weil seltenen Funde.
  • Er sieht das ombre de soleil, als eine Sonne an, die in einer anderen Farbe gehalten wäre als Gold oder Silber, die meisten anderen Autoren sehen den ombre de soleil als eine Sonne ohne Gesicht (figuré) an.
  • Speziellen Beispielen eines Adlers in einem Wappen, wie dem brandenburgischen Adler, oder dem preussischen, widmet er einen eigenen Lexikon Eintrag.

Masterplan französisches Wappenlexikon

Gerne würde ich den Beitrag bereits Masterplan Wappenkunst nennen, denn sie ist es, die mit diesem Unterfangen vorangebracht werden soll, aber wir wollen bescheiden anfangen. Endziel ist es sehr wohl, eine eigene Einführung in die Wappenkunst zu schreiben, aber das wird mir zu viel auf einmal. Dann wenden wir eben einen alten Schriftstellertrick an: Wollen die Ideen für den großen Roman nicht kommen, schreibt man eben Reportagen oder Kurzgeschichten…
Mittelfristiges Ziel ist es, für jeden Wappenbegriff in einen eigenen Beitrag in meinem Wappenlexikon abzuhandeln. Bislang bestehen diese Beiträge oft nur aus der Nennung der deutschen Entsprechung, und der Liste der Wappen auf wiesel.lu in denen er nachgewiesenerweise vorkommt, gelegentlich noch einem Zitat von Dr. Loutsch. Da ich seit 2003 aber sehr viel mehr Material angehäuft habe, darf es inzwischen auch etwas ausführlicher sein. Ich habe mal mit dem Begriff aigle (Adler) angefangen:
So wie hier für den Adler sollen die folgenden Punkte bei jedem, oder zumindest den meisten Begriffen abgehandelt werden:

  1. Beschreibung

    1. Einige Beispiele
    2. Bezeichnung verschiedenen Sprachen
    3. Einordung
    4. Darstellung
    5. Sonderformen
  2. Beschreibung durch bekannte Heraldiker [fr]
    1. Dr. Loutsch (1974):
    2. Rietstapp (1887)
    3. Simon de Boncourt (1885)
  3. Häufigkeit in meiner Datenbank
  4. Weblinks

Ich experimentiere aber noch. Jedenfalls bedingt das Vorhaben noch einige Vorarbeiten, die im Hintergrund ablaufen werden, die ich dem Leser nun aber vorstellen will. Ich beabsichtige folgende Etappen:

  1. Das Lexikon von Simon de Boncourt (1885) wird überarbeitet, damit es besser zitiert werden kann
  2. Das Lexikon des J.B. de Rietstap, wird eingegeben (z.Z. sind nur die Begriffe mit A,B oder C online) und hochgeladen.
  3. Illustrationen zum Lexikon Rietstap werden erstellt und hochgeladen, die davon Wappen sind werden, nach “Planches” gruppiert dann beschriftet und in die Datenbank eingebunden.
  4. Dann werden im Lexikon Rietstap die Links auf die Abbildungen eingeführt.
  5. Danach wird eine Zusammenstellung aller Begriffe von mir durchgeführt. In welchem von mir verwendeten Lexikon kommen sie vor, in welchem nicht? Habe ich Entsprechnungen in anderen Sprachen vorliegen? Darauf wird meine Entscheidung aufgebaut werden, welche Begriffe ich in mein eigenes Lexikon aufnehme und welche nicht.
  6. Danach werde ich die Begriffe dann einen nach dem anderen überarbeiten. Bis dahin habe ich mir vielleicht auch ein System überlegt, wie man den Fortschritt markieren kann?

Das wäre es erst mal so im groben.

Prioritäten geändert

Diese Woche habe ich die Seite wo ich meine Heraldikprojekte vorstelle überarbeitet und dem Istzustand angepasst. Zum Projekt Armorial Loutsch Online hatte ich bereits den “Abschlußbericht” vorgestellt. Es fehlen noch die Wappen der Herrscher und ihrer Frauen, und die Liste der Gouverneure ist noch in Überarbeitung, aber das Projekt kann in der Priorität nun endlich zurückgestuft werden.

Priorität geniesst zur Zeit ein neues Projekt: die Digitalisierung uralter heraldischer Texte. Verwendung finden diese auf Wiesel.lu an zwei Orten:

  • Unter den Quellen, hauptsächlich zur Wappenkunde. Zweck dieses Projektes ist es, dem Leser Texte in welchen die hier vertreteten Wappen behandelt werden vorzustellen.
  • unter Wappenkunst, der Teil meines Auftrittes der sich mehr mit der Theorie beschäftigt. Hier treibt mich der Gedanke um, doch eines Tages eine eigene “Einführung in die Heraldik” zu schreiben, welche auf die Sitution Luxemburgs wie ich sie sehe, zugeschnitten sein soll: Die heraldischen Begriffe müssen auf französisch behandelt werden, die potentielle Leserschaft spricht aber besser deutsch. Die hier herangekarrten Texte und Abbildungen können als virtueller Steinbruch zu diesem Vorhaben dienen.

Bislang sind bereits die folgenden Texte digitalisiert und so weit bearbeitet dass sie hochgeladen werden konnten:

Ein weiteres Vorhaben in diese Kategorie von überarbeiteten Texten fällt ist das vocabulaire abbrégé das Rolland und Bender 1903 ihrem 1. Band von 8 der Illustrationen des Armorial Général von J.B. Rietstapp vorangestellt haben.
Man kann dabei aber kaum von einem Text sprechen, die Reihe glänzte vor allem mit ihren graphischen Darstellungen. Dafür werden die Begriffe in 5 Sprachen behandelt, wobei ich aber echte Zweifel habe, ob sie korrekt wiedergegeben wurden. In der deutschen Fassung z.B. behandelten Rolland und Bender die Groß- und Kleinschreibung weitgehend nach dem Zufallsprinzip, etc. Italienisch und Spanisch kann ich nicht, wie soll ich dann wissen ob es richtig ist?
Aber mich reizt es, einen eher an Bildern orientierten Einstieg zu bieten, der sich vor allem an junge Leser richten soll. Ich selber bevorzugte 1985 bei meiner autodidaktischen Beschäftigung mit der Heraldik ja auch die Zeichnungen von R. Louis in der französischen Lexikonreihe Quillet.

Mein erstes Vollwappen: die Herzöge von Lothringen

Inzwischen ist die Abteilung Heraldik auf wiesel.lu erstaunlich gewachsen, die Datenbank weist nicht weniger als 4474 Einträge auf, und daneben gibt es unter Wappenkunde noch einige Abbildungen von theoretischen Wappen zu Lehrzwecken. Stets aber zeichnete ich nur das Wappenschild und seinen Inhalt, nie das “Drumherum”. In Luxemburg wird, wie im französischem Raum auf das Oberwappen weniger Wert gelegt und viele Wappen haben gar keine Elemente ausserhalb des Schildes und mir ist ein einheitlicher Eindruck wichtig!
Heute habe ich eine Ausnahme machen für:

Duché de Lorraine
Duché de Lorraine

Und zwar taucht das Vollwappen als Deckblatt (Frontispice) der “Grammaire du blason” von Simon de Boncourt von 1885. Im Herbst hatte ich begonnen diese in französischer Sprache verfasste Einführung in die Heraldik zu digitalisieren und hier auf wiesel.lu bereitzustellen, obwohl ich mir der Schwächen dieser Abhandlung bewusst bin.
Das Vollwappen wird dann im zweiten Teil des Buches zitiert, bzw. beschrieben um dem Leser die einzelnen Elemente ausserhalb des Schildes vorzuführen (heaume, cimier, tenants, bannière, ordres de chevalerie,…)

Simon de Boncourt meint, er habe das Wappen gewählt weil es eines der interessantesten wären und fast alle Elemente eines vollständigen Wappens enthielte.1 Meine Vermutung ist eher die, dass der Gelehrte aus Bar-le-Duc es aus regionalpatriotischen Gründen wählte, Bar-le-Duc war der Teil von Lothringen den die Franzosen nach dem verlorenem Krieg von 1870/71 nicht an die Deutschen hatten abtreten müssen.

Obwohl ich bei einem Autor aus den 19 Jahrhundert auch hätte einfach Simon de Boncourt Zeichnung hochladen können, reizte es mich, mal ein Vollwappen zu zeichnen, das ich anders als das Original, auch kolorieren kann. So zeichnete ich auch das Schild (écu) auf französische Weise, die bei so vielen Feldern echt Vorteile hat! Ich selber fand das Beispiel danach dann nicht so gut gewählt, die Beschreibung lässt vieles im Unklaren, etwa wie genau der Mantel, die Helmdecken, oder das gar nicht erwähnte Brett auf dem Schild und Träger stehen zu färben sind.

Interessant ist es dennoch, weil es so richtig zeigt wie in so einem Wappen eines souverainen Fürsten des 18. Jahrhunderts nicht nur die Gebiete dargestellt werden die ihnen gehören (Lothringen und Bar), sondern auch solche, die ihnen mal gehört haben (z.B. im Mittealalter war Godefroid de Bouillon, Herzog von Lothringen erster “König” von Jerusalem), oder die sie nur gerne mal gehabt hätten.

  1. Sein Originaltext lautete: Nous avons choisi cet exemple parce qu’il est des plus intéressants et qu’il nous paraît renfermer presque tous les éléments héraldiques réunis ensemble. []

Schlußstein L, Bekanntmachung 10 mittelrheinische Wappengruppen

Nach K und H ist nun auch L abgeschlossen. Entdeckt wurden beim Überprüfen noch ein paar Brisuren des Wappen de Laittre, sowie eines, das wohl einer Ehefrau de Clercq gehört haben muss. Das letzte Wappen das ich validiert habe, ist das Wappen von der Leyen.


Dass es das Wappen von der Leyen traf ist natürlich kein Zufall, sondern von mir so eingerichtet, es erlaubt mir nämlich zu meinem nächsten Thema überzuleiten: Ich mache hiermit bekannt, dass ich unter “Quellen” eine erste digitalisierte Fassung des Beitrages von Felix Hauptmann († 1934):
Zehn mittelrheinische Wappengruppen
aus dem Jahre 1900 online gebracht habe. Von der Leyen steht hier für eine dieser Gruppen, jene “mit dem Frauenarm“. In der französischen Beschreibung spricht Loutsch von einem senestrochère.
Mehr als, dass die Digitalisierung ganz viel Arbeit war, weil die Vorlage so schlecht, will ich an dieser Stelle auch noch nicht schreiben, die Arbeiten daran sind noch nicht abgeschlossen. So fehlt noch das Register und die Querlinks, denn ich will und muss dem Leser mehr bieten als eine reine Abschrift. Daher werde ich später mehr zu diesem Artikel schreiben.

Vorrang hat aber immer noch der Abschluss des Projektes Armorial Loutsch online, d.h. ich widme mich den drei noch verbleibenden Buchstaben:

– Seite Gesamt Varianten überprüft in %
M – 539 362 73   182 50.28%  
S – 695 360 85   248 68.89%  
T – 755 121 32   26 21.49%  

Neues Projekt: Digitalisierung alter Skripte

Mein Ansatz die Entwicklung meiner Heraldikseiten voranzutreiben ist ein evolutiver: D.h. ich habe das Thema zwar eingegrenzt und mir vage Ziele gesteckt, aber ich habe keinen Masterplan! Es ist eher so, dass die Umsetzung eines Projektes das nächste inspiriert. Beispiel: als ich die Liste der Luxemburger Gemeindewappen online brachte, kam mir die Idee ein Lexikon der Heraldikbegriffe anzulegen, sowie eine Liste jener Wappen aus der Luxemburger Geschichte an denen sich Lenertz, Loutsch und Co, die Autoren der Gemeindewappen inspiriert hatten. Aus dem letzten Projekt entwickelt sich dann mein grösstes Projekt “Armorial Loutsch online“.

So ist es auch jetzt: Bei der Umsetzung des “Armorial Loutsch” wollte ich dem Leser möglichst viele Links bieten, nicht nur zu verwandten Wappen, sondern auch auf die Fachbegriffe. Dabei wurde mir bewusst, dass im Text doch reichlich viele Ausdrücke vorkamen die einer Erklärung bedurften (z.B. vergette) oder wo ich es wünschenswert fand, dass das Vorkommen gezählt würde (z.B. epis). In der Konsequenz habe ich das Lexikon weiter aufgebohrt. Das wiederum machte mir klar, dass eine eingehende Beschäftigung mit der Heraldik einen früher oder später auch nötigt, sich mit der umfangreichen und leider auch widersprüchlichen Theorie der Heraldik zu beschäftigen. Wohl kam er mir schon früh der Gedanke, dass ein Webauftritt zur Heraldik auch einige Beiträge zur theoretischen Heraldik bereithalten müsste. Einerseits reizte es mich schon, meine ganz persönliche “Einführung in die Heraldik” zu schreiben, andererseits fragte und frage ich mich: Wozu? – Es sind, auch im Netz wirklich hinreichend viele Einführungen zu dem Thema verfügbar, nicht zuletzt die Artikel auf Wikipedia! So dachte ich.

Leider entdeckte ich dann aber auch, dass bestimmte Begriffe doch nicht so selten sind wie ich Michel Pastoureau glauben wollte, so dass sie nicht behandelt werden müssen. Also doch ein Einstieg in die Theorie? Bloß, wann sollte ich diese Beiträge zur Theorie schreiben, ich finde ja knapp die Zeit die Wappen zu zeichnen und ordentlich zu beschriften? Da verfiel ich auf den Spruch:

Lieber gut kopiert, als schlecht selber geschrieben

Also schaute ich mir erst mal an, wie andere das machen. Der geschätzte Auftritt Blason Armoiries von Hervé Dupuis hat es auch so gemacht, er bediente sich bei folgendem Werk: “l’Alphabet et figures de tous les termes du blason” von L.-A. Duhoux d’Argicourt — Paris, 1899. Also bei einem vermutlich schon länger als 70 Jahre verstorbenem Autor. Da fiel mir ein: google und co. digitalisieren doch diese Werke der Vergangenheit, dieses oder ein ähnliches Buch müsste doch im Netz zu finden sein?! So stiess ich erst mal auf:

  • Pautet du Parois, J. F. Jules. Nouveau manuel complet du blason ou Code héraldique, archéologique et historique…. 1854.
    Source gallica.bnf.fr / Bibliothèque nationale de France

Das Resultat ist erschreckend, die Fehlerquote beim Digitalisieren ist viel höher als ich es erwartet hätte. ich zitiere mal kurz aus dem Werk, unbearbeitet, so wie ich es runter lud:

La Hollande a béni le nom de votre père Ce philosophe Roi , poèt Qui descendit du trône où le poité: ta gu- èrre D’amourç4yironnésv Et le grand empereur, l’Itiiigu.ste de notre àg se penche et ‘sourit , et sur votre_ ber’ rêve dans son coeur un subliine 11&Itagé-, Son ceil est un flambeau : – Son regard semble. allé r jus:quéS au fond ‘des e croit voir son étoile à orage pà1i’ 11 vous regarde et dit en pénétr Règne dans l’aveniii. Et celle qui porta la pourpre impériale Et s’en montra si digne auprès,- de.PE nut en elle , à son Sou ange protecteur ; . -votre .berceau quelle sple le auréole autour de votre Combien de noms brillants , d’ un éclat m Vous a.ecompa” gneront.

Und das ist noch aus dem Vorwort, der Widmung an Napoleon III, einem Fließtext in üblichem Französisch. Damit kommen die Texterkennungssoftware eigentlich am besten klar. Hier könnte man aber mit handelsüblichen Rechtschreibprogrammen, etwa einem Officeprodukt die Qualität von Hand nachbessern. Bei der Güte der Erkennung würde dies zwar schon recht zeitaufwendig aber möglicherweise noch im Rahmen bleiben. Schlimmer ist es wenn sich die unüblichen heraldischen Begriffe, oder eben die Eigennamen häufen, etwa bei einem Werk wie dem Renesse. Dieses speziell zur Rückwärtssuche entworfene Armorial1 des belgischen Freiherrn Theodore de Renesse2 ist auch so schon schwierig zu handhaben, in dieser elektronischen Fassung aber völlig unbrauchbar.
Und so machte ich mich auf die Suche nach etwas besserem und wurde in Luxemburger Nationalbibliothek fündig: É. SIMON, de Boncourt war jetzt kein Belgier sondern Franzose, genauer ein Lothringer aus Bar le Duc. Er veröffentlichte 1885 ein kleines Büchlein, genau richtig für meine Zwecke:

GRAMMAIRE DU BLASON

OU LA SCIENCE DES ARMOIRIES MISE A LA PORTÉE DE TOUS A L’USAGE DES ARCHITECTES, PEINTRES, ARCHÉOLOGUES TOURISTES, AMATEURS, CURÉS, INSTITUTEURS, COLLÈGES, SÉMINAIRES, ETC.

Die vorangehende Zeile ist der Untertitel.


Erstaunlicherweise war das Buch, trotz seines Alters in der Nationalbibliothek ausleihbar und ich hab zugegriffen! Nachdem ich es eingescannt hatte, liess ich Omnipage 17 die Texterkennung durchführen und war angenehm überrascht! Selbst die heraldischen Fachausdrücke erkannte Omnipage fast mühelos.
Obwohl der Inhalt jetzt nicht in allem für bare Münze genommen werden kann3, aber sein Aufbau ist gut gegliedert, übersichtlich und leicht nachzuvollziehen. Da er mit einem eigenen Kapitel auch stark auf die Oberwappen eingeht, den Teil eingeht, den ich hier immer ausklammere, habe ich beschlossen sein Buch zur Gänze in wiesel.lu/heraldik zu integrieren. Es bekommt dort seinen Platz unter “Wappenkunst, einem Kapitel das ich mehr oder weniger der theoretischen Wappenkunde widmen will. Boncourt teilte sein Buch schon in zwei Teile4 und so werde auch ich es der Ladezeiten wegen aufteilen:

Selbstverständlich wird auch der de Boncourt von mir überarbeitet, die Zeichnungen neu erstellt und mit Links angereichert. De Boncourt selber verweist sehr viel quer in seinem Büchlein, natürlich mit Seitenangaben. Diese werden noch zu entfernen sein. Die Überarbeitung kann noch was dauern, Vorrang hat immer noch der Armorial Loutsch. Aber der Leser kann die Wiederauferstehung des Boncourt hier live verfolgen!
Gut, der Leser der sich öfter hierher verirrt könnte bemerkt haben, dass diese besprochenen Seiten schon länger, rudimentär bearbeitet online stehen, und zwar schon seit dem 2. Juni, so lange hab ich schon vor diesen Artikel hier zu schreiben. Das ist nun erfolgt, Also, viel Spass bei Lesen!

  1. eigentlicher Titel: Dictionnaire des Figures héraldiques []
  2. hier seine Nekrologie auf französisch []
  3. schreibt de Boncourt umstandslos plein für plain, und seine angegebenen Verhältnisse, immer ein Drittel des Schildes wären für die fasce, den chef etc. zu belegen, werden in der Praxis viel weniger orthodox gehandhabt. []
  4. eigentlich drei: Er fügte dem Werk noch ein Lexikon an. Auf genau dieses habe ich es eigentlich abgesehen []

Liste der Äbte von Sankt Maximinus nach Bertholet

Nachdem ich im bischöflichen Museum in Trier das Gemälde mit den Äbten gesehen, und mir die Namen der wappenführenden Äbte von St- Maximin abgeschrieben, und Beschreibungen dieser Wappen angefertigt hatte, suchte ich in allen möglichen Büchern und Artikel (in der Bibliothek) nach einer Liste der Äbte. Nachdem eine Nachfrage von mir bei einem Experten unbeantwortet blieb, bemühte ich doch Google. Aber erst mit dem Namen eines der Äbte, Trubelius, wurde ich fündig: Auf Google Books gibt es eine Digitalisierung der

Histoire écclesiastique et civile du Duché de Luxembourg et du Comté de Chiny von Jean Bertholet (wohl von 1741). Dort gibt es im Anhang unter “Preuves” (Nachweise) eine Liste der Äbte, die ich hier wiedergebe.

LISTE CHRONOLOGIQUE
Des Abbés de S. Maximin, tirée des Archives de I’Abbaïe.

  1. Jean d’Antioche, premier Supérieur du Monastère de S. Jean l’Evangeliste à Treves, connu aujourd’hui sous le nom de S. Maximin, vivoit au tem(p)s de S. Agrece, mort en 342
  2. Felicius, sécond Supérieur, est mort l’an 344.
  3. Utilardus, mort en 352
  4. Tranquille reçut & enterra dans son Monastére le Corps de S. Maximin rapporté d’Aquitaine, vers l’an 36o.
  5. S. Emerentien, mort en 363.
  6. Maurelien, en 381.
  7. Honeste, en 387.
  8. Remi, vers 406.
  9. S. Fibitius, après le ravage de Treves, dont la désolation dura prés d’un siècle, répara le Monastère, & d’Abbé fut déclaré Evêque de Treves, mort en 516.
  10. Folmere introduisit.la pratique de la Régle de S. Benoît, mort en 542.
  11. Rudingus rétablit l’Eglisc de S. Maximin, mort en 562.
  12. Gundilandus, vers 600.
  13. Mémilien obtint de Dagobert un privilege confirmatif de la fondation de son Monastére, & mourut vers l’an 640.
  14. Après Mémilien, Bcrtcls désigne deux Abbés, Hermand & Bernard : mais les Archives de S. Maximin n’en font nulle mention, & lui donnent pour successeur immédiat Gerard, qui vivoir au tans -de S. Hidulphc, & mourut vers l’an 697.
  15. Helvin admet au nombre de sis Religieux S. Baffin, & meurt l’an 723.
  16. S. Basin, d’Abbé de S. Maximin fut fait Archevéque de Treves, abdiqua, rentra derechef au rang des Religieux.
  17. Odihaldus obtint de Pépin le privilege de libre Elcetion des Abbés, avec la donation de Tabenne & de Remich, mort en 768.
  18. Hébérard fit faire la Transation des Corps des SS. Agréce, Maximin, & Nicer, par S. Hidulphe Archevêque de Trèves, & mourut en 770.
  19. S. Vomad étoit en grand crédit auprès de Charlemagne, & en obtint beaucoup de priviléges, mort en 793.
  20. Wernolphe reçut de grands bienfaits de Charlemagne, & mourut en 806.
  21. Zeitboldus, vers 812.
  22. Reinfrid, mort l’an 814.
  23. Guttandus
  24. Hildebert
  25. Varnere.
  26. Humbold. La Cronologie de ces (4 derniers) Abbés est incertaine, de même de que des trois précedens.
  27. Hélisachar, étoit Chancelier de l’Empire, mort en 840.
  28. Folcard étoit fort célébre, & mourut en 851.
  29. Hattabold gouvernoit au tem(p)s qu’Erckenfride donna à son Abbaïe Mersch, Hunsdorff avec leurs appartenances, vers l’an 853.
  30. Valdon vivoit au tem(p)s que l’Empereur Lothaire se fit Religieux à Prum, vers 869.
  31. Erchenbert reçut la donation de la terre de Ruvenach, vers 891.
  32. Hugue restaurateur du Monastère, après le saccagement des Normands, fut créé Evêque de Liége, où il mourut en 947.
  33. Villers défendit fortement l’exemption de son Abbaïe sous la protection du Pape Agaper, & de l’Empereur Otton. Il mourut vers 959.
  34. Wicher échangea le Château de Luxembourg en faveur de Sigéfroi, avec la terre de Féhélen, érigea Tabenne en Prévôté, fut Archi-Chapelain de l’Impératrice, & mourut l’an 966.
  35. Asolphe mourut la premiere année de son gouverne-ment en 967.
  36. Teitfrid fit casser par l’Empereur Otton la Charge de Voüé, & mourut en 984.
  37. Hugue obtient la resitution des biens de l’Abbaïe., & meurt vers 987.
  38. Volmar reçoit quelques bienfaits â Mersch de Sigéfroi, Comte de Luxemboug, & Muolfort de Berthe Comtesse; & meurt en 999.
  39. Ofderad obtient de l’Empereur Otton le privilege de battre monnoye, & meurt en 1005.
  40. Winricus bâtit la Grotte du Sauveur, fit le voyage de Jerusalem, où il mourut en 1017.
  41. Harich, ou Erich céda la donation d’Ada à l’Empéreur pour en avoir la paix, & mourut vers l’an 1048.
  42. S. Poppon étoit aussi Abbé de Stavelot, & comme Général de tous les Monastéres d’Allemagne. Il fit plusieurs miracles & mourut en 1058.
  43. Theodoric, Abbé aussi de Stavelot, obtient de Henri III. un Diplôme contre les abus des Voilés, meurt en 1080.
  44. Henri I. mourut dans le voyage de la Terre Sainte avec Conrard, Comte de Luxembourg, vers l’an 1097.
  45. Henri II. mort en 1100
  46. Folmar, Abbé aussi de Stavelot, récouvra les terres de Schwabenheim & Ebersheim, mort en 1105.
  47. Berengose étoit savant, a composé de beaux ouvrages; il mourut l’an 1125.
  48. Gerard élû en 1130, déposé en 1135. par Innocent II
  49. Sigere obtint du Pape l’exemption de son Monastére, qu’il défendit vigoureusement contre Adalberon Archevêque de Treves, & mourut en 1169.
  50. Arnoux, mort en 1179.
  51. Conrard obtient de l’Empereur la défense d’aliéner les biens du Monastére meurt en 1191.
  52. Anselme acquit les terres de Kempt & d’Urtzich, mort vers 1215.
  53. Barthelemi.
  54. Henri III. de Bruich, fonda l’Hôpital de Ste. Elisabeth, & mourut en 1158.
  55. Henri IV. de Château-Dun, neveu de l’Empereur Fréderic II. mort en 1283.
  56. Antoine I. élu en 1284. mort en 1286.
  57. Godefroi de Holfiltz, acquitta les dettes du Monastére par les épargnes de son Prédécesseur, & mourrut en 1305.
  58. Thierry de Brunshorn, gouverna pendant cinquante-cinq ans, & abdiqua ; mort en 1367.
  59. Otton de Geneppe, son neveu, fit beaucoup de dépenses inutiles, mort en 1367.
  60. Roricus d’Ippelborn, mort vers 1411.
  61. Lambert de Sassenhausen, se maintint contre l’Election de deux autres Abbés, & mourut vers l’an 1449.
  62. Jean Fora, fut aussi Abbé de S. Pantaleon à Cologne, & de S. Matthias â Treves, mort l’an 1453.
  63. Antoine II. de Trubelius, déchargea les biens de Kenn mort en 1482
  64. Thierry de Selem, mauvais économe, ne présida par bonheur qu’un an & dix jours, & mourut en I483.
  65. Otton d’Elten, Restaurateur du Monastére de S. Maximin, & de la discipline d’Epternach (Echternach), mort en 1502.
  66. Thomas de Huisden, zélé reformateur, mort en 1514.
  67. Vincent Coheen, répara les malheurs d’une incendie du Monastére; mort en 1525.
  68. Jean de Celles prit un Coadjuteur ,& mourut en 1548.
  69. Pierre de Luxembourg, mort accablé de miseres en 1566.
  70. Matthias de Sarbourg fit fondre trois grosses Cloches, mort en 1581.
  71. Reinier Biver acquit Freudenbourg, & mourut en 1613.
  72. Nicolas Hontheim zélé détenteur de l’exemption du Monastére, mort en 16z z.
  73. Pierre Freudenbourg fut trois fois élu, & renonça trois fois ; jusqu’à ce que Gregoire XV. l’obligeai se charger du gouvernement; il mourut en 1623.
  74. Agréce Rechingen le plus grand dans l’adversité que dans la prospérité, mort en 1655.
  75. Maximin de Gulich vit par les malheurs de la guerre son Monastére renversé de fond en comble, & mourut en 1679.
  76. Alexandre Henn Restaurateur du Monastére & de l’Eglise, fit fleurir les études, bâtit la Bibliotéque, & doit être regardé comme la lumicre de l’Ordre & la gloire des Abbés, mort en l’an 1698. On le regrettra autant qu’on l’avoit aimé pendant sa vie.
  77. Nicet André rebâtit plusieurs Censes, & fit beaucoup de bien, mort en 1719.
  78. Nicolas Paccius, mort en 1731.
  79. Martin Bever, mort le 8. Avril 1738.
  80. Willibrord Schoëffer; Abbé moderne.

Nach Willibrod Scheffer, der 1762 starb kam noch Willibrod Wuttmann, ein Trierer, von 1762 bis zur Auflösung des Klosters 1794. Das bekam Bertholet natürlich nicht mehr mit