Das Wappen von Clervaux

Wie ich bereits angekündigt hatte, will ich mindestens die fehlenden Illustrationen meiner Sammlung Luxemburger Gemeindewappen mit am Computer selber erstellten Zeichnungen ergänzen. Hierzu sollen dienen meine eigenen Vorlagen dienen, welche ich in den letzten Wochen erstellt und hochgeladen habe.

Hier, das fertige Ergebnis:

clervaux

Ich wollte mit einem “einfachen” Wappen beginnen, weil ich den Umgang mit Gimp (http://www.gimp.org/ selber nicht so gewohnt bin! Es ist nämlich so, dass ich nur freie und möglichst plattformübergreifende Software einsetzen will. Mit Inkscape (http://www.inkscape.org/) habe ich noch keine Erfahrungen, es käme aber prinzipiell auch als, vielleicht sogar bessere Alternative in Frage. Wie geht man vor?

    Wappenanalyse

  1. Ausgangspunkt ist stets die Wappenbeschreibung. Die Wappenbeschreibung für Clervaux ist:

    De gueules au chef d’or chargé de trois merles de sable becqués et membrés de gueules, rangés en fasce.

    Das Wappen besteht also aus zwei Feldern: dem roten (gueules) Schild und dem goldenen Schildhaupt (chef) und hat drei identische Figuren, die in waagerechter Linie (fasce) aufgereihten schwarzen Amseln, mit roten Füssen und rotem Schnabel.

  2. Vorbereitung

    Wir laden uns also von Wiesel.lu die zwei Vorlagen runter. Am schnellsten finden wir sie über das Lexikon:

    1. Die Partition “Chef” (Schildhaupt)
    2. und das Tier (meuble) “merle”

    und speichern uns die .png Dateien auf unseren Rechner. Am besten legen wir dazu einen eigenen Ordner an, das überlasse ich aber dem Leser

  3. Das Schild einfärben

    • Benennen Sie die Datei chef.png um in clervaux.png
    • Starten Sie GIMP
    • Nun öffnen Sie die Datei clervaux
    • Doppelklicken Sie auf das Farbsymol und wählen Sie nun die rote Farbe.
      Der Farbton ist egal, in der Heraldik dürfen ohnehin keine verwendet werden! Ich wähle meistens das klassische rot, mit dem RGB-Hexwert FF0000. Ich verwende die folgenden Werte für die heraldischen Farben und Metalle (siehe wikipedia):

      argentargent silber #C0C0C0
      oror gold #FFD700
      or alternative gold #808000
      gueulesgueules rot #FF0000
      azurazur blau #0000FF
      sinoplesinople grün #008000
      sablesable schwarz #000000
      purpur #800080
    • Nun das Werkzeug “Zauberstab” wählen und einsetzen:
    • Klicken Sie in das Schild und wählen den unteren Bereich des Wappens aus, das nun rot eingefärbt werden soll.
    • Jetzt: ein Klick mit der RECHTEN Maustaste. und nun den Menupunkt, edition->mit Vordergrundfarbe füllen ausführen
    • So, und jetzt das gleiche für das goldene Schildhaupt!
  4. Den Vogel vorbereiten

    Nun wird es “etwas” schwieriger, wir müssen die drei Vögel ins Schildhaupt bringen. Dafür öffnen wir nun die heruntergeladene Datei “merle.png”.

    • Als erstes malen wir die Füsse und den Schnabel rot, mit der oben gelernten Methode. Tipp: statt immer das Kontextmenü mit der rechten Maustaste aufzuklappen, können sie eine Auswahl auch ganz einfach mit der Tastenkombination + < , > füllen!
    • Jetzt müsste die merle kopiert und dreimal eingefügt werden, aber er ist viel zu gross! Er muss nun scaliert werden! Dazu drücken wir wieder die rechte Maustaste und wählen den Unterpunkt Ebenen -> Ebene skalieren.
    • Hier brechen wir die Breite von 399 auf 180 runter und drücken [skalieren]
  5. Die Vögel einsetzen

    • alles (von der merle) auswählen mit crtl+a
    • mit ctrl+c kopieren
    • ins Bild “clervaux.png” wechseln und mit ctrl+v einfügen,
    • und mit der Maus plazieren

    das ganze dreimal! fertig

Und die Geschichte?

So, und jetzt noch ein wenig Geschichte. Clervaux wählte das oben beschriebene Wappen 1896, indem sie die Farben des Wappen der Grundherren unter dem Ancien Régime invertierte. Diese Grundherren waren die von Meisenburgs, und deren Wappen sah so aus:

Meisenburg

Meisenburg

Die Meisenburgs führten oben sog. “merlettes”, zu deutsch “gestümmelte Meisen”, ein sprechendes Wappen also. Es war also zu einem Übersetzungsfehler gekommen, die merlettes wurden zu merles. Ist aber nicht schlimm, denn das Volk, das noch viel weniger von der Heraldik verstand als der Gemeinderat, machte aus den Amseln sowieso “Raben”. Und schön sieht es ja auch so aus!

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