Egon Zander (1902 – 1997) und die Rheinromantik

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Vor zehn Jahren starb Egon Zander. Er stand mit mir in den Jahren 1992-1996 in Briefverkehr und half so maßgeblich mit bei der Erstellung der Festschrift Rull de Waak zum 100. Bestehen des AV d’Letzeburger. Durch seine nüchterne, die Studentenzeit nicht verklärende Art, war er ein sehr wertvoller Zeitzeuge.

Kurzbiographie

Egon Zander stammte aus Luxemburg Stadt, seine Eltern betrieben dort eine Epicerie. Er besuchte das Athenäeum und war Klassenkamerad von Batty Esch. Wie dieser fühlte er sich dem katholischem Studentenmilieu zugehörig und trat später dem Akademikerverein (heute ALUC) bei.

Egon als Täufer

Egon als Täufer


In Aachen studierte er dann von 1923 bis 1932 Hüttenkunde und engagierte sich auch stark im AV d’Letzeburger, wo er mehrmals Vorstandsposten übernahm. Sein Biername war “Tipp“, der ihm auf der Taufe verliehen worden war. Sein Studium musste er immer wieder unterbrechen, um im elterlichen Betrieb auszuhelfen. Nach seinem Diplom arbeitete er als Ingenieur im Stahlwerk von ARBED Beval.

Aber Egon half nicht nur beim Erstellen der Festschrift, in jüngeren Jahren griff er auch selber zur Feder. Der nachstehende Artikel erschien im Annuaire des Akademikervereins 1929. Egon lässt hier seinen gesamten Kulturpessimismus zu Worte kommen, über den er Jahrzehnte später erschrickt und mit den Worten “Mein Gott, war ich damals bissig.” quittiert.

Rheinromantik,

eine exklusive Jupiterlampen-Angelegenheit.
Skizze von Egon Zander.

Willst du Rheinromantik? Hier das Rezept. Benutze nicht den veralteten Baedeker, kaufe dir das neueste Kriminalmagazin (herausgegeben von Edgar Wallace, dem theoretischen Verbrecherkönig), studiere eifrig “Wie lerne ich kriminalistisch denken”, verweile recht lange bei dem Kapitel “Indizienbeweise” (eine gute Parodie hierüber: Fall Rigaudin oder Halsmannprozeß) und begib dich dann an Ort und Stelle (in diesem Falle selbstverständlich: der Rhein), um die Rheinromantik in flagranti zu erwischen.

Persil bleibt PersilSo ich, Es kostet ein gutes Stück Mühe, bis man die vielen Irrtümer ausgemistet hat, die einem durch das Lesen von aufgebauschten Artikeln und Rheinbeschreibungen im Hirnkasten herumspuken. Aber schließlich gelang es mir doch die mit Reklamen über und über bedeckte Litfassäule mit Papa Rhein zu identifizieren. Vulkanausbrüche von Farben, das Unerdenklichste ausplappernd; das Anpreisen eines dem Gummiknüppel zum Verwechseln ähnlichen Unterhaltungsspieles, Punktroller genannt; die Bekräftigung der alten Formel, daß Persil Persil bleibt; das Hinweisen auf das neue Pflaster zur Pianissimo -Behandlung der Hühneraugenklaviatur, Reklamen für Zigaretten, Champagnermarken, Korsetts, das Niederwalddenkmal, ganz bestimmt das Produkt einer an Größenwahnsinn ernstlich erkrankten Sekte (gehen Sie mir weg mit dem Märchen, das hätte einer allein ausgeklügelt), eine künstlerische Katastrophe, die man durch Unterlegen von etwas Dynamit schmerzlos in eine künstliche überführen sollte. Gasthöfe und Weinschenken, Garagen und Tankstellen schreien in grellen Farben, alles unter dem Motto: Strömt herbei ihre Völkerscharen, Nun, das hatte 1918 seine Wirkung nicht verfehlt. Aus allen Gegenden, sogar aus dem Chewinggumlande und aus dem dunklen Erdteil (so genannt wegen der schwarzen Hautfarbe seiner Einwohner) waren sie gekommen, allerdings statt Touristenstock, Lodenmantel und Rucksack … Gewehr, Kakiuniform und Tornister mit sich führend. Man hatte eben keine Zeit gehabt die Garderobe zu wechseln, die man beim Kriegspielen in Frankreich trug; sie bürgerte sich am Rhein auch schnell ein und wurde die führende Mode. Diese an den Rhein so urplötzlich Gekommenen bildeten sich zu Dauergästen aus, weil es ihnen anscheinend gut gefiel, und ganz begeisterte Naturschwärmer, über die Frankreich in Massen verfügt, waren nur mit Mühe und Not von der Idee abzubringen, das Rheinland als Weekend-Eldorado für französische Kleinrentner einzurichten.

Nun haben wir die Reklamen und Randbemerkungen gelesen, wobei aber darauf hingewiesen werden muß, daß ich das nicht so ruhig wie Sie tun konnte, denn hier an der Litfassäule ist die donnernde Hölle mit leibhaftigen Autoteufeln.

Das Niederwalddenkmal

Das Niederwalddenkmal


An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rate dir gut! Wenigstens nicht zu Fuß, denn es bestehen große Aussichten, daß du dir mal ein Auto aus der Froschperspektive ansehen müsstest. Das ist recht unangenehm Du kugelst dich im Dreck, die Brille springt entzwei (vorausgesetzt, daß du eine solche trägst), dein Anzug wird besudelt. und so nebenbei erheischt die Umformung deines Körpers auch noch ein Transportmittel, entweder durch Roteskreuzfähnchen gekennzeichnet oder pietätvoll schwarz angestrichen. Manche und es dürfte die Mehrzahl sein, benutzen beide Transportmittel, zwar nacheinander, so in zweitägigem Abstand, nach einer wohltuenden ärztlichen Behandlung. In der Tat, es ist lebensgefährlich. Denn zu beiden Seiten des Rheins hat man Autostraßen angelegt, tadellos, kerzengrade, ein ideales Betätigungsfeld für Kilometerfresser und radikale Anhänger der Ellenbogen-, in diesem Falle Schutzblechfreiheit. Das Schutzblech, eine furchtbare Waffe, die, auf ihrem lammfrohen Namen fußend, Anspruch erhebt, in die Kategorie der Schutzmittel einverleibt zu werden, die aber dazu ganz und gar keine Berechtigung hat, aus der einfachen Ursache, weil sie wie dazu geschaffen ist, sich dem harmlosen Fußgänger einzuverleiben und das mit sprichwörtlicher Gründlichkeit und etlichen Pferdestärken und Zylindern (gemeint sind hier Autozylinder, nicht die bei Begräbnissen übliche Kopfbedeckung, ein Irrtum, der dem Leser leicht unterlaufen könnte).

Darum raus aus dem Bereiche des Todes, (frei nach Karl May), raus aus der mit Öl und Benzin gesättigten Luft, runter von der Rennbahn. Mein Rettungsring (in der Not ergreift man eben, was grade dahergeschwommen kommt) war eine Diele, (kommt mit dem Wort “Garage” immer zusammen vor, die beide unter dem geläufigerer Sammelnamen “Tankstelle” besser bekannt sein dürften, übrigens Diele mit Artikel verbunden “Die-Die-le”, eine Redewendung, die Stotterern ganz besonders sympathisch sein müsste.) Vorn im Eingang schälten sich grade ein paar Kraftwagenfahrer (um nicht immer Auto zu sagen) aus ihren Lederetuis; nach vollbrachter Ausschirrung waren sie genötigt, besagte lederne Garderobe in der Garderobe abzugeben, weil man erstens in der deutschen Sprache für diese zwei grundverschiedenen Dinge nur eine Bezeichnung hat (und noch keine deutsche) und zweitens, weil gerade die dabei zu entrichtende Gebühr eine hübsche Nebeneinnahme, in rassereinen Nepplokalen sogar eine Haupteinnahme ausmacht und das Geschäft über Wasser hält, was bei den so nahe am Rhein gelegenen Etablissements ganz beruhigend auf die des Schwimmens Unkundigen wirkt. Nun, ich tat, wie ein drohendes Schild mir befahl, legte Mantel und Hut ab und gelangte in einen mit Pariser Parfums durchsetzten und von Rheinländern besetzten Saal, wo ich mich in einem Clubsessel verstaute. Obschon es noch früh am Nachmittage war, hatte man die Fenster mit zentnerschweren Vorhängen verhangen. Die Aussicht auf den Rhein wirke zu störend und außerdem sei Deckenbeleuchtung dem mit allen Schikanen zurechtgeschusterten Teint der Damen weitaus bekömmlicher als grelles Sonnenlicht.

O Rheinromantik wo bist du?
Eine aufgeregte Jazzmusik huddelte etwas vom Nil, ein Neger schlug sich auf sein breites Maul, ab und zu exotische Laute ausstoßend, und rund um dieses Podium des Schreckens und der Disharmonie gestikulierten mit Armen und Beinen die Rheintöchter, das Ganze Fünf-Uhr-Tee darstellend (die Uhr schlug eben 1/24 und Tee war nicht aufzutreiben). O holde Rheinmägdelein mit blondem Haar und blauen Augen, wer gab euch die Idee, Haartinktur zu benutzen, von wem erlerntet ihr – allerdings schlecht – die Kunst, den Lippen- und Augenstift zu führen, wer lehrte euch das Zigarettenrauchen, das blasierte Indieweltgucken, das Hochschürzen der Lippen? Was wallest du stumm durch die Berge, o Rhein? Na, da soll man nicht sprachlos werden!

Ich war offenbar an eine falsche Romantikquelle geraten, mein Rettungsring erwies sich als brüchig und zog Wasser. “Herr Ober, zahlen!”

Und da wiederholte sich die bekannte Geschichte vom Schiffer, der angesichts der Lorelei langsam in den Fluten des Rheins versank, in dem ich angesichts der hohen Rechnung – im Gegensatz zu besagtem Schiffer aber ziemlich rasch – in den Konturen des Clubsessels absackte. Nun, Ober sind außer Herren (Herr Ober!) Allerweltskerle, die auf alles gefaßt sind. So auch hier, Im Nu hatte er den Schwerpunkt der Situation erkannt, nämlich meine Silbermarken, die er mir blitzschnell abnahm und dadurch mich wesentlich erleichterte, was mir ein Wiederauftauchen an die Oberfläche gestattete.

Ausgang, “Ist die Tanzmusik erstklassig?” frug mich ein mit Pelzmantel und Brillanten behafteter “starker” Herr (dicker Herr paßte eigentlich besser, aber das Wörtchen “dick” ist neuerdings in besseren Kreisen verpönt), der grade im Begriffe stand oder, richtiger: saß, sich mit vieler Mühe aus einer Limousine zu laden … Er halte nämlich auf gute Musik, und, falls das hier nicht der Fall, sei die unternommene Reise zum Rhein zwecklos; er bewohne ein Landgut und höre allda durch Radio Jazzmusik, aber leider viel zu wenig, weil über die Hälfte der Zeit mit Vorträgen verplempert wurde; übrigens ein schöner Unsinn, diese Vorträge, die doch nur dazu da seien, das gemeine Volk aufzuklären, also eine direkte Schärfung des Verstandes bewerkstelligten, und er sähe nicht ein, zu was die deutschen Bürger Verstand benötigten. “Das ist eben die Quintessenz (beliebter Stammtischausdruck) allen Übels in Deutschland,” fuhr er fort (und hatte das Ausladen seiner Person noch nicht zu einem glücklichen Ende geführt), weil die Menschen langsam Verstand angenommen haben und nicht mehr hübsch brav in der Herde mittraben wollen, wie das zur glorreichen Regierungszeit Seiner augenblicklich in Holland zur Erholung weilenden Majestät an der Tagesordnung war.” Ich brauchte nicht zu antworten auf diese bandwurmlangen Satzgebilde, denn die aufgehende Saaltüre und das dadurch hörbare Musikgepolter hatten ihn zum Bleiben bestimmt.

Eine durch ein mittelalterliches Aushängeschild (werden heute auf Bestellung antiquarisch angefertigt) gekennzeichnete Weinstube mit “anschließender” Rheinterrasse und herrlicher Aussicht präsentierte sich so einladend, daß ich kurzerhand hineinging und -fiel, Ich setzte mich verstohlen in eine einsame Ecke und gab mir redlich Mühe, Rheinstimmung zu genießen, indem ich gedankenlos über die Wellen hinträumte (Stimmung ist bekanntlich der Zustand, wo der Mensch nicht mehr denkt. wenigstens nicht normal), wohlweislich den von einer Lebensversicherung am andern Ufer errichteten und herüber grinsenden Knochenmann aus meinem Gesichtskreis verbannend.

Da entstand plötzlich ein Lärm, als ob die Mauer einer Talsperre zusammengeklappt wäre und die Wassermassen sich talwärts wälzten. Zuerst strömten durch die Flügeltüren Gerinnsel von Menschenhäufchen, und dann ergoß sich ein Strom, auf die Terrasse, der alle Tische überflutete . . . Ein Gesangverein auf Sonntagsbillet. Nachdem Regenschirme und Aktenmappen (in ihnen wird, Akten ausgenommen, alles transportiert Lebensmittel, alte Schuhe, schmutzige Wäsche usw,) möglichst geräuschvoll abgelegt waren und die durstigen Kehlen (es war die 27. Station) mit der auf der Getränkekarte als Wein bezeichneten Flüssigkeit angefeuchtet waren, begann man das bei den in dieser Gegend herumvagabundierenden Gesangvereinen so beliebte rheinische Frage- und Antwortspiel, das

Aufschluß über diese Menschensorte gibt. Geistig unterernährt, das bestärken die dummen Fragen, und offenherzig, weil diese Fragen laut gesungen werden. (lies: gebrüllt, trompetet, posaunt, gehustet, gegurgelt.) Ad eins, “Warum ist es am Rhein so schön?” Das fragt man so anhaltend, so bittend, so wissensdurstig, man wiederholt die Frage, einmal, zweimal, dreimal, dreht sie herum, versucht ihr von einer andern Seite näherzukommen, ändert den Tonfall, vielleicht daß sie so verständlicher wird. Ist denn kein Oberstudienrat (auf hohen Titel wird gehalten, Nebensache wie hoch Gehalt betitelt) vorrätig, der diesen Leutchen aus der Patsche helfen könnte!

Zweite Frage. “Was ist Wein?” Diese Frage muß man vorsichtig beantworten, kann überhaupt frühestens am nächsten Tage beantwortet werden, wenn Kopf und Magen die Analyse gemacht haben, denn die Zunge läßt sich von den modernen Weinfabrikanten überlisten. Aber- diese sangeslustigen (tief Atem holen) Gehstduhintermichträger, auf deutsch Cut-träger (nähere Beschreibung in Modejournal unter: Nationalanzug) scheinen schon besser vorbereitet zu sein, denn sie finden verblüffend schnell die Antwort, “Was ist Wein? – Sonnenschein,” War eigentlich überflüssig (einige waren schon am überfließen), denn das sah man auf den ersten Blick, daß alle einen gehörigen Sonnenstich erwischt hatten.

Hier war statt Rheinromantik die Hochblüte des mit Vorhemdchen und Röllchen umgürteten Spießbürgertums.

Die Dämmerung fiel ein; ich verließ diesen in Zigarrenrauch und süßsäuerlichem Duft eingebetteten Menschenknäuel, der das Fehlen an individueller Originalität durch gemeinsame Gesangübungen ersetzte und sich “künstlich über die Mühsalen des Alltags hinwegtäuschte”.

“Endlich allein,” hatte ich noch grade Zeit zu denken, da stand ich schon mitten unter einem mit Wildwestern und nackten Knien bekleideten Völkchen, das sich schlechthin Pfadfinder schimpft. Wenn man nur einen Augenblick an das polizeilich streng geregelte Deutschland denkt, wenn man bedenkt, wie auch der kleinste Weg durch riesengroße Warnungstafeln zum Betreten erlaubt oder verboten ist, so sieht man schnell ein, auf welchem Misthaufen von Logik die Bezeichnung “Pfadfinder” ihren Ursprung nahm. Was da für Pfade gefunden werden sollen, ist mir rätselhaft.

“Das ist auch Nebensache,” ließ ich mir vom Anführer (mit Klempnerladen auf der Brust) sagen, “Wir gehören der Jugendbewegung an, darum bewegen wir uns, marschieren wir, nichts wie marschieren, und, damit keiner sich daraus ein Vergnügen macht, tragen wir zentnerschwere Last, wie da sind Trompeten, Spaten, Fahnenstöcke, Kochgeschirre, Zeltbahnen, kurz alles was man zu einem Sonntagnachmittagsspaziergang benötigt, Wir zählen Kilometersteine, wir zählen die vorbeirasenden Autos, im Übrigen vermeiden wir jede geistige Anstrengung (statutengemäß), weil das Minimum an räsonnierendem Geist den Wert des vorbildlichen Soldaten ausmacht, das zu werden unser aller höchstes Ziel ist.” Man kann der Jugend nicht übelnehmen, daß sie Krieg spielt, während die Väter (Hugenberg wollen wir stillschweigen übergehen) sich redlich abmühen mittels Zerstäubern (ausrangierte Fly-tox-Tuben tun hier schon gute Dienste) ein bischen Locarnogeist in die mit Säbelgerassel verpestete Luft zu spritzen.

Die Heimfahrt. Ein Schreien, ein Schimpfen, ein Drängen. ein Zwängen, ein Kampf schlimmer als vor Verdun (der Leser möge verzeihen, es fiel mir nichts Passenderes ein) um ein armseliges Plätzchen. Der Zug setzte sich in Bewegung. Der Augenblick war gekommen, wo die mit Rheinromantik gespickte_ Herzen überflossen, wo grandios Erlebtes die Zungen löste, und so erzählte man, daß das Wetter besser gewesen, als man anfänglich gedacht; daß man nur zwei Autounfälle gesehen. allerdings einen ziemlich schweren, denn es gab 2 Tote und viele Scherben; daß man beim Weintraubenstehlen beinahe erwischt worden sei; daß man stundenlang einem Faltboot zugesehen habe und minütlich das Kentern erwartet habe, aber was meinen Sie wohl, man sei gefoppt worden, es ging nicht unter und wollte nicht untergehen, eine direkte Bauernfängerei eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, sieht so zerbrechlich, so unstabil aus und steht ganz fest, ja viel fester als die Wacht am Rhein!

Wo blieb die Rheinromantik?

Der Zug hielt. Voll Ärger über den verlorenen Tag und die Einsicht, daß mir das Zeug zum Detektiv vollständig fehl, ging ich ins Kino, Und da fand ich, was ich so schmerzlich gesucht. Rheinfilm mit romantischen Städtchen, goldigen Weinbergen, holden, sonnigen Mädchen, übermütigen Studenten. Die Leinwand, unterstützt von passender Musik, schüttete fuderweise Rheinromantik auf mich. Das alles für 1,50 RM.! Was Jupiterlampen und Regisseure nicht alles fertig bringen! Ohne sie keine Natur, keine Rheinstimmung mehr. Darum mein Sohn, beherzige den Rat: Zieh nicht an den Rhein, sondern ins Kino.

P.S. Es wäre vielleicht nett, wenn man alles durch die beschönigende Filmapparatlinse sehen könnte, aber ich glaube, dann würde viel, viel weniger gelacht.

Kommentar zu diesem Text.

Egon Zander

Egon Zander


Zufällig habe ich ihn 1993 entdeckt. Mir stach der Name Egon Zander sofort ins Auge, denn so häufig ist der Name in dieser Schreibweise in Luxemburg nicht. Auch kommt Egon als Vorname in Luxemburg nicht besonders oft vor. Also sandte ihm eine Kopie, worüber er sehr erfreut war, und stellte einige Fragen zu dem Text. Denn vieles war für den Studenten von 1993 nicht ohne weiteres zu verstehen. Wohl aber war mir aufgefallen, dass zuvor Lambert Schaus, der spätere Minister, einen, die Rheinromantik feierenden Artikel in der selben Studentenzeitschrift veröffentlicht hatte, und so vermutete ich, Egons Text könnte eine Parodie darauf darstellen. Dem war wohl auch so, allerdings schrieb Egon seine Erwiderung offenbar sogar auf dessen Anregung.

Er schickte mir folgenden Brief zurück:

Luxembourg, 18.12.1993

Lieber Catweazle !

Vielen Dank für Deinen Brief. Die Kopie meiner Skizze “Rheinromantik” hat mich besonders gefreut, da Manuskript und Akademia im Mai 1940 verloren gingen. Das deutsche Militär hatte gründlich in meinen Papieren geräumt. Uebrigens konnte ich mich nicht mehr an viele Einzelheiten erinnern. Mein Gott, war ich damals bissig.

Deine Vermutung betreff Verhältnis zwischen Lambert Schaus und mir stimmt nicht. Ganz im Gegenteil. Ich war mit ihm gut befreundet, und er war es der die Veröffentlichung besagter Skizze in der Akademia bewirkte.

Was meine politische Einstellung betraf, so muss ich eingestehen, dass ich während meiner Studienzeit keine hatte. Es wurde nie in AACHEN politische Diskussionen zwischen Luxemburger Studenten geführt und auch nicht zwischen mir und deutschen Kommilitonen. Letzteres nicht aus Vorsicht, sondern wegen Interesselosigkeit. Durch den Sport, den ich auf der Hochschule betrieben habe lernte ich viele deutsche Studenten auch aus schlagenden Verbindungen kennen, zu denen ich stets, in gutem Einvernehmen war.

Das Schicksal von Batty Esch ist besonders tragisch. Klassenkamerad von mir im Athenäum war er ziemlich kompromisslos, was er auch bewies als er, von der Verhaftung seines Direktors Origer erfuhr, sich spontan der Gestapo stellte.
Nun zu Deinen Fragen:

Punktroller,

eine Art Nudelwalker mit punktförmigem Gummi überzogen, diente den Spiessbürgern zur Eigenmassage ihres Wanstes.

Niederwalddenkmal,

Der Bergrücken zwischen Rüdesheim und Assmannshausen heisst Niederwald. Dort wurde das Denkmal in Erinnerung von 1870/71 errichtet. Es stellt eine 10 Meter hohe Germania dar, flankiert von zwei Reichsadlern und etlichen Reliefs.

Fünfuhrtee,

Kopie vom englischen Five O’Clock Tea. Zu dieser Stunde traf sich die Jugend um das Tanzbein zu schwingen. Das war auch in Luxemburg der Fall und zwar im Majestic (Place d’Armes), Hotel de Cologne (heute Alima-Bourse) und Restaurant Schulz in der Rue des Capucins.

Der Name Zander:

Der Name Zander ist in der ganzen Welt Verbreitet, sogar im Süsswasser. In Schweden wurde von einem Doktor Zander Apparate für Widerstands= Gymnastik (?) eingeführt.
Vor geraumer Zeit habe ich einen Artikel im Luxemburger Wort gelesen, der sich mit den Bürgern der Stadt Luxemburg im siebzehnten oder achtzehntem Jahrhundert befasste. Darin ging Rede von einem Zander, der ein Wohltäter der Stadt war.

Ich hatte einen Bruder, der mit 15 Jahren Opfer der 1912 grassierenden spanischen Grippe wurde. Meine Vetter sind alle verstorben.

Verwandte mit Namen Zander habe ich ausser meiner Tochter, die Verheiratet ist, keine weder in Luxemburg noch im Ausland.

Nun Bleibt mir noch ein frohes Weihnachtsfest und viel Glück im Neujahr zu wünschen, Dir und Deinen Kommilitonen.

Paul Niester hat seine Seiten abgeschaltet

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Bei der Revision dessen, was ich vor mehr als zwei Jahren zum antiken Rom schrieb, fiel mir auf, dass bedauerlicherweise Paul Niester sein Projekt aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat! Damals schrieb ich:

Paul Niester

hält Links zu einigen, auch antiken Personen wie Cicero bereit. Paul Niester ist Lehrer und hatte mit seinen Seiten wohl ursprünglich eine Hilfestellung für seine Schüler im Visier. Bestechend ist aber vor allem der Umfang seiner Sammlung

Grouss Botz

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In den Tagen seit Christi Himmelfahrt habe ich nun einige Wartungsarbeiten und in Folge dessen einige Veränderungen an Wiesel.lu vorgenommen. Hier die Kurzfassung:

  • Die wichtigste und aufwändigste: stark vorangetriebener Ausstieg aus den Classic Pages
  • Aufspielen von WordPress 2.2, die Version welche nun den Namen “Getz” zu Ehren des Saxophonisten Stan Getz trägt
  • wiesel.lu bleibt ein Blog, hat aber ab sofort eine statische Frontpage. Davon erhoffe ich mir mehrere Vorteile, unter anderen den, dass der zufällige Leser nicht am ersten Posting hängen bleibt. Auch dürften die Suchmaschinen es künftig einfacher haben, Surfer direkt zu den korrekten Beiträgen weiterzuleiten, weil die Frontseite künftig weniger dynamischen Inhalt aufweisen wird.
  • Die Plugins wurden überprüft und angepasst:
    • Neue Version von RunPHP. Diesem kommt durch meinen Abschied von den Classic Pages nun eine noch wichtigere Rolle zu 🙁
    • My PageOrder kam hinzu
    • Das Backup Plugin wp-db-backup von, ursprünglich Skippy wurde à jour gesetzt
  • Bei der Gelegenheit wurden die Postings und Seiten neu kategorisiert:
    • Die Kategorie studentisches umfasst nun alle Postings zur Geschichte Luxemburgischer Studenten Organisationen, darunter auch mein kleiner Aufsatz zur Hesper Kutsch von 2004, der sich bei meiner Leserschaft so großer Beliebtheit erfreut und täglich mindestens von zwei verschiedene Surfern angesteuert wird *g*. Die meisten Postings dieser neuen Kategorie hatte ich zuvor unter “Aachen” abgeheftet, da mein Interesse an studentischer Geschichte natürlich von meiner Studienzeit in eben jener Stadt herrührt
    • Rom bekam wieder eine Page gewidmet, derweil die Page zur Assoss der allgemeinen studentischen Geschichte zugeschlagen wurde.
    • genauso wie die Artikel die ich dereinst für studentische Zeitungen schreib, die nun in rückdatierten Postings Unterschlupf fanden.

Warum?

WordPress ist eine Blog-Software, wobei man einen Blog auch als abgespecktes Content Management System betrachten kann. Der Vorteil von einem solchen ist der, dass der Betreiber eines CMS sich nur ein wenig um HTML kümmern muss, nichts zu progammieren braucht und er damit Angelegenheiten wie Layout, und Validierung an andere delegieren kann, die das besser können als er selber. Nun hatte mein Auftritt aber bereits einen ganz schönen Umfang erreicht, als ich mich entschied wiesel.lu künftig als Blog zu betreiben. Zudem wollte ich ja weiterhin in PHP programmieren. Mein Ausweg war meine Entwicklung, die Classic Pages.
Doch inzwischen gibt es gewichtige Gründe, zumindest auf wiesel.lu sich wieder von ihnen zu verabschieden:

  • Inzwischen programmiere ich kaum noch in PHP. Einerseits stehen bei meinem Dienstherren nun andere Aufgaben und Programmiersprachen im Vordergrund, so dass ich kaum noch Übung in PHP hab und mich manchmal sogar in meine eigenen, älteren Programme kaum noch reindenken kann. Andererseits hat sich der ansonsten vorzügliche Service von Luxhosting in dem Punkt seit einiger Zeit verschlechtert, dass keine PHP Fehlermeldungen mehr ausgegeben werden. So wird vor allem (aber nicht nur!!) der Einsatz von selbstentwickelter Software zur Qual, weil eine systematische Fehlersuche quasi nicht mehr möglich ist
  • Von Zeit zu Zeit gelüstet es mich, ein neues Layout einzuspielen, ungefähr so, wie die Frauen sich eine völlig neue Frisur zulegen. Voriges Jahr hab ich mir noch die Mühe gemacht, selber welche zu entwerfen. Aber ich merke zunehmend: ich bin einfach kein Graphiker und kann das nicht so richtig. Wozu auch? Das Internet ist voll von talentierteren Theme – Entwicklern, jeden Tag veröffentlicht irgend jemand ein neues. Diese werden dann auf Weblogtools vorgestellt und ich lade mir dann eins runter. Solange ein Grossteil meiner Beiträge aber auf statische Seiten gebannt blieb, musste ich das Layout immer erst mühseelig anpassen.
  • WordPress Pages aus der Datenbank, lassen sich auch in die Backup-Prozedur einbeziehen, statische Seiten nicht. Unglücklicherweise hat Scott Merryl alias Skippy seinen Support für sein Backup Plugin eingestellt und selbstverständlich ist die alte Version mit WordPress 2.2 inkompatibel. Zum Glück hat Philosofo sein Werk fortgesetzt und ich konnte mir eine neue Version herunterholen. Leider ist auch diese im laufendem Betrieb inkompatibel mit meinen Programmen 🙁

Schwierigkeiten

  • Die Frontpage einrichten

    Nicht alle Plugins harmonieren. Aber selbst wenn alle abgeschaltet sind, lassen sich bestimmte Options nicht mehr über /wp-admin/ einschalten. Ich erhalte dann jedes Mal ein 403 error. Mein Hostingpartner hat sich zu dem Problem bis jetzt noch nicht geäussert, ich vermute bis jetzt, dass es sich um irgend eine Sicherheitseinstellung handelt, welche von WordPress verletzt wird. Um dennoch künftig eine weniger dynamische Frontpage haben zu können, musste ich direkt in die Datenbank folgenden SQL Code eingeben:

    SQL Befehle

    wobei 333 der Code für die Frontpage ist, 444 jener für die Blogpage (in diesem Beispiel hab ich natürlich nicht die echten verwendet, wer es nachmachen will, kann die korrekten Codes auf manage->pages erfahren.

Schrotträder als Werbetafeln

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Gestern stellte ich mein Fahrrad am vorbildlichen Radständer in der Judengasse (Grand Rue) ab. Da wo dem Lofi sein komischer Springbrunnen mit dem Kirmesmusikantenmotiv steht, wo bis letztes Jahr noch das traditionsreiche Kaufhaus Monopol Regenschirme, Hosenknöpfe und altmodische Schals verscheuerte. Es war gar nicht so einfach das Rad abzustellen, denn auch andere Radfahrer schienen diesen Ständer zu mögen und ausgerechnet zu dem einzigen verbliebenen freien Platz war der Zugang durch einen Mülleimer verstellt. So betrachtete ich mir die anderen Räder mal genauer:
Reklamm op Schrottvelo’en
Einer schien Werbung zu betreiben, sinnigerweise für ein Stock-Car-Rennen (“Knuppauto fir Erwuessener”). Das Rad sah auf den ersten Blick zwar etwas spartanisch aber sauber aus, schien frisch lackiert zu sein. Da macht wohl ein junger Student für sein Hobby Werbung, dachte ich, “Oh Klasse Idee!“. Es ist also nix dran an dem Gerücht dass nur fahrradferne pummelige Mittelschichtler ohne Schulabschluss diesem komischen Hobby nachgehen. Offenbar muss man dafür keine Umweltsau sein, es fühlen sich also Radfahrer zu diesem seltsamen Sport hingezogen, der freilich nicht im geringsten meinen Neigungen entspricht. Dabei bin ich weit davon entfernt Liebhaber von Autorennen zu verachten! Nein, mein geschätzter Großcousin und Spielkamerad aus Kindheitstagen ist ja auch dem Autorennsport verfallen und hatte es seinerzeit sogar zu einer gewissen lokalen Berühmtheit auf diesem Gebiet gebracht…

Aber dann sah ich noch genauer hin: Mit dem Teil ist ja schon ewig niemand mehr gefahren!
wierklich futti

  • Schlussleuchten -> defekt
  • Schläuche -> platt
  • rechtes Pedal -> verschwunden!!
  • Die Bremsen hab ich mir erst gar nicht mehr angeschaut.

Kein Wunder dass das Teil nur mit einem Billigschloss gegen Diebstahl abgesichert war. Wer sollte damit auch wegfahren? Der einzige Grund warum dieses Miststück hier einen begehrten Fahrradparkplatz an einem der wenigen besseren Ständer in der Innenstadt belegt, ist der, dass hier jemand versucht Werbung zu treiben!! Ich weiss nicht, wer auf diese minderwertige Drecksidee kam, und ich weiß auch nicht, ob sie wenigstens denselben Preis zahlen wie jene Konkurrenten die schön brav die Gebühr für die dafür vorgesehene Littfaßsäule bezahlt? Aber ich weiß für wen sie werben:

Stock Car TORNADO TEAM HAMM, Schutterange

schämt euch!

Naja, wenn unsere Gurkentruppe von der LVI solche Eier hätte wie die belgischen Kollegen vom GRACQ, würden sie ein zu Schrott gefahrenes Stock Car kaufen, mit Werbung für Mamer-Miersch bedrucken und gut sichtbar auf einem der attraktivsten Parkplätze in der Innenstadt oder auf dem Park & Ride deponieren. DA würden die versammelten Autofahrer aber aufschreien! Schlimm genug dass man sich nicht auf die Behindertenparkplätze hinstellen darf, wo das doch die Filetstückchen sind, die zudem immer leer bleiben! Aber so eine Sauerei! Uns einen guten Parkplatz wegzunehmen um fürs Fahrradfahren zu werben? Sauerei!!

Ich wette, es würde zudem keinen Tag dauern, dann hätte die Stadtverwaltung – blau-grüner Schöffenrat hin oder her – den Bußgeldbescheid, samt Zahlungsaufforderung zur Kostenrückerstattung für die Entsorgung eines Unfallwagens dem Büro im Pfaffental zugestellt! (Habt ihr gelesen? Ich hatte gerade eine Schnapsidee, bitte nicht umsetzen! Danke.)

LVI Info 66 mit einem Monat Verspätung.

Home / velo / LVI Info 66 mit einem Monat Verspätung.

Nun ist es also angekommen, das neue LVI Info, Ausgabe 66!
Wir können nur spekulieren, wie diese Verzögerung von einem Monat zu Stande kam1, wo uns doch das Editorial verheißt die “Arbeitsgruppe LVI-Info” sei verstärkt worden:

Avec l’année 2007 nous avons aussi renforcé l’équipe du LVI-Info et les premiers résultats de leurs efforts se reflètent entre autre dans une nouvelle mise en page de notre périodique. Suggestions et critiques sont évidemment les bienvenues.

Da sie zuvor de facto nur aus Gust Müller höchstselbst bestanden hat, würde ein einziger weiterer Mitarbeiter schon reichen, um diese Aussage zu rechtfertigen. Denn das LVI Info bleibt der alten kommunistischen Tradition treu, dass die Leistungen des Einzelnen einem Kollektiv zugeschrieben werden. War diese Maßnahme ursprünglich mal angedacht um den Personenkult zu bekämpfen, so wird letzterer durch diese Praxis in Wahrheit nur befestigt! Erhält, bis auf die aufschlussreiche Ausnahme von Monique Goldschmit, niemand die Möglichkeit sich zu profilieren nimmt die Öffentlichkeit nur die bereits bekannten Persönlichkeiten wahr. Etwa den großen, großen wichtigen Vorsitzenden, der ja auch alle Sitzungen leitet und die Interviews gibt. Kritik und Anregungen sind also willkommen? Ok.

Kritik an dieser Ausgabe

Das Editorial gibt sich bescheiden: das erste Resultat bestünde nur in einer optischen und noch keiner redaktionellen Verbesserung. Vielleicht ist damit gemeint dass der professionelle Graphiker Lucien Hilger sich vielleicht des Layouts angenommen hätte? Möglicherweise verfügt er ja über eine eigene Lizenz für das doch recht teure Produkt “Adobe InDesign”, oder arbeitet ohnehin auch berufsmässig mit dieser Software? Heike hatte zum Üben nur eine im Funktionsumfang beschränkte 30 Tage Testlizenz und musste sich zudem erst einarbeiten.
Andererseits ist Lucien Hilger nicht nur Drucktechniker sondern auch Buchautor! Ich habe sein Buch “Peugeot et le cyclisme” (noch) nicht gelesen obwohl ich das das Thema ausgesprochen interessant finde; der Schmöker ist mir schlicht zu teuer. Allerdings kann ich mir bei keinem Schriftsteller vorstellen, dass er auf Dauer damit zufrieden sein wird, nur den Setzer zu geben. Mal sehen, wie lange dieser Graphiker es auf dem Posten aushält.

Ich fasse mal die Verbesserungen zusammen:

  • Wir haben endlich mal ein schnuckeligeres Layout, yeah!!
  • Hurray Englishmen, wir schreiben jetzt auch englische Texte (aus dem Guardian) ab!

Letzteres dürfte eine Reaktion auf eine freundliche “Ihr-müsstet-aber-mal!” Kritik sein, die unseren verehrten Präsidenten auf der Generalversammlung zugetragen wurde, vermutlich verbunden mit einer “Oh-mich-dürft-ihr-das-nicht-fragen” Absage.: Es ward beklagt, dass das internationale Publikum der Europastadt Luxemburg bei der LVI nichts auf Englisch zu lesen vorfände, woraufhin der alte Populist ihm Recht gab! Schließlich gehört zu seinen Gefolgsleuten doch auch ein polyglottes Wunderkind das sieben Sprachen beherrscht, da dachte er wohl das könnte ihm doch sicher all seine Texte übersetzen. Nun ja, es blieb beim Abschreiben und ich fürchte, es ist auch besser so!

Bevor wir zu unseren eigenen Anregungen kommen, heben wir noch hervor was am neuen Heft dennoch lobenswert ist:

  1. Meine Kritik an der Pressemitteilung zum Radverkehr in Einbahnstraßen auf dem Limpertsberg fand wohl Gehör2
  2. Das Interview mit den Polizisten der Stadt Luxemburg ist ausnahmsweise ja mal ein etwas aufwändigerer Artikel
  3. Der neue Begleittext zum Impressum ist nicht mehr in ganz so grauslichem Deutsch verfasst wie der Vorgänger. Trotzdem wird auch in diesem Bettelbrief wieder versucht an der falschen Stelle Wörter zu sparen, so dass wieder richtig putzige Konstrukte entstehen wie z.B. “Bei Haushaltmitgliedschaft geben Sie bitte die einzelnen Namen an“.
    Hmm. Ist nicht irgendwie jeder von uns Mitglied in irgendeinem Haushalt? Es soll gar nicht mal so selten vorkommen, dass Radfahrer mit regelrechten rechtskonservativen Umweltsäuen in einem Haushalt zusammen leben, welche seit sie 18 sind nie wieder Bus oder Zug geschweige denn Rad gefahren sind! Und deren Namen soll der Beitrittswillige angeben müssen? Vermutlich ist das eine Schutzmaßnahme um ihn leichter in Sippenhaftung nehmen zu können. *g*

Verbesserungsvorschläge

Gust Muller wurde letztes Jahr nicht müde zu betonen, das LVI Info sei eine Vereinszeitschrift und quasi die handfeste Gegenleistung die ein Mitglied für seinen Beitrag erhält! Dies z.B. im Zusammenhang mit der Frage ob man das LVI Info nicht vermehrt bei offiziellen Veranstaltungen austeilen könnte. Und er hat Recht!
Leider steht auch in diesem LVI Info kaum etwas drin, das sich spezifisch an die Mitglieder richtet! Der Verkehrsgartenartikel könnte genauso gut im Kéisecker stehen, die Radtourenangebote richten sich an alle Radbegeisterten und ausgerechnet der neue englischsprachige Artikel ist ein peinliches Beispiel von “preaching to the converted“. Wer sich erst mal dazu durch gerungen hat Mitglied bei der LVI zu werden, weiß doch bereits um die Vorzüge des Radfahrens! Alles in allem ist der Charakter des Blattes der eines Propagandaorgans das sich an die Öffentlichkeit wendet, und nicht in erster Linie an seine Mitglieder:

  1. Wo erfahren die Mitglieder des Vereins denn z.B. dass es Arbeitsgruppen gibt, welche das sind was diese tun und an wen sie sich wenden sollten, wären sie von dem Gedanken besessen da unbedingt mitarbeiten zu wollen?
  2. Wo finden die Mitglieder eine Zusammenfassung der vielen Arbeit die der Vorstand für sie geleistet hat? Und nicht nur Artikel wie “Hallo wir waren ja auch noch bei Mamer-Miersch dabei”. Das erfährt der Leser schon aus der Tagespresse. Nein ich rede von Antworten auf Fragen wie diese:
    • In welchen Gremien ist die LVI denn überhaupt vertreten?
    • WER vertritt uns dort ? Und WANN traten diese Gremien zusammen ?
    • Vielleicht würde es uns auch interessieren welche Aussagen unser Mann (oder unsere Frau) dort in unserem Namen vertreten hat?
  3. Wo wir schon bei den Arbeitsgruppen sind: Das LVI Info wäre auch der Ort, wo zumindest die realexistierenden3 unter diesen Arbeitsgruppen ihre Berichte vorlegen könnten. Nehmen wir nur mal die Arbeitsgruppe “Politik”: Diese tagt seit über einem Jahr. Wäre es nicht an der Zeit den Mitgliedern mal zu erläutern, was bei ihren Zusammenkünften herausgekommen ist? Nachher denkt noch jemand es handele sich um einen Geheimbund, oder doch nur um eine gute Ausrede gegenüber der werten Frau Gemahlin um mal wieder einen Männerabend ohne sie verbringen zu können 🙂

Überhaupt nicht lobenswert

Sondern im Gegenteil, minderwertig und dreckig finde ich dann noch, dass auch in diesem LVI Info die Feierabendtouren meines, ebenfalls aus dem Vorstand geschassten Freundes Jean Klein offenbar schon wieder nicht berücksichtigt wurden, die von regimetreuen Mitgliedern dagegen sehr wohl! Wie Jang in seinem Protestbrief schreibt haben sie das jetzt schon dreimal in diesem Jahr mit ihm gemacht, das kann ja schon fast kein Zufall mehr sein! Da soll dem unbedarften Leser wohl suggeriert werden, wer nicht in Treue fest zu Kurs und Führungsstil von Gust Müller steht ist faul und motzig und tut nichts mehr für die LVI! Daran kann man gut sehen, wer hier rachsüchtig und nachtragend ist!

Auch nicht lobenswert: Gust Müller ist von seiner ursprünglichen, löblichen Position, dass die Online-Version der LVI-Infos keine Werbung enthalten offenbar abgerückt! So zahlen die Firmen ein einziges Mal und auf www.lvi.lu werden ihre Dienste und Produkte auf ewig beworben. Es ist halt immer eine zweischneidige Sache, wenn die Werbekunden selber im Aufsichtsrat einer Zeitung sitzen.

  1. eigentlich sollen ja 4 Ausgaben pro Jahr erscheinen, demnach alle drei Monate eine. []
  2. es sah ja
    ursprünglich so aus []
  3. Die LVI wimmelt von virtuellen Arbeitsgruppen. Gust Müller verleiht von Zeit zu Zeit besonders folgsamen und fleißigen Einzelpersonen , die ganz normale Verwaltungsarbeiten erledigen den Ehrentitel “Arbeitsgruppe” []

Ab sofort: Linux auf meinem Desktop Computer

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Meinem Vereinsbeitritt zu Linux Luxembourg musste ich irgendwann Taten folgen lassen: Am Samstag morgen erklärte ich meinen ehemaligen Hausserver “Mulles”, zu meinem neuen Desktop Computer. Denn nachdem ich vor drei Wochen meinen FSG Router-Fileserver in Betrieb nahm, wurde auch der Hausserver überflüssig. Ich hoffe nun auf Senkung der Energiekosten.
Ich erlöste Mulles also von seinem Dasein als, auf den Speicher verbanntem Fileserver, schlachtete ein paar ausser Betrieb gesetzte, bzw. herabgestufte alte Rechner aus, spendierte Mulles:

  • die nachgerüstete bessere Graphikkarte (mit DVI-Anschluss) aus meinem alten Windows-Rechner (gekauft: 2002) der mir mit seinem Krach schon lange auf den Geist ging
  • einen Satz USB-Anschlüsse für die Frontplatte.

Die grosse Western Digital Festplatte (250 GB) musste der Ex-Fileserver dagegen abgeben, sie wurde in ein Gehäuse mit USB Anschluss verbracht und wird künftig für Backup-Zwecke zum Einsatz kommen. Mulles wurde mit einem Racksystem ausgerüstet, so dass ich die Festplatte mit dem Betriebssystem schnell austauschen könnte.1.

Dann spielte ich das neue Betriebssystem auf: Ubuntu 7.04 mit dem klingendem Namen “Feisty Fawn” (angriffslustiges Rehkitz). Die Installation verlief echt problemlos. Auf die Hilfe von Ubuntu brauchte ich bislang nicht zurückzugreifen, aber es gibt ja noch einiges zu tun. Das Vorgehen:

  1. Die DVD eingelegt. Der Rechner startet und nach längerem (5 Minuten) Geruckel meldete sich ein bereits voll lauffähiges Ubuntu.
  2. Nur noch auf Install gedrückt und ihm erklärt dass Ubuntu die gesamte 20 GB Festplatte haben kann (ich betreibe ein Hausnetzwerk: die gemeinsamen Dateien liegen alle auf dem Fileserver, somit konnte ich eine ältliche WD wiederverwenden.
  3. Passwort festgelegt, und
  4. Nach dem Booten war das System schon einsatzbereit. Nun musste nur noch mittels des Menuaufrufs “places->connect to Server” eine Verbindung mit dem Samba Fileserver auf meinem FSG hergestellt werden. Es ist zwar etwas seltsam, dass sich nun zwei Linux Rechner mittels eines Windows Protokolls verständigen*g*

Warum jetzt dieser Schritt?

Demnächst wird Microsoft versuchen sein neustes Produkt “Vista” zum Maß aller Dinge zu machen, neue Gebühren werden wieder fällig werden, etc. Mein Windows Rechner war nun schon reichlich getagt, ich wollte einen neuen kaufen und überlegte. Wozu brauche ich, nun da ich berufsmässig als Informatiker arbeite zuhause eigentlich noch einen PC? Wenn ich ehrlich bin, nur noch um:

  • zu surfen. -> der Firefox funktioniert auch prima unter Linux
  • ne DVD anzusehen. Hier hab ich noch keine sehr zufriedenstellende Lösung. Der Totem Movie Player kommt mit den meisten kommerziellen DVDs nicht klar.
  • Meine Mails abzufragen -> Mozilla
  • an meiner Homepage zu basteln -> ftp und mein Lieblingseditor laufen auch unter Linux
  • ganz selten mittlerweile: ein Textdokument zu erstellen -> OpenOffice ist bei der Standardinstallation schon mit dabei!
  1. Ich hab auch eine austauschbare Festplatte mit Windows XP bespielt. Diese hatte ich 1999 gekauft um meinen Pentium Rechner Oswald (gekauft 1997) aufzurüsten, der auch schon mal unter Suse Linux lief. Zu meiner grossen Freude konnte ich die Dateien zu meiner Diplomarbeit auf dieser Platte wiederfinden 🙂 Bis ich dieses System auf dem selben Rechner am Laufen hatte, verging mit all den Updates ein ganzer Tag! Und OpenOffice hab ich noch gar nicht installiert! Dagegen war die gesamt Ubuntu Installation innerhalb einer halben Stunde abgeschlossen. Fairerweise sag ich dazu allerdings auch: Das Runterladen der .iso Datei dauerte in meinem Fall auch 8 Stunden []