• Mobilität 08.03.2019 No Comments

    Mein Erfahrungsschatz mit Vel’Oh! wächst weiter.

    Inzwischen berichtete auch die Onlinezeitschrift “Die Grenzgänger” über die technischen Probleme!

    Kurz: die Benutzung der Vel’Oh!s ist zur Zeit gratis, die dafür grösstenteils allerdings auch nicht funktionieren1. Denn in einer hügeligen Stadt wie Luxemburg ein fast 29 kg schweres Rad zu treten2 ist nicht ganz ohne.
    Grenzgänger schrieb:

    Heute sind Probleme wie Beleuchtung oder Fahrraderkennung in Bahnhöfen gelöst, aber die Unterbrechung der elektrischen Unterstützung während der Fahrt ist noch nicht behoben.

    Was mit der “Fahrraderkennung in Bahnhöfen” gemeint ist, weiss ich nicht und ob das Licht jetzt immer funktioniert kann ich nicht überprüfen, weil es jetzt meistens abends schon hell ist. Interessant ist aber, was sie weiter schreiben:

    Dieses Problem (“die Unterbrechung der elektrischen Unterstützung während der Fahrt”) ist auf ein fehlerhaftes Verhalten eines elektronischen Teils der Karte zurückzuführen, der die elektrische Unterstützung steuert. Um dies zu korrigieren, werden wir (-sic-) die betreffenden Karten in allen Fahrrädern ersetzen und das Zusammenspiel aller Komponenten dieser Karten und des gesamten Systems neu programmieren, so dass alle Elemente korrekt miteinander interagieren. JCDecaux plant für diese Systemüberholung etwa 6 bis 8 Wochen, um das System bis Mitte April 2019 voll funktionsfähig zu machen.

    Wer jetzt mit “wir” gemeint ist, weiss ich auch nicht, ich vermute mal die Grenzgänger haben vielleicht eine Mitteilung von JCDecaux abgeschrieben und an einer Stelle vergessen die erste Person Mehrzahl durch die dritte zu ersetzen 😉 Weniger schlimm.
    Es läge demnach also weniger an den Batterien, dass die elektrische Unterstützung immer dann versagt wenn sie gefordert ist, z.B. wenn es Minusgrade hat und es bergan geht, sondern an so einem Chip. Das könnte das entsetzliche Geräusch, verbunden mit großem mechanischem Widerstand erklären, vielleicht schaltet die Elekronik irrtümlich in den Dynamobetrieb?
    Dass die Probleme zur Zeit noch nicht behoben sind, musste ich diese Woche wieder erfahren.

    Ausgehupt und stehengelassen am Montag

    Am Montag den 25. Februar wollte ich von meiner Dienststelle zum Bahnhof fahren um anschliessend ein Konzert zu besuchen, weshalb ich mein eigenes Rad nicht nehmen wollte. Ich lieh mir an der Route d’Arlon per Handyapp (was anderes funktioniert ja bekanntlich an der Stelle nie), ein Vel’Oh!. Nach wenigen Metern merkte ich: Es war ein Fehlgriff, der Reifen hatte nicht genug Luft und das Vorderrad eierte etwas.
    Dann fuhr ich die Rue des Aubépines, da hupte mich so ein SUV Fahrer aus, weil ich für seinen Geschmack zu weit links fuhr. Das hatte aber seinen guten Grund, denn entlang der Strasse parken IMMER Autos und zur Zeit auch viele Baufahrzeuge, wo gerne mal Fahrzeugtüren ohne Vorwarnung auffliegen. Da Gegenverkehr war, konnte er an der Stelle ohnehin nicht legal überholen, denn die Spur muss dabei gewechselt werden, wenn die 1,5 Meter Abstand zum Radlenker links eingehalten werden sollen.


    Er der König der Strasse fühlte sich aber wohl in seinen herrscherlichen Prärogativen beschnitten weil er die, nur theoretisch erreichbaren 50 km/h, jetzt mit seinem breiten geländetauglichen Gefährt nicht ausfahren konnte.
    Ich zeigte auf die parkenden Autos und rief “Du gesäiss dach, dass do Autoen stinn!“.
    Was ich nicht wusste, er hatte das Beifahrerfenster schon runter gelassen und blöckte zurück “Dir braucht guer nit sou haard hei ze jäitzen!“.
    Dann kam zum Glück eine Parklücke, in die fuhr ich rein und liess ihn vorbei ziehen. Er bedankte sich brav mit einem Stinkefinger und aus meinem Mund erklangen Tiernamen. Letzteres zu meinem eigenen grossen Erstaunen, aber in solche Situationen wo mehrere Tonnen Stahl dich kraftvoll bedrängen schüttet der Körper wohl fleissig Adrenalin aus.
    Weiter ging meine Vel’Oh!fahrt, doch nebem platten Vorderreifen machte sich nun auch das Geräusch wieder bemerkbar. Die elektrische Unterstützung fiel aus und obwohl das Gelände abschüssig blieb, die 28,5 kg liessen sich nicht leicht treten. Also gab ich das Rad bei nächster Gelegenheit in Merl zurück. Hierbei machte ich dann die unerfreuliche Feststellung, dass Vel’Oh! mich kein neues Rad ausleihen liess, sondern behauptete, ich hätte ja noch eines in Besitz! Die Erfahrungen vom nächsten Tag sollten mich lehren, dass der Mechanismus an der Vel’Oh!-Säule offenbar nicht immer richtig schliesst. Ist das der Fall, erkennt er das Rad auch nicht als zurückgegeben an.
    Danach musste ich zu Fuß bis zur Kirche von Merl gehen, wo ich dann in den Bus No 13 einsteigen konnte. Auf weitere Vel’Oh! Experimente hatte ich an dem Abend keinen Bock mehr, denn Melissa wartete auf mich.

    Drei Vel’oh!-Fahrten am Dienstag

    Geplant war erst was in der Kantine (an der Kathedrale) zu essen und dann weiter zum Training ins Kieser (rue du Rangwee). Zunächst lieh ich mir ein Vel’Oh! an der Route d’Arlon und fuhr ohne Beanstandung mit dem zum Plateau du Saint Esprit. Unterstützung funktionierte, war aber auch nicht nötig, es ging ja stets bergab. Probleme machte das Rad erst, als ich es zurückgeben wollte. Der Riegel wollte nicht einrasten und das Rad war damit weder abgegeben noch konnte es geladen werden. Der Effekt vom Vortag war wieder da, erst die dritte Säulen nahm das Rad zum Glück an.
    Nach dem Essen kam mir die verwegene Idee, mit dem Vel’Oh! weiter zum Rangwee zu fahren, das Rad dort abzuschliessen und nach dem Training zurückzufahren, denn die Grenze der 1/4 Stunde ist ja aufgehoben, weil zur Zeit alles kostenlos wäre. Allerdings bemerkte ich, dass an den neuen ElektroVel’Oh!s gar keine Schlösser mehr dran sind zum Abschliessen. Ein Aufkleber verhiess zwar, per Anruf könnte ich so eine Pause einlegen, aber was solls, dachte ich: ich bin doch unterwegs um sportlich zu sein, also kann ich es auch am LTB abgegeben und den Rest zu Fuß gehen.
    Schon in Bonnevoie liess die anfangs noch verfügbare elektrische Unterstützung merklich nach, da ging jetzt ja auch bergauf.
    Nach dem Training wollte ich zunächst mit dem Bus zurückfahren. Dann hielt die Linie 3 am LTB wo die Schule gerade aus war. Da verfiel ich auf die Idee, mir wieder ein Vel’Oh! zu borgen. Natürlich sassen wieder viele Schüler auf den angeleihnten Rädern, wie auf Barhockern. Ausser auf denen, wo sie alle Einstellungen verstellt hatten, die nur gingen. Zwei Stück liessen sich nicht lösen, weil sie ganz schräg drin standen. Ein Jugendlicher meinte zu mir: Doch, doch die lassen sich lösen, Sie müssen etwas Gewalt anwenden! (Jugendliche) Gewalt hatte sie vermutlich auch so verkantet.
    In der hinteren Reihe hatten Mädchen auf den Räder Platz genommen, ich vermutete, die wären pfleglicher damit umgegangen und vielleicht auch netter. Ich sollte mich nicht täuschen, das Mädchen machte mir sofort Platz und ich konnte das Rad ausleihen. Ein Jugendlicher stiess dann zu mir und fragte mich, wo er so ein Abo her bekäme. Ich erklärte es ihm und warb dafür, sich so einen Ausweis ausstellen zu lassen. Wo kann man schon für 15 Euro (inzwischen sind es allerdings 18) ein ganzes Jahr sich Räder ausleihen ? Und zur Zeit auch noch kostenlos! Ich freute mich über sein Interesse, aber dann kam ein weiterer junger Mann dazu und beide lachten dreckig. Es war also wohl eine Mutprobe: wer traut sich den Erwachsenen hochzunehmen? Egal! Waren nett.
    Aber auch dieses Bike, das gut durchhielt bis Merl versagte zum Schluss, als die Ansteigung in der Rue des Aubépines zu meistern war.

    1. https://www.diegrenzgaenger.lu/mobilitat/gratis-Vel’Oh!-bis-mitte-april/ []
    2. cf. https://www.infogreen.lu/vel-oh-moderne-sur-facile-et-100-a-assistance-electrique.html, Zitat: “Avec un poids de 28,6 kg, les nouveaux vel’OH ! sont légèrement plus lourds que les anciens, notamment en raison du système d’assistance électrique.“ []

    Tags: ,

  • velo 19.02.2019 No Comments

    Anmerkung: diesen Artikel wollte ich zunächst am 19.12, schreiben, hatte dabei aber mit unerwarteten Softwareproblemen zu kämpfen: Nach einem WordPress-Update stand der alte Texteditor nicht mehr bereit und der neue Gutenberg funkioniert nicht. So verlor ich erst mal das Interesse.

    Am Dienstag dem 18.12 ging ich, nach dem Besuch der Kantine in die Cité judiciaire auf dem Plateau Saint Esprit und lieh mir doch eines der neuen elektrischen Velohs. Ich hatte seit Mitteilung der bevorstehenden Elektrifizierung durch Veloh darauf verzichtet, weil viele Stationen noch im Umbau waren.

    Ich hatte zwei zuvor Wochen mal am Knuedeler versucht, mit ein Veloh abzulösen war aber gescheitert weil ein 6 stelliger PIN verlangt wurde, mir aber nur 4 Ziffern bekannt waren. Eine Konsultation der Webpage des Betreibers ergab nun immerhin, dass Veloh einfach zwei Nullen dazu gefügt hatte.
    Inzwischen hatte ich aber viele gesehen, leider auch öfter welche wo die Fahrradbeleuchtung anscheinend nicht funkionierte.

    Die erste Fahrt

    Von der war ich ganz begeistert! Auf dem Display konnte man sich auswählen, welches Rad man haben wollte, und zu welchem es schon Reklamationen gab. Ich wählte ein unbeanstandetes. Zunächst einmal fuhr ich damit zur Route d’Arlon. Interessant: Anders als ich glaubte, kann man die Unterstützung nicht zu- oder abschalten, die ist automatisch immer “an”. Man kann zwischen drei verschiedenen Geschwindigkeiten wählen, je stärker man tritt, desto kräftiger auch die Unterstützung. Ich hatte fast einen Geschwindigkeitsrausch und war ganz beglückt!

    Problemstellung und Plan

    Aufgrund der positiven ersten Erfahrung wollte ich abends mal gleich sehen, wie Vel’Oh! mit dem Kirchberg klar kommt. Denn seit der Umstellung der Linie 118 mit Einführung der Tram, bin ich bei meiner täglichen Busfahrt davon genervt, dass ich immer viel Zeit durchs Umsteigen immer so viel Zeit verliere:

    1. Ich muss auf der Lux-Expo auf die Tram warten
    2. Dann zockelt die gemütlich, glücklicherweise mittlerweile bis zur Place de l’étoile
    3. Dort warte ich dann bis zu 9 Minuten, bei der baustellenbedingten Verspätung mittlerweile auch länger auf die Linie 22 oder die 28. Nehme ich die 28. fährt die nur bis zur Haltestelle Wandmillen, von wo ich entweder zu Fuss weiter, oder auf die nächste 22 warten muss.

    Es gibt zwar noch die Linie 33, welche die Rue des Primeurs anfährt, diese wurde aber so unsinnig geplant, dass der Bus immer bereits 2 Minuten weg ist, bevor ich aus der 118 aussteigen kann. Nur in den Schulferien ist die 118 manchmal 5 Minuten zu früh, weil sie auf der Autobahn besser durchgekommen ist als geplant. Dann kann ich die 33 nehmen.
    Im Sommer hatte ich weiter die gute Erfahrung gemacht, dass ich mit meinem eigenen Fitnessbike deutlich schneller bin als mit der Tram! Denn erstens wiegt das nur 11 kg und ich kann daher schnell damit fahren, und zweitens spare ich mir diese Zwischenwartezeiten. Bei schlechtem Wetter aber fehlen die Schutzbleche und im Winter die Beleuchtung, dann fahre ich lieber mit meinem Atlanta. Problem an dem ist aber, dass es aber auch 10 kg schwerer ist und das merkt man! DAS Problem könnte die Kraft aus der Batterie lösen!

    Gemischtes Ergebnis und erste Rückschläge

    Das wollte ich gleich abends ausprobieren und ging erst mal zur Route d’Arlon, was die nächstgelegenste Vel’Oh! Station für mich ist. Der Versuch ein Vel’Oh! zu leihen scheiterte an einem informationstechnischem Problem, weil die Station wohl keine Verbindung zum Server aufbauen konnte. Also Plan B: zur nächsten Station laufen. Leider hat Vel’Oh seine Stationen immer so geplant dass sie ZWISCHEN zwei Busstationen liegen. Ich musste also bis Wandmillen laufen und gerade an dem Tag hatten minderwertigerweise alle Busse auch Verspätung. An der Place de l’étoile klappte es dann.
    Damit fuhr ich dann auf den Kirchberg. Ohne Mühe, fast schon Geschwindigkeitsrausch! Ich lieferte mir ein regelrechtes Wettrennen mir der Tram.
    Aber dann wollte ich das Teil an der Station Alphonse Weicker (Auchan) zurückgeben: Säulen noch nicht in Betrieb!
    An der nächsten Station, das alte Vel’Oh! Manko: alle Säulen besetzt. Ich musste bis zur Höhe neue Nationalbibliothek zurückkehren, vielbefahrene Strasse überqueren, auf die verspätete Tram warten. So ein Mist.

    Versagen im Winter

    Dann kam der Wintereinbruch. Zuvor noch hatte ich auf der Dezember Critical Mass von Nicolas interessante Tipps zum Fahrradverleihsystem bekommen, unter anderem den, mir die Vel’oh! App zu installieren. Seither kann ich per Smartphone mir ein Veloh ausleihen. Das war eine nette Erfahrung:
    Sobald man an einer Säule steht, kann man das Programm aufrufen und das Vel’Oh! vor dem Du gerade stehst anwählen und lösen. Man muss nicht mehr an der Konsole auswählen und dann zu der Säule hinhechten. Problem nun: Nicht jedes Vel’Oh! das angedockt ist, kann auch ausgeliehen werden, etwa dann nicht, wenn es noch nicht wieder hinreichend aufgeladen ist.
    Und letzteres sollte sich sehr bald als grosses Problem erweisen! Schon bei meiner ersten Fahrt Anfang Januar machte das ausgeliehene Rad furchtbaren Lärm. Obwohl es von der Rue des Aubépines zum Bahnhof praktisch nur bergrunter geht, war es schwer zu treten, Unterstützung durch elektrische Energie? Fehlanzeige. Noch übler war es, als ich damit zum Kirchberg wollte. Es trat sich so schwer, dass ich es am Glacis schon wieder abgeben musste um mit der Tram weiter zu fahren.
    Seither hat nie wieder eines so funktioniert, wie ich es haben will: Ist die Temperatur unter oder nahe Null, kann man sie entweder, obwohl “verfügbar” gar nicht lösen, oder sie geben keinerlei Unterstützung. Und das, obwohl die Batterien angeblich voll geladen sind.

    Selbst als es wieder wärmer wurde und ich am 13.2. wieder vom Boulevard Royal zur Route d’Arlon fuhr, mit angeblich voll geladener Batterie, blieb die Unterstützung aus, sobald wir in der Rue des Aubépines ankamen, und das Gelände ein wenig anstieg. Man muss also sagen: Die Antriebe von Vel’Oh! funktionierten nur in der Anfangszeit und nun versagen sie genau dann, wenn sie gebraucht werden.
    Jetzt finde ich es doppelt schade, dass man nicht die Wahl hat, zwischen einem Rad mit und einem ohne Elektrountertützung. Der Betreiber hatte diese Forderung abgelehnt, weil er nicht mit zwei verschiedenen Systemen arbeiten wollte.
    Erfreulicherweise bietet die APP auch eine Feedbackfunktion, die aber leider noch Optimierungsresverven hat. So wollte ich mehrmals melden, dass bei einem Rad die Batterie platt gewesen wäre, Veloh akzeptierte diese Rückmeldung aber nicht, es war nicht möglich sie abzuschicken. Warum? Die APP verlangt dass man eine Kategorie der Fehlermeldung angibt, und zwar betreffend: Licht, Räder, Bremsen, Pedale, Lenker und Sattel.
    Das offensichtlichste, die Stromversorgung war nicht anklickbar. Ich habe dann meistens “Licht” gewählt, weil das ging bei mir dann auch nicht.

    Besserung in Sicht?

    Nun, inzwischen weiss ich auch, ich war nicht der Einzige der diese Probleme hatte. Die Stadt Luxemburg hat inzwischen den Betreiber abgemahnt und eine Nachbesserung verlangt.
    In einem Artikel Artikel im Luxemburger Wort ( https://www.wort.lu/fr/luxembourg/luxembourg-adresse-une-mise-en-demeure-a-jc-decaux-5c645153da2cc1784e33dbe7) gab der Autor an, die folgenden Probleme wären der Stadt ein Dorn im Auge:

    Les utilisateurs éprouvent de grosses difficultés: batterie déchargée ou panne subite, fonctionnement aléatoire de l’assistance, vélos bloqués sur la station…

    Dem kann ich mich nur anschliessen, und hoffe dass das wirklich bald nachgebessert wird, denn so kann man doch nicht fahren!

    Tags:

  • velo 08.11.2018 1 Comment

    Lange nix mehr von Vel’oh gehört, gestern meldeten sie sich! Darin stand u.a.:

    Aujourd’hui, nous avons le plaisir de vous annoncer qu’à partir du 30 novembre 2018, la Ville proposera une offre de services plus riche et étendue avec un tout nouveau système (vélos, bornes d’accueil, bornettes) et des vel’OH! à assistance électrique.

    Ob “et des vel’OH! à assistance électrique” nun bedeutet, dass man “auch” oder “nur noch” Pedelecs bekommt, weiss ich nicht, ich vermute aber stark letzteres. Kann mich erinneren, dass es Diskussionen gab, dass man nur mit EINEM Typus arbeiten will, weil die Stationen ja auch umgebaut werden müssen um die Räder zu laden.
    Auch das Wort berichtet vor kurzem darüber1, daraus geht das auch nicht so ganz klar hervor, aber ich denke schon.
    Das sehe ich dann mit einem lachendem und einem weinenden Auge.

    1. Das weinende Auge befürchtet, dass wenn ich nächstes mal wieder auf ein kaputtes Fahrrad falle, und irgendwo gehen die immer irgendwie kaputt, es die Elektrik sein wird die ausfällt! Dann hab ich ein schweres, schlechtes Rad zu treten.
    2. Das lachende Auge verheisst mir, dass andererseits, wenn es funktioniert, ich viel leichter treten kann! Das könnte echt eine Alternative zur Tram für mich werden. So wie ich im Sommer fast jeden Tag mit meinem leichten Fitnessbike zur M-Box fuhr, könnte ich in Zukunft mit dem Elektrovel’oh! auf den Kirchberg. Denn nun in der nassen, dunkelen Jahreszeit fahre ich natürlich lieber ein Rad mit Dynamo, Licht, Schutzblech und Co. Das ist aber leider auch um einiges schwerer und der Kirchberg führt das “Berg” nicht umsonst in seinem Namen.
      Weiter hoffe ich vor allem, dass Patrick Goldschmit von der Gemeinde Luxemburg, recht behält und der Anteil der Radfahrer sich so deutlich steigern lässt.

    In dem erwähnten Interview hiess es:

    «Avec les vélos à assistance électrique, nous sommes certains que le nombre d’abonnés va encore augmenter», affirme Patrick Goldschmidt, échevin en charge de la mobilité en ville (mais aussi de l’environnement, du service des fêtes et marchés et de l’intégration pour personnes à besoins spécifiques). «L’idée est de remettre le vélo sur l’agenda des personnes qui travaillent et se déplacent en ville.» Le vélo rencontre un succès croissant pour tromper les rues et routes saturées de trafic. «Aujourd’hui, 5 à 6% des gens se déplacent à vélo en ville», poursuit l’échevin.

    Mehr Radfahrer auf den Strassen bedeutet für mich vor allem: die Kraftfahrzeugfahrer gewöhnen sich an uns und geben stärker auf uns Acht, wir können also sicherer fahren!
    Zu befürchten ist zwar auch, dass die Gesamtzahl verunglückter Radfahrer dann raufgeht, eben weil es mehr sind.
    Schwere Unfälle mit rechtsabbiegenden KFZ wie wir sie in der deutschen Presse fast täglich lesen müssen, sind zur Zeit in Luxemburg ja zum Glück noch recht selten.
    Es bedeutet sicher auch mehr “Mimimi” in den sozialen Medien von reaktionären NUR-Autofahrern. Seit dem 18. Geburtstag sind sie nicht mehr auf dem Fahrradsattel gesessen, trauern der Autostadt nach und den Zeiten die sie selber gar nicht mehr erlebt haben, wo der Autobesitzer wie ein Baron war. Wenn der ankam, sind alle Fußgänger vor Ehrfurcht in den Graben gesprungen und die Radfahrer hielten an und zogen bewundernd die Mütze vom Kopf.
    Heute hingegen grinsen sie einen noch frech an, weil man im innerstädtischen Stau stehst und und sie rechts an den Autos vorbei können und auf dem SAS-Velo sich auch noch vor Dich stellen. Nächstes Mal parke ich den wieder zu!, grummelt dann der Nur-Autofahrer und der eine oder andere reaktionäre Aktivist denkt:

    Komm, lass uns noch mal eine radfahrerfeindliche Petition schreiben, damit denen das Lachen vergeht!

    • Fahradkennzeichen fordern wir! Das ist zwar ein höllischer administrativer Aufwand und angeblich nützt es nix, weil man die kleinen Ziffern im Zweifelsfall sowieso nicht so schnell gelesen bekommt und die schlimmsten Rowdies das Kennzeichen eh immer abdecken, aber egal!
    • Radfahren nur mit Führerschein! Blöd dass 90% zwar schon einen haben, aber egal!
    • Eine Versicherung sollen sie abschliesen! Blöd, dass die meisten Luxemburger sowieso eine Haftpflichtversicherung haben, egal!
    • und natürlich sollen sie ZWEI METER von den Autos wegbleiben müssen! Gut so eine Forderung verstösst gegen geltendes Recht und kriegen wir alleine deshalb schon nicht durch, aber egal!
    • Und sie sollen nicht mehr über rote Ampeln fahren dürfen! Die sollen dieselben Pflichten haben wie wir Autofahrer, schliesslich zahlen wir KFZ Steuer und die nicht, die Hungerleider! Ach so, das ist jetzt schon verboten und wenn sie kurz absteigen und schieben ist es sogar völlig legal?
    • Ok, dann mehr Kontrollen!!! Was macht die Polizei eigentlich den ganzen Tag, hö? Ah, nicht genug Personal!
    • Dann muss die Fahrradstaffel der Polizei unbedingt aufgestockt werden! Was? Jetzt wo sie mehr Beamte haben, kontrollieren die Verkehrsdelikte von Autofahrern dann auch öfter und strenger? Die haben ja gar nichts verstanden! Nein, das ist mir jetzt aber überhaupt nicht egal! Ich –

    Ok, genug gespielt. Nein, wenn ich morgens im zähfliessendem Verkehr im Bus sitze und auf die vielen Autos runterschaue und ich erinnere, dass wenn ich nur eine halbe Stunde später hier lang fahren würde, die alle stehen würden und wir mit, dann spüre ich:
    die Verkehrswende ist alternativlos!
    Sie muss kommen, es kann nicht mehr jeder, jeden Tag mit dem Auto bis zu seinem Bürostuhl oder den Barhocker fahren.

    Zurück zum Thema. Weiter schrieb Veloh uns:

    Pour effectuer la transition2 entre l’ancien et le nouveau système, de nouvelles stations remplaceront les stations existantes sans pour autant impacter le fonctionnement de votre carte actuelle. Afin de maintenir un niveau de service adéquat, cette transition sera réalisée en trois étapes et ne dure que quatre semaines :

    • à partir du 15 novembre les stations seront remplacées progressivement. Pour ce faire, une station sur deux sera fermée jusqu’à ce que 50% de l’ensemble des stations soit renouvelé
    • dès le 30 novembre, 50% des stations sont équipées et la majeure partie des nouvelles stations seront installées, l’ancien service sera arrêté et le nouveau service sera lancé. Vous pourrez dès lors y accéder avec votre carte d’abonnement actuelle
    • les stations restantes seront converties et rouvertes progressivement jusqu’à l’échange complet de la flotte vel’OH! autour du 15 décembre.

    Das heisst, das System Veloh wird einige Zeit wohl nicht funktionieren. Hoffen wir, dass danach das Netz der Stationen endlich weiter ausgebaut wird! Ich hätte gerne eine Station in der Rue des Primeurs in der Zone administrative Strassen und eine im Rangwee! Das würde mir zwar meine Ausreden nehmen, wenn ich mal wieder keinen Bock aufs Fitnesstudio habe, aber egal!

    1. siehe: https://www.wort.lu/fr/luxembourg/850-vel-oh-electriques-en-libre-service-en-septembre-5b7d7b4d182b657ad3b91b51) []
    2. Zur Übergangsphase verwies Veloh auf folgenden Link, wo man sich eine Tabelle mit den geplanten Umrüstungsaktionen zu den einzelnen Stationen runterladen konnte: http://www.veloh.lu/Magazine/Actualites/Toutes-les-infos-sur-vos-stations-velOH []

    Tags: ,

  • velo 18.12.2016 1 Comment

    Es war schon etwas später am letzten Mittwoch, so gegen 18:30. Ich kam von der Arbeit und wollte zum Bahnhof, denn da nehme ich jeden Tag den Zug nach Igel. Am Dienstag hatte es geregnet aber am Mittwoch war es trocken und so hatte ich mir an der Kreuzung Route d’Arlon/Rue des Aubépines ein Veloh ausgeliehen. Das Fahrrad war in einem ordentlichen Zustand, also das Licht funktionierte vorne und hinten und ich hatte mir noch eine gelbe Weste übergeworfen, war also gut zu sehen, als ich den Pont Adolphe befuhr. Etwa auf der Hälfte der Brücke wurde ich plötzlich ausgehupt!
    Natürlich erschrak ich, und zugleich schoss mir durch den Kopf: Gott, sicher wieder so ein jugendlicher Testosteronbomber der sich an meiner blossen Präsenz auf der Strasse stört! Sehr viele Menschen hören im Theorieunterricht zur Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung nämlich gar nicht richtig zu und die Irrmeinung, die Strasse wäre grundsätzlich nur für den Kraftverkehr reserviert und Radfahrer nur in Ausnahmefällen zugelassen ist weit verbreitet. Zu meiner grossen Überraschung sah ich dann aber, als ich nach links blickte, dass es ein Busfahrer war der gehupt hatte und nun wild gestikulierte! Und auch noch einer der staatlichen CFL! Ich machte ihm daraufhin den “bösen Finger” denn nun war offensichtlich dass er die Hupe missbräuchlich benutzt hatte. Das erboste ihn aber weiter und nun scherte er eng vor mir ein, so dass ich abbremsen musste.
    An der Kreuzung vor dem Hauptgebäude der Sparkasse war die Ampel rot und er musste halten, so konnte ich zu ihm aufschliessen. Ich war nun sehr adrenalingeladen, denn ich hatte mich durch sein Manöver doch sehr bedroht gefühlt. Als ich neben ihm zu halten kam, öffnete er die Tür und schnautze mich auch noch an:

    Do ass extra eng Velosspur fir Iech ageriicht ginn, fuhr gefälligst op deeër!

    Jetzt war ich wirklich wütend!
    Dat ass keng Velosspur, dat ass den Trottoir! Lies mol däi Code de la Route! Wéi hues Du iwwerhaapt de Führerschäin gepackt?” sprudelte es wütend aus mir raus und ich zeigte ihm auf das entsprechende Verkehrsschild und wies ihn darauf hin, dass dort drüben erst der Radweg beginnt, die Brücke aber ganz normale Strasse ist.


    Als ich am Bahnhof ankam, war wieder mal keine Säule mehr frei um das Rad abzugeben! Hier hat sich seit 2010 nicht wirklich viel getan. Minderwertigerweise wird auch auf der neuen Veloh Station am Bahnhof NICHT angezeigt, wo die nächsten freien Säulen wären. Veloh hat es wohl einfach nicht nötig, die Radfahrer können kucken dass sie klar kommen…. Ganz so schlimm wie 2010 war es diesmal nicht, es ist ja auch Winter: An der Place de Paris fand ich noch eine freie Säule, vielleicht weil zur Zeit Weihnachtsmarkt ist und viele Benutzer irrtümlich glaubten, man könne das Rad dort nicht mehr abgeben? Dadurch verpasste ich wieder den 19:00 Zug und war entsprechend gut gelaunt. Es ist schliesslich eine Freude eine halbe Stunde in der Kälte auf seinen Zug zu warten.
    Am nächsten Tag beschlich mich aber der Verdacht, dass ich vielleicht doch teilweise im Unrecht sein könnte. Immerhin war der Mann Berufskraftfahrer und zwar bei der CFL! Die sind nicht nur besser bezahlt sondern zumeist auch besser ausgebildet als normale Busfahrer und kennen sich oft erstaunlich gut im Verkehrrecht aus.

    • Was, wenn ich über die zwei Jahre wo ich da schon fast täglich herfahre betriebsblind geworden bin, das “Vorgeschriebener Radweg-Schild” wurde nachgerüstet und ich sah es nicht? Denn ich bemerke schon, dass ich eher eine Ausnahme bin, die meisten anderen Radfahrer fahren auf dem Gehweg und bedrängen dort die Fussgänger. Sowas verachte ich und tue es nicht.
    • Was wenn in Wirklichkeit eine Verordnung erlassen wurde, welche den Radweg vorschreibt und die zuständige Behörde hat vergessen die Strecke auszuschildern, oder Vandalen haben sie entfernt? Und der Busfahrer hat dann aus seiner Erinnerung (an eine mögliche interne Schulung zur neuen Situation) zitiert? Wie sich rausstellen sollte, dann freilich in Unkenntnis der tatsächlichen Situation!

    Freunde und Arbeitkollegen von mir waren sich auch nicht so sicher, dass ich Recht hätte, sie hatten gehört es sei zumindest so geplant gewesen dass Radfahrer eine eigene Spur bekommen und bei der restaurierten Brücke würde sogar eine Hängebrücke eingehangen, extra für die Radfahrer. Freilich ist keiner von ihnen Alltagsradler. Auch wollte ich aber weder wissen wie es geplant war, oder wie es sein würde, ich wollte wissen wie genau es zur Zeit IST!

    Also machte ich mich am nächsten Tag erst mal auf die Suche nach der zuständigen Behörde. Auch wenn ich selber Beamter bin, bin ich kein Lexikon für Behördenzuständigkeiten. Ich stiess erst mal auf diese Seite: http://www.pch.public.lu/fr/projets/ouvrages-art/pont-adolphe-rehabilitation/pont-provisoire-adolphe/index.html
    Das blöde dabei ist, dass das Wort “Vélo” in französischen Texten fast nicht auffindbar ist, weil es in “Dévelopement” vorkommt und ohnehin Beamte gerne andere Wörter benutzen als die normale Bevölkerung. So kommt das Wort “bicyclette” im gesamten Code de la Route1 nicht ein einziges Mal vor.

    Also rief ich dann bei der Brücken und Strassenverwaltung an, denen die Adolphe Brücke “gehört”, erfuhr dort aber, dass die Stadt Luxemburg für die Verkehrsführung zuständig ist. Dort rief ich dann an, und wurde sehr freundlich empfangen. Man versprach mir, dies nachzuschlagen und ich erhielt von der zuständigen Behörde der Stadt Luxemburg, der ich meine Fragen vortrug, noch am Donnerstag die Antwort!

    Re-Bonjour Haer Erpelding,

    Et huet sech bis elo nach näischt geännert wat Verkéiersführung fir d’Veloën iwert de provisoresche pont Adolphe ugeet, weider en “circulation mixte” mat dem Auto’s Verkéier, wuel verstan en direction Gare, net en direction Centre-Ville mat de Bussen.

    Den Trottoir ass net ob fir de Velo.

    Alternativ kënnt Dir awer och Passerelle benotzen wou d’Velofueren en site propre méiglech ass.

    Just war elo fir eng Woch – wéinst Chantier um Niveau vun der place de Bruxelles – d’Furt zou déi de Velo vun der avenue Marie-Thérèse riwer ob de boulevard F.D.Roosevelt bruecht huet, sou dat ob der Kräizung de Velo huet missen mam Verkéier fueren.

    Hoffen des Informatioun ass Iech nëtzlech,

    Mat frëndleche Gréiss,

    DIRECTION MOBILITÉ
    Service de la Circulation
    Kofferfabrik
    98, rue Auguste Charles
    L – 1326 Luxembourg
    www.vdl.lu circulation@vdl.lu

    Ich hatte also Recht! Ich durfte nicht nur mit dem Rad auf der Brücke fahren, ich musste sogar!
    Ich bin am Donnerstag Mittag noch mal hingefahren und habe mich auch vor Ort überzeugt, in der Tat da SIND KEINE Schilder, der Gehweg ist also ein reiner Gehweg auf dem man NICHT mit dem Rad fahren darf.

    Und die Moral von der Geschicht?

    • Also liebe Radfahrer: immer schön die Strasse benutzen! Wenn Kraftfahrer so minderwertig sind dass sie hupen, dann daran denken: die sind im Unrecht! Schön weiter radeln und brav in der Mitte fahren, damit ihr noch bremsen und ausweichen könnt, wenn sie euch wieder zu eng überholen.
    • Also liebe Kraftfahrer: Nicht ärgern wenn ein Radfahrer vor euch fährt. Die Brücke ist kurz und sie biegen ja gleich ab, auf der anderen Seite haben die Radfahrer ja einen eigenen Weg. Einfach gedulden.
    • So lieber Busfahrer: Wie wäre es mit einer freiwilligen Selbstschulung? Einfach mal die Unterlagen zur Führerscheinprüfung noch mal würdigen, sodann Du sie nicht weggeschmissen hast.

    Noch eine Bemerkung zur Alternative “Passerelle”. Natürlich kann man auch über die Passerelle zum Bahnhof kommen, so wie ein Autofahrer der von Luxemburg nach Metz fahren will, ja nicht unbedingt die verstopfte Dudelinger Autobahn benutzen muss, sondern auch über die Autobahn via Trier und Saarbrücken nach Metz kommt. Gehen tut das alles, ist aber in beiden Fällen ein erheblicher Umweg. Bei der Option “Passerelle” kommt noch hinzu, dass die nicht wirklich durchdacht ist. Man fährt von der Kathedrale aus über die Passerelle und steht dann vor der Avenue de la Gare, in die man aber gar nicht reinfahren darf. Wie nun zu fahren ist, ist keineswegs offensichtlich, fährt man nach links Richtung Cents ist zudem ein abschreckender Anstieg zu bewältigen. Es hat nicht jeder ein Elektrorad!

    1. Hier kann man sich den Text des Strassenverkehrsgesetzbuches runterladen: http://www.legilux.public.lu/leg/textescoordonnes/codes/code_route/ []

    Tags: ,

  • velo 25.09.2010 No Comments

    Nachdem die Journalistin Maria Louisa Giersberg mich aufgrund meiner Erfahrungen dazu eingeladen hatte, ihr am 30. Juli zum Thema Veloh ein “Interview” zu geben,1, wurde der Beitrag nun gesendet! Ist sehr gut geworden. Frau Giersberg hat objektiv berichtet.


    Jetzt. wo der Beitrag gesendet ist, kann ich auch auf Details eingehen, ich wollte Louisas Berichterstattung zuvor nicht beeinflussen. Nervig war, dass ich an dem schönen, hellen Sommertag um 12 Uhr Mittags meine Sonnenbrille nicht tragen durfte. Dass das im TV einfach schlecht aussieht, sah ich ein. Die Szene mit meinem einzigen Satz wurde dann aber, wie bereits erwähnt, mehrmals wiederholt. Mal waren die Einstellungen nicht gut, es liess sich nicht richtig schneiden, vor allem aber war mein kurzes Statement immer zu lang. Und das, wo mir doch einige nachsagen, ich könnte die Dinge immer so gut auf den Punkt bringen. Ich kam mir vor, wie Herr Lindenmann der Lottogewinner im Sketch von Loriot. “Oh nein, Sie sind von mal zu mal besser geworden“, hatte mich Louisa Maria getröstet. Sehr erfreut war ich dann, dass Louisa sich für eine der längeren Fassungen entschied, obwohl ich auf den Aufnahmen doch sehr verkniffen dreinschaue (Sonne).

    Weiter will ich nachtragen, dass mein Missgeschick, dass ich nach 18:00 das Rad am Bahnhof nicht mehr abgeben konnte, inzwischen noch dreimal passiert ist, allerdings nie wieder so schlimm wie im März; ich fand bei den letzten Malen dann spätestens an der übernächsten Nachbarstationen eine freie Säule.
    Hier noch weitere ungünstige Situationen, in die mich Veloh inzwischen gebracht haben, Ort des Geschehens war diesmal die Station an der Kreuzung route d’Arlon – rue des Aubepines:

    • zweimal war die Verbindung des Computers zum System “nicht verfügbar”, ein Ausleihen also nicht möglich.
    • Und letzten Freitag war ich so spät (18:30) da, dass überhaupt kein Rad mehr da war, das ich hätte ausleihen können.

    Unglücklicherweise ist gerade diese Station sehr weit, sowohl von den Bushaltestellen als auch von weiteren Veloh Punkten entfernt.

    Erfreulich klingt dann zunächst, die gute Nachricht aus Louisas Beitrag “JCDecaux” hätte “reagiert”. Beim genaueren Hinsehen haben sie von allen möglichen Reaktionen, die nutzloseste gewählt: Die Hotline sei nun 24 h erreichbar?! Müsste man mal ausprobieren, was genau einem die Damen von Brüssel aus dann sagen können. Sinnvoller wäre gewesen, dass die Umverteiler noch länger arbeiten würden, (vielleicht bis 22:00 ?), oder aber wenigstens dass ich kostenlos AM Display erfahre, WO genau wieviele Säulen an welchen Nachbarstationen frei sind.

    1. ich hatte leider nur einen einzigen Satz” []

    Tags:

  • velo 21.07.2010 No Comments

    Am Mittwoch den 30. Juni ab 12:00, liebe Leser, stand ich zum ersten mal in meinem Leben bewusst vor der Kamera, Thema: Véloh!


    Wie kam es dazu? Eine Journalistin des saarländischen Rundfunks, deren Namen ich noch nicht verraten will, plante eine Fernsehreportage über das Fahrradleihsystem der Stadt Veloh und hatte bei ihrer Vorfeldrecherche über eine Suchmachine meinen Artikel “Optimierungsreserven bei Veloh” gefunden. Sie fand ihn wohl interessant genug um mich anzuschreiben, erzählte mir von ihrem Plan und ihrem Bestreben keinen einseitigen Bericht zu schreiben zu wollen. Sie fragte mich dann ob ich für ein Interview bereitstünde. Ihr Ansatz erschien mir vernünftig im Sinne eines kritischen Journalismus, eigentlich dürfte man erwarten, dass alle so vorgehen! Leider musste ich gerade beim Thema Fahrrad im Strassenverkehr in der Vergangenheit oft feststellen, dass wenn sich schon mal jemand dafür interessiert, die Beiträge entweder polemische Angriffe auf die angeblich von den Grünen oder anderen Politikern verhätschelten Radfahrer darstellen, oder in Hurrah-Journalismus ausarten.

    Wir vereinbarten einen Termin und am besagten Mitwoch fuhren meine Frau und ich in die Stadt. Wir waren etwas zu früh und setzten uns noch ins Café Mokabar. Mir fiel gleich auf, an dem Tag waren sogar ganz viele Säulen frei, anders als an jenem 18. April. Nach einiger Zeit traf ein Dienstwagen der Umverteiler von Veloh ein, samt Anhänger mit den Fahrrädern und begann Räder nachzuladen. Als nächstes bemerkte ich einen Kombi mit saarländischem Kennzeichen und ich dachte mir gleich, also wenn die beiden Herren nicht zum Kamerateam gehören fresse ich einen Besen! Ich ging also auf die Veloh Säule zu und erkannte sie sofort, sie mich auch.
    Sie stellte mir dann Herrn De Meester (?) Verantwortlichen von Veloh vor, an den ich meine Fragen würde richten können. Den sah ich allerdings nachher nicht mehr, er zog mit seinem Arbeiter wieder ab, nachdem er seine Erläuterungen abgegeben hatte. Aber er hatte den Fernsehleuten ein freigeschaltetes Veloh überlassen und mit dem wurde nun gedreht.
    Es stellte sich aber schnell heraus, dass ich zwar eine Sprechrolle bekam, aber eigentlich nur einen Satz sagen durfte. Denn es stehen für den gesamten Beitrag 3 Minuten zur Verfügung und die muss ich ausserdem noch mit François Bausch und Herrn De Meester teilen. Mir fiel die Rolle des Kritikers zu. Die Szene wurde fast 11 mal neugedreht, mal war ich zu langatmig, mal stimmte die Einstellung nicht oder hatte wohl so stark gekürzt dass ich kam nicht mehr natürlich rüber kam. Also, was ich gesagt hab, lässt sich immer so zusammen fassen:

    1. Das System Veloh ist insgesamt gelungen
    2. aber viel zu kompliziert,
    3. und wenn man nach 18:00 keine freie Säule mehr findet lässt einen das System im Regen stehen und alt aussehen.

    Tags:

  • velo 23.04.2010 No Comments

    Place de Paris um 16:45

    Seit ein paar Wochen bin ich nun Abonnent bei Veloh, dem vielgelobten Leihfahrradsystem der Stadt Luxemburg; siehe z.B. Tom Wagners Bildreportage1 Zunächst hatte ich einen solchen Schritt nicht vorgesehen, da ich meistens mein eigenes Fahrrad im Zug mitnehme und natürlich eines bevorzuge, das ich kenne und von den ich weiß in welchem Zustand es ist. In dem langen und harten Winter 2009/10 war es mir aber oft zu anstrengend mit dem Rad, die 2.7 km zum Bahnhof zurückzulegen, und ich nahm öfter die Buslinie 118. Deren Haltestelle “Friedhof” in Wasserbillig, ist etwas näher an meiner Wohnung vor allem aber kann ich mir mit dem Frühstück eine 1/4 h bis 1/2 Stunde länger Zeit nehmen (oder später aufstehen, wie man es nimmt ;-). Problem hierbei ist aber, dass man ein Fahrrad im Bus nur sehr bedingt mitnehmen kann, selbst dann, wenn der Bus eine zweite Plattform hat wo man das Rad festmachen könnte. Denn andere Fahrgäste erleben das mitgenommene Rad, in den meistens sehr gut gefüllten Bussen in der Regel als Belästigung.

    Und so erwartete ich mir von Veloh!2 folgende Vorteile:

    1. Ich brauche mich nicht morgens schon festzulegen, ob ich an dem Tag Fahrrad oder Bus fahren will, sondern kann es jeweils dann entscheiden, wenn ich die Fahrt antrete. Praktisch, wenn es z.B. morgens regnet und man doch lieber mit dem Bus fährt, abends aber die Sonne hervor gekommen ist und Lust aufs Radfahren macht. Und erst recht im umgekehrten Fall.
    2. Wenn ich die Fahrt unterbreche, etwa weil ich am Bahnhofskiosk noch eine Zeitschrift kaufen will, muss ich mir keine Gedanken machen, wo ich das Fahrrad in der Zeit festkette, so dass es erreichbar bleibt, trocken und vor Vandalen sicher, denn es ist nicht meins: ich gebe es einfach an der Dockingstation ab

    Das Missgeschick vom Dienstag Abend

    Am Dienstag aber musste ich feststellen, dass Punkt 2, so nicht immer gegeben ist, aber der Reihe nach:
    Für 18:30 hatte der Ingenieurverein ALI zur Mitgliederversammlung ins Lycée Technique de Bonnevoi gerufen, und weil hier, wie bereits beim Dachverband ALIAI ein neuer Präsident3 gewählt werden sollte, hielt ich es für wichtig diesmal an der Versammlung teilzunehmen. Um 20:53 fährt ein Zug nach Wasserbillig, diese Uhrzeit behielt ich im Auge und nahm mir um 20:30 ein Veloh an der Säule direkt vor dem Lycée. Zufällig hatte ich am Tag davor hier schon ein Rad ausgeliehen, daher wusste ich dass jedes zweite Opfer eines Aktes von Vandalismus geworden ist, und wählte mir das Rad, mit dem ich um 18:30 angekommen war (es war noch verfügbar), alles lief perfekt!

    • bis ich um 20:40 das Rad vor dem Bahnhofsgebäude an der Station abgeben wollte. Mist: alle Säulen besetzt!
    • Nicht schlimm, denke ich, ich weiß ja inzwischen, an der Place de Paris ist noch eine Station. Radel hin: auch alles voll!
    • Jetzt wird es aber schon bitter, vom Rosengarten, also Nähe Arbeitsministerium / ARBED Gebäude (Arcelormittal) zum Bahnhof zu Fuß, es sind nur noch 5 Minuten, das wird aber knapp! Ankunft: auch alles voll!

    Nun finde ich es schon nicht mehr lustig! Ich weiß jetzt bereits, dass ich, trotz großzügiger Zeitplanung, den Zug nicht mehr erwischen kann und wohl eine Stunde, nachts im Bahnhofsviertel rumlungern muss. Das ist ärgerlich genug, aber so langsam drängt die Frage: wie werde ich das dämliche Leihrad wieder los? die halbe Stunde, die ich es gratis benutzen kann ist ja auch bald rum. Aber wo soll ich hinfahren? Also rief ich mal die gratis “Hotline” an, deren Nummer 800 611 00 auf der Karte angegeben ist, nur um zu erfahren, dass die um 18:00 Dienstschluss machen. Toll! Also weiter zum nächsten:

    • Noch mal Place de Paris, vielleicht ist ja inzwischen einer weggefahren? Fehlanzeige
    • Dito, Bahnhofsvorplatz
    • Centre Mercier (Post), kein Platz frei, weiter
    • zum Strasburger Platz.

    Hier endlich war eine Säule frei, eine einzige! Die hab ich mal gleich blockiert und geflucht! Dann ging ich zum Bahnhof, ließ mich von einem Penner anpöbeln den ich aber gekonnt ignorieren konnte und stand dann um 21:05 vor der Anzeigetafel. Also gut 25 später als ich eigentlich dort sein sollte, der Zug natürlich längst weg. Ich hatte noch Glück im Unglück dass der Sommer- anders als der Winterfahrplan noch einen Zug um 21:15 nach Trier kennt. Sonst hätte ich noch bis 21:53 im Bahnhofsviertel bleiben dürfen.

    Die Rückfrage

    Am Mittwoch morgen rief ich, enttäuscht von der Dürftigkeit der FAQ auf der Homepage dann die Hotline 800 611 00 erneut an, um zu klären,

    • wie das passieren konnte,
    • was ich in Zukunft in einer solchen Situation machen könnte,
    • und um ggf. Verbesserungsvorschläge unterbreiten zu können.

    Um es vorweg zu nehmen, es endete recht bald in dem Satz “mais qu’est ce que vous voulez en fait?” ? Aber hier mal, nach Gedächtnis und ins deutsche gesetzt einige meiner Fragen und Antworten die ich bekam.

    1. was ich denn hätte machen sollen? Ja zur nächsten Station fahren!
    2. Ja, und wie erfahre ich, wo eine Säule frei ist? Ja gar nicht! Ich sollte mir das so vorstellen, das ist wie in einem Parkhaus, da kann man mir auch nicht angeben, wo der freie Platz ist, den ich nehmen kann. Die Metapher konnte ich nicht gelten lassen, im Parkhaus muss ich ein zwei Etage weiter aber nicht mehrere hundert Meter, und ausserdem bin ich da motorisiert und muss nicht strampeln! Um das Parkhausbild beibehalten zu können müsste man eher sagen, “Das ist wie wenn Sie am Parkhaus ankommen, und man ihnen zumutet zum nächsten Parkhaus und ja unter Umständen sogar wieder bis zu ihrem Ausgangsort zurückzufahren“. Dann brauche ich die Fahrt eigentlich gar nicht erst anzutreten!
    3. Wieso waren Sie eigentlich gestern nicht erreichbar um mir zu sagen, was ich tun soll? Wir können keinen 24/24 Stundendienst bieten, das wird viel zu teuer (für das was das System letztlich ist?).
    4. Ob denn die Einsatzpläne nicht vor sähen, die Fahrräder regelmäßig umzuverteilen? Ja doch, aber doch nicht mehr nach 18:00, da haben die doch auch Feierabend.
    5. Ja wieso sehen diese Pläne dann nicht vor, um 18:00 sagen wir die Hälfte der Fahrräder aus dem Verkehr zu ziehen?(was sie außerdem dem Zugriff der Vandalen entziehen würde) Ja das dürfen Sie mich nicht fragen, ich sitze hier in Brüssel, und …
    6. Ja, können sie mich denn mit dem Verantwortlichen der mir sowas sagen könnte verbinden, oder mir seine Telefonnummer geben? Nein, das muss über uns gehen, wir geben das dann weiter…. An der Stelle fühlte ich an eine andere Hotline erinnert).
    7. Ja gut, und wie erfahre ich, was dabei rauskam? Ja sie müssen uns eine Mail schreiben (an contact.veloh@gcdecaux.be) und sie bekommen dann eine Antwort. Haha.

    So, ich vermute jetzt mal, ich bekam am Bahnhof keinen Platz mehr, weil bei dem schönen Wetter viele Pendler statt mit dem Bus mit dem Rad zu ihrer Zugverbindung nach Hause fahren (eigentlich ja sinnvoll und gewünscht), dort aber von den Umverteilern niemand mehr da ist, der die Plätze leer räumt. Ich unterstelle weiter, dass das von den Verantwortlichen sogar gewünscht ist, weil dann am nächsten Morgen dieselben Pendler, die aus dem Zug steigen und zum Büro radeln wollen, auch Räder vorfinden ohne dass der Umverteiler sie hinbringen muss.

    Weitere Unannehmbarkeiten

    Nachdem ich am Donnerstag Veloh bei der Verbesserung ihres Systems geholfen hatte, in dem ich dem Leser eine brauchbarere, weniger spartanische Gebrauchsanweisung für den Vorgang des Ausleihens zur Verfügung gestellt habe, wollte ich diese überprüfen und mir fiel eine weitere Unannehmbarkeit auf:

    Ich lieh mir an der Route d’Arlon ein Rad aus. Was man vorher nicht sehen konnte, das Hinterrad eierte, was ich bald als unangenehm empfand. Also wollte ich an der nächsten Station “Gaston Diderich” das Rad zurückgeben, und mir dafür ein weniger kaputtes ausleihen. Erstaunt stellte ich fest, dass die Konsole mir nur anbot, mir eine Rückgabequittung drucken zu lassen, die Option “retirer un vélo” aber rot unterlegt war, und folgerichtig auch nicht angewählt werden konnte, obwohl noch etwa 6 Räder verfügbar waren. Technische Panne, oder von Veloh bewusst nicht gewollt? Gaston Diederich ist für mich “mitten in der Pampa”, wie komme ich (oder gar ein Tourist) von da zum Bahnhof? Ich musste zehn Minuten warten, bis das System mich offenbar wieder freigab und das Wiederausleihen zuließ ???!

    Fazit

    das System Veloh ist interessant, hat ein paar kräftige Haken, die weniger duldsame als mich schon GANZ vom Radfahren abhalten. Es bestehen demnach noch gewaltige Optimierungsreserven! Hier meine Vorschläge

    • Entweder, ein 24/24 Stunden Fahrradräumdienst muss her
    • Und/Oder man muss an der Station erfahren können, an welcher Station die nächsten FREIEN Säulen sind
    • Die Hotline, am besten einstampfen, wenn sie einem eh nichts sagen kann, da ist schon viel Geld gewonnen

    Da ich annehme, dass es keinen Sinn macht sich an JC Decaux zu wenden, die eine so miserable Homepage und ein nutzloses Callcenter in Brüssel (???!!!) unterhalten, würde mal sagen, Herr Verkehrsschöffe Bausch, bitte übernehmen SIE! Bislang sind Sie schließlich der Mann, der am meisten für die Radfahrer in der Stadt Luxemburg gemacht hat, Ihnen vertraue ich!

    Rufen Sie doch mal bei ihren Geschäftspartnern an 😉

    1. http://tomwag.com/twg2/v/Archiv/archiv2008/20080321-36073/36073m9551.jpg.html []
    2. Webpage: http://www.veloh.lu []
    3. Edit 9.12.2016: Damals war ich noch Webmaster bei der ALIAI und hatte einen Beitrag hierzu verfasst, der unter http://www.aliai.lu/2010/04/23/solvi-nouveau-president/ zu finden war []

    Tags: ,

  • velo 22.04.2010 No Comments

    ein ausgewogenes Verhältnis

    A propos, Hotlines, kennen Sie das folgende auch?
    Weil Sie ohnehin wissen, dass die von der Hotline Ihre Probleme nicht lösen können, suchen Sie hoffnungsfroh die FAQ des Dienstanbieters an, gehört es doch schließlich zum guten Ton dass echt jeder Micky Maus Verein eine Seite mit angeblich oft gestellten Fragen bereit hält. Und dann stellen Sie fest, dass Ihre Frage dort überhaupt nicht behandelt wird, offenbar sind Sie der einzige Mensch auf der Welt der jemals vor einem solchen Problem stand. Stattdessen stellt dort der Dienstleister sich selber Fragen, die Ihnen niemals im Leben in den Sinn kommen würden und beantwortet sich selber dann diese Frage.

    So auch veloh.lu, die lassen dort einen, ich hoffe mal stark, fiktiven Dumm-User allen Ernstes die Frage stellen, ob er die allgemeinen Geschäftsbedingungen wirklich akzeptieren muss, um die Dienste in Anspruch nehmen zu können?!

    Die Antwort auf eine Frage, wie sie sich mir am Dienstag stellte: “Was mache ich mit dem SCHEISS-Fahrrad, wenn schon an der dritten Station in Folge alle Säulen voll besetzt, aber mein Zug in fünf Minuten abfährt?“, steht dort natürlich nicht. Auch nicht, ob ich denn dafür bezahlen muss, dass ich unfreiwillig länger als 30 Minuten das Rad hatte? Gut ich kann mir denken dass die Antwort “JA!” sein würde.

    Auch finde ich auch die Gebrauchsanweisung, “(Comment) retirer un vélo?” etwas dürftig, aber wiesel ist niemand der einfach nur meckert, wiesel hilft! Hier mein Vorschlag:

    Wie leihe ich mir ein Veloh-Fahrrad aus?

    Im folgenden gehe ich einfach mal davon aus, dass Sie bereits Abonnent sind. Wenn Sie dagegen nur ein Kurzabo (einmalige Benutzung) verwenden, ist es etwas komplizierter. Lesen Sie hier wie Sie sich abonnieren können (wenn des französischen mächtig sind)

    1. Als erstes suchen Sie sich am besten ganz in Ruhe ein Fahrrad aus. Achten Sie darauf, dass es möglichst wenig beschädigt ist, denn die Bestimmungen des Code de la Route welche verlangen dass das Fahrzeug in Ordnung zu sein hat bevor man damit losfährt gelten auch für geliehene Räder! Wenn genügend zur Auswahl stehen, setzen Sie sich vielleicht mal drauf und wählen eins, wo die korrekte Höhe des Sattels bereits eingestellt ist. Merken Sie sich dann die Nummer des Rades
    2. Gehen Sie nun zum Säule, und halten Ihre Veloh-Karte vor den Scanner

      Karte vor den Scanner halten

    3. Die Karte muss nun überprüft werden, und das Gerät wird von Ihnen verlangen dass Sie Ihren vierstellige PIN eingeben. An dieser Stelle haben Erstbenutzer oft Schwierigkeiten, weil sie erwarten, dass wie beim Bankomat auf dem Bildschirm für jede gedrückte Taste auch ein * erscheint. Die Sterne leuchten auch auf, aber nicht auf dem Bildschirm sondern auf dem Display das zur Tastatur gehört. Das verwirrt!! Nach den vier Ziffern, das grüne V drücken

      Tastatur und Display

    4. Wenn das Gerät gerade eine Verbindung hinkriegt (kommt schon mal vor, dass es abbricht), wird es Sie auf dem Bildschirm mit ihrem Namen ansprechen und fragen, was Sie denn schon wieder wollen:
      1. Retirer un vélo (Ein Fahrrad ausleihen, ja, das ist es!
      2. consulter votre compte ; Ihr Konto abfragen, das machen Sie besser übers Internet nachher in ihrem Wohnzimmer.
      3. consulter les consignes de sécurité (Die Sicherheitsbestimmungen nachlesen), das machen allenfalls übervorsichtige Mütter und klagewütige Juristen

      Klar: 1 ist die Option unserer Wahl, das geben wir auf dem Display ein und drücken das grüne V, für Valider. Achtung: wenn Sie Ihre Karte zum ersten Mal benutzen, werden Sie aufgefordert werden, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Kenntnis zu nehmen, und V zu drücken.

    5. Dann gibt es noch ein Hinweis zu lesen, wie genau das Rad jetzt rauszuziehen ist, etc. Die meisten Radfahrer werden nicht den Nerv haben, alles durchzulesen und es deshalb direkt richtig machen. Wichtig ist abermit “V” zu quittieren, sonst kommen wir nicht zum nächsten Punkt!

      Hinweis ist mit V zu quittieren

    6. Jetzt will das Gerät eigentlich nur noch wissen, welches Rad Sie benutzen wollen und bietet Ihnen eine graphische Darstellung der verfügbaren Räder. Tippen Sie jetzt die vorhin gemerkte Nummer ein, und drücken “V”. Auch hier gilt: die Eingabe erscheint nicht, wie erwartet auf dem Bildschirm, sondern nur auf dem Display!!
    7. Das war es nun, was Sie am Gerät machen müssen! Eilen Sie nun zum ausgewählten Rad, fassen es vorsichtig an
    8. und drücken dort auf den Kopf an der Fahrradsäule,

      Vor dem Losfahren, auf den Knopf drücken

    9. und ziehen gleichzeitig das Rad, ebenso vorsichtig nach hinten. An dieser Stelle reissen Anfänger oft zu heftig, oder schieben das Rad unabsichtlich nach vorne, und die Anlage fehlinterpretiert dies als eine (vorzeitige) Rückgabe.

    Die Rückgabe

    Die Rückgabe gestaltet sich dagegen sehr viel einfacher, falls, und ich betone ausdrücklich falls sie eine freie Säule finden! In dem Fall, schieben Sie den am Rad befestigten Bügel, einfach nur in die Halterung bis es >>klick<< macht. Fertig! [caption id="attachment_12310" align="aligncenter" width="225" caption="Die Rückgabe"][/caption]
    So! Jetzt weisst de Bescheid! Drucks dir aus, zieh los, leih dir ein Rad und fahr vorsichtig!

    Pages: 1 2

    Tags:

  • velo 26.08.2008 No Comments

    Seit einiger Zeit betreibt eine französische Werbefirma in der Stadt Luxemburg das Fahrradverleihsystem Veloh. Anders als viele die mich kennen glauben, ist für mich persönlich die Nutzung dieses Systems uninteressant:

    • Nur die erste halbe Stunde ist gratis. Vom Bahnhof bis zur ITM in einer halben Stunde? Das geht (heute waren es 25 Minuten), wird aber knapp
    • Es gibt keine “Docking Station” in erreichbarer Nähe. Die nächste wäre an der Route de Longwy.
    • Ich fahre ohnehin lieber mit eigenem Material, dessen Zustand ich kenne!

    Gestern nun, gegen 17:45 machte ich folgende Beobachtung, die ich fotographisch festhielt:

    Der Bahnhof ist halt nicht nur ein Ort, von wo aus man eine Reise startet, sondern auch Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen. Und denen fehlt es offenbar an Sitzgelegenheiten! Es kann und will sich ja nicht jeder leisten, sich in ein Café reinzusetzen. Also werden nun die Fahrräder als Barhocker missbraucht. *fg*

    Ein weiterer Grund, dieses System, das ich eigentlich sehr begrüsse, zumindest nicht ab Bahnhof zu nutzen. Wie soll das von statten gehen?

    Entschuldigen Sie, sie müssen aufstehen, ich will jetzt damit fahren…

    Tags: ,