Zur REEL 1997 in Aachen

ein Beitrag von Daniel Erpelding und Michel Asorne

1997, das ist dieses Jahr, sucht die REEL zum ersten mal seit 1990 (Kaiserslautern) wieder eine deutsche Stadt heim. Und wieder ist es eine Stadt dessen luxemburgischen Studenten hauptsächlich Ingenieurwissenschaften studieren und über einen kampfstarken "Club" verfügen. Hoffen wir daß sie mindestens genausogut gelingt wie Kaiserslautern. Wir wollen den Austragungsort (Aachen) und die Veranstalter (AVL) dieser REEL hier kurz vorstellen:

Etwas Geschichte

Obwohl, schon zur Keltenzeit besiedelt, zur Römerzeit Badeort und Garnisonstadt, tritt Aachen erst im Frühmittelalter ins Rampenlicht der Geschichte und das sogar als zeitweilige Hauptstadt Europas!

Daß Aachen heute eine Großstadt und kein deutsches Bad Mondorf ist, verdankt es einigen Zufällen rund um einen Mann und seine Alterskrankheit: der gischtgeplagte Frankenherrscher KARL (747 bis 814), den schon seine Zeitgenossen "der Großen" nannten. Nachdem der Sohn des Usurpators Pippin der Kurze (7.. bis 7..), alle Verwandten auf erstaunlich humanitäre Art und Weise beseitigt hatte (er ließ sie scheren und ins Kloster stecken, im Gegensatz zu seinem mystischen Vorgänger, dem ersten Frankenkönig Chlodwig (466 bis 511), der bevorzugte den glatten Mord) und er ganz Westeuropa bis auf die britischen Inseln unterjocht hatte, verfiel er, oder besser die intellektualisierenden Kleriker mit denen er sich bevorzugt umgab; die "Akademiker" verfielen auf den Gedanken, daß Karl den Titel eines römischen Kaisers annehmen, und als deren Nachfolger auftreten sollte. Karl war schon alt, und wollte nicht mehr wie seine Vorgänger von Pfalz (Residenzstadt der alten Franken) zu Pfalz ziehen, sondern sich eine Hauptstadt wählen. Rom schied aus, da hier bereits der Papst residierte, neben dem Karl befürchtete auf Dauer zu verblassen. Trier und Köln, die beiden nächst größeren Städte in seinem Machtbereich, waren Hauptstädte römischer Provinzen gewesen, ihre Wahl hätte bedeutet, sich als Statthalter der Kaiser von Byzanz zu betrachten. Er wählte Aachen, wo er bereits eine Pfalz unterhielt wegen der "heißen alkali- und schwefelhaltigen Kochsalzquellen". Das Bad in diesen konnte seine Gliederschmerzen lindern und zudem konnte er in den Wäldern der Umgebung ausgiebig jagen. Auch mögen Heimatgefühle mitgespielt haben, immerhin war Karl im benachbarten Heristal (Verviers), was soviel wie "Herrenstall" bedeutet geboren und vermutlich auch aufgewachsen. Nebenbei bemerkt diese Quellen helfen außerdem noch gegen Ischias, Rheuma, Hauterkrankungen, Herz- und Kreislaufstörungen und liefern den Grundstoff für die Getränke beim "Byzutage" oder "Aweihung" welchem die Luxemburger Studenten in Aachen ihre Neulinge zu unterziehen pflegen. (s.u.)

Bald nach Karls Tod wurde sein Reich unter seinen Enkeln aufgeteilt. Der östliche Teil betrachtete sich schon bald als deutsches Kaiserreich und seine Herrscher bestanden darauf in Aachen gekrönt zu werden (bis 1531), eben weil der erste Kaiser Karl der Große von hier aus geherrscht hatte. Im Mittelalter war der Kaiserthron öfters umkämpft. Wegen der hohen symbolischen Bedeutung, die Aachen als Krönungsstadt, und als Aufbewahrungsort der sogenannten Reichsinsignien (Originale in Wien, Repliken davon können aber im Rathaus besichtigt werden) wurde Aachen, von allen Parteien gehätschelt und mit Sonderrechten bedacht, um sich ihre Einwohner gewogen zu machen. Kaiser Friedrich I, genannt "Barbarossa", gab sich damit allein nicht zufrieden und befahl den Aachenern innerhalb von vier Jahren eine Stadtmauer zu errichten, die sie auch selbst bezahlen dürften. Aus dem Grund fiel sich denn auch viel zu klein aus, und behinderte die Entwicklung zu einer richtigen Großstadt das ganze Mittelalter lang. Vielfältig waren die Handelsbeziehungen, welche die freie Reichsstadt Aachen dank ihrer Privilegien und Freiheiten aufbauen konnten. Da die Aachenern diese nicht erkämpft sondern sie ihnen geschenkt worden waren, sahen die Bürger der anderen freien Reichsstädte, vor allem die Kölner zu der stets ein gewisse Konkurrenzbeziehung bestand, denn auch immer ein wenig auf die Aachener herab.

Aachen ist sehr katholisch! Das sieht man schon von weitem an dem, zusammen mit über den sogenannten Katschhof verbundenem Rathaus die Silhouette der Stadt dominierenden Dom. Dessen ältester, mittlerer Teil wird seiner Form wegen Oktagon genannt, sein Bauherr ist, wie kann es anders sein: Karl der Große. In Europa gibt es übrigens nur drei "achteckige Gotteshäuser" aus karolingischer Zeit. Neben Aachen und Reims: die Schloßkapelle von Vianden. Wegen ihrer symbolträchtigen Rolle als Kaiserstadt wird das vorübergehend protestantische gewordene Aachen 1614 mit Waffengewalt (vom spanischen Feldherren Spinola) zum Katholizismus wiederbekehrt. Folgerichtig werden die Aachener zu den verwendesten Verfechtern dieser Konfession. Katholische Bigotterie ward für lange Zeit ein gehöriger Teil des Aachener Lokalpatriotismus, sichtbar an den vielen Kirchen. Die Einwohner der viel unbedeutenderen Nachbarstadt Düren spielen darauf an nicht (und geben ihrem Neid freien Lauf) mit dem Spruch: "Wenn es in Aachen nicht regnet, läuten die Kirchenglocken". Womit eine weitere Besonderheit dieser westlichsten deutschen Großstadt angeschnitten wäre: Aachen ist die niederschlagreichste Stadt Deutschlands, was fast alle neuen Studenten beklagen, außer uns Luxemburgern; wir sind schlimmeres gewohnt!

Die Reformation in Deutschland, leitete mit den oben genannten Ereignissen den Niedergang der Stadt Aachen ein. Die alle sieben Jahre stattfindende Heiligtumsfahrt (Wallfahrt zum Aachener Dom) konnte auch nicht wett machen, daß die Kaiser nun nicht mehr in Aachen gekrönt wurden. Der Stadtrand von 1656 zerstörte Aachen zu 90%. Aachen, nun als barockes Schmuckstück wieder aufgebaut widmete sich nun fast ausschließlich dem Badebetrieb welcher seinen Höhepunkt im 18. Jahrhundert fand. Erst die Industrialisierung nach 1815, als Aachen preußische Provinzstadt wurde, ermöglicht wieder einen Aufstieg. Die Industrialisierung hatte, von England ausgehend über Belgien in Deutschland als erstes Aachen erreicht. In der Nähe (Eschweiler ) wurden Kohlevorkommen entdeckt, Aachen an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen und als Krönung dieser Entwicklung 1870 das "Rheinisch-Westphälische Polytechnikum zu Aachen" gegründet. Diese Ingenieurschule, bald in die RWTH (Rheinisch-Westfälisch Technische Hochschule) umgewandelt, erhielt ihre große Bedeutung zunächst in den Fächern Chemie, Bergbau und vor allem Hüttenwesen. Um 1930 war ein Drittel aller Hütteningenieure in Deutschland im Besitz eines Aachener Abschlusses. Auch die Luxemburger kamen nun endlich nach Aachen. Gleich der allererste Absolvent der RWTH war ein Luxemburger (Pierre Mouris) und nachdem die beiden Sprößlinge der Hüttenwerksbesitzerfamillie Metz Emil Mayrisch (1881 bis 1885) und sein Vetter Emil Metz (1885- 18919 in Aachen studiert hatten, war es für die Luxemburger "Schmelzeningenieuren" fast schon ein Must, auch hier ihren Titel zu erwerben. Aachen wurde dadurch die erste deutsch Universitätsstadt des Industriezeitalters die mit einem größeren Kontingent Luxemburger Studenten konfrontiert ward. Schon 1886 gründeten letztere hier einen Studentenverein, welcher bis 1891 bestand und seit 1897 existiert der "akademische Verein d` Letzebuerger" (AVL) dessen 100 jährige Existenz, bedingte daß der diesjährige Austragungsort der REEL Aachen wurde.

Bevor wir uns der speziell die Studenten interessierenden Seite Aachens widmen, sei die Geschichte unserer bemerkenswerten Stadt noch schnell zu Ende erzählt. Nach dem ersten Weltkrieg trat Deutschland die Gebiete Eupen und Malmedy an Belgien ab wodurch Aachens Lage als Grenzstadt verschlimmert wurde, weil es seine Direktverbindung zum Luxemburger Erzbecken verlor, weshalb seine Stahlwerke unrentabel und geschlossen wurden. In der Zeit der Weimarer Republik war Aachen von belgischem Militär besetzt, was den Nationalsozialisten bei den Studenten Auftrieb verschaffte, nicht jedoch in der Stadt selbst, die eine Hochburg der katholischen Zentrumspartei blieb. In der Nazizeit hatte Aachen das Privileg, wegen ihrer Verehrung für den angeblichen Sachsen(Germanen-!)schlächter Karl den Großen, die einzige deutsche Großstadt zu sein, welche nie vom Führer besucht wurde, und folgerichtig als eine der wenigen ist, welche diesen nicht zu ihrem Ehrenbürger ernannte. (Dafür dann den dicken Göring) Allerdings nicht deswegen, sondern weil es die erste deutsche Stadt war, die ab Oktober 1944 von den Alliierten belagert wurde, befahl dieser Aachen müsse "bis auf den letzten Blutstropfen verteidigt werden" um die Alliierten zu entmutigen. Die SS tat dies gerne, und somit bedeutete die dennoch erfolgte Eroberung durch die Amerikaner Pattons die 80% Zerstörung der Stadt. Dafür aber wird Aachen die erste deutsche Stadt der Nachkriegszeit sein, mit einer demokratischen Regierung und der ersten freien Zeitung (Aachener Nachrichten).

Nach dem zweiten Weltkrieg tut sich Aachen besonders gerne mit internationalem Flair hervor. Hierbei helfen das Reitturnier CHIO (Concours Hippique Internationale et Officielle) und gerade auch der Karlspreis, der jedes Jahr an Persönlichkeiten, aber auch Körperschaften vergeben wird, die sich besonders um die europäische Einigung verdient gemacht haben, so auch 1986 an "das luxemburgische Volk", ein Entschluß den die Aachener Polizei sicherlich schon oft zum Teufel gewünscht hat, erlaubte er doch schon so manchem Parksünder und fröhlichen ruhestörenden Zecher, von dieser eine "einem Karlspreisträger würdige Behandlung" einzufordern. (Selbstverständlich neben dem Hinweis auf noch nicht bezahlt Kriegsschuld)

Die Hochschulen

die Gebäude der RWTH sind über das ganze Stadtgebiet verteilt, die wichtigsten konzentrieren sich aber um den Tempelgraben und das sogenannte Pontviertel. Die RWTH umfaßt heute zehn Fakultäten (eine davon, die Pädagogik nur noch auf dem Papier) und gebietet über ça. 30.000 Studenten, die meisten im Ingenieurbereich (III Bauwesen IV V Metallurgie / Bergbau, VI Elektrotechnik), auch bei den Luxemburgern in Aachen immer noch bevorzugt. Es waren Ende der 80er Jahre schon mal mehr Studenten. Schuld ist hier sicherlich die Wirtschaftskrise unter der die Ingenieurstudiengänge, stets besonders zu leiden haben, denn in früheren, besseren, Jahren hatten viele diese Richtung gerade deshalb gewählt weil sie ihnen zumindest einen sicheren Arbeitsplatz zu garantieren schien.

Weitere Studiengänge

Daneben gibt es natürlich noch die Fakultät I (Mathematik/Physik/Informatik), gerade die beiden letzteren erfreuen sich mittlerweile endlich auch bei den Luxemburgern einer steigenden Beliebtheit. Fakultät II Architektur hat immer noch das Problem daß der Zugang zu diesem Studium über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) geregelt wird, genau so wie Fakultät X (Human- und Zahnmedizin). Diese genießt allerdings einen wissenschaftlichen Ruf der seinesgleichen sucht, ermöglicht durch das 197. Errichtete Aachener Klinikum welches in Melaten im Westteil Aachens liegt. Hier befinden sich auch eigene Wohnheim für (allerdings nicht nur ) Medizinstudenten und Schwesternschülerinnen.

Berühmt dann noch die Fakultät Philosophie (VII) und berüchtigt ihre berüchtigte Fachschaft die sieben/eins, das letzte Refugium der Schräglinksintellektuellen an der Hochschule. (Alle anderen Fachschaften gebärden sich heute völlig normal!) Hinter "Philosophie" verstecken sich natürlich jede Menge Studiengänge wie Germanistik, Psychologie, Geschichte, Baugeschichte usw. welche hier nicht alle aufgeführt werden können. (Genauere Angaben siehe Informationsheft des DAAD.) Da die Papiertiger, die Pädagogen No IX sind, wer fehlt dann?

Richtig! Die VIII) ist die Fakultät für Kameralwissenschaften, besser bekannt unter den Bezeichnungen BWL und VWL.

Stirb UNEL stirb

Vorbemerkung: Dies ist die elektronische Reproduktion eines Artikels den ich 1997 schrieb und den die damalige Unel auch in ihrer Zeitschrift veröffentlichte. Ich war 1993 in die UNEL eingetreten, weil ich sie sich gerade entideologisiert hatte und nun auch für nichtlinke Studenten wie mich, wieder eine ernstzunehmende Alternative zur ACEL geworden war. An letzterer störte mich z.B. dass ein Studentenverein mit 20 Studenten genausoviel Gewicht hatte, wie Brüssel (300 Studenten), Strasbourg (250 Studenten) oder eben Aachen (150 Studenten), das ich vertrat. In der UNEL war hingegen die Mitgliedschaft persönlich, ich sah in ihr durchaus das Potential dass es ein Massenverein werden könnte.
Vier Jahre nach meinem Beitritt zur UNEL merkte ich aber, dass die Entideologisierung aber wieder entwich. Die Linken wollten IHRE Bastion zurück, aber bitteschön trotzdem behaupten können, für alle Studenten zu sprechen. Diese Flügelkämpfe hatten in den 1970er dazu geführt dass die UNEL in die Bedeutungslosigkeit abrutschte und in den 80er der ACEL das Feld überlassen musste.
Der unten stehende Artikel gibt meinen damaligen Frust wieder. Ich ärgerte mich vor allem, dass ich erkennen musste, dass ich mich geirrt hatte: die Spitze der UNEL war zwar intellektueller, engagierter und ehrlicher als die der ACEL, aber der Verein war nach wie vor nicht massentauglich, die UNEL würde bedeutungslos bleiben.
Zu den heutigen Verhältnissen, trifft dieser Text aber keine Aussage, die sind mir nicht so richtig bekannt.
Ich begann damals den Text mit einer Bibelstelle, die ich als Kind oft gehört hatte, denn unser Pfarrer liebte diese Passage.
22. September 2013

Stirb UNEL stirb

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Evangelium nach Johannes 12,24.

Ausgangspunkt

Auflösen? Um es gleich vorweg zu nehmen, ich werde nicht unbedingt für die Auflösung der UNEL, plädieren, wohl aber dafür daß gänzlich neue Wege beschritten werden und daß die UNEL sich daran erinnert daß sie kein Selbstzweck ist sondern einem höheren dient: Die Interessen ALLER Luxemburger Studenten optimal zu vertreten. Also jetzt noch mal die Essenz von Johannes 12,24 für Darvinisten: Gelegentlich müssen Individuen sterben damit die Spezies überlebt, auch oder gerade wenn das Individuum schon so alt ist wie die UNEL (gegr. 1920).

Stirb UNEL! Doch welche soll sterben? Es gab schon so viele:

  • Die UNEL aus den Vorkriegstagen (siehe UNEL History in UNEL-Forum 1,2/97), das ungeliebte Zweckbündnis der Pfaffenfresser aus der ASSOSS mit den Katholen der ALUC, welche damals noch ACEL hießen? TOT!
  • Die UNEL der 50er Jahre, der Dachverband der "Folklorevereine", der ASSOSS und der ALUC? Der Verein vom dem ein zur Unkenntlichkeit verzerrtes Abbild 1984 aus dem Nichts auftauchte und sich ACEL nennt? TOT!
  • Die UNEL der 60er Jahre, der Massenverein mit manchmal bis zu tausend Mitgliedern? Der einzige Zusammenschluß in der Luxemburger Geschichte der mit Fug und Recht von sich behaupten konnte für alle Studenten zu sprechen, und dies mitten im kalten Krieg? TOT!
  • Die UNEL der 70er Jahre, die eine Gewerkschaft werden wollte und doch nur ein sozialistischer Debattierklub von Utopisten wurde? Wo die Kommunisten solange dominierten, nach dem sie ihren eigenen Verein, die ASSOSS, bereits zu Schrott gefahren hatten, bis auch die UNEL zur Bedeutungslosigkeit heruntergewirtschaftet war? TOT, mit gelegentlichen Zuckungen der verrotteten Glieder!
  • Die UNEL der 80er Jahre, die ihre ganze Existenz begründete als eine Alternative zur ACEL, welche die ACEL Leute "Billy-Club!" beschimpfte und doch den Kürzeren zog? TOT! (Bis auf zwei Relikte, den CAR und Theid)
  • und die UNEL der 90er Jahre? "Klinisch TOT!" meint Fränk Engel, der seine Zukunft längst bei einem anderen Verein gefunden hat.

In der Tat sie vegetiert bloß noch. Doch was geschah nun in den 90ern? Dazu müssen wir etwas weiter ausholen; zwei Ereignisse bestimmten die Ausgangssituation:

  1. Der Sieg der ACEL, es waren im wesentlichen ihre Vorstellungen, welche bei der neuen Regelung der "Aide financière" zum tragen kamen.
  2. Mit dem Ende des Kommunismus als Staatsform in Europa wurde hier die links/rechts Frontstellung aufgelockert, es gab eine ideologische Entkrampfung.

Herkunft der UNEL Militanten in den 90ern.

Dank Ereignis 2) fanden nun wieder Studenten aller Couleur zur UNEL, oder anders gesagt, es gab eine Öffnung der UNEL nach rechts. Einige dieser Rechten sind solche, die vor 25 Jahren noch zur ALUC gegangen wären. Letzere hatte nach ihrer Niederlage in den frühen 70ern wieder ihre Religiosität in den Vordergrund gestellt, konservative Areligiöse blieben außen vor. Zu diesen Rechten sind aber auch die Neuen Grünen” zu zählen, jene die ohne marxistische Vorschulung zu grünen Positionen gelangt waren.

"Völlig normale, unpolitische Leute", mich selbst betrachtete ich damals als solchen, fanden zur UNEL aus Enttäuschung über die ACEL, deren größtes Manko die unpersönliche Mitgliedschaft ist! Diese bedingt oftmals eine mangelhafte demokratische Legitimation der Delegierten und ergo des ganzen Vorstandes. Auslöser bei mir, war ihre Unfähigkeit, den abgespalteten damals größten Zirkel, den Brüsseler CELB, wieder in ihr Lager zu ziehen obwohl die Ursache für die Spaltung, die persönlichen Differenzen zwischen den Ex-Präsidenten längst Geschichte waren. Die ACEL verlangte Unterordnung wo Kompromißbereitschaft erforderlich gewesen wäre.

Die UNEL erlebte ihre, zugegeben kurzlebige, Renaissance. In allen Städten fanden sich Werber. "Der UNEL-Mann ist ein sympathischer dufter Kumpel, und so engagiert, dem kaufe ich mal eine Mitgliedskarte ab,

schließlich kauft er auch immer diese dämlichen Lotterielose von meinem Handballclub." So kam die UNEL zwar zu einem ansehnlichen Mitgliederstamm (1993 etwa 350), quer durch den studentischen Garten, blieb aber ein Leichtgewicht. Es nutzte ihr ihre ganze Diskussion um das Wesen der ACEL nichts, diese ließ sich nicht verdrängen, das aber wäre erforderlich gewesen um die weitere Entwicklung zu verhindern. Hätte die UNEL jemals, nach dem Vorbild amerikanischer Homosexuellenverbände eine Mitgliederliste publiziert, die studentische Welt hätte aufgejault wieviel REEL-Prominenz da als linke UNEL-Socken geouten worden wäre. Natürlich hätte das, genau wie ja bei den Schwulen auch, nur böses Blut gemacht, und nichts gebracht!

Und dann (1995) gelang endlich die Annäherung an die ACEL. Es wurde die Table Ronde Nationale (TRN) mit ACEL, UNEL; ANEIL und ALUC aus der Taufe gehoben. Die UNEL strebte damals (1995, 1996) eine Fusion an, diese wurde von der ACEL, dem stärkeren Partner aber abgelehnt, was sie wollen ist Unterordnung!

Der Herbstkongreß

Doch nun hat sich die Situation wieder geändert. Die CSJ- Schüler a Studenten bedienen seit 1995 das rechte Spektrum. Sie hatten der UNEL sogar ihren Präsidenten abgeworben. Obwohl diese ihren Parteigenossen die Doppelmitgliedschaft nicht verbietet, die UNEL driftete dadurch automatisch nach links und verlor erheblich an Repräsentativität. Es hieße allerdings wieder die CSJ-SaS überzubewerten, wollte man sie verantwortlich machen für das Trauerspiel das die UNEL alljährlich zelebriert und sich Kongreß nennt:

Die Bezeichnung "erweiterte Vorstandssitzung" ist zutreffender. Seit vier Jahren bin ich auf diesen Kongressen das Volk, will sagen der einzige Teilnehmer der nicht im Bureau sitzt, saß oder Vertreter des CAR ist. Die Debatten fielen spärlich aus, im wesentlichen wurde nur der Ist-zustand beklagt, wie schon so oft in den letzten acht Jahre wollen ein paar Novizen wieder ausschwärmen neue Mitglieder suchen (Stichwort: Lokalsektionen), doch sie werden nur zahlende, inaktive Ehrenmitglieder finden. Jang Sinnierte noch über einen neuen Maßnahmenkatalog, das gemeinsame Positionspapier mit der ACEL; dabei ist der alte noch nicht umgesetzt, von den meisten sogar noch nicht einmal gelesen. Ja in der Papierproduktion, da waren wir immer gut! Irgendwie mußte ich dauernd an die “Volksfront” von Judäa, aus dem Monty Python- Streifen: "The Live of Brian” denken:

  • "… wir sollten also aufhören mit Reden und endlich handeln”
  • "Ganz richtig! meine Herren das erfordert eine sofortige Diskussion”.

Ich dachte mir, so kann es nicht weiter gehen und machte, einer spontanen Eingebung und einem konspirativen kurzen Plausch mit Mr. X folgend, beim Punkt "Divers" den einzigen konstruktiven Vorschlag der uns endlich aus der Misere heraus führen könnte:

Die UNEL soll ihre Mitgliedschaft bei der ACEL beantragen!

Es war eine Eingebung und ich konnte meinen Schritt da noch nicht erläutern, die anderen stuften ihn als eher destruktiv ein und das Ergebnis war: zwei Stimmen Dafür, sechs dagegen und eine Enthaltung. (Soviel dazu wie sehr der Kongreß besucht war)

Doch die UNEL kommt um ein Tabula Rasa nicht herum! Es fruchtet nichts eine Verschwörungstheorie zu bemühen und diesem Vorschlag, ebenso wie die direkte Konsequenz seines Scheiterns denjenigen von Fränk Engel: “Auflösung des Vereines“, als bloße feindliche Aktionen “der bösen Rechten” abzutun, die horrenden Probleme wegzuerklären und so zu tun als wäre nichts gewesen, die Tatsachen bleiben:

  1. Niemand besucht unsere Kongresse.
  2. Kein Student, nicht einmal unsere Mitglieder, nimmt noch unsere Resolutionen zur Kenntnis.
  3. Im Gegensatz zur UNEL wird die ACEL nicht so ohne weiteres verschwinden können. Solange es den Vereinen gut geht wird es auch eine ACEL geben.
  4. Wir waren die bessere Alternative zur ACEL aber, zu hoffen sie so irgendwann ausstechen zu können (und ihre Pfründe zu übernehmen) ist illusorisch, wäre dies möglich, hätten wir es längst
    geschafft!
  5. Wenn wir mit der ACEL nur kooperieren, erreichen wir bloß daß diese sich mit unseren Federn schmückt (Maßnahmenkatalog) oder unsere Ideen kopiert (E-mail Liste)
  6. Kein gewöhnlicher Student blickt durch im Dschungel der vielen Organisationen, die vorgeben sich um sein Wohl zu bemühen. Würden große Aufklärungsaktionen Besserung bringen hätten wir das längst geschafft!
  7. Auch nach sieben Jahren Perestroika, sechs Jahren Postkommunismus mehreren grünen und sogar einem schwarzen konservativem Präsidenten (CSV) werden die UNELaner den Ruch, Ex-Kommunisten zu sein nicht los, so unsinnig eine solche Annahme auch ist. Doch wenn die Hälfte unsere Zeitung aus Berichten über anspruchsvolle Urlaubsreisen unserer Mitglieder auf Kuba besteht?
  8. Andererseits, die ACEL konnte uns auch nicht vernichten, aber wir laufen eher Gefahr zu verhungern; da helfen keine internationale Kontakte. Wenn die wüßten was für ein Papiertiger wir sind.

Heißt es denn nicht: "Wer nicht siegen kann, der muß sich verbünden" ? Aber ja doch, Fusion ist Fusion, ordnen wir uns ruhig unter! Die Organisation (oder ihr Name) ist nicht so wichtig denn die Politik die sie betreibt, und die hängt von den Personen ab.

Doch stehen die anderen denn besser da?

Nein, keineswegs, aber was heißt das schon? Nichts! Dem besoffenen Unfallfahrer rettet der Verweis auf den ebenfalls betrunkenen Unfallgegner auch nicht den Führerschein.

Betrachten wir nur unsere direkten Konkurrenten:

  1. Die ALUC, wird immer weniger Einfluß haben. Bei dem (von ihr nicht) heraufbeschworenen gesellschaftspolitischen Streit um den Einfluß der katholischen Kirche könnten sie zwar
    noch einmal kurzfristig mehr Militanten um sich scharen. Immer aber wird sie nur eine Strömung vertreten und mehr will sie ja gar nicht. Deshalb wird dieser Verein mit Sicherheit überleben.
  2. Die ACEL, tausend mal wurde es gesagt aber man kann es nicht oft genug wiederholen, ist gar kein Verein sondern ein Dachverband. Wohl schmeißen ACEL Vertreter immer wieder mit ihren berühmten “3000 Studenten” (wer
    die wohl gezählt hat?), die angeblich Mitglieder in den Mitgliedsvereinen sein sollen, in der Presse um sich, privat geben sie aber ohne weiteres zu daß ihre Legitimation zweifelhaft ist. Schon 1991, 1992 hatte die ACEL das Problem daß die Mitgliedsvereine sich einen Dreck um die ACEL-Arbeit scheren. Delegierte werden nicht gewählt sondern ernannt, manchmal ernennen sie sich auch selber. Seit langen hat auch bei der ACEL der “Absenteismus” eingerissen, trotz Aufgabe des allgemeinpolitischen Mandats. Die ACEL hat keinerlei Handhabe gegen “faule” oder falsche Delegierte, sie hat Angst, würde sie hart durchgreifen kämen selbst diese nicht mehr. Aber sie hat ihren wesentlichen Trumpf, die REEL. Von deren Gelingen hängt die ganze ACEL ab, denn die REEL macht sie bekannt. Jedes Jahr aber ist es eine Zitterpartie: wird sich ein Verein finden der sie organisiert? Lediglich diesmal hatte sich der Aachener AVL schon vor sieben Jahren erboten (auf der REEL in Kaiserslautern), sie in seine 100-Jahrfeier zu integrieren.

Die Akademikerarbeitslosigkeit

Es gibt also gar keinen Massenverein, aber nur ein solcher wird ernst genommen. Woher dieser beklagenswerte Zustand? Die Antwort ist ganz einfach: die Masse der Studenten hat einfach kein Interesse mehr an studentischer Politik weil sie sich nicht betroffen spüren! Die “Aide fin.” wird ausbezahlt das einzige das alle Studenten noch bedrückt ist die Aussicht, selbst nach erfolgreichem Studium arbeitslos zu sein.

Denn vor 20 Jahren kam sie, die Akademikerarbeitslosigkeit und hat die gesellschaftliche Rolle, welche Studenten heute noch spielen dürfen definitiv festgelegt. Nach dem Studium ein gefragter unentbehrlicher Mann (oder Frau) zu sein war aber zu allen Zeiten die Grundvoraussetzung welche die Studentenschaft zur einzigen kritischen Intelligenz machte, die nicht
materiell erpreßbar war, keine Rücksicht auf Arbeitgeber oder Vorgesetzte zu nehmen brauchte. Die Studenten verloren ihr Selbstbewußtsein und somit ihre Überzeugungskraft sie spielen in der Gesellschaft keine Rolle mehr

Zurück zur ursprünglichen Frage, was sollen wir tun? Wir müssen endlich die Dinge so sehen wie sie sind, und nicht wie sie sein sollen: Wenn die großen, alle bewegenden Probleme fehlen, sollten, müssen sie auch nicht bewältigt werden und wir haben Kräfteüberschuß. Es ist die Chance jetzt endlich die eine große Massenorganisation zu schaffen die für alle Studenten sprechen kann. Denn wenn der Tag X, wo für die Studenten ein großes Problem ansteht, so gründen unsere Landsleute lieber eine neue völlig neue Organisation als mehreren alten zu vertrauen, welche die Krise ja offenbar nicht haben kommen sehen. Siehe Gründung der ACEL 1984 beim Problem der Aide fin. Siehe auch Schülerstreik. Nur die eine große, voll demokratisch legitimierte, Massenorganisation (O-Ton Theid: eine Mega-ACEL) kann das verhindern.

Der DREISTUFENPLAN.

Wie kann eine solche Organisation geschaffen werden?

  1. Ich denke die Geschichte hat gezeigt daß nur ein Verein mit föderaler Struktur, in seiner einfachsten Form ein Dachverband, dies leisten kann. In unserem Fall ist es einfacher und sinnvoller einen bestehenden zu reformieren, als eine Neugründung. Die UNEL wird in einer ersten Etappe Mitglied der ACEL werden. (Beschluß Weihnachten 97, Antrag Frühjahr 98) Damit gibt die UNEL den Anspruch auf, für alle Studenten sprechen zu wollen und sie betrachtet sich nur noch als Strömung oder als “Partei” innerhalb der ACEL und wird im wesentlichen eine “Gedanken- und Ideenschmiede” sein. In der Vergangenheit hat sie ja schon öfter gezeigt daß Kreativität ihre große Stärke ist. Unsere Novizen hatten auf dem Herbstkongreß angekündigt, sie wollten Arbeit in Lokalsektionen leisten. Das sollen sie, und zwar sollen sie versuchen in ihren Universitätsstädten in die "Comités” gewählt oder ACEL Delegierte für diese Vereine zu werden. Alternativ können, ja müssen sie versuchen die anderen Comitards für die UNEL zu gewinnen, d.h. es muß Überzeugungsarbeit in den Zirkeln geleistet werden. Bei den ächsten ACEL-Wahlen (Weihnachten 1998) könnten UNEL-Leute bereits einige Vorstandsstellen bei der ACEL besetzen. Niemals aber sollte angestrebt werden die ACEL “ganz zu übernehmen”. Wie die Psychologie lehrt könnte die UNEL allein schon aus der Annäherung von Anspruch und Wirklichkeit neue Kräfte gewinnen, diese wird sie auch brauchen denn nun gilt es den zweiten Schritt zu tun.
  2. Es soll eine Massenorganisation gegründet werden. Eine Art
    ACEL-FAN-CLUB. (Es findet sich bestimmt ein klangvollerer Name) Hierbei
    ist dem modernen Clubverständnis des Luxemburgers Rechnung zu tragen.
    Heute erwartet man von einem Club so etwas wie vom RTL-Club, Service und
    materielle Vorteile für die Mitglieder. Hier wird euch schon noch was
    einfallen, verbilligte Urlaubsreisen wie bei der UNEL der 60er 70er Jahre
    etwa. Der Verkauf der Mitgliedskarte dieses Vereines sollte speziellen von
    der Generalversammlung ernannten Vertrauten, etwa den Kassierern der Mitgliedsvereine,
    überlassen werden. (aber: Ein Aachener wird seine Karte etwa in Brüssel,
    der Pariser seine bei der ANEIL kaufen können). Das Geld ist aber an
    die ACEL zu überweisen. (Mißbrauchsproblem, nicht überbewerten,
    dem kann man steuern). Vorteile: – größere finanzielle Unabhängigkeit
    gegenüber Dritten (Staat, Banken, Firmen). – Andere Mentalität,
    bis dato denken die Studenten wie das sog. “Freikornproletariats” im antiken
    Rom: “die sollen mir was bieten, aber nichts von mir fordern, ich habe
    sie ja um nichts gebeten”
    Das würde sich insofern ändern als
    daß die Vereine, als Geldeintreiber der ACEL, sich dieser mehr verpflichtet
    fühlen da sie ja auch, über das Geld unmittelbaren Einfluß
    ausüben können werden.
  3. Im letzten Schritt, übergibt die ACEL-Vollversammlung ihre
    Rechte an die Vollversammlung dieses "ACEL-FAN-CLUBs”. Hier ist jedes
    ordentliche Mitglied stimmberechtigt. Damit auch die Rechte der kleinen
    Vereine zur Geltung kommen, sollen Anträge, Wortmeldung, das Recht
    zur Interpellation, usw. weiterhin den Delegierten vorbehalten bleiben.

Zugegeben ein starkes Stück was ich hier verlange, mal sehen ob es in
der UNEL noch Leute gibt die auch die Eier haben es durchzuziehen! Denk was
ihr wollt, ich habe wenigsten eine tatsächliche Alternative angeboten,
eher durchführbar als die bisherigen Fusionspläne

Catweazle (Aachen)

September 1997

7 Joër "um Karel"

1997 as nun einfach emol, d`Joër vun den Anniversairen: 100. Joër Club, 35 Joër akademische Männerchouer, 25 Joër Ponttor. Och eis Zeitung huet e "ronnen" Gebuertsdaag ze feieren. Déi fir awergleewesch Leit, wéi Akademiker sou wichteg Zuel siewen, jährt sëch. Des Zeitung, huet eng bemierkenswert Entwecklung hannert sëch, a mir kennen houfreg op se sin!

Wann een sëch bei denen aner Cerclen sou emkuckt, muß een feststellen, datt et guer net selbstverständlëch as datt eng Studentenzeitung, an deer Qualitéit (souwuel inhaltlëch, an ausserlëch) esou lang bestoen kann. De Grond, firwat daat sou as läit op der Hand: Eng Zeitung liewt vun de Leit, déi fir se verantwortlëch sin. Well Studenten nun emol just eng "mittlere Verweildauer" vun zwee Joër an engem Comité, a siewen (7!) am Club hun, changéiert daat nawell séier, wann et de Comité`en nit geléngt, Traditiounen, a virun allem Aarbeschtsethik erfollegräich un hier Nofolger ze vermëttelen.

Als eenzegen, vun deenen, die zenter der éichter Zeitung aus uns derbäi woren, fillen ëch mëch derzou obgeruff e klengen Bléck zréck ze geheien, (schon nees?, oh nee verschoun eis!) an ausnahmsweis ons selwer ze gratuléieren (scho besser). Dono well ëch nach e bessi moraliséieren (Hëllëf !)

Als éicht, vive d` Culturministeren (an de Statuten ëmmer sou banal "membre (du comité)" genannt). Hei sin se, an enger klénger Tabell, zesummen mat hierem (n) Wierk(er)

No am: Minister Säiten Foto`en FotoFüll-Faktor Besonnesches
1 SS 90 Schwarz André 15 0   Vill friem Artikelen, kéng Foto`en
2 WS 90/91 Schwarz André 32 22    
3 SS 91 Mackel Jerry 57 27   d`Zeitung heescht lo "Um Karel", sau dëck well d`Statuten dran sin.
4 SS 92 Kaiser Gaston 40 19   super Comic-Adaptatioun vum Superjhemp
5 WS 92/93 Kaiser Gaston 31 23   éichtmols vu Rapidpress, éicht Reklam, historische Cover (Wopen)
6 SS 93 Theisen Tom 20 16   gudd Présentatioun vum Comité, Comic-Adaptatioun Hägar
7 WS 93/94 Theisen Tom 28 18 0,64 Cover ganz um Computer gemeet. Ganz schlëmm Fotoën vun der Aweihung (BOB!)
8 SS 94 Theisen Tom 32 29 0,90 Den eenzegen Artikel vum lidderëchen ARENDT. Selten: ee Keesebericht
9 WS 94/95 Theisen Tom 47 41 0,87 Start vun der Serie "Rull de Waak"; an deen eenzege SEX-Beitrag
10 SS 95 Simon Serge 38 36 0,95 Comic-Adaptatioun Asterix
11 WS 95/96 Simon Serge 32 23 0,72 éischtmols en Ennertitel vun der Oplag: "den hellege Steen vum Cinderella"
12 SS 96 Feyereisen Fränk 40 31 0,78 Comic-Adaptatioun Hägar
13 WS 96/97 Feyereisen Fränk 32 14 0,44 eigentlëch näicht

Gestëft huet eis Zeitung de Schwarzen Änder. De publizistischen Optrag huet hien am Summer 90 folgendermoossen emrass:

"Am 93. Joër vun senger Geschicht kritt eisen Veräin eng nei Méiglëchkeet vir sëch duerzestellen. Si soll eng noutwendeg Ergänzung zum Nico sengem flotten Circulairen sinn an, wéi dat och an den aneren Veräiner as, allen Memberen Méiglëchkeet gin, hiren Artikel ze publizéieren."

Grad dee letzten Deel huet den Änder ëmmer eescht geholl. Dowéinst wor stets am Labyrint eng Redaktiounssetzung, zu deer all Member (net just déi vum Comité) invitéiert wor, fir iwert d`Zeitung ze schwetzen. Do kunnt een dann och Idien fir Artikelen fannen. Eréicht de heitegen Kulturminister huet d`Redaktiounssetzung oofgeschaaft, villäicht well hien hieren ursprünglëchen Sënn nie verstaan haat. (Nee, ganz bestemmt nit dowéinst, well hien soss kéng Méiglëchkeet hätt, d`Artikelen ze zenséieren.)

Den Änder haat, am Géigensaatz zu Lorangs Nico, nit sou vill Geschéck fir "flott" Artikelen ze schréiwen, hien wor e besseren Redakteur as wéi e gudden Auteur. Bei him huet d`Zeitung emmer wéi e "Readers Digest" vun de Studenten ausgesin. Awer Schwarzen Änder wor nach e richtegen Demokrat, a wollt der Zeitung keen Numm opdréngen. Hien huet e Concours ausgeschriwen, an op der Redaktiounssetzung am SS 91 gouf iwert die verschidden Virschléi oofgestëmmt. Gewonn huet bekanntlich de Belche Marcel dit Bab, den an der No 3, ënnert dem Pseudonym "Joseph van der Uepp" erklärt firwaat se dann elo grad "UM KAREL" heescht.

Mackel `se Jerry gouf der Zeitung dann hier heiteg Struktur. Nei war d` libre tribune.(z.B. krueten ANEIL, UNEL asw. Méiglëchkeeten fir sëch ze présentéieren) Hien huet dann och direkt daat, bis haut dëcksten Heft verbrach, well hien D`Statuten ännere wollt, waat dann och geschitt as. Fir e Saatz vum Churchill ze paraphraséieren: "Selten guffen sou vill Säiten vun sou villen Leit, souwéinig gelies."

Die, menger Meenung no, redaktionell beschten Zeitung war de No 4 vum Gast Kaiser. Hien huet als éichten e selwer gemeeten Comic (aal Biller, nei arrangéiert an e ganz neien Text) bruëcht, wou "De Superjhemp" op Oochen saufe kënnt. Leider haaten mir deemols eng ganz schlëcht Fotokopiesmaschin an d`Fotoën si ganz schlëcht eraus komm. Et gouf dorops hin iwerluegt dem Karel, och optesch eng besser Qualitéit ze gin.

Op der Réél haten mir dun eng Zeitung vun der "Tréier Déieren" gesin, an dorops hin gouf die nächst Zeitung (No 5) och bei RAPIDPRESS gedréckt. Déi Ausgab huet a muncher Hinsicht nei Standarde gesaat:

  • Sie wor déi éicht, déi als Schoulheft gebonnen wor.
  • Deen aneren Änder den Detailles hieren, huet de Grondentworf fir de Layout gemeet.
  • Als Philosophie fir de Cover guff décidéiert: just den Titel sollt ëmmer d`nämlëcht sin mat engem all Kéiers anere Bildchen an der Mëtt (deemols de grad nei entdeckten Woopen vum Club vu virum Krich), fir datt een direkt gesäit, wéi eng Nummer et as. Hei daucht den Zousaatz :"offiziellt Organ vum AVL" fir d`éicht Kéier op – Mee vgl, daat haate mer deemols just ironisch gemengt! – (a bei Louvain geknäipt)

Als nächst kumm eisen TTT un d`Rei. Hien war bis elo am längste verantwortlich. Eng Phase vun der Konsolidéierung. De No 7 (waat een Zoufall), as die éischten ganz um Computer erstallten Ausgab. An der No 9 huet den Tintin SEX. De genaue Géigendeel vun de Statuten, as dest deen Artikel, wou wierklëch all Mensch gelies haat.

Ab WS 95/96 krut d`Zeitung nach en Ënnertitel:No 11 "Den hellege Steen vum Cinderella" usw.

Well zu Lëtzebuerg ons Zeitungen all op däitsch oder franzéisch erauskommen, sin Publikatiounen wéi de KAREL ganz wichteg fir d`Iwerleiwen vum Lëtzebuergeschen och als Schrëftsprooch! Dobäi kennt dann Ivica Repusic dee grousse Verdengscht zou, ëmmer d`Korrekturen gemeet ze hun. well hien, als Kroat, deen eenzege Lëtzebuerger zu Oochen as deen korrekt Lëtzebuergesch schreiwen kann, ouni dobäi an e regionalen Idiotismus ze verfaalen.

Zum Suffi an zum Dondel, kann een an u fir sëch näicht soën, ausser datt se et nit méi schlëcht gemeet hun ewéi d`Jongen die Joren virdrun. Allerdëngs sin och sie schon deemols aal Kärelen gewiëcht, waat feelt as Innovatioun.

Zum Schluß muß dann awer nach gemeckert gin, well ëch schreiwen des Zeilen nit ouni Grond; et muß bei all denen positive Saachen dach eng gewëssen Dekadenz feststellen. De Karel as zou engem Memorial verkomm. Et steet praktësch ëmmer daat selwécht dran, d`Foto`en sin genau sou austauschbar, wie die "Geschichten". Nee, ëch mengen elo nit d`Chronik, Tournoi hei an do, Ponttor etc. as nun eben ëmmer daat selwëcht. Mee ëch schwetzen dovun datt stets iwer just e puer Leit geschriwen get, och wann aaner "Helden" genau sou Bemierkenswertes gestiicht hun.Get hei mat zweerlee Mooss gerëchent? Ganz kloër jo!

Lo wärt de Comité d`Schold wäit vun sëch weisen a soën: "Jo d`huet sëch dach kee gemellt, an d`Leit wëlle guer näicht schreiwen". Et gët awer och keen dozou encouragéiert, an déi die schreiwen wëllen gi gehetzt oder färten (villäicht, net ganz zu Onrecht) hier Saachen kimmen nit dran.

Ansonsten wënschen ëch dem KAREL fir d`Zukunft alles Gudds.

Catweazle alias Hondsmarder