Wappen der Bischöfe von Luxemburg

Diese Wappen zu zeichnen machte echt keinen Spass! Die meisten sind leider von ausgesuchter Geschmacklosigkeit. Dies kommt wohl daher, dass in Luxemburg erst Mitte des 19. Jahrhunderts ein eigenes Bistum eingerichtet, und damit den politischen Realitäten Rechnung getragen wurde. Zuvor gehörte Luxemburg kirchenrechtlich zu den Bistümern Trier und Lüttich.

Wikipedia führt folgende Bischöfe auf, wobei man aber eigentlich erst Nikolaus Adames Bischof nennen.

  • Johann Theodor van der Noot (25. Dezember 1833–13. Dezember 1841)
  • Johannes Theodor Laurent (1. Dezember 1841–10. Juli 1856)
  • Nikolaus Adames (7. Mai 1848–27. Oktober 1883)
  • Johannes Joseph Koppes (28. September 1883–29. November 1918)
  • Petrus Nommesch (8. März 1920–9. Oktober 1935)
  • Joseph Laurent Philippe (9. September 1935–21. Oktober 1956)
  • Léon Lommel (21. Oktober 1956–13. Februar 1971)
  • Jean Hengen (13. Februar 1971–21. Dezember 1990)
  • Fernand Franck (seit 19. Dezember 1990)

Erst ab Léon Lommel, werden die Wappen wieder etwas akzeptabler. Natürlich bemisst man die Wertschätzung für einen Kleriker und für seine Leistung nicht an der Schönheit des Wappens.

Optimierungsreserven bei Veloh

Place de Paris um 16:45

Seit ein paar Wochen bin ich nun Abonnent bei Veloh, dem vielgelobten Leihfahrradsystem der Stadt Luxemburg; siehe z.B. Tom Wagners Bildreportage1 Zunächst hatte ich einen solchen Schritt nicht vorgesehen, da ich meistens mein eigenes Fahrrad im Zug mitnehme und natürlich eines bevorzuge, das ich kenne und von den ich weiß in welchem Zustand es ist. In dem langen und harten Winter 2009/10 war es mir aber oft zu anstrengend mit dem Rad, die 2.7 km zum Bahnhof zurückzulegen, und ich nahm öfter die Buslinie 118. Deren Haltestelle “Friedhof” in Wasserbillig, ist etwas näher an meiner Wohnung vor allem aber kann ich mir mit dem Frühstück eine 1/4 h bis 1/2 Stunde länger Zeit nehmen (oder später aufstehen, wie man es nimmt ;-). Problem hierbei ist aber, dass man ein Fahrrad im Bus nur sehr bedingt mitnehmen kann, selbst dann, wenn der Bus eine zweite Plattform hat wo man das Rad festmachen könnte. Denn andere Fahrgäste erleben das mitgenommene Rad, in den meistens sehr gut gefüllten Bussen in der Regel als Belästigung.

Und so erwartete ich mir von Veloh!2 folgende Vorteile:

  1. Ich brauche mich nicht morgens schon festzulegen, ob ich an dem Tag Fahrrad oder Bus fahren will, sondern kann es jeweils dann entscheiden, wenn ich die Fahrt antrete. Praktisch, wenn es z.B. morgens regnet und man doch lieber mit dem Bus fährt, abends aber die Sonne hervor gekommen ist und Lust aufs Radfahren macht. Und erst recht im umgekehrten Fall.
  2. Wenn ich die Fahrt unterbreche, etwa weil ich am Bahnhofskiosk noch eine Zeitschrift kaufen will, muss ich mir keine Gedanken machen, wo ich das Fahrrad in der Zeit festkette, so dass es erreichbar bleibt, trocken und vor Vandalen sicher, denn es ist nicht meins: ich gebe es einfach an der Dockingstation ab

Das Missgeschick vom Dienstag Abend

Am Dienstag aber musste ich feststellen, dass Punkt 2, so nicht immer gegeben ist, aber der Reihe nach:
Für 18:30 hatte der Ingenieurverein ALI zur Mitgliederversammlung ins Lycée Technique de Bonnevoi gerufen, und weil hier, wie bereits beim Dachverband ALIAI ein neuer Präsident3 gewählt werden sollte, hielt ich es für wichtig diesmal an der Versammlung teilzunehmen. Um 20:53 fährt ein Zug nach Wasserbillig, diese Uhrzeit behielt ich im Auge und nahm mir um 20:30 ein Veloh an der Säule direkt vor dem Lycée. Zufällig hatte ich am Tag davor hier schon ein Rad ausgeliehen, daher wusste ich dass jedes zweite Opfer eines Aktes von Vandalismus geworden ist, und wählte mir das Rad, mit dem ich um 18:30 angekommen war (es war noch verfügbar), alles lief perfekt!

  • bis ich um 20:40 das Rad vor dem Bahnhofsgebäude an der Station abgeben wollte. Mist: alle Säulen besetzt!
  • Nicht schlimm, denke ich, ich weiß ja inzwischen, an der Place de Paris ist noch eine Station. Radel hin: auch alles voll!
  • Jetzt wird es aber schon bitter, vom Rosengarten, also Nähe Arbeitsministerium / ARBED Gebäude (Arcelormittal) zum Bahnhof zu Fuß, es sind nur noch 5 Minuten, das wird aber knapp! Ankunft: auch alles voll!

Nun finde ich es schon nicht mehr lustig! Ich weiß jetzt bereits, dass ich, trotz großzügiger Zeitplanung, den Zug nicht mehr erwischen kann und wohl eine Stunde, nachts im Bahnhofsviertel rumlungern muss. Das ist ärgerlich genug, aber so langsam drängt die Frage: wie werde ich das dämliche Leihrad wieder los? die halbe Stunde, die ich es gratis benutzen kann ist ja auch bald rum. Aber wo soll ich hinfahren? Also rief ich mal die gratis “Hotline” an, deren Nummer 800 611 00 auf der Karte angegeben ist, nur um zu erfahren, dass die um 18:00 Dienstschluss machen. Toll! Also weiter zum nächsten:

  • Noch mal Place de Paris, vielleicht ist ja inzwischen einer weggefahren? Fehlanzeige
  • Dito, Bahnhofsvorplatz
  • Centre Mercier (Post), kein Platz frei, weiter
  • zum Strasburger Platz.

Hier endlich war eine Säule frei, eine einzige! Die hab ich mal gleich blockiert und geflucht! Dann ging ich zum Bahnhof, ließ mich von einem Penner anpöbeln den ich aber gekonnt ignorieren konnte und stand dann um 21:05 vor der Anzeigetafel. Also gut 25 später als ich eigentlich dort sein sollte, der Zug natürlich längst weg. Ich hatte noch Glück im Unglück dass der Sommer- anders als der Winterfahrplan noch einen Zug um 21:15 nach Trier kennt. Sonst hätte ich noch bis 21:53 im Bahnhofsviertel bleiben dürfen.

Die Rückfrage

Am Mittwoch morgen rief ich, enttäuscht von der Dürftigkeit der FAQ auf der Homepage dann die Hotline 800 611 00 erneut an, um zu klären,

  • wie das passieren konnte,
  • was ich in Zukunft in einer solchen Situation machen könnte,
  • und um ggf. Verbesserungsvorschläge unterbreiten zu können.

Um es vorweg zu nehmen, es endete recht bald in dem Satz “mais qu’est ce que vous voulez en fait?” ? Aber hier mal, nach Gedächtnis und ins deutsche gesetzt einige meiner Fragen und Antworten die ich bekam.

  1. was ich denn hätte machen sollen? Ja zur nächsten Station fahren!
  2. Ja, und wie erfahre ich, wo eine Säule frei ist? Ja gar nicht! Ich sollte mir das so vorstellen, das ist wie in einem Parkhaus, da kann man mir auch nicht angeben, wo der freie Platz ist, den ich nehmen kann. Die Metapher konnte ich nicht gelten lassen, im Parkhaus muss ich ein zwei Etage weiter aber nicht mehrere hundert Meter, und ausserdem bin ich da motorisiert und muss nicht strampeln! Um das Parkhausbild beibehalten zu können müsste man eher sagen, “Das ist wie wenn Sie am Parkhaus ankommen, und man ihnen zumutet zum nächsten Parkhaus und ja unter Umständen sogar wieder bis zu ihrem Ausgangsort zurückzufahren“. Dann brauche ich die Fahrt eigentlich gar nicht erst anzutreten!
  3. Wieso waren Sie eigentlich gestern nicht erreichbar um mir zu sagen, was ich tun soll? Wir können keinen 24/24 Stundendienst bieten, das wird viel zu teuer (für das was das System letztlich ist?).
  4. Ob denn die Einsatzpläne nicht vor sähen, die Fahrräder regelmäßig umzuverteilen? Ja doch, aber doch nicht mehr nach 18:00, da haben die doch auch Feierabend.
  5. Ja wieso sehen diese Pläne dann nicht vor, um 18:00 sagen wir die Hälfte der Fahrräder aus dem Verkehr zu ziehen?(was sie außerdem dem Zugriff der Vandalen entziehen würde) Ja das dürfen Sie mich nicht fragen, ich sitze hier in Brüssel, und …
  6. Ja, können sie mich denn mit dem Verantwortlichen der mir sowas sagen könnte verbinden, oder mir seine Telefonnummer geben? Nein, das muss über uns gehen, wir geben das dann weiter…. An der Stelle fühlte ich an eine andere Hotline erinnert).
  7. Ja gut, und wie erfahre ich, was dabei rauskam? Ja sie müssen uns eine Mail schreiben (an contact.veloh@gcdecaux.be) und sie bekommen dann eine Antwort. Haha.

So, ich vermute jetzt mal, ich bekam am Bahnhof keinen Platz mehr, weil bei dem schönen Wetter viele Pendler statt mit dem Bus mit dem Rad zu ihrer Zugverbindung nach Hause fahren (eigentlich ja sinnvoll und gewünscht), dort aber von den Umverteilern niemand mehr da ist, der die Plätze leer räumt. Ich unterstelle weiter, dass das von den Verantwortlichen sogar gewünscht ist, weil dann am nächsten Morgen dieselben Pendler, die aus dem Zug steigen und zum Büro radeln wollen, auch Räder vorfinden ohne dass der Umverteiler sie hinbringen muss.

Weitere Unannehmbarkeiten

Nachdem ich am Donnerstag Veloh bei der Verbesserung ihres Systems geholfen hatte, in dem ich dem Leser eine brauchbarere, weniger spartanische Gebrauchsanweisung für den Vorgang des Ausleihens zur Verfügung gestellt habe, wollte ich diese überprüfen und mir fiel eine weitere Unannehmbarkeit auf:

Ich lieh mir an der Route d’Arlon ein Rad aus. Was man vorher nicht sehen konnte, das Hinterrad eierte, was ich bald als unangenehm empfand. Also wollte ich an der nächsten Station “Gaston Diderich” das Rad zurückgeben, und mir dafür ein weniger kaputtes ausleihen. Erstaunt stellte ich fest, dass die Konsole mir nur anbot, mir eine Rückgabequittung drucken zu lassen, die Option “retirer un vélo” aber rot unterlegt war, und folgerichtig auch nicht angewählt werden konnte, obwohl noch etwa 6 Räder verfügbar waren. Technische Panne, oder von Veloh bewusst nicht gewollt? Gaston Diederich ist für mich “mitten in der Pampa”, wie komme ich (oder gar ein Tourist) von da zum Bahnhof? Ich musste zehn Minuten warten, bis das System mich offenbar wieder freigab und das Wiederausleihen zuließ ???!

Fazit

das System Veloh ist interessant, hat ein paar kräftige Haken, die weniger duldsame als mich schon GANZ vom Radfahren abhalten. Es bestehen demnach noch gewaltige Optimierungsreserven! Hier meine Vorschläge

  • Entweder, ein 24/24 Stunden Fahrradräumdienst muss her
  • Und/Oder man muss an der Station erfahren können, an welcher Station die nächsten FREIEN Säulen sind
  • Die Hotline, am besten einstampfen, wenn sie einem eh nichts sagen kann, da ist schon viel Geld gewonnen

Da ich annehme, dass es keinen Sinn macht sich an JC Decaux zu wenden, die eine so miserable Homepage und ein nutzloses Callcenter in Brüssel (???!!!) unterhalten, würde mal sagen, Herr Verkehrsschöffe Bausch, bitte übernehmen SIE! Bislang sind Sie schließlich der Mann, der am meisten für die Radfahrer in der Stadt Luxemburg gemacht hat, Ihnen vertraue ich!

Rufen Sie doch mal bei ihren Geschäftspartnern an 😉

  1. http://tomwag.com/twg2/v/Archiv/archiv2008/20080321-36073/36073m9551.jpg.html []
  2. Webpage: http://www.veloh.lu []
  3. Edit 9.12.2016: Damals war ich noch Webmaster bei der ALIAI und hatte einen Beitrag hierzu verfasst, der unter http://www.aliai.lu/2010/04/23/solvi-nouveau-president/ zu finden war []

Der Wendehut

Nachdruck eines Postings vom 27. November 2009 auf wiesel.lu. Da zu viele Bezüge auf inzwischen dort gelöschte Hinhalte genommen wurden, musste ich es auf wiesel.lu ebenfalls entfernen:

Mit der Seigneurie de la Marche Wende als letzter noch anzufertigender Zeichnung, ist die Liste der Länder der Habsburger Herrscher vollständig.

Diese Liste hatte Jean-Claude Loutsch angefertigt, um sich die Arbeit beim Blasonieren der Herrscherwappen zu vereinfachen. Es ist nämlich so, dass gerade hochadlige Häuser wie jenes der Habsburger Wappen mit sehr vielen Feldern führen, wobei dann jedes Feld für ein Land steht welches das Haus beherrscht oder auch nur einen Anspruch darauf erhebt es beherrschen zu wollen. Erstaunlich ist dabei oft die Wichtung, dass ein Kaiser wie Joseph II seinen Anspruch auf ein Königreich, wie das von Ungarn genauso im Wappen führt, wie die Grafschaft Falkenstein.1

Statt nun jedes Feld zu blasonieren, gibt der Heraldiker einfach an, für welche Herrschaft sie steht und der Leser kann dann in der Liste nachschlagen.

Die Herrschaft der “Marche Wende” macht mir etwas Schwierigkeiten, weil ich absolut nicht bestimmen konnte, wo diese angesiedelt ist. Handelt es sich um die Wendemark? Diese liegt aber nicht gerade in österreichischen Landen und nach einem Schlapphut sieht ihr Wappen auch nicht aus. Also musste ich nachschlagen, welcher Herrscher nun den rot geschnürten schwarzen Hut der Wendemark, führte.

Es war Margarethe von Österreich (25-7-1584 bis 3-10-1611), sie erhob Anspruch auf die Marche Wende und führte deren Wappen in ihrem eigenen, welches bei Loutsch dann wie folgt beschrieben wird:

Tiercé en fasce:

Sur le tout du tout, au point d’honneur un écusson écartelé d’Autriche, de Bourgogne ancien, de Tyrol et de Habsbourg.

Aber welches Land gemeint ist? Da bin ich weiterhin ratlos.

  1. Graf von Falkenstein, war ein beliebtes Inkognito unter dem dieser Kaiser reiste, etwa bei seinem geheimen Staatsbesuch im Russland Katharinas der Großen []

FAQ Veloh

ein ausgewogenes Verhältnis

A propos, Hotlines, kennen Sie das folgende auch?
Weil Sie ohnehin wissen, dass die von der Hotline Ihre Probleme nicht lösen können, suchen Sie hoffnungsfroh die FAQ des Dienstanbieters an, gehört es doch schließlich zum guten Ton dass echt jeder Micky Maus Verein eine Seite mit angeblich oft gestellten Fragen bereit hält. Und dann stellen Sie fest, dass Ihre Frage dort überhaupt nicht behandelt wird, offenbar sind Sie der einzige Mensch auf der Welt der jemals vor einem solchen Problem stand. Stattdessen stellt dort der Dienstleister sich selber Fragen, die Ihnen niemals im Leben in den Sinn kommen würden und beantwortet sich selber dann diese Frage.

So auch veloh.lu, die lassen dort einen, ich hoffe mal stark, fiktiven Dumm-User allen Ernstes die Frage stellen, ob er die allgemeinen Geschäftsbedingungen wirklich akzeptieren muss, um die Dienste in Anspruch nehmen zu können?!

Die Antwort auf eine Frage, wie sie sich mir am Dienstag stellte: “Was mache ich mit dem SCHEISS-Fahrrad, wenn schon an der dritten Station in Folge alle Säulen voll besetzt, aber mein Zug in fünf Minuten abfährt?“, steht dort natürlich nicht. Auch nicht, ob ich denn dafür bezahlen muss, dass ich unfreiwillig länger als 30 Minuten das Rad hatte? Gut ich kann mir denken dass die Antwort “JA!” sein würde.

Auch finde ich auch die Gebrauchsanweisung, “(Comment) retirer un vélo?” etwas dürftig, aber wiesel ist niemand der einfach nur meckert, wiesel hilft! Hier mein Vorschlag:

Wie leihe ich mir ein Veloh-Fahrrad aus?

Im folgenden gehe ich einfach mal davon aus, dass Sie bereits Abonnent sind. Wenn Sie dagegen nur ein Kurzabo (einmalige Benutzung) verwenden, ist es etwas komplizierter. Lesen Sie hier wie Sie sich abonnieren können (wenn des französischen mächtig sind)

  1. Als erstes suchen Sie sich am besten ganz in Ruhe ein Fahrrad aus. Achten Sie darauf, dass es möglichst wenig beschädigt ist, denn die Bestimmungen des Code de la Route welche verlangen dass das Fahrzeug in Ordnung zu sein hat bevor man damit losfährt gelten auch für geliehene Räder! Wenn genügend zur Auswahl stehen, setzen Sie sich vielleicht mal drauf und wählen eins, wo die korrekte Höhe des Sattels bereits eingestellt ist. Merken Sie sich dann die Nummer des Rades
  2. Gehen Sie nun zum Säule, und halten Ihre Veloh-Karte vor den Scanner

    Karte vor den Scanner halten

  3. Die Karte muss nun überprüft werden, und das Gerät wird von Ihnen verlangen dass Sie Ihren vierstellige PIN eingeben. An dieser Stelle haben Erstbenutzer oft Schwierigkeiten, weil sie erwarten, dass wie beim Bankomat auf dem Bildschirm für jede gedrückte Taste auch ein * erscheint. Die Sterne leuchten auch auf, aber nicht auf dem Bildschirm sondern auf dem Display das zur Tastatur gehört. Das verwirrt!! Nach den vier Ziffern, das grüne V drücken

    Tastatur und Display

  4. Wenn das Gerät gerade eine Verbindung hinkriegt (kommt schon mal vor, dass es abbricht), wird es Sie auf dem Bildschirm mit ihrem Namen ansprechen und fragen, was Sie denn schon wieder wollen:
    1. Retirer un vélo (Ein Fahrrad ausleihen, ja, das ist es!
    2. consulter votre compte ; Ihr Konto abfragen, das machen Sie besser übers Internet nachher in ihrem Wohnzimmer.
    3. consulter les consignes de sécurité (Die Sicherheitsbestimmungen nachlesen), das machen allenfalls übervorsichtige Mütter und klagewütige Juristen

    Klar: 1 ist die Option unserer Wahl, das geben wir auf dem Display ein und drücken das grüne V, für Valider. Achtung: wenn Sie Ihre Karte zum ersten Mal benutzen, werden Sie aufgefordert werden, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Kenntnis zu nehmen, und V zu drücken.

  5. Dann gibt es noch ein Hinweis zu lesen, wie genau das Rad jetzt rauszuziehen ist, etc. Die meisten Radfahrer werden nicht den Nerv haben, alles durchzulesen und es deshalb direkt richtig machen. Wichtig ist abermit “V” zu quittieren, sonst kommen wir nicht zum nächsten Punkt!

    Hinweis ist mit V zu quittieren

  6. Jetzt will das Gerät eigentlich nur noch wissen, welches Rad Sie benutzen wollen und bietet Ihnen eine graphische Darstellung der verfügbaren Räder. Tippen Sie jetzt die vorhin gemerkte Nummer ein, und drücken “V”. Auch hier gilt: die Eingabe erscheint nicht, wie erwartet auf dem Bildschirm, sondern nur auf dem Display!!
  7. Das war es nun, was Sie am Gerät machen müssen! Eilen Sie nun zum ausgewählten Rad, fassen es vorsichtig an
  8. und drücken dort auf den Kopf an der Fahrradsäule,

    Vor dem Losfahren, auf den Knopf drücken

  9. und ziehen gleichzeitig das Rad, ebenso vorsichtig nach hinten. An dieser Stelle reissen Anfänger oft zu heftig, oder schieben das Rad unabsichtlich nach vorne, und die Anlage fehlinterpretiert dies als eine (vorzeitige) Rückgabe.

Die Rückgabe

Die Rückgabe gestaltet sich dagegen sehr viel einfacher, falls, und ich betone ausdrücklich falls sie eine freie Säule finden! In dem Fall, schieben Sie den am Rad befestigten Bügel, einfach nur in die Halterung bis es >>klick<< macht. Fertig! [caption id="attachment_12310" align="aligncenter" width="225" caption="Die Rückgabe"][/caption]
So! Jetzt weisst de Bescheid! Drucks dir aus, zieh los, leih dir ein Rad und fahr vorsichtig!

Generalversammlung der ALI

Am Dienstag nahm ich an der Generalversamlung des Luxemburger Ingenieurvereins ALI teil. Besagte Veranstaltung stieg um 18:30 im Lycée Technique de Bonnevoie. Weil ich ein wenig zu spät ankam (ich kann das Vorankommen der Stadtbusse immer noch so schlecht einschätzen) fand ich im Eingangsbereich der Schule niemanden vor, den ich hätte fragen können, wo genau in dem riesigen Gebäude die Versammlung denn nun abgehalten wird, denn Wegweiser suchte ich vergebens. So lief ich dann erst mal einem schlanken hochgewachsenem Mann hinterher, den ich im Verdacht hatte Jungingenieur auf dem Weg zur Versammlung zu sein, er erwies sich dann aber doch als Sportlehrer. Anschließend ließ ich mich auf einer Bank nieder und fing den jetzt doch vorbeikommenden Pförtner ab, der mir dann anvertraute dass das Restaurant der Ort meiner Sehnsucht dieses Abends wäre.
Ich ging also hin und kam gerade noch rechtzeitig den Schluss vom Vortrag von Danielle Mousel über die Aktivitäten der ANEIL mitzubekommen. Da ich annehme, dass es derselbe war den sie und ihr Kollege Michel Hansen (ich kann meinen Lesern stolz versichern dass beide Studentenfunktionäre Aachener sind :-)) am letzten Donnerstag (15.4) den Besuchern der Generalversammlung der ALIAI hielten, war dies weniger tragisch als dass ich den Aktivitätsbericht der Sekretärin der ALI, Janine Bisdorff nicht mitgekam. Dies ist umso bedauernswerter, als der Verlauf des Abends zeigen sollte, dass es zumindest vorläufig ihr letzter war.

Es folgte der Bericht des Kassierers Dany Winbomont, natürlich war er langweilig wie Kassenberichte nun mal sind. Es gab eine Rückfrage aus dem Publikum, ob man die Spenden an die ANEIL nicht erhöhen könnte, oder sollte, dies wurde aber zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass deren eigene Kassenlage hinreichend ausgewogen wäre.

Nach der Entlastung durch Akklamation, und der Vorstellung des Haushaltsentwurfes für 2010 wurde dann beschlossen, dass die Höhe des Jahresbeitrages von 50 Euro beibehalten würde, da auch der Dachverband ALIAI keine Beitragserhöhung empfohlen hätte. An dieser Stelle, wurde vereinzelt bereits darauf hingewiesen, dass die ALI nicht Miteigentümerin des neuen Hauses wäre, obwohl sie auch im letzten Jahr wie eben gesehen 2/3 ihres Budgets an den Dachverband überweisen würde. Dies im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern der ALIAI, der Architektenverband und die Tema, welche nicht nur Mitglieder der ALIAI wären, sondern auch Mitbesitzer der Immobilie.

Dann kam endlich der spannende Teil des Abends, weswegen die meisten sich ja auch hin bequemt hatten: die Teilerneuerung des Vorstandes. Die Mandate der folgenden Mitglieder waren ausgelaufen:

  • Georges Beck
  • Janine Bisdorf (Sekretärin)
  • Pierre Dornseiffer
  • F. Hengen
  • Fränz Jaeger (Präsident)
  • und A. Zenner

Derweil Georges Beck und Janine Bisdorf nicht erneut kandidierten, also aus dem Vorstand ausschieden traten die anderen noch einmal an, zudem stellten sich die beiden neuen Kandidaten auf:

  1. Yves Elsen und
  2. Pierre Mangers

Beide waren zu früheren Zeitpunkten bereits einmal Mitglieder des ALI Vorstandes gewesen, und ihre Namen findet man auch in den Vorstandlisten der ANEIL an prominenter Stelle.

Alle Vorschläge wurden, erneut par acclamation angenommen, es wurden noch die drei Kassenprüfer gedrängt auch im kommendem Jahr zu wirken und dann wurde der neue Präsident gekürt: Yves Elsen, der nun seine schwungvolle Antrittsrede halten konnte:

Als erstes vollzog er das Ritual der Danksagung für seinen Vorgänger Fränz Jaeger, den er seit 30 Jahren kennen würde, und setzte dessen Apotehose zum Ehrenvorsitzenden durch. Dann schilderte er seine Anliegen für das kommende Jahr:

  • Die Feierlichkeiten zum 75 jährigen Bestehen der ALI durchführen (und überstehen?)
  • Möglichkeiten erörtern, der angeblichen Knappheit an jungen Ingenieuren gegenzusteuern (arbeitslose oder in Stellung für die sie überqualifiziert sind ausharrende alte gibt es ja bekanntlich noch genug, denn die verschmäht der feinschmeckerische Arbeitsmarkt ja nicht nur in Krisen-, sondern zu allen Zeiten)
  • Ausgehend von dem (von wem eigentlich erhobenem ?) Vorwurf, vor 30 Jahren hätten die Ingenieure unser Land in die Krise von 1974 gewirtschaftet, ließ er seine Vision anklingen, dieses Mal wären es die Ingenieure welche das Land wieder aus einer herausführen könnten
  • Dann will er dem fortschreitendem Bologna Prozess stärker Rechnung tragen, welcher ja das Diplom als Abschlusszeugnis für das Ingenieurstudium abschafft, und den Studienerfolg nun mit den Titeln Bachelor(entspricht wohl: abgelegtes Vordiplom) und Master (Diplom) sanktioniert, indem der Verein sich die Möglichkeit zur Aufnahme von Bacheloren(Junggesellen) schaffen soll. Möglicherweise, müsste der Verein sich dazu in zwei Sektionen aufteilen (und die Verwirrung unter den Ingenieuren, über die Vielzahl an Vereinen noch vergrössern?) Vielleicht eine Reaktion darauf, dass die Tema auch Master aufnimmt und beide Vereine sich nicht mehr als komplementär, sondern als Konkurrenten betrachten?
  • Und der schon länger angedachte Plan, doch noch Mitbesitzer des Foyer Technique zu werden, müsste durchgezogen werden, wo doch so viele Mitglieder des Vereins im Vorstand der Fondation ALIAI sitzen.
  • Er überlegt weiter zur Mitgliederwerbung, die Patenschaften wieder einzuführen und gab allgemein seiner Hoffnung Ausdruck, künftig wieder mehr Mitglieder zählen zu können.
  • Seine Abschlussworte richtete er, eine gewesenen Präsidenten der ANEIL würdig an die Studenten, tröstete sie wegen zur Zeit (schon wieder mal *grummel*) schwierigen Berufsaussichten und bat sie, bei der Wahl ihres künftigen Arbeitgebers auch die zahlreichen, guten Luxemburger Betriebe im Land zu berücksichtigen. Als ob die Berufsanfänger und nicht die Manager der Betriebe das entscheiden würden?!

Beim Schreiben bemerke ich, dass meine Wiedergabe der Rede viel kritischer ist, als ich sie empfunden habe, als Yves Elsen sie hielt! Als Zuhörer, der freilich sich seine Notizen nahm, empfand ich sie wohltuend optimistisch, fast schon von der Qualität eines Churchill, jedenfalls eine der besten Reden die ich in den letzten fünf Jahren gehört habe.

Anschließend hielt Freund Cos (Constant Colling) noch einen Rückblick auf die Karrieren von Yves und Fränz als Funktionäre, unterstützt von vielen aussagekräftigen Fotos aus den letzten 30 Jahren. Fränz und Janine erhielten ihre Abschiedsgeschenke und dann konnte endlich die Stehparty beginnen, wo man sich endlich unterhalten konnte. Ich freute mich besonders, mal wieder mit Pierre Mangers plaudern zu können, den ich von der ANEIL und REEL in Strasbourg 1993 in besonders guter Erinnerung habe. Er war von Yves Elsen gebeten worden, auch zu kandidieren um diesen unterstützen zu können, was mein optimistisches Gefühl von dem Abend verstärkte.

Der Aachener Geschichtsverein im SS 2010

Vermutlich werde ich auch diesmal an keiner dieser Veranstaltungen teilnehmen können. Schade, klingen alle gut:

  • 21. u. 24.April

    Das antike Tongern

    (Andreas Schaub M. A., Aachen)

  • 05. u. 08. Mai

    Kirchen, Klöster, Kohlen.

    Aus der Stadtgeschichte von Herzogenrath und Übach-Palenberg (Dr. Frank Pohle, Aachen)

  • 16. u. 19. Juni

    Spaziergang zu den Quellen von Pau und Wurm

    (Prof. Dr. Dietrich Lohrmann, Aachen)

  • 30. Juni u. 3. Juli

    Kerniel und Zoutleeuw.

    Kunst und Geschichte im Grenzgebiet von Lüttich und Brabant
    (Georg Tilger, Aachen)

  • 28. u. 31. Juli

    Relikte der Vergangenheit in Bonn.

    Von der Residenz zum Regierungsviertel. Ein Spaziergang durch die Südstadt. (Dr. Holger Dux, Aachen)

  • 25. – 26.September

    Löwen – eine Stadt im hellen Licht von Wissenschaft und Kunst

    (Dr. Mechthild Isenmann, Brühl)

Änderungen vorbehalten

mouton à piloter

Das Wappen der Berlo-Suys führt in dreifacher Ausführung eine ganz ungewöhnliche Wappenfigur: Das mouton à piloter. Nicht schlecht staunte ich, als ich die Wappenbeschreibung las und dort auf dieses ungewohnte meuble stiess. Ein Schaf zum Steuern?

Berlo Suys


Loutsch’s Zeichnung war nicht wirklich hilfreich, ich wusste weder wie es zu zeichnen ist, noch was es sein soll. Google war zum Glück mein Freund, und ich fand auf www.heralogic.eu/, wo ich schon öfter fündig wurde, die folgende Beschreibung:

Dans les Pays-Bas du Nord, le mouton est employé à piloter les digues. Il figure dans l’héraldique de ce pays.

1887 Grosse poutre carrée, munie en haut d’un annelet, et destinée à enfoncer des pieux dans le sol.

Aha! also so eine Masse um Pflöcke in den sandigen Boden der Niederlande zu rammen. Gut, ich halte mich mal an die Beschreibung, gehe aber davon aus, das Teil auch in Zukunft eher selten verwenden zu müssen.

Das 888. Wappen hochgeladen!

Jetzt sind 888 Wappen in meiner Datenbank, und zwar wurde jenes der de Biever zu letzt eingestellt, womit auch ein neues Tier eingeführt ist, le castor, der Biber:

Edit: Nachtrag 16.4.2010: Zander ist das 900.

Wappen am Staatsministerium

Im Herzen der Hauptstadt, an der Place Clairefontaine, da wo die Luxemburger in den 1990ern der verehrten “alten Großherzogin” Charlotte I ein Denkmal errichtet haben, dort prangt am Gebäude des Staatsministeriums ein unbekanntes Doppelwappen. Die Identifizierung des rechten bereitet keinerlei Probleme! Der Leser von Heraldik.be, der sich schon mal mit der Herkunft der Luxemburger Gemeindewappen vertraut gemacht hat, genauer mit dem von Leudelange und jenen von Lorentzweiler, erkennt es sofort: der Adler mit dem Brustschild mit dem gesattelten Bären; das ist das Wappen der ehemaligen Reichabtei Sankt Maximin!

Zur Erläuterung: Der heilige Maximinus, Bischof im konstantinischen Trier und guter Freund und Glaubensgenosse des hochangesehenen, heiligen Kirchenvaters Athanasios hatte auf einer Reise seinen Packesel verloren, weil er Bär ihn gerissen hatte, also bestrafte der heilige Mann das Tier auf der Stelle, in dem er es zwang, an seiner Statt das Gepäck zu tragen. Der gesattelte, oder beladene Bär wurde so zu seinem Attribut (Markenzeichen), und fand so Eingang ins Wappen der Abtei, die später nach ihm benannt wurde. Der heilige Remakel, auch hier aus der Gegend unterzog einen Wolf der gleichen Strafe, was sich im Wappen der belgischen Gemeinde Wellin wieder findet.


Puristen werfen möglicherweise ein, der Doppeladler wäre nicht in ein Schild eingefasst, und ausserdem prangt da ja noch die Reichskrone über dem Vieh! Nun gerade letzteres werte ich aber als Indiz dafür, dass es sich wirklich um das Wappen der Reichsabtei handelt! Auf Wikipedia kann man über die Reichsabtei nachlesen, dass Sankt Maximin gerade im 17. Jahrhundert mit Kurtrier um seine Reichsunmittelbarkeit, also um seine Unabhängigkeit focht. Sie verlor den Kampf erst 1699. Ein selbstbewusster Abt als Bauherr des Gebäudes könnte also 1663 mit der Reichskrone seinen Anspruch gegenüber dem Bischof betont haben wollen, dass seine Abtei und deren Güter direkt dem Kaiser unterstehen…

Aber wer war er? Wir haben:

  • die Inschrift G.A.S.M. A. 1663. Letzteres deute ich mal als Jahr der Errichtung des Gebäudes und A.S.M. als “Abtei (auf latein?) Sankt Maximinus”1. Aber der Rest?
  • Und das Wappen! Zu sehen ist ein Pferd (cheval) oder möglicherweise ein Einhorn (licorne) wenn wir annehmen, das Horn wäre abgebrochen in einer Landschaft.

Dr. Loutsch hatte seinem Werk eine Aufstellung angehangen, welches Meuble in welchem Wappen vorkam, eine sehr, sehr hilfreiche Massnahme für den Heraldiker, der ein (ihm) unbekanntes Wappen bestimmen will. Michel Pastoureau hat ihn (u.a.) dafür in seinem Traité d’héraldique auch ausgiebigst belobt, aber leider ist unter den dort angegebenen Wappenträger kein Abt, weder fürs Pferd, noch für das Einhorn. Nun habe ich schon beim Wolf bemerkt, dass dieses Tabelle nicht immer vollständig ist, drum wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, eines Tages, wenn ich den Loutsch mal ganz durchgeblättert habe, doch noch auf das Abtwappen zu stossen.

Eine andere Idee, wäre, eine Liste der Äbte aufzutreiben! Hier führt die Spur ins Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum Trier, dort existiert wohl ein Gemälde mit den Äbten und, so wie es aussieht ihren Wappen! Na dann wollen wir mal sehen 😉

Nachtrag 11.4.2010
Ich war jetzt im Museum und habe das Bild gesehen, es war Abt Maximinus von Gülich. Er ist auf dem Gemälde mit seinem Wappen, einem silbernem Pferd auf blauem Grund dargestellt. Allerdings schaut das Pferd auf dem Gemälde in eine andere Richtung als jenes auf dem Gebäude, und auch die Frage ob es nicht vielleicht ein Einhorn ist lässt sich nicht klären, die Abbildung auf dem Gemälde ist sehr klein (höchstens 10cm x 10cm, hab mich nicht getraut nachzumessen 😉

Mit dem Namen des Abtes, war dann auch google in der Lage, eine Seite des Athenäums Luxemburg mit dem Titel “Latein auf Stein” zu finden, wo die Inschrift schon mal im Netz erläutert worden war.

  1. kann leider kein Latein, falsche Ausbildung []