mehrere Fehler bei de Soy

Bei den Wappen der Familien de Soy ist bei Drucklegung des Armorial Loutschs wohl einiges schief gegangen:


Zunächst einmal hat die Illustration die auf Seite 739 für das Wappen der Lütticher Schöffenfamilie de Soy angegeben ist, mit der Wappenbeschreibung die der begleitende Text verbreitet überhaupt nichts zu tun. Es zeigt stattdessen einen Sparren, der im unteren Feld von einen Löwen begleitet wird, das ganze unter einen Schildhaupt welches mit drei Sternen belegt ist. Einige Varianten der Wappen der de Thierry sehen so aus.
Eine Zeichnung die zum Wappen passen würde ist dagegen auf der nächsten Seite (740) als Illustration des Wappens de Soy d’Assenois angegeben. Das Wappen der de Soy d’Assenois zeigt zwei Barben, Rücken an Rücken und in der Beschreibung zu diesem gibt Loutsch auf Seite 740 an, dass Nicolas Louis de Soy d’Assenois dem Beauftragten d’Hozier 1696 sein Wappen (das mit den Fischen) angab, und diese Angaben bekräftigte durch ein höchstwahrscheinlich ausgeliehenes Siegel. Und eben jenes Siegel zeigt das erwähnte Wappen mit dem Sparren, dem Löwen und den Sternen.

Schlimmer noch ist aber, dass es bei der Wappenbeschreibung (bei Soy auf Seite 739) wieder zu einer “azur-argent” Verwechslung kam, sie lautet für die Quadranten 1 und 4:
Ecartelé: aux I et IV d’argent à trois plumes d’autruche d’argent mouvant du flanc dextre,
also silberne Straussenfedern auf silbernem Hintergrund, was schlicht nicht sein kann. Hier ist einmal silber zu viel!
Ungewöhnlich auch: Loutsch gibt für dieses Wappen keine Quelle an, wohl aber für eine ähnliche Variante, die soll aus der Quelle Limbourg geschöpft sein. (Für die Variante gibt er keine Abbildung an).

Le Brum de Miraumont – branche cadette

Vermutlich falsche Zeichnung im AL auf Seite 509 beim Wappen
der Le Brum de Miraumont – branche cadette.

Die Blasonierung lautet:

Parti au I de gueules à la fasce d’argent chargé de trois poissons de sable (Le Brum) au II de sable à la rose d’or accompagnée de trois annelets d’or, rangés en chef (Monflin).

In der Zeichnung sind die drei annelets aber standardmässig 2-1 angeordnet. das Wörtchen rangés ist vermutlich überlesen worden. Die zweite Hälfte des Parti soll ja auch das Wappen Monflin sein, und dort sind die Ringe auch nebeneinander aufgereiht, sozusagen “rangiert”.

Prez d’Aye, Leoparden statt Löwen

Falsche Zeichnung im AL, auf Seite 654 für die Familie de Prez d’Aye. Im Feld IV sind zwei Leoparden abgebildet, statt, wie es im Text heisst “deux lions passants”.

Ich selber hatte den Fehler lange Zeit nicht bemerkt, das Wappen hatte ich schon am 9. November 2010 hochgeladen und sogar beschriftet. Ich entdeckte den Fehler erst jetzt, als in meiner Datenbank zur Erstellung des Wappens der Nassau-Orange eine Beispiel suchte, wo bei einem écartelé im IV Quadranten zwei Léoparden oder wenigestens zwei schreitende Löwen (lions passants) wären. Ich wusste doch dass ich sowas schon mal gezeichnet hatte!

Der vergessene Igel der D’Elévements

Auf Seite 335 führt Loutsch eine Familie d’Elevement oder Délevément (Schreibweise unklar) auf, wo die angegebenene Zeichnung der armes augmentées nicht mit der Beschreibung übereinstimmt.


Genauer gesagt fehlt bei Écartelé: aux I et IV à trois clous en pal, posés 2 – 1, aux II et III un chevron besanté. Sur le tout, comme ci-dessus.

hinter “posés 2-1” für die Nägel, die Angabe “surmonté d’un hérisson” (Igel).

Da Loutsch das Wappen, wo ein Grossteil der Farbangaben fehlt, nicht aus einem Wappenbuch, sondern direkt von mehreren Stempelabdrücken aus dem Staatsarchiv hat1, glaube ich nicht dass hier “le texte prime le dessin” gilt, sondern dass der Igel beim Blasonieren vergessen wurde.

  1. Seine Quellenangabe: Arch. Lux. Sect. Hist.: Nombreux cachets/Arch. Lux. not. Felten: cachet de Joachim-Joseph d’Elevémont, seigneur d’Everlange, 24-IX-1739).
    []

Tippfehler bei (de) Saurfeld, Sorfeld, Survelt, ou Strainchamps – variante 4

Im A.L. auf Seite 705, variante 4 des Wappens (de) Saurfeld, Sorfeld, Survelt, ou Strainchamps, steht:

(…), accompagnée de trois roses de gueukes, (..)

das muss natürlich “de gueules” heissen, klassischer Tippfehler bei QWERTZ Tastaturen.
Mehr Schwierigkeiten als dies als Tippfehler zu erkennen bereitete mir aber die Frage, wie das Wappen aussehen soll. Ich gehe mal davon aus, dass am Ast (branche) keine Eicheln dran sind, wenn “à la pointe du chef”, für mich also zwischen den Rosen, eine umgedrehte Eichel zu finden ist.

Leopard statt Löwe: Marchant

Die Familie Marchant sind einem grösserem Publikum vor allem bekannt als Schlossherren von Ansembourg bekannt. Loutsch gibt auf Seite 550 eine Version an, wo der übliche Löwe kein einfacher “lion” ist, sondern ein “lion léopardé” wäre.

Problem: die Zeichnung welche er hierzu beifügt zeigt allerdings zwei gelöwte Leoparden (Löwen die den Betrachter anschauen, anders als die üblichen die im Profil dargestellt werden), und keine leopardierten Löwen. Also gibt es einen Fehler, entweder ist der Text falsch, oder die Zeichnung.

Régnier

Bei der Angabe der Quellen gibt Loutsch zum Wappen Régnier an,

S.A.T. III, P. 202.
Sceau de Thilman Régnier, licencié, curé de Saint-Nicolas A. Luxembourg, 1445.

Eine Quelle S.A.T ist freilich nicht aufgeführt, da auf einer normalen QWERTZ Tastatur R und T sehr nach bei einander liegen, handelt es sich vermutlich nur um einen Tippfehler und gemeint wäre die Quelle

(S.A.R.): Jean-Théodore de Raadt: Sceaux armoriés des Pays-Bas et des Pays avoisinants (Belgique, Royaume des Pays-Bas, Luxembourg, Allemagne, France), 4 volumes, Bruxelles 1898 et ss.

Die übrigen Angaben :Band 3, Seite 202 würden dazu passen, ich habe den Fehler entsprechend korrigiert.

Ich nutze die Gelegenheit daraufhinzuweisen, dass ich ins Heraldiklexikon den Begriff “coq” = Hahn aufgenommen habe, um eine Stelle zu schaffen um die Wappen in denen ein solches Federvieh vorkommt zusammen zu stellen.

azur et argent, heraldische Schreibfehler

Mir ist aufgefallen, ein sehr häufiger Schreibfehler in französischen Wappenbeschreibungen ist der, dass die beiden Farbangaben argent (silber) und azur (blau) verwechselt werden. Die beiden Wörter klingen so verdammt ähnlich, vor allem für Leute denen beide Begriffe nicht oder nur wenig geläufig sind (z.B. für Drucker und Setzer) und die Wappen sehen bei Verwechslung so völlig anders aus!
Dr. Loutsch meinte z.B. beim Wappen der Bechu (AL Seite 215) sei genau das seiner Quelle (oder seinem Setzer und seinen Lektoren) unterlaufen und schlägt vor, statt blau doch mal Silber einzusetzen und schon hätten wir ein Wappen, das zu den heraldischen Regeln konform ist:

Ihm selber ist der Fehler allerdings auch mehrmals unterlaufen, wissenschaftliche Akribie und höchste Wachsamkeit schützen selbst einen Dr. Loutsch nicht vor dem Fehlerteufel. Etwa beim Wappen der Genimont wo die Beschreibung “D’azur (-sic-) au lion d’azur,” also einen blauen Löwen auf blauem Grund vorfinden will. Das kann schlechterdings nicht sein, eins der beiden azur musste falsch sein, aber welches? Zum Glück war der Gourdet1 in der Nationalbibliothek ausfindig zu machen, klarer Fall, der Löwe ist blau!

  1. L. Gourdet: Inventaire des Blasons de la province du Luxembourg d’après les sources monumentales, Gembloux, Duculot 1960. []