Das Wappen der Gemeinde Roeser

Die Tage erreichte mich die E-mail von einem Studenten der Geschichte an der Uni Luxemburg. Er fragte mich, ob mir neben der ausgestellten Wappenbeschreibung für Roeser auch Geschichte des Wappens bekannt wäre. Es handelt sich dabei um eine Hausaufgabe im Fach “historische Hilfswissenschaften“, die Blasonierungen der Gemeindewappen vorzunehmen und ihre Geschichte anzugeben.


Natürlich konnte ich ihm helfen, denn Dr. Jean-Claude Loutsch hatte die Geschichte des Wappen der Gemeinde 1989 im Armoirial Communal (ISBN: 2-87969-000-59) geschildert. Im Falle Roeser:

Das Wappen der Gemeinde geht im Kern auf das Wappen der adligen Familie derer von Roeser zurück, übernommen wurde, die wahrscheinlichste Variante. Denn in den schriftlichen Quellen sind oft die Farben nicht angegeben. Die häufigste Quelle für Wappen ausgestorbener, oder wieder zur Bedeutungslosigkeit herabgesunkener Familien sind sind die Stempel. Gerade diese geben aber nie die Farben an, oft noch nicht mal die Schraffur!

de gueules à trois feuilles de némuphar d’or.

1973 stellte die Gemeinde den Antrag, ein bis dahin inoffiziell geführtes Wappen zu legalisieren, welches ebenfalls die drei Seerosenblätter beinhaltete:

D’argent à trois feuilles de némuphar de gueules; à la bordure d’azur.

Loutsch geht nicht darauf ein, wo der Roeser Schöffenrat, welche statt des Gemeinderates diese Fassung als verbindlich festgelegt hatte, dieses Wappen hernahm. Wohl waren die Farben des Wappens derer von Roeser nicht mehr bekannt, oder man wünschte sich bewusst ein Wappen in den Nationalfarben rot-weiss-blau. So jedenfalls basierte der Entwurf nicht mehr auf jenen von Roeser, sondern auf dem Wappen der Herren von Bourscheid. Die blaue Bordure, möglicherweise zur Unterscheidung zugefügt, wäre zudem, berichtet Loutsch bei jeder Neuzeichnung des Wappens immer dünner ausgefallen und teilweise als einfache Begrenzung des Schildes aufgefasst worden.

Daher vielleicht schlug Lenertz daher auch das Gironné (à 12 pièces!) vor, das die Druckereien nicht mehr so leicht weg interpretieren konnten.

Tina Noroschadt (Revue) übers Studieren in Aachen

Vorgestern machte mich ein Freund und alter Aachener darauf aufmerksam, dass die Luxemburger Zeitschrift “Revue” gerade eine Artikelserie über die Luxemburger Studenten und ihre Universitätstädte veröffentlicht und diese Woche wäre Aachen dran! Also kaufte ich mir ausnahmsweise mal wieder die Revue und las wundersame Dinge:

Für den Text zeichnet Tina Noroschadt verantwortlich, für die Fotos Ute Metzger. Mit den beiden Aachener Studenten Michel H. und Dominique D. wollen sie sich morgens am Marktplatzgetroffen haben, und es sei sehr viel los gewesen.1

Die berühmten Aachener Luxemburger

Tina erklärt irgendwann im Verlauf des Artikels, welche berühmten Luxemburger in Aachen waren:

Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren auch zwei bekannte Luxemburger unter den Absolventen dieser Hochschule: Arbedbegründer Emile Mayrisch und sein Vetter Emile Metz.

Oh, das ist aber jemand in die Falle getappt, das ist schlecht recherchiert!

  • Zwar waren die beiden Emils in der Tat Vetter und auch wirklich beide an der RWTH, aber
  • Emile Mayrisch brachte es nicht zum Absolventen, er brach sein Studium ab,
  • und Emile “Petit” Metz brachte zwar das Studium zu Ende, er ist aber kein bekannter Luxemburger. Tina verwechselt ihn wohl mit seinem gleichnamigen Verwandten. vgl. Biographie Nationale Les METZ, la Dynastie du Fer par Jules Mersch. Die Luxemburger Nationalbibliothek hat diese Werk inzwischen online und gratis jedem Internauten zur Verfügung gestellt!

Nun wo ich es lese: Dieses Jahr hatte mich Tinas Interviewpartner Michel H., der Präsident des AVL, mal nach “berühmten Aachenern” gefragt. Ich hatte ihm einige genannt darunter auch die beiden Emils, aber auch auf die Falle hingewiesen! Und statt eines Zeitgenossen wie Ranga Yogeshwar schaffen es nun gerade diese beiden verstaubten Industriellen des 19. JH in den Artikel? Geht der Mangel an Sorgfalt nun auf Michel H. zurück, oder hat Tina nicht richtig zugehört? (von selber recherchiert wollen wir mal gar nicht reden).

Der Bummelstudent

In ersterem Falle wäre das ja vielleicht Michel H.s subtile Rache, der demnach wohl ahnte, dass Tina ihn in die Pfanne hauen würde. So entlockte sie ihm :

Die Prüfungen und das Studium seien nicht immer einfach. “Eigentlich müsste ich jetzt schon im Hauptstudium sein, doch mir fehlt noch eine bestandene Klausur für mein Vordiplom.

Also zunächst einmal ist es ausgesprochen taktlos, einen Studentenfunktionär nach seinem schulischen Leistungen zu fragen. Natürlich verlangsamt sich der Fortschritt im Studium, wenn man wie Michel H. sich sozial engagiert und so auch z.B. als Interviewpartner zur Verfügung steht und es der Revue ermöglicht ihre Spalten zu füllen!

Im Sinne gutem Journalismus wäre es durchaus gewesen, dem Leser die Bedeutung von “eigentlich” zu erläutern, zumindest jenen, die selber nicht an einer deutschen Universität studiert haben. Im 7. Semester und ihm fehlt lediglich nur noch eine Prüfung zum Vordiplom ist in Deutschland noch ein durchaus normaler Wert! Unnormal wäre er nur dann wenn man für die Einschätzung der Studienleistung die völlig unrealistische theoretische Regelstudiendauer zu Grunde legt! Diese irreführende Bezeichnung ist aber ein juristischer, kein akademischer Begriff, Zitat von Wikipedia:


Die Regelstudienzeit unterscheidet sich mitunter deutlich von der durchschnittlichen Studiendauer. So wird zum Beispiel die Regelstudienzeit für den Diplom-Studiengang Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln mit 9 Semestern angegeben – die durchschnittliche Zeit beträgt jedoch 15,8 Semester.

Noch nicht mal 10% der Studenten schaffen ihr Studium überhaupt in der sog. Regelstudienzeit. Aber mit diesen Fakten behelligt Tina den Leser nicht! Nicht mit seinem sozialen Engagement begründet sie die Verlangsamung von Michels Studium, sondern zitiert ihn unverantwortlicherweise weiter:

Andererseits kann ich so auch noch etwas länger das Studentenleben genießen», grinst Michel verschmitzt.

um gleich allen unstudierten Eltern und Personalern ihre Vorurteile weiter zu bestätigen:

Luxemburger Studentenpartys von Freunden im nahe gelegenen Lüttich sind für den angehenden Bauingenieur eine willkommene Abwechslung vom Uni-Alltag.

Aha! Weil er also zu viel feiert und “es sich gut gehen lässt” ist er im Verzug! Das ist ja fast schon Rufmord! Zwar erwähnt der Artikel einen Onkel, der eine Baufirma hätte für die er auch schon gejobbt hat, aber vielleicht muss er sich ja trotzdem mal bei anderen Firmen bewerben, und sei es auch nur für ein Praktikum. Und wie wir leider wissen, lesen auch Personaler viel lieber Klatschgeschichten als Fachliteratur.

Warum macht sie das? Ist es die Retourkutsche dafür, dass Michel sie in den Aachener Dom geschleppt (und dort kluggeschissen) hat:

Die beiden Hochschüler führen uns weiter zum Weltkulturerbe Aachener Dom, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Der Besuch dieses Gotteshauses mit seinem imposanten Kuppelbau gehört für Michel (…) zum Pflichtprogramm..

Denn vielleicht ist Tina Noroschadt ja identisch mit der Frau, die im SS 2001 an der Uni Kiel über Walther von der Vogelweide referiert hat und mag an ihre Jugendsünden nicht mehr als unnötig erinnert werden? Über das Mittelalter müsste sie demnach besser Bescheid wissen als über das 19. Jahrhundert. So schreibt sie auch noch:

Schließlich ruhen im Dom die Gebeine von Karl dem Großen, der im 9. Jahrhundert in Aachen seine Residenz errichtete und später hier auch zum römischen Kaiser gekrönt wurde.

Wieder ein Mangel an Präzision, denn der römische Kaiser wurde natürlich nie in Aachen, sondern in Rom gekrönt, auch nicht Karl der Grosse.2

Die tolle Wissenschaftlerin

Deutlich besser als Michel kommt bei Tina die Öslingerin Dominique D. aus Eselborn weg, die Beschreibung ihres studentischen Daseins nimmt gelegentlich schon mal die Züge einer Hagiographie an:

Die 23-Jährige ist begeistert von ihrem Chemiestudium (…) Die hohen Anforderungen im mathematisch-physikalischen Bereich, den Anspruch, viel Faktenwissen in kurzer Zeit aufzunehmen sowie täglich unzählige Stunden im Labor stehend zu arbeiten, hat die junge Studentin mit den braunen Locken3 fast mit Leichtigkeit erfüllt. Das Studium sei ihr eigentlich nie richtig schwer gefallen. «Mein Grundstudium bestand aus vielen Stunden im Labor und danach vielen Stunden Protokollschreiben. Mein Vordiplom habe ich mit 1,7 bestanden», erzählt Dominique, die in Ihrer Freizeit gerne mit den Inline-Skates rund um das Aachener Klinikum düst.

Da es nach Luxemburg nur ein Katzensprung mit dem Auto ist4, fährt die angehende Wissenschaftlerin mit ihrem eigenen Auto oft nach Hause. Dann steht für sie als Mitglied des Musikvereins Clervaux eine Probe und häufig auch ein Auftritt auf dem Programm.5 Die Hornistin spielt auch im RWTH-Orchester.
(…)

Die fürsorgliche Redakteurin quält die Frage “Hatte sie eigentlich gar keine Angst an einer notorischen Männerhochburg wie der RWTH zu studieren?“, was Dominique aber lobenswerterweise mit “Außerdem ist der Anteil von Frauen und Männern in der Chemie fast gleich” zurecht rückt. Die Journalistin weiss wohl nicht, dass die Probleme für Frauen in Männerberufen sich nicht bereits im Studium zeigen, sondern erst bei der Arbeitsplatzsuche und dann im Berufsleben, besonders bei Gehälter- und Karrierefragen. Vermutlich wird Dominique nachher sowieso keine Forscherin bei BASF in Ludwigshafen sondern Chemielehrerin in Wiltz. Denn Dominique mag es ohnehin lieber beschaulich:

An einer Massenuniversität wie in Paris, München oder Berlin wäre sie sich verloren vorgekommen.

Soso: eine Hochschule an der, wie der Artikel an anderer Stelle behauptet 40.000 Studenten eingeschrieben sind, ist keine Massenuniversität? Eine Begriffsverwirrung wohl, vermutlich meinte sie “Groß- oder Weltstadt”.

Unter einem Foto von Dominique mit einer, sicher gestellten Laborszene steht:

Leidenschaft für Chemie: Die Studentin Dominique D. will nach ihrem Auslandssemester an der RWTH promovieren.

.
Was für eine klasse Frau! Der Artikel führt allerdings nicht aus, dass wegen der hohen Arbeitslosenquote bei Absolventen in dem Fach, die Promotion in Chemie inzwischen allgemein üblich ist und somit nur noch eine vergleichbare Leistung darstellt wie das schlichte Diplom in einem Ingenieurfach.

Es sieht für mich so aus, dass der Präsident der Autorin einfach unsympathisch war, derweil sie zur Geschlechtsgenossin eine überspriessende Klein-Mädchensolidarität entwickelte, als ob sie zusammen aufs Klo gingen! Wo ist das die kritische, journalistische Distanz? Einen Gefallen tut sie keinem der beiden, denn als Streberin dargestellt zu werden, kann den Ruf und die Karriereaussichten eines jungen Menschen genauso schädigen, wie die Unterstellung nicht ernsthaft genug beim Studieren zu sein. Selbst wenn sie nur zwischen den Zeilen zu finden ist.

Radfahren in Aachen

nach der Vorlesung, 1988


Am meisten verduzt hat mich aber, welch erstaunliche Beobachtung Tina und Ute in Bezug auf die Fahrräder machten:

Anders als in anderen Universitätsstädten trifft man in der Stadt auf ungewohnt wenig studentische Drahtesel. Kein Wunder, wegen der nahe gelegenen Eifel ist das Radfahren hier eine äusserst hügelige Angelegenheit. Auch Michel musste das feststellen und fährt seitdem lieber mit dem Bus zur Uni.

Und das auch noch in Blockschrift hervorgehoben!!? Oha! Also ich merke, ich bin wohl schon lange nicht mehr in Aachen gewesen! Zumindest zu meiner Zeit (siehe das Foto von 1988) war das Rad auch in Aachen DAS studentische Verkehrsmittel per Excellence. Ok, für uns war der Bustransport auch noch nicht gratis.

Dann muss man klarstellen, dass Aachen selbstverständlich hügeliger ist als eine Stadt wie Köln oder Karlsruhe am Rhein, oder Kiel an der Ostsee, aber keineswegs hügeliger als Esch-, Pétange oder Lintgen und erst recht nicht bergiger als Luxemburg-Stadt, wo ja inzwischen auch viele Radfahrer unterwegs sind.

Ob sie sich da nicht verkuckt hat? Welche anderen Städte hat sie im Sinn, wo hat Tina studiert? Zu meiner Zeit hiess es immer “In ganz NRW gibt es nur in Münster noch mehr Kirchen und Fahrräder als in Aachen“. Was wohl der ADFC Aachen dazu sagen würde wenn er das liest? Vielleicht nur, man sollte eine Recherche über eine Universitätsstadt ja auch nicht in der vorlesungsfreien Zeit machen!

  1. Es muss also an einem Donnerstag gewesen sein, dann ist am Markt auch wirklich Markt. []
  2. in Aachen wurden dagegen die deutschen Könige gekrönt []
  3. wie romantisch []
  4. richtig: nach Eselborn! so um die 80 km. In einen Ort tiefer im Süden des Landes ist es deutlich weiter! []
  5. Bei einem Mann hätte man bestimmt gemutmasst, er führe heim weil seine Mutter die Wäsche macht! []

mal was zu WordPress

HTML Seiten, CSS etc nicht mehr selber zu erstellen, sondern auf WordPress umzusatteln, sehe ich als eine meiner besten Entscheidungen zur Präsenz im Netz, die ich je getroffen habe. So kann ich mich auf Inhalte konzentrieren, und brauche nur gelegentlich kleinere Anwendungen zu schreiben. Ich habe zwar immer sehr gerne programmiert, aber umfangreichere Projekte übersteigen meine Möglichkeiten deutlich!
Hier ein paar Worte zu den Änderungen der letzten Monate:

  1. Zu WordPress allgemein

    Mit der Version 2.5 machte WordPress einen grossen Schritt in die für mich richtige Richtung: Sie bauten die Funktion zum Hochladen von Bildern (und anderen Dateien) grosszügig aus, so dass sie nun von “buildin Galleries” sprechen. Hier gibt es wohl noch viel zu tun, die MediaLibrary ist etwas schwerfällig in der Bedienung. Auch mutet es komisch an, auf “Add media” drücken zu müssen, wenn ich in Wahrheit keine Bilder hinzufügen, sondern nur vorhandene nutzen will. Aber ich setze grosse Hoffnungen auf Version 2.7, für welche WordPress jetzt Skizzen ihrer Pläne (sog. Wireframes ) vorgelegt hat.

    Ich habe denn auch gleich beschlossen, nicht mehr länger nach Fotoplugins zu suchen und auch meine selbergeschriebene Software wegzuschmeissen und das entsprechende plugin itm_lists_forms_and_pics zu entrümpeln. Prozess dauert noch an ;-)

  2. Zu den Plugins

    An sich sah das Konzept von WordPress mal vor, nur Basisfunktionalität zu liefern,wer mehr haben will müsse sich entsprechende Plugins, welche von Dritten geschrieben werden, installieren. Das wirft aber aber gleich mehrere Probleme auf:

    1. Kann ich den Plugins trauen? Sind sie getestet und fehlerarm? Telefonieren diese nicht nach hause? Sind sie sicher gegen böse Buben?
    2. Das Hauptproblem aber ist, dass die meisten Entwickler sich irgendwann anderen Themen zuwenden und ihre Plugins nicht mehr pflegen.

    Denn mit jeder neuen Version von WordPress tauchen aber solche Inkombatibilitäten auf, und so musste ich mich von einigen liebgewonnenen verabschieden:

    • Ganz gut gefiel mir immer themed login. Leider aber schliesst es die Option “user cannot register themselwes” kurz. Es tauchten plötzlich ganz komische Namen unter “users” auf, ich musste es schweren Herzens aufgeben
    • Eigene PHP Scripte auch in Postings (vor allem aber auf Pages) laufen lassen zu können ist mir sehr wichtig. Zuvor setzte ich hierfür immer RunPHP ein, jetzt bin ich auf PHP-Exec umgestiegen. Der Grund: es läuft auch, wenn HTML Schnipsel zwischen den Code springen, sein Autor hat sich noch nicht von seinem Werk distanziert und es ist besser dokumentiert! (Wichtig, falls Sören es sich doch mal anders überlegen sollte, und PHP Exec nach einem WordPress Update unbrauchbar würde.
    • Users Extra fand ich auch mal klasse, brauche es aber nicht mehr.
  3. Zu den Themes

    Praktisch jeden Tag veröffentlicht irgend jemand ein neues “Theme” für WordPress, so dass ich es völlig aufgegeben habe, das mich für ein bestimmtes Layout zu entscheiden. Ich lade mir ständig neue runter, probiere sie aus und verändere sie, passe sie meinen Bedürfnissen an. Auf der Seite Site, kann der Leser sie gerne ausprobieren und zwischen ihnen hin- und her schalten. Wenn Sie dann nachher nicht mehr wissen, welches eigentlich das Standardlayout für wiesel.lu ist, löschen sie einfach die cookies ihres Browsers ;-)
    Im Augenblick ist es 8some. Dies, weil ich etwas konservativ bin, und ganz gerne die Navigationsleiste links habe, es dafür schätze, wenn das Layout “fluid” ist, d.h. der Leser die Weite der Seite selber bestimmen kann. Dies ist mir besonders wichtig, weil ich gerne mit breiten Listen arbeite, wie z.B. bei den Gemeindewappen. Ein, ansonsten schönes Layout wie blog it750 schränkt mich da zu sehr ein.
    Ganz klasse fand ich auch Aggregado, hier gefiel mir besonders wie sie “das Archiv” organisiert haben. Eine Technik, die ich übernehmen werde!

Vorträge des AGV im WS 2008/09

Der Aachener Geschichtsverein hat auch in diesem WS wieder interessante Vorträge. Es ist allerdings fraglich dass ich daran teilnehme, denn Aachen ist doch nicht mehr gerade um die Ecke für mich…
Vorträge im Winterhalbjahr

2008/2009

24. Okt. 2008 Dr. Peter Dohms (Meerbusch)

Die Studentenbewegung an den nordrheinwestfälischen Hochschulen

(,68er Bewegung”)

28. Nov. 2008 Prof. Dr. Norbert Jers (Aachen)

Kirchenmusik am Beginn der NS-Diktatur.

- Eine Blütezeit in Aachen um 1934

09.Jan. 2009 Univ.-Prof. Dr. Bernd Schütte (Jena)

Karlsbilder in der hochmittelalterlichen Geschichtsschreibung

06. Febr. 2009 Dr. Beate Althammer (Trier)

Eine Stadt vor Gericht.

Der Prozess gegen die Teilnehmer an den Aachener Unruhen vom 30. August 1830

27. Febr. 2009 Dr. Gereon Schäfer (Aachen)
Medizin im Dritten Reich am Beispiel Aachens

Änderungen vorbehalten!
Ort der Veranstaltungen:

Aula des Städtischen Gymnasiums St. Leonhard (gegenüber dem Parkhaus in der Jesuitenstraße)

.
Beginn der Vortrüge: 19:00 Uhr (s.t.)

Vor allem der Vortrag über die 68er würde mich brennend interessieren.

Das Wappen von Clervaux

Wie ich bereits angekündigt hatte, will ich mindestens die fehlenden Illustrationen meiner Sammlung Luxemburger Gemeindewappen mit am Computer selber erstellten Zeichnungen ergänzen. Hierzu sollen dienen meine eigenen Vorlagen dienen, welche ich in den letzten Wochen erstellt und hochgeladen habe.

Hier, das fertige Ergebnis:

clervaux

Ich wollte mit einem “einfachen” Wappen beginnen, weil ich den Umgang mit Gimp selber nicht so gewohnt bin! Es ist nämlich so, dass ich nur freie und möglichst plattformübergreifende Software einsetzen will. Mit Inkscape habe ich noch keine Erfahrungen, es käme aber prinzipiell auch als, vielleicht sogar bessere Alternative in Frage. Wie geht man vor?

    Wappenanalyse

  1. Ausgangspunkt ist stets die Wappenbeschreibung. Die Wappenbeschreibung für Clervaux ist:

    De gueules au chef d’or chargé de trois merles de sable becqués et membrés de gueules, rangés en fasce.

    Das Wappen besteht also aus zwei Feldern: dem roten (gueules) Schild und dem goldenen Schildhaupt (chef) und hat drei identische Figuren, die in waagerechter Linie (fasce) aufgereihten schwarzen Amseln, mit roten Füssen und rotem Schnabel.

  2. Vorbereitung

    Wir laden uns also von Wiesel.lu die zwei Vorlagen runter. Am schnellsten finden wir sie über das Lexikon:

    1. Die Partition “Chef” (Schildhaupt)
    2. und das Tier (meuble) “merle”

    und speichern uns die .png Dateien auf unseren Rechner. Am besten legen wir dazu einen eigenen Ordner an, das überlasse ich aber dem Leser

  3. Das Schild einfärben

    • Benennen Sie die Datei chef.png um in clervaux.png
    • Starten Sie GIMP
    • Nun öffnen Sie die Datei clervaux
    • Doppelklicken Sie auf das Farbsymol und wählen Sie nun die rote Farbe.
      Der Farbton ist egal, in der Heraldik dürfen ohnehin keine verwendet werden! Ich wähle meistens das klassische rot, mit dem RGB-Hexwert FF0000. Ich verwende die folgenden Werte für die heraldischen Farben und Metalle (siehe wikipedia):

      argentargent silber #C0C0C0
      oror gold #FFD700
      or alternative gold #808000
      gueulesgueules rot #FF0000
      azurazur blau #0000FF
      sinoplesinople grün #008000
      sablesable schwarz #000000
      purpur #800080
    • Nun das Werkzeug “Zauberstab” wählen und einsetzen:
    • Klicken Sie in das Schild und wählen den unteren Bereich des Wappens aus, das nun rot eingefärbt werden soll.
    • Jetzt: ein Klick mit der RECHTEN Maustaste. und nun den Menupunkt, edition->mit Vordergrundfarbe füllen ausführen
    • So, und jetzt das gleiche für das goldene Schildhaupt!
  4. Den Vogel vorbereiten

    Nun wird es “etwas” schwieriger, wir müssen die drei Vögel ins Schildhaupt bringen. Dafür öffnen wir nun die heruntergeladene Datei “merle.png”.

    • Als erstes malen wir die Füsse und den Schnabel rot, mit der oben gelernten Methode. Tipp: statt immer das Kontextmenü mit der rechten Maustaste aufzuklappen, können sie eine Auswahl auch ganz einfach mit der Tastenkombination + < , > füllen!
    • Jetzt müsste die merle kopiert und dreimal eingefügt werden, aber er ist viel zu gross! Er muss nun scaliert werden! Dazu drücken wir wieder die rechte Maustaste und wählen den Unterpunkt Ebenen -> Ebene skalieren.
    • Hier brechen wir die Breite von 399 auf 180 runter und drücken [skalieren]
  5. Die Vögel einsetzen

    • alles (von der merle) auswählen mit crtl+a
    • mit ctrl+c kopieren
    • ins Bild “clervaux.png” wechseln und mit ctrl+v einfügen,
    • und mit der Maus plazieren

    das ganze dreimal! fertig

Und die Geschichte?

So, und jetzt noch ein wenig Geschichte. Clervaux wählte das oben beschriebene Wappen 1896, indem sie die Farben des Wappen der Grundherren unter dem Ancien Régime invertierte. Diese Grundherren waren die von Meisenburgs, und deren Wappen sah so aus:

Meisenburg

Meisenburg

Die Meisenburgs führten oben sog. “merlettes”, zu deutsch “gestümmelte Meisen”, ein sprechendes Wappen also. Es war also zu einem Übersetzungsfehler gekommen, die merlettes wurden zu merles. Ist aber nicht schlimm, denn das Volk, das noch viel weniger von der Heraldik verstand als der Gemeinderat, machte aus den Amseln sowieso “Raben”. Und schön sieht es ja auch so aus!

Armoirial de Rietstap

Letzte Woche besuchte ich die Nationalbibliothek und habe dort die von Bender und Rolland 1903 für das Institut Heraldique Universelle vorgelegte Ausgabe des Armoirial Général de Rietstap ausgeliehen.
Dort geben Bender und Rolland eine kurze Zusammenstellung der wichtigsten heraldischen Begriffe, nach denen will ich mich vorläufig bei meiner eigenen Zusammenstellung richten:

Rietstap selber gab nur die französischen Blasonierungen der europäischen Familienwappen an. Erst Bender und Rolland boten die Illustration. Man kann also in jeder grösseren Bibliothek nachlesen, was hier “wegen der hohen Anschaffungskosten” nur gegen Gebühr möglich sein sollte.

Neues zur Heraldik: Schulfreunde, meubles, Lexikon

In den letzten 2 Wochen habe ich mich seit langer Zeit wieder mal mit meinen “Heraldik-Seiten” befasst und kann ein paar Neuerungen, bzw. Wiederherstellungen bekannt geben:

  1. Die Wappen meiner Schulfreunde wurden eingescannt, bearbeitet und bereitgestellt.
  2. Das Heraldiklexikon wurde repariert.
  3. Startschuss: Schablonen der “meubles” hochgeladen.

Auslöser all die Änderungen war die E-mail von Andy am 23. Juli! Andy hatte wiesel.lu über das luxemburgische Wikipedia gefunden, die mich irgendwann verlinkt haben, vermutlich weil mich CRWFLAGS.comverlinkt hatte. Er beklagte dass die ALGH seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Netz präsent sei, und seine Frage war die folgende:

Kann man sein privates Wappen in Luxemburg in eine Wappenrolle eintragen und somit schützen lassen? Ein Kollege hätte ihm entsprechendes berichtet.

Ich konnte Andy nur mitteilen, dass die ALGH in der Tat früher eine Wappenrolle geführt und Wappenprojekte im Familjefuerscher veröffentlicht habe, ich seit 1991 aber nichts mehr davon vernahm1. Meines Wissens sind private Wappen in der Luxemburger Gesetzgebung gar nicht vorgesehen, die commission héraldique befasst sich nur mit den Symbolen von Staat und Gemeinden. Ich erklärte mich also für inkompetent und verwies ihn an den Vorsitzenden von eben jener Kommission, René Klein. Der ehemalige Gymnasiallehrer hat mehrere Aufsätze zur heraldischen Themen verfasst, u.a. auch einen zur Herkunft des Luxemburger Wappens, und war zuletzt einem grösserem Publikum bekannt worden, als er in eben jener Eigenschaft als Vorsitzender der besagten Kommission ein Gutachten zum Gesetzesentwurf von Michel Wolter eingebracht hatte, die rot-weiss-blaue Staatsflagge abzuschaffen und durch den “roude Léiw” zu ersetzen (wiesel.lu berichtete)

Jedenfalls wurde mir durch Andys Anfrage bewusst, dass mit dem Abschalten der Seiten der ALGH, ich der letzte Luxemburger Autor bin, der zu heraldischen Themen auch was im Netz bereithält, und ich damit auch Verantwortung übernommen habe und dieses Thema ernster nehmen muss. Ich zog die Konsequenzen:

  1. Als erstes erinnerte ich mich daran, dass ich als Jugendlicher nicht zu jeder 118 Gemeinden von 1989 auch eine Zeichnung angefertigt habe, und dass ferner ein paar meiner Zeichnungen aus jenen Jahren sogar regelrecht falsch sind,z.B. die von Bourscheid!2. Das liegt darin begründet, dass :

    • einerseits, als ich 1986 aufgehört hatte zu zeichnen, noch keineswegs alle Gemeinden ihr Wappen legalisiert hatten,
    • andererseits mein “Heraldikordner” die Studentenzeit mit den vielen Umzügen nicht überlebt und verloren gegangen war.

    Die Zeichnungen aus Jean Fisch’s Armoirial von 1989 einzuscannen verbot sich von selber, ich respektiere das Copyright anderer! Dann erwog ich, die Zeichnungen von Hand nachzufertigen, doch ist das bis’chen zeichnerisches Talent das Freund Jeannot mir zugesteht, wohl mit verloren gegangen. Und so kam ich auf die folgende Idee:

    Ich werde alle Zeichnungen direkt am PC entwerfen!

  2. Dazu brauchte ich aber auch erst mal Vorlagen. Da fiel mir ein, dass ich sowas schon mal gemacht hatte, und zwar noch seinerzeit mit dem C64! Jean Fisch war damals (1989) davon sogar so begeistert, dass er gar eine Geschäftsidee witterte. Der C64 lebt zwar noch, aber ich kann die 1987-1992 selbst geschriebene Software irgendwie nicht mehr bedienen, aber die Zeichnungen existieren noch als Ausdrucke (siehe nächste Seite): Und so kamen erst mal die Wappen meiner Jugendfreunde im Netz zu späten Ehren. Mit Paint und GIMP erstellte ich dann die nachcolorierten Fassungen.
  3. Mit den hierbei entwickelten Methoden ging ich nun dran, einzelne Wappenfiguren (frz. meubles) aus meinen Jugendzeichnungen heraus zu entwickeln. Sie sind im png Format unter meubles zu finden Ziel ist es, zu jeder Wappenfigur auch eine Darstellung zu liefern.
  4. Es lag nah, nun auch das Wappenlexikon zu reaktivieren und mit den Zeichnungen zu verknüpfen
  1. Dazu später mehr! Hier sind noch Nachforschungen von Nöten []
  2. Die Texte müssten aber, von Tippfehlern abgesehen alle richtig sein ! []

FSK Info Randonné 9-2008

Nach meinem Studium lebte ich bis letztes Jahr wieder in Küntzig (Kéinzig, Clémency) meinem Heimatort. Dort trat ich dann dem Fräizäitsport Club Kéinzig (FSK) bei, zunächst in der Absicht an den mittwöchlichen Gymnastikübungen zur Leibesertüchtigung für vielsitzende Informatiker teilzunehmen. Allerdings gab ich diese bald auf und wählte andere Formen des aktiven Sports.
Was allerdings blieb, sind gelegentliche Teilnahmen an den Wanderungen die der Verein bietet! Bis vor kurzem informierte der Verein seine Mitglieder per monatlichem Rundbrief. Man kann aber verstehen dass der neue Vorstand diesen teuren, auch zeitaufwendigen Versand nicht mehr machen will, sie werden ja auch nicht dafür bezahlt und opfern ihre Freizeit.
Der alte Sekretär Carlo, wird uns von nun an per Email auf dem laufenden halten, und hier ist die erste Info-Rando 9/2008, die mir als PDF zugestellt wurde:

Randonnée pédestre

Samsdeg, 20. September 2008

Rendez-vous A: Lëtzebuerg/Gare. Départ vum Zuch op Ettelbréck: 8:15 Auer.
Rendez-vous B: Ettelbréck/Gare. Départ vum Bus 545 (Schneider) op Ringel:
8:44 Auer.
Streck: Réngel – Gehansdelt – Toodler – Honert – Heischtergronn -
Aalhauserwee – Burschenterbösch – Esch-Sauer.
= 14 km
Retour: Mam Bus vun Esch-Sauer op Ettelbréck.
Guide vum Dag: Claude Hein.
Mëttegiessen: ënnerwee am Restaurant.
Menü:
  • Consommé royal
  • Rôti de veau aux champignons
  • Frites, légumes, salade
  • Tarte aux pommes avec glace
  • Präis: 25.– ¤
Umeldung fir d’Mëttegiessen um Tel. 83 90 41 (Hein)
Délai: Dënsdeg, 16.09. um 12:00 Auer
Next Randonnée: Sonndeg, 19. Oktober 08

Ein neues Problem für Veloh

Seit einiger Zeit betreibt eine französische Werbefirma in der Stadt Luxemburg das Fahrradverleihsystem Veloh. Anders als viele die mich kennen glauben, ist für mich persönlich die Nutzung dieses Systems uninteressant:

  • Nur die erste halbe Stunde ist gratis. Vom Bahnhof bis zur ITM in einer halben Stunde? Das geht (heute waren es 25 Minuten), wird aber knapp
  • Es gibt keine “Docking Station” in erreichbarer Nähe. Die nächste wäre an der Route de Longwy.
  • Ich fahre ohnehin lieber mit eigenem Material, dessen Zustand ich kenne!

Gestern nun, gegen 17:45 machte ich folgende Beobachtung, die ich fotographisch festhielt:

Der Bahnhof ist halt nicht nur ein Ort, von wo aus man eine Reise startet, sondern auch Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen. Und denen fehlt es offenbar an Sitzgelegenheiten! Es kann und will sich ja nicht jeder leisten, sich in ein Café reinzusetzen. Also werden nun die Fahrräder als Barhocker missbraucht. *fg*

Ein weiterer Grund, dieses System, das ich eigentlich sehr begrüsse, zumindest nicht ab Bahnhof zu nutzen. Wie soll das von statten gehen?

Entschuldigen Sie, sie müssen aufstehen, ich will jetzt damit fahren…