Vorarbeiten zur Lexikonaktion

Neulich hatte ich bekundet, wieder mehr auf wiesel.lu schreiben und auch meine Arbeiten zur Heraldik wieder aufnehmen zu wollen, nun muss ich dem Gesagten auch Taten folgen lassen.
Als würdigstes die liegengebliebenen größeren Projekte identifizierte ich dabei den Plan, mein Heraldiklexikon auszubauen! Zwar habe ich inzwischen zu ganz vielen Begriffen eine Seite eingerichtet, aber bei den allermeisten erfährt der Leser nicht sehr viel mehr als, als wie oft und bei welchen Wappen, er in bei mir registrierten Wappen ungefähr vorkommt und bestenfalls noch, wie Dr Loutsch ihn 1974 auf Französisch erläutert hatte, denn auch dessen Angaben beruhte ursprünglich mein von Anfang angeführtes Lexikon.
Dieser Plan hat mittlerweile eine lange Geschichte des Ankündigens, aber er wurde nie umgesetzt:

  1. Am achten Oktober 2013 verkündete ich ihn zum ersten Mal mit dem Beitrag „Masterplan französisches Wappenlexikon“, nachdem ich bereits etwas geleistet hatte und den Artikel für den Wappenvogel „aigle“ so geschrieben hatte, wie ich mir vorstellte, dass künftig jeder Beitrag im Lexikon sein sollte. Schon da identifizierte ich viele Vorarbeiten, von denen ich einige erledigte, aber es kamen ständig neue hinzu! Ich zog erst mal andere Projekte vor.
  2. Am zweiten Mai 2015 dann verkündete ich den „Neustart für meine eigene Einführung in die Wappenkunde und das Wappenlexikon“, der Plan sollte nun viel weiter gefasst und bislang umgesetztes besser eingebunden werden. In dem Artikel philosophierte ich am meisten über den erhofften Nutzen einer Umsetzung, es zeigte sich aber, dass die Vorarbeiten noch umfangreicher wurden und das eigentliche Projekt trat immer mehr nach hinten.
  3. Dann nahm ich im Oktober 2015 einen neuen Anlauf und begann schon mal eine weitere Ankündigung zu formulieren. Diesen Beitrag hatte ich sehr, sehr lange, also bis diese Woche “im Kühlschrank” und nannte ihn ursprünglich “Weitere Präzisierungen meines Lexikonplanes: Mediatags, Oberbegriffe, Autoren, Vorlagen”.
    Ich skizzierte dort „(…) Dadurch ergibt sich für das Lexikon die Möglichkeit zum zentralen Scharnier aller Bereiche meines Heraldikauftrittes zu werden! Es wird für jeden Begriff Verweise geben:

    • zu den Quellen,
    • zur Wappenkunde (über die Illustrationen),
    • zu den Vorlagen unter “Wappenkunst”

    vor allem aber, auch weiterhin zu meiner Wappensammlung, dem Herzstück auf wiesel.lu. Denn nichts erklärt einen Begriff besser als das Beibringen echter Beispiele!„.
    Ich hatte ernsthaft angefangen zu planen, aber es wurde mir immer klarer, was für eine Monsterarbeit das werden kann und über den Vorarbeiten verlor ich jeden Mut, denn jedes Mal wenn ich was machen wollte, gab es eine andere Vorarbeit die von Nöten wäre. Jedenfalls konnte ich nun, da ich mir den Artikel noch mal besah, mit dem meisten was ich damals schrieb nichts mehr anfangen und lasse es erst mal fallen.

Noch mal zur Selbsterinnerung, im Prinzip soll in Zukunft jeder Beitrag ungefähr so aufgebaut sein:

  1. Beschreibung des Begriffes
    • Einige Beispiele
    • Bezeichnung in verschiedenen Sprachen
    • Einordung
    • Darstellung
    • Sonderformen und häufige Attribute.
  2. Beschreibung durch bekannte Heraldiker [fr]
  3. Häufigkeit in meiner Datenbank
  4. Weblinks

Einige Punkte dabei machen Schwierigkeiten und stellen mich vor die Wahl:

  1. Entweder umfangreiche Vorarbeiten zu leisten,
  2. Oder mehrmals wieder anzufangen, jedes Mal, wenn sich neue Aspekte ergeben haben.

Z.B. beim Punkt „Beschreibung durch bekannte Heraldiker“ müsste ich alle Begriffe noch mal durchgehen, wenn ich ein weiteres Lexikon zur Rate ziehen wollte, daher optierte ich im Oktober 2015 ganz klar dafür, erst mal umfangreiche Vorarbeiten, wie das Digitalisieren weiterer Lexika, zu erledigen mit dem bekannten Ergebnis.
Inzwischen habe ich einige Digitalisierungsprojekte zu Lehrbüchern durchgezogen und kann mich mehr mit der zweiten Variante anfreunden. Daher rufe ich als erstes dem Leser in Erinnerung, wie viele Lexika ich inzwischen schon digitalisiert habe und wo sie stehen:

  1. C.F. Ménestrier (1696)
  2. Joseph Martin (1824)
  3. Henri Gourdon de Genouillac (1853)
  4. J.B. de Rietstapp (1884)
  5. E. Simon de Boncourt (1885)
  6. J.Cl. Loutsch (1974)

Wobei das kleinste von allen, das von Dr. Loutsch wie gesagt, bereits in meines integriert ist. Als weitere Referenz will ich Michel Pastoureau von 1993 zu Rate ziehen, natürlich nur als klar gekennzeichnetes Zitat.
Als nächstes veröffentliche ich dann eine Liste mit allen Einträgen, die in den genannten Beiträgen vorkommen. Bin schon ein gutes Stück mit dieser vorangekommen, ist recht interessant. Nachdem ich entschieden habe, welche Einträge beibehalten, welche fallen gelassen und welche aus eigener Erfahrung noch hinzugefügt werden, bastele ich mir aus dieser Liste dann eine „Umsetzungstabelle“.
Eine Schwierigkeit ist dabei, dass viele Begriffe von verschiedenen Autoren anders geschrieben wurden. Ménestrier z.B. weicht oft ab, ihm muss verziehen werden, denn er schrieb noch bevor die académie française die Sprache standardisierte, Rietstapp weicht oft bei Umlauten ab, die ihm als Holländer vielleicht nicht so wichtig waren, und er geht viel mehr auf unterschiedliche Figuren ein, darin ähnelt er mir selber der ich ja auch Ausländer bin 🙂
Selber habe ich bereits 425 Einträge in meinem Lexikon, viele davon Oberbegriffe wie “animaux” (=Tiere), welche ein normaler französischer Autor nicht im Lexikon, sondern in seiner Einführung erläutert.

1 Comment

  1. Pingback: Voilà, die Liste der lexikalischen Begriffe – Daniel Erpelding

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