Trouvaille: Das Wappen von Marnach

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Localité de Marnach


Ein Zufallsfund, das kennt bestimmt kein Mensch mehr, vielleicht noch nicht mal jemand in Marnach (Ein Dorf in Nordluxemburg, in der Gemeinde Munshausen)! Das Internet brachte es an den Tag: Auf der Suche nach dem Arrêté ministériel welches der neuen Gemeinde Tandel ihr Wappen verlieh, fand ich auf den Seiten von Legilux den folgenden Text:

Arrêté grand-ducal du 27 novembre 1954 concédant à la localité de Marnach des armoiries qui lui sont propres.

Nous CHARLOTTE, par la grâce de Dieu,

Grande-Duchesse de Luxembourg, Duchesse de Nassau, etc., etc., etc. ;

  • Vu la délibération du Conseil communal de Munshausen en date du 20 mars 1954, par laquelle ce corps désire obtenir pour la localité de Marnach des armoiries qui lui soient propres ;
  • Vu l´arrêté royal du 3 janvier 1818 sur la forme des cachets des administrations communales ;
  • Notre Conseil d´Etat entendu ;
  • Sur le rapport de Notre Ministre de l´Intérieur et après délibération du Gouvernement en Conseil ;

Avons arrêté et arrêtons :

  • Art. 1er. Les armoiries, décrites ci-après, sont concédées à la localité de Marnach, commune de Munshausen :

    Coupé sapiné d´azur et d´or : au 1er deux fleurs de genêt en naturel posées en fasce, au 2e un flambeau allumé au naturel posé en pal.

  • Art. 2. Notre Ministre de l´Intérieur est chargé
    de l´exécution du présent arrêté, qui sera inséré
    au Mémorial.

Palais de Luxembourg, le 27 novembre 1954.
Charlotte

Das müsste demnach so aussehen wie auf meiner Zeichnung oben.

Wohlgemerkt erhielt 1954 keine Gemeinde das Recht ein Hoheitszeichen zu führen erhalten, sondern ein Dorf!
Den Schnitt “sapiné” kannte ich übrigens gar nicht, scheint in Kanada verbreiteter zu sein. Ansonsten ist das Wappen recht fantasielos. Der Ginster, der überall im Norden wächst, und was soll die Fackel “au naturel” ?

Wappen von Niederanven und Tandel

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Seit soeben ist meine Sammlung Luxemburger Gemeindewappen vollständig, d.h. zu jeder Gemeinde wo eine Wappenbeschreibung vorliegt habe ich eine eigene Zeichnung mit Gimp angefertigt.

Tandel

Die Gemeinde Tandel ist erst mit dem Gesetz vom 21. Dezember 20041 durch Fusion der Gemeinden Bastendorf und Fouhren entstanden.

Am 18.1.2006 wurde das Wappen im Amtsblatt der Gemeinde2 vorgestellt, hier die Beschreibung:

De gueules à l’écusson d’argent chargé d’une tour crénelée et ouverte de gueules, accompagné de trois merlettes d’argent, deux en chef et une en pointe;

Wer Autor des Projektes ist, geht nicht so ganz deutlich hervor, der Text besagt nur, dass man sich an René Klein gewand hatte, da dieser ja auch Präsident der heraldischen Kommission ist.
Das Wappen ist im wesentlichen das von Bastendorf, nur dass die Lilien gegen die gestümmelten Meisen aus Fouhren ausgetauscht wurden.
Neben Tandel entstand gegenüber dem Stand von 1989 auf den sich meine Sammlung bezieht noch Kischpelt aus einer Fusion der Gemeinden Kautenbach und Wilwerwiltz zum 1.1.2006. Diese Gemeinde führt offenbar (vorerst?) ihre beiden alten und übrigens sehr schönen Wappen fort.

Niederanven

Die Zeichung des Wappen der Gemeinde Niederanven habe ich gestern als letzte erstellt. Dies findet seine Begründung darin, dass das Wappen eine Vielzahl an “meubles” aufweist:

  • 1 tilleul feuillé, fruité et arraché
  • 1 casque romain
  • 1 crosse
  • 1 quintefeuille
  • 2 bâtons fleurdelisés

Darunter zwei unkonventionnelle. Den Römerhelm (der sich ja noch relativ leicht zeichnen liess) und einen verrotteten Lindenbaum. Letzeres um wohl daran zu erinnern dass bis 1974 ein mehr als tausend Jahre alter Lindenbaum in Niederanven zu finden war. Als alter Künziger kann ich das im Prinzip verstehen (siehe Künzigs Lokalkatastrophe von 2006 )… Mir wäre es trotzdem lieber gewesen, wenn Niederanven sich wie die meisten anderen Gemeinden bei der Wahl seiner Motive mehr von der politischen als von der Naturgeschichte hätte leiten lassen.

Übrigens fiel mir dabei auf, dass Marcel Lenertz 1989 wohl ein Fehler unterlaufen sein, muss. Denn die Wappenbeschreibung:

Parti de gueules au tilleul feuillé, fruité et arraché d’or, et d’azur au casque romain d’argent brochant sur une crosse d’or posée en barre; au chef d’or chargé d’une quintefeuille de gueules boutonnée d’argent brochant sur deux bâtons fleurdelisés de sable posés en sautoir;

spricht ausdrücklich davon, dass das Fünfblatt silberne Knöpfe hat, die Abbildung im Armorial Communal weist, wie das Wappen das die Gemeinde auf ihrer Homepage führt an der Stelle ein Loch auf. Aber wie lautet der alte Heraldikerspruch:

C’est le texte qui prime le dessin.

  1. Quelle: http://www.legilux.public.lu/leg/a/archives/2004/0216/a216.pdf []
  2. War mal zu finden unter: http://www.tandel.lu/Infoblat/Infoblat%2018%2001%202006.pdf []

Die alten Zeichnungen

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Der Leser der sich dafür interessiert, soll aber auch nach der Umstellung der Gemeindewappen auf die neuen Zeichnungen, weiterhin meine alten (aber leider zum Teil falschen) Zeichnungen aus Jugendtagen einsehen können:

Wie Sie sehen fehlt der ganze Kanton Vianden. Der besteht eh nur aus drei Gemeinden, und die Wappen von zwei’en davon waren mir eh unbekannt.

Neue Zeichnungen für die Gemeindewappen

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Wie am 4. September angekündigt habe ich inzwischen neue Zeichnungen für die Wappen der Luxemburger Gemeinden angefertigt, welche meine Zeichungen aus Jugendtagen ersetzen. Dies war nötig geworden, nicht nur weil ich in den 80ern für einige Gemeinden gar keine Zeichnungen angefertigt hatte, sondern einige schlicht falsch waren und sich nicht an den Text hielten. Die hier jahrelang präsentierten Zeichnungen aus den 1980er beruhen auf einer Vorskizze (vor 1989), die ich, nachdem ich bessere Zeichnungen angefertigt hatte meinem Freund Jeannot Damgé geschenkt hatte. Mein Heraldikordner mit den Originalzeichnungen ging in Studententagen verloren, Jeannot stellte mir dann diese Skizzen wieder zur Verfügung.

Auch ist es so, dass die Gemeindewappenseite zwar schon in PHP geschrieben war, aber noch aus der Zeit, vor WordPress stammte und nie richtig eingebunden war.

Nachgeliefert wurden:
Beaufort (war falsch), Berdorf, Berg, Bourscheid (war falsch), Clervaux, Dudelange, Esch-sur-Sûre, Ettelbrück, Flaxweiler, Fouhren, Garnich, Heiderscheid, Hosingen, Larochette, Lenningen, Luxemburg Stadt, Neunhausen, Putscheid, Redange-sur-Attert, Schieren, Steinfort, Tuntange, Wiltz, Wormeldange.

Wilhelm II und die Luxemburger Kantonswappen

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Anders als z.B. die Kantone der Schweiz sind die Kantone in Luxemburg eine reine Gebietseinteilung. So gab und gibt es keine eigenen kantonalen Behörden1, die Kantone dienen lediglich dazu, die Gemeinden besser zusammenzufassen und sich in Gesetzestexten leichter auf bestimmte Gebiete beziehen zu können (Etwa “der Polizeidistrikt Diekirch ist zuständig für die Kantone Clervaux, Diekirch, Vianden und Wiltz”).

Doch dann wollten die Luxemburger 18752, die damals noch den niederländischen König zum Großherzog hatten, dessen Statthalter den Prinzen Henri ehren. Dieser war, anders als sein Onkel Wilhelm III sehr polulär weil er in Walferdange, also im Lande residierte und damit als Herrscher viel greifbarer und wohl auch tätig war als ersterer. Man überreichte ihm ein Geschenk, eine Figur die heute unbeachtet und vergessen im Staatsarchiv Staub ansammelt. Und um jede Region des ganze Landes darzustellen sollte jeder Kanton mit seinem Wappen aufgeführt werden.

Diese gab es allerdings nicht, also erfand man sie! Die meisten Luxemburger dürften von der ganzen Aktion aber nichts mitbekommen haben.

Doch wenige Jahre später, 1884 errichtete man dem Großherzog Wilhelm II ein Reiterdenkmal, denn man war ihm dankbar dass er dem Land 1848 eine Verfassung gegeben hatte. Damit glaubte man auch, seinem Sohn Wilhelm III eins auswischen zu können, der diese Verfassung 1856 wieder beschnitten hatte. Das war dann die eigentlich Geburtsstunde der Kantonswappen.

Dieses Denkmal steht noch und ist ein echter Blickfang auf dem Knuedler, dem Hauptplatz der Stadt Luxemburg.

Man befragte damals Nikolaus van Werveke, einen Historiker welche Wappen man nehmen sollte. Er entschied sich dafür, dass die Wappen der jeweiligen Hauptorte auch für den Kanton stehen sollten, was eine der wichtigsten Regeln der Heraldik verletzt, nämlich die, dass jedes Wappen individuell ist und immer nur für eine einzige Einheit stehen kann:

  • für eine bestimmte Person,
  • für eine bestimmte Familie
  • für einen bestimmten Staat

usw.

  1. bis in die 60er Jahre hatte jeder Kanton ein eigenes Friedensgericht []
  2. Quelle zu diesem Posting: Ein Artikel (von Nicolas Lemogne?) im Armoirial Communal du Grand-Duché de Luxembourg, Luxemburg 1989. ISBN: 2-87969-000-5 []