Lärmschutzdamm in Igel errichtet

Die ganze Woche hatte ich jetzt Probleme den Zug zu erwischen, denn es mussten etwa drei Minuten mehr eingerechnet werden, weil ich noch durch die Unterführung musste.
Da sieht der Schaffner auch keine verspäteten Passagiere angerannt kommen.
Der Grund: entlang eines Teiles der Gleise wurde noch eine niedrige Gabionenenmauer errichtet, die dem Schallschutz dienen soll.

Am Dreck-weg-Tag teilgenommen

Anders als letztes Jahr, wo ich zum Beginn des Frühjahres längere Zeit schwer krank gewesen war, konnte ich dieses Jahr wieder am sogenannten “Dreckwegtag” der Gemeinde Igel teilnehmen.
Es geht dabei darum, dass freiwillige Helfer den Abfall aus der Natur entfernen, den gedankenlose und/oder skrupellose/dumme/faule/versoffene Mitmenschen das Jahr über in derselben deponiert hatten. Weil die Vegetation noch nicht voll erblüht ist, kommt man zu dieser Zeit noch recht gut an den “Dreck” dran, bzw. kann ihn gut erkennen. Zugleich sind die Temeraturen aber schon recht angenehm.
Auch dieses Jahr ging ich bei der Truppe des Heimatvereines mit, dessen Beirat ich seit letztem Jahr angehöre. Anführerin war wieder unsere Vorsitzende Renate Mertesdorf.


Eine kleine Änderung gab es. Dem Bürgermeister war aufgefallen, dass die Gruppe “Heimatverein” in den vergangenen Jahren einerseits zwar immer recht zahlreich vertreten, aber andererseits auch immer als letzte eingetrudelt war. Da wir mit 9 freiwilligen Helfern diesmal wirklich gut aufgestellt waren, teilte der Bürgermeister die Gruppe und die eine begann die Strecke ab der Waldstrasse abzulaufen, die anderen ab dem Friedhof den hohlen Weg rauf. Ich gehörte zur Truppe “Hohler Weg”. Dabei kamen wir auch am “Auswandererkreuz” auf der Schleet vorbei.


Kommen wir nun zum unappetitlicheren Teil, aber leider Kern dieses Beitrages. Gefunden wurden vor allem leere Glas- und Plastikflaschen sowie Blechbüchsen, zumeist ehemalige Behälter alkoholischer Getränke. Es sieht fast so aus, als ob da jemand jeden Tag sein Fläschchen austrinkt und dann aus dem Auto- oder LKWfenster in die Landschaft schleudert. Daneben natürlich auch Fastfoodbehältnisse. Besonderheit diesmal: Im Wald fanden wir Kinderstühle.

Unterwegs trafen wir auch einige hübsche Kühe an, Fleischkühe. Sollen sehr schmackhaft sein, haben Kenner mir berichtet, die den Besitzer wohl kennen und ein paar der Erzeugnisse schon kosten durften.

Zum Ausklang des Tages gab es wieder Grillwurst à gogo, gespendet von der Gemeinde den hungrigen Helfern, in der Feuerwehrhalle.

Alle Abbildungen zum Pursuivant of arms, hochgeladen und eingepflegt.

Letztes Wochenende und den Rest heute Abend, habe ich die verbliebenen Abbildungen zu Planchés “The pursuivant of arms” (1852/59) hochgeladen, beschriftet und eingepflegt.
Dies nahm deswegen deutlich mehr Zeit ein, als z.B. die Abbildungen zu Otto Titan von Hefners zweitem Teil bereitzustellen, weil hier die Abbildungen nicht wie bei OTvH auf getrennten Tafeln hinten an den eigentlichen Test drangehangen wurden, sondern gleich an der Stelle im Text vorkamen, wo sie auch erwähnt werden. Für den Leser eigentlich deutlich angenehmer, für den Digitalisierer mit etwas Aufwand verbunden.
Hier ein paar schöne Beispiele aus dem Buch:


Etwas verfälscht wird der Eindruck, weil ich der Einfachheit halber, jedes Bild als “Einbild-Gallery” eingestellt habe. Dadurch wurde der Aufwand für die Eingabe erheblich reduziert, und man kann auf das Bild klicken, es kommt dadurch aber nicht jedes Bild in dem Grössenverhältnis raus, wie es im Buch war.

Zum Vergleich, die 5 Bilder, wie ich sie eingescannt und nun eingeplfegt habe.
Ein weiteres Problem ist das, dass nicht alle Bilder quadratischen Zuschnittes waren. Hier musste ich an den Rändern dann Farbe dazu klecksen. Ich achtete dabei möglichst darauf, denselben Ton vergilbten Papiers zu wählen, wie die Umgebung.

Planché selber hatte eine Liste seiner vielen Abbildungen zusammengestellt, er nannte sie LIST OF WOOD-CUTS.
In dieser Liste habe ich ebenfalls die Links auf die Abbildungen eingepflegt, so dass man nur auf den Titel des jeweiligen Bildes zu klicken braucht.
Gelegentlich gab Planché mehrere Bilder zu einen Beispiel an, etwa “verschiedene Arten von Rosen” und vergab für diese nur eine Nummer. Ich richtete für jede Variante ein eigenes Bild ein:


Ich denke, damit hat “mein Planché” bereits eine sehr lesbare Form angenommen und wünsche dem Leser schon mal viel Spass.
Als letztes will ich noch Anker setzen, an alle jene Stellen, wo im Original ein Seitenmbruch war, so dass ich auch die Seitenverweise durch Links verwirklichen kann.

Exemplar des zweiten Teils von Hefners Handbuch erworben

Noch bin ich nicht fertig mit dem Einpflegen der Bilder bei Planché, aber ich habe mein Vorgehen für den Pursuivant of Arms für den zweiten Teil des von Hefnerschen Handbuchs der theoretischen und praktischen Heraldik “Praktische Heraldik” von 1863 wiederholt!
Über Amazon habe ich beim Antiquariat Krull in Neuss einen Nachdruck des Handbuchs zweiter Teil von 1883 gekauft.


Wieder war das Buch etwas degradiert, allerdings nicht so stark. Der Einband fehlte ganz, und die Seiten mit Abbildungen waren grösstenteils gar nicht mehr gebunden. Das ist mir für meine Zwecke sogar ganz recht gewesen, denn so liessen sich die Tafeln auf die es mir ankommt leichter einscannen. Es handelt sich zwar um einen Nachdruck, aber wie der Verleger 1887 versichert, wurde am Werk kaum etwas verändert.

Die Qualität der Abbildungen kommt auch beim Scan gut raus, jetzt kannn auch der Vergleich gezogen werden, zur Vorlage auf Google books, z.B. bei diesem schrecklichen Wappen, das v. Hefner für das Königreich Bayern aufgerissen hatte:

An dieser Stelle erlaube ich mir noch mal daran zu erinnern, dass ich kürzlich den Haupttext auch des zweiten Teiles des Handbuches bereitgestellt habe. Dies hat mehr als ein Jahr gedauert. Warum das so lange gedauert hat, mag der folgende Vorher/Nachher Vergleich einer Textpassage verdeutlichen:

Vorher Nachher
Die Blasonierung,
5W sMlasonircn heistt ci» Wappen regelrecht beschreib«!, Waö die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie D sich «um Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im ^eran>> iedecb darf ie!> bier alt! das Kennzeichen einer richtigen ^^ Blasonierung anführen, daß sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder daß sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei, Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die ßenntniß der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, ‘) sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben, Ein richtig blasonirtes Wappen muß für den Heralditer, so zu sagen , ein in Worten ausgedrücktes Mld geben und ihn in den Stand sezen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können,
Die Blasonierung,
Blasonieren heißt ein Wappen regelrecht beschreiben! Was die Regeln selbst anbetrifft, so ergeben sie sich zum Teile aus den bisherigen Entwicklungen der theoretischen Heraldik, zum Teil werden sie in Nachfolgendem festgestellt werden; im Voraus jedoch darf ich hier als das Kennzeichen einer richtigen Blasonierung anführen, dass sie bei möglichster Kürze die größte Deutlichkeit erziele, oder dass sie mit wenigen Worten möglichst vollständig sei. Zur Erreichung dieser beiden Haupteigenschaften dient die Kenntnis der heraldischen Figuren überhaupt und insbesondere der heraldischen Ausdrücke oder Kunstwörter, sowie die Einhaltung einer richtigen Ordnung in Anwendung derselben. Ein richtig blasoniertes Wappen muss für den Heraldiker, so zu sagen, ein in Worten ausgedrücktes Bild geben und ihn in den Stand setzen, ohne Weiteres das betreffende Wappen auch fehlerfrei, zeichnen zu können.

Es fehlen weiter noch, in beiden Teilen die Fussnoten. Diese einzupflegen könnte wiederum etwas dauern. Da ich den Leser solange nicht warten lassen will, biete ich ab sofort auch die PDF Version meiner Bemühungen an (ohne die Abbildungen!):
Handbuch Der theoretischen und praktischen Heraldik (PDF)

Jahresbilanz 2015

Wie ich es mir seit Januar 2011 für das Jahr 2010 angewöhnt habe, will ich nun versuchen auch für 2015 Bilanz zu ziehen. Die einzelnen betrachteten Aspekte sind:

Dies ist meine öffentliche Bilanz, die kann und soll jeder lesen. Da lasse ich natürlich ein paar Themen, welche bestimmt auch interessant wären weg: Das Arbeitsleben und mein Haushalt. Bleiben meine Interessen und die Vereine, und hier ist an erster Stelle zu nennen:

Die Entwicklung meines Webauftritt:Wiesel.lu

Quantitative Auswertung des Webauftrittes

Das Angebot in Zahlen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Anzahl bestimmter Elemente, jeweils an Sylvester abgelesen:

Daten Pages Posts Categories Tags Comments
31.12.2011 340 290
31.12.2012 553 371 11 51 127
31.12.2013 567 452 11 61 162
31.12.2014 597 531 11 71 200
31/12/2015 600 689 13 83 273

Die Zahlen zu den Categories und Tags erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, denn diese beiden Grössen sind, nur die von mir selbst vorgenommenen Einordnungender Posts, also letztlich Eigenbewertungen.
Neben Beiträgen die an den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung gebunden sind (Posts) und hierarchisch eingeordneten (Pages) teile ich auch viele Informationen mittels der hochgeladenen Bilder mit, von denen ich einige als “Wappen” klassiere, Die Zahlen dieser Entwicklung könnten den Leser auch interessieren:

Datum Attachements Bilder Wappen
31.12.2011 3682 3678 3357
31.12.2012 4971 4961 4476
31.12.2013 5593 5577 4779
31.12.2014 6421 6400 5276
31/12/2015 7462 7432 5799

Anschaulicher als die nackten Zahlen, ist vielleicht ihre graphische Darstellung:


Bei Vergleich der Posts mit den Pages ist erstmals zu beobachten, dass die Posts schneller gewachsen sind als letztere, Das sollte eigentlich normal sein, war es bislang aber nicht. Als Erklärung für die vorherige Anormalität dient, neben dem Umstand dass ich in den vorangegangenen Jahren viele Seiten einfach als Platz für die heraldischen Begriffe beim Lexikon eingerichtet habe, meine etwas konservativen Grundhaltung die auch bei meiner “Homepage” zum Ausdruck kommt: Ich beschäftige mich schon seit den 1990ern mit Webauftritten, lange bevor es Blogs und Facebook gab. Die hierarchischen Pages entsprechen viel mehr der klassischen Anordnung einer “Homepage”.
An der Gegenüberstellung des reinen Wachstums in Abbildung 2, wo ich die Differenz zum jeweiligen Vorjahr über die Jahre aufgetragen habe, kann man ablesen:

  1. Dass ich mich nach dem Einbruch 2013 (Abschluss von Armorial Loutsch online), ständig wieder gesteigert habe. Das ist auf meinen Fleiss beim Zeichnen der deutschen Gemeindewappen zurückzuführen.
  2. Dass die Anzahl der Bilder aus der Wappendatenbank sind, inzwischen stäker wächst. Dies sind vor allem die Illustrationen aus meinen inzwischen zahlreichen Digitalisierungen, worauf ich gleich noch zu sprechen komme.

Zunächst schauen wir uns aber an, wie das Angebot angekommen ist.

Zahlen zur Rezeption des Angebotes

Natürlich bin ich so eitel, dass ich gerne wüsste, ob das was ich anbiete auch gelesen oder zumindest geschaut wird. Direkt mit krieg ich das, wenn Leser meine Sachen kommentieren. Ich zähle 39 Kommentare1, die meisten davon sind von Micheal Schröder der mir beim Identifizieren von Trierer Wappen geholfen hatte. Die meisten sind Nachfragen zu Wappen, drei sind Rückmeldungen zu den Elefanten die ich 2013 fotographiert habe.

Jetpack

Seit Mai 2014 erhebt Jetpack statistische Daten zu den Besucherzahlen für mich.
Nachfolgend, ein Auszug aus der Zusendung von Jetpack zu Jahresende2:

In 2015, there were 75 new posts, growing the total archive of this blog to 543 posts.

Longest Streak 5 days 18 August – 22 August
Best Day Saturday with 18 posts total

The busiest day of the year was September 10th with 876 views. The most popular post that day was Eine Hierarchie der französischen Heraldikbegriffe.

  1. Armorial Loutsch (Liste)
  2. OTvH:Heraldisches Original Musterbuch (1863)
  3. Hesper Kutsch online!
  4. Grammaire du blason – Deuxième partie [fr]
  5. OTvH: Handbuch, erster Teil Theoretische Heraldik (1861)

Dass ich hauptsächlich Samstags, wenn ich frei habe, meine Posts absetze überrascht nicht wirklich. Interessant ist dagegen insbesondere der Vergleich mit der Jahresbilanz 2014. Neben dem Armorial Loutsch, welches sich wie erwartet und gewünscht oben gehalten hat, genau wie die Grammaire du Blason sind es weitere zwei Digitalisierungen die hier punkten. Otto Titan von Hefner ist im Ranking der top 5 mit gleich zwei Werken vertreten. Die Hesper Kutsch hält sich allerdings auch wacker.

Inhaltliches

Bei der Heraldik nahm ich im März eine wichtige Umdefinition vor, um die von mir benutzten Begriffe besser an die allgemeinen Gepflogenheiten anzupassen. Verstand ich “Wappenkunde” zuvor hauptsächlich im Sinne von “Kenne das Wappen”, also der Topf für meine Wappensammlung und sah die theoretische Heraldik eher unter der Wappenkunst untergebrachte, spendierte ich der Wappensammlung nun einen eigenen Ordner und die Wappenkunde wurde nun zum Becher eben für die Wappentheorie.
Beim Wappenzeichnen kam ich auch gut veran und kümmerte mich hauptsächlich um die Gemeindewappen in Deutschland, besser gesagt Saarland und das Luxemburgnahe Rheinland-Pfalz. Mit Lothringen habe ich auch schon angefangen, kam da aber noch nicht weit.
Dann beschäftiten mich 2015 vorallem die Digitalisierung von Lehrbüchern der Heraldik. Mit dem Prinsault, brachte ich eines der ältesten online, ansonsten hauptsächlich Werke von Otto Titan von Hefner. Eigentlich wollte ich mich ja um mein Lexikon kümmern, aber ich bin noch nicht so weit. Ich muss erst noch viel mehr von anderen lernen, bevor ich eigenes zu Bildschirm bringen kann.
Dann versuchte ich noch weiter einige Layouts für meine Homepage aus, aber nachdem ich mir endlich die lange gesuchten Vorschriften gemacht hatte, wie ich so eine Bewertung vornehmen wollte, verlor ich irgendwie die Lust darauf. Ich fürchte, ich habe schon zu viele Regeln, die ich befolgen muss. Etwas weniger Regeln täte der Kreaktivität gut.

Zum Vereinswesen

Auch 2015 war ich Präsident der alten Aachener. Mit der Webpage des Vereines konnte ich mich aber kaum befassen, die Agape war nicht gut besucht. Freude machte es mir trotzdem.
Dafür wurde ich bei der Agulia etwas aktiver, musste aber auch da zurückschalten. Für die Arbeitsgruppe Dorfgeschichte finde ich dann doch nicht genug Ressourcen die ich einbringen könnte.

Privates

Über das berichte ich, wie gesagt wie über die Arbeit hier eigentlich nicht. Ich will aber einbringen, dass ich 2015 zum ersten Mal in meinem Leben den Kontinent verlassen habe (der Türkeiurlaub 1996/97 will ich nicht dazuzählen).
Hier ein paar schöne Fotos aus der schönen Zeit von Mitte Mai bis Anfang Juni in New York und Florida.

  1. in obiger Tabelle sind 79 ausgewiesen. Allerdings zählt WordPress manchmal meine Verweise auf frührere Artikel als Kommentar mit. []
  2. Sie war abrufbar unter http://jetpack.me/annual-report/1075450/2015/ []

Haupttext zum zweiten Teil des Hefner’schen Handbuches fertig

Nachdem ich kurz vor Sylvester stolz vermelden konnte, dass der erste Teil des Handbuches von Otto Titan von Hefner mit vollständigem Haupttext auf wiesel.lu bereicht steht, kann dies nun auch vom kürzerem zweiten Teil Praktische Heraldik (von 1863) behaupten. Ich ging dabei kapitelweise vor. Ich entfernte die OCRisierungsfehler aus den Kapiteln:

  • Am 8.1.2016: Das Kritisieren
  • Am 20.1.2016: Vom Gebrauch der Wappen
  • Am 21.1.2016: Anhang.
  • Am 24.1.2016: ein praktisches Beispiel (des Aufreissens)

Der letzte Punkt, das praktische Beispiel wie man ein Wappen aufreisst, also erstellt, wollte ich eigentlich weglassen. OTvH entwirft dort, ein neues bayerisches Staatswappen (1863), eine Monstruosität mit 11 Wappengruppen, also gefühlt mindestens 70 Feldern. Interessanter Streifzug freilich durch die Bayerische Geschichte, die mir sonst nicht so geläufig ist.


Am interessantesten fand ich das Kapitel “Gebrauch der Wappen” und am lustigsten natürlich den Abschnitt über das Kritisieren. Schon die Einleitung ist köstlich:

Wenn Kritisieren schon im gemeinen Leben ein leidiges, undankbares Geschäft ist, so darf man glauben, dass diese Arbeit in der Heraldik noch weniger lohnend sei. Niemand könnte hiervon schönere Erzählungen machen, als ich, dessen Beruf es seit einem Dezennium mit sich brachte und bringt, die Fehler an den heraldischen Produkten nicht ungerügt zu lassen. Nirgends im Leben tritt man der menschlichen Eitelkeit näher als da, wo man die Ehrenzeichen ihres Daseins tadelt, und ich habe die feste Überzeugung, dass unter Tausenden von Wappenberechtigten kaum einer gefunden wird, den es nicht im innersten Gemüte grämte, wenn er hören müsste, sein Wappen sei nicht schön oder wohl gar fehlerhaft.

Neues Digitalisierungsprojekt: Planché’s Pursuivant of arms

Mit der französischen Heraldik bin ich seit Jugendtagen vertraut, Otto Titan von Hefner ebnete mir letztes Jahr den Weg zum Verständnis der deutschen Blasonierung, in letzter Zeit erreichen mich aber auch immer mehr Anfragen auf englisch! Im November, als wieder eine Anfrage kam, dachte ich mir, warum die Beschäftigung mit der englischen Blasonierung nicht mit einem Digitalisierungsprojekt verbinden? Französische Projekte habe ich schon jede Menge und ich habe mit Ménestrier auch schon einen weiteren Autor ins Auge gefasst, mit OTvH habe ich ein deutsches Projekt aber englische noch nicht.
Die Frage, wen ich da nehmen sollte war schnell beantwortet: O.T. von Hefner zitierte Planché mindestens 21 Mal in seinem Handbuch, das ich gerade am bearbeiten war. Bei Google Books wurde ich recht schnell fündig1. Der Schriftsatz des Originals war bereits recht modern daher hielten sich die Fehler nach der OCR in überschaubaren Grenzen. An ein paar wenigen Abenden hatte ich die meisten raus.
Das Buch lebt aber vor allem von seinen vielen Abbildungen, und die kamen in der Google Books Version nicht sehr gut zur Geltung (s.u.). Ich machte mich also auf die Suche nach einer besseren Version und fand dann doch eine Anzeige auf Amazon unter http://www.amazon.de/The-Pursuivant-Arms-J-Planche/dp/B0010SBBFE, dass sogar ein Originaldruck zu erwerben ist, für 13,17 Euro, also mit Versandkosten knappp 16 Euro! (und 17 Cents)


Am 06.12.2015 um 16:08 Uhr bestellte ich beim heiligen Nikolaus. Voraussichtliches Lieferdatum: 14. Dezember 2015 – 18. Dezember 2015, und ja, Schäden hätte das Buch, das wusste ich:

Verkäuferhinweis: Frueheres Bibliotheksbuch. Versand aus Großbritannien, Versandzeit 2- 8 Tage.
Spine has been replaced with brown paper and tape. Covers are textured with gold lettering on the front. Covers are edge worn with scuff marks and tape marks. Book is cocked. Cover is loose from majority of page block. Pages are uncut and damaged on the edges, pages are taped together but are coming loose. Library stickers on inside of front cover. Illustrations throughout.This book has hardback covers. Ex-library, With usual stamps and markings, In poor condition, suitable as a reading copy. No dust jacket.

Gekommen ist das Buch dann erst am 5. Januar 2016, also gut einen Monat später. Es war allerdings wirklich in keinem guten äusserlichen Zustand!


Es kamen mir die Reste des Einbandes entgegen gerieselt und es zerfiel regelrecht nach dem Auspacken. Interssant dafür, dass noch das Ex-Libris eines der Vorbesitzers:

Arthur Wood der wohl auf Newbold Revel gelebt hat. Nach dem Wikipedia Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Newbold_Revel ein hübsches Schlösschen in Stretton-under-Fosse im County Warwickshire in Mittelengland.
Am glücklichsten bin ich aber darüber dass die einzelnen Seiten noch recht ansehnlich sind. Vor allem aber die Abbildungen geben beim Einscannen gute Ergebnisse!

Hier ein Vergleich mit der Googlebooks-Vorlage:

Inwzischen habe ich auch schon mal den Text online gestellt, unter Heraldik -> Quellen:

Planché: The pursuivant of arms (1852-59) [en]

Dabei habe ich noch ein paar Aufarbeitungen an diesem Text durchgeführt :

  • Die Überschriften wurden markiert, eine dazu erfunden. Planché arbeitete nicht mit Kapiteln sondern wichtete alle Überschriften gleich, hob sie eigentlich nur Kapitalisierung hervor, teilweise mitten im Satz.
  • Die Fussnoten wurden eingehangen. Bei Planché befanden sich diese stets unten auf der Seite, meistens nur eine die er mit 3 kennzeichnete. Mein Text kennt in der Hinsicht keine Seiten, alle Fussnoten stehen am Ende. Um daran zu erinnern, wo sie einst standen habe ich die Seitenzahl bei jeder Fussnote angegeben.
  • Die ersten Abbildungen sind bereits einpflegt.

Planché bemühte sich, stets auf zeitgnössische Quellen und weniger auf frühere Autoren zurückzugreifen. Letztere bezichtigte er sogar meistens, dass sie durch ihre unhaltbaren Spekulationen das Ansehen der Heraldik zerschunden hätten. Doch wo findet man zeitgenössische Illustrationen von Rittern und deren Wappen? Natürlich in den zahlreich aufgenommenen Siegeln oder Siegelabdrücken und…. in den Schachfiguren von der Insel Lewis: https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis-Schachfiguren. Es ging ihm darum, frühe Darstellungen der Heroldsstücke aufzuzeigen und die fanden sich bei den Elfenbeinfiguren:



Auf der folgenden Seite im Netz kann man übrigens die Originalfiguren bewundern: http://en.chessbase.com/post/the-enigma-of-the-lewis-chemen
Weitere Vorgehensweise wird sein:

  • ich arbeite die restlichen Abbildungen alle ein,
  • beschrifte diese,
  • markiere die Hervorhebungen (kursiv, fett etc.) durch Planché,
  • und setze noch ein paar eigene Links.
  1. Hier die URL, für den Quelltext auf Google Books: https://books.google.de/books/about/The_pursiuvant_of_arms_or_Heraldry_found.html?id=SFcBAAAAQAAJ&redir_esc=y []

Erster Teil des von Hefnerschen Handbuchs, mit vollständigem Haupttext

So, kurz bevor das alte Jahr zu Ende geht, will ich noch einen Erfolg melden! Da muss ich echt nachschlagen, wann ich zuletzt von einem Fortschritt beim Projekt “Digitalisierung des Handbuchs von Otto Titan von Hefner” etwas berichtet habe. Ah ja, im August konnte ich noch mal eine Rate liefern.
Die Gemeinen Figuren waren ein sehr wichtiger Abschnitt des ersten Teils, “Erster Teil Theoretische Heraldik“, aber auch etwas unerquicklich. Danach habe ich mich lange nicht mehr diesen Projekt gewidmet, bzw. habe über Fortschritte nicht berichtet und sie auf meinem PC belassen.
Wie ich mich überzeugen konnte, sind meine überarbeiteten Quellen aber inzwischen ein Publikumserfolg, teilweise sogar beliebter als der Armorial Loutsch oder gar die Hesper Kutsch.


Nun aber kann ich vermelden:

Die verbleibenden Teile des ersten Teils sind online!

Insgesamt waren diese Teile für mich deutlich interessanter als der über die gemeinen Figuren, weil ich mich mit diesen Themen nie so auseinandergesetzt hatte. Vor allem seine Aussagen über die Beizeichen (brisures) waren mir zum Teil neu. Hier eine Aufstellung, wann ich welchen Teil fertig entziffert hatte:

  • Am 15. August: Der Helm
  • Am 13. September: Die Helmkleinode
  • Am 14. September: Die Helmdecken
  • Am 7. Dezember:
    • Die Beizeichen
    • Kronen, Hüte und Mützen
    • Schildhalter
  • Am 11. Dezember: Orden und Würdezeichen.
  • Am 12. Dezember: Von Erkennungszeichen, Sinnbildern, Wahlsprüchen und Rufen.
  • Am 13. Dezember: Panner, Fahnen und Flaggen.

Die Illustrationen hatte OTvH. auf Tafeln zusammengefasst, diese habe ich auch geliefert. Hier eine kleine Auswahl:


Das einzige was noch fehlt, sind die, freilich sehr interessanten Fussnoten für die ich aber noch kein System gefunden habe. Ich habe vor, diese Anfang nächsten Jahres einpflegen.

Verbandsgemeinde Linz am Rhein

Die Wappen einer weiteren Verbandsgemeinde im Landkreis Neuwied wurden gezeichnet:


Kalender für die Agulia Igel steht

Vorige Woche hatte ich die Vorstandssitzung der Agulia besucht, Thema war die Festlegung der Termine der Veranstaltungen für 2016. Letzte Woche hat Renate uns nun mitgeteilt, dass die Sitzung zur Abstimmung mit den anderen lokalen Vereinen inzwischen stattgefunden hat. Damit legt sich die Agulia nun auf die folgenden Termine fest:

16. März 2016 Jahreshauptversammlung
8. Mai 2016 Tagesfahrt nach Speyer
5. Juni 2016 Welterbetag
1. Juli 2016 Trier für Igeler
25.September 2016 Herbstwanderung

A propos, lokale Vereine. Obwohl die Gemeinde Igel nur als 2 Orten besteht und laut Auskunft der Verbandsgemeinde (http://www.trier-land.de/vg_trier_land/Verwaltung/Einwohnerstatistik/Monatsstatistik%20Maerz.pdf) gerade mal 2074 Einwohner insgesamt hat, gibt es hier doch recht zahlreiche Vereine! Die Website der Gemeinde führt alleine 15 auf, welche ich mal in meine Igelseite eingepflegt habe.