Neues Digitalisierungsprojekt: Planché’s Pursuivant of arms

Mit der französischen Heraldik bin ich seit Jugendtagen vertraut, Otto Titan von Hefner ebnete mir letztes Jahr den Weg zum Verständnis der deutschen Blasonierung, in letzter Zeit erreichen mich aber auch immer mehr Anfragen auf englisch! Im November, als wieder eine Anfrage kam, dachte ich mir, warum die Beschäftigung mit der englischen Blasonierung nicht mit einem Digitalisierungsprojekt verbinden? Französische Projekte habe ich schon jede Menge und ich habe mit Ménestrier auch schon einen weiteren Autor ins Auge gefasst, mit OTvH habe ich ein deutsches Projekt aber englische noch nicht.
Die Frage, wen ich da nehmen sollte war schnell beantwortet: O.T. von Hefner zitierte Planché mindestens 21 Mal in seinem Handbuch, das ich gerade am bearbeiten war. Bei Google Books wurde ich recht schnell fündig1. Der Schriftsatz des Originals war bereits recht modern daher hielten sich die Fehler nach der OCR in überschaubaren Grenzen. An ein paar wenigen Abenden hatte ich die meisten raus.
Das Buch lebt aber vor allem von seinen vielen Abbildungen, und die kamen in der Google Books Version nicht sehr gut zur Geltung (s.u.). Ich machte mich also auf die Suche nach einer besseren Version und fand dann doch eine Anzeige auf Amazon unter http://www.amazon.de/The-Pursuivant-Arms-J-Planche/dp/B0010SBBFE, dass sogar ein Originaldruck zu erwerben ist, für 13,17 Euro, also mit Versandkosten knappp 16 Euro! (und 17 Cents)


Am 06.12.2015 um 16:08 Uhr bestellte ich beim heiligen Nikolaus. Voraussichtliches Lieferdatum: 14. Dezember 2015 – 18. Dezember 2015, und ja, Schäden hätte das Buch, das wusste ich:

Verkäuferhinweis: Frueheres Bibliotheksbuch. Versand aus Großbritannien, Versandzeit 2- 8 Tage.
Spine has been replaced with brown paper and tape. Covers are textured with gold lettering on the front. Covers are edge worn with scuff marks and tape marks. Book is cocked. Cover is loose from majority of page block. Pages are uncut and damaged on the edges, pages are taped together but are coming loose. Library stickers on inside of front cover. Illustrations throughout.This book has hardback covers. Ex-library, With usual stamps and markings, In poor condition, suitable as a reading copy. No dust jacket.

Gekommen ist das Buch dann erst am 5. Januar 2016, also gut einen Monat später. Es war allerdings wirklich in keinem guten äusserlichen Zustand!


Es kamen mir die Reste des Einbandes entgegen gerieselt und es zerfiel regelrecht nach dem Auspacken. Interssant dafür, dass noch das Ex-Libris eines der Vorbesitzers:

Arthur Wood der wohl auf Newbold Revel gelebt hat. Nach dem Wikipedia Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Newbold_Revel ein hübsches Schlösschen in Stretton-under-Fosse im County Warwickshire in Mittelengland.
Am glücklichsten bin ich aber darüber dass die einzelnen Seiten noch recht ansehnlich sind. Vor allem aber die Abbildungen geben beim Einscannen gute Ergebnisse!

Hier ein Vergleich mit der Googlebooks-Vorlage:

Inwzischen habe ich auch schon mal den Text online gestellt, unter Heraldik -> Quellen:

Planché: The pursuivant of arms (1852-59) [en]

Dabei habe ich noch ein paar Aufarbeitungen an diesem Text durchgeführt :

  • Die Überschriften wurden markiert, eine dazu erfunden. Planché arbeitete nicht mit Kapiteln sondern wichtete alle Überschriften gleich, hob sie eigentlich nur Kapitalisierung hervor, teilweise mitten im Satz.
  • Die Fussnoten wurden eingehangen. Bei Planché befanden sich diese stets unten auf der Seite, meistens nur eine die er mit 3 kennzeichnete. Mein Text kennt in der Hinsicht keine Seiten, alle Fussnoten stehen am Ende. Um daran zu erinnern, wo sie einst standen habe ich die Seitenzahl bei jeder Fussnote angegeben.
  • Die ersten Abbildungen sind bereits einpflegt.

Planché bemühte sich, stets auf zeitgnössische Quellen und weniger auf frühere Autoren zurückzugreifen. Letztere bezichtigte er sogar meistens, dass sie durch ihre unhaltbaren Spekulationen das Ansehen der Heraldik zerschunden hätten. Doch wo findet man zeitgenössische Illustrationen von Rittern und deren Wappen? Natürlich in den zahlreich aufgenommenen Siegeln oder Siegelabdrücken und…. in den Schachfiguren von der Insel Lewis: https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis-Schachfiguren. Es ging ihm darum, frühe Darstellungen der Heroldsstücke aufzuzeigen und die fanden sich bei den Elfenbeinfiguren:



Auf der folgenden Seite im Netz kann man übrigens die Originalfiguren bewundern: http://en.chessbase.com/post/the-enigma-of-the-lewis-chemen
Weitere Vorgehensweise wird sein:

  • ich arbeite die restlichen Abbildungen alle ein,
  • beschrifte diese,
  • markiere die Hervorhebungen (kursiv, fett etc.) durch Planché,
  • und setze noch ein paar eigene Links.
  1. Hier die URL, für den Quelltext auf Google Books: https://books.google.de/books/about/The_pursiuvant_of_arms_or_Heraldry_found.html?id=SFcBAAAAQAAJ&redir_esc=y []

Erster Teil des von Hefnerschen Handbuchs, mit vollständigem Haupttext

So, kurz bevor das alte Jahr zu Ende geht, will ich noch einen Erfolg melden! Da muss ich echt nachschlagen, wann ich zuletzt von einem Fortschritt beim Projekt “Digitalisierung des Handbuchs von Otto Titan von Hefner” etwas berichtet habe. Ah ja, im August konnte ich noch mal eine Rate liefern.
Die Gemeinen Figuren waren ein sehr wichtiger Abschnitt des ersten Teils, “Erster Teil Theoretische Heraldik“, aber auch etwas unerquicklich. Danach habe ich mich lange nicht mehr diesen Projekt gewidmet, bzw. habe über Fortschritte nicht berichtet und sie auf meinem PC belassen.
Wie ich mich überzeugen konnte, sind meine überarbeiteten Quellen aber inzwischen ein Publikumserfolg, teilweise sogar beliebter als der Armorial Loutsch oder gar die Hesper Kutsch.


Nun aber kann ich vermelden:

Die verbleibenden Teile des ersten Teils sind online!

Insgesamt waren diese Teile für mich deutlich interessanter als der über die gemeinen Figuren, weil ich mich mit diesen Themen nie so auseinandergesetzt hatte. Vor allem seine Aussagen über die Beizeichen (brisures) waren mir zum Teil neu. Hier eine Aufstellung, wann ich welchen Teil fertig entziffert hatte:

  • Am 15. August: Der Helm
  • Am 13. September: Die Helmkleinode
  • Am 14. September: Die Helmdecken
  • Am 7. Dezember:
    • Die Beizeichen
    • Kronen, Hüte und Mützen
    • Schildhalter
  • Am 11. Dezember: Orden und Würdezeichen.
  • Am 12. Dezember: Von Erkennungszeichen, Sinnbildern, Wahlsprüchen und Rufen.
  • Am 13. Dezember: Panner, Fahnen und Flaggen.

Die Illustrationen hatte OTvH. auf Tafeln zusammengefasst, diese habe ich auch geliefert. Hier eine kleine Auswahl:


Das einzige was noch fehlt, sind die, freilich sehr interessanten Fussnoten für die ich aber noch kein System gefunden habe. Ich habe vor, diese Anfang nächsten Jahres einpflegen.

Ortsgemeinden in Neuwied

Im Verlauf der letzten Woche, vor allem aber am Wochenende konnte ich einige Wappen aus dem Landkreis Neuwied zeichnen:

Kreisangehörige, verbandsfreie Stadt

Verbandsgemeinde Asbach


Verbandsgemeinde Bad Hönningen


Verbandsgemeinde Dierdorf



Hervorheben möchte ich Kleinmaischeid, ein Ort der mal kurze Zeit, bis zum Beitritt von Rumänien und Bulgarien, im geographischen Zentrum der EU lag.

Wappen der Verbandsgemeinden in Altenkirchen gezeichnet


Altenkirchen ist der zweite der Westerwaldkreise, von denen ich jetzt die Verbandsgemeindewappen liefere:

Es dominiert ganz klar, der doppelschwänzige, blaubezungt und bewaffnete Leopard der Grafen von Sayn.

Wappen der Verbandsgemeinden in Neuwied gezeichnet

Auch wenn ich den Startschuß für die Umsetzung der französischen Wappen schon gegeben habe: ich merke dass ich schon wieder nur sehr viel langsamer voran komme als ich möchte und dann will ich 2015 lieber ein altes Projekt abschliessen, als ein neues zu beginnen. Bei den deutschen Wappen sind vor allem die Beschriftungen noch durchzuführen. Auch möchte ich, dass zumindest alle Verbandsgemeindewappen in Rheinland-Pfalz gezeichnet wären. Also wende ich mich, weil wir mit Mayen-Koblenz ja schon am Rhein angekommen sind, jetzt mal den Kreisen im Westerwald zu: Altenkirchen, Neuwied am Rhein und der Westerwaldkreis.
Hier die Wappen der Verbandsgemeinden im Landkreis Neuwied:


Für den Landkreis Neuwied habe ich auch eine Seite eingerichtet. Den Kreis könnte ich dieses Jahr vielleicht noch schaffen. Aber wie gesagt, erst mal die Wappen der Verbandsgemeinden und zwischendurch sicher auch ein paar französische.

Landkreis Mayen-Koblenz abgeschlossen

Ich bin jetzt mit den Zeichnungen der Wappen für den ganzen Kreis Mayen-Koblenz durch! Ich hatte Ende September beschlossen, die Mosel als neuen Leitfaden bei der Umsetzung der Wappen aus der Großregion zu nehmen. Dies ist dann die erste Vollzugsmeldung zu diesem Plan.

Nachdem ich unter vielen Qualen den Georgsritter von Urmitz nachempfunden hatte, war ich mit der Verbandsgemeinde Wießenthurm fertig:


Hier dominiert wirklich die Farbe rot (gueules) und das Trierer Kreuz.
Dann habe ich aber auch die letzten Wappen der Vordereifel gezeichnet, womit wir das Gebirge auch nach Osten arrondiert haben. Es fehlen eigentlich nur die nördlichen Teile, die in Nordrhein-Westfalen liegen. Hier fiel mir auf dass vor allem die Virneburger Rauten dominieren.

Bei der Vordereifel will ich noch hervorheben, die seltene Wappenfigur des Basilisken (Sankt Johann), ein Tier das dem Drachen (Kirchwald) nicht unähnlich ist, bzw. gelgentlich sogar mit diesem gleichgesetzt wird:

Anders als bei Urmitz ist der Basilisk oder Drache hier in den Wappen kein Untier, das der heilige Georg zu töten hat, sondern die Hauptfigur. Im Falle von Sankt Johann, steht er für die eine adlige Grunherrenfamilie aus dem Ancien Régime: Breidbach.
Ansonsten erinnern die Elemente der Wappen im Kreis mich stark an die aus dem benachbarten Ahrkreis, etwa der öfter vorkommende geständerte Schild.

Nun, da ich mit den Zeichnungen für die Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Saarland so weit fertig bin, wie es mir vorgenommen hatte, halte ich diesen Bearbeitungsstand kurz hier fest, damit ich sehen kann, dass wir mal auf 92,12% Umsetzung gekommen waren:

Kreis Gemeinden insgesamt gezeichnet Umsetzung in %
Kreisfreie Städte – 12 12 100%
Landkreis Ahrweiler – 74 73 98.65%
Landkreis Bernkastel-Wittlich – 107 106 99.07%
Landkreis Birkenfeld – 96 96 100%
Eifelkreis Bitburg-Prüm – 235 162 68.94%
Landkreis Cochem-Zell – 89 89 100%
Landkreis Mayen-Koblenz – 87 87 100%
Landkreis Trier-Saarburg – 104 104 100%
Landkreis Vulkaneifel – 109 108 99.08%
Landkreis Merzig-Wadern – 7 7 100%
Landkreis Neunkirchen – 7 7 100%
Landkreis Saarlouis – 13 13 100%
Landkreis St. Wendel – 8 8 100%
Regionalverband Saarbrücken – 10 10 100%
Saarpfalz-Kreis – 7 7 100%
Summe 965 889 92.12%

Eigentlich sind es sogar deutlich mehr, denn im Kreis Bitburg-Prüm führen viele Gemeinden schlicht kein Wappen.
Denn ich werde, ähnlich wie bei Lothringen, jetzt dazu übergehen, ALLE Gemeinden aus Rheinland-Pfalz in der Umsetzungsliste aufzuführen, auch jene Kreise wie Mainz-Bingen, die so weit weg von Luxemburg liegen, dass sie mich nur mäßig interessieren, einfach weil ich die ganze Großregion erfassen will.
Inzwischen habe ich auch angefangen für deutsche Gemeinden mir französische Blasonierungen auszudenken. Hier wäre ich über die Mithilfe von Lesern, zumindest beim Verbessern nicht unglücklich! Denn die deutsche Kommunalheraldik hat doch einige Besonderheiten, wie die Felder in den obeneren Ecken, die durch gebogenene Linien abgetrennt sind. Sie folgen hier fast immer dem Vorbild der Landeswappen von Rheinland-Pfalz, oder noch Nordrhein-Westfalen. In deutschen Blasonierungen redet man dann gerne von “Durch eine eingeschobene geschweifte Spitze gespalten”. In französischen, belgischen oder luxemburgischen Wappen sind diese Konstruktionen eher unüblich, daher fehlen mir hier ein wenig die Vorbilder an denen ich mich orientieren könnte. Ich benutze meistens, je nachdem wie tief unten die Schweife anfängt, chapé ployé, oder enté en pointe.

Verbandsgemeinden Vallendar und Rhein-Mosel

Die Wappen von zwei weiteren Verbandsgemeinden im Kreis Mayen-Koblenz habe ich nun gezeichnet:
Zunächst einmal habe ich endlich alle aus der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, der mich wegen meiner neuen Zwischenzielsetzung besonders interessierte, weil die Gemeinden ja an der Mosel liegen.
Die Wappen sind alle recht interessant, aber so gut wie alle schlecht dokumentiert, d.h. die Blasonierung ist unbekannt. Ich hebe die folgenden hervor, weil ich den Eindruck habe, dass Gebäude und Bäume dort dominieren:

Mit der Verbandsgemeinde Vallendar überschreiten wir erstmals den Rhein! Ich nenne sie hier alle:

Hervorheben will ich, dass Niederwerth sogar MITTEN im Rhein liegt, eine Insel quasi.

Jetzt noch den Rest der Vordereifel und den schrecklichen Georgsritter von Urmitz (Weissenturm), und wir hätten sie alle.

Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig und Pellenz

Es gibt leichte Fortschritte zu vermelden, bei den Wappen an der Moselmündung, also beim Kreis Mayen-Koblenz. Schon vor zwei Wochen hatte ich alle Wappen aus der kleinen Verbandsgemeinde Mendig bereit stehen:


Jetzt, wo ich die Strahlenmadonna von Kruft gezeichnet habe, auch die kleine Verbandsgemeinde Pellenz:

Mehr Arbeit machte natürlich die grosse Gemeinde Maifeld, hier will ich nur ein paar Beispiele angeben:

Startschuß französische Gemeindewappen

So, endlich sind die Vorarbeiten weit genug fortgeschritten dass ich sagen kann: JETZT GEHTS LOS!
Jetzt sind auch die französischen Gemeindewappen der Großregion dran! Zur Erinnerung, ich begann:

Nachdem ich bei letzteren so grosse Fortschritte erreicht hatte, war es an der Zeit sich auch um die französischen zu kümmern. Wie bei den beiden anderen Nachbarländern beschränke ich mich auch hier auf die Großregion, d.h. in Frankreich werde ich (zumindest erst mal) nur die Wappen der Region Lothringen zeichnen. Inzwischen habe ich eingerichtet:

Als Vorarbeit war weiter nötig, wie bei den deutschen Gemeinden erst mal eine Liste der Gemeinden zu erstellen, die ich umsetzten will, am besten samt der Wappenbeschreibungen. Zum Glück haben die Wikipedianer da inzwischen grosse Fortschritte gemacht, deren Seiten ich nur weiter empfehlen kann. Für zuverlässiger halte ich aber die Seiten der Gesellschaft “Union des Cercles Généalogiques Lorrains” (z.B. http://www.genealogie-lorraine.fr/blasons/index.php?dept=54).

Wie bei den deutschen, will ich hier auch langsam vorgehen, und suchte daher nach einer handlichen Unterteilung der Départements. Bei den deutschen, arbeitete ich die Kreise, verbandsgemeindeweise ab, bei den französischen halte ich mich an die Arrondissements, auch wenn diese selber gar nicht wappenführend sind.
Die Ehre, das erste Wappen zu sein, das hochgeladen wurde gebührt der Gemeinde in den Vogesen, in der die Mosel entspringt, entsprechend meinem Plan.