Ein Ausflug ins hohe Venn

Am ersten Tag (26.7): Radfahren im Venn. Die Belgier haben hier ein vorbildliches System zur Wegausschilderung mittels Punkten. Fast unmöglich sich zu verlieren. Es gab ein Gewitter mit Blitzen die direkt über unseren Köpfen sich entluden. Wir wurden sehr nass. War dennoch schön. Abends, Essen in der “alten Stadtwache” in Monschau. Lecker. Übernachtung in Jugendherberge Monschau.

am zweiten Tag: geführte Wanderung durch Venn.

Der "sas-vélo" dt. "Fahrradaufstellstreifen" in Luxemburg

Achtung: kein ausgefeiler Artikel sondern ein öffentlicher Entwurf


Auch Luxemburg kennt die Fahrradaufstellstreifen, d.h in der Praxis: Vor vielen roten Ampeln sind sie in Zwischenzeit zu finden, auch wenn die “Sas à vélo” im Code de la route nicht ausdrücklich erwähnt werden. Die meisten Autofahrer respektieren übrigens, anders als der Pseudogeländewagenfahrer auf dem obigen Bild diese Freizonen für Radfahrer! Viele freilich aufgrund eines Missverständnisses: sie verwechseln sie mit Fahrradüberwegen, sozusagen den Zebrastreifen für Fahrräder. Und jemandem auf den Zebrastreifen anzufahren, das wird teuer, das wissen sie!

Fahrradaufstellstreifen sollen dagegen:

  1. es dem Radfahrer im Stadtverkehr erlauben, die Rotphasen der Ampeln zu nutzen um, unter geringeren Risiken für sein Leib und Leben, einen notwendigen Spurwechsel durchzuführen, etwa wenn er links abbiegen muss. Er fährt einfach rechts an den stehenden Autos vorbei (was der Code de la Route ausdrücklich erlaubt) und stellt sich dann an der Ampel vor die hinter dem zweiten Haltestreifen wartenden motorisierten Verkehrsteilnehmer
  2. Weniger Autoabgase einatmen zu müssen, weil sie nun nicht mehr direkt am Auspuffrohr der anderen sich aufstelle.

Nun bin ich ja seit meinem Umzug nach Langsur im Oktober 2007 täglicher Radfahrer also nicht nur während der semaine de la mobilité douce.

Hier noch alle Bilder die ich an dem Tag im Juni gemacht hab. Sie dokumentieren meinen täglichen Radweg zur Arbeit: Vom Bahnhof Luxemburg bis zur ITM in Strassen…

Ich habe mir ein Faltrad gekauft

Am Wochenende hab ich mir, wiederum beim Fahrrad Franz in Mühlheim Kärlicht ein Klapprad gekauft. Es war ein Spontankauf! Bin diese Woche damit zur Arbeit gefahren und es hat schon viel Spass gemacht. Vorteil: ich kann es nicht nur mit im Zug, sondern auch mit in den Bus nehmen. Es ist sehr leicht und lässt sich daher auch prima die Treppen rauf und runter tragen.

Das Studentenrad umgebaut

Seit ich in Langsur wohne, fahre ich jeden Tag mit Fahrrad und Zug zur Arbeit, denn mein Jahresabonnement erlaubt seit dem 1.4.2006 die kostenlose Fahrradmitnahme auf dem gesamten Streckennetz der CFL. Wenn es jedoch regnet, fahre ich lieber nur bis zum Zollhäuschen an der Römerbrücke über die Sauer bei Wasserbillig. Dann muss ich das dort abschliessen und den ganzen Tag unbewacht zurücklassen. Es ist klar, dass ich dazu nicht das teure KTM oder das Framework benutzen kann, die würden geklaut!

Also reaktivierte ich mein Fahrrad, das ich als Student benutzt hab. Allerdings habe ich dem Rad einen neuen geraden Lenker spendiert und das Vorderrad (27”) durch eine Standardgrösse (28”) ersetzt.

Hier ein paar Bilder, womit ich eine der neuen Fähigkeiten von WordPress 2.5 illustrieren will: Mehrere Dateien gleichzeitig hochladen und gleich noch ein Photoalbum draus machen

Händlerempfehlung: Bike Passion

Nun da ich umgezogen bin, muss ich mir für alle Dienstleistungen die ich so von Zeit zu Zeit in Anspruch nehmen muss neue Partner suchen. Am Samstag fuhr ich zufällig nach Konz. Mit dem Fahrrad ist das, eigentlich eher hässliche Städtchen von Langsur aus gut zu erreichen, mit dem Auto eher schlecht1.
Seit ich nach dem Hollandurlaub die Kette selber gereinigt habe (sowas machen Fahrradmechaniker nur ungerne für dich), hatte ich Schwierigkeiten, die drei letzten Gänge vor dem leichtesten drin zu behalten. Das ist besonders unangenehm, wenn man so einen Berg wie die “Areler Strooss” in Luxemburg-Stadt hochfahren muss: für das grösste Ritzel ist die Steigung nicht stark genug und der Radler strampelt sich tot, und das viertgrösste lässt sich nur treten.
So kam ich dann bei Bike Passion vorbei, und erlebte eine positive Überraschung! Der freundliche Mechaniker (vermutlich Franz Schmitt) stellte nicht nur in Null Komma Nichts die richtige Diagnose, er führte diese einfache Kalibrierung auch selber durch, obwohl ich das Rad bei ihm gar nicht gekauft habe! Meistens sind sich die tollen Radmechaniker dafür nämlich zu schade. Bravo! Weiter so!
Gut, über Layout seiner Homepage kann man streiten, aber die Philosophie gefällt mir ganz gut.

  1. man muss erst bis Grevenmacher oder gar bis nach Trier fahren, um über die Mosel setzen zu können, es sei denn, man nimmt die Autofähre Wasserbillig <-> Oberbillig []

Neues Fahrrad von Stevens

Mein neues Strada800 von Stevens

Ein Strada 800, hab ich bei Jan Ostergaard in Mersch gekauft. Wurde zwar schon im Februar bestellt, sollte für Ende April da sein, wurde aber erst am letzten Freitag geliefert. Waren wohl die Vorzieheffekte bei deutschen Radfahrern schuld an den Lieferschwierigkeiten von Stevens.

Es handelt sich um ein sog. Fitnessbike, also ein Fahrrad das recht leicht ist aber ohne die für Rennräder typischen Elemente wie

  • Lenker der den Fahrer zum ausgeprägten Katzenbuckel zwingt. Böse Zungen sprechen daher ja auch von einer Radfahrermenthalität: nach oben buckeln, nach unten treten, obwohl diese ja nun beileibe nicht nur bei Rennradfahrern vorkommt! Auch Fahrradfunktionäre mit Speckrollen, die noch nicht mal ein richtiges Fahrrad besitzen sind davon betroffen.
  • Klickpedale, so dass man nur mit besonderen Schuhen damit fahren kann.

Also mit anderen Worten: ich habe mir ein Rad für Warmduscher gekauft!

Eingeweiht hab ich die Kiste natürlich auch schon: Wir sind am Sonntag die Florancy Rundfahrt in belgisch Lothringen noch einmal damit gefahren. Das Teil geht ab wie eine Rakete!! Ich brauchte noch nicht mal kräftig zu treten und hatte schon 20 km/h drauf.
Der Cyclo Club Messancy organisiert jedes Jahr im April seine “Florancy” Rundfahrt, die von uns ausgewählte 55 km Strecke führt von Messancy über Aubange, Aix-Sur-Cloie, Guelff, Habergy, Rachecourt, Musson, Baranzy, Mussy-La-Ville, St. Léger, Châtillon, Meix-le-Tige, udange, Wolkrange, Differt, Turpange (,Hondelange), Sélange zurück nach Messancy. Da wir nicht in Messancy sondern in Clémency starteten, liessen wir Hondelange links liegen und kehrten von Sélange gleich nach Clemency zurück

LVI Info 66 mit einem Monat Verspätung.

Nun ist es also angekommen, das neue LVI Info, Ausgabe 66!
Wir können nur spekulieren, wie diese Verzögerung von einem Monat zu Stande kam1, wo uns doch das Editorial verheißt die “Arbeitsgruppe LVI-Info” sei verstärkt worden:

Avec l’année 2007 nous avons aussi renforcé l’équipe du LVI-Info et les premiers résultats de leurs efforts se reflètent entre autre dans une nouvelle mise en page de notre périodique. Suggestions et critiques sont évidemment les bienvenues.

Da sie zuvor de facto nur aus Gust Müller höchstselbst bestanden hat, würde ein einziger weiterer Mitarbeiter schon reichen, um diese Aussage zu rechtfertigen. Denn das LVI Info bleibt der alten kommunistischen Tradition treu, dass die Leistungen des Einzelnen einem Kollektiv zugeschrieben werden. War diese Maßnahme ursprünglich mal angedacht um den Personenkult zu bekämpfen, so wird letzterer durch diese Praxis in Wahrheit nur befestigt! Erhält, bis auf die aufschlussreiche Ausnahme von Monique Goldschmit, niemand die Möglichkeit sich zu profilieren nimmt die Öffentlichkeit nur die bereits bekannten Persönlichkeiten wahr. Etwa den großen, großen wichtigen Vorsitzenden, der ja auch alle Sitzungen leitet und die Interviews gibt. Kritik und Anregungen sind also willkommen? Ok.

Kritik an dieser Ausgabe

Das Editorial gibt sich bescheiden: das erste Resultat bestünde nur in einer optischen und noch keiner redaktionellen Verbesserung. Vielleicht ist damit gemeint dass der professionelle Graphiker Lucien Hilger sich vielleicht des Layouts angenommen hätte? Möglicherweise verfügt er ja über eine eigene Lizenz für das doch recht teure Produkt “Adobe InDesign”, oder arbeitet ohnehin auch berufsmässig mit dieser Software? Heike hatte zum Üben nur eine im Funktionsumfang beschränkte 30 Tage Testlizenz und musste sich zudem erst einarbeiten.
Andererseits ist Lucien Hilger nicht nur Drucktechniker sondern auch Buchautor! Ich habe sein Buch “Peugeot et le cyclisme” (noch) nicht gelesen obwohl ich das das Thema ausgesprochen interessant finde; der Schmöker ist mir schlicht zu teuer. Allerdings kann ich mir bei keinem Schriftsteller vorstellen, dass er auf Dauer damit zufrieden sein wird, nur den Setzer zu geben. Mal sehen, wie lange dieser Graphiker es auf dem Posten aushält.

Ich fasse mal die Verbesserungen zusammen:

  • Wir haben endlich mal ein schnuckeligeres Layout, yeah!!
  • Hurray Englishmen, wir schreiben jetzt auch englische Texte (aus dem Guardian) ab!

Letzteres dürfte eine Reaktion auf eine freundliche “Ihr-müsstet-aber-mal!” Kritik sein, die unseren verehrten Präsidenten auf der Generalversammlung zugetragen wurde, vermutlich verbunden mit einer “Oh-mich-dürft-ihr-das-nicht-fragen” Absage.: Es ward beklagt, dass das internationale Publikum der Europastadt Luxemburg bei der LVI nichts auf Englisch zu lesen vorfände, woraufhin der alte Populist ihm Recht gab! Schließlich gehört zu seinen Gefolgsleuten doch auch ein polyglottes Wunderkind das sieben Sprachen beherrscht, da dachte er wohl das könnte ihm doch sicher all seine Texte übersetzen. Nun ja, es blieb beim Abschreiben und ich fürchte, es ist auch besser so!

Bevor wir zu unseren eigenen Anregungen kommen, heben wir noch hervor was am neuen Heft dennoch lobenswert ist:

  1. Meine Kritik an der Pressemitteilung zum Radverkehr in Einbahnstraßen auf dem Limpertsberg fand wohl Gehör2
  2. Das Interview mit den Polizisten der Stadt Luxemburg ist ausnahmsweise ja mal ein etwas aufwändigerer Artikel
  3. Der neue Begleittext zum Impressum ist nicht mehr in ganz so grauslichem Deutsch verfasst wie der Vorgänger. Trotzdem wird auch in diesem Bettelbrief wieder versucht an der falschen Stelle Wörter zu sparen, so dass wieder richtig putzige Konstrukte entstehen wie z.B. “Bei Haushaltmitgliedschaft geben Sie bitte die einzelnen Namen an“.
    Hmm. Ist nicht irgendwie jeder von uns Mitglied in irgendeinem Haushalt? Es soll gar nicht mal so selten vorkommen, dass Radfahrer mit regelrechten rechtskonservativen Umweltsäuen in einem Haushalt zusammen leben, welche seit sie 18 sind nie wieder Bus oder Zug geschweige denn Rad gefahren sind! Und deren Namen soll der Beitrittswillige angeben müssen? Vermutlich ist das eine Schutzmaßnahme um ihn leichter in Sippenhaftung nehmen zu können. *g*

Verbesserungsvorschläge

Gust Muller wurde letztes Jahr nicht müde zu betonen, das LVI Info sei eine Vereinszeitschrift und quasi die handfeste Gegenleistung die ein Mitglied für seinen Beitrag erhält! Dies z.B. im Zusammenhang mit der Frage ob man das LVI Info nicht vermehrt bei offiziellen Veranstaltungen austeilen könnte. Und er hat Recht!
Leider steht auch in diesem LVI Info kaum etwas drin, das sich spezifisch an die Mitglieder richtet! Der Verkehrsgartenartikel könnte genauso gut im Kéisecker stehen, die Radtourenangebote richten sich an alle Radbegeisterten und ausgerechnet der neue englischsprachige Artikel ist ein peinliches Beispiel von “preaching to the converted“. Wer sich erst mal dazu durch gerungen hat Mitglied bei der LVI zu werden, weiß doch bereits um die Vorzüge des Radfahrens! Alles in allem ist der Charakter des Blattes der eines Propagandaorgans das sich an die Öffentlichkeit wendet, und nicht in erster Linie an seine Mitglieder:

  1. Wo erfahren die Mitglieder des Vereins denn z.B. dass es Arbeitsgruppen gibt, welche das sind was diese tun und an wen sie sich wenden sollten, wären sie von dem Gedanken besessen da unbedingt mitarbeiten zu wollen?
  2. Wo finden die Mitglieder eine Zusammenfassung der vielen Arbeit die der Vorstand für sie geleistet hat? Und nicht nur Artikel wie “Hallo wir waren ja auch noch bei Mamer-Miersch dabei”. Das erfährt der Leser schon aus der Tagespresse. Nein ich rede von Antworten auf Fragen wie diese:
    • In welchen Gremien ist die LVI denn überhaupt vertreten?
    • WER vertritt uns dort ? Und WANN traten diese Gremien zusammen ?
    • Vielleicht würde es uns auch interessieren welche Aussagen unser Mann (oder unsere Frau) dort in unserem Namen vertreten hat?
  3. Wo wir schon bei den Arbeitsgruppen sind: Das LVI Info wäre auch der Ort, wo zumindest die realexistierenden3 unter diesen Arbeitsgruppen ihre Berichte vorlegen könnten. Nehmen wir nur mal die Arbeitsgruppe “Politik”: Diese tagt seit über einem Jahr. Wäre es nicht an der Zeit den Mitgliedern mal zu erläutern, was bei ihren Zusammenkünften herausgekommen ist? Nachher denkt noch jemand es handele sich um einen Geheimbund, oder doch nur um eine gute Ausrede gegenüber der werten Frau Gemahlin um mal wieder einen Männerabend ohne sie verbringen zu können 🙂

Überhaupt nicht lobenswert

Sondern im Gegenteil, minderwertig und dreckig finde ich dann noch, dass auch in diesem LVI Info die Feierabendtouren meines, ebenfalls aus dem Vorstand geschassten Freundes Jean Klein offenbar schon wieder nicht berücksichtigt wurden, die von regimetreuen Mitgliedern dagegen sehr wohl! Wie Jang in seinem Protestbrief schreibt haben sie das jetzt schon dreimal in diesem Jahr mit ihm gemacht, das kann ja schon fast kein Zufall mehr sein! Da soll dem unbedarften Leser wohl suggeriert werden, wer nicht in Treue fest zu Kurs und Führungsstil von Gust Müller steht ist faul und motzig und tut nichts mehr für die LVI! Daran kann man gut sehen, wer hier rachsüchtig und nachtragend ist!

Auch nicht lobenswert: Gust Müller ist von seiner ursprünglichen, löblichen Position, dass die Online-Version der LVI-Infos keine Werbung enthalten offenbar abgerückt! So zahlen die Firmen ein einziges Mal und auf www.lvi.lu werden ihre Dienste und Produkte auf ewig beworben. Es ist halt immer eine zweischneidige Sache, wenn die Werbekunden selber im Aufsichtsrat einer Zeitung sitzen.

  1. eigentlich sollen ja 4 Ausgaben pro Jahr erscheinen, demnach alle drei Monate eine. []
  2. es sah ja
    ursprünglich so aus []
  3. Die LVI wimmelt von virtuellen Arbeitsgruppen. Gust Müller verleiht von Zeit zu Zeit besonders folgsamen und fleißigen Einzelpersonen , die ganz normale Verwaltungsarbeiten erledigen den Ehrentitel “Arbeitsgruppe” []

Radfahren in Einbahnstrassen

Radfahren in einigen Einbahnstrassen auf dem Limpertsberg, gegen die für andere Fahrzeuge vorgeschriebene Richtung ist nun erlaubt! Auch wenn das in anderen Ländern schon seit langem gang und gäbe ist, in Luxemburg gilt sowas immer noch als Pilotprojekt.
Die Unsicherheit, wie das wohl ankommen würde dokumentiert sich in dem regelrechten Schilderwald, den die Stadtverwaltung Luxemburg in den entsprechenden Strassen angepflanzt hat:

LVI, der Kampf geht weiter!

Also, der Kampf der LVI mit der deutschen Sprache *lol*.
Am 29.3.2007 jedenfalls verkündigte die Arbeitsgruppe Webpublishing der LVI in allerbestem MouvEco-Deutsch1 monikanischer Prägung die, in der Tat erfreuliche Nachricht, dass man als Radfahrer auf dem Limpertsberg nun wohl endgültig bestimmte Einbahnstraßen in der (eigentlich verbotenen) Gegenrichtung befahren darf:

Am 29. März 2007 wurden die Einbahnstrassen mit Tempo 30 auf Limpertsberg für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet.

Hups, nur mit Tempo 30?! Schneller ging das mit dem Öffnen nicht?
Ach ja, ich vergaß, stimmt, richtig! Freund François Bausch hatte es zwar mit einer Notverordnung versucht, nur leider machte die Luxemburger Gesetzgebung hier einfach nicht mit *g*. Die Not konnten die anderen wohl nicht sehen und so erzielten durch die Bausch’sche Ungeduld und Überhast die oppositionellen Räte Mosar und Kollwelter ihren einzigen bescheidenen Erfolg in dieser Angelegenheit. Die zu dieser “Bauschlandung” führende mangelnde Sorgfalt bei der Anwendung von Gesetzen und Bestimmungen haben die Stadt Luxemburg und in deren Gefolge wir von der LVI damals dann als “Prozeduralfehler” verharmlost2

Die LVI begrüsst diese Tatsache und hofft dass dieser Schritt zur weiteren Öffnungen von Einbahnstrassen in Luxemburg Stadt führt.

Eigentlich sollte das Arbeiten in Gruppen ja dazu führen, dass einer dem anderen seine Fehler ausmerzt. Es ist zwar so, dass man bei der LVI durchaus auch schon mal Einzelpersonen zu Gruppen erklärt (wiesel.lu berichtete), wir können daher nicht angeben, ob hier nun ein(e) einzelne(r) Funktionär(in) oder mehrere reale Menschen in die Ausarbeitung dieser Pressemitteilung verwickelt waren. Auf jeden Fall konnte sich die Gruppe ganz offensichtlich nicht entscheiden ob sie lieber:

  1. Die LVI (…) hofft dass dieser Schritt zur weiteren Öffnung von Einbahnstraßen führt
  2. oder doch lieber Die LVI (…) hofft dass dieser Schritt zu weiteren Öffnungen von Einbahnstraßen führt

schreiben sollte. Vermutlich wollten die Mitglieder der Gruppe demonstrieren, dass sie durchaus zu Kompromissen fähig wären, gleichwohl dies nicht den üblichen Gepflogenheiten des Vorstandes entspricht.

Einbahnstrassen dürfen von Radfahrern dort im Gegenverkehr benutzt werden, wo diese klar ersichtlich mit einem entsprechenden Strassenschild gekennzeichnet sind.

das entsprechende Schild
Na gut, ich hätte zwar geschrieben, “Radfahrer dürfen Einbahnstraßen in Gegenrichtung befahren, dann wenn diese deutlich sichtbar mit einem entsprechenden Straßenschild gekennzeichnet sind.” , aber das ist Geschmackssache, der Satz ist ansonsten nicht zu beanstanden. Klar doch, ich bringe ein Maximum an Verständnis dafür auf, dass Verkehrspolitiker immer möglichst viel Verkehr haben wollen, notfalls eben in der Pressemitteilung.
Dagegen wäre es wirklich nicht schlecht gewesen, dem Leser zu verraten wie denn das “entsprechende Strassenschild” ausschaut?! Insbesondere da ja auch die zugehörige LVI Fotostrecke der Aktion dies nicht preisgibt.

Dies alles nur mal so als Tipp, ihr könnt es ja jeder Zeit ändern 😉

  1. nicht umsonst sind die Veröffentlichungen des MouvEco Stammgast in den Spalten des Neie Feierkrops, in der Rubrik “erëmgekroopt” []
  2. Ich stehe nach wie bass erstaunt vor der Tatsache, daß Gust Muller und daraufhin seine Gefolgsleute sich auf mich eingeschossen hatten, ohne dass wir über echte ideologische Differenzen verfügen. Beispielsweise sehen immer noch, sowohl die Gustianer (Anhänger und Zweckverbündete) als auch ich den Fahrradverkehrsplan der Stadt Luxemburg als eine gute Sache an. []

Zoff bei der Letzebuerger Velosinitiativ

Der geneigte Leser dieser Seiten weiß, dass meine Frau Heike und ich seit letztem Jahr Mitglied im Vorstand der Letzebuerger Velosinitiativ (LVI) , einem politschen Radfahrerverband in Luxemburg ähnlich dem ADFC in Deutschland, sind. Wir fanden im Januar 2006 eine bereits heillos zerstrittene Mannschaft vor und das ganze Jahr über schaukelten sich die Konflikte weiter auf. Unsere Versuche, uns aus den Streitigkeiten rauszuhalten misslangen, da wir ja auch aktiv mitarbeiten wollten so bei der Redaktion der Vereinszeitung “LVI – Info” und ich darüber in Konflikt mit dem herrischen Präsidenten Gust MULLER geraten bin. Denn ich tat das, was er behauptet hatte dass er begrüssen würde: Ich korrigierte ihre deutschen Texte, neben den Zeitungsartikeln1 hauptsächlich die Sitzungsprotokolle und die Pressemitteilungen2. Leider hatte er auch in diesem Punkt nicht gemeint was er sagt: meine Verbesserungen wurden zuerst nur zähneknirschend angenommen, später legte die Defacto-Sekretärin mir die Pressemitteilungen einfach nicht mehr vor (mit dem Erfolg dass sie auch nicht mehr gedruckt wurden 😛 ) und die Sekretärin weigerte sich weiterhin Protokolle zu verfassen *g*, sie konnten sich bei ihrer Verweigerungshaltung bald schon auf die Deckung durch den Vorsitzenden verlassen, auch wenn dieser notgedrungen immer wieder einräumen musste, dass meine Korrekturen angebracht gewesen seien.

Nun hat dieser Präsident Gust MULLER am 18.12.2006 einen Kommentar auf eine von mir mit entworfene vorstandsinterne, Positionsspapier genannte, Denkschrift veröffentlicht und dabei meine Kollegen und mich angegriffen. In dieser Notwehrsituation, angesichts der Tatsache dass ich kein so begnadeter Demagoge und Festzeltredner bin wie Gust MULLER sehe ich mich gezwungen, nun meinerseits meine Position an die Öffentlichkeit zu tragen. Auf seinen Brief erwiderte ich folgendes:

Lieeeebe Radfahrer,

Da trudelt also gestern die frohe Botschaft in meinen elektronischen Briefkasten:

Hurra! Unser herrlicher Präsident hat seine stetige Motivation wieder gefunden, nachdem er offenbar letztes Jahr ganz unbegründet erklärt hatte, unvermittelt den Vorsitz und damit sein Lebenswerk aufgeben zu wollen. Anschließend hat er, unter bis heute nicht glaubwürdig geklärten Umständen, den angekündigten sozialen Selbstmord dann doch nicht vollzogen.

Nun ist also die Katze aus dem Sack: Unser Präsident beweist seine Führungsqualitäten in dem er ein internes3 Dokument, das die Situation VOR dem Denktag zusammenfasste NACH diesem an Externe verschickt! Dies dann unter Verwerfung aller auf dem Denktag erzielten Kompromisse, unter Verstoß gegen alle Prinzipien die ihm zuvor heiligste Kühe waren (keine Diskussionen per Emailverkehr, keine Schmutzwäsche zum Aufhängen “nach draußen”), von den persönlichen Angriffen wollen wir gar nicht erst reden. Heißt es nicht: Pacta sund servanda, auf Deutsch Abmachungen sind einzuhalten? Zumindest für diesen Mittwoch (morgen), sehe ich mich daher außer Stande, mich mit diesem Wasserprediger und Weinsäufer4 den Comitéstisch zu setzen. Dies
auch, um die Möglichkeit zu eröffnen dass sich die Gemüter wieder
beruhigen.

Nun weiß es also jeder: im Comité liegt der Kamm auf der Butter! Wer wissen will warum, nähert sich dem Grund sicherlich am ehesten wenn er sich das inhaltliche Schlusswort des großen Vorsitzenden betrachtet. Hier erläutert er hellsichtig auf die Frage, wie die anstehenden Probleme bewältigt werden können:

Ganz sicher nicht indem man immer wieder neue Mitarbeiter sucht welche die
anfallende Arbeit ausführen sollen?

Genau das frage ich mich schon länger: Warum wollen nach und nach alle
Vorstandsmitglieder zwar noch als Bénévol für die Sache arbeiten, aber
nicht mehr ein- zweimal im Monat drei bis vier Stunden nach seiner
Dienstzeit opfern um Comitéssitzungen zu besuchen und sich die
"große-Gust-Show" antun? Das wird sich natürlich auch jeder fragen müssen,
der mit dem Gedanken spielte, vielleicht doch wieder zu kandidieren!

Daniel Erpelding,

volljähriger Radfahrer und Fremdernannter “Schriftgelehrter”5.

Hier noch die entsprechenden Dokumente, dem Leser zum besseren Verständnis

  1. Angeblich kamen meine Korrekturen immer zu spät und bei der neuen Nummer waren sie vergessen! Und so dürfen deutsche Leser sich nach wie vor Brüller wie diesen hier reinziehen: “90% unser Mitglieder unterstützen uns insbesondere wegen unserer Zielsetzung, die Bedingungen für Radfahrer im Alltag und in der Freizeit zu fördern“. Wer weiß, wenn man Bedingungen statt sie zu verbessern richtig gut fördert, dann werden sie bei guter Pflege eines Tages ja vielleicht mal ausgewachsene Rahmenbedingungen? []
  2. hier ein Beispiel für eine von mir dann nicht mehr korrigierten Pressemitteilungen. Die bekam ich nur noch “zur Kenntnisnahme” vorgelegt, hab aus Wut darüber meine blöden Kommentare dann doch nicht für mich behalten können. Zur Strafe für so viel Unverblümtheit sagte sie mir dann nicht, was ein “biologisches Croissant” ist. *g* []
  3. hier wäre das Synonym “innerlich” tatsächlich unangebracht []
  4. “Wasser Predigen und Wein saufen” ist eine deutsche Redenart und bedeutet: selber das Gegenteil von dem tun, was man öffentlich von anderen fordert! Hier: Gust fordert von mir, nichts ohne Rücksprache mit ihm an Aussenstehende weiterzuleiten, er selber verschickt seinen Kommentar aber wie selbstverständlich an genau jene. Zur Etymologie, der Spruch ist aus Heinrich Heine’s Gedicht “Deutschland, ein Wintermärchen” 1844), Beim zivilisierteren Heine wurde allerdings noch getrunken, nicht gesoffen. Diese studentische Steigerung ist meiner Wut zuzuschreiben .-) Erst später merkte ich, dass hier auch ein biblischer Begriff aus Mt 11,19 anklingt []
  5. Als Heike und ich ins Comité gewählt wurden hatten wir bereits einen Artikel fürs LVI Info nach den Wunschvorstellungen des Präsidenten aufgrund seiner Notizen geschrieben. Privat hat er sich zwar dafür zu bedankt, öffentlich aber höhnte er auf der Generalversammlung, nun würden ja wohl einige “Schriftgelehrte” in den Vorstand Einzug halten. Neben uns zwei’en traten noch Jo Simon, ebenfalls Ingenieur und Nathalie Schmit, zumindest mit den akademischen Weihen eines Baccelors (vergleichbar mit dem deutschen Vordiplom) ausgestattet, dem Vorstand bei. Möglicherweise erschreckte ihn diese Akademikerschwemme.

    Der Bibelkundige weiß natürlich um die negative Besetzung des Wortes Schriftgelehrter” im neuen Testament! Zumeist mit “Heuchlern und Pharisäern” in einem Atemzug genannt, tauchen sie als die spitzfinden Gegner von Jesus Christus auf und sind ihm doch unterlegen: Während sie, nur den Buchstaben des Gesetzes kennen würden, besitzt Jesus Wahrheit und lehrt mit Vollmacht! Oh mein Gott, er hält sich doch nicht etwa für?

    []