Schloss Ham(m) bei Bitburg

Home / unbekannte Wappen / Schloss Ham(m) bei Bitburg

Im Rahmen einer Wanderung mit dem IVV, organisiert vom Verein aus Wissmannsdorf, kamen wir auch an Schloss Ham vorbei. Hier sind ein paar schöne Wappen zu sehen:

zwei unbekannte Wappen aus Hautcharage

Home / unbekannte Wappen / zwei unbekannte Wappen aus Hautcharage

Einer meiner Leser, Alphonse Wagner bittet die Lesergemeinschaft um ihre Mithilfe beim Bestimmen von zwei unbekannten Wappen, hier schon mal das Foto (von Alphonse Wagner):

Aber lassen wir Phons Wagner selber zu Wort kommen:

Moien

wollt mol just bei Iech nofroen op där mer weider helfen kënnt bei der Léisung vun engem Rätsel:

Ech besëtzen een Dubbel-Wappen am Steen dat mäin Papp Enn de 50er Joërern beim Ëmbau vun méngem Elterenhaus zu Uewerkärjheng fonnt huet an der Entréesdier.

Bedingt durch d’Verklengerung vum Giewel (stung 3 Meter ze wäit an der Strooss) als Oblag vun der Geméng beim Kaf vum Haus ass him bei den Ofrëssaarbechten dëst Wappen an Händ gefall.

Hien huet zu sénger Zeit probéiert eraus ze fannen (ech war mat him souguer am Musee demols) awer et sollt hi m ni méiglech sinn eppes eraus ze fannen doriwer, sou bleift et lo un mär dest ze machen.

Die Baugeschichte des Hauses in Hautcharage ist unbekannt, aber es ist anzunehmen dass es bei der Errichtung des bürgerlichen Hauses Bauschutt mitverarbeitet wurde. Der kann durchaus auch aus dem nahen Frankreich stammen.
Ich schliesse mich Phons Wagner an, dass es sich wohl um ein Allianzwappen handelt (Ehemann: das nicht gerade selten vorkommende Cor de chasse + Familie der Ehefrau führt ein Wappen mit einer Armbrust). Wenn es sich um eine Luxemburger Familie handeln sollte, wäre meiner Meinung nach die Familie Lombard der heisseste Kandidat. Wer kennt die Genealogie dieser Familie?

Wer kann uns hier weiterhelfen?

Maximinus von Gülich

Home / unbekannte Wappen / Maximinus von Gülich

ist wohl der Abt von Sankt Maximinus gewesen, der das Refugium für sein Kloster 1661 in der Festungsstadt Luxemburg erbauen liess, und dessen Wappen dieses Gebäude ziert, in das heute das Staatsministerium eingezogen ist.

Johann Bertholet schrieb über ihn “Maximin de Gulich vit par les malheurs de la guerre son Monastére renversé de fond en comble, & mourut en 1679.“, er hatte das Refugium (=Zufluchtsort für seine Mönche innerhalb der Festungsstadt) nicht ohne Grund und wohl auch nicht umsonst erbauen lassen. Er hatte halt das Pech, ein Zeitgenosse Ludwigs XIV zu sein.

Wie sein Wappen genau aussah ist aber nach wie vor unklar.

Während das (farblose) Wappen am Staatsministerium ein standardmässig nach (heraldisch) rechts schauendes Pferd (oder Einhorn) in einer Landschaft zeigt, schaut das silberne Pferd (recht eindeutig, kein Einhorn) auf der Abbildung in der Tafel der Äbte, in die umgekehrte Richtung und die Landschaft ist verschwunden, der Hintergrund ist einfach blau. Wie Max Gülcher aus einer seiner Seiten berichtet, kommen in der Familie Gülcher (oder Gülich?) das Pferd in beiden Varianten vor, meistens mit einer Landschaft.

Maximinus von Gülich scheint, wenn wir diesem Artikel1 von der westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde glauben dürfen, seinem Neffen Alexander Henn sein Amt vererbt haben zu können.

  1. Inzwischen nicht mehr vorhanden. Link war http://www.genealogienetz.de/vereine/wgff/trier/Veroeffentlichungen/FamNach/Heft-16_2007_07.pdf []

Wappen am Staatsministerium

Home / unbekannte Wappen / Wappen am Staatsministerium

Im Herzen der Hauptstadt, an der Place Clairefontaine, da wo die Luxemburger in den 1990ern der verehrten “alten Großherzogin” Charlotte I ein Denkmal errichtet haben, dort prangt am Gebäude des Staatsministeriums ein unbekanntes Doppelwappen. Die Identifizierung des rechten bereitet keinerlei Probleme! Der Leser von Heraldik.be, der sich schon mal mit der Herkunft der Luxemburger Gemeindewappen vertraut gemacht hat, genauer mit dem von Leudelange und jenen von Lorentzweiler, erkennt es sofort: der Adler mit dem Brustschild mit dem gesattelten Bären; das ist das Wappen der ehemaligen Reichabtei Sankt Maximin!

Zur Erläuterung: Der heilige Maximinus, Bischof im konstantinischen Trier und guter Freund und Glaubensgenosse des hochangesehenen, heiligen Kirchenvaters Athanasios hatte auf einer Reise seinen Packesel verloren, weil er Bär ihn gerissen hatte, also bestrafte der heilige Mann das Tier auf der Stelle, in dem er es zwang, an seiner Statt das Gepäck zu tragen. Der gesattelte, oder beladene Bär wurde so zu seinem Attribut (Markenzeichen), und fand so Eingang ins Wappen der Abtei, die später nach ihm benannt wurde. Der heilige Remakel, auch hier aus der Gegend unterzog einen Wolf der gleichen Strafe, was sich im Wappen der belgischen Gemeinde Wellin wieder findet.


Puristen werfen möglicherweise ein, der Doppeladler wäre nicht in ein Schild eingefasst, und ausserdem prangt da ja noch die Reichskrone über dem Vieh! Nun gerade letzteres werte ich aber als Indiz dafür, dass es sich wirklich um das Wappen der Reichsabtei handelt! Auf Wikipedia kann man über die Reichsabtei nachlesen, dass Sankt Maximin gerade im 17. Jahrhundert mit Kurtrier um seine Reichsunmittelbarkeit, also um seine Unabhängigkeit focht. Sie verlor den Kampf erst 1699. Ein selbstbewusster Abt als Bauherr des Gebäudes könnte also 1663 mit der Reichskrone seinen Anspruch gegenüber dem Bischof betont haben wollen, dass seine Abtei und deren Güter direkt dem Kaiser unterstehen…

Aber wer war er? Wir haben:

  • die Inschrift G.A.S.M. A. 1663. Letzteres deute ich mal als Jahr der Errichtung des Gebäudes und A.S.M. als “Abtei (auf latein?) Sankt Maximinus”1. Aber der Rest?
  • Und das Wappen! Zu sehen ist ein Pferd (cheval) oder möglicherweise ein Einhorn (licorne) wenn wir annehmen, das Horn wäre abgebrochen in einer Landschaft.

Dr. Loutsch hatte seinem Werk eine Aufstellung angehangen, welches Meuble in welchem Wappen vorkam, eine sehr, sehr hilfreiche Massnahme für den Heraldiker, der ein (ihm) unbekanntes Wappen bestimmen will. Michel Pastoureau hat ihn (u.a.) dafür in seinem Traité d’héraldique auch ausgiebigst belobt, aber leider ist unter den dort angegebenen Wappenträger kein Abt, weder fürs Pferd, noch für das Einhorn. Nun habe ich schon beim Wolf bemerkt, dass dieses Tabelle nicht immer vollständig ist, drum wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, eines Tages, wenn ich den Loutsch mal ganz durchgeblättert habe, doch noch auf das Abtwappen zu stossen.

Eine andere Idee, wäre, eine Liste der Äbte aufzutreiben! Hier führt die Spur ins Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Trier, dort existiert wohl ein Gemälde mit den Äbten und, so wie es aussieht ihren Wappen! Na dann wollen wir mal sehen 😉

Nachtrag 11.4.2010
Ich war jetzt im Museum und habe das Bild gesehen, es war Abt Maximinus von Gülich. Er ist auf dem Gemälde mit seinem Wappen, einem silbernem Pferd auf blauem Grund dargestellt. Allerdings schaut das Pferd auf dem Gemälde in eine andere Richtung als jenes auf dem Gebäude, und auch die Frage ob es nicht vielleicht ein Einhorn ist lässt sich nicht klären, die Abbildung auf dem Gemälde ist sehr klein (höchstens 10cm x 10cm, hab mich nicht getraut nachzumessen 😉

Mit dem Namen des Abtes, war dann auch google in der Lage, eine Seite des Athenäums Luxemburg mit dem Titel “Latein auf Stein” zu finden, wo die Inschrift schon mal im Netz erläutert worden war.

  1. kann leider kein Latein, falsche Ausbildung []

de Breitscheid

Home / unbekannte Wappen / de Breitscheid

Ich konnte im Armoirial du Luxembourg von Dr Jean-Claude Loutsch jetzt kein Wappen finden, welches dem entspricht, das sich auf der Taak von Udo Braker befindet. Aber so ein Wappen wird oft variiert, manchmal sogar nur, weil der Künstler es so wollte. die Kreise (Tourteaus oder Bésants) könnten z.B. Sterne sein, das Weizenbündel ein Kleeblatt?

Das Wappen der de Breitscheidt kommt dem Wappen, das sich auf der Taak befindet am nächsten:

D’azur au chevron d’or, accompagné en chef de 2 étoiles (à 5 ou 6 rais) du même, en pointe d’un trèfle tigé et feuillé de deux feuilles d’argent mouvant d’une terrasse du même.

Aber vielleicht stammt die Ofenplatte ja gar nicht aus dem Gebiet des alten Herzogtums Luxemburg? Auf der anderen Taak ist jedenfalls das königlich französische Wappen zu sehen. Wenn sie zusammen gehörten?