Astgabel “Wappenkunst” endlich mit neuem Text

Das klügste Geschöpf im Tierreich ist zweifelsohne das Huhn, meinte Abraham Lincoln, denn es gackert erst wenn es das Ei gelegt hat! Wenn man dann aber mal ein Ei hervorgebracht hat, so ist es auch angzeigt zu gackern und das tue ich jetzt:
Jahrelang lag auf wiesel.lu der Schwerpunkt auf der Wappenkunde, das Füllen der Wappendatenbank war oberste Priorität. Für das Kapitel “Wappenkunst” blieb zunächst kaum mehr Zeit als dass ich dort eine reine Hilfestellung beim Zeichnen der Wappen gab. Leider veralteten diese Vorlagen schneller als mir lieb. 2012/2013 habe ich aber einige Bemühungen in der Digitalisierung alter heraldischer Texte zum Thema “Einführung in die Wappenkunst” unternommen. Hervorzuheben seien hier die Grammaire du Blason und die Einleitung zum Rietstap. Vor allem mit letzterer habe ich dieses Jahr noch viel vor mir. Damit war der einführende Text auf der Astgabel “Wappenkunst” aber obsolet geworden.
Diese Woche haben ich einführenden Text auf der Astgabel “Wappenkunst” erneuert!
Besonders stolz bin ich dabei auf meine “Kurzfassung einer Einleitung in die Wappenkunst”. Es ist ein strukturierter Text, der möglichst viele Begriffe streift und auf das Lexikon verweist (wo sie 2014 dann ausgewalzt werden sollen).
Übrigens haben diese Kurzfassungen in der Heraldik eine gewissen Tradition. Ménestrier1 hat im 18. Jh. eine solche, oft abgeschriebene gegeben:

Le blason, composé de différents émaux, n’offre que cinq couleurs, deux pannes, deux métaux, et les marques d’honneur qui suivent la naissance, distinguent la noblesse, en font la récompense, or, argent, sable, azur, gueules, sinople, vair, hermine au naturel, et la couleur de chair, chef pal, bande, sautoir, fasce, barre, bordure, chevrons, pairle, orle et croix de diverse figure, et plusieurs autres corps, nous peignent la valeur, sans métal sur métal, ni couleur sur couleur.

Supports, casque cimier, cri de guerre, devise, colliers, manteaux, honneurs et marques de l’église, sont de l’art du blason les pompeux ornements, dont les corps sont tirés de tous les éléments, des astres, les rochers, fruits, fleurs, arbres et plantes, et tous les animaux de formes différentes, servent à distinguer les fiefs et les maisons, et des communautés composent les blasons.

De leurs termes précis énoncez les figures, suivant qu’elles auront de diverses postures. L’écusson plein échoit en partage à l’aîné; Tout autre doit briser, comme-il est ordonné.

An dieser Stelle mache ich noch darauf aufmerksam, dass ich nicht alle Aufgaben die ich mir mit meinen Plan bis Ende das Jahres vorgenommen habe werde einhalten können, ich werde auf ein paar Sachen verzichten müssen.

  1. Claude-François Ménestrier (* 9. März 1631 in Lyon; † 21. Januar 1705 in Paris) war ein französischer Jesuit, Theologe, Philosoph und Heraldiker. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Claude-Fran%C3%A7ois_M%C3%A9nestrier []

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