Zehn mittelrheinische Wappengruppen (1900)

Vorbemerkung. Dies ist eine elektronische Abschrift des Aufsatzes Zehn mittelrheinische Wappengruppen des Kölner Heraldikers Prof. Dr. Hauptmann. Der Aufsatz erschien im Jahre 1900 im Jahrbuch Adler.

Ein Original war für mich nicht aufzutreiben, folgerichtig fehlen die zitierten Abbildungen. Meine Vorlage war nicht die beste, der Text kann daher noch viele Tippfehler enthalten.

  1. I. Die Gruppe Daun.
    1. Daun.
    2. v. Zievel
    3. v. Daun gt. Dungin.
    4. Wyhe.
    5. v. Daun gt, von dem Marte (Markte).
    6. v. Densborn.
    7. v. Cröv.
    8. v. Zolwer.
    9. v. Kinheim.
    10. v. Frielingen.
    11. v. Buch.
    12. v. Clotten
    13. v. Hohenstein.
    14. v. Schetzel.
    15. Boos v. Waldeck.
  2. II. Die Gruppe mit dem Frauenarm.
      1. v. Lössnich.
      2. v. d. Leyen.
      3. v. Lieser (Später auch Lysur).
      4. Bumimg (auch Buning).
      5. Vrays.
      6. v. Cröv.
      7. Haller v. Esch.
      8. v. Wolmerath.
      9. v. Arras.
      10. v. Malberg.
      11. v. Wyss gt. zu Guntreben.
      12. v. Wolfskehl zu Vetzberg.
  3. III. Die Gruppe mit den Hämmern.
    1. v. Hammerstein.
    2. v. Schmidtheim.
    3. v. Kolf.
    4. v. Blankart.
    5. v. Duffenbach.
    6. v. Bell.
    7. v. Mayen.
    8. Print v. Horcheim.
    9. Hole v. Weiss.
    10. Mul v. d. Neuerburg.
  4. IV. Die Gruppe Virneburg.
    1. I. [mehrere Rauten]
      1. v. Virneburg.
      2. Ernesti.
      3. v. Bürresheim.
      4. v. Monreal.
      5. v. Polch.
      6. v. Geisbusch.
      7. v. Kaltenborn.
      8. v. Besselich.
    2. II [gerauteter Schild]
      1. v. Ellenz.
      2. v. Ulmen.
      3. Brabant v. Ulmen.
      4. Vrobuse v. Ulmen
    3. III.
      1. Rheineck.
      2. v. Hönningen.
      3. v. Schweppenburg.
      4. Schenk v. Leutesdorf.
      5. v. Horcheim.
      6. v. Rhense.
  5. V. Die Gruppe mit dem Zackenbalken.
    1. I.
      1. v. Manderscheid.
      2. v. Kerpen
      3. v. Kreps.
      4. Husch.
      5. Rupsack.
      6. v. Bürresheim.
      7. v. Castel.
      8. Wegehart v. Schönberg.
      9. v. Neumagen.
      10. v. Siersberg.
      11. v. Kirkel.
      12. v. Treis.
    2. II.
      1. v. Schönberg und v. Pyrmont.
      2. Polch.
      3. v. Winnenburg.
      4. v. Bettingen.
      5. v. Reil.
      6. v. Neumagen.
      7. v. Reuland.
      8. v. Steffeshausen.
      9. v. Hillbringen
      10. v. d. Kirchhofe.
      11. Kämmerer v. Prüm.
  6. VI. Die Gruppe mit dem Schach.
    1. v. Spanheim.
    2. v. Koppenstein.
    3. Ansenbruch.
    4. v. Allenbach.
    5. Fust v. Stromberg.
    6. Wolf v. Spanheim.
    7. Argenschwang.
  7. VII Die Gruppe mit dem Ankerkreuz.
    1. v. Fels.
    2. v. Lellich.
    3. v. Ouren.
    4. v. Ronnnersheim.
    5. v. Siebenborn.
    6. v. Pittingen.
    7. v. Bolchen.
    8. v. Luchtingen.
    9. Plate v. Longwich.
    10. v. Buches.
    11. v. Born.
  8. VIII. Die Gruppe des Lilienhaspels.
    1. Husmann.
    2. v. Gottenheim.
    3. v. Schönburg.
    4. Rael.
    5. Reuver.
    6. v. d. Leyen.
    7. v. Echzel.
    8. v. Greiffenklau.
    9. v. Bechel.
    10. v. Limpach.
    11. v. Kruffel.
  9. IX. Die Gruppe mit dem Schildchen.
    1. A. Die Eifelgruppe.
      1. v. Reifferscheid.
      2. v. Malberg.
      3. Boyart.
      4. v. Erdorf.
      5. Hole.
      6. v. Wildenburg.
      7. v. Vianden.
      8. v. Hamm.
      9. v. Schönecken.
      10. v. Lissingen, genannt Jegen.
      11. Poley.
      12. v. Wavern.
      13. v. Brandenburg.
      14. v. Falkenstein.
      15. v. Grimmelscheit.
      16. v. Schönenberg.
      17. v. Neumagen.
      18. v. Schönburg.
      19. Pyner.
    2. B. Die Nassauische Gruppe.
      1. Glimmendal.
      2. v. Katzenellenbogen.
      3. v Allendorf.
      4. v. Hohenstein.
      5. v. Gerolstein.
      6. Donner v. Larheim.
      7. v. Braubach.
      8. v. Wulfertwils.
  10. X. Die Gruppe mit den drei Rauten.
    1. I.
      1. v. Reichenstein.
      2. v. Selbach.
      3. v. Bicken
      4. v. Ders.
      5. v. Langenbach.
      6. Steinhaus zu Overrath.
      7. v. Geislar.
      8. v. Gevertzhan.
      9. v. Hönningen.
      10. Schenk v. Sterrenberg, Schenk v. Liebenstein und Schenk v. Boppard.
    2. II
      1. v. Holzheim.
      2. Weyher zu Nikenich.
      3. v. Braunsberg.
  11. Register

Zu den interessantesten Erscheinungen in der Heraldik gehören die Wappengruppen. Man versteht darunter eine Anzahl Wappen, die das nämliche Wappenbild mit kleinen Verschiedenheiten zeigen, und bei denen diese Übereinstimmung der Ausdruck einer inneren Zusammengehörigkeit der diese Wappen führenden Geschlechter ist. Meist liegen die zu einer Gruppe gehörigen Wappen auch örtlich zusammen, oder richtiger gesagt, wohnten die Familien, die sie führen, ursprünglich auch in derselben Gegend, obschon das nicht immer der Fall ist. Es bilden also nicht alle sich gleichenden Wappen eine Wappengruppe, sondern es muss ein Zusammenhang vorhanden sein; die Wappen gleichen sich, weil sie auf ein gemeinsames Stammwappen zurückgehen und durch Abänderung desselben entstanden sind. So bilden z.B. die Manteufel, die französischen Bethune und die Schweizer Sukenrietl1 keine Wappengruppe, obschon sie nicht nur ähnliche, sondern gar das gleiche Wappen führen, nämlich den rothen Balken in Silber: Wohl aber bilden die Wappen Württemberg, Veringen und Nellenburg, die alle drei Hirschstangen zeigen, eine Gruppe, da die Familien, die sie führten, gemeinsamen Ursprungs sind, und die Verschiedenheit der Wappen durch Veränderung der Tincturen des gemeinsamen Stammwappens entstanden ist.

Die Form, in der die Abänderung des Stammwappens vorgenommen wird, ist sehr verschiedenartig. Zuweilen besteht sie in der Veränderung der Tinctur, zuweilen in der Hinzufügung eines Beizeichens, zuweilen in der Vervielfachung der Wappenfigur oder in der Hinzufügung einer weiteren solchen, oft auch in der Kombinierung der Bilder verschiedener Wappen und Ähnlichem.

Der Grund für die Veränderung, oder anders ausgedrückt, der Zusammenhang, in dem die Wappen einer Wappengruppe stehen, kann von sein verschiedener Natur sein. Oft ist es eine gemeinsame Abstammung – auch eine illegitime – zuweilen sind es Ministerialitätsverhältnisse2 und Burgmannschaften3, die zugrunde liegen. Auch scheinen Ganerbschaften oft Anlass zur Bildung von Wappengruppen gegeben zu haben. "Nichts erschwert die Forschung des Ursprungs und der Abstammung der Geschlechter des niederen Adels im Mittelalter so sehr", so sagt der erfahrene Bodmann4, "als der Umstand, dass so viele Familien von einem Ganerbenhause einen gemeinschaftlichen Namen, ja auch deshalb ein gemeinschaftliches Siegel geführt haben, ohne übrigens unter sich in der mindesten Geschlechtsverbindung gestanden zu haben; dem, der daran zweifeln wollte, dass überaus viele Ganerbenhäuser ein eigenes Hauswappen gehabt, welches bald ganz, bald zum Teil die Hausgenossen als ihr Geschlechtszeichen aufgenommenen, und als solches auf ihre Nachkommenschaft vererbt, ja ebenso auch alsdann beibehalten haben, wenn sich jene Burgverstrickungen schon längst aufgelöst hatten, kann unser Rheinstrom allein ein ganzes Dutzend zu Beweis vorlegen. Mit den Burgsiegeln und den Geschlechtssiegeln der Erbburgmänner verhält es sich ebenso, "Bestimmte Formen der Wappenänderung für diese verschiedenen Verhältnisse haben sich nicht ausgebildet; es wird die nämliche Abänderung bei verschiedenen Verhältnissen, und umgekehrt werden verschiedenartige Abänderungen bei gleichartigen Verhältnissen angewendet, so dass man es einem Wappen nicht ansehen kann, aus welchen Gründen die vorliegende Abänderung vorgenommen werden ist.

Diese Verhältnisse waren für die Wahl des Wappenbildes indes nur in der Entstehungszeit des Wappenwesens maßgebend. Damals, als die Familien und einzelne Persönlichkeiten des Adels anfingen, Wappen zu führen, nahmen die auf einem Ganerbenhause zusammensitzenden adeligen Geschlechter oder die Burgmänner einer Burg oder die Ministerialen eines Herrn5 das nämliche Wappen an. Schieden nun einzelne Mitglieder aus diesem Verbande aus, wurden jüngere denen der Herr kein Lehen geben konnte oder wollte, Lehensleute eines anderen Herrn6, fanden neue Familien durch Erbschaft, Kauf, Heirat oder sonst wie Aufnahme in den Ganerbenverband, so entstand die Frage, sollten sie das bisher geführte Wappen beibehalten, oder das dieser Gemeinschaft annehmen. Die Antwort wird verschieden ausgefallen sein. Im XIII. Jahrhundert sind Wappenveränderungen häufig, und so mag mancher sein bisheriges Wappen abgelegt und das der Gemeinschaft, meist mit einer kleinen Veränderung, angenommen haben. Bald aber befestigten sich die Beziehungen des Wappens zur Familie; man änderte nicht mehr gerne das einmal -festgestellte Familienwappen, und so behielten später neu eintretende Personen meist ihr altes Wappen, so dass man schon im XIV. Jahrhundert die Burgmänner einer Burg meist mit verschiedenen Wappen findet. Aber auch die im Verbande bleibenden Familien gaben im Laufe des XIII. Jahrhunderts mehrfach. das Wappen der Gemeinschaft auf oder variierten es wenigstens. Dem Wunsche, die Wappen zu individualisieren, der ja sogar die allerdings nur selten vorkommenden persönlichen Beizeichen hatte entstehen lassen, konnten diese Gemeinschaften oft nicht widerstehen. Meist fügte man Beizeichen zum Gemeinschaftswappen hinzu.

Häufig aber ging man auch weiter, so dass das eigene Wappen die Hauptsache wurde, dem man das Zeichen der Gemeinsamkeit als Beizeichen beifügte. Letzteres mag auch später noch oft geschehen sein, wenn ein fremder Ritter in eine Gemeinschaft aufgenommen wurde. So finden wir, dass von den zwölf "Gemeinen von Muntfort" sieben das Schach der Grafen von Spanheim auf die eine oder die andere Weise an ihren Wappen angebracht haben (Fig. 1-12). Ob und welche von ihnen es als alte Lehensleute der Grafen von Spanheim schon von altersher in ihrem Wappen führten, und ob andere es erst bei ihrer Aufnahme und als Lehen ihrer Zugehörigkeit zur Burggemeinschaft angenommen haben, müsste erst durch Specialforschung festgestellt werden. Es würde überhaupt eine interessante Aufgabe der Geschichtsschreibung der einzelnen adeligen Familien sein, den Beziehungen derselben am Ende des XII. und am Anfang des XIII. Jahrhunderts nachzugehen und zu untersuchen, ob das betreffende Familienwappen nicht auf eine Gemeinschaft zurückzuführen ist, der die Familie damals angehörte.

Am compliciertesten liegt die Sache, wenn man es mit einem Herren- oder Dynastengeschlechte zu thun hat. Hier treten oft illegitime oder auch jüngere Söhne in den Stand der Ministerialen ein, so dass man nie ob nur ein Dienstbarkeitsverhältnis oder auch eine Blutsverwandtschaft" vorliegt.

Von den Veränderungen, die man mit dem Stammwappen vornahm, mag manche ursprünglich als eine persönliche gedacht gewesen sein, die man entweder zeitweilig führte – wie der Turnierkragen, der oft von älteren Söhnen dem Wappen hinzugefügt, nach dem Tode des Vaters und dem Antritt des Erbes aber abgelegt wurde — oder auch auf Lebenszeit beibehielt. Es mag aber oft vorgekommen sein, dass ein persönliches Beizeichen von den Nachkommen weiter geführt, und so zum Wappen einer Nebenlinie wurde. Andere Veränderungen dagegen sollten von vorne herein bleibende sein; so wenn ein Burgmann das Wappen seines Herrn mit einer kleinen Veränderung annahm, um durch sie sein Familienwappen von dem seines Herrn zu unterscheiden.

Diese Veränderlichkeit des Wappenbildes ist zurnal für uns heute eine höchst interessante Erscheinung. Gegenüber der starren Unbeweglichkeit, die dem Wappen heute eigen ist, zeigt sie, allerdings innerhalb gewisser Grenzen, eine Freiheit der Bewegung, die dem Wappenwesen jener Zeit etwas ungemein Lebendiges gibt und verräth, dass das Institut damals von jedermann verstanden wurde, und dass die Bedeutung der einzelnen Wappen so allgemein bekannt war, dass man sie auch dann noch erkannte, wenn sie in einer neuen Combination, mit einer leichten Veränderung auftraten.

Im folgenden sollen nun einige Wappengruppen vorgeführt werden, die auf beiden Ufern des Mittelrheins, der Hauptsache nach Gebiet des ehemaligen Kurfürstenthums Trier und des Herzogthums Nassau sich finden. Als Hauptquelle hierfür ist das sogenannte "Mittelrheinische Wappenbuch" benutzt, eine in sieben (inclusive dem Registerband) Bänden zusammengestellte Wappensammlung, im kgl. Kupferstichcabinet zu Berlin, zu der der verstorbene Archivar Heinrich Beyer das Material aus den Siegeln und anderen Staatsarchive zu Koblenz beruhenden Quellen, wie dem großen Balduin’schen Diplomatar, entnommen hat. Für eine Gruppe lieferte sodann Bodmann in seinen oben schon angezogenen Werke "Rheingauische Alterthümer" willkommene Ergänzung. Dann aber hat Herr Major v. Oidtman in Berlin, wohl der hervorragendste rheinische Genealoge, mit gewohnter Liebenswürdigkeit meine Arbeit mit einer Reihe von wertvollen Zusätzen bereichert, für die auch hier meinen besten Dank ihm auszusprechen, mir eine angenehme Pflicht ist.

Wenn wir indes vorhin gesagt haben, die einzelnen Wappen einer Wappengruppe müssten in einem inneren Zusammenhang stehen, dann müssen wir gestehen, dass bei den Wappen der nun zu besprechenden zehn Wappengruppen diesen Zusammenhang oft genug nicht nachweisen können. Wir sind genötigt, öfters uns mit der Annahme zu begnügen, dass bei einem örtlichen Zusammenliegen ähnlicher Wappen ein solcher Zusammenhang vorhanden sein muss — ein Zusammenhang wie er ja bei anderen Wappen unserer Gruppen auch wieder klar erkennbar ist. Wir geben also das Material und hoffen, dass es der Specialforschung gelingen wird, in noch manchen Fällen den inneren Zusammenhang aufzudecken, auf den die Wappenähnlichkeit hinweist. Der Historiker, zumal der Genealoge, wird dies Verfahren begreifen. Liegt doch so vieles Dunkel auf dem Gebiete unserer Forschungen, bei dem man so oft auf spärliche Fingerzeige sich beschränkt sieht! Und so soll in unseren Wappengruppen nicht nur das zusammengestellt sein, wo dieser Zusammenhang klar vorliegt, sondern auch das, wo er nur vermutet wird. Hierbei ist es wohl besser, die Grenzen zu weit, als zu enge zu stecken. Es sind Jahrhunderte, in denen das Wappenwesen sich entwickelt hat, und von der Menge der damals bestandenen Beziehungen können wir nur den geringsten Teil kennen. Und man darf wohl sagen, dass sie reicher waren, als man gewöhnlich annimmt. Die vielen Kriege und Fehden warfen den Adel weit mehr herum, als inan heute oft denkt, wo man eine eisenbahnlose Zeit viel abgeschlossener sich vorzustellen geneigt ist, als sie es in Wirklichkeit war.

Die Wappengruppen, die wir vorführen, geben kein genaues Bild der betreffenden mittelalterlichen Zustände. Wenn man bedenkt, dass uns von so vielen adeligen Familien jener Zeit nur der Name von einem oder von zweien ihrer Mitglieder bekannt ist, wenn wir von vielen das Wappen gar nicht kennen, dann müssen wir uns sagen, dass uns gar manche Familie gar nicht bekannt geworden sein wird. Und so mögen im Mittelalter noch manche Wappen zu den folgenden Wappengruppen hinzugehört haben, die heute der Schleier der Vergangenheit deckt, und von deren Wappen uns keine Kunde geworden ist. Sie sind wirklich "mit Helm und Schild vergraben".

I. Die Gruppe Daun.

Daun.

Als eine hervorragende Wappengruppe stellt sich zunächst die dar, die um die Grafen von Daun sich sammelt. Die Daun führen bekanntlich einen goldenen, roth schräg gegitterten Schild. Das Gitter zeigt regelmäßig je drei Stäbe, die beim Dreiecksschilde den ganzen Schild füllen (Fig. 13). Diese Zahl behielt man unverständigerweise auch bei, als die Schilde unten breiter und abgerundet wurden, so dass nun unten Lücken entstanden.

Das Wappen erscheint mit verschiedenen Beizeichen Teodorich v. Dune, Burgmann von Manderscheid, führt es mit blauem, dreilätzigem Turnierkragen (Fig. 14). Richard, Sohn des Heinrich, Marschalk, Herrn zu Dune, hat 1353 einen blauen Pfeil querüber gelegt (Fig. 15). Der edle Mann Richard, Marschalk zu Dune, führt 1358 einen blauen Stern zwischen dem Gitter (Fig. 16), dem Dyderich, Herre zu Dune, 1393 noch einen Turnierkragen hinzugefügt hat. In ihnen haben wir zweifelsohne Sprossen des alten Herrengeschlechtes sehen. Ein solcher scheint auch der edle Knecht Wyrich Kobe v. Dune zu sein, der 1370 über das Daun’sche Wappen einen Schrägfaden gezogen hat (Fig. 17). Endlich führte noch Dieterich v. Dune, wie v. Meding l) mittheilt, 1450 das rothe Gitter in einem silbernen Schilde7 (Fig. 18).

 

v. Zievel

Ein Zweig der Herren von Daun, die v. Zievel, stammt von Heinrich II. († 1237), einem Balder Richards v. Daun († 1256) ab8, und führt das Daun’sche Gitter in veränderten Tincturen, nämlich silbern in Roth und außerdem noch einen blauen Turnierkragen (Fig. 19). So führte es 1415 Johann v. Zievel. Ebenso führten es Johann und Werner v. Zyvel, Gebrüder, Burgmänner zu Manderscheid.

v. Daun gt. Dungin.

Mit zwei silbernen Lilien in einer blauen Vierung führten das Wappen der Daun 1452 Diedrich v. Dune gen. Dungin und 1517 Dietrich v. Dune, Schöffe zu Trier (Fig. 20). Das Geschlecht blüht heute noch in Österreich. Wenn v. Meding9 angibt, Peter Wyhe von der Marte habe 1470 dieses Wappen geführt, dann stimmt das, wie wir unten sehen werden, mit unseren Quellen nicht überein.

Wyhe.

Schwatz in Gold führte das Daun’sche Wappen Peter Wie, 1320 Burgmann zu Neuerburg, und gleichfalls 1348 Peter Wye, ein Ritter v. Cröve (ein Dorf bei Zell an der Mosel) (Fig. 21). Im XV. Jahrhundert finden wir die Wyhen v. Daun gt. v. Marte. Sie scheinen zur folgenden zu gehören und die Wye beerbt zu haben. Sie siegeln wie Fig. 22. Sie erscheinen noch 1582.

v. Daun gt, von dem Marte (Markte).

Die v. Daun gt. v. d. Marte haben als Beizeichen einen schwarzen Hammer in einer weißen Vierung. Cuno auf der Marte zu Dune, Burgmann zu Manderscheid, um 1340, führt ihn rechts geschrägt (Fig. 22). Sein Bruder Arnold v. Dune den (man) neynt van dem Marte, Schönecker Lehenmann, führt ihn 1364 aufrecht stehend und von einem Sterne begleitet (Fig. 23). Diedrich v. Dune gen. v. d. Marte hat 1414 drei, schräg stehende Hämmer im Freiviertel (Fig. 24). Wie Cuno siegelt 1470 Peter Wyhe v. d. Marte, während 1499 Peter vom Marte gt. Wye, Schöffe im Cröver Rathe im Freiviertel zwei Hämmer nebeneinander führt (Fig. 25).

v. Densborn.

Von Densborn, einem Dorfe oberhalb Kyllburg, unfern von Daun, führt ein anderer Zweig des Geschlechtes den Namen. So 1304 Rychard v. Deynsburen und 1332 Heinrich Marschalc v. Deinspuren, Ritter. Sie führten das Daun’sche Gitter silbern in Roth. Ihm haben aber 1422 Johann, Arnolt und Gottfrid, Gebrüder von Deinsbur, eine goldene Lilie in schwarzer Vierung (Fig. 26) und 1451 Amok v. Deinsbur ein Kleeblatt statt der Lille hinzugefügt (Fig. 27).

v. Cröv.

Ein Freiviertel von Hermelin war das Beizeichen, welches die v. Cröv (Dorf bei Berncastel an der Mosel) dem Daun’schen Wappen hinzufügten (Fig. 28). So führte es Friedrich v. Cröv, vor 1359, Burgmann zu Neuerburg; ebenso 1327 Dietrich v. Cröv, Ritter, und 1442 Herrmann v. Cröve. Dagegen hat Friederich v. Cröv, Propst zu Trier, 1422 das Freiviertel ins Enke Obereck gesetzt, und Hermann v. Cröv führte 1381 im Freiviertel einen rechts geschrägten Pfeil, wohl ein weiteres Beizeichen, nicht aber eine Abänderung, da Hermelin ja in der mittelalterlichen Heraldik als ein Ersatz der Tinctur Weiß gilt (Fig. 29).

v. Zolwer.

Südwestlich von Luxemburg liegt das Dorf Zolwer, wo ebenfalls ein Zweig der Daun sich niedergelassen. Sie führten das Daun’sche Wappen mit einem rechten schwarzen Freiviertel und drei (2 1) weiße Rosen darin (Fig. 30). So führte das Wappen Richard v. Zolwer, mn 1340, Burgmann zu Manderscheid, 1396 Johann Cobe v. Dune, 1438 Authys Zobe v. Dune, und 1439 Tilgin v. Dune gen. v. Zolver. Richard v. Zolwer, der letzte der Familie, starb vor 1518.

v. Kinheim.

Mit dem Daun’schen Wappen, vermehrt mit einem linken Freiviertel, siegelt 1397 der Edelknecht Johann v. Kinheim, der nach einem Dorfe bei Wittlich seinen Namen führte (Fig. 31).

v. Frielingen.

Mit einem Stern als Beizeichen, ähnlich Fig. 16 führte der Ritter Diedrich v. Frielingen (Dort Freilingen in der Eifel) 1366 das Daun’sche Wappen. Leider sind die Farben nicht bekannt.

v. Buch.

Ebensowenig sind die Farben bekannt, in denen 1307 "Richard, ein Ritter, und Wirich, ein Knecht, Gebrüder v. Buch" (ein Dorf bei Castellaun) das Daun’sche Wappen führten. Ein Ritter Richard v, Buch (der nämliche wie der Vorgenannte?) siegelt noch 1348 mit dem gleichen Wappen. Richard und Wirich sind, wie Herr Major v. Oidtman mir mittheilt, bei den Daun oft vorkommende Vornamen.

v. Clotten

Nach dem Dorfe Clotten, welches unweit Cochem an der Mosel liegt, nannte sich ein Geschlecht, welches das Daun’sche Gitter silbern in Blau führte (Fig. 32). Zu ihm gehörte Johann v. Clotten, der 1356 und 1381 vorkommt und Burggraf zu Cochem war. Mosser Johanc de Clote, sagt eine altfranzösische Beschreibung, Lescu dazour fretel dargant. Weiter Heinrich v. Clotten, 1385.

Eine vereinzelte Persönlichkeit, die auch mit dem Daun’schen Wappen siegelt ist: Ulricus de Rosseriis (Ouric de Rozerre), 1388.

v. Hohenstein.

Ob die Hohenstein, die einen schwarz gegitterten Schild führen, auch hierhin gehören, mag dahingestellt bleiben. Das Wappen führten die Ritter Johann und Heinrich v. Hohenstein, 1301, respective 1434 (Fig. 33). In gewechselten Farben, weiß gegittert in schwarzem Feld unter einem weißen Schildhaupt führten die v. Stein zu Baasem (bei Kronenburg) das Wappen (Fig. 84). So siegelt 1481 Johann v. Stein zu Baasem10.

v. Schetzel.

Ebenso unsicher ist die Sache bei den v. Schetzel ans Lorch am Rhein, die über den Daun’schen Schild einen rothen Balken gezogen haben (Fig. 35). Sie führten das Gitter auch etwas anders wie die Daun, indem sie nicht immer die drei Stäbe des Gitters am oberen Rande des Schildes zusammenstossen lassen. So Heinrich Schetzel, Ritter, 1355, vielleicht derselbe, der Burgmann zu Schmiedeburg war.

Boos v. Waldeck.

Burg Waldeck auf dem Hundsrück bei Lütz an der Mosel war ein Ganerbenhaus. Die Boos, welche u. a. dort saßen, sollen nach Fahne11 ans dem Dorfe Boos an der Nahe herstammen. Das Wappen der Ganerben scheinen drei rechts schräg gestellte Schnallen gewesen zu sein, welche in verschiedenen Farben geführt wurden. Daneben kommen allerdings auch andere Wappen vor. Von den edlen Männern Wilhelm und Udo v. Waldeck siegelt ersterer 1285 mit den drei Schnallen, die von Schindeln begleitet sind (Fig. 36), während letzterer im gleichen Jahre einen geständerten Schild führt (Fig. 37). Dagegen scheint Conrad Boiz v. Waldeck, 1285 und 1306, mit dem Geschlechte der Daun zusammenzuhängen, denn er hat dem Daun’schen Schilde die drei Schnallen in einem Freiviertel beigefügt (Fig. 38).

Es mag schließlich noch darauf hingewiesen werden, dass die westphälischen v. Merveldt, welche Burgmänner zu Dülmen waren, das nämliche Wappen wie die Daun, aber blau in Gold führen. Obgleich das Wappenbild nicht zu den gewöhnlichen gehört, dürfte ein Zusammenhang zwischen den Daun und den Merveldt doch nicht ohneweiters angenommen werden dürfen.

II. Die Gruppe mit dem Frauenarm.

Eine weitere sehr charakteristische Gruppe der Moselgegend bilden die Wappen der Geschlechter, die einen Frauenarm führen, dessen Armel sackartig lang herunterhängt; in der Hand hält er meist einen Ring. Schon v. Ledebur hat auf diese Gruppe aufmerksam gemacht12; seinen Ausführungen können wir noch Einiges hinzufügen.

Das Wappen finden wir zuerst bei Conz, oberhalb Trier. Es siegelt nämlich der Castellan Egidius v. Conz schon 1199 mit einem großen Rundsiegel, das im Siegelfelde den Frauenarm zeigt, der aber nicht einen Ring, sondern eine Blume hält (Fig. 39)13. Dass das Wappenbild nicht in einem Schilde erscheint, kann nicht auffallen. In jener Zeit finden wir es ja noch vielfach frei im Siegelfelde dargestellt, wie man denn damals unter "Wappen" nicht den Schild mit dem Wappenbilde, sondern nur letzteres allein verstand14. So dürfen wir in diesem Siegelbilde unzweifelhaft das Wappenbild des Castellans Egidius erblicken. Welcher Gegend und welcher Familie dieser entstammte, ist unbekannt. Später finden wir die Wappengruppe mit dem Frauenärmel tiefer an der Mosel sitzen, und zwar am dichtesten in der Gegend von Lössnich bei Bernkastel.

v. Lössnich.

Zunächst führt den Frauenarm weiß in Roth eine Familie, die von Lössnich selbst den Namen hat. Johann von Losenich siegelt 1268 mit dem Frauenarm, der ebenfalls keinen Ring, sondern eine Blume trägt (Fig. 40). Wohl aber finden wir diesen 1285 auf dem Siegel des Dominus Hermannus de Lusinig. Konrad. v. Lossenich, Burgmann zu Neuerburg um 1320, führt den Arm weiß in rothem, mit goldenen Kreuzchen besätem Felde (Fig. 41). Die Kreuzchen werden wohl Beizeichen sein. Conradus miles, dominos in Losenych 1339, führt sie nicht. Er ist wohl derselbe, mit dem 1376 das Geschlecht ausstarb.

v. d. Leyen.

Das Wappenbild führen in schwarzem, ebenfalls mit goldenen Kreuzchen besätem Felde Heinrich und Nikolaus v. Leyen um 1331, Burgmänner zur Saarburg und Neuerburg (Fig. 42). Sie gehören nicht zu den bekannten, bis zur Fürstenwürde gelangten Leyen, deren Stammburg Gondorf an der Mosel liegt, sondern sie sind dem Dorfe Leyen bei dem unfern Lüssnich gelegenen Ürzig entsprossen, dürften also mit den v. Lüssnich eines Stammes sein. Auch hier sind die Kreuzchen nicht integrierende Bestandtheile des Wappens, denn der Ritter Peter v.d. Leyen führt 1375 das Wappen ohne dieselben; ebenso 1449 Junker Peter und v. d. Leyen.

v. Lieser (Später auch Lysur).

Als Herzschild auf einen Schild mit einem Kreuz gelegt führt das Wappen mit dem Frauenarm weiß in Roth 1347 der wohlgeborne Knecht Ernmerich v. Lysere, der seinen Namen von Lieser, einem Dorfe, führt, welches ebenfalls unweit Lüssnich, bei Berncastel an der Mosel liegt (Fig. 43). Der Herzschild ist unzweifelhaft das eigentliche Wappen der v. Lieser, denn 1421 fila Johann v. Lieser, Amtmann zu Welschpillich, und 1485 Eberhard T. Lieser den Arm allein. Das Kreuz im Siegel Emmerichs ist wohl das Trier’sche, welches er als Ministeriale des Erzstiftes führte. Die Familie existierte noch. im XVII. Jahrhundert. So werden noch 1653 Ernst Wilhelm v. Lysere und sein Sohn Johann Trier’scher Burgmann zu Neuerburg genannt.

Bumimg (auch Buning).

Noch ein anderer der Burgmannen zu Neuerburg, Arnold Burning, Nine den Frauenarm. Dieser aber golden in Schwarz (Fig. 44).

Vrays.

Damit ist die Reihe der Burgmänner zu Neuerburg, die den Frauenarm führten, noch nicht erschüpft. Noch ein weiterer wird uns germant: Johann Vrays; er führte ihn roth in Silber (Fig. 45).

v. Cröv.

In geringer Entfernung moselabwärts von Lüssnich liegt Cröv, ein Ort, nach welchem verschiedene Geschlechter sich nannten. Eins von diesen auch den Frauenarm, und zwar von Feh in Roth (Fig. 46). So finden wir ihn bei Richard v. Cröv, Burgmann zu Neuerburg, wohl derselbe, der 1326 als miles Rychardus de Cronia, siegelt. Ein anderer Ritter Richard v. Cröv hat ihn 1330 an der Hauptstelle einen Bockskopf als Beizeichen zugefügt (Fig. 47). Mit diesem Wappen siegelt er noch 1352.

Haller v. Esch.

Auch landeinwärts von der Mosel hat sich der Frauenarm verbreitet. Dort liegt stellich von Wittlich bei Sehlem an der Salm eine Burg Esch. saß 1357 der Ritter Gobel Haller v. Esch, der auch den Frauenarm führte; leider ist nicht überliefert, in welchen Farben. Das nämliche Wappenbild zeigt 1389 das Siegel des Johann Haller v. Esch.

v. Wolmerath.

Weiter Moselab landeinwärts von Cochem in der Nähe von Lützerath liegt Wolmerath. Auch hier tritt der Frauenarm uns entgegen. Wilhelm v. Wolmeroide, Burgmann zu Manderscheid, führt ihn roth in Gold (Fig. 48). Ebenso 1368 der edle Knecht Johann Brabant v. Wolmerode.

v. Arras.

Ganz das gleiche Wappen wie die v. Wohnerath führte 1331 Hermann v. Arras, Burgmann zu Cochem. 1359 nennt er sich Hermann Durrenstoisser v. Arras. Der Hermann v. Arras, der 1381 mit dem gleichen Wappen siegelt, wird wohl ein Sohn von dem Vorgenannten sein. Arras ist eine Burg bei Alf an der unteren Mosel. Die Durrenstoisser besaßen, wie Herr v. Oidtman mir mittheilt, 1260 ein Lehen in Wolmerath. So gehören die v. Arras wohl zur nämlichen Familie wie die v. Wolmerath.

v. Malberg.

Den Frauenarm von Feh in Roth, also ganz wie die v. Cröv führte Adolph v. Malberg, Burgmann daselbst. Er gehörte wohl zu der Familie v. Cröv. Auf die Herren v. Malberg (Malberg liegt bei Kyllburg), die ein Schildchen im Wappen führten, werden wir noch zurückkommen.

v. Wyss gt. zu Guntreben.

Auch in Trier finden wir den Frauenarm wieder. Johann v. Wyss gt. zu Guntreben, Schöffe zu Trier, führt ihn 1459 begleitet von drei Sternchen, aber ohne den lang herabhängenden Ärmel (Fig. 49). Guntreve ist der alte Name für Gondorf.

v. Wolfskehl zu Vetzberg.

Silbern in Blau ist der Frauenarm das Wappen einer weitverzweigten hessischen Familie, der v. Wolfskehl zu. Vetzberg (Fig. 50). Bei einer Linie des Geschlechtes, den v. Wolfskehl zur Wolkenburg, hält der Arm eine rothe Blume (Rose?). lm XV. Jahrhundert sind sie auch am Rheine angesessen. Sollte die Familie das Wappenbild nicht auch wohl von der Mosel überkommen haben? Eine andere Linie der Wolfskehl, nämlich die, die auf ihrem Stammsitz Wolfskehlen bei Darmstadt sitzen blieben, führten ein anderes Wappen, nämlich einen Mohren in Gold15.

Unzweifelhaft zu den Wolfskehl dürfte gehören

  • Tilmann v. Monthabur, Vicar im Dome zu Trier, der 1443 mit dem Frauenarm siegelt.
  • Ebenfalls zu den Wolfskehl gehört wohl der Ritter Johann gt. v. Mezze aus der Speyer’schen Diöcese, der 1287 das nämliche Wappen im Siegel führt.

III. Die Gruppe mit den Hämmern.

Die drei Hämmer, die wir als Beizeichen des Diederich v. Daun. gt. v. d. Marte 1415 fanden, kommen auch als selbständiges Wappen am Mittelrhein in einer verbreiteten Gruppe vor, über die ebenfalls v. Ledebur schon Untersuchungen angestellt hat16. Wenn wir, "so ist das Ergebnis seiner Studien, außer den Buggrafen von Hammerstein in der Nachbarschaft der Burg noch eine ansehnliche Zahl von Geschlechtern, theils mit dem Namen v. Hammerstein, theils mit ganz anderen Namen, auch wohl ganz vereinzelte Personen erblicken, die sich entweder dreier Hämmer, oder auch wohl eines Hammers in ihrem Wappen bedienen, ohne dass auch nur eine Spur verwandtschaftlicher Beziehungen zu den Burggrafen von Hammerstein zu entdecken wäre, so bleibt kaum etwas anderes zur Erklärung dieser Erscheinung anzunehmen übrig, als ein Erbburgmannsverhältnis und die gemeinsame Verpflichtung zur Vertheidigung der Reichsveste Hammerstein."17

v. Hammerstein.

Als den Mittelpunkt der Gruppe haben wir also die Burggrafen v. Hammerstein zu erblicken. Ihr Wappen sind drei schräg gestellte silberne Hämmer in Roth (Fig. 51). So sie im XIV. Jahrhundert ein v. Hammerstein, der Burgmann des Erzbischofs Baiduin v. Trier zu Neuerburg war. Einen dreilätzigen Turnierkragen hatte 1373 Johann v. Hammerstein, Cantor des Domcapitels zu Trier, einen Stern ein anderer Johann v. Hammerstein als Beizeichen beigefügt. Hierhin gehört auch ohne Zweifel Lenzing v. Ludensdorf (Leutesdorf bei Andernach), Schöffe zu Coblenz, 1327, der als Beizeichen auf der Herzstelle einen Löwen führte, da wir auch einen Konrad v. Hammerstein in Leudesdorf finden.

Ein anderer Zweig der Familie änderte die Tincturen und führte die Hämmer roth in Gold (Fig. 52). Albert v. Hammerstein, Chorbischof zu Köln, setzt 1300 bei Stiftung des St. Georg-Altars in seiner Pfarrkirche zu Feldkirchen fest, dass der jeweilige Burggraf zu Hammerstein, und zwar portails clippeum aureum cum tribus rubeis malleis Patron des Altars sein solle. Freilich gab es auch Hammerstein, die andere Wappen führten. So siegelten 1386 Clais und Herbord v. Hammersteyn mit einem ausgeschuppten Kreuz (Fig. 53), Johann v. Hammerstein, wohlgeborner Knecht, 1358 mit drei Merletten (Fig. 54), aber mit zwei Hämmern auf dem Helm. Die Merletten, aber mit einem Stern auf der Herzstelle, führte auch 1351 Johann llias, Wepeling. Zur Familie scheint ferner zu gehören Ludwig v. Blankenberge, "den man nennet van Hamersteyn, Wepelinc", der 1362 die drei Hämmer auf einem Balken führte (Fig. 55). Blankenberg ist eine Burg bei Siegburg. Woher er den Balken genommen, ist unklar; von Blankenberg dürfte er nicht herstammen, denn Heinrich, Herr v. Blankenberg, siegelt 1288 mit zwei Fischen, Johann v. Blankenberg 1369 mit einem Löwen.

v. Schmidtheim.

Das nämliche Wappen, wie die Hammerstein, jedoch mit einem silbernen dreilätzigen Turnierkragen, führte Diederich mit dem ominösen Beinamen "Rubsack" v. Smydheym, Ritter, der 1328 mit seinen Kindem Arnold, Dydrich und Druyde vorkommt; ebenfalls fast 100 Jahre später Johann v. Smidheim, 1414 (Fig. 56).

v. Kolf.

In gewechselten Farben, nämlich roth in Sllber, führen das Wappen der Hammerstein. die Kolf (auch Colve oder Kolbe), die meist mit dem Beinamen v. Ahrweiler oder v. Vettelhoven, ihren Stammsitzen, vorkoinmen (Fig. 57). Schon 1252 erscheint Godefridus de. Arwilre dictus Coire, miles, so dass die Kolf, wenn sie mit den Hammerstein zusammenhingen, schon sehr frühe sich von ihnen abgezweigt haben müssen. Jedenfalls spielt auch bei ihnen das Wappen auf den Namen an: Streitkolben = Streithammer.

v. Blankart.

Unzweifelhaften Zusammenhang mit den Kolf haben die Blankart, die, wie diese, ihren Stammsitz in Ahrweiler haben. 1255 erscheint Colvo mit seinem Bruder Blankart. Sie führen nur einen Hammer, und zwar silbern in Blau (Fig. 58).

v. Duffenbach.

Ebenfalls mir einen Hammer führen zwei Persönlichkeiten mit dem Namen Peter v. Duffenbach gt. Kolve, von denen die eine 1426, die andere 1443 erscheint. Sie hangen unzweifelhaft mit den Kolf und den Blankart zusammen.

v. Bell.

Von dem Dorfe Bell in der Nähe des Laachersees nannte sich eine Familie, die das Wappen der Kolf mit verschiedenen Beizeichen führte und wohl ein Zweig derselben sein dürfte, da wir den Namen Colve verschiedentlich bei ihnen finden. So 1263 Hermann Colve v. Bell, neben dem G. dictus Colve de Arwilre genannt wird.18 Als Beizeichen führte Johann v. Bell, Burgmann des Erzbischofs Balduin v. Trier zu Mayen, einen dreilätzigen blauen Turnierkragen über den Hämmern (Fig. 59). Weiter 1335 Hermann v. Bell, der vielleicht identisch mit einem anderen Hermann v. Bell ist, der 1368 das gleiche Wappen, nur die Hämmer in senkrechter Stellung führt (Fig. 60). Genau ebenso ist 1407 das Wappen Roelmans v. Bell. Diese abweichende Stellung der Hämmer ist aber wohl ohne Bedeutung, denn die anderen Träger des Namens führen sie alle schräg gelehnt. So 1335 Rulmann Bell, der Bruder des oben genannten Hermann, der aber statt des Turnierkragens eine blaue Raute auf der Herzstelle führt (Fig. 61). Herman gt. Lichte, Gemeiner des Hauses und der Burg zu Belle, führt im nämlichen Jahre als Beizeichen einen blauen Stern im rechten Obereck (Fig. 62). Man sollte hiernach geneigt sein, den Turnierkragen als nicht zum Wappen der Bell gehörig anzusehen; andererseits finden wir ihn so oft bei den Bell, und niemals die Hämmer ohne ein Beizeichen, dass es doch scheint, dass das ungebrochene Wappen der Bell die Hämmer mit dem Turnierkragen sind, der aber bei der Hinzufügung eines anderen Beizeichens hinweggelassen wird, um das Wappen nicht mit Figuren zu überfüllen. Aus diesem Grunde sind die v. Bell bei ihrem Zusammenhang mit den v. Kolf als eine jüngere Linie derselben zu betrachten. Zu den Bell ist auch wohl Heinrich Scheppe, Burgmann zu Mayen, zu rechnen, da Mayen nahe bei Bell liegt. Er führt die rothen Hämmer in einem silbernen, von blauen Schindeln besätem Felde (Fig. 63).

v. Mayen.

Schwarz in Gold führte die Hämmer Konrad Bottele, Burgmann des Erzbischofs Balduin zu Mayen (Fig. 64). Einen vierlätzigen rothen Turnierkragen hat 1313 Gerard v. Meynen dem Wappen hinzugefügt, wohl der nämliche, der 1292 als Burgmann zu Mayen mit dem gleichen Wappen vorkommt (Fig. 65). Auch hier sieht .v. Oidtman in dem Wappenbilde einen Hinweis auf die alte Steinindustrie in Mayen.

Print v. Horcheim.

In gewechselten Farben, nämlich golden in Schwarz, führt 1165 Johann Print v. Horcheym; (einem bei Coblenz gelegenen Dorfe), das Wappen der Vorgenannten (Fig. 66). Der Beiname v. d. Broel (Brohl, ein kleines, Hammerstein gegenüber in den Rhein mündendes Flüsschen), den die Familie führt, zeigt an, dass auch ihr Ursprung in der Gegend von Hammerstein zu suchen ist. Der allerdings unzuverlässige Fahne, der noch mehrere Mitglieder des Geschlechtes angibt, beschreibt ihr Wappen" als drei silberne Hämmer in Schwarz. So, aber mit goldenen Stielen, gibt auch Siebmacher das Wappen. Noch 1467 waren die Print, wie v.Oidtman mir mittheilt, in Niedermendig (also bei Bell und Mayen) angesessen.

Hole v. Weiss.

Noch ein weiteres Geschlecht mit den drei Hämmern, aber aufrecht gestellt, erscheint in der Nithe von Coblenz, die Hole v. Wyss, deren Name auf Moselweiß zurückzuführen ist19. Von ihnen führt Walter Hole v. Wyss, Wepeling, das Wappen mit einem Stern auf der Herzstelle (Fig. 67), ein Beizeichen, welches Hermann Hale v. Wyss 1376 weggelassen hat.

Mul v. d. Neuerburg.

Noch einmal treten im Osten des Trier’schen Gebietes die drei Hammer auf, indem Heinrich Mul v. d. Neuerburg (bei Wittlich), Burgmann daselbst 1330, sie schwarz in Silber führt (Fig. 68). Wir finden in noch 1363.

Endlich gehören noch hierhin die

  • Kietzweiler gt. Staille, die die drei Hammer mit einem Ring auf der Herzstelle führten (Fig. 69);
  • Greene (unter der Landtskrone an der Ahr), die ihnen einen Turnierkragen zufügten. Sie hangen, wie v. Oidtman vermuthet, mit den Hammerstein zusammen;
  • v. Bünebach, die die Hammer ohne Beizeichen führten;
  • v. Poulheim , die mit den Hämmern einen Balken begleiteten und sich nach einem Dorfe bei Köln nannten (Fig. 70); endlich die Stoltz v. Biekelheim auch mit drei weißen Hammern in Roth.

IV. Die Gruppe Virneburg.

I. [mehrere Rauten]

v. Virneburg.

Eins der vornehmsten Geschlechter der Eifel waren die Grafen von Virneburg. Ihr Wappen, ursprünglich wohl ein roth-golden gerauteter Schild, sind 7 (4, 3) Rauten in Gold (Fig. 71). Auch hier finden wir wieder das oft vorkommende Beizeichen des Turnierkragens. So führt ihn fünflätzig und blau 1333 Johann v. Virneburg und 1355 Adolph v. Virneburg, Canonicus zu Köln. In gewechselten Farben mit fünflätzigem blauem Turnierkragen führt das Wappen 1335 Heinrich, des edlen Mannes Herrn Ruprechts, Grafen von Virneburg erstgeborener Sohn (Fig. 72).

Auch hier führte eine jüngere Linie, vielleicht ist es auch nur ein Burgmanngeschlecht , das Wappen in veränderten Tincturen, nämlich roth in Silber (Fig. 73).

Es erscheinen mit diesem Wappen 1.333 Philipp und Johann v. Virneburg, beide Burgmannen in Mayen, der letztere mit blauern fünflätzigem Turnierkragen als Beizeichen.

Ernesti.

In wieder anderen Farben führt ein anderer Burgmann zu Mayen, Johann Ernesti, das Wappen. Bei ihm erscheinen die Rauten blau in Silber (Fig. 74).

v. Bürresheim.

Zwischen Virneburg und Mayen liegt an der Nette die wohlerhaltene Burg Bürresheim. Nach ihr nannte sich ein Geschlecht, welches die Rauten silbern Roth führte (Fig. 75). Zu ihm gehörten Cono v. Bürresheim, Burgmann zu Monreal, 1342, der einen blauen Turnierkragen dem Wappen hinzugefügt hatte, und Ritter Emich v. Burenzheim, 1409, der das Wappen ungebrochen führte. Die Rauten golden in Roth mit vierlätzigem blauem Turnierkragen führte Conrad v. Burinzheim, Burgmann zu Mayen (Fig. 76). Da er als Helmzier einen wachsenden Schwan führt, vermuthet v. Oidtman in ihm einen Vorfahren oder einen Verwandten der Burggrafen von Rheineck, deren Helmzier auch ein Schwan ist.

v. Monreal.

Südwestlich in kurzer Entfernung von Virneburg liegt Burg Montreal, die von den Grafen von Virneburg erbaut war. Hier war 1347 der Ritter Carl v. Monrean Burgmann, der die Virneburger Rauten schwarz in Gold führte (Fig. 77). Das gleiche Wappen führte 1402 Diedrich v. Monreal, Ritter.

v. Polch.

Zur Gruppe Virneburg gehört ferner ein Geschlecht, das seinen Namen von Polch, einem Dorfe auf dem Maifelde, führt. Bei ihm finden wir die Rauten schwarz in Silber (Fig. 78). Hierhin gehört Johann v. Polich, Burgmann von Mayen. Dagegen führt ein Johann Jakob v. Polich, der gleichzeitig mit dem Vorgenannten Burgmann zu Mayen war, einen rothen Lindenbaum in Silber, ein Wappen, welches wir bei Wilhelm v. Ryle (Reil bei Zell an der Mosel) wiederfinden, welches aber zugleich auch an das Wappen der v. Eich, den schwarzen Eichbaum in Silber erinnert (Fig. 79). Johann Jakob dürfte also wohl zur Familie v. Reil gehören. Die schwarzen Rauten in Silber führten weiter noch 1347 Ritter Henrich v. Polich, Burgmann zu Monreal, und mit fünflätzigern Turnierkragen vermehrt 1343 Johann v. Poliche.

v. Geisbusch.

Stammverwandt mit den Vorigen sind die v. Geisbusch, deren Name auf die Burg Geisbusch bei Mayen verweist. Ritter Johann v. Polch trägt 1332 seine Burg Geisbusch dem Erzbischof Balduiu v. Trier zu Lehen auf. Die v. Geisbusch führten das gleiche Wappen wie die Polch, nur mit anderem Kleinod. Während letztere eine mit einem Federbusch besteckte Kugel auf einem breitkrämpigen Hute führten, war das Kleinod. der Geisbusch ein silberner goldgehörnter Geißenkopf, eine Anspielung auf den Namen. Von dieser Familie finden wir 1385 Ritter Johann v. Geisbusch und 1462 johann und Rulmann, Gebrüder v. Geisbusch, Ritter.

v. Kaltenborn.

Acht Kilometer nördlich von Virneburg liegt Kaltenborn, wo ein Zweig der Virneburg saß. Hier ersch.int 1315 Philipp v. Kaldenburn, edler Mann, vielleicht der nämliche, der 1335 als Philipp v. Virnenburg gt. v. Kaldenburren mit seinen Söhnen Philipp und Diedrich auftritt. Sie führen das Wappen der Virneburg; leider ist unbekannt, in welchen Farben.

v. Besselich.

Ebenso sind die Farben des Wappens der v. Besselich nicht bekannt, die ebenfalls zur Wappengruppe der Virneburg gehören. Von ihnen wird uns 1444 Johann v. Bierstorf gt. v. Besselynck genannt, und 1454 Michel v. Besselich, Schöffe zu Trier.

Das Virneburger Wappen führen weiter:

  • Dietrich v. Ettringen , Burgmann zu Monreal 1352;
  • Heinrich v. Merthelach (Mertloch), Burgmann zu Monreal;
  • ferner, aber mit einem Turnierkragen Diederich v. Eckinc, Burgmann des Kurfürsten v. Trier zu Monreal, 1352,
  • sowie Diederich v. Eckrich gt, Pastoir, Wepeling, der mit dem Vorgenannten vielleicht identisch ist. Von allen sind die Farben unbekannt.

II [gerauteter Schild]

Wir haben vorhin die Vermuthung ausgesprochen, dass das Virneburger Wappen vielleicht aus einem gerauteten Schilde entstanden sein möchte. In der That finden wir, dass beide Bilder ineinander übergehen20 , weshalb wir die Wappen mit gerauteten Schilden hier anschließen.

v. Ellenz.

Diesen Übergang von dem Rautenschilde zu den abgesetzten Virneburger Rauten bietet das Wappen der Familie v. Ellenz. Dorf Ellenz, nach dem das Geschlecht sich nannte, liegt südlich von Monreal und Virneburg an der Mosel. Johann v. Ellenze, wohlgeborener Knecht, führte 1347 einen gerauteten Schild. Das Kleinod des Wappens, welches wir auf dem Siegel Fulkers v. Ellenz 1448 kennen lernen, zeigt auf einem offenen Fluge, der auf einem breitkrämpigen Hute sich erhebt, die sieben Virneburger Rauten (Fig. 80).

v. Ulmen.

Dieses alte Geschlecht, dessen Stammburg in Trümmern am Ulmener Maar südwestlich. von Virneburg liegt, führt als Wappen einen gold-roth gerauteten Schild. Die Rauten sind oft sehr groß und fast als selbständige Heroldsbilder behandelt. So auf dem Siegel des Ritters Theodorich v. Ulmen, 1274, auf dem nur nier Rauten zum Ausdruck kommen (Fig. 81). Kleiner gerautet ist der Schild auf dem Siegel des Kreuzritters Heinrich v. Ulmen 1208, der die Reliquien aus der Sophienkirche mitbrachte und sie dem Kloster Stuben schenkte. Auch später ist der Schild meist kleiner gerautet. Zum Geschlechte gehörten Cone v. Ulmen, 1342, Diedrich Herre v. Ulmen, 1350, Buwe und Konrad v. Uhnen, Trierer Burgmänner zu Cochem.

Brabant v. Ulmen.

Die Herren v. Ulmen waren Edelherren. Daneben kommen mehrere Burgmanngeschlechter auf Ulmen vor. Ein Zweig sind wohl die Brabant v. Ulmen. Sie führen den Schild schwarz-golden gerautet (Fig. 82). Heinrich Brabant v. Innen war Burgmann von Cochem; Ritter Nikolaus Brabant v. Ulmen lebte 1382; Diedrich v. Ulmen, "den man spricht Mul" 1373, führte die Rauten wieder ziemlich groß (Fig. 83).

Vrobuse v. Ulmen

In welchern Verhältnis Nikolaus Vrobuse v Ulmen, Burgmann zu Mayen, zu den vorgenannten Geschlechtern steht, ist schwer zu entscheiden. Er hat den Schild schwarz-weiß gerautet (Fig. 84). 1322 erscheint er als Zeuge; da er kein Siegel hat, siegelt "Heinrich Bufo eyn herre von Ulmene" für ihn.

Ob weiter

  • Gybert Bruyeh, Burgmann zu Mayen (Bruych gdangte 1373 durch Heirat an .die Daun)21 , der einen gerauteten Schild führt (Fig. 85),
  • sowie Nikolaus v. Brucken, Domherr zu Trier, 1428, bei dem er roth-weiß gerautet ist (Fig. 86), auch im Zusammenhang mit den v. Ulmen oder den von Virneburg steht,

kann ich nicht sagen.

Endlich ist hier noch

  • Cons v. Wilsacker (Misant), Burgmann zu Malberg, 1356, zu nennen, der seinen Namen von einem Dorfe bei Killburg hatte. Er führte fünf rothe Rauten in Gold, die ähnlich wie die Virneburger in zwei Reihen gestellt sind (3 .2) (Fig. 87).

III.

Noch eine weitere kleine Gruppe dürfte sich als Unterabtheilung an die Virneburg anschließen, nämlich die der Burggrafen von

Rheineck.

Diese führen in weiß-roth gerautetem Schilde ein goldenes Schildeshaupt. Wegeler sieht ihnen Abkömmlinge der Ulmen22. Jedenfalls sieht das Schildeshaupt sehr nach einem Beizeichen aus, welches einem gerauteten Schilde zugefügt worden ist. So siegelt 1275 Theodorich v. Rheineck: (Fig. 88). grafi sind die Rauten 1303 in dem Siegel der Jutta, der Witwe Engelberts weiland. Ritters v. Rinecke (Fig. 89).

v. Hönningen.

In Hönningen, Rheineck gegenüber auf dem rechten Rheinufer, war ein Zweig der Rheineck angesiedelt. Ihr Stammvater scheint der Gatte der ebengenannten Jutta gewesen zu sein. 1271 wird er Engelbert, Ritter v. Rinecke genannt, nennt sich in der thuschrift seines Siegels indes Engelbertus de Hoengen. Als sein Sohn ersclieint 1303 Ritter Hedenreich "de Hoengen". 1346 tritt uns Wilhaym, weiland Herrn Heydenrichs Sohn, eines Ritters v. Hoengen entgegen. weiter finden wir noch 1869 den Wepeling Johann v. Hoingen. Sie alle führen den Rautenschild mit dem Schildeshaupte, fraglich indes, in welchen Farben. Dagegen erscheint 1350 Johann v. Hoengen, weiland Pastor der Kirche zu Heimbach mit einem Wappen, in dem wir zwei Balken und ein Freiviertel von Hermelin sehen (Fig. 90).

v. Schweppenburg.

Das Rheinecker Wappen, unbekannt mit welchen Farben, finden wir auch wieder bei der im nahen Brohlthal liegenden Schweppenburg. So siegelt 1366 Ritter Arnolt v. Swappenburg23.

Schenk v. Leutesdorf.

Nicht allzufern rheinaufwärts von Hünningen liegt Leutesdorf. Nach ihm nannte sich Wenemar Schenk v. Ludenstorp, der 1317 mit dem Rheinecker Wappen siegelte, dem ein Flügel im Schildeshaupt als Beizeichen beigefügt ist (Fig. 92). Die Rauten sind bei ihm ähnlich arrangiert wie bei Diedrich v. Ulmen gt. Mul (Fig. 83).

v. Horcheim.

In gleicher Weise sind die Rauten angeordnet bei Johann v. Horicheym, Wepeling, 1348, der dem Rheinecker Wappen einen Stern im Schildeshaupt beigefügt hat (Fig. 93). Horehheim liegt bei Coblenz.

v. Rhense.

Auch oberhalb Coblenz tritt das Wappen noch einmal auf. R. v. Ronce, Burgmann zu Sternberg, führt einen roth-weiß geschachten Schild mit rothem Schildeshaupt (Fig. 94). Ebenso 1335 Arnold v. Ronce, Canonicus von St. Florin.

V. Die Gruppe mit dem Zackenbalken.

I.

Den ersten Platz unter den Geschlechtern der Eifel nahmen die Grafen v. Manderscheid ein, die stolz ihren Ursprung auf Carl den Großen zuückführten, da sie (natürlich irrig) behaupteten, von Swantibold, dem Sohne des römischen Kalsers Arnulf, abzustammen. Auch um sie hat sich eine ansehnliche Wappengruppe gebildet.

v. Manderscheid.

Den Mittelpunkt dieser Gruppe bildet der dreimal eckig geschobene rothe Balken in Gold24, das Stammwappen der Grafen v. Manderscheid (Fig. 95). Auch hier können wir leichte Verschiedenheiten in der Wappenfigur constatieren, die indes ohne Bedeutung sind, da die Heraldik der älteren Zeit solche Nebensächlichkeiten nicht mit der Ängstlichlreit hehandelte, mit der man es später that. So ist der Balken gewöhnlich ziemlich breit. Er kommt aber auch schmäler, ja sogar fadenartig vor. So führte ihn z. B. 1305 Wilhelm Herr v. Manderscheid. Auch Beizeichen finden wir hier mehrfach. So zog 1348 Wilhelm v. Manderscheid der Junge einen rechtsgeschrägten blauen Pfeil über das Wappen (Fig. 96). Ulrich v. Manderscheid, genannt Nafelden, setzt 1349 ein Herzschildchen mit einem Zackenschrägbalken in den Schild (Fig. 97). Sollte es eine Wappenvereinigung oder ein Beizeichen oder Beides zusammen sein? Andere Manderscheid, wie es scheint, Burgmannen der Grafen, führten den Balken schwarz in Silber (Fig. 98). So 1378 Cone v. Manderscheid, 1380 Cunchin, 1400 Johann und 1482 die Gebrüder Gerlach und Heinrich v. Manderscheid. Zu ihnen gehört auch wohl Hans Smyt v. Manderscheid, 1491, der einen schwarzen Hammer als Beizeichen führt und noch 1512 vorkommt (Fig. 99).

v. Kerpen

Ein Zweig der Manderscheid saß in Kerpen, einer Burg bei Hillesheim in der Eifel. Sie führten den Zackenhalken roth in Silber (Fig. 100). So 1334 Johann, Herre v. Kerpen, Ritter; ebenso, aber mit rechtem Schrägfaden, 1452 der Bastard Dietrich v. Kerpen. Außer dem Schrägfaden hatten noch einen rothen, vierlätzigen Turnierkragen hinzugefügt die Bastarde Dietrich und Wilhehn v. Kerpen, 1437 (Fig. 101).

v. Kreps.

Das Kölner Patriziergeschlecht v. Kreps, welches von dem. 1431 verstorbenen Reiner v. Kreps abstammte, führte einen schwarzen Zackenbalken in Gold mit einem rothen Turnierkragen (Fig. 102). Wohl nicht mit Unrecht sieht v. Ledebur25 ihm einen vielleicht unechten Abkömming der v. Kerpen, indem aus dem Namen v. Kerpens dureh Metathesis v. Krepsen gebildet worden sei. Indes darf hier nicht verschwiegen werden, dass ein altes Kölner Patriziergeschlecht, die v. MommersIoch, genannt Cleingedane, schon von altersher auch den schwarzen Zackenbalken in Gold führten. Von einem Zusammenhang mit den Kreps ist allerdings nirgendwo etwas berichtet.

Husch.

Nicht zu dem Geschlechte der Manderscheid zu gehören. sondera als Burgmänner aufzufassen zu sein scheinen die Husch, die den Zackenbalken weiß in Schwarz führten (Fig. 103). So erscheint 1342 Conrad Husch, Burgmann zu Manderscheid, während sein gleichnamiger Sohn einen rothen Turnierkragen zugefügt

Rupsack.

Ebenso scheint es sich mit der Familie zu verhalten, die den wenig ansprechenden Namen Rupsack, verhochdeutscht auch Raubesack, führte, den wir als Beinamen vorhin auch bei den v. Schmidheim gefunden hatten. Sie führten das gleiche Wappen wie die Husch. So mit schmalem Balken 1399 Johann Raubesack v. Lichtenberg. "S. Hannemanni Roubesack", lautet die Umschrift seines Siegels. Burg Lichtenberg, nach der er sich nannte, liegt bei Baumholder an der Nahe. Ein anderer Rupsack, der um 1340 trierscher Burgmann zu Ober-Manderscheid war, führte als Beizeichen ein winziges Herzschildchen mit einem rothen Löwen in Gold (Fig. 104).

v. Bürresheim.

Wir hatten vorhin ein Geschlecht dieses Namens kennen gelernt, welches zur Wappengruppe der Virneburg gehörte. Eine andere Familie, die ebenfalls nach dieser Burg sich führte den Manderscheidtschen Zackenbalkem mit verwechselten Farben, nämlich golden in Roth (Fig. 105). Zu ihr gehörte Ernst v. Burgißlheim, 1275, weiter der Ritter Heinrich v. Burinzheim, 1322, Herm de Butrinz-heim dictus de Dilua, armiger, 1320. Dagegen ist der Balken weiß bei Philipp v. Arras, 1322, der sich in der Umschrift seines Siegels de Burenshen nennt, und einen rechten Schrägfaden über den Schild gezogen hat, weiter bei Friedrich v. Bürresheim, trierscher Burgmann zu Mayen, 1341 und 1387. Das Wappen mit dem goldenen Balken führen weiter H. und F. v. Burinzheim, Burgmänner zu Cochem und Mayen, während Johann zu Burinzheim, gleichfalls Burgmann zu Mayen, einen blauen Turnierkragen von vier Lätzen darüber zog. Endlich ist noch 1436 Johann v. Boerenzheym, Reinhers Sohn, zu erwähnen, der das Wappen ohne Beizeichen führte.

v. Castel.

Ob das Geschlecht sich von Bliescastel oder von Berncastel nannte, ist unsicher. Von ihm lebte 1337 der Edelknecht Lamprecht, genannt Streufe, Burggraf zu Castel; 1340 wird sein Bruder Johann v. Castele, 1390 Nyclas de Castel genannt; 1343 Arnoldus de Castelo. Sie alle führen den Zackenbalken, dem die beiden Erstgenannten noch einen Turnierkragen zugefügt haben. Die Farben des Wappens sind leider unbekannt. v. Ledebur26 verlegt irrigerweise den Stammsitz des Geschlechtes auf die Casselburg bei Gerolstein.

Wegehart v. Schönberg.

Den Zackenbalken führen weiter die Wegebart v. Schönberg, die sich nach Burg Schönberg bei Prüm nannten. 1394 erscheint Diederich Voes, genannt Wegebart v. Schönenberg; 1460 Dederich Wengebart v. Schunenberg. Letzterer hatte das Wappen mit einem Sternchen im rechten Obereck vermehrt (Fig. 107).

Noch eine Reihe einzelner Persönlichkeiten siegelten mit dem Zackenbalken, ohne dass sich Näheres über sie beibringen ließe. Es sind dies folgende:

  • Johann v. Gerlevingen, Domherr zu Trier, 1338;
  • Peter v. Walderait, Lehnsmann der Herrn v. Schöneck, 1365;
  • Steffan v. Haldenfelt, 1394;
  • Johann v. Dalheim (Dahlem bei Stadtkyll), 14(16;
  • Johann v. Lumersfelt, den man nennt Rayss, 1453; und
  • Johann v. Baussburg (Dorf Baasberg hei Hillesheim), genannt Huyt, Burgmann zu Schöneck, 1457. Die beiden Letztgenannten führten noch einen Stern an der Hauptstelle (Fig. 108).
  • Mit fünf federähnlichen Gegenständen besteckt, führte 1296 den Zackenbalken: Ludwig, genannt Mummerizon, der in der Siegelumschrift sich Lodovicus de Frimerstorf nennt (Fig. 109). (Fremersdorf bei Merzig?)

v. Neumagen.

Dreimal gestreift führt 1361 Ritter Johann v. Numagen (Neumagen an der Mosel) den Zackenbalken (Fig. 110). Das Gestreifte scheint das Wappenbild der Burg Neumagen gewesen zu sein; wir werden wenigstens noch mehrmals in der Folge sehen, dass Personen, die sich v. Neumagen nennen, das Wappenbild, welches sie führen, mit Streifen combinieren.

v. Siersberg.

Mit einem blauen Turnierkragen Vermehrt, führten die v. Siersberg, die sich nach einer bei Merzig an der Saar gelegenen Burg nannten, das Wappen der Manderscheid. So 1331 Arnolt c. Syrsperch, Burgmann zu Grimburg, 1381 Everhard, Herr zu Dullingen, der ein Siersberg war. Den Turnierkragen an den obern Rand des Schildes geschoben patte 1486 Ritter Arnolt v. Siersperg, Herr zu Dullingen (Fig. 111). Dagegen führt Gerhard Kerne v. Siersperg 1454 den Zackenbalken ohne den Turnierkragen.

v. Kirkel.

Noch weiter im Südosten taucht der Zackenbalken noch einmal auf. Bei Zweibrücken in der Pfalz liegt Burg und Dorf Kirkel. Ein Geschlecht nannte sich danach, welches ebenfalls den rothen Zackenbalken in Gold führte (Fig. 112). Zu ihm gehörte 1381 Johann, Herr in Kirkele, der auch noch 1391 vorkommt.

v. Treis.

Nach dem Flecken Treis, unterhalb Cochem an der Mosel, nannte sich eine Familie, die den rothen Zackenbalken in Silber, wie die Kerpen führte, aber als Beizeichen einen schwarzen Stern hinzufügte (Fig. 113). W. Vrie (Freiherr) v. Trys, Burgmann zu Treis, führte ihn im rechten, Ritter Diedrich Frie v. Trys im linken Oberwinkel. Interessant ist diese Familie dadurch, dass sie die Überleitung zu einer weiteren Gruppe bildet, die den Zackenbalken als Schrägbalken führt. Ein anderer Vrie v. Trys, der Burgmann zu Neuerburg war, führt nämlich den rothen Balken in dieser Weise und den schwarzen Stern im linken Oberwinkel (Fig. 114). Die beiden Zackenbalken scheinen demnach näher verwandt zu sein, als man im ersten Augenblick denken sollte – verschiedene Erscheinungsformen des nämlichen Wappenbildes zu sein. Das freilich nicht immer und nicht überall; aber doch fand man den Unterschied dazwischen so gering, dass man oft keinen Anstand nahm, den Einen für den Andern zu setzen. Insofern würden wir die Gruppe, die den Zackenschrägbalken bildet, als Unterabtheilung hier anschließen.

II.

v. Schönberg und v. Pyrmont.

Es ist die nämliche Familie, deren Mitglieder sich bald nach Burg und Stadt Schönberg beim Prüm, bald nach Pyrmont bei Münstermaifeld nannten. Wir fanden vorhin die Wegebart v. Schönberg, die den Zackenbalken führten; hier finden wir Schönbergs, deren Wappen fier rothe ZackenSchrägbalken ist. So führt ihn in weißem, mit rothen, schräggestellten Lilien bestreutem Felde 1265 Henrich, Herr v. Pirremunt (Fig. 115). In ähnlicher Weise, nur die Lilien aufrechtstellend, 12M) Herr Heinrich v. Schoninberch, der 1264 Heinrich, Herr. V. Pirremont genannt wird (Fig. 116). Er ist wohl identisch mit dem Vorgenannten. Ob die Lilien Damascierung oder Beizeichen sind, ist schwer zu entscheiden. 1264 führt Theodorich, Herr v. Sonenberg den Zackenschrägbalken ohne sie (Fig. 117); ebenso Heinrich v. Pirremunt, Burgmann zu Manderscheid, 1388 Else v. Burscheit, Frau zu Pyrmont, 1416 Cone, Herr zu Pyrmont. Ferner 1343 Henrich v. Schunenberg und Cune, sein Bruder, 1369 Diedrich, Herr v. Schoinberg, 1379 Else v. Schönenburg, Herrn Johann v. d. Sleyden Hausfrau, endlich 1378 Gerart v. Schoinberch und Gerart v. Schoinberch, sein Vetter, von denen Ersterer dem Wappen einen Turnierkragen, Letzterer eine Krone im linken Obereck zufügte (Fig. 118). Dann Johann Herre zu Schonenberch, der 1400 das Wappenbild links geschrägt führte (Fig. 119), und der erfare Juncker Hans v. Pirmunt, Wepeling, Schultheiß des Gerichts zu Pumere (Pommern bei Cochem), 1368, der das Feld mit rothen Schindeln bestreut hat (Fig. 120).

Polch.

Zwei Familien v. Polch hatten wir schon oben bei der Gruppe der Virneburg kennen gelernt. Ein drittes Geschlecht desselben Namens führte den schrägen Zackenbalken. Hierhin gehört Gobelin v. Poliche, Wepeling, Burgmann zu Mayen, 1350. Er mag wohl identisch sein mit Goybel v. Poilche, der 1364 als Lehnsmann der Herren v. Schöneck auftritt. Weiter wird uns nach 1371 Thomas Polch v. Prüm als Träger dieses Wappens genannt.

v. Winnenburg.

Golden in Roth führte den Zackenschrägbalken das eine von den Geschlechtern, die sich nach der Winnenburg bei Cochem nannten (Fig. 121). So finden wir ihn bei Conrad v. Winnenberg, der Burgmann zu Cochem war. Ebenso, aber das Feld mit goldenen Kreuzchen bestreut, bei Cuno und Gerlach, Gebrüdern v. Wunnenberg, 1355 und bei Cono, Herr zu Wunnenberg, 1381 (Fig. 122). Und wenn wir sehen, dass 1274 Cono, Burggraf in dem nahen Cochem, das gleiche Wappen führte (Fig. 123), dann werden wir ihn wohl zu den Winnenburg rechnen dürfen.

v. Bettingen.

Ganz das gleiche Wappen, wie der Letztgenannte, aber blau in Silber, führte 1316 Cono, Wepeling v. Bettingen (einer Burg an der Prüm bei Bitburg), der sich in seinem Siegel Burggravius in Cocheme nannte (Fig. 124). Es dürfte schwer zu entscheiden sein, ob er einem anderen Geschlechte angehörte, und wegen des Burggrafenamtes das Wappen seines Vorgängers in Veränderten Tincturen annahm, oder ob er der gleichen Familie angehörte, und die Veränderung der Farben das Wappen als das einer Nebenlinie kennzeichnen soll.

v. Reil.

Wir lernten vorhin eine Famine v. Reil kennen, die einen rotben Lindenbaum führte (Fig. 79). Eine andere Famine, die sich auch nach diesem bei Zell an der Mosel gelegenen Dorfe nannte, führte in dem mit Kreuzechen bestreuten Felde einen Wellenschrägbalken (Fig. 125). Wir glauben dies Bild nach hierhin rechnen und in dem Wellenbalken eine Abart cies Zackenbalkens sehen zu dürfen. Zur Familie gehörten 1367 Heynze v. Ryle, 1382 Henne v. Reil, 1429 und 1456 Johann v. Rile.

v. Neumagen.

Auch in dieser Gruppe finden wir einen Träger des Namens v. Neumagen, und auch dieser hat in seinem Wappen die blan-weiße Streifung angebracht. Und zwar hat er die Wappenbilder auf zweifache Weise combiniert. Zuerst, 1231, führt er den rothen Zackenschrägbalken in blau-weiß gestreiftem Felde (Fig. 126). Auf seinem Siegel von 1240 dagegen hat er dan Zackenbalken auf einen breiteren Streifen in dem blau-weiß gestreiften Schilde aufgelegt (Fig. 127). Es ist Meffrid v. Numagen, der diese beiden Wappen führte. Also auch hier wieder Balken und Schrägbalken nebeneinander.

v. Reuland.

Ganz im Westen der Eifel an der Our erhebt sich Burg Reuland. Das Geschlecht, dem sie den Namen gegeben, führte den schrägen Zackenbalken golden in Blau (Fig. 128). So 1261 Ritter Cono, Herr v. Rulant; ebenso Egid v. Rulant, Burgmann zu Saarburg.

v. Steffeshausen.

Zur Sippe der Reuland mögen die Steffeshausen gehören, die ebenfalls den Schrägbalken führen. Dorf Steffeshausen liegt nämlich nahe bei Reuland. Mit dem Wappen siegeln 1379 Johann v. Steuenshusen und 1450 Diedrich v. Stevenshusen.

v. Hillbringen

An die Siersberg (siehe oben) mögen sich die Hillbringen anschließen, d.eren Stammdorf ebenso wie Burg Siersberg bei Merzig an der Saar liegt. Wir würden dann auch hier wieder die Umwandlung vom graden in den schrägen Zackenbalken zu constatieren haben. Mit diesem Letzteren siegeln 1385 Hesse v. Hillbringen, 1444 Johann Hesse v. Hillbringen, 1452 Johann, 1494 der Edelknecht Thomas und 1497 Gerhard v. Hillbringen.

v. d. Kirchhofe.

Auch in Coblenz erscheint der Zackenschrägbalken, nämlich als Wappen der Familie, v. d. Kirchhofe. Es siegeln mit diesena Wappenbilde 1288 Alex v. Kirchhobe, 1376, 1399 und 1402 Ritter Lambrecht v. d. Kirchbobe.

Kämmerer v. Prüm.

Weiß in Schwarz führten die Kämmerer v. Prüm, Ministerialen dieser alten Reichsabtei, den Zackenschrägbalken (Fig. 129).

Vereinzelte Persönlichkeiten, die mit dem Zackenschrägbalken siegeln, sind:

  • Grete relicta Hermanni de Linbach, 1322;
  • Heinrich v. Enkerich (Enkirch bei Trarbach), 1357;
  • Schyls v. d. Berghe, 1415 und Reyner v. d. Berge, 1457 ;
  • Junker Heinz v. Esch, 1438;
  • Johann v. Langsdorf, 1450;
  • Henrich Zyck, Schöffe zu Echternach, 1371 und
  • Johann Hoeffnagel v. Remmersingen, Schöffe zu Trier, 1480.

Endlich siegelt noch

  • Marx Boen v. Wittlich, Schöffe zu Trier, 1491, mit einem schrägen Zackenbalken und einem Vogel (wohl einer Ente) im rechten Obereck (Fig. 130). 1501 dagegen erscheint in seinem Siegel die Ente auf Wellen schwimmend (Fig. 131).
  • Da wir vorher die nahe Verwandtschaft des Zacken- mit dem Wellenbalken kennen gelernt haben, schließen wir hier noch an:

    • Emod v. Bowilre (Dorf Buweiler bei Tholey), Burgmann zu Grimberg, 1333, der in Gold einen gewellten rothen Schrägbalken mit einem silbernen Kopf linken Oberwinkel führte (Fig. 132);
    • Die Holtzapfel v. Bassenheim (Bassem bei Kronenburg). führten einen Wellenschrägbalken; endlich
    • Hans und Sieger v. Bissersheim, Gebrüder, 1420, bei denen der Schrägfluss jederseits von drei Schindeln begleitet ist.

    VI. Die Gruppe mit dem Schach.

    v. Spanheim.

    Wohl die mächtigste Familie auf dem südlichen Hundsrück waren die Grafen v. Spanheim, auch Sponheim genannt. Sie theilten sich in zwei Linien, welche beide als Wappen einen geschachten Schild führten, und zwar die eine roth-weiß (Fig. 138), die andere blau-golden (Fig. 134). Von diesem Spanheimer Wappen finden wir nun eine Menge Varianten, die zum größten Theil dadurch entstanden sind, dass dem Wappen ein Freiviertel mit irgendeiner Figur hinzugefügt worden ist. Zunächst ist da das Wappen Heinrichs v. Spanheim zu nennen, der 1324 Propst zu Aachen war. Er hat dem blau-golden geschachten Schilde (im Balduinenm führt dieser Propst roth-weißes Schild) ein goldenes Freiviertel mit einem schwarzem Löwen aufgelegt (Fig. 135). Ein Ankerkreuz in einem Freiviertel fügte 1356 der Schultheiß Johann v. Spanheim und 1458 Clais v. Spanheim, genannt Goswin, hinzu (Fig. 136). Die Ulener v. Spanheim setzten als Anspielung auf ihren Namen (Ulener bedeutet Töpfer) einen Topf ins Freiviertel (Fig. 137). So die Gebrüder Johann und Wilhelm Ulner 1312, Philipp Ulener 1363 und Heinrich Ulener 1398. Nese v. Spanheim, die Hausfrau des Hennes V. Aldendorf, und Hermann v. Spanheim haben 1437 einen Flügel dem Spanheimer Schach im Freiviertel zugefügt (Fig. 138). Ob diese Spanheim alle desselben Stammes sind, oder ob Burgmannschafts- oder Ministerialitätsverhältnisse hier zugrunde liegen, ist noch nicht aufgeklärt.

    v. Koppenstein.

    Nach der Burg Koppenstein im Soonwalde nannte sich eine Familie, welche zur Wappengruppe der Spanheim gehörte. Sie führte in dem rothen Freiviertel, welches sie dem blau-goldenen Schach zugefügt hatte, einen schwarzen Raben (Fig. 139); eine Anspielung auf ihren Beinamen Walrabe. So ist 1436 der Schild des Walrabe v. Koppenstein; ebenso 1453 der des Meynhart v. Coppenstein des Jungen und 1511 der des Cone v. Coppenstein. In älterer Zeit aber, 1376, führt der Edelknecht Walrave v. Koppenstein drei Raben auf einem rothen Pfahl, der über ein blau-goldenes Schach gezogen ist (Fig. 140).

    Ansenbruch.

    Ganz ohne Beizeichen führten den roth-weiß geschachten Schild die v. Ansenbruch, zu denen 1325 Conrad v. Ansenbruch, Propst von St. Martin zu Oberwesel, und um 1330 R. v. Ansenbruch, Burgmann zu Schmiedburg, gehörten (Fig. 141).

    v. Allenbach.

    Eine Abart des roth-weißen Schach finden wir bei einer Familie, die sich nach der Burg Allenbach bei Oberstein im Hochwald nannte. Hennte Spengin v. Allenbach, 1396, und Johann Spengin v. Elrenbach, 1417, führten nur den einfach geschachten Schild. Aber Johann v. Allenbach hatte 1430 dem roth-weißen Schach ein rothes Freiviertel zugefügt, in welches 1446 ein anderer Johann v. Allenbach und 1486 die Gebrüder v. Ellenbach eine weiße Lilie gesetzt hatten (Fig. 142).

    Fust v. Stromberg.

    Nördlich von Kreuznach im engen Güldenbachthal liegt das Städtchen Stromberg, über dem sich die ausgedehnten Trümmer der Fustenburg erheben. Ein Geschlecht, welches hier hauste, führte den Spanheimer Schild in veränderten Farben, nämlich roth-golden. (Fig. 143). So 1347 Ritter Heinrich v. Stromberg, 1393 Lamprecht Fust v. Stromberg, der 1397 verstorben war, und 1434 Rudewin v. Stromberg. Ritter Henrich. Fust F. Stromberg hatte 1346 einen schrägrechten Faden darüber gezogen, den wir mehrfach als Zeichen unechteter Abkunft finden. 1422 hatten die Gebrüder Johann Und Lambrecht Fust v. Stromberg einen schwarzen Stern in den ersten Platz des Schachs hineingesetzt (Fig. 144), der später oft in einem Freiviertel erscheint.

    Wolf v. Spanheim.

    Ebenfalls das roth-goldene Schach führten die Wolf v. Spanheim, aber mit einem schwarzen Adler in einem weißen Freiviertel (Fig. 145). So Conraid Wolf v. Spanheim 1423. Mehrfach erscheint der Adler doppelköpfig und in goldenem Freiviertel (Fig. 146); so führten ihn 1351 die Gebrüder Johann, Ritter, Wolf und Heinrich, Wepelinge, Herrn Wolfs selig v. Spanheim Ritters Söhne; desgleichen 1395 Ritter Wolf v. Sponheim. Die Familie existierte noch am Ende des XVII. Jahrhunderts.

    Argenschwang.

    Den Kreuznacher Sponheim gehörte Burg und Herrschaft Argenschwang. Somit dürfte Simon v. Arenswang, Ritter, der 1342 einen schwarz-golden geschachten Schild führte (Fig. 151), zur Gruppe der Spanheim gehören.

    • Einen mit drei Kreuzchen belegten Pfahl hatte 1373 Henne v. Cruzenach (Kreuznach), Burggraf zu Vianden (einer Burg an der Our), über das Spanheimer Schach gezogen (Fig. 147);
    • einen Specht im rechten Freiviertel fügte ihm 1313 Cunrad, genannt Specht, Ritter v. Spaneym hinzu (Fig. 148),
    • während ein Ritter mit dem vielsagenden Namen Johann Strazenroub v. Spanheim 1331 ein leeres rechtes Freiviertel und einen rechten Schrägfaden (letzterer wohl ein Bastardzeichen) zum Schachschild hinzunahm (Fig. 149).
    • Dagegen begnügte sich der wohlgeborene Knecht Johann v. WiItperg (Burg Wiltperg auf dem Soonwald) 1342 mit einem leeren linken (Fig. 150), und
    • Heinrich v. Mannendal (Dorf Mandel bei Kreuznach), der 1376 Schöffe zu Nieder-Heimbach war, mit einem leeren rechten Freiviertel.
    • Der Edelknecht Wilhelm V. Mannendayle, der sich. seinem Siegel de Spaneym nennt, führt darin den Schachschild ohne Freiviertel.

    Alle diese Familien hangen unzweifelhaft in irgendeiner Weise mit den Spanheim zusammen. Ob dagegen

    • die Susse v. Montabaur (Stadt Montabaur im Nassauischen), die einen roth-golden geschachten Schild führen, und von denen 1830 Werner und Eberhard, Burgmänner zu Montabaur, und 1490 Johann Susse v. Montabur vorkommen, dürfte nicht ohneweiters angenommen werden.

    Die mit den Spanheim zusammenhängenden Familien, die als Zeichen dieses Zusammenhanges einen geschachten Schrägbalken führen, lassen wir hier außer Betracht.

    VII Die Gruppe mit dem Ankerkreuz.

    v. Fels.

    Mittelpunkt einer Luxemburgischen und den angrenzenden trierischen Gebieten sich vorfindenden Wappengruppe, die ein Ankerkreuz führte, dürfte die Familie v. Fels, auch Feltz, v. Rupe oder de la Roche, sein, deren Stammsitz die Bug Fels bei Luxemburg ist, und die ein rothes Ankerkreuz in Silber zum Wappen hat (Fig. 152). Zu diesem Geschlechte gehören Arnold v. d. Fels, 1302, Johann v. d. Fels (de rupe), Burgmann zu Pilliche, Johann, Herr zu der Vels, 1376, Johann Herr zu der Vels, der Junge, 1382, weiter Johann v. d. Fels der Alte, der 1339 ein Herzschildchen mit einem Löwen, und Johann, Herre zu der Vels, der 1369 ein eben solches mit dem Wappen der Manderscheid seinem Stammwappen aufgelegt hatte.

    v. Lellich.

    Silbern Blau führte 1407 das Ankerkreuz Thielmann v. Schultheiß, und Clais v. Lelche, Richter und Schöffe (Fig. 153). Lellich ist ein Dorf bei Grevenmachern im Luxemburgischen.

    v. Ouren.

    Nördlich von Lellich an der Luxemburger Grenze liegt bei Reuland die Burg Ouren. Egid, Herr v. Urren führt 1277 das Ankerkreuz golden in Roth (Fig. 154). Thees und Ziels, Gebrüder v. Oer, haben ihm 1394 ein Herzschild aufgelegt, ob eine Combination von Fels und Brandenburg?

    v. Ronnnersheim.

    P. v. Rumersheirn (Dorf Rommersheim liegt bei Prüm in der Eifel), Burgmann zu Malberg, führte das Ankerkreuz roth in Gold (Fig. 155).

    v. Siebenborn.

    Auch das Geschlecht, das auf Burg .Siebenborn nördlich von Luxemburg saß, führte das Ankerkreuz, aber silbern in Roth (Fig. 156). Mosser Thomas de Sexfontaines, Lescu de goules a un fer de molin dargant, heißt es im Balduineum. Das Kreuz wird also hier als Mühleisen angesprochen. Thomas v. Siebenborn wird urkundlich 1341 genannt. Zum Geschlechte gehörte ferner 1365 Nicolaus v. Siebenborn und sein Bruder Johann, von denen ersterer das Ankerkreuz im quadriertert Schilde mit einem Wappen mit drei (2 – 1) Jagdhörnern vereinigt führte, während letzterer die Hörner in einem Herzschild dem Ankerkreuz aufgelegt hat. 1391 Johann v. Siebenborn, Proist (Probst) zu Arle.

    v. Pittingen.

    Das Ankerkreuz war ferner das Wappenbild der Herren v. Pittingen, deren Burg ebenfalls bei Luxemburg liegt. Arnold Herr v. Pittingen führt es 1338 unter einem rechten Schrägfaden. Er ist vielleicht der nämliche Arnold, der 1361 genannt wird, obschon dieser den Schrägfaden nicht führt. Zugleich mit ihm wird sein Sohn Arnold genannt. Johann v. Pittingen, Herrn Arnolds Sohn, der 1379 erscheint, ist wohl ein Bruder des Letztgenannten. 1401 finden wir abermals einen Arnold v. Pittingen.

    v. Bolchen.

    Auch auf Burg Bolchen oder Boulay bei Saarbrücken saß ein Geschlecht, welches das Ankerkreuz führte. Unter einem rechten Schrägfaden erscheint es 1290 als das Wappen Jofried, Ritters v. Bollay. der noch 1315 vorkommt. Ohne den Schrägfaden, aber unter einem Herzschild mit fünf Balken, finden wir es 1348 bei Johann, Herrn zu Bolliche.

    v. Luchtingen.

    Bei den v. Luchtingen streitet das Ankerkreuz mit einem Adler. Thielmann v. Luychtingen der Alte und Philipps sein Sohn siegeln 1368 mit einem Adler (Fig. 157). Pentwin v. Luchtingen führt 1369 das Ankerkreuz (Fig. 158); Johann v. Luchtingen, Pentwins Neffe, hat 1369 beide Wappenbilder miteinander vereint, indem er dem Schilde mit dem Ankerkreuz den Adler im rechten Freiviertel zufügt (Fig. 159).

    Plate v. Longwich.

    Auf Hermelingrund hatten die Plate v. Longwich (ein Dorf hinter Bernkastel) das Ankerkreuz gesetzt (Fig. 160). So erscheint es 1382 bei Clas Plate v. Longwich, 1465 bei Gerhard Plaete v. Loncwich, der noch 1505 als Schöffe in Trier auftritt.

    v. Buches.

    Auch die Herrn v. Buches zu Staden und zu Nieder-Rorßbach (nördlich von Bad Homburg) führten nach dem Balduineum das Ankerkreuz, und zwar in denselben Farben, wie die Siebenborn, nämlich silbern in Roth. Li Sir de Buique lescu de goules a un fautour encrez dargant (Fig. 156).

    v. Born.

    Drei (2 1) Ankerkreuze führten die v. Born, deren Burg bei Echternach im Luxemburg lag (Fig. 161). Johann, genannt Scholere v. Burne, führt 1336 noch einen Turnierkragen darüber. Jorge v. Burne siegelt 1364 ohne dies Beizeichen. Georg v. Borne, Bürger zu Epternach, hat es dagegen 1371 wieder hinzugefügt und außerdem das Feld mit Ähren (Hermelin?) bestreut.

    Auch hier haben wir eine Reihe vereinzelter Persönlichkeiten beizufügen, die alle das besprochene Wappenbild führen. Es sind dies:

    • Rodulph, Ritter v. Stirpenich (Burg Sterpenich bei Arlon in Luxemburg), der das Ankerkreuz 1284 unter einem fünflätzigen Turnierkragen führte;
    • Johann, Ritter und Herr zu Berperch und Wirich sein Erstgeborener, 1313; Letzterer kommt als Ritter noch 1357 vor;
    • Johann Beyer, Burgmann zu Kyrberg, des Ritters weiland Beyers v. Burgen (Dorf Burgen bei Cochem) Sohn, 1342;
    • Engelbrecht Culbach (Dorf Kaulenbach im Luxemburgischen), in dessen Siegel es 1366 unter einem Turnierkragen erscheint;
    • Ludwig v. Jegen (Dorf Gegen bei Echternach) und seine Brüder Wynand, Burggraf zu Daysburch (Dagsburg), und Johann, die ebenfalls ihm einen Turnierkragen beifügten, 1393;
    • Syfrid, genannt Jungscheffe, Schöffe zu Coblenz, der es 1307 mit vier Sternen bewinkelte (Fig. 162);
    • Diedrich v. Lomswilre, Werners seligen Sohn, 1392;
    • Cone Hasart führte es 1371 in einem Herzschild auf einem Löwen;
    • Ludwig Oitschiet hat 1410 ihm einen Turnierkragen zugefügt;
    • Wynmar v. Bech (eine Burg bei Grevemnachern in Luxemburg), 1464;
    • Heinrich Pappart, Proist von Bitburg, begleitete es von drei Lilien (Fig. 163);
    • Johann und Reinhard Ludinger, Schöffen zu Coblenz, 1452;
    • Johann v. Hundelingen, 1483, legte ihm einen leeren Herzschild auf.

    Nicht zu dieser Gruppe scheinen zu gehören, obschon sie auch ein Ankerkreuz führten,

    • die Hofart v. Kirchheim, die im Odenwald saßen und ein goldenes Ankerkreuz in Schwarz führten; so Rafan, 1434;
    • weiter die v. Hersbach, die sich nach Burg Hersbach bei Dierdorf im Westerwald nannten, und zu denen Conrad Wynther v. Herispach, 1348, sowie R. v. Herispach, Burgmann zu Hartenvels, gehörte;
    • ebensowenig die v. d. Erlen, deren Stammhaus bei Langenschwalbach irn Nassauischen lag. Von ihnen führte 1381 Engilbrecht einen Turnierkragen und Goderd einen Stern als Beizeichen. Rorich v. d. Erle, Ritter, nennt sich in der Umschrift seines Siegels 1350 de Scopach und wird somit wohl identisch sein mit dem Rorich de Scopach, der 1339 Burggraf zu Hartenvels war.
    • Endlich dürfte auch nicht Heinrich v. Montabur, Ritter, der 1305 erscheint, zu dieser Nassauischen Gruppe mit dem Ankerkreuz gehören, bei der ein ursprünglicher Zusammenhang mit der Luxemburger Gruppe immerhin nicht unmöglich ist.

    VIII. Die Gruppe des Lilienhaspels.

    Am vagesten ist der Zusammenhang bei der Gruppe, die wir nunmehr besprechen wollen, namlich der Geschlechter, die den Lilienhaspel im Wappen führen. Am bekanntesten ist diese Wappenfigur als die der Grafen v. Cleve, so zwar, dass sie auch das Clev‘sche Rad genannt wird. Es ist längst nachgewiesen, dass das eigentliche Wappen von Cleve das silberne Schildchen in rothem Felde war27, der Lilienhaspel aber ursprünglich nur eine Verstärkung des Kampfschildes bedeutete, dem keine heraldische Bedeutung zukam.28. So hat "sich um das clevische Wappen auch keine Wappengruppe mit dem Lilienhaspel gebildet; wohl aber finden wir dort eine mit dem Schildchen, zu der die Clev’sche Nebenlinie der Luf v. Hülchrath, sowie die Solbruggen, Hessen, Blitterswich, Gronstein, Kollenburg, Werthausen.29, v. Holtmühlen, v. Keldonk30 (zum Theil Bastarde der clevischen Grafen), gehören. Dagegen finden wir den Lilienhaspel am Mittelrhein auf beiden Ufern mehrfach vertreten, und diese Grnppe ist es, die in folgendem besprochen werden soll.

    Husmann.

    In silbern-schwarz getheiltem Schilde führten die Husmann, später Husmann v. ein Andernacher Patriziergeschlecht, welches schon 1211 vorkommt31, einen goldenen Lilienhaspel (Fig. 164). So 1396 Gerhard Huysman v. Andernach, und 1467 Junker Gerlach Husman, Schöffe zu Andernach.

    v. Gottenheim.

    Landeinwärts von Andernach liegt Cottenheim, der Stammsitz einer Familie, welche den goldenen Lilienhaspel in einem von Hermelin und Schwarz getheilten Schilde führte (Fig. 156), Johann v. Cottenheirn war kurtrierscher Burgmann zu Mayen; 1436 siegelte mit dem Wappen Conrad v. Cottenheim. Sie hangen ohne Zweifel mit den Husmann zusammen.

    • Wilhelm v. d. Arcken, Ritter, Bürger zu Coblenz, führt 1248 den Lilienhaspel über einen Balken gezogen (Fig. 166).
    • Herbord, genannt Spis ere, Schöffe zu Andernach, siegelt 1314 mit einem Lilienhaspel, der von zwei Sternen begleitet ist (Fig. 167).

    • Clais v. Berenzheim (Börresheim), ebenfalls Schöffe zu Andernach, siegelt ebenfalls mit dem Lilienhaspel (Fig. 168).

    • Ludwig v. ThoIey, Edelknecht, 1358 und 1376, siegelt mit dem Lilienhaspel, dessen Stabe in der Mitte durch einen großen Ring zusammengehalten sind, eine wohl bedeutungslose Hinzufügung (Fig. 169).

    v. Schönburg.

    Nach Burg Schönburg, die sich über Oberwesel am Rheine erhebt, nannte sich eine Familie, deren Wappen merkwürdigerweise denselben Entwicklungsgang genommen hat, wie das der Grafen v. Cleve. Das ursprüngliche Wappen war auch hier ein weißer Schild in Roth, also sogar in denselben Farben wie bei Cleve. So sehen wir es 1281 auf dem Secretsiegel des Henricus, dominus de Sconecke32. Während einzelne Schönburg es so weiter führten, andere das Bild vervielfachten33 tritt bei anderen der Lilienhaspel zum Wappen hinzu. Zuerst, jedenfalls noch ohne heraldische Bedeutung, tritt er uns, und zwar nur mit sechs Spangen, in dem Siegel des Humbert, Ritter v. Sconenburg, 1265 entgegen (Fig. 170). BaId aber wurde er zum integrierenden Bestandtheile des Wappens, wie wir es in den vielen Grabsteinen und Epithaphien finden, die das Geschlecht in der Marienkirche zu Oberwesel hinterlassen hat. Ebenso erscheint es in den Siegel des Ritters Friedrich v. Schönenburg des Jungen, 1391, und des Ebirbard v. Schönenburg, Herrn Friederichs seligen Sohn (Fig. 171).

    Rael.

    Wenn Johann Rael, Bürger zu (Ober-)Wesel, 1455 ebenfalls mit dem Lilienhaspel unter einem Schildchen siegelt, dann haben wir es hier zweifelsohne mit einem von dem der Schönburg abgeleiteten Wappen zu thun (Fig. 172).

    Reuver.

    Auch oben auf dem Hundsrück finden wir den Lilienhaspel vor. Peter Redvere, ein Ritter zu Dille (Burg Dili liegt bei Castellaun), siegelt 1322 mit diesem Wappenbild.

    v. d. Leyen.

    Mit einem Lilienhaspel siegelt 1341 auch der Ritter Johann v. d. Leyen, der in diesem Jahre seine Burg Leyen bei Linz dem Erzbischof Walram v. Cöln zum Burglehen aufträgt34 (Fig. 168).

    v. Echzel.

    Cone v. Echzel, der 1421 ebenfalls mit dem Lilienhaspel siegelt, ist eine weiter unbekannte Persönlichkeit.

    v. Greiffenklau.

    Auch jenseits des Rheines hat unser Wappenbild Verbreitung gefunden. In silbern und blau getheiltem Schilde ist der goldene Lilienhaspel, das Wappen der bekannten Familie Greiffenklau, ursprünglich v. Winkel genannt, welche auf Burg Vollraths bei Winkel im Rheingau saß, und der Friedrich v. Voilraidts, genannt Griffencla, 1416, angehörte (Fig. 173).

    v. Bechel.

    Mit der vorgenannten Familie mögen die v. Bechel im Zusammenhang stehen, die sich nach dem Hofe Bechel bei Waldeck im Wisperthal nannten, und die den goldenen Lilienhaspel in blau-gold getheiltem Schilde führten (Fig. 174). Das Wappen finden wir 1395 bei Frytze v. Bechel, Schöffe zu Niederheimbach, und bei Jorge v. Bechel, Schöffe zu Coblenz.

    v. Limpach.

    Von dem Dorfe Limpach, unfern des Klosters Marienstatt bei Altenkirchen auf dem Westerwalde, führte ein Geschlecht den Namen, welches den goldenen Lilienhaspel in Roth führt (Fig. 175). Zu ihm gehört Johann v. Limpach, 1423, Diedrich v. Limpach, 1426, Gerhart Mant und Hermann v. Limpach, 1442, sowie Heinrich Mant v. Limpach, 1443.

    v. Kruffel.

    Über über einem Balken, ganz wie die v. d. Arken (Fig. 156), führt 1357 Erwin v. Kruftele den Lilienhaspel. Als sein Stammsitz wird das Dorf Kruffel bei Höchst im Taunus angegeben. Auch Ritter Johann Mertz, der 1361 mit dem gleichen Wappen siegelt, gehört hierher.

    IX. Die Gruppe mit dem Schildchen.

    Das Schildchen ist ein am Rhein weitverbreitetes Wappenbild. Wir haben schon vorher eine Wappengruppe erwähnt, die sich um die Grafen v. Cleve sammelt, und das ursprüngliche Wappenbild derselben, das Schildchen, führt. Hier soll indes nicht von dieser, dem Niederrhein angehörigen Gruppe die Rede sein, sondern von zwei andern, von denen die eine auf dem linken Rheinufer, in der Eifel, in weiter Verbreitung sitzt und sich in mehrere Unterabtheilungen scheidet, die andere auf dem rechten Rheinufer, im Nassauischen, vorkommt und ebenfalls in mehrere Abtheilungen zerfällt.

    A. Die Eifelgruppe.

    v. Reifferscheid.

    Zu den weitest verzweigten Geschlechtern der Eifel gehörten die Reifferscheid. Ihr Wappen ist ein rothes Schildchen in Silber, überdeckt von einem blauen Turnierkragen (Fig. 176). Wie dieser Turnierkragen ins Wappen gekommen ist, ist unklar. Er ist hier nicht das Zeichen einer jüngeren Linie. Viel eher ist es möglich, dass ein Reifferscheid, der zu Lebzeiten seines Vaters als ältester Sohn den Turnierkragen angenommen hatte, ihn nach dem Tode des Vaters beibehielt und so dem Geschlechte vererbte, oder dass er, der zumeist von den ältesten Söhnen geführt wurde, hier die älteste Linie anzeigen soll – eine allerdings ungewöhnliche Anwendung dieses Beizeichens. Burg Reifferscheid liegt an der Roer (sprich Ruhr) in der Nordeifel. Das Wappen finden wir u.A. bei Heinrich v. Rippersceide, 1294, Reinhard, Herrn v. Reifferscheid, 1385; und Johann, Herrn zu Ryfferscheidt, 1385 und 1412.

    v. Malberg.

    Friedrich, der Bruder Johanns Tl. v. Reifferscheid (1251-1316), der 1281 starb, ist der Stammvater der Herren v. Malberg, die sich nach einer Burg bei Kyllburg in der Eifel nannten. Merkwürdigerweise führt diese jüngere Linie kein Beizeichen, sondern einfach das rothe Schildchen in Silber (Fig. 177). So der Stammvater des Geschlechtes, Friederich genannt v. Rypherscheit, Herr zu Malberch, 1275; ebenso Wilhelm v. Malberg, 1393, und Gerart v. Malberg, Domherr zu Trier, 1408.

    Boyart.

    Verdreifacht und mit verwechselten Tincturen führten das Wappenbild die Boyart (Fig. 178). So Herbrand Boyart, Burgmann zu Malberg; ebenso mit dreilätzigem Turnierkragen Heinrich Boyart, Burgmann zu Malberg, 1357.

    v. Erdorf.

    Das gleiche Wappen wie die Boyart führten die v. Erdorf. So mit blauem, vierlätzigem Turnierkragen Gobelin v. Erdorf, um 1320, Burgmann zu Malberg. Bei ihm dürfte das Burgmannsverhältnis bestimmend auf die Wahl des Wappenbildes gewesen sein. Dorf Erdorf, nach dem er sich nannte, liegt nicht weit von Malberg.

    Hole.

    Ebenfalls die drei Schildchen, aber mit fünflätzigem Turnierkragen, führte 1363 Gerhard der Hale, Burgmann zu Junkerode (Jünkerath bai Stadtkyll in der Eifel).

    v. Wildenburg.

    Nach Burg Wildenburg, die unweit Reifferscheid liegt, nannte sich eine Nebenlinie der Reifferscheid, deren Stammvater Philipp, der Bruder Gerhards v. Reifferscheid ist. Sie führten das Stammwappen der Reifferscheid, das Schildlein. Johann v. Wildenberg, Burgmann zu Treis, führte es in Hermelin (Fig. 179); Philipp, genannt v. Wildenberg, Ritter, siegelt 1254 mit einem fünflätzigem Turnierkragen über dem Schildlein. Ein anderer Philipp v. Wildenberg, genannt v. Dieffenbach, hat 1430 das Schildlein in Hermelin an der Hauptstelle von einem Ring begleitet (Fig. 180).

    v. Vianden.

    In gewechselten Farben, nämlich silbern in Roth, führte ein anderes Herrengeschlecht der Eifel, die Grafen von Vianden, das Schildchen im Wappen (Fig. 181). Doch nicht allzulange. Denn Gottfried I. v. Vianden (1272-1312) vertauschte 1288 das väterliche Wappen mit dem seiner Mutter, der Maria v. Brabant-Perweys, einem silbernen Balken in Roth. Dieser blieb seitdem das Wappen von Vianden. Der Bastard Johann v. Vianden vereinigte 1482 beide Wappen, indem er den Balken von drei Schildchen begleitet (Fig. 182).

    v. Hamm.

    Nach Hamm an der Prüm nannte sich ein Zweig der Vianden, die dort sait 1220 angesessen. Es kam aber auch eine Linie der Malberg dort in Besitz und nannte sich lediglich davon, so dass es fast eine Unmöglichkeit ist, die beiden Familien zu scheiden.35

    v. Schönecken.

    Das alte Wappen von Vianden erhielt sich in dem Hause der stammverwandten Schönecken. Philipp I. v. Vianden, der Gatte der Maria v. Brabant-Perweys, hatte einen Bruder, Friederich († 1248), der Stammvater der Herren v. Schönecken wurde, die als Wappen das silberne Schildchen in Roth führten. So siegelt 1355 Gerhard und 1358 Johann, beide Herren zu Schönecken; 1487 Bernhard v. Schöneck, genannt Druffel. Johann v. Schöneck, genannt v. Hartradstein, hat 1394 einen rechten Schrägfaden darübergezogen; Franke v. Schöneck, Knecht Hartrads, Herrn zu Schönecken, 1336 einen damascierten Pfahl darüber gezogen (Fig. 183); 1372 erscheint er als Amtmann zu Schöneck. Lyse v. Schönecken, des Ritters Johann Herrn v. Useldingen Hausfrau, siegelt 1332 mit einem Hunde im Schildchen (Fig. 184).

    Die Vervielfachung des Schildbildes kommt auch hier vor. Lucie, die Hausfrau weiland Johanns v. Schönecken, führt 1842 drei silberne Schildchen in Roth (Fig. 178). Von ihren Söhnen, wohlgeborenen Knechten, die sich auf ihren Siegeln alle v. Else nennen, führt Gerlach das Wappen mit einer Rose im zweiten Schildchen (Fig. 186), während Walther einen dreilätzigen Turnierkragen (Fig. 186), Heinrich einen Stern hinzugefügt hat (Fig. 187). Mit einem Stern führt die drei Schilde 1355 auch Johann v. Schöneck, genannt v. Schweich, Ritter, während ein anderer Johann v. Schönecken, Burgmann zu Neuerburg, die drei Schilde ohne Beizeiciren führt. Ein anderes merkwürdiges Beizeichen, einen großen, das Schildchen ganz umgebenden sechsstrahligen Stern, finden wir mehrfach bei den Schönecks (Fig. 188). So siegelte 1362 Gerhard Herr zu Schönecken; ebenfalls 1332 Gerhard, Propst der Kirche B. Mariae zu Prüm, genannt v. Schönecke; weiter Johann Herr zu Schönecke, 1355, während sein Bruder Fetzies (Bonifacius) nur mit dem Stern, mit Hinweglassung des Schildchens siegelt (Fig. 189)36. Richard v. Schönecken führt 1388 den Stern fünfstrahlig und hat in den Schild noch drei kleine Schildchen hinein gesetzt (Fig. 190), so dass er die drei Wappenbilder seiner Familie alle in seinem Schilde vereinigt hat.

    v. Lissingen, genannt Jegen.

    Mit einem Turnierkragen über drei (2 – 1) Schildchen siegelt 1478 Johann v. Lissingen, genannt Jegen37.

    Poley.

    Eine monogrammatische Vereinigung des Herrn- und des eigenen Wappens scheinen die Poley geführt haben. Poleye (Boullay?), oberster Vogt der Herrschaft Schöneck, siegelt 1352 Mit gespaltenem Schilde, in dessen rechter Hälfte ein Schildchen, in der linken ein rechter Seitensparren in mit Kleeblättern bestreutem Felde sich findet (Fig. 191). Ebenso siegelt 1396 Clesechin (Nicolaus) v. Eylvenroide, genannt Puley castrensis.

    Mit den drei Schilden und einem Stern auf der Herzstelle (also wie Heinrich v. Satine& Fig. 187) siegeln

    • Wyrich Schafflützel v. Kerpen, 1396, und

    • Johann v. Corbach, Dechant U.L.F. zu Prüm, 1476.

    Den um das Schildchen gesetzten Stern finden wir auch in Trier wieder.

    • Mit einem Löwen im Schildchen siegelt so 1347 der Trierer Schöffe Thiederich, Herrn Ordolf Scholers Sohn, und Ordolf, sein Bruder (Fig. 192). Ordolf Scholer, wohl der nämliche wie der zuletzt Genannte, hat 1377, ganz wie Fetzies v. Schönecke (Fig. 189), das Schildchen weggelassen und führt den Stern allein.

    • Ähnlich siegelt Jakob Tristant in d. Fleischgasse , Schöffe zu Trier, 1361 mit einem Stern um das Schildchen, welches drei Balken enthält (Fig. 193).

    • Die Bonifacii, ein Rittergeschlecht zu Trier, von dem oben bei den Schönecken die Rede war38. (Fig. 188.)

    v. Wavern.

    Fast wie eine Combination des alten und des neuen Wappens von Vianden sieht das Wappen der v. Wavern ans. Die Brüder Johann und Albertyn v. Wavern siegeln 1364 mit einem Balkenschilde, auf den ein Schildchen aufgelegt ist. Bei Albertyn enthält das Schildchen sieben Rauten, die mit den Ecken aneinanderstoßen, so dass der Schild gerautet aussieht (Fig. 194); bei Johann dagegen, der auch einen Turnierkragen in das Schildchen gesetzt hat, stehen die Rauten, und zwar fünf (3, 2), gesondert, so dass es an das Virneburger Wappen erinnert. (Fig. 195). Es erscheint das Wappen weiter 1458 bei Bernhard v. Wavern (Wabern), Burgmann zu Schöneck.

    v. Brandenburg.

    Eine Nebenlinie der Vianden waren auch die Herren v. Brandenburg, deren Burg unfern Vianden im Luxemburgischen lag. Sie hatten das alte Stammwappen, das silberne Schildchen in Roth, beibehalten (Fig. 181). So finden wir es bei Heinrich v. Brandenburg, Trierer Burgmann zu Neuerburg, bei Johann Herr zu Brandenburg, 1378, Johann v. Brandenburg, ein Herr zu Esch, 1411 und Friedrich v. Brandenburg, Burgmann zu Stolzenfels und Domherr zu Prier, 1440.

    Auch Beizeichen kommen beim Brandenburger Wappen nicht selten vor. Eine goldene Muschel rechten Obereck hat H. Herr zu Brandenburg, Burgmann des Erzbischofs Balduin v. Trier zu Montabaur, zugefügt (Fig. 196), der Knappe Theodor, Herr v. Brandinburg, 1316, einen weißen Schrägbalken über den ganzen Schild gezogen (Fig. 197). Gottfried v. Brandenburg, Archidiakon v. Trier, führt 1338 das rothe Feld mit goldenen Krenzchen übersäet. (Fig. 198), während sein Vetter Hermann wieder die goldene Muschel im rechten Obereck hat.

    v. Falkenstein.

    Ein Zweig der v. Brandenburg waren die v. Falkenstein. Die Burg dieses Namens, der Stammsitz des Geschlechtes, liegt bei Vianden in Luxemburg. Johann v. Falkenstein, der Bruder des eben genannten Gottfried v. Brandenburg, führt 1338 den rothen Schild, in dem das Schildchen steht, mit goldenen (Hermelinschwänzchen?) bestreut (Fig. 199); ebenso Johann Herr zu Falkenstein, Burgmann zu Neuerburg, und 1360 Blanczeflorße, Frau zu Falkenburg und zu Bettingen. Grünenberg gibt den Falkenstein eine silberne Muschel im rechten Obereck als Beizeichen39 (Fig. 200).

    v. Grimmelscheit.

    Die v. Grimmelscheit scheinen mit den Vianden zusammenzuhängen. Sie führen das Schildchen verdreifacht. So 1426 Reynart und Jakob v. Grymelscheit, genannt v. Vianden, 1427 Geyrt v. Grymelscheit, genannt v. Vianden. Johann v. Grimelscheit, Burgmann zu Schöneck, hat 1484 einen Stern auf der Herzstelle hinzugefhgt.

    Friederich v. Wylre (Weiler zum Thun, südöstlich von Luxemburg) führt 1395 ebenfalls die drei Schildchen.

    v. Schönenberg.

    Die Herren v. Schönenberg, die sich nach Burg Schonenburg bei Bleialf nannten, führten das Schildchen schwarz in Silber (Fig. 201). Zu ihnen gehört Johann v. Schonenburg, Ritter, 1359, ferner gibt das Balduineum so das WapPen der Herren v. Schönenberg an, die Burgmänner zu Cochem waren.

    • Guide v. Wadrelle (Wadrill bei Wadorf auf dem Hochwald), Burgmann zu Grimburg, führt das gleiche Wappen.

    • Clas v. Nattenheim (Dorf Nattenheim, bei Bickendorf), 1389 führt das nämliche Wappen, aber mit verwechselten Farben (Fig. 202). Ebenso ein anderer Clais v. Nattenheim, der 1448 lebte.

    v. Neumagen.

    Auch ein Geschlecht, welches das Schildchen im Wappen führte, nannte sich nach Neumagen. Wie die anderen v. Neumagen haben auch diese ihr Wappenbild mit blau-weißen Streifen zusammengesetzt: sie führen nämlich das Schildchen roth in blau-weiß gestreiftem Felde (Fig. 203). So finden wir es bei Johann v. Neumagen, Burgmann zu Grimburg, 1320, bei dem die Streifen sehr schmal ausgefallen sind – er führt den Schild fünfzehnmal getheilt. Etwas breiter sind sie bei Friederich, 1323, und beim Ritter Johann v. Neumagen, 1355.

    Zur Eifelgruppe mögen endlich noch gehören

    • Friederich Herr v. d. Neuerburg (Burg und Stadt unweit der Luxemburger Grenze), 1277, der dem großen Schilde einen Bord zufügte (Fig. 204), und

    • Johann v. Hartelstein, 1468, der in beide Oberecken einen Stern setzte (Fig. 205). Es mag wohl ein Nachkommen des oben genannten, um 1394 vorkommenden Johann v. Schönecken, genannt v. Hartradstein, sein.

    v. Schönburg.

    Bei Besprechung der Wappengruppe mit dem Lilienhaspel erwähnten wir eine Familie, deren Stammsitz Burg Schönburg über Oberwesel war, und deren ursprüngliches Wappen ein silbernes Schildchen in Roth war (Fig. 181). Sie gehört insofern auch in diese Wappengruppe, zumal einzelne Mitglieder der Familie (vielleicht eine Nebenlinie) das alte Wappen beibehielt. Indes mag sie der Nassauischen Gruppe näher stehen, als der Eifelgruppe. Auch hier finden wir Abänderungen und Beizeichen. Der filius Theodorici de Schönenburg, der Burgmann zu Stolzenfels war, hatte die Tincturen geändert und führte das Schildchen roth in Gold (Fig. 206)40; während Johann v. Schönenburg, den man nennt v. Ortenburg (in seinem Siegel nennt er sich Johann de Ortenburch), 1355 das Schildchen von drei Thürmen begleitet hat (Fig. 207). Vor allem aber finden wir auch hier die Vervielfältigung des Wappenbildes, indem sehr oft nicht ein, sondern sechs silberne Schildchen, entweder 3, 2, 1 (Fig. 208), oder als Bord gestellt (Fig. 209), in Roth als Wappen geführt wurden. So schon 1213 Otto, Burggraf zu Sconenburc, 1374 Merbode und Wilhelm, Gebrüder v. Schönenburg, 1378 Ritter Johann Rost v. Schönenburg, 1405. Johann v. Schönenburg der Junge, 1412 Endris Reyde v. Schönenburg, 1458 Wilhelm Hoymbrecht v. Schoynenburg.

    Pyner.

    Mit den Vorgenannten im Zusammenhang stehen wird ohne Zweifel Johann Pyner v. St. Gewere (St. Goar), der 1399 dem Schilde im rechten Oberwinkel eine schräg gestellte Lille zugefügt hat (Fig. 210).

    B. Die Nassauische Gruppe.

    Glimmendal.

    "Glimmendal war ein Ganerbenhaus", so theilt uns Bodman41 mit; "wie nun die Gemeiner eines solchen sich üblich davon gemeinschaftlich zu benennen und davon ein gemeinsames Wappen, nur mit verschiedenen Bey- oder Unterscheidungszeichen etc. zu führten gepflogen, ohne gleichwohl eines und desselben Geschlechtes zu seyn, So können wir nicht mit Gewissheit bestimmen, ob die v. Glimme, v. Glimmendal, Rost v. Glimmendal und Heppe v. Glimmendal gemeinsamen Stammes, oder ursprünglich verschiedene, nur durch das Band der Ganerbenschaft vereinte Geschlechter gewesen seyen." Der Weiler Glimmendal, nach dem sie sich nannten, liegt bei Schierstein im Rheingau.

    Als gemeinsames Wappen führten die Glimmendal den rothen Schild in Weiß (Fig. 177). So finden wir ihn 1351 bei Renne v. Glimmendal. Eine Krone scheint das Beizeichen der Rost v. Glimmendal gewesen zu sein (Fig. 211). Johann Rost († 1341) führt sie 1336 im rechten Oberwinkel. Ein sehr oft vorkommendes Beizeichen ist die Lilie. Sifrid, Edelknecht v. Glimmendal, führt sie 1401 schräggestellt im linken Oberwinkel (Fig. 212). Drei Löwen setzt 1283 Ritter Heinrich v. Glimmendail in die drei Ecken des Schildes; ebenso 1402 Cuno v. Glimmendal (Fig. 213). Einen Stern hat 1363 der Edelknecht Gerhard v. Glymendal ins rechte Obereck gesetzt (Fig. 214).

    v. Katzenellenbogen.

    Es ist nicht das Wappen der Grafen v. Katzenellenbogen, von dem hier die Rede ist, sondern das eines Adelsgeschlechtes, welches den nämlichen Namen führte, aber als Wappen ein rothes Schildchen in Weiß (Fig. 177). Johann Pypher, der Burgmann zu Sternberg war, und einen blauen, fünflätzigen Turnierkragen zufügte (Fig. 215), gehört auch hierhin. Noch drei weitere Geschlechter, die sich auch v. Katzenellenbogen, aber mit einem Beinamen nennen, führen das Wappen mit Beizeichen. Es sind das zunächst die Sure v. Katzenellenbogen. Als Beizeichen führen sie eine goldene Krone im rechten Oberwinkel, also ganz wie die Rost v. Glimmendal (Fig. 211). Weiter führen das Wappen die Kesselhute v. Katzenellenbogen, von denen Bodman ein Beizeichen nicht anzugeben weiß. Endlich die Knebel v. Katzenellenbogen, die entweder einen Vogel (Fig.216) oder einen schwarzen Ring im rechten Obereck als Beizeichen führen (Fig. 217). Den Vogel führte Werner Knebel, Burgmann zu Sternberg; weiter ein anderer Werner Knebel, Ritter, 1391, sowie Gerlach Knebel, 1402. Ob die Familien stammverwandt oder Gemeiner und Ganerben oder nur Burgmänner sind, ist ungewiss42. Als Helmschmuck führen alle vier ein rothes und ein weißes Eselsohr.

    v Allendorf.

    Die Familie kommt schon 1295 vor. Sie nennt sich nach Allendorf, südöstlich von Katzenellenbogen. So mag sie wohl eines Stammes mit den Knebel von Katzenellenbogen sein. Bodman gibt ihr einen goldenen Ring im rechten Obereck43, Henne v. Aldendorf führt ihn 1437 schwarz (Fig. 217); ebenso Adam v. Aldendorf, Vitzthum im Rhingau, 1446. "Das von ihnen ganz verschiedene schwäbische Geschlecht Altendorf", bemerkt Bodman, "führt gleichen Schild und Helm, nur einen schwarzen Ring im linken Obereck". Bei dieser Übereinstimmung des Wappens und des Namens dürfte die Behauptung, die Geschlechter seien "ganz verschieden", doch mit einigem Misstrauen aufzunehmen sein. Der Stammsitz der rheinischen v. Allendorf war in Erbach im Rheingau.

    v. Hohenstein.

    Das Stammhaus dieser alten rheinischen Familie ist die Katzenellenbogen’sche Burg Hohenstein nördlich von Langenschwalbach in Nassau. Das rothe Schildchen in Silber begleiten sie im rechten Obereck mit einer schwarzen Rose (Fig. 218). So schließen sie sich an die übrigen Katzenellenbogener Geschlechter mit dem Schildchen an. So 1434 Grete v. Stockheym, Witwe Johanns sel. v. Hoensteyn, Katharine, die Herrn Rychwins sel. Hausfrau waz von Hoinsteyn, Ritters, führte 1360 die Rose im linken Obereck; Boemund v. Hoenstein führt sie 1393 ebenda, aber nicht schwarz, sondern roth (Fig. 219). Die Familie starb 1586 mit Philipp v. Hohenstein aus44. Eine Seitenlinie des Geschlechtes, die Breder v. Hohenstein, führen statt der Rose einen dreilätzigen blauen Turnierkragen über dem Schildlein. So 1358 Philipp Breder, Hennes Sohn, 1437 Niclais Breder, 1441 Deder Breder v. Hoenstein, 1482 Breder v. Hoenstein (Fig. 221). Eine Nebenlinie von ihnen mit dem Beinamen Bockeler hat in das rothe Schildchen einen weißen Balken gelegt (Fig. 222). So 1445 Niclas Breder v. genannt Bockeler, 1450 Heinz Bockeler v. Hoenstein, genannt Breder, der nämliche, der 1452 Hentz Breder v. Hoenstein genannt wird, sowie 1452 Emmrich Breder.

    v. Gerolstein.

    Auch die v. Gerolstein führen das rothe Schildchen in Silber (Fig. 223). So 1374 Richwin v. Gerlesteyn und 1460 Philipp v. Gerolstein. v. Ledebur45 hält die von Gerhard v. Reifferscheid erbaute Burg Gerolstein in der Eifel für den Stammsitz des Geschlechtes und sieht in dem Wappen das der Reifferscheidt. In diesem Falle würde es in die Eifelgruppe gehören.46 und Bodman47 legen sie nach Nassau; ihr Stammhaus habe zu Langenschwalbach gelegen und sie seien Burgmannen zu Wiesbaden gewesen, sagt ersterer, während letzterer sie der Burg Gebhardstein an der Wisper zwischen Hildesheim und Lorch entstammen lässt. Das Richtige ist nach v. Oidtman Gerolstein an der Wisper zwischen Espenschied und Nieder-Gladbach.

    Donner v. Larheim.

    Der Stammsitz der Familie war das Dorf Lohrbeim südlich von Dietz. Über dem rothem Schildlein in Silber führten sie an der Hauptstelle drei schwarze Muscheln. (Fig. 224). So führt das Wappen 1512 Ortlep Donner v. Larheim.

    v. Braubach.

    Außer einer Familie, die einen Balken in einem gegitterten Schilde führte, gab Burg Braubach am Rhein einer zweiten Familie den Namen, deren Wappenbild das Schildchen war. Hierhin gehören Ritter Ebrolf und der Edelknecht Johann.

    Gemage v. Brubach, 1359; weiter Ritter Johann v. Brubach, 1401 (Fig. 225).

    v. Wulfertwils.

    Mit dem Schildchen siegelt endlich noch 1450 Görge v. Wulfertwils über dessen Familie und Herkunft weiter nichts zu ermitteln war.

    X. Die Gruppe mit den drei Rauten.

    I.

    v. Reichenstein.

    Der Mittelpunkt dieser auf dem rechten Rheinufer im Westerwald an Wied und Sieg weit verbreiteten Gruppe, die drei als rechten Schrägbalken gestellte Rauten führt, scheinen die Herren v. Reichenstein, einer kleinen Herrschaft an der oberen Wied, zu sein. Sie führen dies Wappenbild schwarz in Silber (Fig. 226). Mehrere von ihnen führen den (wie es scheint Amts-)Namen Waldbot. Das Wappen führt 1231 Ludovicus Walpode, nobilis vir; 1339 Ludwig Walpode, Burgmann zu Hartenfels, Herr zu Richenstein; 1452 Wilhelm Herr zu Richenstein. Bei einzelnen ist der Schild mit schwarzen Schindeln bestreut, so 1352 bei Ludwig Walpode der Grafschaft Wyde v. d. Neuerburg (bei Waldbreitbach an der Wied) Herr zu Richenstein und 1362 bei Heinrich v. Reichenstein (Fig. 217).

    v. Selbach.

    Nach Selbach, einem Dorfe an der Sieg, nannten sich Ganerben, die besonders reich die Beizeichen entwickelt haben. Ihr Wappen waren die drei als Schrägbalken stehenden Rauten schwarz in Gold (Fig. 228). Diesen fügten die Ganerben, die verschiedenen Familien entsprossen zu sein scheinen, die mannigfachsten Beizeichen hinzu. Als Ganerben von Hohenselbach werden uns 1352 genannt:

    • Volprecht Daube: Beizeichen ein Hirschgeweih im linken Obereck (Fig. 229);

    • Eberhard Daube: ein silberner Stern irn linken Obereck (Fig. 230);

    • Friedrich Daube, sein Bruder, Ritter: eine Rose im linken Obereck (Fig. 231).

    • Eberhard v. Burpach (Burbach bei Freusburg an der Sieg):

    • sieben Schindeln als Bord gestellt (Fig. 232); Johann v. Burpach, ohne Beizeichen; Otto v. Burpach: ein Steigbügel (Hut?) (Fig. 233).
    • Mulner Langbein, eine Rose, wie Friedrich Daube (Fig. 231);
    • Gerhard Langbein, ein Stern, wie Eberhard Daube (Fig. 230);
    • Friedrich Langbein, ein Steigbügel, wie Otto v. Burpach (Fig. 233);
    • Ernst Langbein, sein Bruder, ebenfalls ein Steigbügel.
    • Deymant v. Güldesbach (Gilsbach an der Sieg) ein Vogel (Fig. 234); Johann v. Güldesbach, sein Bruder, ohne Beizeichen; der Letzte, Heinrich v. Budendorf, hatte kein Siegel.

    Wie man sieht, kommen die nämlichen Beizeichen in verschiedenen Familien vor, und umgekehrt führen die Mitglieder der nämlichen Familie verschiedene Beizeichen. Dieser Massenverbrauch von Beizeichen blieb auch in der Folge bei den v. Selbach Mode. Gerhard Wolf v. Selbach führt 1384 und 1396 einen Flügel im linken Obereck (Fig. 235). Fünf schräggestellte Hermelinschwänzchen haben 1405 Gyselbrecht und 1442 Rorich v. Selbach (Fig. 236). Eine rothe Rose setzen 1427 Junker Herman v. Selbach, genannt v. Loe, 1442 Johann v. Selbach, genannt v. Lohe, und 1478 Johann v. Selbach, genannt v. Crutdorf, ins linke Obereck (Fig. 237). Wenn 1481 Alof v. Selbach, Volprachts Sohn, die Rauten schräglinks und die Rose ins rechte Obereck stellt, wird das weiter keine Bedeutung haben (Fig. 238). Einen Stern, wie Eberhard Daube (Fig. 230), führt 1458 Friederich v. Selbach, Dederichs Sohn), und 1459 Volprecht v. Selbach, während Engelbrecht v. Selbach, Johanns sel. Sohn, 1490, den Stern unten zusetzte (Fig. 239). Aber das Wappen wurde auch ohne Beizeichen geführt. So 1367 von Borich, Hunolt, Wolf und Johann, Gebrüder v. Burbach; 1428 von Heydereich, Engelbrecht, Johann und Wilhelm, Gerbards Söhnen v. Seelbach; Gyselbrecht, der die Hermelinschwänzchen zugefügt hatte (Fig. 236), war ihr Bruder; sie, wie auch Hermann v. Widersteyn und Christian v. Selbach, die auch keine Beizeichen führten, waren alle Ganerben zu Zeppenfeld. Weiter führte das Wappen ohne Beizeichen 1450 Johann, Mant und Kristgin v. Selbach, Gerhards Söhne.

    v. Bicken

    Das Stammhaus der V. Bicken lag im Dorfe gleichen Namens bei Dillenburg. Sie führten die drei Rauten roth in Gold (Fig. 240). Zu dem Geschlecht gehört Godefried v. Bicken, Burgmann zu Hartenfels, Albrecht und Robin v. Bicken, gräflich Sayn’sche Männer, 1367, endlich Lyse, Dymoid, Gertrud, Catharina und Anna v. Bicken, Schwestern des verstorbenen Gylbrecht v. Bicken, 1454. Obb die v. Bickenbach (an der Bergstraße) mit ihnen in Verbindung stehen, ist fraglich. Nach der Ähnlichkeit des Wappens – sie führen 6 in zwei Reihen schräggestellte silberne Rauten in Roth — müßte es nicht ausgeschlossen sein (Fig. 241).

    v. Ders.

    Silbern in Blau wurden die Rauten von den v. Ders geführt (Fig. 242); so 1407 von Volpracht v. Ders und von Erhart v. Thers

    v. Langenbach.

    Ebenfalls silbern, in Blau aber von sieben bordweise gestellten rothen Schindeln begleitet, führten die Rauten die v. Langenbach (ein Dorf bei Hachenburg auf dem Westerwald). So Diedrich v. Langenbach 1366 (Fig. 243).

    Steinhaus zu Overrath.

    Mit einem Halbmond im linken Obereck führten die Steinhaus v. Overrath die drei schrägrechts gestellten Rauten (Fig. 244).

    v. Geislar.

    Schräglinks gestellt mit einem Löwen im rechten Obereck führten die v. Geislar (Dorf an der Sieg) die Rauten (Fig. 245). So 1355 Sander v. Geislar und 1433 Ailf v. Geislar, Dechant zu St. Salvator zu Prüm.

    v. Gevertzhan.

    Der Stammsitz dieses Geschlechts lag in dem Dorf Gebhardshayn bei Wissen an der Sieg. Bei ihnen erscheinen die Rauten silbern in Roth (Fig. 246): So 1375 Johann v. Geveretzhain, genannt v. d. Graben; 1442 Junker Ailbrecht v. Gevertzhain, genannt v. Leytzgeroide (Dorf Lutzenrath bei Gebhardshain an der Sieg) und 1429 hat Johann v. Gebertzhain die Rauten von sechs bordweise gestellten goldenen Lilien begleitet (Fig. 247).

    v. Hönningen.

    Mit dreilätzigem, rothem Turnierkragen führte die Rauten ein Geschlecht, dessen Stammsitz in Hünningen bei Andernach lag. Dahin gehört Diedrich v. Hoengen, Wepelinck, 1420 und Sibrecht v. Hoengen, 1457.

    Folgende vereinzelte Persönlichkeiten führen ebenfalls die drei als Schrägbalken gestellten Rauten:

    • Heinrich v. Wynteren (Königswinter oder Oberwinter am Rhein?), Ritter, 1306;
    • Arne v. Wermtrode (Dorf Walmerode bei Hadamar), Knecht, gräflich Saynscher Burgmann, 1365;
    • Henne v. Betzdorf (an der Sieg) gräflich Saynscher Amtmann, 1439;
    • Wilhelm v. Wegebach (Werbach), 1462;
    • Heinrich v. Wenigerdorf (Sieg) Wepeling, 1462;
    • zur gleichen Familie gehört wohl Gerlach v. Wyngerdorff, 1393, mit einem Stern im linken Obereck; Junker Henne v. Reyle, wohIgeborener Knecht, mit dreilätzigem Turnierkragen;
    • Johann v.- Müden, Isenburger Lehensmann, mit sieben bordweise gestellten Schindeln wie die Langenbach (Fig. 243);
    • Dodo, Schöffe zu Andernach, mit fünflätzigem Turnierkragen;
    • Gilbrecht Schelle v. Steinzenbach (Dorf bei Wildenburg an der Sieg) mit schmalem Schildbord 1437 (Fig. 248);
    • Wilhelm v. Alsdorf, mit einem Schildbord, der am äußerem Rande mit sechs Schindeln belegt ist, 1454 (Fig. 249);
    • Heymann v. Schelt, mit Gluer schräggestellten Bank im linken Obereck, 1442 (Fig. 250);
    • Wilhelm v. Sehem, Oheim Philipps v. Ryffenberg, 1476, der mit den drei Rauten einen rechten Schrägbalken belegt hat (Fig. 251), das gleiche Wappen, welches wir oben bei Götze Hubenryß gefunden hatten (Fig. 10).

    Schenk v. Sterrenberg, Schenk v. Liebenstein und Schenk v. Boppard.

    Nach den beiden, jedem Rheinfahrer unter dem Namen der "feindlichen Brüder" bekannten Burgen Sterrenberg und Liebenstein nannten sich zwei demselben Stamm entsprossene Geschlechter, zu denen auch die Schenk v. Boppard gehörten. Sie führten das nämliche Wappen wie die v. Reichenstein, nämlich die drei Rauten schwarz in Weiß, nur dass sie ihm einen rothen Turnierkragen hinzugefügt haben (Fig. 252). So siegelt 1323 Werner Schenke, Ritter v. Lievenstein, und 1380 Gerhard Schenke, Ritter v. Lievenstein. Ebenso 1323 Werner Schenke, Burgmann zu Sterrenberg, vielleicht derselbe, der 1317 Werner, genannt Schenk v. Boppard, genannt wird, da dieser in der Umschrift seines Siegels sich Wernerus pincerna de Sterrinberg nennt. Ein Burgmanngeschlecht auf Sterrenberg, welches bald einfach Sterrenberg, bald Beyer v. Sterrenberg sich nannte, gehört nicht zu diesen Familien, führte auch ein anderes Wappen, nämlich einen schwarzen Stern in Silber (Fig. 253). Zu beachten ist übrigens, dass es die nämlichen Wappenfarben führte wie die Schenken v. Sternberg. Zu den Sternberg mit dem Stern gehören die drei Burgmänner Werner, Enolph und Hartman v. Sternberg, 1320, von denen der dritte einen rothen fünflätzigen Turnierkragen über den Stern gesetzt hat.

    Wie wir bei der Wappengruppe mit dem Zackenbalken einzelne Familien fanden, bei denen das Wappenbild bald als Balken, bald als Schrägbalken erscheint, so finden wir auch bei den Schenken die Rauten zuweilen als Balken gestellt (Fig. 254). So führt sie Johann v. Boppard, Burgmann zu Sternberg, wohl derselbe, der 1329 mit dem gleichen Wappen als Ritter uns entgegentritt. Desgleichen 1362 Johann v. Liebenstein, während der Edelknecht Friederich v. Liebenstein 1396 zwei rothweiß geschachte Sparren in Gold als Wappen führt. So bilden die Schenk die Überleitung zu einer zweiter, Gruppe, die die Rauten balkenweise gestellt hat.

    II

    v. Holzheim.

    Auch bei dieser Familie finden wir die beiden Stellungen nebeneinander verwendet. Jorge v. Holzheim siegelt 1439 mit den balkenweise stellenden Rauten unter einem Turnierkragen (Fig. 255); 1445 dagegen erscheinen in seinem Siegel die Rauten, ebenfalls unter einem Turnierkragen als rechter Schräghalken gestellt (Fig. 256).

    Weyher zu Nikenich.

    Roth in Silber führten die nebeneinander gestellten Rauten die Wyher zu Nikenich (Dorf zwischen Andernach und dem Laacher See). So 1416 Hermann v. Weyher zu Nykendich und 1449 Junker Hermann v. dem Wyher zu Nieckendig (Fig. 257).

    v. Braunsberg.

    Braunsberg bei Altenwied gab einem Geschlechte den Namen, welches drei balkenweise stehende silberne Rauten in Roth führte (Fig. 258). Aus dem Geschlechte waren Symon und Johann v. Brunsberg, Burgmannen zu Hartenfels; Johann Ritter v. Branisberg, Burgmann in Grensau (hinter Vallendar), 1318; Diedrich 1348 und Wilhelm v. Brunsberg 1471. Mit goldenem vierlätzigen Turnierkragen G. v. Brunsperg, Burgmann zu Montabaur; mit blauem Turnierkragen B. v. Brunsberg, Burgmann ebenda.

    Weiter wurden die drei balkenweise stehenden Rauten noch geführt von

    • Rudolf v. Vallendar, Ritter, 1264;
    • Ude v. Grensau (hinter Vallendar), 1382 und Diederich v. Grensau, 1407;

    • Johann v. d. Werde, Isenburger Vasall, 1376;

    • Johann Lutter v. Covern (Cobern an der Mosel) 1529;

    • Heinrich genannt Krug v. Lune, Burgmann der Grafen v. Solms, 1374, der einen Löwen als Beizeichen zugefügt hat, der wohl dem Wappen der Grafen v. Solms entnommen ist (Fig. 259);

    • Die Sud v. Eltville mögen endlich hier auch noch angeschlossen werden; sie führten fünf rothe Wecken nebeneinander in Gold (Fig. 260).

    Register

    A |B |C |D |E |F |G |H |I |J |K |L |M |N |O |P |Q |R |S |T |U |V |W,|X |Y |Z

A

  • Allenbach 25
  • Allendorf 38
  • Alsdorf 42
  • Ansenbruch 25
  • Arcken 30
  • Arenswang 26
  • Arras 10
  • Arras v. Bürresheim 20

B

  • Baasberg 21
  • Bacharach Tafel I
  • Bassein, Holtzapfel v. 24
  • Bausburg 21
  • Bech 29
  • Bechel 31
  • Bell 12
  • Bentze Tafel I
  • Berghe 24
  • Berperch 28
  • Bettingen 23
  • Betzdorf 42
  • Beyer v. Burgen 28
  • Beyer v. Sterrenberg 42
  • Bicken 41
  • Bickenbach 41
  • Bissersbeim 24
  • Blanckart 12
  • Blankenberg 12
  • Blitterswich 30
  • Bockeler v. Hohenstein 39
  • Boen v. Wittlich 24
  • Bolchen 28
  • Bonifacii 34,35
  • Boos v. Waldeck 7
  • Boppard, Schenk v. 42
  • Born 28
  • Bosselle 16
  • Bottele 13
  • Boulay 28
  • Boyart 33
  • Brabant v. Ulmen 17
  • Brabant v. Wolmerath 10
  • Brandenburg 35
  • Braubach 39
  • Braunsberg 43
  • Breder Hohenstein 38
  • Brucken 17
  • Bruycb 17
  • Buch 7
  • Buches 28
  • Buming 9
  • Bünebach 14
  • Burbach 40
  • Burgen, Beyer v. 28
  • Bürresheim 15
  • Bürresheim 20
  • Bürresheim 30
  • Buweiler 24

C

  • Castel 20
  • Cleingedanc 19
  • Cleve 29,32
  • Clotten 7
  • Conz 8
  • Corbach 36
  • Cottenhehn 30
  • Covern 43
  • Cröv 6
  • Cröv 9
  • Culbach 28

D

  • Dahlem 21
  • Daube 40
  • Daun 4
  • Daun gen. Dungin 6
  • Daun v. d. Marte 6
  • Daun v. Stein 6
  • Densborn 6
  • Ders 41
  • Dodo 42
  • Donner v. Carheim 39
  • Duffenbach gen. Kolve 12
  • Dullingen 21
  • Durrenstösser 10

E

  • Ecbrich gen. Pastoir 16
  • Echzel 31
  • Eckinc 16
  • Ellenz 16
  • Elrenbach 26
  • Else 34
  • Elvenrode 34
  • Enkirch 24
  • Erdorf 33
  • Erlen 29
  • Ernesti 14
  • Esch 24
  • Esch Haller v. 9
  • Ettringen 16

F

  • Falkenstein 35
  • Fels 27
  • Fleischgasse 35
  • Fremersdorf 21
  • Frielingen 6
  • Fust v, Stromberg 25
  • Fust v. Leyen Tafel I

G

  • Gegen s. Jegen 28
  • Geisbusch 16
  • Geislar 41
  • Gerlevingen 20
  • Gerolstein 39
  • Gevertzhan 41
  • Gilsbach 40
  • Glimmendal 37
  • Greene 14
  • Greiffenklau 31
  • Grensau 43
  • Grimmelscheit 36
  • Gronstein 30

H

  • Haldenfeld 21
  • Haller v. Esch 9
  • Hamm 33
  • Hammerstein 11
  • Hartelstein 36
  • Hasart 20
  • Hersbach 29
  • Hessen 30
  • Hillbringen 23
  • Hoeffnagel v. Remmersingen 24
  • Hofwart v. Kirchheim 29
  • Hohenstein 7
  • Hohenstein 38
  • Hole 33
  • Hole v. Weiss 18
  • Holtmühlen 30
  • Holtzapfel v. Bassenheim 24
  • Holzheim 43
  • Hönningen 17
  • Hönningen 41
  • Horchheim 18
  • Hubenriss Tafel I
  • Hundelingen 29
  • Husch 19
  • Husmann 30
  • Huyt v. Baasberg 21

I

  • Ilias 11

J

  • Jegen 28
  • Jegen gen. Lissingen 34
  • Jungscheffe 29

K

  • Kaltenborn 16
  • Kämmerer v. Prüm 24
  • Katzenellenbogen 37
  • Kaulenbach 28
  • Keldonck 30
  • Kerpen 19
  • Kesselhut v. Katzenellenbogen 38
  • Kietzweiler gen. Staille 14
  • Kinheim 6
  • Kirchheim, Hofwart v. 29
  • Kirchhof 24
  • Kirkel 21
  • Knebel v. Katzenellenbogen 38
  • Kobe v. Daun 5
  • Kolf 12
  • Kolf gen. Duffenhach 12
  • Kolf v. Bell 12
  • Kollenburg 30
  • Koppenstein 25
  • Kreps 19
  • Kreuznach 26
  • Kruffel 32
  • Krug v. Lune 43

L

  • Langbein 40
  • Langenbach 41
  • Langsdorf 24
  • Lellich 27
  • Leutesdorf 11
  • Leutesdorf, Schenk v. 18
  • Leyen 9
  • Leyen 31
  • Leyen, Fust v. Taf I
  • Lichte 13
  • Liebenstein, Schonk v. 42
  • Lieser 9
  • Limpach 31
  • Linbaeh 24
  • Lissingen gen. Jegen 34
  • Lomsweiler 29
  • Lössnich 8
  • Luchtingen 28
  • Ludingen 29
  • Luf v. Hillehrath 29
  • Lummersfeld 21
  • Lysur 9

M

  • Malberg 10
  • Malberg 32
  • Manderscheid 19
  • Manderscheid Schmied v. 19
  • Mannendal 26
  • Mant v. Limpach 31
  • Marschalk v. Daun 6
  • Mayen 13
  • Mener v. Spanheim 26
  • Mersch Taf. I
  • Mertloch 16
  • Mertz 32
  • Merveldt 8
  • Mezze 10
  • Milden 42
  • Mommersloch gen. Cleingedank 19
  • Monreal 15
  • Montabanr 10
  • Montabaur 29
  • Montabaur Susse v. 26
  • Mul v. d. Neuerburg 14
  • Mummerizon 21
  • Muntfort Tafel I

N

  • Nattenheim 36
  • Neuerburg 36
  • Neumagen 21
  • Neumagen 23
  • Neumagen 36

O

  • Ofthofen Tafel I
  • Oltschiet 29
  • Ortenburg 37
  • Ouren 27

P

  • Pappart 29
  • Pittingen 27
  • Plate v. Longwich 28
  • Polch 15
  • Polch 15
  • Polch 22
  • Poley 34
  • Porten, v. d. Taf. I
  • Poulheim 14
  • Print v. Horelthelin 13
  • Pyner 37
  • Pyphcr 37
  • Pyrmont 22

R

  • Rael 31
  • Rayss v. Lumersfeld 21
  • Reichenstein 39
  • Reifferscheid 32
  • Reil 15
  • Reil 23
  • Reil 42
  • Remmersingen, Hoeffnagel v. 24
  • Reuland 23
  • Rewor 31
  • Rheinek 15,17
  • Rhense 18
  • Rommersheim 27
  • Rozerre 7
  • Rupsack 20
  • Rupsack v. Schmidtheim 12

S

  • Schafflützel v. Kerpen 36
  • Schelle v. Steinzenbach 42
  • Schelt. 42
  • Schemberg, Wegebart v. 20
  • Schenk v. Buppard 42
  • Schenk v. Leutesdorf 18
  • Schenk v. Liebenstein 42
  • Schenk v. Sterrenberg 42
  • Scheppe 13
  • Schetzel 7
  • Schhenberg 36
  • Schmidtheim 12
  • Schmied v. Manderscheid 19
  • Scholer 35
  • Scholer v. Born 28
  • Schönberg 22
  • Schönburg 30
  • Schönburg 36
  • Schönecken 34
  • Schwarzenberg Taf. I
  • Schweppenburg 18
  • Scopach 29
  • Sehem 42
  • Selbach 40
  • Siebenhorn 27
  • Siersberg 21
  • Solbruggen 30
  • Spanheim 24
  • Spanheim, Strazenraub v. 26
  • Spanheim, Wolf v. 26
  • Specht v. Spanheim 26
  • Spisere 30
  • Steffeshausen 23
  • Stein zu Baasem 7
  • Steinhaus zu Overrath 41
  • Sterpenich 28
  • Sterrenberg, Schenk v. 42
  • Stolz v. Bickelheim 14
  • Strazenroub v. Spannheim 26
  • Streufe 20
  • Stromberg, Fust v. 26
  • Sud v. Eltville . 48
  • Sure v. Katzenellenbogen. 38
  • Susse v. Montabaur 26

T

V

  • Vallendar 48
  • Vianden 33
  • Virneburg 14
  • Voes, Viregebart v. Schönberg 20
  • Vollratbs v. Greiffenclau 31
  • Vrays 9
  • Vrobuse v. Ulmen 17

W

  • Wadrelle 36
  • Waldrath 21
  • Walmerath 10
  • Walmerode 42
  • Walrabe v. Koppenstein 26
  • Wavern 35
  • Wegebach 42
  • Wegebart v. Schönberg 20
  • Weiler 36
  • Weiss, Hole v. 13
  • Wenigerdorf 42
  • Werbach 42
  • Werde 43
  • Werthausen 30
  • Weyher v. Nikenich. 43
  • Widerstein 40
  • Wildenburg 33
  • Wilsacker 17
  • Wilsant 17
  • Wiltperg 26
  • Winkel 31
  • Winnenburg 22
  • Winter 42
  • Wittlich Boen v. 24
  • Wolf v. Spanheina 20
  • Wolfskehl 10
  • Wulfertwils 39
  • Wyhe 5
  • Wyhe v. d. Marte 6
  • Wyngerdorf 42
  • Wyss gen. v. Quntrehen 10
  • Wysse v. Spanheim Taf. I

Z

  • Zievel 5
  • Zolwer 6
  • Zyck 24
  1. Züricher Wappenrolle Nr. 440. []
  2. Hauptmann, Das Wappenrecht, Bonn 1896, S. 237, 255. []
  3. Die Zahl der zur Verteidigung einer Burg verpflichteten Ritter, die meist auch daselbst oder in ihrer Nähe wohnten, war oft eine beträchtliche. Auf Schmiedeberg z.B. hatte Erzbischof Balduin von Trier nach dem Balduineum 22 Burgmannen, in der kleinen Bug Treis 8. []
  4. Rheingauische Alterthümer, Mainz 1819, S. 369. []
  5. Deutscher Herold, 1884, S. 185 f []
  6. "Si dominus", so bestimmte das Kölner Dienstmannenrecht, "ministerialem, qui servitium suum domino suo offert, non curavit, ille cuicunque voluerit, serviat." Ennen und Eckertz , Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Köln 1860, I, 216. []
  7. An Letzteren mögen, worauf Herr Major v. Oidtman aufmerksam macht, die Dun gt. v. Stein angeschlossen werden, welche unter Beibehaltung der Farben roth und weiß das Gitter in die constructiv ihm nahestehenden, optisch aber ganz anders wirkenden Rauten umwandelten. Der Name Dun verräth die Abstammung. Siebmachers Wappenbuch II. Freiherren und Herren S. 29 und das Siegel des Arnold, dominus de Stein. []
  8. Grote, Stammtafeln, Leipzig 1877, S.173. Wie dagegen Herr Major v. Oidtman mir mittheilt, sind die ersten Daum mit dem Beinamen v. Zievel die Söhn des 1313 † Henricus de Dune, nämlich Johannes v. Zievel, Gemeiner zu Daun, 1313 Burgmann zu Manderscheid, Wilhelmus de Dune und Richardus de Dune, dominus in Zievel. []
  9. Nachrichten von adeligen Wappen, Bd. 3, S. 122. []
  10. Freundliche Mittheilung des Herrn Major v. Oidtman. []
  11. Kölnische, jülische Geschlechter II, Köln 1858, S. 188. []
  12. Archiv für Deutsche Adelsgeschichte, I, Berlin 1863, S. 265. []
  13. Hohenlohe, Sphragistische Aphorismen, Heilbronn 1882, Nr. 26, Da bei den ältesten Siegeln die Finger, die die Blume halten, ringförmig gebogen sind (Fig. 39), so vermuthet — und wie uns scheint mit Recht — Herr Major v. Oidtman , dass sich daraus später der Ring gebildet hat, indem die Blume zum Edelstein wurde (Fig. 39 b). []
  14. Weitläufiger habe ich das nachgewiesen im Deutschen Herold, 1884, S. 118. []
  15. v. Hefner, Stammbuch des Adels, Bd. 4, Regensburg 1866, S. 233. v. Oidtman hält sie für eine ganz andere Familie wie die Wolfskehl zu Vetzberg. []
  16. v. Ledebur Archiv. I, 200 ff. Vergl. Auch Frhrn v. Hammerstein, Urkunden und Regesten z. Gesch. d. Burggrafen. und Frhrn. v. Hammerstein, Hannover 1891, S. 12, 878, 682. []
  17. Herr Major v. Oidtman macht darauf aufmerksam, dass in einzelnen auch andere Gründe als die Anspielung auf den Namen Hammerstein zur Annahme dieses Wappenbildes geführt haben können. So bei der unten zu besprechenden Familie v. Bell die alte Steinindustrie (vor allem Mühlsteine) in der Gegend von Niedermendig und Bell. An sich ist diese Annahme gewiss berechtigt, doch würde vorher zu constatieren sein, dass diese Industrie schon im XIII. Jahrhundert vorhanden war. Dabei würde dann immer noch auffallen, dass dies Wappenbild an anderen Orten, wo die gleiche Industrie (z. B. am Drachenfels), nicht vorkommt. []
  18. Wegeler, Das Kloster Laach, Bonn 1854, II, S. 38. Dieser Name würde das Wappen auch hier als ein redendes erscheinen lassen. Daneben hat allerdings auch die Annahme v. Oidtmans, der in dem Wappenbild eine Anspielung auf die alte Steinindustrie des Ortes sieht, Anspruch auf Beachtung. (Vergl. S. 11 Anm. 2 ) []
  19. Ein von dem Plateau südlich der Feste Alexander bei Coblenz nach Moselwelû herunter-führender, eingeschnittener Weg des steilen Bergabhanges heißt heute noch "die Moselweiße Hole" (Hohlweg). Vermuthlich hat er dem Geschlechte den Namen gegehen, und ist das Burghaus derselben hier zu suchen. (Gefl. Mittheilung des Herrn Major v. Oidtman.) []
  20. Diese Umwandlung kann man auch bei den v. Wavern s. unten in der Gruppe mit dem Schildchen beobachten. []
  21. Freundliche Mittheilung des Herrn Major v. Oidtman. []
  22. Wegeler: Die Burg Rheineck, Coblenz 1852, S 15 v Oidtman möchte sie wegen der Gleichheit des Helmschmuckes eher zu den Bürresheim zählen. []
  23. So gibt wenigstens Beyer das Wappen. Nach v. Oidtman enthält es dagegen vier Rauten nebeneinander unter einem gezackten Schildhaupt (Fig. 91). []
  24. v. Oidtman hält dafür, dass der Zackenbalken wohl aus drei Rauten entstanden sei. []
  25. Archiv I. S. 15. []
  26. Archiv I. S. 26. []
  27. Fahne, Kölnische, jülichsche etc. Geschlechter, Bd. 2, Köln und Bonn 1853, S. 24. []
  28. v. Ledebur. Streifzüge durch die Felder des preußischen Wappens, Berlin 1842, S. 45 []
  29. Freundliche Mittheilung des Herrn Major v. Oidtman. []
  30. v. Ledebur, Archiv I. 12, 14, []
  31. Wegeler, Das Burghaus zu Namedy. Koblenz 1858, S. 4. []
  32. v. Ledebur, Streifzüge, S. 46. []
  33. Siehe unten bei der Gruppe mit den Schilden. []
  34. Nach den Eltester’schen Collectaneen im Staatsarchiv zu Coblenz. []
  35. Freundliche Mittheilung des Herrn v. 0idtman. []
  36. Die Bonifacii in Trier siegelten laut freundlicher Mittheilung des Herrn v. Oidtman mit einem Stern, der mit einem Schildchen belegt war, also wie Fig. 188. Sie mögen wohl von Bonifacius v. Schönecken abstammen. Allerdings sollen sie erst Antheil an Schönecken erworben haben. Vielleicht handelt es sich auch um eine illegitime Herkunft. []
  37. Freundliche Mittheilung des Herrn Major v. Oidtman. []
  38. laut freundlicher Mittheilung des Herrn v. 0idtman. []
  39. Stillfried und Hildebrandt, Grünenbergs Wappenbuch, Berlin 1875, Taf. 193. []
  40. So gibt auch Grünenberg, Taf. 199, das Wappen. []
  41. Rheingauische Alterthümer, S. 314. []
  42. Bodman, a. a. 0.S. 328. []
  43. Ebenda S. 297. []
  44. Ein interessantes Siegel führte nach den Eltester’schen Collectaneen im Staatsarchiv zu Coblenz 1883 Walther v. Hoynstein, welcher das Schildchen einer Einfassung zeigt, die genau dem Holstein’schen Nestelblatt entspricht. Die Umschrift soll lauten S. Waltharis de Hostein militis. Wir geben eine Copie der Eltester’schen Zeichnung in Fig. 220. Eine Verwechslung von Hohstein und Holstein scheint zwar ausgesohlossen, liegt aber immerhin nahe. []
  45. Archiv I, S. 32. []
  46. Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen. Adels II, Regensburg 1863. S. 23. []
  47. Rheingauische Alterthümer S. 313. []

2 thoughts on “Zehn mittelrheinische Wappengruppen (1900)

  1. Thomas Wallmeroth says:

    Hallo,

    sie listen auf auf Ihrer Homepage folgende Namen auf:
    1) Arne von Wermtrode (Dorf Walmerode bei Hadamar)
    2) v. Wolmerath
    3) Walmerath 10
    4) Walmerode 42
    Leider konnte ich auf Ihrer Homepage die dazugehörigen Wappen nicht finden. Können Sie mir helfen? Haben Sie einen Tipp, wo ich die Wappen und mehr Information zu meinem Vorfahren (Wallmeroth) bekommen kann?

    Danke im Voraus!
    Thomas Wallmeroth

    • Sehr geehrter Herr Wallmeroth,

      Kleine Begriffsverwirrung: diese Namen liste ich nicht auf meiner Homepage auf, sie kommen in dem oben stehenden Text vor. Wie sie sicherlich an der altertümlichen Schreibeweise und dem Stil in dem er verfasst ist merken, spätestens aber meinen kurzen einleitendenden Worten entnehmen konnten, ist der Text nicht von mir, sondern von dem 1934 verstorbenen Kölner Gelehrten Dr. Felix Hauptmann im Jahr 1900 verfasst worden. Deshalb wurde er auch nicht unter “Wappenkunde” sondern unter “Quellen” eingeordnet. Weitere Informationen zum Text in einem Beitrag vom 6. Dezember letzten Jahres.

      Das Wappen Wolmerath ist, zwar etwas indirekt, aber im Text sehr wohl beschrieben: Ein roter Frauenarm in gold(enem Feld). Einen “Frauenarm” nennt man auf Französisch “une manche mal taillée”, oft figurieren sie aber auch unter senestrochère oder dextrochère.

      Zu den anderen Wappen habe ich auch nicht mehr Informationen als oben im Text von Hauptmann stehen. Es fehlen bei meiner Reproduktion Hauptmanns Abbildungen, die waren bei meiner Vorlage leider auch nicht dabei und das Wiener Jahrbuch Adler aus dem Jahr 1900 ist in Luxemburg nicht aufzutreiben. Da viele der Wappen das Thema “Luxemburg” nur streifen, fand ich das jetzt nicht so schlimm.

      Ich muss aber wohl meine Einleitung überarbeiten, daher unbedingt danke für ihre Anfrage.

      Bei genealogischen Forschungen kann ich ihnen nicht helfen, auch nicht mit Tipps, das ist einfach nicht mein Gebiet.

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