Marie Bastian, eine interessante Quelle zur Geschichte der deutschen Besatzungszeit

Die Direktionssekretärin des Werkes ARBED Esch (heute Schifflingen) Marie Bastian schrieb nach dem Krieg eine Kurzfassung der Ereignisse rund um ihren Arbeitsplatz seit dem Einfall der deutschen Truppen in Luxemburg am 10. Mai 1940 bis zum Kriegsende. Sie gab ihrem schreibmaschinengeschriebenem Manuskript den Titel:

l’usine Arbed-Esch et son personnel sous l’occupation allemande
par Marie Bastian
Secrétaire de direction
Mémoire dédié à nos martyrs et héros


Im Zuge der Erstellung meiner Jahresrückschau, fiel mir auf dass ich mich 2013 viel mir diesem Werk auseinander gesetzt, aber nichts darüber geschrieben hatte, daher nun dieser Beitrag.

Eine erste Einschätzung des Werkes

Als Datum der Endredaktion gab Bastian an: Esch-sur-Alzette, le 1ier janvier 1947.
Der Text ist in gutem Französisch verfasst, Tippfehler sind rar, jedenfalls hat Word kaum welche gefunden. Sie lässt die Ereignisse chronologisch detailreich passieren, aber es sind keine nüchternen Annalen, Marie hält ihre persönliche Meinung kaum zurück, etwa wenn sie ihren ehemaligen Chef Mathias Koener vergöttert, die streikenden Arbeiter bewundert, die finsteren Seiten der Kollaborateure verdammt, oder die Charakterschwächen der deutschen Nazies schildert; bei weiblichen lässt sie ihrer Schadenfreude sogar freien Lauf: So schreibt sie auf Seite 11/12:

sa jeune femme (du “Kreisleiter” Diehl), celle-ci s’exclama dans un excès de romantisme nef: “Ach ich sehe mich schon in Geiste auf diesem idyllischen Wasser gondeln.
Ce projet, comme tant d’autres, savamment retardé et saboté par la direction générale avec l’aide de Monsieur le Directeur Mathias Koener, ne se réalisa jamais, et la vision de la jeune femme ne resta qu’un rêve très court, qu’elle emporta bientôt dans la Walhalla” des bonzes nazis: elle trépassa quelques mois plus tard à la suite d’une opération manquée par le Dr Charles Houdremont, “Ortsgruppenleiter” et nazi fanatique. Le “Kreisleiter” avait nommé Houdremont chef-chirurgien de l’Hôpital de la Ville d’Esch, où il supplanta le chirurgien expérimenté, le Dr J.-P. Knaff, Celui-ci fut d’ailleurs ordonné en dernière minute au chevet de la moribonde, mais ne put plus la sauver. Cette mort prématurée fut ressentie par la population comme une réponse du sort même à l’homme qui disposait de la vie des autres avec un despotisme si impitoyable.

Dies ist angesichts der Ereignisse und dem Datum der Niederschrift verständlich und Marie Bastian erhebt auch keinen Anspruch eine Historikerin oder auch nur exakte Chronistin zu sein, sie schreibt in ihrem Vorwort:

Le récit qui va suivre n’a pas la prétention d’être une description exacte des institutions nazies, ni une relation complète des actes posés par l’occupant. Le but que l’envahisseur visait était trop odieux et le souvenir qu’il nous a laissé est encore trop douloureux et trop répugnant pour que nous attachions tout notre intérêt à la seule question historique.
Nous essayerons plutôt de retenir l’atmosphère spécifiquement luxembourgeoise qui était l’âme de notre usine sous la domination de l’ennemi, qui reflétait durant ces longues années l’esprit de résistance excessivement actif et subtil de notre personnel, en même temps que la fermeté de caractère avec laquelle il a acceptée jusqu’à la victoire finale, les interminables souffrances morales et les sacrifices les plus durs.

Diese Quelle schildert auch einige Fälle alter Aachener, denn nicht nur Mathias Koener hatte sein Ingenieurstudium an der RWTH Aachen absolviert, viele weitere vertraute Namen aus unserer Vereinsgeschichte tauchen dort auf! Dazu gleich mehr, aber zunächst wollte ich kurz schildern wie ich das Buch überhaupt gefunden habe: natürlich in den Fussnoten der Arbeit eines Historikers!

Die Ostarbeiter

Ich war zufällig auf den Internetseiten des Nationalarchivs, da fand ich lobenswerterweise ein Gratis E-Book zur Industriegeschichte des Südens unseres Landes.1 Fernando Ricardo BAPTISTA BARRA hatte darin einen Artikel veröffentlicht der mich sehr interessierte: Les Ostarbeiter dans la sidérurgie luxembourgeoise (1942-1945). Er machte gleich zu Beginn die Feststellung,

Quoique la Seconde Guerre mondiale figure parmi les sujets privilégiés de l’historiographie luxembourgeoise, le thème des Ostarbeiter (ouvriers de l’Est) qui travaillaient pour le compte de la sidérurgie nationale a été largement négligé.

was ich bestätigen muss! Nicht nur das, Einsatz und Schicksal der Ostarbeiter in Luxemburg war sogar einem stark an Geschichte interessiertem Bürger wir mir kaum bewusst und das obwohl unter meinen Geschichtslehrern zwei Kommunisten waren!2 Ehrlich gesagt kann ich mich nur an eine Situation erinnern, wo mir jemand von den Zeitgenossen mal von den Ostarbeitern gesprochen hatte, wenn auch nur als Randnotiz: Um den 1. September 1992 rum besuchte ich meinen Großvater den eine leichte Erkältung aufs Krankenlager geworfen hatte. Er las gerade das Luxemburger Wort, wo des Streikes von 1942 erinnert wurde und erzählte mir dass Ende 1942 die GESTAPO ihn im Werk Differdingen verhaftet hatte und verschleppen wollte. Er war der zuständige Maschinenschlosser für eine wichtige Maschine deren Getriebe zerstört worden war und die Gestapo verdächtigte ihn der Sabotage. Der betriebsführende deutsche Ingenieur konnte allerdings die Verhaftung seines wichtigen Mitarbeiters zu verhindern und legte seine Hand für ihn ins Feuer. Zum Glück, denn mein Grossvater war es zwar nicht, er wusste aber sehr wohl wie das Getriebe zerstört worden war: es war kein Akt der Sabotage sondern ein Kollateralschaden des Werbens eines seiner jüngeren Kollegen um eine Ostarbeiterin: diese arbeitete als Kranführerin und die jungen Luxemburger damals waren weibliche Anwesenheit in Fabriken überhaupt nicht gewohnt, die Hormone gingen wohl mit einigen durch. Damit die Frau ihm ihre Aufmerksamkeit schenken und zu ihm runterschauen möge, bewarf der junge Mann das Führerhäuschen ständig mit Schrauben, obwohl mein Opa ihm schon mehrmals gesagt hatte, er solle den Unsinn sein lassen. Eine davon landete dann in dem Getriebe….

Interessiert las ich also BAPTISTA BARRA’s Ausführungen bis eine Stelle mich stutzig machte:

En effet, jusqu’au mois d’avril 1943 les camps de travail de l’Arbed sont exclusivement occupés par des ouvriers de l’Est; à partir de cette date arrivent les réquisitionnés (Dienstverpflichtete) belges et par après, en juin 1944, des Flamands rexistes.

Flämische Rexisten3 ? Klang für mich ein wenig wie, “Arabische Zionisten“, oder “jüdische Nationalsozialisten“? Vielleicht meinte der Autor einfach nur flämische Faschisten/Nazis oder sonstige Kollaborateure dachte ich, aber BAPTISTA BARRA liess Zweifel erst gar nicht aufkommen, denn für den Leser der nicht weiss was ein Rexist wäre ergänzte er noch

Ces Flamands sont partisans du mouvement rexiste belge fondé en 1935 par Louis (-sic-) Degrelle.

Soweit mir bislang gekannt war, kollaborierte Léon Degrelle4 zwar mit den Deutschen, seine Rexisten waren aber, wie er selber eher Wallonen?! Leider war keine E-mail Adresse des Autors angegeben, wo ich hätte nachfragen können, also musste ich der Sache selber auf den Grund gehen: ich schaute in Fussnote 69 nach, wo Fernando Ricardo das wohl her hat und da fand ich sie: Marie Bastian! Diese beschrieb die Geschichte mit den Flamen so:

“En juin 1944, d’autres éléments entrèrent dans nos camps. Cette fois-ci ce furent des Flamands, hommes et femmes, employés et ouvriers, qui étaient en Belgique membres de formations rexistes armées. Ils furent encouragés à entrer dans les services d’Arbed par les promesses spécialement engageantes de la “Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie” de Luxembourg, sous l’initiative de son directeur, le Dr Emmendörfer”.

Für mich stellt es sich so dar, dass “Rexiste” für die einfache Sekretärin aus den 40er Jahren die Sammelbezeichnung für “belgische Kollaborateure” war, was der Historiker des 20. Jahrhunderts unhinterfragt abgeschrieben hat. Es ist aber auch denkbar, dass Rexist tatsächlich ein Sammelbegriff für belgische Kollaborateure der Nazis war und ist, ich bin in die Thematik jetzt so nicht eingelesen.

Die alten Aachener

Nun aber zu den alten Aachenern! Dass in dem Bericht so viele mir vertraute Namen vorkamen, ist kein Wunder, denn die damalige ARBED stellte traditionell sehr viele Absolventen der RWTH ein, was sich darauf zurückführen lässt dass Emil Mayrisch der Gründer der ARBED in Aachen studiert hatte und auch Aloyse Meyer, der während der interessierenden Kriegsjahre Generaldirektor war, hatte sein Diplom in Aachen erworben. Betrachten wir einige der von Marie Bastian erwähnten Personen:

Mathias Koener


Marie Bastians Held ist der von den Nazis umgebrachte Direktor Mathias Koener, vermutlich einst ihr direkter Vorgesetzter. Koener war ein alter Aachener, und ist einer der wenigen, von denen wir noch ein Foto aus Studententagen besitzen. Bastian beschreibt detailreich seine Versuche, nicht mit den Nazis zu kollaborieren und dennoch nicht von ihnen abgesetzt und durch Parteigenossen ersetzt zu werden, bis zu seinem Tod, kurz nach der Entlassung aus dem KZ Hinzert. Dramaturgischer Höhepunkt ist der Moment, wo die vom Streik vollkommen überraschten und entsprechend wütenden Nazis den Kopf eines verantwortlich zu machenden hochrangigen Luxemburgers fordern und Koener den seinen anbietet:

Puis il demanda à qui incombait la responsabilité pour la direction de l’usine. Sur ce point s’engagea le colloque suivant :
“Kreisleiter” “Qui est l’homme responsable de l’usine?
M. Koener “Cette question est superflue.
“Kreisleiter”, en colères “J’exige une réponse à ma question.
M. Koener “C’est moi.

aber noch weitere kommen vor, z.B.

Charles Zettinger

Charles Zettinger kannte ich bislang nur von einem Foto vom Stiftungsfest 1932, auf dem Egon Zander ihn erkannt hatte. Zettinger trägt auf dem Foto eine Schärpe, muss also 1932 Sekretär oder Kassierer des Vereins gewesen sein (Präsident war Jean Moia). Zettinger kommt viermal im Text vor:

  1. Zuerst begegnet er uns bei Schilderung der Folgearbeiten der Invasion 1940:

    A partir du 16 juin, les ingénieurs restés au pays, MM. Wolter, Zettinger et Waxweiler, reçurent une autorisation de séjourner dans la ville et d’entrer à l’usine pour accomplir la mission que leur avait confiée notre direction générale, c.-à-d. d’exécuter avec l’aide de quelques ouvriers, le déblayage général de l’usine et la mise en état des conduites d’eau et 4es lignes électriques. Avant tout, ils surveillaient la consommation et la répartition de l’énergie électrique, fournie à notre usine par Terre Rouge depuis le 20 juin 1940.

  2. Die weitere Stellen wo er erwähnt wird, beschreiben Ereignisse im Rahmen des Generalstreiks 1942:

    Dans la réunion des chefs de service avec le directeur, la question fut posée par M. Mergen, s’il était indiqué que le directeur et les chefs de service renvoyassent à la “Kreisleitung”, en cas de grève, les cartes des membres de la VDB, pour protester à leur tour contre l’introduction de la “Wehrmacht” et pour se montrer solidaires avec le personnel. Avant qu’une décision pût être prise, l’ingénieur M. Zettinger, téléphona à M. Koener que tous les ouvriers du laminoir avaient déposé le travail sur le signal de la sirène, qu’ils étaient en train de gagner les portails de l’usine et que les ouvriers des autres services suivraient leur exemple.

  3. Dans la réunion des chefs de service avec le directeur, la question fut posée par M. Mergen, s’il était indiqué que le directeur et les chefs de service renvoyassent à la “Kreisleitung”, en cas de grève, les cartes des membres de la VDB, pour protester à leur tour contre l’introduction de la “Wehrmacht” et pour se montrer solidaires avec le personnel. Avant qu’une décision pût être prise, l’ingénieur M. Zettinger, téléphona à M. Koener que tous les ouvriers du laminoir avaient déposé le travail sur le signal de la sirène, qu’ils étaient en train de gagner les portails de l’usine et que les ouvriers des autres services suivraient leur exemple.

    Der erwähnte Camille Mergen war auch alter Aachener, Präsident des Studentenvereins 1923.

  4. Danach wurde er verdächtigt und angeklagt,

    A partir du 3 septembre et pendant les jours qui suivirent, les chefs de service, l’ingénieur, M. Charles Zettinger, et la secrétaire de direction subirent un interrogatoire par la Gestapo sur les événements de la journée du 31 août 1942.

  5. und schliesslich bestraft;

    L’ingénieur M. Charles Zettinger fut déporté le 6 novembre 1942, mais rapatrié un mois plus tard à la suite des démarches du Dr Köhler auprès du “Kreisleiter”, lequel plaida pour lui sur les instances du chef de service, M. Robert Mahr.

    Der erwähnte Robert Mahr, der sich für Zettinger verwendet und seine Rückkehr fordert war auch alter Aachener:

    Name Mahr
    Vorname Robert
    Jahr der Einschreibung 1912
    Jahr des Erhalts des Diploms 1917
    Fach Hüttenkunde
    Matrikelnummer 4305
    Geboren am 7.6.1893
    Geburtsort Dudelange
    Religion k.a.
    Beruf des Vaters Chemiker
    Adresse in Aachen Pontdriesch 23
    Aktennummern im Hochschularchiv 10170/167 und 10172/246
  6. Hubert Heisbourg, alias Pum

    Der Präsident des Aachener Studentenvereins von 1926 findet auch Erwähnung:

    Le 3 septembre, une délégation spéciale de la Gestapo de Stuttgart, sous la présidence de l’inspecteur Fallasch arriva pour faire une enquête sur la grève. A la suite de l’interrogatoire, qui dura toute la journée, l’ingénieur Hubert Heisbourg fût arrêté et conduit à la prison du Grund. Il fut relâché huit jours après.

    Schade dass ich das 1992, als ich Heisbourg zu seiner Aachener Studentenzeit befragte noch nicht wusste!

    Jos Gluck

    In den 1990er Jahren, als ich die Festschrift 100 Jahre Luxemburger Studenten in Aachen vorbereitete hatte ich einen regen Briefwechsel mit dem damals schon hoch betagten aber geistig noch sehr regen Egon Zander und er berichtete mir von einem Kollaborateur in unseren Reihen:

    Er war Ingenieur auf ARBED-BELVAL, verheiratet mit einer Aachenerin, war plötzlich nach seiner Rückkehr aus der Emigration 1940 Nazi geworden. Ehrgeizig witterte er Morgenluft und brachte es bis zum Ortsgruppenleiter. In dieser Funktion nahm er mich in die Zange und drohte mir mich bei der GESTAPO anzuzeigen.

    Egon, der die meiste Zeit seines Berufslebens ebenfalls im Escher ARBED Werk verbracht hatte, nannte den Namen nicht und ich fragte nicht nach. Es herrschte der Konsens, dass wir Luxemburger unter uns die Namen der “Gielemännercher” nicht nennen aus Rücksicht auf die Nachfahren, die oft mitten unter uns leben und für die Schandtaten der Vorfahren nichts können. Natürlich wurmte es mich immer, den Namen nicht zu kennen, sowohl als Historiker als auch als Buchhalter der alten Aachener, welcher eine lange Liste von Absolventen und Mitglieder vor sich liegen hat: Wer von denen ist es?!
    Marie Bastian, die ihren Bericht viel näher am Zeitgeschehen verfasste, brauchte diese Rücksicht nicht zu nehmen, 1947 hätte ohnehin jeder gewusst wer gemeint ist, sie nennt Ross und Reiter schreibt auf den Seiten 52/53:

    Comme “SA-Truppführer”, avancé plus tard au grade de “SA-Sturmführer”, le Dr Köhler constitua une section de tir, composée de membres du “Betriebssport” 100 % nazis, qu’il exerçait une fois par semaine, soit au champ de tir du “Nossberg”, soit à l’ancien “Tipp” à coke à l’intérieur de l’usine. Il les soumettait même pendant les derniers mois de la guerre à de réelles manoeuvres militaires, sous forme d’exercices stratégiques, combinés à de dures épreuves de reconnaissance de terrain, etc.
    Pour tous ces travaux le Dr Köhler s’était adjoint l’ingénieur Jos. Gluck, chef du Bureau thermique, gagné dès le début de l’occupation à l’idéologie nazie.
    Nos chefs luxembourgeois, déployant une savante stratégie pour échapper à toute fonction d’un caractère nationalsocialiste, encourageaient le Dr Köhler dans sa prédilection pour M. Gluck. Celui-ci devenait chef du “Betriebssport”, du “Leistungsertüchtigungswerk”, de la “Berufserziehung”, de 1″Arbeitseinsatz”, de l'”Anlernbetrieb”, de la section “fileta” (Arbeitszeitstudien); il était “Kreisberater für Energiebewirtschaftung” et assuma encore de nombreux autres travaux imprévus, tout en restant comme par le passé, chef du bureau thermique et ingénieur de sécurité. Finalement sa tâche prit une envergure telle que, plus l’organisation rationnelle et l’exécution prompte et régulière des travaux eussent été nécessaires, plus il se trouvait submergé par la variété et la passe de ses travaux.
    Le domaine qui primait tous les autres aux yeux du Dr Köhler et des autorités militaires était celui de l'”Arbeitseinsatz”, dont M. Gluck assumait officiellement l’unique responsabilité. En vertu de ses pouvoirs, il favorisait l’occupation de tous les postes importants par des nazis. Lui-même s’adjoignait, comme premier employé dans ce service, le “DAF-Amtswalter”, “KDF-Wart” et gérant de la “Werksbibliothek”, Marcel Wahl et, lorsque celui-ci devint victime du bombardement de la gare de Luxembourg, le 11 mai 1944, il le remplaça par le Pg. J.P. Dostert.

    Käme hin, denn in der Tat war Jos Gluck ein alter Aachener, er figurierte 1937 auf der “Liste Roth”:

    Name Glück
    Vorname Josef
    Jahr der Einschreibung 1917
    Jahr des Erhalts des Diploms 1921
    Fach hk
    Matrikelnummer 5141
    Geboren am 31.8.1897
    Geburtsort Pétange
    Religion k.a.
    Beruf des Vaters Bürovorsteher
    Adresse in Aachen Annastrasse 19

    Der ist damit zwar kein direkter Studienkollege von Egon gewesen (der schrieb sich erst 1923 ein), er dürfte ihn aber gekannt haben, denn Egon berichtete, dieser wäre erst 1940 “aus der Emigration” zurück gekehrt. Da Egons “ehemaliger Aachener Studienkollege” eine Aachenerin geheiratet hatte, liegt es nahe zu vermuten, dass dieser Emigrationsort Aachen war, was denn auch erklären würde, wieso Egon mit Glück in Aachen verkehrt gehabt hätte, damals als er noch kein Nazi war…

    Gegen die Identifizierung Jos Glucks mit dem Nazi der Tipp damals so zugesetzt hat, spricht allerdings, dass jener auf ARBED Beval gearbeitet hätte. Das ist zwar auch in Esch, aber ein anderes Werk. Das müsste noch weiter recherchiert werden…

    Zum Manuskript

    Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob das gebundene Manuskript viel verkauft wurde, aber man kann ein Exemplar nach wie vor in der Nationalbibliothek ausleihen. Ich zog mir eine Kopie und habe den Text zur späteren Auswertung5 digitalisiert.
    Auf wiesel.lu veröffentlichen werde ich ihn nicht, denn ich weiss nicht, wer die Verwertungsrechte daran hat. Denn von der Autorin ist mir ausser ihrem Namen und dem was sie über sich selber schrieb nichts bekannt, also auch nicht wer ihre Nachfahren sind.
    Falls jemand aber zur wissenschaftlichen Auswertung an dem Resultat interessiert ist, darf er sich gerne bei mir melden.
    Interessant sind auch die Abbildungen, sie sind laut Angabe von Marie Bastian von “ce manuscrit a été illustre par le peintre Foos Deloos d’Esch-sur-Alzette”. Wer will kann einige davon ganz einfach in dem erwähnten E-book betrachten, denn Battista Barra fand sie interessant genug um seinen eigenen Beitrag zu verwenden.

    1. Downloadmöglichkeit unter: http://query.an.etat.lu/query/Dateien/Terres_rouges_volume_1.pdf []
    2. Einem älteren Kollegen von mir dagegen sagte der Begriff sofort was, er war allerdings auch in Esch aufgewachsen. Er sagte mir dass es als gefährlich galt, den Ostarbeitern Essen zuzuschanzen, von vielen aber auch als patriotische Pflicht und gute Gelegenheit “de Preisen eng ze spillen” gesehen wurde. []
    3. Für einen Überblick, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Rexismus []
    4. siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9on_Degrelle []
    5. konkrete Pläne habe ich noch keine. Aber vielleicht überarbeite ich mal den Text Rull de Waak? Vielleicht zum 125-Jahrfeier des AVL 2022? []

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