OTvH: Handbuch, erster Teil Theoretische Heraldik (1861)

Die Schildesbilder.

Alle Bilder, welche in einem Schilde erscheinen können, lassen sich in folgende zwei Hauptabtheilungen bringen, in die Heroldsstücke und in die gemeinen Figuren. Bei letzteren bieten sich von selbst die Unterabteilungen in natürliche und künstliche Figuren. Noch besteht eine Gattung von gemeinen Figuren, bei welchen man in Zweifel sein könnte, ob man sie unter die natürlichen oder unter die künstlichen setzen sollte, ich meine die Ungeheuer, z.B. Panther, Doppeladler Einhorn usw., indem man sie ebensowohl für abnorme Tiere als für reine Kunstprodukte menschlicher Einbildungskraft erklären kann; ich setze sie als eigene Abteilung zwischen beide, die natürlichen und künstlichen Figurenr wie weiter unten zu ersehen ist. Die Hauptunterscheidung zwischen Heroldsstücken und gemeinen Figuren lässt sich auf die schlagendste Weise festhalten- dagegen ist der von allen früheren Heraldikern gemachte Unterschied zwischen Sektionen und Heroldsfiguren, wie ich beweisen werde, nicht durchzuführen.

Allgemein gültiges Kennzeichen für ein Heroldsstück ist, dass seine Ausgänge in den Schildesrand verlaufen, für eine gemeine Figur aber- dass sie auf mindestens drei Seiten freischwebe. Weiter gilt in Bezug der gemeinen Figuren die Regel, dass sie nicht nur das Feld, in welches sie zu stehen kommen, möglichst ausfüllen (ohne natürlich in den Rand zu verlaufen), sondern auch, dass sie einen gewissen charakteristischen Typus an sich tragen, der sie mit ihren Vorbildern in der Natur zwar der Ideet nicht aber der Form und Stellung nach übereinkommen laßt. Dieser heraldische Typus ist wieder verschieden je nach dem Alter und Ursprung (Nationalität) des betreffenden Wappens. Gänzliche Naturgetreuheit findet sich in den gemeinen Figuren der richten Heraldik nicht, und ich behaupte, dass man den Geist der Heraldik gänzlich mißverstehe, wenn man glaubte, durch dingstliche Kopierung der Natur (z.B. eines Tieres, Baumes) oder der Kunst (z.B. eines Tores, eines Koffers usw.) die richtigen Formen zu finden. Der Zwei der Heraldik ist eher in wenigen Strichen ein charakteristisches Bild als mit vielen Strichen eine platte Kopie des lebenden oder künstlichen Originales herzustellen. Wie das zu erreichen, das lässt sich nicht lehren, sondern nur lernen und zwar durch ernstes und langjähriges Studium der Formen und Charaktere guter Muster der Heraldik.

A. Von den Heroldsstücken.

Wie schon erwähnt scheiden alle bisherigen Heraldiker diese Hauptabteilung der Figuren in zwei voneinander getrennte Kapitel, in die „Heroldsfiguren oder Ehrenstücke“, lat. figurae honorabileo, franz. pieces honorables, engl. honorable oder principal ordinaies, ital. pezze onorabili, ndd. Heraldieke stukken, und in die „Sektionen mit geraden und krummen Linien“, lat. sectiones, franz. séances, engl. subordinaries oder subordinate ordinaries, ital. partizioni, ndd. onderverdeelingen.

Als Kennzeichen der letzteren (Sektionen) geben diese Heraldiker an, dass der Schild durch sie in gleich viele und große Plätze mit verschiedenen Farben zerlegt werde, während bei Heroldsstücken eine un gleiche Austeilung der Farben und Plätze entstehe.

Dass diese Unterscheidung angesichts der wahren alten Heraldik unhaltbar sei, wird dem aufmerksamen Beobachter aus der weiter unten folgenden Erklärung und Anschauung von Heroldsstücken selbst klar werden, im Voraus aber darf ich gegen diese frühere Trennung von Sektionen und Heroldsfiguren anführen, dass wir durch sie bei hunderten von Beispielen alter Wappen in Zweifel gesetzt werden, welcher Klasse von beiden sie eingereiht werden sollen, weil sie bald den Erfordernissen der „Sektionen“, bald denen der „Heroldsfiguren“ entsprechen, dass diese Unterscheidungen demnach eher Verwirrung als Klarheit in die Sache bringen, und also mindestens unpraktisch sind – dann, dass sie der organischen Entwicklung der Heroldsstücke selbst, wie ich sie unten gebe, geradezu entgegenarbeiten; denn während man nach meiner Theorie jedes Heroldsstück aus dem vorhergehenden entstehen sieht, muss man nach der früheren Theorie mitten in der organischen Entwicklung einer Heroldsfigur abbrechen, sobald aus der vermeinten Sektion eine vermeintliche Heroldsfigur entstehen würde. Ich gebe nun zuerst meine Definition von Heroldsstücken und sage:

Ein Heroldsstück ist die Zerlegung eines Schildes oder Platzes in verschiedene (mindestens zweierlei) Farben mittelst Abgrenzung derselben durch (geometrisch konstruierbare) gerade oder gebogene Linien. Nach dieser Definition können Kugeln, Ringe, Schindeln, Kreuze und derartige Figuren, welche die früheren Heraldiker zu den Ehrenstücken rechneten, auch nicht hierher, sondern müssen zu den künstlichen Figuren gerechnet werden.

Ich beginne nun, die Heroldsstücke, wie sie sich aus einander entwickeln lassen, vorzuführen mit jedesmaliger Beifügung eines wirklich existierenden Wappens dieser Gattung.

Zerlegt man den Schild waagerecht in zwei gleiche Hälften, so entsteht ein:

Geteilter Schild,
lat. transverse rectum, franz. coupé, engl. party per fess, ital. partito retto oder spaccato, span. partido en fax, ndd. doorsneden (XII. 125).

  • Von S. u. Gr. geteilt: v. Audrczthy;
  • von B. u. S.: Lehrbach; # u. S.: Schenk v. Geyern;
  • S. u. R.: Freudenberg.

Wird die Teilungslinie in das obere Drittteil verlegt, so erhält man:
das Haupt,
lat. caput, franz. chef, engl. chief, ital. capo del scudo, span. cabo, ndd. schildhoofd (126).

  • In S. ein r. Haupt: Grafschaft Montserrat.
  • In R. ein g. Haupt: Ventimiglia (Vintimilla), Lombardei.

Verrückt man die Teilung in das untere Drittteil, so entsteht
der Fuß,
lat. campus, franz. champagne, eng1. champain, ndd. schildvoet (127).

  • In R. ein s. Fuß: Herzschild des fürstlich hohenlohe’schen Hauptschildes (Gnadenwappen).

Wird der Schild zweimal geteilt, so entstehen drei Plätze, und diese können entweder von drei oder nur von zwei verschiedenen Farben sein. Im ersteren Falle (128) sagt man z.B.

  • zweimal geteilt, oben rot, in der Mitte silber, unten schwarz (v. Reger, Bayern),
  • oder einfacher: geteilt von Silber, Rot und Schwarz: v. Feilitzsch, Voigtland;
  • von R., #, S.: v. Schweinitz;
  • von Gr, #, S.,: Grebmer v. Wolfsthurn, Tirol,

Weil man schon aus der Anführung von drei Farben erkennt, dass der Schild zweimal geteilt sein müsse. Im letzteren Falle, d.h. wenn zwei Plätze gleiche Farbe haben, bildet der, mittlere Platz eine eigene Figur, einen
Balken (sonst auch Querbalken genannt),
lat. trabs, franz. fasce, engl. fess, ital. fascia, span. faja, ndd. dwarsbalk, z.B.

  • (129) in G. ein b. Balken: v. Raesfeldt, Westfalen;
  • ebenso g. Balken in #: Grailsheim, Franken.

Teilt man den Schild dreimal, so entstehen vier Plätze (130). Von # u. G. dreimal geteilt: v. Raab, Sachsen, Schellenberg, Bayern; ebenso von G. u. rr: Thumb v. Neuburg, Schwaben.

Bei viermaliger Schildesteilung entstehen fünf Plätze, von denen je drei und zwei gleiche Farbe haben. Die zwei gleichfarbigen Plätze ergeben zwei Balken, z.B. in S. zwei r. Balken: v. Reibniß, Sachsen (131).

Bei fünfmaliger Teilung entstehen sechs Plätze, in welchen die Farben also gleichmäßig verteilt sind.

  • Von B. u. G. fünfmal und umgekehrt geteilt: 1. u. 4. bei v. Speck-Sternburg, Sachsen;
  • von :# u. G.: Palland, Rhein (132).

Bei sechsmaliger Teilung entstehen drei Balken. In S. drei r. Balken: Sazenhofen, Bayern (133). In B. drei g. Balken: Gemünden, Bayern, Ferner: siebenmal geteilt von # u. S.: Miltitz, Sachsen (134). In dieser Art fortfahrend kommen wir bis zu 11 – 13 Teilungen und beziehungsweise 5-6 Balken, z.B.

  • Sachsen: von # u. G. elfmal geteilt, –
  • Von R. u. G. neunmal geteilt: Burggraf v. Rieneck,
  • Zwölfmal von G. u. # geteilt: die hintere Schildeshälfte der v. Wangenheim.

Die englische Heraldik sagt bei mehr als sechsmaliger Teilung einfach barry (balkenweise), z.B. barry or and argent; die Franzosen bedienen sich dafür des Ausdruckes fascé.

Bem.: In alten Siegeln und rsp. heraldischen Denkmälern findet man nicht selten eine gewisse Unbestimmtheit, ja Sorglosigkeit in Betreff genauer Feststellung der Zahl der Teilungsstriche und beziehungsweise Balken. Die pommer’schen v. Arnim z.B. führen jetzt in R. zwei s. Balken, ältere Beispiele zeigen auch den Schild dreimal geteilt (von R. u. S.). Den Schild der rheinischen v. Goltstein findet man von G. und B. siebenmal geteilt, aber auch in G. drei b. Balken und In B. drei g. Balken. Den Schild Sachsen geben alte Siegel bald neunmal, bald elfmal geteilt von # u. G., bald auch mit fünf und sechs # Balken in Gold und umgekehrt), Von den bayerischen v. Leublfing, welche jetzt zwei r. Balken in S. führen; findet man ältere Wappen und Siegel, welche den Schild dreimal (von R. u. S. und umgekehrt) geteilt zeigen. In dieser Art könnte ich noch Dutzende von Beispielen beibringen, es werden aber die vorstehenden genügen, um die Richtigkeit des Satzes zu beweisen, dass die alte Heraldik zwischen „Sektionen“ und „Heroldsfiguren“ nicht so ängstlich unterschied, wie unsere gelehrten Heraldiker, denen zufolge z.B. aus den goltsteinschen Varianten mindestens dreierlei verschiedene Wappen, wenn nicht gar Linien oder Familien zu machen wären.

Ich komme nun zu der zweiten Teilungsart des Schildes. Wird dieser seiner Länge oder Höhe nach senkrecht in zwei Hälften geteilt, so nennt man ihn einfach

Gespalten,

lat. bipertitum seu perpendiculariter sectum, franz. parti, engl. party per pale, ital. partito perpendicolare, span. partido en pal, ndd. gedeeld, z.B.

  • von # u. G. gespalten (135): v. Watzdorff;
  • von R. und G.: Dörnberg, Hessen, und Gastelnuof, Tirol;
  • von G. u. R.: Jvans, Tirol; von B. u. G.: Plettenberg, Westfalen.

Wird der Spalt im vorderen Dritteil gemacht, so entsteht eine

Seite,
franz. flanque, engl. flaunch, ital. addestro und sinistro, ndd. zyde, z.B.

  • in G. eine rechte b. Seite (139),
  • in S. eine linke: # Seite (139).

Wird diese senkrechte Teilung zweimal nebeneinander angewendet, so gibt dies drei Plätze. Sind diese von drei verschiedenen Farben, so heißt der Schild zweimal gespalten (franz. tiercé en pal), oder gespalten von (folgen die drei Farben), z.B.

  • gespalten von R., S. u. B. : v.Heldritt, Sachsen (136);
  • von #, S., R.: Tieffenbach, Kärnten.

Sind aber zwei Plätze von gleicher Farbe, so heißt der dritte (mittlere) Platz:
Pfahl,

lat. palus, franz. pal, engl. pale, ital. palo, span. pal und baston, holl. paal, z.B.

  • in S. ein r. Pfahl: v. Obernitz, Sachsen (137);
  • G. in #: v. d. Albm.

Fahren wir analog der Entwicklungsweise, wie sie oben bei der Teilung gegeben, fort, so erhalten wir:

  • dreimal gespalten von # u. S.: Voit v. Wendelstein, Franken;
  • von G., S., B. u. G.: in 2 u. 3 bei Niedermayr, Bayern (140).
  • Zwei Pfähle::# in S.: v. Wittgenstein, Rhein (141);
  • s. in B. 2 u. 3: bei Wolff v. Todenwart, Sachsen;
  • s. in #: Altenau, Österreich.
  • Fünfmal gespalten von B. u. S.: v. Seinsheim, Franken (142); kommt auch umgekehrt von S. u. B. fünfmal gespalten vor.
  • Drei Pfähle: # in S.: Kirchberg (Ütterodt), Thüringen (143),
  • Siebenmal gespalten von S. u. #: Gaugreben, Hessen,
  • Vier Pfähle: r. in S.: v. Dallwitz, Lausitz (144) usw.

Bei sieben und mehr Spaltlinien sagen die Engländer kurzweg paly, die Franzosen bei vier schon palé, bei noch mehreren vergetté, die Spanier: en bastones.

Bem.: Indem ich mich auf die Bemerkung oben S. 57 beziehe, füge ich hinzu, dass man auch bei dem vorliegenden Heroldsstücke unter Beziehung auf ein vorliegendes Wappen und seine Varianten nicht immer genau ausscheiden könne, wo Spaltungen in ungerader oder gerader Anzahl (Pfähle) Platz haben fallen. Wir finden z.B. feinsheim’sche alte Siegel und Wappen, in welchen auch drei Pfähle, andere, in welchen vier Pfähle usw. erscheinen. Ebenso ist bei den Dallwitz, Schaffgotsche u.a. nachzuweisen, dass ihre Siegel und Wappen in der Mehr- oder Minderzahl der Spaltungslinien häufig voneinander abweichen.

Die Verbindung von Teilung und Spaltung in einem Schilde ergibt nachstehende Heroldstücke:

Geviertet,

auch quadriert, d.h. geteilt und gespalten, lat. quadripertitum, franz. écartelé, engl. quarterly, ital. inquartato, span. en quarteles, ndd. Gevierendeeld. Nach der herrschenden Regel sind die zwei in der Diagonale sich gegenüberstehenden Plätze je von gleicher Farbe oder Metall und umgekehrt. Es gibt aber auch Ausnahmen, insbesondere in neueren Wappen. Derjenige Platz, welcher am vordern Obereck liegt, heißt der erste, der am hintern Obereck heißt der zweite, dann der unter dem ersten der dritte, und der unter dem zweiten der vierte Platz, so dass also 1. und 4. und 2. u. 3. korrespondieren,

  • Von # u. S. geviertet: v. Zollern, v. Graß, v. Voineburg.
  • Von # u. G.: v.Hayn;
  • R. u. S.: v. Schott, Schwaben;
  • G. u. R.:Waldersee, Preußen;
  • B. u. S.: Worachißky, Österreich;
  • S. u. R.: Parmatin, Tirol (145).

Bem.: Wegen Unkenntnis oder Vernachlässigung der oben erwähnten Regel ist namentlich in Betreff dieses Heroldsstückes viel Verwirrung in die heraldischen Bücher gebracht worden, so dass man in der Tat bei vielen gevierteten alten Wappen nicht sicher angeben kann, welche Farbe in 1. und 4. und umgekehrt in 2. u. 3. gehöre. So unterscheiden sich die beiden Stämme Boineburg von der schwarzen und von der weißen Fahne dadurch, dass bei ersteren das #, bei letzteren das S. in 1. und 4. steht (s. mein: Heff. Adel, S. 5, T. 3).

  • In viererlei Farben geviertet (von R., S., G. u. #) führten die v. Puechenstein, Tirol (146). Ferner: gespalten und zweimal geteilt.
  • Von B. u. S. gespalten und zweimal geteilt: v. Adelebsen (147); – ebenso von R. u. S.: Marschall, genannt Greiff. Sachsen, und Hollegg v. Raßberg, Österreich;
  • desgleichen von # u. S.: Westerholt;
  • S. u. #: Schauroth.
  • Zweimal gespalten und einmal geteilt von S. u. #: Fuchsmagen, Tirol (149);
  • ebenso von S. u. R.: Auer v. Vuelach und Aßlinger, Bayern.
  • Von R. u. S. gespalten und dreimal geteilt: Ponickau (148).
  • Geteilt und fünfmal gespalten von R. u. S.: Rosenberg, Franken.

Zweimal gespalten und zweimal geteilt, oder

geschacht zu neun Plätzen,

lat. novem teasellae, franz. équipollé, engl. chequy of aine, ital. punti equivalenti, span. nueve jaqueles, ndd. aangrenzende vakken.

  • Von G. u. S.: Graf v. Genf (150).

Das Schach lässt sich natürlich in dieser Art durch mehrere Spaltungen und Teilungen vermehren zu 12, 16, 20 usw. Plätzen, man pflegt aber jedes Schach über neun Plätzen nicht mehr zu zählen, sondern einfach als geschacht, lat. tessellatum, franz. echiqueté, engl. chequy, ital. scacchato, span. escacado, ndd. geschakeerd, anzugeben, z.B.

  • geschacht # u. S.: Sperberseck, Schwaben (151).

Vollkommene Schachbretter zu 64 Feldern sollen z.B. die v. Prittwitz, Lausitz (#, g.), führen vermöge einer Sage, die ich a.g.O. erwähnen werde; man findet ihren Schild aber auch zu 24 und weniger Plätzen geschacht. Ebenso sollen die Schach, Bayern, wohl auch vermöge des Namens ein vollständiges Schachbreit, lat. tabula tessaria, franz. echiquier, führen, man findet aber dort auch nur 20 Felder. Läßt man in einem neunfeldrigen Schach den mittelsten Platz hinweg, so erhält man das gemeine oder heraldische Kreuz, lat. crux, franz. croix, engl. cross, ital. croce, ndd. kruis.

  • In R. ein g. Kreuz (152): v. Linden, Bayern, v. Bertheim, Baden;
  • in G. ein r. Kreuz: Rechteren, Franken;
  • in # ein g. Kreuz: Raitz v. Frentz, Rhein;
  • S. in R.: Rottal, Steier;
  • B. in S.: Essen, Frankfurt,

Jeder der vier Eckpläze in einem solchen Schilde gibt, wenn man sich das Kreuz hinwegdenkt, eine
Vierung,
lat. quadrans, franz. und engl. canton, ital. quartelo, holl. schildhoek, oder ein Freiviertel, franc quartier, welche je nach ihrer Lage vorderes, hinteres Freiviertel oben oder unten genannt werden. In der Regel versteht man unter „Vierung“ peak’,exoxhn das obere vordere Freiviertel, Z.B.

  • in G. eine b. Vierung: Zollikofer, Schweiz (153);
  • in:t eine g. Vierung: Liebeneck;
  • in S. eine hintere r. Vierung: Schönau (siehe oben XII. 58);
  • s. in #: Aufkirchen, Tirol;
  • r. in G.: Mareith ;
  • s. in R.: Aichelberg, Schwaben;
  • in R. zwei s. Vierungen am Vorderrand (Ober- und Untereck): Pütrich v. Reicherzhausen. Umgekehrt: Velkhoffen, Bayern.
  • Die Mahrhofer in Regensburg führten: Geteilt von R. u. S. mit einem vorderen Ober- und hinteren Untereck in verwechselten Farben.

Denkt man sich an einem Schilde mit Kreuz alles weg bis auf den oberen Arm des Kreuzes, so erhält man

das Ort.

  • In R. ein g. Ort: Überacker (154);
  • s. in #: Ruerstorffer.

Aus einer Verbindung von Teilung und Spaltung ergeben sich ferner noch folgende Heroldsstücke:

Geteilt und halb gespalten,

lat. horizontaliter et inferius perpendiculariter sectum, franz. coupé – miparti.

  • Von R., S. u. # [auch R.,#, S.] (156): Gersdorff, ebenso: Parsperg;
  • von #, R., S.: Reiker v. Pidenbach (Laßberg).

Halb gespalten und geteilt, franz. miparti-coupé.

  • Von S., R. u. B. (157) [auch R., S., B. u. S., R., B.): Schaumburg, Franken (s. auch oben VII. 53);
  • von R., S. u. #: Wittern, Sachsen;
  • von R., (G. u. B.: Hager, Bayern.

Halb geteilt und gespalten, franz. micoupé-parti,

  • Von S., R., u. B. (158): Florianer, Bayern;
  • von S., B., u. G.: Fünfkirchen, Mähren.

Gespalten und halb geteilt, franz. parti-micoupé,

  • Von B., R, u. S. (159): Hruschowsky, Böhmen;
  • von S., R., #: Hrzan v. Harras, ibidem.

Diese sind die Heroldsstücke, welche aus senkrechten und waagerechten Geraden herzustellen sind; natürlich sind aus diesen wieder weitere Zusammensetzungen, z.B. von Pfahl und Balken, Teilung und Pfählen usw. möglich, diese können aber vermittelst des obigen Schlüssels leicht erkannt und blasoniert werden.

Die Stufe,

lat. gradus, franz. degré,

  • Von S. u. # mit einer Stufe geteilt: Leoprechting und Aurberg, Bayern (160).

Die Scharte,

lat. contra pinna,

  • Von R. u. S. mit einer Scharte geteilt – auch in R. eine s. Scharte -: Dachauer, Bayern (161).
  • Mit zwei Scharten von G. u. # geteilt: Kalmüntzer, Regensburg.

Die Zinne,

lat. piana, franz. creneau, ital. Merlo.

  • In S. eine # Zinne u auch von S. u. # mit einer Zinne geteilt: Walrab, Österreich (162);
  • von R. u. S. mit zwei Zinnen geteilt (164): Preising, Bayern.
  • Ebenso mit zwei Zinnen gespalten (163): Rohr, Oberpfalz.
  • Mit drei Zinnen von S. u. R. geteilt: Steinsdorf, Bayern.

Die sogenannten welschen Zinnen unterscheiden sich von den gewöhnlichen deutschen dadurch, dass sie oben keilförmig eingeschnitten sind (223).

Ich komme nun zu denjenigen Heroldsstücken, welche durch gerade Linien nach den Schrägen des Schildes sich entwickeln.

Zieht man von einem Obereck nach dem entgegengesetzten Untereck eine Linie, so entsteht die Schrägteilung. Weitaus die meisten Schrägteilungen gehen in der Richtung vom vorderen Obereck nach dem hinteren Untereck, es lässt sich also beidem Worte Schrägteilung, Schrägbalken etc. im Allgemeinen immer das Aufsteigen der Balken, Teilung etc. nach der Vorderseite, beziehungsweise das Abwärtssteigen nach der hintern Seite ausdrücken, gleichviel ob der Schild nach Rechts oder Links gekehrt sei. Nur in Ausnahmefällen findet das Gegenteil statt, und auch diese Ausnahmefälle lassen sich sehr häufig als Mißverständnisse der schon erwähnten Regel über die Schildesstellung erklären; wo aber wirklich,,diplomgemäß“ eine Schrägteilung etc. einmal den entgegengesetzten Weg einschlägt, da muss dies ausdrücklich erwähnt werden.

Die meisten Heraldiker bezeichnen bei jeder Schrägteilung etc. die Richtung in der Art, dass sie zwischen Rechts- und Links-schräggeteilt genau unterscheiden. Die Franzosen und Engländer haben für diese Richtungen sogar eigene Kunstwörter: tranché, party per bend in dieser Richtung \, und taillé, party per bend sinister für diese / Richtung. Der gelehrte Schuhmacher thut sich (1694) nicht wenig darauf zu gut, zwei neue Kunstwörter in die deutsche Heraldik eingeführt zu haben, indem er die erstere Schrägteilung „geschnitten“ und die letztere „durchzogen“ nennt. Ingleichen haben die Franzosen für Schrägbalken in der Richtung \ den Namen bande, die Engländer bend, die Italiener banda, Herr Schuhmacher aber „Band“, dagegen für den Schrägbalken in der andern Richtung /, beziehungsweise barre, bend sinister, barra und Schuhmacher „Straße“ erfunden. Die meisten deutschen Heraldiker nennen aber das “Band“: Rechtsschrägbalken oder auch Rechtsbalken, und die „Straße“: Linksschrägbalken oder Linksbalken.

Andere deutsche Heraldiker, wie z.B. Dorft und Bernd, sind gerade entgegengesetzter Ansicht, indem sie das mit Schräglinks bezeichnen, was die übrigen Schrägrechts nennen und umgekehrt. Auch ich habe in meinen,,Grundsätzen“ dieser „verkehrten Ansicht“ gehuldigt, und wenn ich auch den Trost besitze, in solchem Irrtume nicht allein zu stehen, so wird mich doch der weitere Schritt, den ich noch tun muss, gänzlich isolieren. Ich sage nämlich: ein Streit, was schräglinks oder schrägrechts sei, ist wie die Erfindung eigener Kunstwörter dafür gänzlich über?üssig, weil in der Praxis unhaltbar, man müsste denn behaupten wollen, jedes Geschlecht oder jeder Wappenherr überhaupt, der Schrägteilung oder Schrägbalken im Schilde führt, habe seit Entstehung seines Wappens den Schild nie anders als nach der ursprünglichen Richtung gewendet. Sobald er einmal dagegen gefehlt, d.h. den Schild etwa wegen Allianz oder eines Bildes etc. nach der entgegengesetzten Seite gewendet hatte, musste er entweder die betreffende Schrägteilung gleichfalls ändern, oder gegen die einfachsten Regeln der alten Heraldik verstoßen. Mit der veränderten Richtung müsste aber nach der Ansicht der neueren Heraldiker konsequent auch ein neues Wappen entstanden sein, weil der betreffende Schild dann nicht mehr Linksbalken, sondern Rechtsbalken etc. oder umgekehrt zeigen musste.

Ich glaube kaum, dass es nötig sei, zu dieser gewiss einleuchtenden Erörterung noch ein Beispiel zu geben, ich will dies aber doch nicht unterlassen, um nicht mißverstanden werden zu können. Auf dem Grabstein des Reichart Kärgl v. Sießpach (+ 1476) zu Seligenthal ist der Schild dieser Familie (schräggeteilt von S. u. R., oben ein schreitender # Bär) zweimal angebracht, nämlich als Hauptwappen mit der Richtung der Schräge nach Rechts, und als Ahnen- oder Ortschild (rechts oben) mit der Schräge nach Links und entsprechender veränderter Richtung des Bären. Niemand wird hier zweierlei Wappen sehen.

Es erhellt also aus dem Gesagten, dass die Bezeichnung von rechtsschräg- oder linksschräggeteilt jeder Zeit unklar sei, wenn nicht zugleich mit angemerkt ist, welche Stellung der Schild selbst einnehme, rsp. ob er gerade vorwärts, allein, oder ob er geneigt, und nach welcher Richtung er es sei. Will man aber dennoch und überdies eine nähere Richtungslinie der Schrägteilung angeben, so glaube ich die Bezeichnung schräglinks und schrägrechts in der Art empfehlen zu dürfen, wie sie Bernd und Dorft annehmen, nämlich so, dass man Schrägteilung oder Schrägbalken nach der Seite benennt, von der sie aus- und abwärts gehen. Der sicherste Ausweg für ängstliche heraldische Gemüter wird aber immer der bleiben, wie in den Diplomen früherer Zeit zu sagen „vom vorderen Obereck nach dem hinteren Untereck“ oder „von vorne nach hinten“ und umgekehrt „schremsweise“ oder „schräggeteilt“.

Nach dieser Abschweifung, welche ich zu meiner Rechtfertigung gegen gewisse Vorwürfe, als suchte ich aus „Neuerungssucht“ oder „Unverstand“ feststehende Begriffe zu verkehren, zu geben schuldig war, komme ich wieder auf die Heroldsstücke selbst.

Analog dem Entwicklungsgange bei den Heroldsstücken mit waagerechten und senkrechten Teilungen folgt auch bei den Schrägteilungen: Schräggeteilt, franz. tranché und taillé, engl. parti per bend und per band sinister, ital. trinciato alla dritta, und a sinistra, ndd. geschuind und linksgeschuind.

  • Von G. u. #: Stillfried, Preußen; 6, u. 1D,:Wildenstein, Schwaben, Schweiz;
  • von S. u. R.: Schedlinger, Bayern;
  • von # u. S.: Abensberg (165).

Analog wie bei der Teilung ergibt sich hier auch das Schräghaupt (168) und der Schrägfuß (167).

  • Einen Schrägfuß r. in S. (neben andern Figuren) führten die Valvasone in Italien.
  • Zweimal schräggeteilt, Von R., S. u. #: Starschedel (169).

Der Schrägbalken,

lat. baltbeus und b. sinister, franz. band und barre, engl. bend und bend sinister, ital. banda, und sbarra, ndd. schuinbalk und linker schuinbalk.

  • R. in S.: Lepel, Mecklenburg (170);
  • S. in R.: Reitzenstein, Malfen;
  • # in S.: Stein-Nordheim, Thüringen;
  • S. in #: Schönfels, Sachsen;
  • G. in S.: Straßer, Österreich,
  • Dreimal schräggeteilt, Von R. u. S.: Schönburg, Sachsen (171),
  • Zwei Schrägbalken, G. in #: Trebra, Sachsen (172);
  • # in S.: Stein-Liebenstein, Sachsen,
  • Fünfmal schräggeteilt, Von R. u. S.: Ellrichshausen, Schwaben (173);
  • # u. S.; Weitershausen,
  • Drei Schrägbalken, # in G.: Schlaberndorf, Schlesien;
  • R. in G.: Cortenbach, Rhein usw.

Aus der Kreuzung bei den Schrägen erfolgt:

Schräggeviertet,

lat. decuseatum, franz. écartelé en sautoir, engl. quarterly per saltire, ital. inquartato diagonale, span. partido en frange oder en aspa, ndd. Schuingevierendeeld. Hier sind 1. und 4. die Plätze, die an den Ober- und Unterrand stoßen, 2. u. 3. die an dem Vorder- und Hinterrand.

  • Von S. u. R. (174): Paulstorff (Stingelheim), Bayern;
  • von G. u. R.: Engelbrecht, Bayern (vgl. Siebm., II. 132), und Lamprechtsheim, Elsass.

Geweckt,

lat. fuseatum, cuneatum, franz. fuselé, engl. fusily, ital. a quadri acuti, ndd. spits-geruit.

  • Von R. u. G.: Königsegg;
  • u. S.: Bayern;
  • r. u. G.: Teck.

Gerautet,

lat. rhombatum, franz. losangé, engl. losengy. ital. a quadri fusati, ndd. geruit.

  • Von R. u. S.: Monaco.

Aus der Schrägteilung können ferner hervorgeben: Geschrägt und halbgegengeschrägt von S., R. u. #: (175): Apelsberger, Österreich, und halbgeschrägt und gegengeschrägt von S., B. u. # (176): Ahausen, Bayern.

Diese Blasonierungsweise ist analog derjenigen bei Teilung und Spaltung, beziehungsweise den Figuren 156-159 gebildet.

Der Schragen, auch Andreaskreuz, lat. enta burgundica sive St. Andreae, franz. sautoir, engl. saltire, ital. croce diagonale, span. aspa, ndd. Andrieskruis.

  • B. in S.: York, Preußen;
  • G. in B.: Thiriart, ebenda.

Sind die Schrägbalken von zweierlei Farbe, so kann man wohl nicht Schragen sagen, z.B.

  • in G. ein r. Schrägbalken mit einem # geschrägt: Bucher v. Kadau, Österreich;
  • ebenso in S. ein r. mit einem b.: Mack, Hessen.

Läßt man von der Mitte des Oberrandes zwei Schrägen nach den beiden Unterecken laufen, so erhält man:

Die Spitze

oder den Gern, lat. cuspis, franz. pointe, engl. party per pile, ital. punta, ndd. punt.,

  • # in S.: Raittenpuecher, Bayern;
  • # in S.: Weichs, ebenda;
  • S. in B.: Künsberg, Franken (181).

Man findet die Linien der Spitze bald ganz gerade, bald etwas einwärtsgebogen – Beides ohne wesentlichen Belang. Sind dreierlei Farben im Schilde, so nimmt man an, dass die Spitze den Schild in die zwei übrig bleibenden Plätze, rsp. Farben spalte und blasoniert:

  • Durch eine b. (alias #) Spitze von S. u. R. gespalten (180): Platsch, Tirol;
  • ebenso durch eine s. Spitze von B. u. G. gespalten: Schlez, Schwaben.
  • Man könnte auch sagen: Von S., B. u. R. oder von B., S. u. G. mit einer Spitze gespalten.

Wiederholt sich diese Teilung zweimal übereinander, so nennt man dies gesparrt, z.B.

  • von #, S. u. # gesparrt: Stinglheim, Pfessenhausen, Bayern (182);
  • von B., S., R.: Ruedolff. Ebenda.

Sind der oberste und unterste Platz von gleicher Farbe, so heißt der mittlere Platz:

Sparren,

lat. cantherius, franz. und engl. chevron, ital. capriolo oder scaglione, span. cabrio, ndd. Keper.

  • S. in S.: Völlniß, Sachsen (183);
  • S. in #: Ledebur, Brandenburg; Grebner, Tirol;
  • r. in s.: Gerstenbergk, Sachsen;
  • g. in #: Ehinger, Schwaben.

Ist der Sparren etwas nach einwärts gebogen, so nennt man ihn auch Schleife, chevron ployé.

Dreimal gesparrt.

  • Von R. u. S.: v. Werdenstein, Schwaben (184);
  • S. u. R.: Stupf, Bayern.

Zwei Sparren.

  • R. In B. (?): Breitenbauch, Sachsen;
  • S. in #: Zwingenstein, Tirol (185).

Drei Sparren

  • R. in G.: Dorth.

Siebenmal gesparrt.

  • Von G. u. R.: Hanau (186). Dies Wappen kommt auch g. mit vier und fünf r. Sparren, auch neunmal gesparrt vor.

Die Spitze und Sparrung kann auch in der Richtung von den beiden Oberecken oder nach der Mitte unten gehen und in diesem Fall erhält man die gestürzte Spitze oder den gestürzten Gern, auch Mantel genannt, lat. cuspis inverso situ, franz. pointe renversée, engl. pile reversed, ital. contra inesto.

  • Von G., S., u. # mit einer gestürzten Spitze gespalten: Walch v. Pfaustett (187) und ebenso
  • von S., B., G.: Weffen, Bayern.
  • In S. eine gestürzte r. Spitze (188): Schleich, Bayern; ebenso Thüna, Sachsen;
  • S. in R.: Neuhaus, Tirol.

Gestürzter Sparren,

  • S. in R.: Rumlingen, Schwaben (189).

Dreimal gestürzt-gesparrt,

  • Von S. u. R. (190): Witzleben (dies Wappen kommt auch umgekehrt von R., u. S. dreimal gestürzt-gesparrt, auch mit zwei gestürzten Sparren S. in R. und r. in S. vor); ebenso Marschalk v. Schiltberg, Bayern.

Die Spitze wie der Sparren und ihre Ableitungen können auch von einem Seitenrand nach dem andern, gleichwie (Seitenspitze, Seitensparren) von einem Unter- oder Obereck nach dem entgegengesetzten Ober- oder Untereck (Eckspitze, Ecksparren) gehen. Die Franzosen nennen dies pointe en bande und pointe eo barre. Z.B.

  • In R. eine s. Seitenspitze (scil. aus dem Hinterrand nach dem Borderrand): Plankenstein, Schwaben (192); item Tachinger, Bayern, und Albeins, Tirol, oder bei drei Farben (191):
  • von G., S. u. R. durch eine (scil. aus dem Hinterrand kommend) Seitenspitze geteilt: Regendank, Mecklenburg;
  • ebenso von #, S., G.: Blüskow, ibidem;
  • ebenso von #, S. u. #: Fraßhaufer, Bayern.
  • In R. ein S. Seitensparren: Marschalk v. Stumpfsberg, Bayern.
  • In R. eine # Eckspitze aus dem hintern Obereck: Krafft, Steier (194); item S. in #: Thannberg, später Weltzer, Steier.
  • In S. eine r. Eckspitze aus dem hintern Untereck (193): Baden, Schweiz.

Verbindet man die Schrägteilung mit der Sparrung, so ergeben sich nachfolgende Heroldsstücke:

Die Deichselteilung, franz. tiercé en pairle.

  • Von #, S. u. R. (195): Briefen, Lausitz;
  • von S., G. u. #: Walch zu Arburg.

Die Deichsel, auch Gabel, lat. furca, franz. pairle, engl. paile oder pall, ital. pergola, ndd. Gaffel.

  • S. in R.: Teuchsler, Niederbayern (196).

Die Göppelteilung, lat. furcatum inverso, franz. tiercé en pairle renversé (197). Der Göppel, lat. furca inversa, franz. pairle renversé.

  • R. in G.: Bayersdorf, Völzig, Sachsen (198);
  • s., in #: Kuchler, Bayern.

Durch Bereinigung aller drei Teilungsarten, der senkrechten, waagerechten und schrägen, entsteht:

Die Ständerung,

z.B.

  • von # u. S. sechsmal geständert (schräggeviertet und gespalten): Rockhausen;
  • ebenso von S. u. #: Hilprand, Tirol (199);
  • ebenso von B. u. S.: Sintzenhofer.

Bem.: Man findet das letztere Wappen auch so wie (200), d.h. schräggeviertet und geteilt. Jeder einzelne Platz heißt eigentlich ein Ständer oder Schooß, lat. conus oder pinnulla, franz. giron, engl. gyron, ital. grembo, ndd. geer, allein man pflegt in der Regel nur diejenige Figur einen Ständer zu nennen, deren Grenzlinien, aus der Mitte des einen Seitenrandes und dem darüber liegenden Obereck kommend, sich in der Mitte des Schildes treffen.

  • In S. ein b. Ständer aus dem vorderen Obereck: Krafft, Oberösterreich (203), wohl wappenverwandt mit den Krafft 194.
  • In R. ein s. Ständer: Eiferstetten, Bayern.

Ich komme nun zu einem Stücke, bei dem ich in billigem Zweifel bin, ob es überhaupt zu den Heroldsstücken zu rechnen sei oder nicht, ich meine:

Die Bordur,

und zwar die innere und äußere nebst dem Schildlein. Wird nämlich innerhalb des Schildesrandes und gleichlaufend mit diesem eine Linie gezogen, so bildet der Platz zwischen beiden die Schildesbordur oder Einfassung, lat. limbus, franz. bordure, engl. border, ital. bordura, ndd. zoom, welche in der Regel 1/5 der Breite des Schildes zu jeder Seite wegnimmt; doch gibt es auch breitere Borduren, und manchmal so breit, dass der mittlere Platz gleichsam als ein aufgelegtes Schildlein erscheint. Es lässt sich schwer entscheiden, ob z.B.

  • die Droste in R. ein s. Schildlein oder einen s. Schild mit (breiter) r. Bordur (XII. 204) führen.
  • Ebenso führen eine s. Bordur um B.: Graffelfinger, Bayern;
  • g. um #: Molsheim, Elsass.

Bem.: Die Bordur ist sehr häufig auch Beizeichen, wie im betr. Abschnitte zu sehen sein wird. Ist die Einfassung derart, dass sie gleichsam einen freischwebenden Rahmen parallel dem Schildesrande bildet, so heißt man dies eine innere Einfassung, lat. orula, franz. und engl. orle, ital. cinta, ndd. Binnenzoom. Z.B.

  • in R. eine s. innere Einfassung: v. Random (XIII. 205);
  • ebenso b. in G.: Landellis, Schottland.

Ich weiß zwar, dass die Bordur von den meisten deutschen Heraldikern zu den Heroldsfiguren oder Ehrenstücken gerechnet wird, und auch ich war früher derselben Ansicht, allein wenn ich die oben gegebene Definition von Heroldsstücken berücksichtige, so paßt sie gerade auf diese fraglichen Stücke, und gerade auf diese allein nicht, denn keines derselben berührt mit seinen End- oder Anfangslinien den Schildesrand. Ich wäre daher geneigt, der alten englischen Heraldik beizupflichten, welche die äußere Bordur als den Rückschild eines mehr oder minder kleinen aufgelegten Schildes, die innere Einfassung aber als einen falschen Schild (false escutcheon) blasonierte. Die neuere englische Heraldik sagt übrigens auch border für äußere, orle für innere Einfassung und inescutcheon für Schildlein.

Was die Verbindungsmöglichkeit einzelner Heroldsstücke untereinander betrifft, so ergibt sie sich schon aus der Entwicklung der primitiven Heroldsstücke; die Blasonierung der so zusammengesetzten Stücke lässt sich teils schon aus dem Vorhergehenden ableiten, teils erfordert sie eigene Kunstausdrücke, wovon das Nötigste hier folgend, das Ausführlichere aber im II. Teile dieses Buches bei dem Abschnitt „Blasonierung“ beigebracht werden wird.

Was die Veränderung der Grenzlinien oder Konturen anbelangt, so hat ?e, gleich der Verbindung der Heroldsstücke selbst, dem Bestreben, ähnliche Wappen von einander unterschieden zu machen, teilweise auch dem Geschmacke und der Laune ihren Ursprung zu verdanken. Die Veränderungen der Konturen in Heroldsstücken geschehen dadurch, dass man ?att der geraden Linien gebrochene oder gebogene setzt. Die hauptfächlichsten dieser gebrochenen Linien sind:

Der Spitzenschnitt, Zahnschnitt, auch Zickzacklinie genannt, lat. denticulatum, franz. dentelé, endenté, engl. indented, ital. dentato, ndd. Uitgetand. Z.B.

  • von R. u. S. mit Spitzenschnitt geviertet: Lichtenstein (206);
  • ebenso von # u. S.: Altenhausen, Schwaben;
  • von B. u. G. mit dem Spitzenschnitt schräg geviertet: Gumprecht.

Balken, Pfähle, Schrägbalken etc. werden auch mit der Zickzacklinie begrenzt; man nennt solche dann eckiggezogene, z.B.

  • Campe: in R. ein eckiggezogener S. Balken;
  • Beveren (232): in G. zwei eckiggezogene r. Balken;
  • von B. S. u. R. mit eckiggezogenen Linien geteilt: Ulm, Schwaben usw.

Ähnlich wird man blasonieren einen eckiggezogenen Sparren, Schragen etc. Sind die einzelnen Spitzen dieser gebrochenen Linie im Verhältnisse größer, d.h. mehr in die Höhe und Breite gedehnt, so sagt man „mit Spitzen“ geteilt, gespalten etc. Z.B.

  • mit Spitzen von R. u. S. geteilt: Attems, Krain (207);
  • Herzogtum Franken (Bayern, Limpurg, Rechteren usw.);
  • ebenso von B. u. S.: Zandt, Bayern;
  • von S. u. #: Stockhamer, Bayern;
  • von G. u. B. (auch umgekehrt) mit Spitzen gespalten: Ebner v. Eschenbach (208).

Sind die Spitzen so in die Länge und Breite gezogen, dass sie die entgegengesetzten Schildesränder fast oder wirklich berühren, so pflegt man die Zahl der Spitzen anzugeben. In diesem Fall sind es selten mehr als vier Spitzen, gewöhnlicher aber bloß zwei bis drei, Sind die Spitzen ganz oder vollkommen, so sagt man z.B.:

  • In S. drei aus dem Hinterrande kommende b. Spitzen: Montalban, Schlandersperg, Tirol (209).

Ist eine der Spitzen in der einen Farbe nur halb, so muss auch eine Spitze der andern Farbe halb sein und man zählt in diesem Falle die Seitenlinien der Spitzen und sagt (221) z.B.:

Von S. und # fünfmal spitzenweise oder mit Spitzen gespalten [vielleicht könnte man auch sagen gespitzt, aber ich denke, wenn man den Grundbegriff von Spalten und Teilen (siehe oben S. 59) im Auge behält, so wird die Bezeichnung mit Spitzen gespalten (210, 211) und mit Spitzen geteilt (207) keiner Mißdeutung unterliegen):

  • Hausner v. Vurckftall, Bayern, und: Minckwitz, Sachsen;
  • ebenso dreimal von R. u. S.: Leuberstorff. Bayern (210),
  • ebenso: Beust, Sachsen: von R. u. S. fünfmal,
  • Gmainer, Oberpfalz: von G. u. R. siebenmal mit Spitzen gespalten; letzteres Wappen kommt auch mit drei r. Seitenspitzen in G. vor.

Eine Abart dieser Spitzenteilung ist es, wenn die Spitzen oder Teilungslinien gebogen sind und die Form von Zähnen haben. Man nennt diese Spitzen auch Wolfzähne, wie denn z.B.

  • das Wappen der v. Tettau und der Kinsky, als: in R. drei s. Wolfszähne aus dem Hinterrand kommend (241),

blasoniert wird, uebrigens findet man z.B. auch das minkwitz’sche Wappen im Diplom v. J. 1586 als „ein schwarßer Schild aus dessen vodern gegen den hintern teil drei weisse Wolfszähne erscheinen“ bezeichnet, obwohl sonst gebogene Linien in der Spitzenteilung des minkwitz’schen Schildes nicht gefunden werden.

Abgesetzte und verschobene Linien kommen gleichfalls in der Heraldik vor. So führen

  • die v. Reiche, Westfalen: von S. u. # mit einer abgesetzten Linie schräggeteilt (242),
  • und die v. Ezirn, Schlesien, führen einen verschobenen s. Pfahl in #, (243),
  • die Gleissenthal, Oberpfalz, aber einen ver schobenen s. Balken in # (244),
  • ebenso (tincturas nescio): Dorninger, Ries.

Die Kerbe oder der Kerbschnitt, lat. striatum, franz. engrelé, engl. engrailed, ital. gratellato, ndd. uitgeschulpt. Die Form ist durch den aus dem Leben genommenen Namen hinlänglich deutlich.

  • In S. ein # Kerbkreuz: Sinclair, Schottland, Mecklenburg;
  • g. in B.: de la Croix, Frankreich, Preußen.
  • In S. ein gekerbter r. Sparren (212): Dintner, Nürnberg;
  • ebenso # in S.: Launay, Frankreich.
  • In G. ein gekerbtes r. Kreuz: Gimnich, Rhein etc.

Der Schuppenschnitt, lat. imbricatum oder squamulatum, franz. cannelé, engl. invected, ital. scanalato, ndd. Ingeschulpt. Schuppe ist eine gebrochene Linie in dem der Kerbe gerade entgegengesetzten Sinne; z.B.

  • von B. u. G. (alias umgekehrt) mit Schuppen schräggeteilt:Howstetter, Tirol (213);
  • von S. u. # mit Schuppen gespalten: Haynspeck von Sallach, später Salburg (214).

Der Wellenschnitt, gewellt, geflutet, lat. undulatwn, franz. ondé, engl. undée, auch wavy, ital. ondato, ndd. Golvend. Z.B.

  • Süß, Regensburg: fünfmal von B. u. S. geflutet (217);
  • Gilfa: in Gr. drei geflutete s. Balken oder Flüsse.
  • In S. ein # Schrägfuß (216): Behaim von Schwarzbach.
  • Von S. u. R. (auch umgekehrt) dreimal mit Wellenlinien gespalten: Greiff v. Greiffenberg, Bayern (215).
  • Mit Wellen von S. u. # dreimal schräggeteilt: Maxlrhain, Bayern.

Die gestutete oder wellenförmige Grenzlinie hat mit der einfach gewolkten so viele Ähnlichkeit, dass oft eine in die andere über geht. Der einfache Wolkenschnitt ist wieder sehr ähnlich mit der Form des Fehwerks (siehe oben S.41) und es wird schwierig sein, bei manchem alten Wappen zu entscheiden, zu welcher Art die betreffende Form der Begrenzungslinien gehöre.

Ich begnüge mich hier, die heraldische Darstellung einer einfachen (218), lat. nubiutum, franz. enté, ital. innestato, und einer doppelten Wolkenlinie (219), lat. duplice nubiatum, franz. und engl. nebulé, ital. nebuloso, zu geben, und bemerke nur noch, dass in späteren Zeiten häufig aus dem Fehwerk resp. dessen begrenzenden Linien einfache und doppelte Wolken gemacht worden seien, wie wir dies z.B. von dem Wappen Fürstenberg und Röteln nachweisen können ; vielleicht dürfen die heraldischen Wolken überhaupt auf ein Pelzwerk zurückgeführt werden, wenn nicht etwa der Name des Wappenherrn eine andere Ableitung indiziert.

  • Die Panichner von Wolkenstorff (219) führen von R. u. S. und
  • die Überlinger, Schweiz, von B. u. S. mit dem Wellen- und Wolkenschnitt schräggeteilt;
  • die Aechter, Tirol, mit Wolken von # u. S. geteilt;
  • die Blumenstein, Schweiz: mit Wolkenschnitt von B. S. u. G. geteilt;
  • die Gerspeunter, Bayern, von # u. S. ebenso gespalten (218); man findet bei diesem Geschlecht einfachen und doppelten Wolkenschnitt.

Eine etwas bestimmtere Form hat der

Eisenhutschnitt (220), lat. per pinnas acuminatas, franz. crenelé fiché oder palissé, doch begegnet uns auch hier wieder der Übelstand, dass wir nicht sicher sind, ob bei derartigen Wappen nicht ursprünglich Pelzwerk gemeint sei.

  • Die v. Haslang und die Kemnatter in Bayern führten: von G. u. # mit dem Eisenhutschnitt gespalten;
  • ebenso die Tannbrunn, Bayern: von G. u. S. (220).
  • Von B. u. S.: Kräßl von Lehen, ebenda.

Außerdem führten diesen Schild die Velschloß in Tirol, die Perger zu Appelstorff und die Royenhaufer in Bayern, doch sind mir nur Siegel und keine gemalten Wappen davon bekannt. Von den Haslang, Kemnattern und Tannbrunn weiß ich bestimmt, dass die ältesten Darstellungen ihrer Wappen auf Denkmälern und Siegeln die Linie in der Art wie 218, d.h. wie Fehwerk zeigen, während ich es bei den Kräßl, Velschloß und Roßenhausern nicht nachweisen kann, aber analog vermute. Somit wäre die Theorie des Wolken- und Eisenhutschnittes noch eine offene Frage in der Heraldik.

Der Zinnenschnitt besteht aus mehrmals wiederholter Aneinanderreihung von Zinnen und Scharten, über zwei Zinnen oder Scharten pflegt man nicht mehr zu zählen, sondern einfach als „mit dem Zinnenschnitt“ oder „mit Zinnen“, lat. pinnatum, franz. crenelé, engl. embattled, ital. merlato, holl. gekanteeld zu blasonieren; z.B.:

  • Mit Zinnen von # u. S. schräggeteilt (221): Castelruth, Tirol;
  • ebenso von G. u. #: Freyndorff. Bayern;
  • ebenso von G. u. # mit welschen Zinnen schräggeteilt: Goldegg, Tirol (223).

Balken, Pfähle, Schragen etc. können auch ein- oder beiderseits gezinnt sein; z.B.

  • in S. ein gezinnter # Balken, lat. fascia pinnata, franz. fasce crenelé, engl. fess embattled, ital. fascia merlata: Wrangel, Pommern (222);
  • ebenso r. in S.: Ziegler, Sachsen.

Die unten allein gezinnten Balken mögen zuweilen irrig in sogenannte Turnierkragen verwandelt worden sein, z.B. bei den v. d. Lippe, welche ursprünglich zwei solche Balken # in S. führten, jetzt aber zwei # Stege oder Turnierkragen.

  • Zwei gezinnte # Schrägbalken in S.: Schliß, Reuß.
  • In S. drei gezinnte r. Sparren: Hofer v. Lobenstein, Bayern, Württemberg (227).

Die doppelt-, d.h. beiderseitig-gezinnten Heroldsstücke haben in der Regel die untere Reihe mit versetzten Zinnen oder Gegenzinnen.

  • Durch einen doppelt gezinnten # Balken von S. u. G. geteilt, oder: von S., # u. G. mit Zinnen und Gegenzinnen geteilt: Blittersdorff, Schwaben, Rheinlande;
  • ebenso von #, R., S.: Ungelter, Ulm.
  • In # zwei S. doppelzinnige Balken: Pranckh, Bayern.
  • In R. ein doppeltgezinnter s. Schrägbalken (225): Orttenburg, Bayern, und Schorlemer, Preußen.
  • Von B. und G. mit Zinnen siebenmal schräggeteilt, auch in B. vier g. doppeltgezinnte Schrägbalken: Rogaroli, Österreich (226);
  • ebenso von R. u. S.: Riedt, Sachsen, und
  • von S. u. R.: Salviati, Florenz.

Bemerkung: Es kommt namentlich bei einseitig gezinnten Sparren sehr häufig vor, dass die Zinnen, oben nicht gerade (waagerecht), sondern gleichlaufend mit dem Sparren abgeschnitten sind (z.B. bei Hofer v. L. (227); dies wird jedoch nicht besonders gemeldet. Ebenso kommt es vor, dass die Zinnen als solche schräggestellt sind; man pflegt diese Begrenzungslinie dann die Astlinie und das Heroldsstück geästet, lat. per ramos. franz. écoté. engl. Raguly. ital. noderoso, ndd. knöstig, zu nennen; z.B.:

  • In S. ein geästeter s. Schrägbalken: Juftingen (Freiberg), Schwaben (228).

Es ist aber dabei nicht immer eine neue Begrenzungslinie, sondern in der Regel nur eine Abwechselung der Zinnenlinie zu suchen, wie denn z.B. gerade in alten Wappen der Ortenburg und Blittersdorf nicht selten die betreffenden Grenzlinien als,,geäftet“, hingegen aber z.B. in Juftingen auch –„gespizt“ oder „eckiggezogen“ gefunden werden. Am sichersten kommt die Astlinie bei dem burgundischen Kreuz (XXIV. 1112) vor, das ja eigentlich zwei ästige Prügel übereinander gelegt darstellt.

Ähnlich wie bei den Zinnen zählt man auch bei den Stufen deren nicht über zwei, sondern nennt eine mehrmals ftufenweise abgesetzte Linie überhaupt

Stufenschnitt, lat. gradatim, franz. coupé en degré, auch pigeonné, obwohl dies eigentlich nur für giebelförmige Stufen gelten sollte, per degree, ital. gradato, ndd. Trapvormig. z.B.:

  • Von S. u. # mit dem Stufenschnitt, oder „stufenweise“, oder mit Stufen“ schräggeteilt (229): Seiboltftorff. Bayern.
  • In S. ein gestufter # Schrägbalken: Heiligenberg, Schwaben; ebenso r. in G.: Gundelfingen, Bayern und Schwaben.
  • In S. eine gestufte r. Spitze: Neuenstein, Schwaben;
  • ebenso # in S.: Schwarzenstein, Bayern.

Man pflegt diese Figur wohl auch Giebel, Staffelgiebel, lat. fastigium, franz. pignon, zu nennen. Ist ein Sparren innen und außen getreppt, so nennt man dies auch einen durchbrochenen Giebel, lat. perforatum, franz. pignon ajouré.

Die Krückenlinie oder der Krückenschnitt, lat. patibulatum, franz. potencé, engl. potenced, ital. Potentiato. Sie mag mit der Wolken-, Wellen- und Fehlinie ursprünglich stammverwandt sein, da wir ja auch das Feh krückenartig begrenzt finden (oben S. 42).

  • Von S. u. B. mit dem Krückenschnitt oder “mit Krücken“ schräggeteilt (233).

Die Kreuzlinie oder der Kreuzschnitt, lat. crucibus sectum, franz. croiseté, ital. crociato. Ich kenne davon nur ein Beispiel:

  • Von S. u. # mit dem Kreuzschnitt geteilt: Egen, Schwäbisch-Hall (234).

Der Schneckenschnitt, auch Wendeltreppenschnitt, lat. cochleatim, ital. serpegiatto.

  • Mit zwei Farben: Von G. u. B.: Lindegk, Tirol (235); Palliot blasoniert dies Wappen: d’azur à une pointe arrondi d’or.
  • Von G. u. R.: Nordorff. Schweiz (236);
  • ebenso von S. u. R.: Frickendorff und Leuber, Bayern; bei letzteren Wappen sind die Schneckenlinien geschuppt oder beziehungsweise gekerbt.
  • Mit dem Schneckenschnitt von R. u. S. geviertet, franz. écartelé en giron courbé (doppelte Schneckenlinie): Eltershofen, Schwaben (237).
  • Mit drei Farben: Von R., # u. S. mit Schneckenlinien geteilt, franz. tiercé en pairle courbé (deichselförmig): Megenßer, Schwaben (238).

Ähnlich gibt es auch einen Lilienschnitt und Herzblatt- oder Lindenblattschnitt, Hier wären ferner noch anzufügen der Kleeblattschnitt und der Rachenschnitt. Ich kenne davon nur ein Beispiel:

  • Von S. u. R. mit dem Kleeblattschnitt schräggeteilt, lat. trifolio-sectum, franz. treflé-contre-treflé, engl. Flory-counter-flory, ital. trifoliato;
  • Keuzl, Bayern (239);
  • ebenso S. u. # Rumpf, Kärnten in 2. u. 3.

Von S. u. # mit dem Rachenschnitt, lat. fauce leonis sectum, franz. taillé en tête de lion oder lionné, ital. illeonito, geteilt:

  • Helchner, Nürnberg (240).


Von den gemeinen Figuren.

Unter gemeinen Figuren versteht man in der Heraldik alle diejenigen Schildesbilder, welche nicht in die Klasse der Heroldsstücke gehören, und also entweder Gegenstände aus dem Naturreich oder aus dem Bereiche der durch menschliche Kunst hervorgebrachten Gegenstände sind. Zwischen diesen beiden Abteilungen stehen die erdichteten Tiere oder Ungeheuer, welche allerdings der Grundanlage nach dem Naturreich entnommen durch menschliche Einbildungs- oder Erfindungskraft (Fantasie) insoweit verändert sind, dass lebendige Originale derselben nicht wohl existieren konnten und können, z.B. Hähne mit Schlangenschweifen, Wölfe mit zwei Köpfen usw. Über die Darstellungsart der „gemeinen Figuren“ habe ich schon oben S. 56 das Hauptsächlichste erwähnt. Dass innerhalb dieser weiteren Grenzen noch eine besondere Abstufung der Formen je nach der Zeit und Nationalität des Wappens selbst bestehe, ist an sich begreiflich, ich muss aber nähere Nachweise dafür dem II. Teil dieses Handbuches vorbehalten und mich hier darauf beschränken, die häufigst vorkommenden Figuren und zwar in allgemein heraldischer Auffassung vorzuführen. Man teilt die Figuren aus dem Naturreich in der Heraldik

  1. in solche aus dem Tierreich, und zwar:
    1. Menschen,
    2. vierfüßige Tiere,
    3. Vögel,
    4. Fische, Amphibien und Insekten;
  2. in solche aus dem Pflanzenreich: Bäume, Kräuter und Blumen;
  3. in solche aus dem Welt- und Erdreich: Erd- und Himmelskörper, Luft- und Lichterscheinungen.
  4. Die Ungeheuer lassen sich wegen ihrer Mannigfaltigkeit nur als eine Klasse an sich zusammenstellen.
  5. Die künstlichen Figuren teilen sich in:
    1. Werkzeuge,
    2. Geräte, Fahrnisse,
    3. Waffen,
    4. Kleidung,
    5. Bauwerke,
    6. Marken.

Schließlich ist zu bemerken, dass jedwede gemeine Figur nicht bloß als ganze solche, sondern auch in einzelnen Teilen als Wappenfigur erscheinen könne, wie aus nachfolgenden Beispielen sich zeigen wird.

Figuren aus dem Tierreich

lat. figurae naturales, franz. figures naturels, engl. natural charges, ital. figure naturali, ndd. natuurlijke wapenfiguren.

Vom Menschen.

Der Mensch kommt in den verschiedensten Stellungen, Farben, Hantierungen und Kleidungen, generia masculina und feminini, ganz oder stückweise in Wappen vor, z.B.:

Knabe.

  • In R. auf # Dreiberg ein nackter Knabe: Schenchenstuel, Bayern (XIII. 245).
  • Ebenso in R. ein nacktes Knäblein auf einem Steckenpferd reitend, in der Rechten eine Peitsche schwingend: Enickl, Bayern (268).
  • Zwei solche Steckenpferde reitende nackte Knaben (die Herzoge Ottheinrich und Philipp) vor einem Stadttor: Neuburg.
  • Desgleichen in R. ein nackter Mann, der einen r. Stern vor die Scham und zwei gewundene g. Schlangen in der andern Hand hält: Ratold, Augsburg (246),

Mann.

  • Wilder Mann in G.: Dachröden, Sachsen (251);
  • in B.: Drachsdorf, Voigtland.
  • Männliches Brustbild ohne Arme; r.-gekleidet in B.: Mensch, Sachsen (254);
  • ebenso r.-gekleidet, mit Lorbeerkranz um’s Haupt in S.: Seybothen, Württemberg;
  • ein solches mit Armen, #-gekleidet mit # Hut, in der Rechten drei r. Rosen haltend, in G.: Gehring, Bayern, Sachsen (255).
  • In S. ein männliches Brustbild mit r.-gestülptem hohen g. Hut, r.-gekleidet: Falbenhaupt, Steiermark (267);
  • ebenso #-gekleidet in G.: Würzburg, Franken.
  • Männlicher Rumpf, r.-gekleidet, mit hermelin-gestülptem r. Hut in S.: Schlieffen, Preußen (276).
  • Mannshaupt, gebartetes; in B.: Purgstall, Steiermark (273); in #-Bart, München.

Männlein.

  • In R. ein gekrüpft stehendes #-gekleidetes Männlein, das beide Hände oder Zeigefinger in den Mund hält (pfeift): Ungelter, Württemberg in 2, u. 3 (258).

Narr.

  • In S. ein Narr mit # Kleidung und g. Pritsche über der Schulter: Räringer, Österreich (263).
  • In R. ein Schönbart mit # s.-gestückter Kleidung, in der Rechten einen gr. Kranz, in der Linken einen langen Stab haltend: Heyniß, Sachsen, Bayern (256)

Mohr.

  • In G. ein nackter Mohr, einen r. Rosenstrauß haltend: Wolfskeel und Grumbach, Franken (247).
  • In S. ein nackter Mohr auf gr. Dreiberg: Winkler v. Mohrenfels;
  • ein Mohr auf gr. Berg in G., einen gr. Kranz haltend: Mornberg, Schlesien.
  • Mohr mit Schild und emporgehobenem Wurspfeil in G.: Heyder, Bayern.
  • Mohrenrumpf in G.: Mohr, Tirol (250).
  • Desgleichen r.-gekrönt in S.: Bisth, Freising (252);
  • item ungekrönt mit s. Stirnbinde: Pucci, Toskana.
  • Mohrenkopf # in G.: Graushaar, Sachsen.
  • 3 Mohrenköpfe in G.: Peuntner v. Eberswang, Bayern;
  • ebenso in der vorderen Hälfte des Schildes: Seydewitz, Sachsen.
  • Mohrin aus r., s. Schach wachsend in B.: Löben, Schlesien (251).
  • In G. auf r. Hirsch reitend ein nackter Mohr: Reitmoor, Bayern (269).

Mönch.

  • Ein Zisterziensermönch, ein r. Buch in der einen und einen Gehstock in der andern Hand haltend: Münchhausen, Thüringen (260).
  • Pfaffe mit Buch in weißem Chorhemd in G.: Pfaff. Schweiz.
  • in # wachsend: Pfaffenhofen, Stadt in Bayern.
  • In G. knieend mit emporgehobenem aufgeschlagenen Buch ein Benediktinermönch: Rußwurm (Gleichen), Sachsen (262);
  • ebenso in S.: Fronheimer, Bayern.

Nonne.

  • In S. eine #-gekleidete Nonne , auf einem Stuhl sitzend und von einem vor ihr stehenden Haspel abwindend: Oberndorff, OberPfalz (265).
  • Eine Nonne mit weißem Habit und # Skapulier und Schleier stehend in B.: Kyhm, Preußen.


Einsiedler.

  • In G. ein b.-gekleideter Einsiedler mit übergezogener Gugel, in der Rechten eine Hake und einen Rosenkranz haltend, in der Linken eine Haue über der Schulter tragend: Einsiedel, Thüringen (259).

Fräulein.

  • R.-gekleidet in G., in jeder Hand einen gr. Kranz haltend: Schad, Hessen;
  • desgleichen s.-gekleidet in R. einen Blasbalg haltend: Blasbelch, Thüringen.
  • In B. ein g.-gekleidetes gekröntes Fräulein, das einen Barsch?sch in der einen und einen Büschel Blumen in der andern Hand hält: Borsch, Schwaben.
  • In S. ein nackter weiblicher Rumpf: Bußner, Bayern (248);
  • in B.: Gutbier, Sachsen;
  • in R.: Tuttlinger, Bayern.
  • In G. aus s. Felsen wachsend ein nacktes Weib, in der Rechten ein r. Hirschgeweih haltend: Perger zu Glamm, Österreich (249).
  • Frau mit Gansrumpf auf dem Kopf in R. Kneidinger.

Kaiser.

  • In G. auf gr. Fuß der deutsche Kaiser reitend: Stadt Hollfeld, Franken (270).

Ritter.

  • In R. ein g. -geharnischter Ritter, in der Rechten ein blankes Schwert haltend, mit der Linken auf einen s. Schild, darin ein rr Doppeladler, gestützt: Wich, Hannover (261)
  • Bem. Derlei Ritter führen z.B. auch die Sichart # -geharnischt in B.;
  • die Teutscher s. in Blau mit Schild usw.;
  • ebenso die Kellenbach, Kolb und Reinhard in Württemberg; Manner, Österreich: in R. ein Geharnischter mit Hellparte auf der Schulter.
  • Zwei kämpfende Ritter (alias ein Ritterschlag) in R.: Manessen, Zürich (siehe oben III. 19).
  • Ähnlich ist das Wappen der v. Holdrungen, Oberpfalz, welches in R. zwei unter einem Baume ringende Männer zeigt.
  • Tanzende Paare: zwei, in einem Balken des Schildes der Stadt Danzig.
  • In R. ein Ritter auf s. Pferd mit r. Schild, darin ein s. Doppelkreuz, in der Rechten ein Schwert schwingend: Lithauen, Polen;
  • auch Aretin, Bayern, in 2. u. 3 (272),
  • Gugler, Bayern, Turnierritter in #, g., b.-geteiltem Feld.
  • In B. ein Ritter auf s. Roß mit einer Streitaxt: Reutter, Sachsen.

Fändrich.

  • In G. ein Fändrich in b., s. und r., s. gestreifter Landsknechtkleidung, über der Schulter eine r., g., b., s. mehrmals gebänderte oder geteilte Fahne tragend: Miller v. Altammerthal, OberPfalz (257).

Hirte.

  • In R. auf gr. Fuß ein s.-gekleideter Hirte: Herder, Sachsen (264).

Bettler.

  • Ein Bettler mit Stock und Schale in G.: Bettler v. Herdern, Schweiz.

Bauer.

  • Ein Bauer, die Erde aufhackend, reutend: Tirschenreuth, Stadt, OberPfalz.

Nachtwächter.

  • Ein Nachtwächter, alias Hellpartierer, r.-gekleidet in S.: Seidel, Bayern.

Wegmacher.

  • Ein Wegmacher; g,-gekleidet mit Haue in #: Wegmaher, Bayern,

Heilige.

  • Der hl. Johannes v. Nepomuk in G. auf gr. Dreiberg: Hofer, Bayern.
  • Der hl. Joachim in S.: Joachimsthal, Gewerkschaft, Böhmen.
  • Der hl. Petrus mit Schlüssel in S.: Stadt Trier (283).
  • Der hl. -Georg, zu Fuß, einen g. Drachen erstechend in B.: Gerstenbergk, Sachsen (266), Pauer, Frankfurt.
    • Derselbe, zu Pferde, in R.: Moskau, Rußland;
    • in B.: St. George, Nassau, Bayern,
  • Der hl. Martin zu Pferd: Martin, Bayern,

Engel.

  • In B. ein s.-gekleideter, g,-geflügelter Engel betend: Engelßhofer, Bayern (282).

Gottheiten.

  • In S. auf geflügelter b. Kugel stehend die Göttin Fortuna, einen Merkurstab in der Linken haltend und ein s. Tuch über sich schwingend: Süßkind, Bayern (271);
  • item in R. doch ohne den Stab: Premerstein, Krain.
  • Minerva mit Schild und Speer im vordern Felde: v. Radke, Sachsen.
  • Justitia mit Waage: Kauffmann, Württemberg, Schnorr, Sachsen.

Türke.

  • Ein Türke mit Pfeil und Bogen schießend in R.: Greiner, Bayern.
  • Ein solcher schlafend (liegend) im Schildeshaupt: Appell, Bayern.
  • Drei Türkenköpfe in B.: Böhlau, Below, Pommern.

Chinese, alias Tartar.

  • im g. Rock an den Händen gestümmelt in B.: Haupt, Bayern, Sachsen.


Bergknappe.

  • Bergknappen führen die Ginanth und Rogister.

Koch.

  • Ein Koch, g.-gekleidet auf g. Dreiberg mit zwei g. Kochlöffeln in #: Koch. Memmingen.

Leichnam.

  • Menschlicher Kadaver in # Sarg auf # Schragen in R.: Leichnam. Hessen (281).

Auge.

  • Auge Gottes (auf g. Strahlen) in B.: Wille, Hessen.
  • Auge auf einem Schrägbalken:Ockl, Bayern.

Hand.

  • Eine offene Hand in g.-bordirtem r. Schilde: Sinner, Bern;
  • in g.-r.-geteiltem Felde: Stettner v. Grabenhofen, Bayern;
  • mit r. Kreuz belegt in R.,: Gießer, ebenda (277).
  • Drei n.(r.) Hände in S.: Makmakane, Schottland.
  • Sechs Hände, 3- 2- 1., in R.: Wasenstein, Elsass.
  • Treue Hände in S. über B.: Tausch, Bayern;
  • ebenso im b. Schildshaupte: Miller, Sachsen (275).

Arm.

  • Ein Arm; r.-gekleidet einen s. Ballen haltend in G.: Inkofer, Niederbayern (284);
  • geharnischt mit g. Streitkolben in R.: Reicheneck, später Sauer, Steier (276);
  • ebenso mit drei s. Blumen in der Hand: Dondorff, Bayern.
  • Zwei Arme;
    • r.-gekleidet in G.: Rasp, Steiermark;
    • geharnischt, einen g. Ring haltend in R.; Oertzen, Mecklenburg (278);
    • ebenso aus g. Dreiberg in R. einen g. Schlüssel haltend: Keller v. Schleitheim, Bayern.
    • Zwei geharnischte Arme hintereinander, ein abgebrochenes Schwert haltend, s. in R.: Kemp v. Tornaston, Schottland.
    • Drei Arme in R. im Dreipaß gestellt, führt die Familie Tremaine, England.

Fuß,

  • natürlich in #: Fuß, Bayern (279);
  • ebenso in #: Schaufuß, Hessen;
  • geharnischt in R.: Schinkel, Pommern.
  • Drei Füße im Dreipaß;
    • # in G.: Stadt Füßen, Bayern (280);
    • ebenso geharnischt s. in R.: Rabensteiner, Franken;
    • ebenso Insel Mann (Isle of man), England;
    • auch für Sizilien ist im Wappen des Königs Murat eine solche Figur als Wappenbild aufgenommen worden, entsprechend dem auf römischen Münzen erscheinenden Symbol von ¨Trinucria

Totenkopf.

  • Selbst Totenköpfe und Gebeine kommen in Wappen vor, z.B.
  • drei s. in B.: Biesy, Italien,
  • und ebenso in #: Bialoglowski, Polen.
  • Friederici in Sachsen: In B. ein Totenkopf vor zwei geschrägten Beinern, in den Oberecken eine g. Sonne und ein g. Stern;
  • Purgolt, Burgund: in R. einen s. Totenkopf über g. Mond.

Ich bemerke zum Schlusse dieser Abteilung noch, dass es in der Heraldik untunlich sei, Figuren, welche ein bestimmtes Größenverhältnis ausdrücken sollen, z.B. Riesen und Zwerge als solche vorstellen zu wollen, denn da jede gemeine Figur ihr Feld möglichst ausfüllen soll, so muss bei gleich großen Schilden oder Feldern der Zwerg ebenso groß sein als der Riese. Es gibt aber dennoch derartige Wappen, z.B. das der Riese v. Stahlburg, Frankfurt, mit einem geharnischten „Riesen“, und das der Zwerger in Württemberg mit einem „Zwerge“.

Von vierfüßigen Tieren.

Diese erscheinen entweder aufgerichtet, steigend, lat. erectus, saliens, franz. und engl. rampant, oder schreitend, lat. gradiens, franz. und engl. passant. Seltener stehend, noch seltener liegend. Die aufgerichtete Stellung mit aufgeschlagenem Schweif ist die regelmäßige und wird daher nicht besonders gemeldet. Hiebei ist zu bemerken, dass man bei den aufgerichteten oder steigenden Tieren alle vier Füße (

  • beim Löwen: Vorder- und Hinterpranken,
  • beim Bären: Tatzen,
  • bei der Katze: Pfoten,
  • beim Hirsch: Läufe,
  • bei den meisten Tieren aber: Füße

genannt) zugleich frei sieht, während man bei den Hirschen, Hasen, Füchsen, Eichhörnchen und einigen andern Tieren manchmal den zweiten Hinterlauf oder Fuß durch den ersten verdeckt sieht. Man sagt in diesem Falle wohl auch „springend“ statt aufgerichtet, es ist diese Unterscheidung aber lediglich ohne praktischen Wert. Schreitende Tiere erheben einen Vorderfuß, stehende haben alle vier Füße am Boden; liegende oder ruhende Tiere sind gleichfalls au naturel, erscheinen aber, wie bemerkt, in Wappen äusserst selten. Gekrüpft heißt ein Tier, das auf den Hinterfüßen sitzt. Außerdem versteht sich bei allen Tieren, wenn nicht besonders anders gemeldet, dass sie von der Seite, en profil, gesehen seien. Wenn ein Tier gekrönt ist, so muss man dies besonders melden, und zwar versteht man unter „gekrönt“ immer mit einer einfachen goldenen Krone, sogenannten Helmkrone, auf dem Haupt; ist die Krone andersfarbig als golden und anders geformt, z.B. eine rote Krone, eine Spangenkrone usw., so muss dies ebenfalls bemerkt werden. – Unter Waffen der Tiere versteht man Zähne und Krallen (bei den Vögeln Schnäbel und Füße, Ständer oder Krallen). Die Waffen sind in der Regel abstechend gemalt, z.B. bei einem goldenen Löwen in Schwarz – rot oder silber. Die Sache hat aber nur Bezug auf die Schönheit und ist nicht von Bedeutung, obwohl die Franzosen dafür sogar eigene Kunstausdrücke haben, z.B. lampassé (bezungt) und armé (gewaffnet), weil sie auch noch die jeweilige Farbe der Zunge melden, was wir in der deutschen Heraldik nicht tun, sondern solche in der Regel als rot annehmen.

Der Löwe;

  • s. in #: Oberkirch, Sachsen, und Warsberg, Preußen (XIV. 275);
  • g. in #:Keck v. Schwarzbuch;
  • g. in Gr.: Erligheim, Schwaben;
  • b. in G.: Solms, Rhein;
  • r. in S.: Buch, Mecklenburg, und Brandis, Tirol;
  • s. in R.: Döring, Braunschweig.
  • Gekrönt;
    • # in S.: Münchingen, Schwaben;
    • r.-gekr. g. in #: Pfalz;
    • s. in B.: Hemskeerk, Niederlande;
    • b. in G.: Lützelburg, Rhein;
    • # in G.: la Perouse, Savoien;
    • S. in R.: Dewall, Hessen,
  • Gefleckt;
    • r. mit g. Flecken in S.: Aham, Bayern;
    • ebenso, aber gekrönt: Penz, Mecklenburg (286), bei letzterer Familie manchmal auch sehreitend;
    • s. in R.: Raven, Mecklenburg.
  • Halb;
    • s. und gekrönt in R.: Grundherr, Nürnberg (280);
    • g. in B.: Erath, Nassau;
    • r.-gekrönt g. in #: Hegnenberg, Bayern (XXXI, 1313);
    • ebenso, ein Schwert in den Rachen stoßend, # in S.: Senft v. Pilsach, Thüringen,
    • und g. in # (ungekrönt): Taufkirchen, jetzt Moreau in Bayern (XI. 113).
  • Rumpf;
    • r. in S.: Auer v. Winkel, Bayern;
    • ebenso: Strauchip, Sachsen (282),
  • Löwenkopf;
    • vorwärtsgekehrt, r. in S.: Kahlden, Mecklenburg (284);
    • g. in Gr.: Libetown, Schottland,
    • Drei gekrönte Löwenköpfe;
    • g. in S.: Plawen, Tirol (285);
    • ebenso s. in R.: Ruoft, Österreich;
    • ungekrönt r. in S.: Schwichelt, Hannover; Wilbrecht, jetzt Schrenk, Bayern;
    • ebenso Zerbst, Schwarzburg;
    • Scot, Schottland,
  • Löwe, vorwärtsgekehrt, (guardant)
    • S. in R.: Lodron, Tirol (277);
    • g. in R.: Sayn; drei s. in R.: Roß, England, Preußen.
  • Schreitend;
    • auf b. Dreiberg r. in S. und gekrönt: Salw, Schwaben;
    • r. in G. über B.: Ow, Schwaben;
    • ebenso gekrönt g. in R. über drei s. Spitzen: Schönborn, Rhein.
  • Liegend:
    • auf b. Dreiberg r. in S. und gekrönt: Salw, Schwaben;
    • r. in G. über B.: Ow, Schwaben;
    • ebenso gekrönt g. in R. über drei s. Spitzen: Schönborn, Rhein.
  • Gekrüpft;
    • vorwärtsgekehrt, g. in R., einen g. Schlüssel und eine g. Lille haltend: Schertel v. Burtenbach, Bayern (288);
    • ebenso, zwei s. Teller haltend: Teller, Lindau;
    • gekrüpft g. in B. mit Palmzweig in der Pranke, oberer Platz von: Anetan, Bayern.
  • Zwei Löwen,
    • schreitend; S. in R.: Auerswald, Lausitz (276);
    • ebenso, doch gekrönt: Masmünster, Rhein,
    • Ebenso, vorwärtsgekehrt; g. in R.;Braunschweig;
    • # in S.: Hohenlohe, Franken;
    • ebenso, gekrönt r. in S.: Ramschwag, Schweiz.
  • Zwei Löwen, gegeneinandergekehrt(combatant);
    • # in S.: Davier, Anhalt.
    • Voneinandergekehrt, abgewendet;
    • r. in G.: Rechberg, Schwaben (281);
    • s. u. gekrönt in R.: Haffelwander, Österreich
  • Gespalten- (halb.-) geschrägt;
    • s. und gekrönt in R.: Ammon, Franken (283).
  • Drei Löwen,
    • gekrönt; r. in S.: d’Ambly, Preußen;
    • ebenso s. in R.: Zandt v. Merl, Sachsen (279);
    • nicht gekrönt: Roß, Schottland (bei Lindesay sind es gewöhnliche Löwen, das Gesicht nicht vorwärts).
    • Übereinanderschreitend; b. in G.: Dänemark.
    • Ebenso, vorwärtsgekehrt; g. in R.: England (278).
  • Löwenpranke;
    • s. in R. einen g. Schlüssel haltend: Humbracht, Rheinland, Heimbrachts, Hessen (287).

Die meisten Heraldiker trennen die hier oben unter Löwe beigebrachten Varianten in zweierlei Arten von Tieren – in Löwen und Leoparden, indem sie den schreitenden und den aufsteigenden Löwen, sobald er das Gesicht vorwärtsgewendet zeigt, einen Leoparden nennen, und zwar derweise, dass sie den Löwen mit vorgekehrtem Gesichte einen gelöwten Leoparden, leopard lionné, den Löwen mit seitwärtsgekehrtem Gesichte aber (wenn er schreitet) einen leopardirten Löwen, lion leopardé, nennen ****

Wie die Herolde dazu kamen, dem Löwen in zweierlei Stellungen zweierlei Namen zu geben, das lässt sich nicht wohl sagen. Gewiss ist, dass man mit dem Namen Leopard in früheren Zeiten einen derartigen Unterschied, d.h. ein von dem Löwen verschiedenes Tier nicht bezeichnen wollte, wie denn beide Benennungen in der alten englischen Heraldik vom J. 1235, wo der Name dort zum erstenmal vorkommt, bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, wo sie wieder außer Übung kam, häufig nebeneinander erscheinen **** . Seit jener Zeit blasonieren die englischen Herolde das Wappen ihres Hauses und Landes immer „gules, three lions passant-regardant or“ und nicht mehr three leoparde etc.

Ich bin der Überzeugung, dass die große Anzahl der schon in ältesten Zeiten in Wappen auftauchenden Löwen die Veranlassung dazu geben musste, diese Wappenbilder nicht bloß durch Farbe, sondern auch durch Stellung und Zahl (Vermehrung) zu unterscheiden. Die bloße Laune des Wappenherrn kann hier gleichfalls von Einfluss gewesen sein. Dass man zwei Löwen übereinander schicklicher stehend oder schreitend als aufspringend anbringen konnte, gibt der Augenschein. Ich habe aber auch schon zwei alte Beispiele gesehen, dass man von zwei Löwen in einem Dreieckschilde den obern stehend, den untern aufspringend darstellte (u.a. ist in Nürnberg in der St. Jakobs- (?) Kirche ein Grabstein mit einem derartigen Wappen zu sehen) und es ist richtig, dass man dadurch den Schild auch ausfüllte, aber nicht ohne einige Verletzung des Schönheitsgefühles. Drei Löwen konnte man übereinander nur stehend anbringen (278), denn aufspringend hatten sie nur zu 2. 1 (279) Platz. Ich glaube, dass wir mit der Hauptbenennung Löwe unter Bezeichnung irgend einer nicht gewöhnlichen Stellung für alle Zwecke vollständig ausreichen werden.

Katze (Kater);

  • S. in R.: Kaßmair, Bayern;
  • s. und gekrönt in B.: Adelige Gesellschaft „zur Katze“ in Konstanz (289);
  • ebenso, nicht gekrönt: Schlüchter, gen, Katzbiß, Hessen;
  • s. in R.: Tetzel v. Kirchensittenbach, Nürnberg;
  • # in B.: Schatte, Bayern;
  • S. in B.: Westernhagen, Hessen.
  • Sitzend, mit Maus im Rachen; # in G.: Katzbeck, Hessen.
  • Zwei Katzen; s. in R. gegeneinander aufgerichtet: Strebekotz, Hessen.

Affe, rsp. Meerkatze;

  • sitzend, mit Halsband und Kette; g. in R. mit s. Kette: v. Prag. Oberösterreich.
  • In B. auf g. Dreiberg mit Reif um den Leib, einen Apfel haltend: Ketzel, Nürnberg (296);
  • ebenso # in S. auf gr. Berg: Meerkatz, Schlesien.
  • In S. ein r. Affe sitzend mit g. Apfel: Affenstein, Elsass

Luchs;

  • s. in B.: Lux, Schlesien.
  • Sitzend; s. in G.: Luxburg (Mittelschild), Bayern;
  • ebenso in S.: Lutzenberger, Österreich;
  • g. im oberen Platze des r.-g.-schräggeteilten Schildes: Escher vom Luchs, Zürich.
  • Gekrönt; g. widersehend in B.: Haus oder Stammwappen Rys, Polen.

Hund;

  • zwei halbe Hunde, Windspiel oder Wind; # in S. mit g. Halsband: Passow, Mecklenburg (290);
  • S. in R. auf gr. Berg: Herding, Bayern;
  • R. in G.: Wangenheim, vordere Schildeshälfte;
  • s. in r.-b.-schräggeteiltem Feld: Baldinger, Ulm.
  • Sitzend;
  • s. in # auf g. Dreiberg: Klueghamer, Bayern.
  • Drei Winde übereinander springend;
  • s. in #: Hundpitz, Schwaben (295);
  • S. in R.: Böhnen, Westfalen;
  • # in S.: Autenried, jetzt Reck v.A., Bayern.
  • Bracke, Prasch oder Leitund,
  • schreitend und stehend;
    • s. in B.: Hund v. Altengrotkau, Preußen, und Baldeck, Schwaben;
    • s. in R. auf # Dreiberg: Wager, Bayern (291).
  • Aufspringend;
    • # mit g. Halsband in G.: Pottenstein, später Lamberg;
    • # in S.: Terlago, Tirol;
    • ebenso mit r. Bein im Rachen: Prack.
  • Zwei
    • #-s.-gefleckte Bracken an einer s. Leiter aufspringend in R: de la Scala, v. d. Leiter, in Verona und Bayern (292).
    • In G. zwei # Bracken an einem Bein zerrend: Schnurbein, Bayern, unteres Feld;
    • in R. zwei voneinander gekehrte gekoppelte s. Bracken: Weißenwolf, Krain, in 4. (XV, 370).
  • Bracke, halber; # in S.: Bultejus, Sachsen.
  • Brakenköpfe,
    • drei, voneinander gekehrt; s. mit g. Halsbändern in B. (alias R.): Borries, Hannover (294).
    • Rüde, halber; # in G.: Pfeffinger, Bayern;
    • ebenso in S., aus g. Flechtzaun wachsend: Zaunried, Bayern,
    • Rüdenrumpf mit Stachelhalsband; s. in R.: Wemding, Schwaben, Rost, Tirol, und Rüdt v. Collenberg, Franken (293).

Pferd;

  • ledig, schreitend;
    • # in S.: Pfertsdorff. Franken;
    • item # in G.: Sybel, Hessen (im obern Platz),
  • gezäumt, schreitend; # in S.: Grote, Hannover (298).
  • ledig, springend;
    • S. in B. über zwei g. Balken: Chaudoir, Bayern;
    • s. in R.: Westfalen;
    • # in S.: Kanig, Sachsen,
  • Gezäumt;
    • S. in #; Gurren und Haag, Bayern (299);
    • ebenso gezäumt und gesattelt: # in S.: Sallach, Bayern und Schweiz,
  • Füllen;
    • S. in R. auf g. Berg: Füll, Bayern, jetzt Pfetten;
    • # in S.: Füllen, Schweiz,
  • Drei ledige Rosse übereinander;
    • # in S.: Brück, Sachsen (301),
  • Halbes Roß : # in G.: Glauffenburg, Tirol, Bayern,
  • Roßrumpf, ledig;
    • # in S.: Plieningen, Schwaben (300);
    • r. in S.: Schlegel, Sachsen;
    • r. in G.: Wildenau, Bayern,
  • Gezäumt;
    • r. in S.: Zobel, Franken;
    • # in G.: Heybah, jetzt Hegnenberg, Bayern.
  • Ein Roßfuß (gebogen);# in G.: Abinberg, Franken.
  • Drei gezäumte Roßrümpfe; S. in #: Breydel, Bayern,

Esel, alias Maultier;

  • # in S.: Riedheim, Schwaben; Frumefel, Bayern (303).
  • Schreitend; auf r. Fuß in G.: Efler, Franken, Nürnberg (305),
  • Halber Esel;
    • S. in #: Rackniß, Bayern (302);
    • R. in S.: Helldorf, Sachsen.
  • Eselsrumpf; S. in B.: Zeppelin, Mecklenburg (304).
  • kommt auch seitwärts gekehrt vor;
  • # in G. mit gr. Blättern im Maul: Riedesel, Hessen;
  • # in S.: Biberen, Franken.

Wolf;

  • S. in R.: Weißenwolf, Krain;
  • # in G.: Ende, Thüringen;
  • Wolfersdorf, ebenda (306), – Widersehend; r. in G.: Waltenhofen, Bayern, Tirol.
  • Schreitend; # in S.: Wolf v. Gudenberg, Hessen.
  • Halber Wolf; # in G., auch S. in #: Engelschalk, Bayern.
  • Lauernd; # in G.: Affeburg, Braunschweig (308).
  • Wolf raubend (mit # Hirschgeweih im Rachen); r. in S.: Wolframsdorf, Sachsen (309);
  • mit r. Hund im Rachen; # in G.: Kalitsch, Anhalt.
  • Wölfin mit Romulus und Remus; in S. auf gr. Boden: Rummel, Bayern (XV. 365).
  • Zwei Wölfe übereinander; r. in G., gekrönt und mit g. Halsbändern; Borck, Pommern (307).
  • Fünf Wölfe, 2. 2. 1. die obern vier gegeneinander gekehrt; S. in B.: Vecchielli, Modena.
  • Wolf, angekleidet; r. mit s. Röcklein in S.: Trainer (310) (kommt auch s. mit s. Rock in R. vor);
  • s. mit b. Kutte und übergezogener Gugel in s.-r.-gespaltenem Felde: Nayhaus, Krain, Schlesien.

Fuchs;

  • S. in B. (alias Gr.): Reineck, Hessen, Nassau, Frankfurt;
  • r. in S.: Voß, Pommern;
  • r. in G.: Fuchs, Franken und Tirol (311).
  • Raubend (mit einer Gans im Rachen); r. in G.: Bobenhausen, Schwaben, jetzt Preußen (313);
  • S. in G.: Brandenstein, Thüringen.
  • Mit umgebundenem # Tuch, in welchem hinten eine Gans steckt; S. in R.: Schad, Hessen (312).

Der Unterschied zwischen Wolf und Fuchs ist in Praxis nicht immer kenntlich genug. Eigentlich sollte der Wolf den Schweif erhaben tragen und die Stellung des Löwen zeigen, der Fuchs aber sollte den Schweif gefenkt und die Vorder- und Hinterfüße gleichlaufend haben, wie auf Tafel XIV. Diese Merkmale werden aber nicht immer eingehalten. Dass zwei Linien der v. Voß sich in ihren Wappen dadurch unterscheiden, dass bei der einen der Fuchs den Schweif erhaben, bei der andern gefenkt trägt, ist wenigstens für die Neuzeit konstatiert.
Bär;

  • # in G.: Behr, Sachsen.
  • Schreitend;
    • # in S.: Behr, Mecklenburg;
    • ebenso auf r. Dreiberg: Perfall, Bayern (314).
  • Aufsteigend;
    • # in S.: Behr, Mecklenburg; Lochau, Sachsen;
    • # mit g. Halsband in S.: Pernauer, Bayern;
    • # in G.: Berndorffer und Baar, Bayern (XIV. 315).
  • Zwei Bären; # in S. von r. Dreiberg gegeneinander aufsteigend: Herschl. Bayern.
  • Bärenrumpf; # in S.: Egloffstein, Franken.
  • Bärenköpfe; drei, voneinander in G.: Peß v. Lichtenhof, Nürnberg (XV. 369)
  • Bärentatze;
    • eine # in G.: Menkhofer, Bayern;
    • ebenso r. in G.: Del Caccia, Toskana;
    • zwei s. in R.: Vintler, Tirol (XIV 316);
    • # in S.: Gleichen-Rußwurm, Thüringen.

Ochse

  • schreitend; s. in B.: Brandenburg, Schwaben;
  • s. in Gr.: Boslarn, Bayern.
  • Auerochse;
    • g. in R. mit Ring: Auersperg, Steiermark;
    • # in G.: Pleffen, Mecklenburg, Rehm, Augsburg;
    • r. in S.: Stammhaus Ciolek, Polen (Poniatowski);
    • ebenso Ochs, Hessen, Harscher, Schwaben (317);
    • # mit einem s. Borderbein in R.: Remboldt, Augsburg,

Stier;

  • r.-s.-geteilt von g. Schlitten aufspringend in #: Stier, Bayern (XI. 116);
  • b. mit dem Sternbild des Stiers (7 g. Sternen) belegt in S.: Nelli, Florenz
  • halber Ochse;
    • S. in R.: Jöchl, Tirol;
    • r. in S. mit Ring durch die Nase: Rauber, Kärnten (318);
    • gekrönt # in S.: Schmidl v. Straubing, Bayern.
    • Auerochsenrumpf mit Ring; # in S.: Auer, Preußen; ebenso Beneckendorff;
    • desgleichen mit Ring # in S.: Rindsmaul, Steier;
    • # in S., ohne Ring: Edlmann, Bayern.
  • Urkopf; gekrönt vorwärtsgekehrt # in G.: Mecklenburg, ebenda (319).
  • Ochsenkopf; # in S.: Weißenbach, Sachsen;
    • # in G.: Sandizell, Bayern.
    • Drei gekrönte # in G.: Hawförde, Braunschweig.
  • Ochsengehörn;
    • r. in S.: Sachsenheim, Schwaben (320);
    • S. in R.: Gebhart, Tirol;
    • # in S.: Jecklin v. Hohenrealta, Graubündten.
  • Kalb, aufspringend gekrönt; in r.,s.-gestreiftem Schilde: Kalb, Sachsen, Bayern.
  • Kühe; drei g. in G.: Vachiery, Bayern, Stammwappen (XV. 372).

Schaf

  • schreitend; s. in B.: Lynker, Sachsen, Bachof, Preußen (XIV, 321);
  • s. in R.: Löffelholz, Bayern.
  • Opferlamm;
    • s. in R.: Brixen, Bistum (373);
    • ebenso in B.: Ostertag, Schwaben-
  • Widder,
    • schreitend; S. in B.: Bonin, Pommern;
    • ebenso und widersehend S. in R.: Kotzau, Franken (323).
    • Aufspringend; S. in R.: Rammelstein, Bayern;
    • # in S.: Schaffschausen (322);
    • ebenso in G. auf # Berg: Huber v. Mauern, Bayern;
    • r. in G.: Schöps v. Löweneck, Bayern, Stammwappen.
    • Drei Widder; S. in B.: Orlandini, Toskana,
  • Widderkopf;
    • Bonin: # in G.
    • item Buseck (324), letztere auch in R.
  • Widderhörner;
    • # u. r. auf b. Dreiberg: Widerspach, Bayern (325).

Hase

  • aufspringend; S. in R.: Stäzlinger v. Eisolsried, Bayern; ebenso Haas, Schwaben;
  • g. in B.: Hasza, Schlesien (XV. 371);
  • s. in B. mit einem gr. Hüfthorn um den Hals gehängt: Kneland, Schottland.
  • Sitzend auf # Dreiberg; S. in g. : Häfeler, Österreich;
  • ebenso in R.: Freiß,
  • ibidem. – Laufend; in s. Balken auf R.: Haasi, Bayern, in 2. u. 3.
  • Zwei Hasenköpfe; g. in B. aus dem Spalt wachsend: Maltzahn, Mecklenburg, vordere Hälfte.

Biber;

  • # in G.: Beverförde, Westfalen, Bibra, Franken, Gnaffer, Steiermark (332);
  • g. in B.: Biberach, Stadt, Württemberg;
  • s. in R.: Hübschmann v. Biberbach, Elsass.

Fischotter;

  • in S. im oberen Platz: v. Ott, Bayern.

Marder;

  • r. in G.: Muggenthal, Bayern (333)
  • Edelmarder, Hermelintier; S. in R.: Harm, Tirol (350).

Meeeschwein;

  • aufspringend; in G. innerhalb r. Bordur: Mörschwein, Elsass.

Dachs,

  • schreitend; S. in B.: Taffis, Tirol (334).
  • Aufspringend; S. in R.: Dachsperg, Bayern (335).

Eber,

  • aufspringend; # in S.: Bassewitz, Mecklenburg (326).
  • Schreitend; auf gr. Dreiberg in S.: Neu-Eberstein, Schwaben (327)
  • Eberrumpf;
  • # in S.: Reischach (328).
  • Sau;
    • # in G.: Sünching, Bayern (330)
    • # in S.: Schweinpöck, Steier.
  • Halbe Sau, auch Rumpf;
    • # in S.: Sulzemos,
    • r. in S.: Kammerau, Bayern.
  • Eberkopf;
    • # in S.: Hardenberg, Preußen (329);
    • s. in R.: Chissam, Schottland;
    • drei r. in S.: Grenzing, Sachsen,
  • Ferkel;
    • drei g. in B.: Champorein, Frankreich, Reuß (331);
    • drei übereinander # in S.: Formentini, Götz.

Igel;

  • # in S.: Staudigl, Nürnberg;
  • # in G.: Igelshofer, Österreich (XV. 374);
  • g. in R. in gr. Nest sitzend: Igel, Salzburg, und Loß jetzt Kleist), Preußen.
  • drei Igel; # in S.: Hereiß, Schottland,

Hirsch,

  • schreitend, auch stolzschreitend;
    • # in G.: Stolberg, Sachsen (336);
    • r. in S.: Hirschberg, OberPfalz,
  • Aufspringend;
    • s. in B.: Troyff, Württemberg, und Waydtmann, Bayern;
    • g. in B.: Kuchler, Bayern; item mit r. Halsband: Pasquali, Florenz;
    • # in S.: Geismar, Hessen;
    • r. in G.: Wallwitz, Sachsen (338),
  • Halber Hirsch;
    • s. in B.: Oldenburg, Mecklenburg (342);
    • r. in S.: Lowßow, ibidem;
    • g. in B.: Drechfel, Bayern.
  • Liegend;
    • mit r., s.-gestreifter Decke in S.: Meding,
  • Dammhirsch, auch Dänlhirsch genannt;
  • aufspringend in #-g, schräggeteiltem Schilde mit verwechselten Farben: Thenn, Salzburg.
  • Schreitend; g. in # Stempfer, Österreich.
  • Drei Hirsche,
    • springend; g. in B.: Stolzhirsch, Augsburg,
  • Hirschrumpf;
    • g. in B.: Sarnthein, Tirol (337);
    • r. in S.: Affeking, später Muggenthal, Bayern;
    • drei # in G.: Zündt, Schwaben, Bayern;
    • # in S.: Crawfurd; Schottland;
    • b. in S.: Ahannay, ibid.
  • Kopf, vorwärts, gekehrt;
    • s. in B.: Lustnau, Schwaben;
    • r. in S.: Ziegler, Schwarzburg (339),
  • Hirschgeweih;
    • S. in #: Mirbach, Rhein (341);
    • # in G.: Poyßl, Oberpfalz;
    • s. in B.: Ubaldini, Florenz.
  • Hirschgeweih mit darübergelegter Stange,
    • # S.: Schlichting, Preußen (344),
    • Eine Stange, # in G.: Sumerau, Krain, auch Behatnb v. Adelzhausen, Bayern;
    • s. in B. über g. Dreiberg: Hornstein, Schwaben (343);
    • s. in B. mit g. Sternen besteckt: Finsterwald, jetzt Firmian, Tirol.
    • Zwei Stangen übereinander, # in S.: Tanner, Schwaben.
    • Drei Hirschstangen, er in G.: Württemberg, Landau (345).

Rehbock;

  • r. in S. über drei gr. Kleeblättern: Eßdorff. Bayern (340),
  • Gekrönt; g. in # auf gr. Berg: Rehdiger, Preußen (gewöhnlich als Hirsch).
  • Hindin,
    • schreitend; # in S.: Beneckendorff-Hindenburg, Preußen (346).
  • Reh, schreitend;
    • r. in S. auf 31-, Fuß: Regenau, Bayern,
    • Aufspringend; g. in 8: Fugger vom Reh, Augsburg (wird wie eine Hindin dargestellt),
  • Rehschlegl; r. in S.: Abenstorffer, Bayern (XV. 368).

Eichhorn;

  • gekrüpft r. in S.: Dreitlkofer v. Menzing, Bayern;
  • r. in G. auf gr. Dreiberg, nagend, d.h. mit den Vorderpfoten eine Azung haltend: Bennigsen-Förder (347).


Kamel

  • g. in 4e: Puebinger, Bayern (354);
  • item, auf s. Fuß: Seeau, Österreich;
  • r. in G.: Schmolhe, Schlesien;
  • g. in #: Puelacher, Bayern,

Elefant;

  • s. in R. auf g. Berg: Helfenstein (348);
  • s. in B. mit # Turm und g. Decke; darauf ein # Doppeladler: Lefort; Mecklenburg;
  • g. in # auf # Dreiberg: Schauer, Regensburg;
  • s. auf g. Dreiberg unter gespiztem g. Haupte in B.: Höfner, Österreich.

Nashorn;

  • g. In B. auf s. Mauer stehend: Lorenz; Hessen (349).

Gemse;

  • von s. Felsen aufspringend er in G.: Enzenberg, Tirol;
  • auf s. Felsen lauernd # in G.: Klippstein; Hellen (351);
  • ebenso in Z,: Wollensburg, Krain,
  • Gemsrumpf; # in G.: Biarowsky, Bayern.
  • Gemsgewicht; # in S.: Lichtenberg, Sachsen; und Oheimb, Hessen;
  • S. in S. aus g. Krone; Trahotusch, jetzt Morawitzky, Bayern

Bock;

  • s. in #: Leutrum, Schwaben, und Forell, Schweiz; Preußen (353);
  • s. in B.: Gräfendorff. Sachsen, und Poxau, Bayern;
  • # in G: Bodman; Schwaben, und Steinberg; Mecklenburg;
  • # in S.; Irmtraut.
  • zwei Böcke übereinander;
    • # in G.: Bock, Westfalen (XV. 367)
  • Halber Bock;
    • s. in R.: Mörl; Tirol;
    • # in S.: Weiß; Sachsen.
  • Bocksrumpf;
    • s. in R.: Gebsattel; Franken, und Kamecka, Preußen (353);
    • # in G.: Mamming, Tirol.
  • Bockshorn;
    • # G.: Gaisberg, Schwaben;
    • # in S.: Adelsheim und Fechenbach, Franken, Reinhold, Schwaben; Federspil, Graubündten, Tirol (XV. 366)
    • b. in S.: Glöden, Mecklenburg.

Steinbock,

  • stehend; # in G.: Keller vom Steinbock, Zürich.
  • Steinbockgehörn;
  • # in G.: Rosickon; Schweiz;
  • ebenso auf s. Felsen stehend: Luegstein, Tirol
  • Drei Steinböcke stehend; s. in #: Reiffenberg, Schweiz.

Maus;

  • # in S.: Ritschamer, Bayern;
  • # in G.: Maus, Meufel, Nürnberg
  • Drei Mäuse nebeneinander; # in s. Balken: Stadt Arras, Frankreich.

Fledermaus;

  • g. in S.: Cor, Frankreich;
  • über einem gr. Granatapfel 4: in G.: Trippel, Schaffhausen,
  • Vögel.

    Das Federvieh kommt in Wappen sehr häufig und in vielerlei Arten und Gestalten, ganz und teilweise vor. Weitaus am zahlreichsten ist der Adler und einzelne Teile desselben (Flug; Rumpf; Krallen) vertreten, und es verschwinden dagegen an Zahl die übrigen Vögel als Wappenbilder. Deshalb ließen sich auch von Beispielen für Adler wohl hunderte beibringen, wo uns für andere kaum ein paar zu geben möglich wird.

    Die Vögel erscheinen entweder auffliegend oder sitzend, selten und nur in Wappen der spätesten Zeit ganz freifliegend. Ein sitzender Vogel hat die Flügel am Leibe liegend (XV. 391; 395, 400, 404 ff.), ein auffliegender trägt dieselben erhoben (393, 405, 424, 439 u.a.). Der Adler hat in der Heraldik von jeher eine besondere Gestalt, welche, obwohl der Kunstrichtung jeweilen folgend, dennoch sich im Wesentlichen gleich geblieben ist. Der Adler wird nur auffliegend dargestellt, doch zum Unterschied von andern auffliegenden Vögeln derart; dass die beiden Flügel und die Krallen gleichmäßig zu beiden Seiten des senkrecht stehenden Leibes; der Schweif aber ebenfalls gleichmäßig ausgebreitet am untern Ende des Leibes erscheint. An den Flügeln sind die Federn, her. Schwingen, auseinander gehalten und wieder symmetrisch verteilt, gleichwie auch die Zehen an den Krallen. Der Schnabel ist in der Regel offen mit weit vorgestreckter Zunge und der Hals leicht gebogen. Die kunstgeschichtliche Entwicklung des heraldischen Adlers werde ich im II. Teile v.B. geben.

    Adler;

    • # in S.: Kreuzburg, Sachsen (x7, 375); ebenso Namfay, Schottland;
    • S. in #: Köth, Hessen;
    • r. in S.: Bergh, Preußen;
    • gekrönt mit g. Kleeblattsichel auf dem Fluge : Mark Brandenburg (376);
    • b. mit s. Sichel in S.: Wiedebach; Sachsen.
    • Schräggestellt;
      • # mit s. Sichel auf der Brust in S.: Lobkowitz (Poppel), Böhmen (377).
    • Übereck, überzwerch, gestellt (Vielleicht soll es dieselbe Stellung sein, wie bei Lobkowitz);
      • s. in B.: Röder v. Tiersperg, Hessen, Schweiz (378);
      • # in G.: Eptingen.
    • zwei:Adler übereinander;
      • # in G.: Hornberg, Schweiz (379).
    • Drei Adler;
      • # in S.: Gültlingen, Schwaben (380);
      • s. in B.: Leiningen, Rhein;
      • r. in G.: Coeverden, Niederrhein.
    • Mehrere;
      • fünf, 3.2.1. g. in B.: Oberösterreich (sonst als Lerchen benannt) ((DE: Hier hat OTvH sicherlich Ober- mit Altösterreich verwechselt. Das Wappen führt heute das Bundesland Niederösterreich;
      • ebenso; St. Marie-Eglise; Bayern.
    • Halber Adler;
      • r. in S. über geschrägten r. Stäben: Waldegg, Bayern;
      • # in G. mit Fisch im Schnabel: Schad, Ulm (382).
    • Rumpf:
      • # in S.: Bischofshausen, Thüringen (383)
    • Rümpfe;
      • zwei # Adlersrümpfe voneinandergelehrt in G.: Urf, Hessen (384).
    • Flügel
      • ein g. in #: Kyau, Lausitz;
      • s. in B. mit g. Sichel: Sufenberg (385);
      • r. in S.: Hodenberg, Westfalen.
    • Flug ;
      • S. in R.: Nothaft, Schwaben;
      • g. in R.: Erffa; Thüringen (386);
      • s. in B.: Reckrodt, Sachsen.
    • Flügel;
      • drei, 2.1. # in G.: Diebitsch, Schlesien;
      • s. in R.; Wattewyl, Schweiz (387);
      • drei; 1. 2. # in S.: Lüttwitz, Schlesien.
    • Kopf;
      • drei gekrönte # in G.: Rotkirch, vielleicht auch Hennen- oder Greifenköpfe.
    • Füsse und Krallen;
      • 1 # in G.: Holleuser, Sachsen (388);
      • r. in S.: Knesebeck, Hannover; Starzhauser; Bayern.
      • Dergl. drei; r. in S. : v.d. Schulenburg, Braunschweig (389);
      • drei übereinander s. in #: Thannhauser, Bayern (führten auch manchmal nur eine Kralle).
    • Geschrägt zwei; r. in S.: Hal, Tirol;
    • # in S.: Krell, Württemberg.

    Falke,

    • Jagdfalke (mit r. Haube und g. Schellen);
      • In B. auf s. Balken: Falkenhausen, Bayern, Preußen;
      • ebenso auf s. Ast: Lengerke, Sachsen (392).
    • Drei gewöhnliche Falken sitzend s. in B.: Falkenstein, Elsass.
    • Auffliegend; g. in #: Falck, Niederlande, Hessen;
    • s. in R. von # Dreiberg: Schwaben, Markt in Bayern (390);
    • g. in B. von s. Felsen: Falkenstein, Österreich.

    Habicht;

    • s. in B. auffliegend: Habitzheim, Hessen.
    • Geier;
    • sitzend auf gr. Berg in B.: Geyer, Bayern, in 1. und 4. (391);
    • ebenso in S.: Lang; ibid.
    • Auffliegend 4e in 67,: Geier v. Osterberg; Österreich;
    • in (I, ein:t Geier mit einer Maus in der Kralle: Straßwalcher; Bayern,
    • – Geiersrumpf; gekrönt # in G.: Geyer, Preußen,

    Rabe;

    • sitzend und gekrönt in S.: Canstein, Rhein (394),
    • Auffliegend (ungekrönt) in G.: Franking, Bayern;
    • in S.: Göler v. Ravensburg und Helmstadt, Rhein, und Menzingen, Schwaben (393).

    Krähe;

    • Dohle mit Ring im Schnabel auf gr. Dreiberg in S.: Trota, Hessen (395).
    • Zwei Krähen nebeneinander # in S.: Holzadel, Hessen,
    • Drei 1. 2. in G.: Chrayen, Sachsen;
    • drei, 2.1. fliegend, nach Adlerart, # in S.: Tubeuf, Bayern (396).

    Staar;

    • auf # Dreiberg in S. sitzend: Stäringer, Bayern (443).

    Sperling;

    • # in S.: Lüningk, Preußen;
    • item auf einer g. Stütze sitzend in B.: Sperl, Bayern, Sachsen.
    • Drei; s. in B., Sperling, Mecklenburg (397).

    Goldammer;

    • mit einem Ring im Schnabel in B.: Bülow, Pommern (398).

    Goldamsel;

    • # mit g. Brust in G. auf gr. Fuß: Mangstl, Bayern, in 2. u. 3. (400).

    Amseln,

      von Krähen und Raben durch den g. Schnabel zu unterscheiden, gewiss aber oft mit diesen verwechselt.

    • Drei in S.: v.d. Borch, Bayern;
    • in S. auf # Balken drei hintereinander sitzend: Reuschenberg, Rhein;
    • ebenso ohne Balken in S.: Gyfenberg, jetzt Westerhold, Rhein (399).

    Merletten,

      gestümmelte, regelgerecht entenartige kleine Vögel, welche namentlich in französischen und niederrheinischen Wappen nicht selten.

    • Zwei # Merletten in s. Haupt über B.: Spitzemberg, Preußen (401).
    • Drei # in G.: Vambés v. Florimont, Frankreich, Bayern;
    • # in S.: Thiboust, Bayern, in 2. u. 3. (402).
    • Ebenso neun, 3. 3. 2. 1,: Piosasque v. Schönbrunn, Bayern.

    Schwalbe;

    • auf gr. Stern sitzend in B.: Swalenberg, Lippe (403).
    • Sechs Schwalben, 3. 2. 1. in G.: Rondinelli, Toskana

    Schwan;

    • s. in B.: Geusau und Plötz, Sachsen (404);
    • r. in G.: Steinfurt, Bentheim;
    • s. in B.: Schwangau, Bayern, und Tettighofen, Schwaben,
    • Auffliegend; g. in #: Freundsperg, Tirol;
    • g. in R. mit g. Ring im Schnabel: Gremp, Schwaben (405).

    Uttenschwalbe (Cormoran)

    • ist # mit r. Brust und Waffen.
    • In G.: Closen, Bayern (406);
    • ebenso in S.: Uttendorfer in Oberösterreich .

    Gans;

    • s. in B.: Ganßer v. Ganßberg und Pechtaller v. Delling, Bayern (407);
    • s. in R. auf gr. Berg: Deym, Böhmen (alias eine Ente)
    • Geköpfte Gans; s. in #: Landsidler, Bayern (409).
    • Die Ganshorn in der OberPfalz führten in B. eine s. Gans, der ein # Hüfthorn umgehängt ist.
    • Gansköpfe;
      • drei S. in B.: Flugi, Graubünden, Tirol (408);
      • ebenso in B., der untere gestürzt: Orzychowsky, Böhmen.

    Löffelgans;

    • s. auf r. Dreiberg in B.: Löffler v. Haunriß;
    • s. in R. auf s. Wasser: Löffler, Oberösterreich (442); wohl nur ein Zweig der L. v. Haunrip.

    Ente;

    • auf gr. Fuß in #:Endter, Bayern.
    • Aus gr. Schilf auffliegend, s. in R.: Seal, Schlesien (410)

    Hahn;

      wird mit starkmarkiertem Kamme, Bart, Schweif und Sporen, in der Regel in streitfertiger Stellung, einen Fuß erhoben, dargestellt;

    • stehend r. in S.: Hahn, Mecklenburg (411);
    • s. in B. auf g. Dreiberg: Langen, Frankfurt;
    • # in G. auf gr. Dreiberg: Steinling, Bayern.
    • Zwei Hähne;
      • kämpfend (gegeneinander aufgerichtet) # in G.: Alt-Grießenbeck, Bayern (412).
      • Voneinandergekehrt; # (auch r,) in G.: Rummel, Nürnberg.
    • Drei;
      • g. in #: Gaultier, Preußen, in 1. und 4. (413).
    • Hahnenrümpfe;
      • ein # in G.: Alberstorff. Bayern;
      • zwei r. in S. voneinandergekehrt: Harling, Württemberg (414)

    Koppe;

    • in S., oberes Feld: v. Köppelle, Bayern. Ist im Diplom nicht als Koppe oder Kapaun, sondern als regelrechter Hahn n. Farbe abgebildet, aber als Koppe blasoniert.

    Henne;

    • # in G. auf gr. Dreiberg: Henneberg, Thüringen (415);
    • ebenso auf # Dreiberg: Brenn, Sachsen, in 2. u. 3;
    • ebenso in S.: Hennigs.

    Truthahn;

    • auf einem gestürzten r. Mond über r. Stern in G.: Hünerwadel, Bern.

    Fasan;

    • in S. auf gr. Berg: Wrisberg, Mecklenburg, Prueschenk, Österreich, Vafold, Franken (416);
    • in G. (oberes Feld): Faschang, Salzburg.

    Pfau;

      wird mit b. Körper, gr. Schweif, worin die Augen g. mit r. Einfassung, gemalt.

    • Schreitend;
      • in S.: Pruckner, Franken, v. Hall, Schwaben;
      • in r., g. schräggestreiftem Felde: Wied, Rhein (418).
    • Gekrönt;
      • In R. auf gr. Fuß: Göswitz, Österreich, in 2. u. 3.
    • weisser Pfau
      • in g.-b.-gespaltenem Schilde: Peterswaldsky, Böhmen.
      • Auffliegend (nach Adlerart gestellt) in G. mit zwei gr. Kleeblättern zwischen dem Fluge besteckt: Eyben, Mecklenburg (429).
    • halber;
      • in S.: Gleyniß und Pfannauer, Österreich (419)
    • Radschlagend;
      • in G. auf r. (alias b.) Dreiberg: Perghofer, Österreich (417);
      • in S.: Pranger, Österreich.
    • Drei (b.) Pfauenköpfe;
      • in S.: Neustetter, Nürnberg (435).
    • Die Pfauenfedern, Spiegel genannt, kommen als Schmuck und Verzierung der Kleinode, ganze Pfauenschweife ebenfalls als Helmzierden allein vor.

    Sittich oder Papagei;

    • in G. auf gr. Zweige sitzend: Papin, Rosenheim, Bayern.
    • Gekrönt; in G.: Buchenau, Österreich (420).
    • Zwei, voneinander gekehrt in S.: Simon, Regensburg
    • drei in G.: du Ponteil, Bayern (421), bei diesem Geschlecht werden sie auch Kakadu’s genannt, sind aber dennoch grün gemalt.
    • Fünf, 2. 2. 1. in G. mit r. Halsbändern: Berlepsch, Hessen.

    Strauß,

    • in der Regel s. mit bunten Schweiffedern und mit einem Hufeisen im Schnabel;
    • in R.: Strauß, Württemberg; Tollinger, Regensburg (422);
    • in B.: Meerheimb, Mecklenburg, in 2. u. 3.
    • Straußenrumpf; s. in R. (ohne Hufeisen): Strauß, Altbayern (423).
    • Straußenfedern kommen auch als Wappenbilder, z.B. bei den Scholley, Hessen, Harras, Böhmen, Feder, Bayern u.a., am häufigsten aber als Helmkleinode vor.

    Reiher
    soll durch seine Kammfedern kenntlich sein;

    • stehend, s. in R.: Zolrayer, Augsburg.
    • Auffliegend;
    • S. in S.: Greyerz, Schweiz; ebenso n. in G. auf gr. Fuß: Reyher, Preußen.
    • Drei Reiherrümpfe nebeneinander in G.: Steinfels, Mendl v. St., Bayern (425).

    Storch;

    • s. in B. (427): Schilwatz, Bayern (bei diesem Wappen auch auffliegend), Storch, Mecklenburg (hinteres Feld);
    • mit einem Frosch im Schnabel und einem Stein in der Kralle, s. in R.: Rambaldi, Bayern.
    • Zwei mit Kronen am Hals, hintereinander in R.: Sigenheimer, Bayern (428).
    • Storchenrumpf, aus g. Krone; #: Erfinger v. Dorfacker, Bayern, und Schenpichler v. Schenpichl. Ib.

    Kranich
    hält in der Regel ein Ei oder einen Stein in der einen Kralle;

    • s. in B. auf gr. Dreiberg: Gregory, Sachsen;
    • s. in B. auf gr. Dreiberg mit einer g. Kugel in der Kralle, Marquard, Hessen (426);
    • # in S. von gr. Dreiberg auffliegend: Wächter, Württemberg.
    • Ohne Stein; g. in S.: Herrschaft Kranichsberg, Reuß.
    • drei Kraniche; s. in R.: Cranstown, Schottland.

    Zaunkönig;

    • auf dem Rücken einer Krähe sitzend in B.: Zaunschlieffer.

    Pelikan

    wird gewöhnlich sich die Brust aufbeißend in seinem Neste dargestellt mit Jungen, die er mit seinem Blute füttert. Ich habe dies Wappenbild in älteren Wappen nicht auffinden können, dagegen finde ich es schon 1381 in einem Deutschordenssiegel der Kommende Neustadt in Österreich (Duellius, 111. S. 127, Nr. 71);

    • in B.: Hartmann, Sachsen (430);
    • in b.-#-gespaltenem Schilde: Hofmansegg, ibidem;
    • g. in R.: Faber, Bayern;
    • # in S.: Feeler (hinterer Platz), ebenda.
    • Drei Pelikane, stehend (ohne Nest), r. in S.: Ormistoun, Schottland.

    Phönix;

    • R. aus g. Flammen in S.: Lamezan, Bayern, 2. u. 3. (432);
    • ebenso g. in B.: Stoixner, Bayern;
    • s. in B. unter einer g. Sonne: Capo d’Istria, unterer Platz.

    Eule;

    • g. in B.: Aussenstein, später Khevenhiller, Steiermark;
    • r. in S.: Herwart, Augsburg (431);
    • ebenso Keuzl, ebendaselbst; bei letzterem Wappen soll es wohl als Keuzlein blasoniert werden.

    Kuckuck;

    • in S. sitzend: Guckenberger, Franken.

    Lerche;

    • in s. Sparren auf Rot: Lerchenfeld, Bayern;
    • drei g. in # nach Adlerart: Lerperger, Tirol;
    • ebenso g. in B.: Vogelfang, Österreich.

    Wachtel;

    • in G.: Wachter, Bayern, in 2. u. 3;
    • drei s. in B.: Wachtl v. Daun, Österreich.

    Trappe;

    • gekrönt S. in R.: Trappe, Österreich (438).

    Widehopf;

    • in B. auf g. Stamm sitzend: Poppendorf, Österreich (433);
    • in #: Hopfneß, Bayern;
    • in R.: Klauer, Hessen.

    Eisvogel,

    • mit b. Flügeln und g. Brust; drei in S.: Eisvogel, Nürnberg (434);
    • ebenso mit gr. Blättern im Schnabel: Ryß, Österreich.
    • Schnepfen;
    • drei in Gr.: Labrique, Bayern (437)

    Gimpel;

    • # mit r. Brust auf gr. Dreiberg in G.: Golla, Straßburg, Bayern (441).
    • Drei Gimpel hintereinander auf g. Schrägbalken in B.: Gumpelshaimer, Regensburg.
    • Auerhahn;

    • auffliegend in B.: Auer v. Aufhausen, Bayern.
    • Sitzend in G. auf gr. Fuß: Aurnhamer, Schwaben.
    • Bachstelze (vielleicht Nußhäher);
    • auffliegend in G.: Hartter v. Hartenstein) Bayern (439).

    Finke;

    • auf gr. Zweig in R.; Fink, Bayern (Schildhaupt).

    Birkhahn,

    • wird in seiner n. Farbe # gemalt;
    • in B. auf gr. Berg: Birkhahn, Preußen;
    • in S.: Birkmayr, Bayern (436);
    • item gekrönt in G.: Birkmann, Rhein.
    • Birkhühner; drei # in S.: Moltke) Mecklenburg (440).

    Zeisig;

    • auf gr. Stamme sitzend in B.: Zeiß, Österreich.

    Taube;

    • s. in R.: Geepöckh, Bayern;
    • mit Oelzweig (im Schnabel) auf Bergißmeinnicht sitzend: Kobell, Bayern;
    • auf einem gebogenen gr, Oelzweig in R.: Loebl, Österreich) und Ziegler-Schonstett, Bayern,444);
    • In B. auf gr. Dreiberg: Pigenot, Bayern.
    • Turteltaube;
    • s. in #: Nonne;
      drei S. in B.: Piccheni, Florenz

    • Taube mit Oelzweig fliegend in S.: Zell, Österreich;
    • als hl. Geist s. in B. auffliegend von gr. Dreiberg: Geist v. Wildeck, Schwaben,

    Unbestimmter Vogel,

      Z.B.: Grauvogl, Bayern: in G. auffliegend ein Vogel mit grauem Gefieder.

    Vogeleier;

      drei S. in R.: Eyrl v. Waldgries, Tirol,

    d) Von Fischen, Amphibien und Insekten.

    Auch von dieser Klasse des Tierreichs kommen mannigfache Beispiele in Wappen vor; darunter sind Fische am häufigsten. Die äußere Form derselben lässt die Gattung nicht immer genau erkennen und es muss gar oft der Name des Wappenherrn oder die traditionelle Benennung des Wappenbildes bei irgendeiner Familie die nähere Auskunft darüber geben. Es hat übrigens keine Schwierigkeit, die meisten der heraldischen Fischarten auch durch ihre äußere Form schon kenntlich zu machen, z.B.

    Die Barbe,

    welche gewöhnlich zu zweien, voneinandergekehrt, erscheint;

    • zwei g. in R.: Mömpelgardt) Württemberg;
    • s. in B.: Hartitsch, Sachsen (XVI. 445);
    • s. in R.: Siglingen, Schwaben.
    • Barbenköpfe;
    • drei s. in R.: de Bary, Frankfurt, Bayern.

    Salm;

    • s. in B.: Regel, Donauwörth;
    • zwei g. in R.: Werningerode, Thüringen.

    Barsch;

    • drei übereinander b. in G.: Proff, Rheinland (447)

    Hecht;

    • b. in G.: Schwöller, Regensburg (448);
    • s. in R.: Rieben, Mecklenburg (wird auch als Würstling blasoniert).
    • Drei übereinander;
      • r. in S.: Seydliß, Sachsen;
      • ebenso s. in B.; Gadow Mecklenburg,

    Karpfe;

    • senkrecht gestellt g. in R.: Kechler, Württemberg (450)
    • schwimmend (waagerecht) s. in B.: Glaubitz, Schlesien (449)
    • Halber; b. in S., auch s. in B., gekrönt und ungekrönt: Böninghausen, Westfalen (451);
    • s. in R.: Speßhardt, Sachsen.

    Fischschweif;

    • aus g. Krone wachsend S. in B.: Hainzel, Schwaben (452). Eine Linie führte drei solche Figuren im Schilde.

    Forelle;

    • s. in R.: v.d. Tann, Franken (453)

    Häring;

    • drei schrägübereinander b. in S.: Häringk, Rhein;
    • in R. drei Häringe, alias Hechte, im Dreipaß gestellt: Münsterer, Regensburg (454).

    Aal;

    • zwei s. in R. über- und voneinander: Ruepp, Bayern (455). Könnten auch Schleien sein.

    Delphin;

    • b. in G.: Monypeny, Schottland, Delfinat, Daufiné (sic), Frankreich (456).
    • Drei übereinander gr. in B.: Delfini, Florenz.
    • Bem. Die Form, wie man die Delphine in neueren Wappen darstellt, könnte ebensogut auf Wallfische (sic) gedeutet werden; z.B.

    • s. in B.: Reibecker, Sachsen, Alberti, Preußen;
    • ebenso über Wasser: Brigido; Kram (457), später zwei Delphine nebeneinander.

    Stockfisch;

    • zwei voneinandergekehrt s. in R.: Cabillau, Bayern (458)
    • (Getrocknet oder gescheitelt) gekrönt s. in R.: Island (459).
    • Ein Fisch in der Mitte zerschnitten und beide Teile von- und übereinander s. in #: Thumer, Bayern.

    Die Fischhaut,

    • in der Regel als s. mit # Schuppen dargestellt, erscheint ähnlich den Pelzwerken zuweilen als Farbe – Feld- und Figurenüberzug – in Wappen, z.B.
    • geteilt von R. in b. Fischhaut: Laubszky, Galizien;
    • item die untere Hälfte bei v. Strätman (oberhalb, # Bock in G.);
    • r. und s. Fischhaut geteilt: Neuburg a.J.
    • In s. (Fischhaut) ein r. Pfahl: Stürgk, Steiermark, rsp. Plankenwert;
    • die Trattenbach in Bayern führen in S.: ein Schrägbalken mit r. Fischhaut überzogen.

    Fischgräten;

    • s. in R. schräggelegt: Gradel, Bayern (450).
    • Zwei geschrägt g. in R.: Gradel, Steiermark.

    Schlange;

    • g. in #: Wurm, Oberösterreiih;
    • b. in G. gekrönt: Paradeiser, Kärnten;
    • # in G.: Dietrichstein in 4;
    • b. in S. ein Kind verschlingend: Mailand rsp. Visconti (461).
    • Zwei Schlangen ineinandergewunden s. u. # in G.: Ottmaringer, Bayern (463);
    • b. und gekrönt über # Dreiberg in G.: Zärtl, Bayern (später an Scharfsöder).

    Natter;

    • B. in S. auf r. (auch gr.) Dreiberg: Oberndorffer v. Stefanskirchem Bayern (462).

    Schildkröte;

    • # in G.: Eßlinger; Schwaben;
    • g. in R.: Jakob v. Ebelspach, Franken (464).
    • drei # in g. Schrägbalken auf #: Engl, Österreich;
    • im Schildesfuß darüber in b. Stern in G.: Pesters, Österreich;

    Eidechse;

    • schräggestellt gr. in G.: Staudacher, Kärnten (465), später in r. ,g. schräggeteiltem Felde.

    Blutegel;

    • drei:auf einem g. Srhrägfuß in B.: Egloff; Bayern (477).

    Krokodil

    • an einem Palmbaum angekettet in R.: Stadt Nismes, Frankreich .

    Schnecke;

    • in G. auf # Berg: Schnegg und Moser am Weyr, Bayern; (466);
    • s. in # auf gr. Dreiberg: Schneck, Franken.
    • zwei; in gr. Häusern hintereinander kriechend in S. (oberes Feld): Stedmann, England, Rhein.
    • Schneckenhaus; s. in R.: Schneckenhauser, Schlesien.

    Meerschnecke;

    • r.-s-gewunden in S.: Bach, Schwaben, Bayern (467). Das Wappenbild dieses Geschlechtes scheint in spätern Zeiten mißverstanden worden zu sein) denn ein Siegel des Edellnechtes Albert v.B. vom J. 1376 zeigt deutlich ein Widderhorn mit dem Grind (Mone, Zeitschrift VII. 454; mein Wappenwerk, + schwäb. Adel S.9) T.1).

    Muscheln,

    • Jakobsmuscheln; eine s. in B.: Grimmel Bayern (468);
    • s. in R.: Horitsch, Steier.
    • Drei r. in S.: Eyb, Franken (469);
    • item, s. in B.: Mermann, Bayern;
    • drei schräghintereinander r. in S.: Neydeck, Tirol.
    • Vier s. in B. beseiten zwei geschrägte Pilgerstäbe: Tautphöus, Bayern.
    • Fünf, 2. 1. 2. g. in B.; Suares della Conca, Florenz
    • Sechs; 3. 2. 1. S. in Gr. :Gebenich, Rhein.

    Krebs;

    • gewöhnlich gesotten, d.h. rot, aufrecht;
    • in S.: Ditten; Mecklenburg, Krebs, Franken (470);
    • ebenso schräggestellt: Hager,; Bayern;
    • # in G.:- Krabler; Österreich,
    • Scheeren; zwei r. in S.: Pawel) Westfalen (471);
    • ebenso Steinhaus, Tirol.

    Skorpion

    • # in G.: Skorp v. Freudenberg, Schweiz (478);
    • ebenso gestürzt: Schorup, Straßburg (wohl eines Stammes mit Skorp) und Cusman, Spanien.

    Frosch;

    • gr. in R. schräggestellt (472): Fröschl Wasserburg (ex mon. pictis);
    • g. in # aufrecht: Fröschl v.Marzoll.
    • Oesseln, Mauerösseln;
    • drei # in S., einen # Sparren beseitend: le Masson, Bretagne.

    Hirschkäfer;

    • Schröter; g. in #, schräggelegt: Teufel, Tirol;
    • # in G.: Schröttinger v. Seebach; Bayern.
    • Fliegend; s. in B.- Schröter, Mecklenburg, Sachsen (474).
    • Schröterhörner; g. in r.-s.-gestreiftem Feld: Schrötl; Österreich;
    • r. in G.: Nicolai, ebenda (480).

    Käfer;

    • # in G., aus # Teilung wachsend: Dietenhamer, Bayern, Augsburg (475).

    Heuschrecke;

    • gr. in R.: Schreckinger v. Haslach (479);
    • r. auf s. Schrägbalken in B.: Schröck v. Schröckenstein, Österreich.
    • Drei g. in #: Holde, Salzburg.

    Grille;

    • # in G.: Grill, Bayern (482).
    • Zwei; g. in # im Wappen der Grillen v. Altdorf, Österreich (zu beiden Seiten eines g. Balkens, worin ein # Löwe).
    • Weere oder Maulwurfsgrille;
    • in G. über s. Dreiberg eine n. Weere: Wernberger, Österreich (481).

    Bienen;

    • drei g. in S.: Barberini, Rom (484);
    • ebenso, g. in #: Thal, Schwarzburg, in 2. u. 3.

    Mücke

    • in S.: Moschkon, Krain (?)

    Schmetterling;

    • ein s. mit # Augen (Spiegeln) in R.: Rancroles, Pikardie.
    • Drei s. Nachtfalter in B.: Barrin, Burgund (483).

    II. Figuren aus dem Pflanzenreich.

    Bäume, Pflanzen, Früchte, Blumen und Blüten erscheinen in Wappen immer in einer der Natur ähnlichen, aber ornamentierten Form, und in einer der Naturfarbe zunächstkommenden heraldischen Farbe. Die Bäume zeigen in der echten Heraldik eine der natürlichen Gestalt am wenigsten nachkommende äußere Gestalt, indem sie in der Regel nur wenige gleichförmig verteilte Äste mit deutlich kennbaren Blättern und Früchten haben. Dieser Umstand ist umso bedeutungswerter, als außerdem (bei einer rein der Natur imitierten Gestalt und Kontur) es nicht leicht möglich ist, die verschiedenen Baumarten im Kleinen zu unterscheiden.

    Eichbaum;

    • in S.: Genßkow, Mecklenburg, ebenso Aichach, Stadt in Oberbayern (485);
    • item in G. innerhalb Hermelinbordur: Liboy, Frankreich.
    • Drei Eichbäume, einen b. Stern beseitend, gr. in S.: la Roche, Bayern (501).
    • Eichkamm; # mit zwei gr. Zweigen auf gr. Berg in G.: Stumpf, Württemberg, Mecklenburg (486).
    • Eichenast;
      • r. mit gr. Blättern in S.: Gräveniß, Mecklenburg (487);ebenso Wagner, Sachsen;
      • S. in R.: Brock;
      • gr. in B.: Wardenburg, Sachsen.
    • Eichenzweig;
    • gr. in G.: Biberstein, Schlesien (488),
    • ebenso g. in B. oberes Feld von Uckermann, Sachsen.
    • Eicheln;
    • eine – g. in #, gestürzt: Scharffenstein, Regensburg (489)
    • Zwei g. Eicheln an einem s. Stiel auf gr. Dreiberg wachsend in B.: Söll v. Aichberg, Tirol (490);
    • ebenso verschränkt g. auf g. Dreiberg in #: Aicher v. Herrengierstorf, Bayern.
    • Drei; aufrecht g. mit gr. Kapfeln in B.: v.d. Capellen, Rhein (491);
    • gestürzt in R.: Werbrichshausen, Franken.

    Lindenbaum;

    • r. in S.: Forster v. Wildenforst und Degenberg, Bayern;
    • # in S.: Heddersdorf, Franken;
    • # in G.: Stadt Lindau, Bayern;
    • g. in B. auf s. Felsen: Lindenfels, Sachsen;
    • g. in R,: Ifflinger, Württemberg (492).
    • Lindenzweig; in Form einer 8 gewunden r. in S.: Seckendorf, Franken (494).
    • Lindenast;
      • schräggelegt r. in S.: Pflugk, Sachsen;
      • ebenso s. in #: Klüx, ibid.;
      • # in S.: Anhang, Bayern (493).
    • Lindenstamm; # mit zwei gr. Blättern in G.: Taube, Württemberg.
    • Lindenblatt; gestürztes gr. in S.: Regnoldsweiler, Schwaben; ebenso Dobschütz, Schlesien.
    • Ein Blatt mit Wurzel, oder ausgerissene Lindenpflanze;
      • S. in #: Frickinger, Nördlingen (495).
      • Zwei solche Pflanzen geschrägt: Stosch, Schlesien (496).
      • Drei r. Lindenblätter in S.: Danell v. Schechen, Bayern;
      • S. in #: Erlbeck, ib.;
      • gr. in S.: Fowlis, Schottland.
    • Gestürzt; drei gr. in S.: Bodmann, Schwaben, ebenso Maxen (Carlowitz), Sachsen (497);
    • gr. auf einem s. Schrägbalken in #: Gumppenberg, Bayern.
    • Schräg hintereinander s. in B.:Laubenberg, Tirol, jetzt Pappus, Bayern (499).
    • desgleichen # in S.: Milchling, Hessen.
    • Sechs, 3.2.1. b. in S.: Brewer, Rhein.
    • Drei gr. Lindenblätter mit den Stielen im Dreipaß gestellt in S.: Meyrl, Nürnberg (498).

    Seeblatt,

    in der äußeren Form ähnlich dem Lindenblatt, gewöhnlich gestürzt – manchmal nur durch den Namen des Wappens oder durch Tradition als solches zu erkennen.

    • Ein r. Seeblatt aus # Dreiberg in S. wachsend: Kienberger, Bayern, von denen es das Kloster Seeon angenommen.
    • Drei Seeblätter; in den Dreipaß gestellt, r. in S.: Seereuter, Bayern.
    • Häufig ist das Seeblatt dreipaß-förmig durchgeschlagen und diese Figur irrig als Schröterhörner blasoniert, z.B. drei durchgeschlagene Seeblätter r. in S.: Seebach, Thüringen, ebenso Engern, Westfalen (500).

    Erle;

    • drei beseiten einen r. Sparren in S.: Erlenkamp (Langermann), Mecklenburg.

    Palmbaum;

    • in S. auf gr. Berg: Kayferlingf, Preußen (503);
    • item in 2. u. 3: v. Thon=Dittmer; Bayern;
    • ebenso in s.-r.-geteiltem Felde: Doring, Sachsen;
    • in R. ein s. Balken; vor dem Ganzen ein Palmbaum: Palm, Württemberg.

    Weide (salix);

    • in G. im obern Felde bei: Salis, Graubündten;
    • in R.: Gillabots, Österreich;
    • in S. auf gr. Dreiberg: Weiden, Franken (505).
    • Weidenzweig; in s.-r.-gespaltenem Schilde, mit beiderseits verteilten Blättern, welche vorne gr., hinten s. (d.h. umgewendet) sind: Weidenbach; Sachsen (506).

    Oelbaum;

    • in G.: Olivier; Frankreich (504)

    Lorbeerzweig;

    • gr. mit g. Früchten in B.: Zincken, Preußen.

    Tannenbaum;

    • in S. auf Zr’, Boden: Tanner; Zürich;
    • in G. (mit Früchten): Tschudi, Schweiz, Schwarzburg (508);
    • in G. auf s. Felsen (ohne Früchte): Spreti; Bayern (509), dürfte eigentlich mehr ein Lerchenbaum sein.
    • Tannenzapfen;
      • drei g. in #: Waldburg und Stadion-Thannhausen (510);
      • ebenso in S.: Barennes; Frankreich, Bayern,
      • und über # Dreiberg: Thanberger, Österreich.

    Fichte;

    • auf gr. Dreiberg in R.: Fichtel; OberPfalz.

    Zirbelnuß;

    • eine gr. auf g. Säulenkopf in s.-r.-gespaltenem Schilde: Stadt Augsburg (511).
    • Drei Zirbelnüsse; g. in R.: de Pineis; Österreich.

    Birke;

    • in g.,r.-geteiltem Felde: Pirckheimer, Nürnberg (512).
    • Eine ausgerissene Birke (dreiblättrig) gr. in R. durch eine g. Krone gesteckt: Pirkach; Österreich.

    Esche;

    • durch eine g. Krone gesteckt gr. in S.: Asch, Landshut (507).

    Buche,

    • ähnlich der Linde;
    • g. in S. zwei Buchenblätter geschrägt aus # Dreiberg: Pucher v. Walkersaich; Bayern (514),
    • Buchenzweig; gr. in S.: Buchwald; Schwarzburg.

    Pappel,

    • deutsche, oder Felber: in S. ein gr. Pappelbaum: Felber, Biberach (513).
    • Hohe oder italienische; drei nebeneinander auf gr. Fuß in S.: Bäumler, Bayern;
    • ebenso in G.: Heufler v. Rasen, Tirol;
    • item in S. auf gr. Dreiberg: Hügel, Württemberg (502).

    Prügel,

    • Aeste ohne Blätter: g. in S. zwei geschrägt über g. Flechtzaun im Stammwappen der Paumgartner, Bayern.
    • verkohlt;
      • # in G. schräggelegt: Schönfeld, Bayern;
      • item über gr. Dreiberg: Scharfsöder, Bayern (515).
    • Brennend;
      • auf gr. Dreiberg in G.: Brand, Bayern;
      • drei g. aus # Dreiberg nebeneinander in R.: Tannberg; Tirol (516);
      • ebenso S. in B.; Stange, Schweiz;
    • zwei geschrägt: # in G.: Saal, Schwaben.

    Apfelbaum;

    • mit Früchten in G.: Apfaltrer; Niederbayern, Krain (517).
    • Ast eines Apfelbaumes; # mit r. Früchten in G.: Bistum v. Eckstädt; Thüringen (518).
    • Apfel;
    • g. mit gr. Blättern in S.: Holtzapfel; Franken (519);
    • ebenso mit zwei gr. Blättern in S. nebst den Worten DEUS DIES: Baldari; Krain;
    • drei gr. Äpfel in S.: Kries, Pommern (520).

    Kreekbaum;

    • s. in R.: Wassenau (524);
    • r. in G.: Crequy, Frankreich.
    • Palliot nennt auch das Wappenbild der Ifflinger (492) einen crequier.

    Birnbaum;

    • auf gr. Fuß in S.: Frugoni, Österreich (521).
    • Birne;
      • sechs, 3. 2. 1, gr. in G.: de Peri, Österreich (522);
      • s. (auch g.) in B.: Peruzzi; Florenz.

    Dürrer Baum;

    • in S. auf gr. Berg: Gaertner, Sachsen (XVII. 526);
    • in R.: Baumgartner, Preußen;
    • in g., r.-gespaltenem Schilde, mit einem Hüfthorn behängt: Kaindorfer, später Ridler, Bayern.

    Dornzweig;

    • # in S.: Dorner, Bayern (528);
    • ebenso auf r. Dreiberg: Dormair; ibid.;
    • ebenso in G. auf gr. Dreiberg:- Dornsperg.

    Dornstrauch;

    • ausgeriffen in r.-g. geteiltem Schild: Malaspina, Toskana
    • Dornenkranz; g. in B.: Horben, Schwaben, in 2. u. 3.

    Hollunderbusch;

    • g. in # von zwei s. Lilien beseitet: Holderbusch, Rothenburg,

    Granatapfel,

    • wird aufgesprungen, so dass man den Samen steht, dargestellt;
    • gr. in s.: Granada, Königreich, Spanien (XVII. 529); ein g. mit gr. Blättern in B. über,zwei s. Balken: Raab, Bayern.
    • Drei;- s. in #: Agliardis, Bayern;
    • g. in R.: Berger (ohne Blätter); Bayern, in 2 u. 3 (530).

    Mohnkolben, Magenkolben;

    • drei g. in R. nebeneinander: Böller, Schwaben;
    • drei s. in R. auf gr. Dreiberg: Paur v. Haitz, Bayern (523).

    Kleeblatt;

    • s. in R.: Mindorf, Steier (XVII. 525);
    • # in S. auf # Berg: Reithardt Ulm.
    • Drei an einem Stiel; gr. in S. innerhalb gr. Bordur: Calatin, Bayern (527).
    • Drei, im Dreipaß gestellt, # in S.: Carlowitz, Sachsen (531)

    Waldklee;

    • 1 gr. in S. auf gr. Berg: Doläus, Hessen (532).
    • Ohne Stiel; r. in G.: Cleen, Rhein;
    • r. in S.: Lesch (533);
    • # in S.: Nordeck-Rabenau, Hessen.

    Farrenkraut;

    • gr. in S. auf r,:Dreiberg: Edelzhauser, Bayern. Das Wappenbild der Wazmannstörffer (s. unter Distel) wird ebenso abgebildet.

    Nesselblatt;

    • in s. drei aus gr. Dreiberg: Nesselbladt, Mecklenburg, Stammwappen (534).

    Distel;

    • in #,g.-gespaltenem Feld eine n. Distel: Distl, Bayern.
    • Vier Distelblätter an einem Stiel; g. in # auf g. Dreiberg: Wazmannstorffer, Bayern (535), wird auch für Farrenkraut erklärt.
    • Drei Distelblätter, ledig; gr. in S.: Irwyn, Schottland.

    Dillkraut;

    • auf gr. Fuß: Dillen, Württemberg, in 1. u. 4 (536).

    Hanf;

    • drei Hanfstängel in S.: Ziegesar, Hessen (557)

    Schilf

    • und Rohr mit Kolben; zwei geschrägt aus # Dreiberg in G.: Sinzenhauser, Bayern (538).
    • Drei in S. aus geflutetem b. Fuß: Mermoser, Bayern (539);
    • ebenso in G. aus # Dreiberg: Mostorffer, ib.;
    • item in R.: Murhamer, ib.
    • Drei auf gr. Berg in S.: Globig, Sachsen.
    • Ein Bund Schilfrohr; gr. in G.: Overschie, Niederrhein (540).

    Binsen;

    • aus s. Wasser wachsend in B.: Bintzinger, Franken.

    Ähren;

    • drei Weizenähren g. in B.: Stoupy, Burgund;
    • drei g. auf gr. Berg in B.: Lippe, Sachsen-(541).

    Garbe;

    • eine g. in #: Schaub, Regensburg;
    • ebenso auf s. Dreiberg: Kornfail, Schlesien, Tirol (542)
    • Drei; g. in #, auch in B.: Puechheim (Schönborn), Österreich (543).

    Blumstock;

    • g. auf r. Dreiberg in S.- mit gr. Blättern: Herbstheimer (544);
    • ebenso mit r. Rosen: Rava, Sachsen.

    Efeublätter;

    • drei gr. In S.: Boslarm Bayern, in 2. U. 3. (545).

    Rebe;

    • g. aus gr. Dreiberg in #: Kleewein; Franken (546);
    • ebenso gr. in S.: Rebelfing, Bayern.
    • In B. zwei g. Rebzweige geschrägt: Larisch, Schlesien, in 2 u. 3 (547).

    Traube;

    • gr. in G.: Zoller, Schweiz;
    • b: mit gr. Blättern in G.: Schwab, Franken (548);
    • r. mit gr. Blättern in S.: Mosham, Bayern, in 1. u. 4.;
    • ebenso g. mit gr. Blättern in B.: Pettenkofer, Bayern, in 1. u. 4;
    • ebenso Seybold, ebenda, in 2. U. 3,
    • Drei; r. in s. Schildeshaupt: Moro, Venedig, Bayern.
    • Zwei g. Trauben an einem Stiel aus gr. Dreiberg wachsend in B. : Nitsch, Tirol (549).
    • Drei s. Trauben mit gr. Blättern in R.: Rusillon, Bern.

    Nüsse, welsche;

    • drei, g. in #: Nusser, Österreich (350).

    Reis;

    • Gr. in G.: Reisach, Steier.

    Erdbeeren;

    • R. mit gr. Blättern aus gr. Dreiberg in G.; Weiler v. Garatzhausen, Bayern(35l)

    Rübe,

    • sogenannte weiße;
    • s. in # mit gr. Kraut: Keutschach, Österreich (552).
    • Drei in B.: Kueb, Steiermark (553).

    Zuckererbsenschoten;

    • drei g. in B.: Le Pois, Österreich (554).

    Kohl;

    • in S. drei gr. Kohlköpfe: Choux, Frankreich (575).

    Safran;

    • drei Safranblumen r. mit g. Samen und Puzen und gr. Stengeln auf g. Dreiberg in S.: Saffran, Regensburg (555).

    Pfefferstrauch;

    • # in S. auf gr. Dreiberg: Pfefferl, Österreich.

    Rose.

    Die heraldische Rose ist die gemeine fünfblättrige Feld- oder Waldrose, s. oder r. mit g. Samen und gr. Puzen. Sie kommt natürlich als Wappenbild in allen möglichen Farben vor. Die gefüllten Rosen sind, wie sie bei uns in der Tat erst später bekannt, so auch erst später (Ende des 14. Jahrhunderts) in der Heraldik angewendet worden. Ein Unterschied in der Geltung ist jedoch nicht zwischen ihnen, die gefüllte macht aber, besonders wenn allein, im Schilde mehr Effekt, als die einfache.

    • g. in B.: Guttenberg, Franken;
    • r. in G.:Stein, Nassau;
    • r. (auch b,) in G., auch b. in S.: Saldern, Braunschweig (557);
    • r. in S.: Rosenberg, Polen;
    • s. in #: Lampoting, Bayern (556);
    • s. in R.: Rosenheim, Markt in Bayern;
    • s. in r., #-geteiltem Feld: Marenholtz, Preußen;
    • s. in s.-bordiertem # Feld: Raymair, Bayern.
    • Zwei sogenannte Windrosen; g. nebeneinander in R. über G.: Ascheberg, Hannover (558);
    • zwei s. nebeneinander in R. im unteren Feld: Köppelle, Bayern.
    • Drei;
      • s. in #: Holzhausen, Frankfurt;
      • r. in S.: Törring, Bayern (559);
      • r. in G.: Bouwingshausen, Mecklenburg, und Heußlin, Franken.
    • Rosenzweig; natürlicher (mit r.-Rose und gr. Blättern), in S.: Huber v. Maurn, Bayern, in 2. u. 3 .(560).
    • Drei r. Rosen an Stielen in S.: Rapperswyl, Schweiz.
    • Drei s. Rosen an g. Stengel auf g. Dreiberg in # nebeneinander: Geltinger, Bayern (561);
    • ebenso mit gr. Stengeln auf s. Dreiberg in R.: Rosenbusch, Bayern.
    • Fünf,
      • 2.1.2. s. in #: Fraßeir v. F.;
      • ebenso in B.: Fraßeir v. Lowgate, Schottland.
    • Neun
      • 3. 3. 2. 1. s. in #: Blum, Hannover (562);
      • ebenso, 3.3.3. s. in R.: Oldershausen, ebenda
    • Kranz von Rosen;
    • 7 r. Rosen und gr. Blätter in S.: Rosenheimer, Kärnten; ebenso Biedersee, Anhalt (563);
    • r. und s. Rosen (ohne Blätter) in LL,: Thumberger (Taufkirchen), Bayern;
    • ebenso aus r. Rosen drei Kränze in G.: Schieck, Hessen (564).

    Lilie

    Dass die heraldische Lilie wie alle übrigen Blumen und Bäume der Natur entnommen, und dass ihr Urbild die gewöhnliche Schwertlilie, die in verschiedenen Farben vorkommt, sei, darüber ist heutzutage kein Zweifel mehr. Die Heraldiker des vorigen Jahrhunderts, und insbesondere Gatterer, haben die heraldische Lille für eine Hellpartenspitze erklärt, es ist aber umgekehrt- die Hellpartenspitzen sind wegen der hübschen und passenden Form der heraldischen Lilie nachahmlich gemacht worden. Einen sprechenden Beweis, dass man auch bei uns in Deutschland die Gartenlilie heraldisch darstellen wollte, gibt das Wappen der Marwanger in Bayern (hier 565 nach einem Grabstein zu Seeon), welches in # eine s. Lille mit Stiel und Wurzeln ausgerissen zeigt. Ein weiteres Beispiel für Italien gibt das Wappen des alten Geschlechtes DelBene in Toskana, welches zwei solche ausgeriffene Lilien gefGrügt s. in B. führt. In Frankreich hat man die Lilien des königlichen Schildes nie für etwas Anderes gehalten, als für die Nachbildung der gelben Loirelilie und auch nie anders als fleur-de-lis genannt. Nur Mr. de Beaumont hat neuerlich den Versuch gemacht, die Lilie von der ägyptischen Lotosblume abzuleiten (s. oben I,4). Ich werde über die verschiedene Form der Lilie im II. Teile dieses Buches Weiteres beibringen und hier nur Beispiele von Wappen mit Lilien zu geben mich begnügen.

    • Eine Lilie;
      • r. in G.; Wachtendonk, Preußen;
      • r. in S.: Plotho, Braunschweig (566), Kampß, Mecklenburg;
      • s. in R.: Schack, ebenda;
      • g. in #: Langwert, Nassau.
    • Gespalten; liegend g. in S.: Rabe, Mecklenburg (567).
    • Drei Lilien;
      • s. in Gr.: Peuscher, Bayern (568);
      • s. in B.: Better v. d. Gilgen;
      • s. in R.: Mons, Nassau, Bianco, Preußen;
      • g. in B.: Bourbon;
      • # in S., 1. 2: Roepert, Sachsen (569);
      • ebenso 2. 1: Lilien, Westfalen (später innerhalb r.s.-gestückter Bordur).
      • Drei Lilien s. an gr. Stengeln auf gr. Dreiberg in B.: Baligand, Bayern (570).
    • Vier Lilien, voneinandergekehrt. r. in S.: Broizem. Sachsen (571).
    • Fünf. 3. 2. s. in R.: Lorber. Bayern (572).
    • Sechs. 3.2.1. g. in B. unter g. Haupt: Portia, Österreich;
    • s. in B. unter ausgezacktem g. Haupt: Kämmerer v. Worms (573).

    Nelken;

    • drei r. mit gr. Kapseln und Blättern in s.: Tornay. England (574).

    Edelweiß

    • in #: Sewen. Schweiz (577).

    Maiglöcklein

    • mit Blättern in B.: Meyer. Hessen (578);
    • ebenso und auf g. Dreiberg in 2. u. 3: Dormair. Bayern.

    Mispelblüten;

    • drei r. in s.: Wildenberg, jetzt Haßfeld. in 2. u. 3 (579).

    Veilchen;

    • b. mit gr. Stiel und Blättern in s.: Babut. Frankreich (576).
    • Drei; g. (alias r.) an gr. Stengeln aus gr. Dreiberg in s.: Beihelbaum. Tirol (580).

    III. Figuren aus dem Welt- und Erdreich.

    Die Sonne

    in der Regel gold, wird als Scheibe mit menschlichem Antlitz und 16 Strahlen. von denen acht gerade und acht geflammt sind abgebildet.

    • In B.: Ludwiger, Sachsen, Hesse, Hessen;
    • in R.: Egger (581).
    • Aufgehende Sonne; in B. aus s. Dreiberg wachsend: Anns. Bayern. Frankfurt.
    • Untergehende Sonne (über s. Wasser in B.): untere Schildeshälfte von Zaninetti. Österreich.
    • Sonne in R. über drei Reihen s. b. Wolken: Schönpichler, Österreich (603);
    • von drei g. Sternen begleitet in B.: Buongirolami. Florenz.
    • Eine rote Sonne in S. führt die englische Familie la Hay. Bei Planché 111 ist sie mit 24 geraden Strahlen abgebildet.

    Mond;

    Der Mond wird immer als Sichel abgebildet, bald mit, bald ohne Gesicht. Ein „gesichteter Mond“ wird besonders gemeldet. Die Stellung des Mondes ist entweder liegend (582) oder gestürzt (584) oder stehend, d. i. nach der Seite gekehrt (583. 585 ff); letztere Stellung pflegt man auch zu- oder abnehmend zu nennen, je nachdem der Mond in Form eines ) oder eines ( erscheint. Diese Bezeichnung ist jedoch, wie ich mich überzeugt habe, nicht durchführbar, denn da nach den Regeln der alten Heraldik jede Schildesfigur sich nach dem Borderrande kehrt, so muss auch ein stehender Mond die Hörner in der Richtung des Schildesvorderrandes tragen (583); ist nun zufällig der Schild nach links gekehrt, so muss sich auch der stehende Mond nach dieser Seite wenden und es würde deshalb dieselbe Familie, wollten wir die Bezeichnung beibehalten, das einemal einen zunehmenden, das andere mal einen abnehmenden Mond führen, was nun allerdings für die alte Heraldik nicht von Bedeutung, desto mehr aber für die Ängstlichkeit der neuen Heraldiker eine peinliche Tatsache wäre. Ich sage daher einfach, der stehende Mond hat die Hörner allweg gegen den Borderrand gekehrt und dies wird nicht gemeldet. Kommt der, wenigstens für die echte Heraldik nicht wohl denkbare Fall vor, dass bei einem rechtsgekehrten Schilde ein stehender Mond die Hörner nach links wende, so mag man dies besonders erwähnen. Will aber jemand denn doch die Bezeichnung zu- oder abnehmend beibehalten, so mag er es tun, dabei aber nicht vergessen, die jeweilige Stellung des Schildes zugleich zu melden.

    • stehend (zu- oder abnehmend)
      • s. in # (gesichtet): Martens. Sachsen (583);
      • g. in B.: Balswyl, Schweiz, und Reutner v. Wyl. Württemberg;
      • r. in G.: Dambach, Elsaß.
    • Liegend; r. in S.: Wellwart, Schwaben (582).
    • Gestürzt; g. in B.: v. d. Pfordten. Sachsen, Bayern (584).
    • Zwei Monde voneinandergekehrt
      • g. in #: Leyser, Steiermark und Sachsen (585);
      • g. in B.: Stuttersheim, Thüringen, ebenso Zyly, Schweiz.
    • Drei Monde voneinandergekehrt
    • # in s.: Hanftein (586);
    • G. in B.:Puechberg. Bayern.
    • Nach gleicher Seite r. in s.: Bodenhausen, Westfalen (588);
    • s. in B.: Monroy, Mecklenburg;
    • 1.2. gestellt voneinandergekehrt: Jöstl, Steiermark.

    Sonne und Mond;

    • in s. drei voneinander gekehrte b. Monde, jeder mit einer r. Sonne innerhalb der Sichel (Sonnenfinsternis?): Ütterodt, Thüringen.
    • vier gestürzte Monde; 2.2, # in G.: Gleichen; Schwaben.

    Stern,

    • fünfstrahlig;
      • g. in #; Zech v. Lobnig, Steier;
      • r. in G.: Lanros; Frankreich.
    • Sechsstrahlig; 1 g. in B.: Kinkel, Bayern.
    • Siebenstrahlig;
      • r. in S. auf b. Felsen: Sternenfels, Schwaben;
      • ebenso, gesichtet; r. in S. mit g. Gesicht: Sterner; Regensburg;
      • g. in B.: Gillenstierna, Schweden.
    • Achtstrahlig;
      • g. in B.: Sternberg; Preußen;
      • # in G.: Waldeck, Waldeck;
      • r. in g.-s.-gespaltenem Felde: Da Berraz Zano; Florenz.
      • Fünf 2.1.2, achtstrahlige r. Sterne in G.: Deffonseca; Italien.
    • Drei Sterne;
      • g. in B.: Zilli; Steiermark;
      • s. in B.: Kospoth; Sachsen;
      • r. in S.: Kölner v. Oberhaunstatt; Bayern.
    • Fünf Sterne im Schragen;
      • g. in S.: Riederer; Bayern;
      • r. in S.: Alhartspeck; Bayern.
    • Acht, 3.2.3, g. in B.: Möller v. Lilienstern; Mecklenburg.

    Mond und Sterne;

    • In B. ein g. Stern über einem liegenden g. Mond: Stammhaus Lelicha, Polen;
    • ebenso ein s. Stern über einem gestürzten s. Mond in B.: Heydenhaus, Österreich.
    • In S. ein liegender s. Mond mit zwei g. Sternen besteckt: Baumbach;
    • In B. ein s. Mond von drei s. Sternen begleitet: Beulwiy; Bayern.
    • Mond und halber Stern aneinandergestoßen;
    • g. in B.: Aßwanger, Tirol.

    Komet,

    • NB. G. Stern mit s. Schweif; ein solcher in #: Bonviso, Italien;
    • drei Komten; in B.: Houlley; Frankreich
    • Schräglaufend; in B.: Comazzi, Österreich;
    • ein s. in B. zwischen zwei g. Sternen über gr. Dreiberg: Gibelli, Görz.

    Wolken;

    die heraldischen Formen und Linien derselben sind bereits oben bei den Heroldsstücken gegeben. Natürliche Wolken kommen erst in Wappen der spätesten Zeit vor und dann in der Regel in der Ecke oder am Rande des Schildes mit einer daraus hervorbrechenden Figur; gewöhnlich Arm, Hand oder dergl. Da die Farben der heraldischen Wolken nur zwischen B. und S. wechseln; so ist in sehr vielen Fällen, namentlich bei alten Wappen; kaum zu bestimmen, ob Wolken oder Fehwerk gemeint sei. z.B.

    • Schönpichler in Österreich (603) führen die untere Schildeshälfte gewolkt von S. u. B. (wenn es nicht allenfalls ursprünglich Fehwerk war?) – doch könnte hier wohl eine aus Wolken aufgehende Sonne gemeint sein.
    • B.-s. Wolken (Fehwerk?) mit zwei r. Balken überlegt: Leuthorst, Westfalen.
    • In G. innerhalb eines b.-s. Wolkenkranzes der Reichsadler: Apian; Bayern (604). Hier ist, obwohl die Form und Farbe auf den ersten Anblick gleichfalls auf Fehwerk deuten könnte, dennoch im Diplom von Wolken die Rede.

    Gewitter;

    • die Wetter, Frankfurter Patrizier, führten ein derartiges Bild im Schilde.

    Blitze

    sind in der Heraldik flammenartig geformt; so z.B. findet sich ein in echt wappenmäßiger Weise dargestelltes Gewitter zugleich vollkommen redend in Bezug des Namens in dem Schilde der

    • v. Donnersperg, Bayern (XVIII. 605): In # aus s. Wolken im Haupte abwärtszuckend drei g. Blitze über einem g. Dreiberg im Schildesfuß. In modernen Wappen werden die Blitze unschön als Zickzacklinien mit Pfeilspitze dargestellt;
    • z.B. g. in R. schrägherabfahrend; Brandt; Preußen in 1 u. 4.

    Flammen

    • werden wie Blitze dargestellt, doch steigen sie immer von unten hinauf; z.B.
    • drei Flammen nebeneinander; g. in B.: Deng, Österreich(606), annon geflammte Spitzen?;
    • g. in # Fürer (Feurer) v. Fürsberg, Steier;
    • r. in S.: Zibel; Schweiz.
    • Drei schwebende; r. in S.: Nicola, Österreich;
    • Flammen mit Funken, g. aus r. Dreiberg in # Funck, Bayern; hierbei füllen die g. Funken ähnlich wie gesät das Feld zwischen den Flammen (621).

    Regenbogen,

    • in der Regel dreifarbig; r, g., b., seltener b., g., r., und bogenförmig gestaltet.
    • Ein Regenbogen in S.: Pogner, Bayern (608).
    • Zwei übereinander: Graf v. Weilheim, ebenda;
    • zwei senkrecht voneinandergelehrte; in S.: Hacke, Westfalen, Bayern (609), hier ist das B. oben, rsp. Angrenzend.
    • Drei übereinander freischwebend; in B.: Phull; Württemberg.

    Berg;

    hierunter versteht man regelrecht einen Dreiberg und zwar aus dem Schildesfuße wachsend. Schwebt ein Berg frei, so wird dies gemeldet, obwohl dadurch kein entscheidendes Merkmal zweier Wappen gegeben ist;

    • s. in R. schwebend: Silberberg, Kärnten (610);
    • r. in S.: Rötenberg, Allgäu;
    • gr. in G. (schwebend): Hombergk, Hessen;
    • g. in # (Aschfarbe): Aschau, Bayern;
    • Sechsberg, schwebend:
      • # in G.: Waßeneck (auch r. in S.), Schwaben (611);
      • g. in #: Grünenberg, Schweiz;
      • s. in R. mit durchgeschlagenem Kreuz: Creizberg, Krain.
    • Drei Sechsberge;
    • s. in B. (hier versteht sich von selbst schwebend 2.1.): Montenuovo, Österreich;
    • ebenso s. in #: Winterberg, Schweiz (618);
    • Berg von piramidaler Form; gr. in S.: Bühler, Württemberg;
    • g. in #: Offinger, Bayern (612).

    Felsen;

    • drei, auch zwei n. Felsenkegel, zuweilen gr. Berge in S.: Offenberg, Preußen (613).
    • Eine besondere staffelförmige Darstellung hat der b. Felsen mit daraufstehendem r. Stern bei den v. Sternenfels, Schwaben;

    Lawine;

    • Lawine, von einem Felsen abrutschend; S. in R.: an der Lahn, Tirol (614).

    Steine,

    • ein Haufen Steine; S. in R., auch s. in #: Steinhauffer, Bayern, Tirol (617).

    Brennender Berg;

    • # mit r. Flammen in S.: Flamm, Tirol;
    • gr. mit r. Flammen in S.: Brennberg (Lerchenfeld), Bayern, und Feurberg, Schweiz (617);
    • ebenso g. aus gr. Dreiberg: Heißberg (Düclher v. Haslau), Salzburg, Westfalen;
    • s. mit g. Flammen in #: Brennstein, Nassau.
    • Feuerspeiender Berg;
      • # in S.: Senkenber g. Württemberg (623);
      • b. in G.: Macloid v. Leuriß, Schottland.
    • Berg, Fels, von dem ein Bach herabrinnt (619): Lengrießer, Bayern in 3. Soll das Lengrießer (Isar) Tal versinnlichen;
    • s. auf b. Fuß in R. (in 2. u. 3.):Kapf v. Weißenfels, Österreich.

    Wasser,

    • See, Meer;
    • die von der Meer führen im 4. Platze des Schildes das s. Meer über gr. Ufer (620).
    • Die Seeau, Oberösterreich einen s. See in gr. Au (616).
    • Austerbank;
    • In B. 1. und 4.: b. Edlersberg, Österreich (622). Vielleicht sind es drei Perlenmuscheln, die im Wasser schwimmen?

    Bäche und Flüsse

    • werden wie geflutete Balken, Schrägbalken oder Pfähle dargestellt, und es ist in der Regel nur im Zusammenhalt mit dem Namen des Wappens zu ersehen, ob ein Bach oder ein gefluteter Balken gemeint sei. Als Bach oder Fluß erklärt sich z.B.
    • der geflutete s. Pfahl in R. bei den Schnaitbach, Bayern;
    • ebenso S. in gr. bei den Lummerin, Schweiz.
    • drei s. Schrägbäche in R. führen die v. Wittenbach, Schweiz und Schwaben.

    IV. Ungeheuer

    lat. montra, franz. figures chimeriques, engl. monstres, ital. figure chimeriche, ndd. Hereenschimmige figuren.

    Die Heraldiker waren in älteren Zeiten, wo überhaupt die Sage noch mehr Grund und Boden und mehr Wachstum genoss als heutzutage, nicht die letzten der Künstler, welche fabelhafte Wesen mit Leben austatteten, wenigstens das lebendige Bild, das sie sich davon machten, durch die Mittel der Darstellung sich selbst und Anderen vor Augen führten. Zusammensetzungen aus Tier und Menschen sowie aus verschiedenen Tieren unter sich bilden die Hauptfiguren unter dieser Abteilung. Ich habe alle diese Geschöpfe, soweit sie in Wappen vorkommen, in eine eigene Klasse vereint, während sie von früheren Heraldikern immer unter die gemeinen Figuren eingereiht wurden, und zwar da, wo sie zunächst mit einer wirklichen natürlichen Figur in Ähnlichkeit der Formen Platz fanden, z.B. das Einhorn bei dem Pferde, der Doppel- und Jungfernadler bei dem Adler, der Greif beim Löwen usw. Den Namen Ungeheuer, den ich dieser Klasse von Figuren geschöpft habe, glaube ich einfach aus der Etymologie des Wortes selbst rechtfertigen zu können. Die weitverbreitetsten heraldischen Ungeheuer sind der Greif, der Drache, das Einhorn, der Panther, die Melusine und der Doppeladler. Außerdem gibt es in einzelnen Wappen noch eine große Zahl von Ungeheuern, wie die nachfolgenden Beispiele erweisen werden.

    Zusammensetzungen aus Mensch und Tier:

    Vogelmann

    • In G. ein Vogelmann, der obere Teil (Vogel) s., der untere (Mann) #: Vogelmann, Schwaben (625);
    • ebenso in s.-r.-geteiltem Schild, der Vogel #, die Füße geharnischt s.: Lempicke. Preußen.

    Löwenmann;

    • In b.-g.-geteiltem Felde der obere Teil (Löwe) g.-gekrönt, mit beiden Pranken ein Schwert waagerecht emporhaltend, der untere Teil (Mann): # mit Rutschfell (Bergknappe): Elterlein, Sachsen (626)

    Mannlöwe,

    • schreitend; g. auf gr. Dreiberg in #: Götschler, Salzburg (637)

    Zentaur,

    • mit Pfeil und Bogen; von g. Stern überhöht in #: Robschüh, Preußen, in 2 (627)
    • Zentaurin; s. in R. mit g. Zopf: Krauter, Nürnberg (629).

    Teufel

    • oder Mohr mit Bocksfüßen und Drachenschwanz; auf # Kugel stehend und in jeder Hand eine # Kugel haltend: Kugler, Schwaben (628)
    • Teufelsrumpf mit zwei Ohren und b. Kragen in S.; Janorinski, Polen;
    • ebenso in G. (irrig Rot) mit zwei s. Eselsohren: Herda, Thüringen; Ich habe auch gelesen, dass die Wappenfigur der Herda das Bild der Göttin Hertha sein solle, dann gehörte diese jedenfalls nicht zu den Grazien in Walhalla.
    • mit einem solchen [Esels]Ohr in G.: Prockendorff. ibidem (630).
    • Geflügelter Mohrenrumpf mit s. Wamms und Flügeln in R.: Lampfrizham, Bayern (632)

    Waldfrau;

    • oben Weib (nackt), unten Tier (#), in G.: Friß, Krain (631)
    • Meermann;
    • geharnischt mit Stechhelm, ein Schildlein vor sich haltend, in R.: Zweiffel, Rottenburg (633).
    • Meerfrau oder Melusine;
    • mit einem Schweif nackt in R.: Burdian, Franken (634);
    • ebenso aus s. Wasser mit Kamm und Spiegel: de Marées, Preußen;
    • ebenso, gekrönt einen Spiegel haltend in B. über #, g. Schach: Emmerich, Bayern;
    • ebenso mit zwei Schweifen, nackt: Baibel, Schwaben;
    • ebenso in g.-b.-geteiltem Feld; Strobl, Steiermark;
    • ebenso gekrönt und g,-gekleidet in R.: Fend, Augsburg (636)

    Ferner

    Zusammensetzungen verschiedener Tiere:

    Geflügelter Löwe.

    • Dem hl. Markus, Evangelisten, wird ein solcher als Symbol beigegeben und die Republik Venedig hat dies Ungeheuer als Wappenbild angenommen und zwar mit g. Schein, liegend auf gr. Fuß, g. in B. mit einem aufgeschlagenen Buch vor sich, darauf die Worte: EVANGELISTA MEVS (635).
    • Derselbe in 1. u. 4: Dorne, Preußen;
    • in R.: Marx, Österreich.
    • Derselbe wachsend; g. in S.: Stieler v. Rosenegg und Wagram, Österreich, in 2. u. 3.
    • Geflügelter Löwenkopf; g. mit s. und r. Flügel in B.: Egloffsheim, Bayern (638).
    • S.-geflügelter halber # Löwe in G.: Schwab, Bern (684).

    Seelöwe,

    • oben Löwe, unten Fisch; g. in R.: Jmhoff. Augsburg (639);
    • ebenso in B. auf gr. Fuß, oben g,, unten v. , drei r. Rosen in der Pranke haltend: Weffeleny, Ungarn,

    Zwei Löwen mit einem Haupt,

    • voneinander gekehrt, gekrönt in G. (640). Das Wappen findet sich an einem Denkmal zu Altenburg in Österreich, der Name der Familie ist mir zurzeit nicht bekannt.
    • Löwe mit Pfauenschweif;
    • r. in G.: Eppli v. Fällanden, Schweiz (641).

    Löwe mit Menschenkopf

    • und g. Stirnbinde; # in S.: Thumgast v. Klebstein, Bayern (642).

    Musenpferd, Pegasus;

    • g. in #: auf gr. Dreiberg: Ebenhöch, Österreich;
    • s. in B. auf g. Dreiberg: Soyer, Bayern;
    • ebenso g-geflügelt ohne Dreiberg: Bennin g. Hessen (644).

    Seepferd;

    • in s.- #-geteiltem Felde mit verwechselten Farben: Geffenberg, Bayern (643).

    Einhorn;

    • g. in #: Strölin, Schwaben, Sendlinger, Bayern;
    • s. in R.: Gall, Steiermark (645);
    • s. in B.: Waldenfels, Franken.
    • Drei Einhörner, schreitend:
    • # in S.: Clairaunay, Frankreich (646)
    • Halbes
      • g. in B.: Mont und Egenhofer, Bayern (647);
      • g. in #: Perwang, ibidem;
      • # in S.: Perkhofer, ibid.
    • Einhornrümpfe, zwei voneinander; S. in R.: Helmsdorff, Schwaben (648)
    • Einhorn mit Fischschwanz; oben #, unten s. in s.,r.-geteiltem Felde: Nimptsch, Böhmen, jetzt Weyher, Schlesien (649).

    Katze mit Menschenkopf

    • und s. Hut; s. in R.: Pachhamer, später Fröschl. Salzburg, in 2. u. 3 (650).

    Fuchs mit Hahnenschweif;

    • r. mit # Schweif in G.: Leipziger, Sachsen (651).

    Wolf mit zwei Köpfen

    • (b. mit r. Köpfen in S.): Stumpf v. Püchel, Bayern. N.B. auf einem Grabsteine des Conrat St. v. P. aus dem 14. Jahrhundert zu Indersdorf ist dies Untier so wie hier (652.).

    Schaf mit zwei Köpfen

    • schreitend; s. in B.: Alessandri, Florenz.

    Panther;

    • b. in S.: Stadt Ingolstadt, Bayern; S. in #: Scheuerl, Nürnberg (653);
    • S. in Gr.: Steiermark;
    • g. in #: Minner, Augsburg,
    • Halber,
      • aus gr. Berg wachsend; # in S.: Felsenberg, Schwaben;
      • ebenso aus r. Dreiberg b. in S.: Pfüringer, Bayern (654).

    Drache,

    • in der Regel mit nur zwei Füßen; g. in B.: Wurmb, Sachsen;
    • s. in R.: Drachenfels, Rhein (655);
    • r. in S.; Breidenbach, Hessen;
    • # in G.: Pappus, Tirol;
    • r. in G.: Dragomanni, Toskana;
    • g. in R. mit darüber schwebendem g. Kometen: Cioli, ibidem

    Lindwurm,

    • in der Regel mit vier Füßen; 657 ist der Schild der bayerischen Eßwurm, welche ihr Wappentier einen Lindwurm nannten.

    Hydra;

    • drei S. in # hintereinander im oberen Platze der v. Joyeuse, Frankreich, Schweiz (hier, 656, ist nur eine derselben gegeben)

    Zerberus,

    • Höllenhund; Herkules mit dem Höllenhund kämpfend in S.: Greimolt, Bayern (658)
    • Schlange; geflügelt und kriechend
    • B. in G.: Cranach, Preußen (675).

    Nesselwurm;

    • # in G.: Ginsheim, Bayern (683).

    Doppeladler ;

    • # in G. mit g. Scheinen: Deutschland, rsp. hl. röm, Reich (664);
    • r. in G.: Reimdyk, Rhein (659);
    • gr. in S.: Brumbach, Elsass;
    • # in S.: Below, Mecklenburg, Bihl. Frankfurt;
    • geköpft # in S.: Prißbuer, Mecklenburg (662)
    • Vier Doppeladler; 2, 2, in G.: Montecucoli, Österreich (660);
    • ein Doppeladler, g. in B. mit gekrönten s. Löwenköpfen: Koporellen, Schwaben (661)

    Jungfrauenadler;

    • g. und gekrönt in B.: Stadt Nürnberg, Bayern (665);
    • ebenso Erlin v. Rosenberg, Elsass, und Merla, Hessen;
    • g. in # gekrönt, von vier, 2. 2. g. Sternen beseitet: Ostfriesland;
    • Adler, einfacher; mit Wolfskopf und g. Mond auf der Brust # in S.: Flans, Thüringen (663);
    • ebenso mit Bockskopf # in G.: Stadt Treiß (676).

    Hahn mit Drachenschwanz;

    • # in G.: Ried (später Kuepach), Tirol (666).
    • Mit Fischschwanz (# mit b. Schwanz) in G.: Geys, Schwaben (680)
    • Mit Menschenkopf; # mit r. Stulphut in S.: Ochfisch, Österreich, in 2. u. 3. (667);
    • ebenso in s.,r.-geteiltem Felde auf # Kissen stehend: Wiener, Steiermark
    • Mit Bockskopf; # in G.: Kokorski, Polen (678).

    Gans mit drei Köpfen;

    • s. in #: Zirnberger, Bayern (668).

    Storch mit zwei Köpfen;

    • s. in B.: Weiler, Rhein (669).

    Greif.

    • Dieser ist im oberen Teil Vogel, im untern Löwe, und seine Vorderfüße sind daher Vogelkrallen, seine Hinterfüße Löwenpranken. Dass der Greif den Schweif zwischen den Füßen eingezogen tragen solle oder müsse, wird durch Hunderte von älteren Mustern widerlegt;
    • g. in B.: Mussinan, Bayern, und Canossa; Italien;
    • # in S.: Landyr, Schottland, Wath, Nürnberg;
    • # in G.: Albrechtsheimer; Österreich, Bayern;
    • s. in R.: Axamitowski; Preußen;
    • g. in R.: Martelli, Toskana;
    • g. in #, zuweilen auch gekrönt: Doviato, Italien (670).
    • Greifenköpfe; drei g. in #: Tschakaturn, Ungarn (681).
    • Greif, geschwänzt (r. mit s. Schweif in B): Puttkamer; Pommern (671)

    Fisch,

    • geflügelt; s. in R.: Truchtlachinger, Bayern, und Pölzig, Sachsen (673);
    • s. in B.: Brockdorff, Holstein;
    • in specie Hecht, geflügelt und gekrönt g. in B.: Hechthausen, Oldenburg (679).
    • Gehörnt; s. in B. mit s. Hirschgeweih: Gutten, Schlesien (672).
    • Mit Hirschkopf; s. in R.: Pogorski; Polen (677).
    • Ähnlich ist die Wappenfigur der v. Zeggein oder Zeggyn in Bayern (aus Ungarn stammend), nur dass zuweilen statt des Fischschweifes ein Schneckenhaus sich zeigt (682)

    Halb Krebs; halb Stier;

    • oben r., unten gr. in S.: Grasmann, Bayern (674).
    • Ob hierher und überhaupt urkundlich?: In R. drei s. Blumen, aus deren Kelchen Mädchenköpfe hervorwachsen: Gleich v. Miltitz, Sachsen.

    V. Künstliche Figuren.

    Die künstlichen Figuren in der Heraldik; lat. figurae artificiosae, franz. figures artificielles, engl. artificial objecta, ital. figure artifiziali, ndd. kunstmatige figuren, sind mehr oder minder manierirte Darstellungen von Gegenständen; welche durch menschlicher Hände Arbeit hergestellt werden. Es erscheinen davon in den Wappen so vielerlei Beispiele, dass wir von Werkzeug; Fahrnis, Bauwerk, Waffen, Kleidungsstücken etc. kaum eines kennen, das nicht ganz oder in einzelnen Teilen darin zu finden wäre; dagegen ist es auch richtig; dass wir so manches hierher gehörende Wappenbild nicht sicher zu benennen wissen; größtenteils aus dem Grunde; weil derlei rätselhafte Werkzeuge entweder lange nicht mehr gebraucht werden oder wenigstens unseren Augen in so veränderter Form erscheinen, dass wir in ihnen die heraldischen Figuren nicht wieder erkennen mögen. Manche solche, den Heraldikern des vorigen Jahrhunderts noch unbekannte Figur ist seitdem durch Studium und fleißiges Vergleichen alter Trachten und Gerätschaften, Bauwerke etc. in seiner wahren Bedeutung erkannt und benannt worden, wir dürfen uns aber nicht verhehlen, dass auch hierin dem denkenden Heraldiker noch ein gut Stück Forschung übrig gelassen bleibe.

    a) Werkzeuge, Gerätschaften, Fahrnisse;

    Haken; Aexte, Beile;

    • ein s. mit g. Stiel in R.: Topor; Polen;
    • ein schräggelegtes in B.: Biel, Mecklenburg;
    • ein Beil s. mit g. Stiel in einen g. Hackstock geschlagen: Riemhofer, Bayern (XX. 776).
    • Zwei voneinandergekehrte Aexte oder Beile;
      • s. mit g. Stielen in #: Lösch; Rottenburg, Bayern (XIX. 685);
      • ebenso in S.: Zabern; Hessen.
    • Zwei geschrägt; s. mit g. Stielen in #: Mordax, Krain (686).
    • Drei Beile;
      • r. in S.: Iberg; Schwaben;
      • benso in G.: Stetten; Schwaben (687)
    • Drei abwärts übereinanderliegend; in R.: Bilow.

    Messer, Weinmesser, Hippen;

    • ein s. in B.: Heppe; Hessen (689).
    • Zwei, voneinander, gekehrt;
    • s. mit # Heften in G.: Wildungen; Hessen (688);
    • ebenso in g.,r.-schräggeteiltem Felde: Dietrichstein, Steiermark,
    • Drei Jagdmesser, liegend; in R.: Jagstheim; Franken (690);
    • ebenso in B.: Zefterfleth, Preußen,
    • Kneife (knife), Pergament- oder Lederschneidmesser; drei s. in R.: Tornow, Mecklenburg (XX. 790),
    • Hackmesser, Daxmesser; b. mit r., Handhabe in S.: Altnach, Schweiz (691).
    • Drei Hackmesser hintereinander; s. mit g. Heft in R.: Eschlbach, Bayern (XX. 789).
    • Schabmesser; s. mit g. Handhabe in B.: Schab, Hessen (716).

    Gabeln, Essgabeln;

    • zwei s. mit g. Heften in R., geschrägt: Borrini, Krain (692).
    • Ofengabeln (mit Stielen); g. in R. geschrägt: Gabelkofer, Bayern, Österreich (693).

    Heugabeln;

    • eine S., an beiden Spitzen mit g. Garben besteckte in R.: Methnitz, Steiermark (694).
    • Drei s. Gabeln (ohne Stiele) in B.: Dequede, Preußen.
    • Zwei dreizinkige, geschrägt; # mit g. Stielen in S.: Hopfgarten, Sachsen (695).

    Fischspeer;

    • # in S.: Ebnet, Schwaben (696). (NB. auf dem Helm mit angespießtem Fisch).
    • Gestürzt mit angespießtem b. Fisch in S.: Fischmaister, Österreich.

    Rechen;

    • r. in G. auf gr. Dreiberg: Grabiel,, Polen (697).
    • Zwei, geschrägt; s. in R.: Reuhauser, Bayern (690);
    • r. in S.: Waldeck, Schwaben;
    • ebenso, # in S. über gr. Dreiberg: Witzendorff, Mecklenburg.
    • Drei im Dreipaß um einen s. Ring gestellt;
    • r. in S.: Grabiell, Polen (699).

    Dreschflegel;

    • zwei s. mit g. Stielen in R.: Königsfelder, Österreich (700);
    • ebenso: Flegelberg, Schweiz.

    Sense;

    • eine s. mit g. Stiel, schräggestellt in R. (auch in B. und in #): Mader, Schwaben (701)
    • zwei Sensen; geschrägt und mit r. Band gebunden in B.: Meyer, Frankfurt (702).
    • Drei Sensen nebeneinander, die mittlere gestürzt, in S.: Meyer, Hamburg (703).
    • Sensenklinge; eine schräggelegte s. in #: Segesser, Schweiz (704).
    • Zwei voneinandergekehrt s. (auch g.) in B.: Bissingen, Sachsen (705).
    • Drei s. Sensenklingen im Dreipaß um eine r. Rose gestellt in #: Groland, Nürnberg (706).
    • ebenso g. in R. um eine s. Rose: Rola, Polen.

    Sichel;

    • eine s. mit g. Hefte in R.: Streitberg, Franken (707);
    • mit r. Heft in G.: Sichlern, Bayern.
    • Zwei voneinandergekehrt in B.: Gärtringen, Schwaben (708);
    • in R.: Castner v. Reihenhall, Bayern.
    • Drei hintereinander in R.: Wagenberg, Krain (709);
    • drei, 2.1. g. in S.: Hausen, Nassau.
    • Eine s. Sichel und gestürzter Rechen geschrägt in B.: Burt, Hessen (710).
    • Spaten, Grabscheit;
    • ein s. in R.: Gradscheidt, Steier (711).
    • Schräggelegt in r.,-b.-gespaltenem Schilde: Radeßky, Österreich (712).
    • Schräggelegt und gestürzt; # in G.: Sigenhoffer, Bayern (713).
    • Zwei geschrägte ebenso: Grabner, Franken.
    • Drei nebeneinander; g. in R.: Sauer, Krain (714).
    • Drei im Dreipaß gestellt; # in G.: Greißeneck, Steier (715).

    Jetten;

    • zwei geschrägte an g. Stielen in R.: Jett, Schwaben (741).

    Gartenhauen;

    • s. mit g. Stielen in R.: Kreitt, Bayern.

    Ruder;

    • zwei gestürzt geschrägt s. in R.: Rolshausen, Rhein (717).
    • Zwei aufrecht geschrägt b. in G.: Böselager, Preußen;
    • R. in S.: Ruedorffer, Bayern, in 2. u. 3.

    Winkelmaß;

    • g. in #: Kirmreith, Bayern (718).
    • Drei; voneinandergekehrt s. in B.: Beßer, Rhein (742)

    Keile (Zeltnägel);

    • drei r. in S. nebeneinander: Preen, Mecklenburg (719). (Vergl. auch unter Nagel.)

    Feuerstahl;

    • g. in B.: Schurf, Tirol;
    • s. in R. schräggestellt: Schurfseisen, Bayern (721).
    • Zwei; voneinandergekehrt: # in G.: Stahl. Österreich (722).

    Schere,

    • Tuch- auch Schafscheere; eine stehend r. in S.: Langen, Westfalen (723).
    • zwei, ebenso: Giech, Franken, Marschall v. Altengottern, Thüringen.
    • Eine schräggelegt r. in S.: Haldenberg, Bayern.
    • Drei; schräggelegt # in S.: Eisenhofer, Bayern (724).
    • Schneiderscheere; eine offene r. in G.: Scherenberg, Franken (725)

    Hammer;

    • 1 schräggelegt s. in B.: Blanckart, Preußen (726)
    • Drei r. in S.: Neuenstein,
    • ebenso s. mit g. Stielen in R.: Altenstein, Schwaben (727);
    • item schräggelegt r. in S.: Kolff. Preußen.
    • Ein Hammereisen (ohne Stiel) s. in R.: Oberländer, Bayern (XXI, 888),

    Schlegel;

    • drei s. in R.: Schlegel, Franken;
    • g. in #: Fragner, Bayern (728).

    Zange;

    • schräggelegt r. in S.: Amranger, Bayern (729);
    • ebenso s. in B.: Lottner v. Amerang, ibidem.
    • Geradestehend r. in S.: Zangberger, ibidem.
    • Liegend g. in # über S.: Zenger, Oberpfalz
    • Schafzwinge; # in G.: Barnhagen v. Ense, Rhein (731);
    • s. in #: Carnap, Preußen, oberes Feld.
    • Drei # in S.: Schwansbeel, Rhein.

    Klammer;

    • zwei abgewendet stehend, dazwischen ein gestürztes Schwert: Bialachowski oder Klamry, Polen (730).

    Doppelhaken;

    • liegend s. in #: Biedenfeld, Hessen, Payr v. Caldiff. Tirol (733).
    • Stehend # in S.: Tettenborn (732);
    • ebenso, in Form eines Z in der Mitte durchbrochen, s. in B.: Winzerer, Bayern (744),
    • Drei r. in G.: Galen, Preußen (743);
    • drei nebeneinander s. in R.: Bielikolicz oder Haki, Polen.
    • Ohne Spitzen zwei übereinander s. in R.: Kölderer, Bayern (734);
    • ebenso, gekreuzt: Borejko, Polen (735). N.B. Die Engländer nennen diese seltene Figur in der Heraldik Fylfot.

    Bohrer;

    • # mit g. Handhabe in S.: Neber, Schwaben (736)

    Pfrieme;

    • S. in B.: Scharer, Bayern (720)

    Striegel;

    • in g., #-geteiltem Schilde mit verwechselten Farben: Marstaller, Nürnberg (737).

    Kamm;

    • g. in # gestürzt: Kemnat, Schweiz (738);
    • ebenso b. in G.: Anrep, Preußen.
    • Drei r. in S.: Aix, Niederrhein, Preußen

    ,
    Säge,

    • Handsäge; s. in R. schräggelegt: Malkas, Franken (745).
    • Sägblatt mit Handhabe; s. in # schräggelegt: Sagrer, Bayern (746);
    • ebenso s. in R.: Schneidheim, Bayern, in 2. u. 3.

    Zirkel

    • mit Kreisbogen; gestürzt r. in S.: Gottsfeld, Franken, und Petzlinger, Bayern (739).
    • Offener; s. von zwei s. Sternen und einem s. Kreuz beseitet in B.: Jßstein, Hessen.

    Stößel,

    • Pflasterstößel, Rammklötze; drei r. in S.: Könneritz, Sachsen (740). NB. Werden oft irrig als Henkelkrüge gezeichnet.

    Angel;

    • s. in R.: Miningerode, Braunschweig;
    • s. in #: Achdorffer, Bayern (748).
    • Gestürzt; r. in S.: Brunn, Elsass, Franken (749).
    • Wolfsangel;
      • eine s. in B.: Mayenthal, Franken (750).
      • rei; gestürzt s. in R.: Pflummern, Schwaben;
      • in G.: Stain (751);
      • . in #: Stadion, ibidem.
    • Doppelte Wolfsangel;
      • # in G.: Hatzfeld, Hessen;
      • . in G.: Breidenbach, Hessen (752).

    Hechel;

    • schräggelegt g. in #: Hechlingen, Schwaben (747).

    Spulen;

    • drei r. in S.: Haren, Sachsen (753)

    Knaul Faden;

    • S. in G.: Zwirner, Österreich (754)

    Schraubstock;

    • # in G.: Inaporz, Tirol, im vorderen Platz (755).

    Ortband, Spange;

    • schräggelegt s., auch g-,, in #: Spangstein, Krain (756).
    • ebenso # in S.: Bröcker, Preußen.
    • Zwei; geschrägt s. in R.: Schilling (761).

    Geisseln;

    • drei b. mit g. Knöpfen und Rändlein in S.: Tragenreitter, Bayern (757).

    Kesselhaken;
    eine spezifisch norddeutsche Wappenfigur;

    • r. in G.: Kettler (758);
    • # in S.: v.d. Decken, Westfalen, und Twickel, ibid. (760).
    • Drei; an einem Stab hängend s. in R.: Hadeln, Bremen (759)

    Feuerhaken;

    • schräggestellt r. in S.: Winhingerode, Preußen (XX. 770);
    • s. in R.: Bronikowski oder Osenka, Polen;
    • Zeller v. Riedau, Bayern; # in S.: Bischoffswerder, Preußen.
    • Haken, zwei, mit Handhaben, im Keil mit den Spitzen zusammengestellt, s. in B.: Sauerzapf, Oberpfalz (764). Sind wohl ursprünglich bestimmt benannte Handwerkszeuge?

    Schifferhaken;

    • zwei s. mit g. Stielen geschrägt in R.: Ehinger, Ulm;
    • ebenso Neubeuern, Markt, Bayern (XXII. 925)

    Bremse, Wagenbremse;

    • # mit g. Beschlag und Kette in S.: Premser, Niederbayern (xx, 766).

    Pfahlschuh;

    • g. in B.: Pfahler, Bayern (765).

    Uhrzeiger;

    • schräggelegt s. in B.: Zaiger (768).

    Anker;

    • # in G.: v.d. Hoop, Niederlande, Hessen (769);
    • s. in B.: Hönning, Westfalen;
    • # in S.: Hafner, Salzburg, in 1. und 4.
    • Drei; g. in B.: Lentken, Preußen.
    • Gestürzt mit durchgezogenen g. Seil (vulgo Zopf) s. in #: Stubenberg, Österreich (771).

    Nägel;

    • drei # in G.: Nagelsberg, Schweiz (772);
    • ebenso gestürzt s. in #: Kyle, Schottland (könnten auch Keile sein).

    Kette;

    • senkrecht hängend g. in #: Schlippenbach, Preußen (773).
    • Balkenweise; s. in B.: Budberg, Westfalen (774).
    • Geschrägt; zwei Ketten an einem Ring b. in S.: Zanchini;
    • ebenso in G.: Galigai, Toskana.

    Spindel;

    • s. mit g. Garn und Ringen in R.: Ruestorffer zu Kirchperg, Bayern (775).

    Spahn;

    • schräggelegt g. in #: Spahn, Österreich (791);
    • s. in #: Spänlin, Schwaben.

    Butterfass, Rolltrommel;

    • g. in #: Röll, Bayern, Schwaben (777).

    Blasbalg;

    • g. in #: Berrig (Berg?) (778)

    Fenerwedel;

    • r. in S.: Leveßow, Mecklenburg (792). Wird auch als Fallgitter, als Rost und als Egge dargestellt.
    • Fliegeuwedel von Pfauenspiegeln; drei nebeneinander mit s. Schäften in R.,: Rabensteiner v. Wirsberg, Franken (794).
    • Zwei mit g. Schäften geschrägt in B.: Heidebreken, Pommern (793).

    Schale;

    • mit Handhabe g. in B.: Scheler, Württemberg (779).
    • Drei flache Schalen g. in #: Schall, Österreich (780).
    • Teller; g. in #: Lengheim, Krain (781).
    • Drei s. Schüsseln mit g. Löffeln in Gr.: Ramschüffel, Steiermark (782).

    Ring;

    • s. in #: Knörringen, Burgau, Schwaben, Altenbockum, Preußen (783);
    • s. in R.: Bettendorff, Oberpfalz.
    • Drei;s. in B.: Freitag, Westfalen (784);
    • # in S.: Vattersheimer zu Pruck, Oberösterreich.

    Ampeln, Lampen;

    • drei # mit g. Flammen in R.: Lamp, Sachsen (788).
    • Windlichter; drei gr. mit r. Flammen in S., auch s. in B.: Sailer, Lindau, Schweiz (786)
    • Leuchter; dreiarmiger g. in B. (alias s.): Möllendorf, Brandenburg (785).
    • Fünf einfache in Schragen gestellt g. in B.: Quast, Preußen (787). Sollen ursprünglich Ouäste oder Ouasten gewesen sein.

    Kumpf

    • (zum Aufbewahren des Wetzsteines);
    • drei g. Kumpfe in #, einen g. (alias s., g., s.) Balken beseitend: Kumpfmühl, Bayern (795).

    Hängkessel,

    • mit Rinken; # in S.: Pfersheim, Schwaben.
    • Über brennendem Feuer # mit r. Flamme in G.: Kern v. Zellereit und Jungwirth, Burghausen, Bayern (796).
    • Drei; g. in B. (ohne Feuer): Keßler, Österreich (797)

    Höllhafen,
    Jagdhäfen mit Füßen und Handhaben;

    • r. in S.: Hefner v. Suntheim und v. Schwelbrunn, Schwaben (798);
    • S. in #: Preuhaven zum Klingenberg, Oberösterreich.
    • Mit Ring zum Aushängen; g. in B.: Oelhafen, Nürnberg (ursprünglich allein im Schild, später von einem Löwen gehalten).
    • Drei Höllhäfen; g. in #: Grapen, Pommern (799).
    • Rutschhäfen (ohne Füße mit einer Handhabe; drei # in G.: Pignatelli, Rom;
    • ebenso s. in B.: Hefner v. Adlersthal, Bayern (800);
    • s. in R.: Uterwieck, Niederrhein.

    Kanne;

    • g. in R.: Schilling v. Cannstadt, Württemberg (801).
    • Drei; s. in B.: Kanneberg, Brandenburg (802).

    Gießkanne, Sprizkrug;

    • drei b. in S.: Holzheimer, Bayern (804)

    Kopf oder verdeckter Becher;

    • ein s. in R.: Schenk v. Liebenberg, Schweiz.
    • Drei, 1. 2. g. in R.: Kopf, Steiermark (805).
    • Doppelscheuer, Doppeldeckelbecher;
      • s. in #: Besserer, Ulm (806);
      • uch in der Form wie XXIX. 1235 vorkommend.
      • rei g. in R.: Dewitz, Pommern (807).

    Wasserschlauch,

    • Waterbuget, drei s. in R.: Ros v. Rutland, England (XXL. 883), eigentlich Trusbut v. Watte, und durch Erbheirat von diesen an die Ros gekommen (Planché 117). Die Formen waren in verschiedenen Jahrhunderten verschieden, das Wappenbild ist exclusiv englisch.
    • Drei g. in B.: Wallace; Schottland.
    • Stürzbecher; drei s. mit g. Reifen in #: Donneck; später Aham, Bayern (XXI. 846);
    • ebenso s. in R.: Grünsberger; Ulm.

    Trinkglas;

    • s. in R.: Glasnapf; Nürnberg.
    • Mit Puzen; s. in R.: Leitgeb; Landshut (808);
    • mit g. Stern besteckt ebenso: Escher vom Glas, Zürich.

    Kelch;

    • r. auf b. Dreiberg in S., darüber schwebend zwei r. Klammern (?): Stauffenberg, Elsass (810);
    • gr. in G. (Römer): Kelchen, Schwarzburg (809).
    • Champagnerkelche; drei s. in G., einen r. Sparren beseitend: Hieronymi, Mecklenburg.

    Reiseflasche;

    • r. in S.: Flasch; Nürnberg;
    • s. in R.: Herbishofen; Schwaben;
    • # in G.: Edlweck; Bayern (811).

    Pfanne;

    • drei s. Pfannen nebeneinander in B.: Padilla; Kastilien.

    Faß, Lagel;

    • g. in R.,: Lagelberg; Bayern, Österreich (812).
    • Fischlagel; s. mit g. Reifen in R.: Pütrich und Tulbeck; München.
    • Drei Lägel; g. in R.: Bohenstein; Schwaben (813).

    Bütsche; Kübel;

    • s. in R. auf # Dreiberg: Pötschner; München (814).
    • Stübisch; g. in R.: Stübig; Steiermark.
    • Salzscheibe; g. in #: Salzinger, Bayern (815);
    • s. mit g. Reifen in #: Furtaller;ibidem.

    Eimer;

    • g. mit s. Reifen in R.: Emerberg, Steiermark;
    • s. in B.: Truchseß v. Emerberg ibidem (816).

    Kutte mit Tragbändern;

    • s. mit g. Reifen und Bändern: Buttlar, Treusch v.Buttler, Germar, Hessen (817).
    • Ohne Tragbänder; mit Krücke zum Tragen s. in B.: Stozingen, Schwaben (818).

    Rauchfaß;

    • s. in B.: Rauch, Mecklenburg (819).

    Korb;

    • Handkorb; g. in #: Korbhamer; Bayern (822).
    • Blumeukorb; g. in #: mit g. Handhabe (Armreif): Wurmrauscher; Bayern.
    • Ohne Handhabe; g. in S.: Buttler, Polen (820).

    Füllhorn;

    • eines #, g.-gestreift in S.: Herbst, Oberpfalz (821).
    • Drei g. in S.: Bordelius; Kurland, in 1, u. 4 (824).

    Sieb;

    • g. in S.: Häfyben, Oberösterreich;
    • s. auf s. Dreiberg in B.: Siber v. Piesniß; Steier (823);
    • g. in r.,s.-geviertetem Schilde: Crivelli, Lombardei, Bayern – crivello ist ein provinziales italienisches Wort für Sieb;
    • g. in # in 2. u. 3: Adelmann, Württemberg.

    Stuhl;

    • s. in R.: Zweng, Bayern (825);
    • g. in R.: Landfiedler.

    Bank, alias Hocker;

    • # in S. (auch in G.): Stubenhart, später Schöner v. St., und Auersperg, Steier (827).
    • Bank; davon auffliegend ein s. Falke; g. in R.: Bank, Schlesien.

    Tisch;

    • g. in #: Faltzner, Nürnberg;
    • gedeckt mit weißem Linnen und mit Schüsseln besetzt in #: Falkenstein, Thüringen (826).
    • Tischgericht, Gestell; # in S.: Marschalk v. Oscheim, Franken (828);
    • eines g. in R., darauf zwei Sittiche sitzend: Uttershausen, Hessen (829).
    • Drei b. in G.: Boischotte v. Erps, Bayern, Niederrhein (830);
    • ebenso r. in S.: Monfort; ibidem. NB. Vielleicht sind es auch nur Stuhlgerichte oder Gestelle.

    Fenster, Gucker;

    • mit g. Rahm und er Beschläg in R.: Stuben, Schweiz (835).
    • Großes mit Putzenscheiben und # Rahm; die unteren Flügel offen, in G.: Fensterer, Österreich (834).

    Truhe;

    • # mit Stahlbändern (auch mit g. Beschläg) in S.: vom Holtz, Württemberg (831). Bei Grünenberg ist das Wappen der Herrschaft Hohenstauffen genau so, nur dass das Schlüsselloch in Form eines Reichsapfels durchgeschlagen ist.

    Wiege;

    • r. in S., daraufsitzend ein gr. Vogel: Grimmschütz, Krain (832).

    Kleiderständer;

    • g. in R.: Henkel, Kloch und Sobeck, Schlesien (833).

    Türschloßblatt;

    • # in S.: Stadler v. Stadlkirchen, Oberösterreich, später Neuhaußer (837). Bei Siebmacher III, 64 irrig als Schachbrett gegeben.

    Glocke;

    • g. in #: Glockner v. St. Peter, München (836).
    • zwei; g. in R.: Thalhaim, Bayern (388).

    Stundenglas;

    • s. in g., #-gespaltenem Schild: Heyne, Sachsen (XXII, 1009).

    Waage;

    • s. in B.; in der einen Schale ein Schwert, in der andern ein Buch liegend (XXXIII, 1007): Zschinsky, Sachsen.

    Kissen;

    • s. mit g. Quasten in #: Küßnach, Schweiz (839).
    • Drei (Polster); schräggestellt r. in S.: Murray, Schottland (840).

    Schlüssel;

    • ein s. in R: Schlüsselberg, Tirol;
    • g. in B.: Riccardi, Toskana (841).
    • Zwei; geschrägt # in S.: Schimmelpfennig, Preußen;
    • s. in R.: Regensburg, Stadt (842);
    • g. in B.: Gori, Florenz;
    • ebenso g. in s.-b,-gespaltenem Schild: Üchtriß, Lausitz.
    • Voneinandergekehrt s. in R.: Blücher, Pommern;
    • s. in B.: Schlüsselberg, Oberösterreich (844).
    • Drei; liegend übereinander r. in S.: Portner, Augsburg (843);
    • g. in R.: Gibsone, England, Preußen;
    • schräg übereinander s. in R.: Speth v. Zwiefalten, Schwaben (XXXI, 845. Bei letztem Geschlechte werden sie auch oft als Sägen benannt und gezeichnet; was das Richtigere sei, darüber müssten die ältesten Siegel und Denkmäler der Familie Aufschluß geben.

    Harfe;

    • # in G.: Landschad, später Bohn v. Winheim, in 2. u. 3 (847);
    • g. in #: Harfenberg, Schwaben;
    • g. in B.: Budenhagen, Sachsen, Irland.
    • Laute; schräggelegt, gestürzt, g. in B. von fünf g. Kleeblättern, alias Sternen, beseitet: Holleben, Schwarzburg (848).
    • Lautenhals; g. in #: Flatow, Pommern (849).

    Geige;

    • g. mit schrägdarübergelegtem Bogen in B.: Viola, Legnago (850);
    • schräggelegt s. in R.: Geiger, Österreich (vorderer Platz).
    • Drei ; gestürzt g. in R.: Swieten, Krain (851).

    Posthorn;

    • g. in #: Jenisch, Sachsen;
    • ebenso Födransberg, Krain, in 1. u. 4 (852).

    Trompete;

    • schräggelegt g. in B.: Rand, Oberösterreich (853).

    Hüfthorn;

    • Hiefhorn; r. mit s. Beschläg und Schnur in B.: Mandelslohe (854);
    • ebenso über r. Dreiberg in G.: Horneck v. Hornberg, Schwaben;
    • # mit r. Schnüren in G.: Raidt v. Kemmating, Oberösterreich;
    • s. mit g. Schnur in R.: Silber, Württemberg.
    • Zwei; gestürzt und voneinandergekehrt # mit g. Beschläg und Schnur in R.: v.d. Becke, Bayern.
    • Drei; r. mit g. Beschläg und Schnur in S.: Walsleben, Mecklenburg;
    • drei übereinander ohne Schnüre # mit s. Beschläg in R.: Auer v. Tobel, Bayern (855);
    • s. mit g. Beschläg in R.: Weissenhorn (Fugger), Schwaben;
    • ebenso in B.: Guicciardini, Florenz.

    Trinkhorn,

    • auf Füßen stehend # in G. mit s. Lilien besteckt: Krokow, Polen, Pommern (856).

    Schellen;

    • eine g. auf # Balken in S.: Ernau, Schwaben.
    • Zwei g. in B.: Cöln, Preußen (unterer Platz).
    • Drei g. Schellen in R.: Clavel, Frankreich (858);
    • ebenso in Gr.: Kermassement, Bretagne.

    Schachbrett;

    • s., # mit g. Rahm in R.: Buben, Schweiz (859).
    • Schachturm, Roch, Roc;
      • ein # in S.: Stürmer b. Unternesselbach, Franken (860);
      • . in R.: Sultzer, Augsburg.
      • rei; s. in R.: Rochow, Sachsen (861);
      • . in R. unter G.: Frescobaldi, Toskana.
    • Schachrößlein;
      • s. in R.: Herzheimer, Bayern (862);
      • in S.: Heseloher , ibidem.
    • Schachbauer;
      • drei # in S.: Wabane von Steinstown, Schottland (896)

    Würfel;

    • drei g. in S.: Billerbeck, Preußen (865);
    • ebenso s. in R.: Ausin, Bayern (Herzschild);
    • drei, übereckgestellt, s. in R. über g. Dreiberg: Spillberger, Bayern (864).

    Kreisel;

    • g. in R.: Pidoll, Bayern (865), im unteren Platze.

    Globus;

    • s. in Gr.: Dangel, Preußen (866);
    • item innerhalb eines b. mit s. Sternen besetzten Reifes, auf dem Kreuze des Christusordens liegend: Brasilien.

    Ballen, Kugeln;

    • 1 r. in G.- Anselfingen, Schwaben (868);
    • s. in # innerhalb g. Bordur: Schmid, Zürich;
    • # in S.: Raittenau, Schwaben.
    • Drei; s. in #: Weltz, Schwaben (867).
    • Fünf; r. in S. im Schragen: Söll, Tirol, Herzschild (871).
    • Sechs, 3.2.1, g. in #: Devicq, Bayern (869).
    • Acht Ballen r. in S. am Schildsrande verteilt: Staell, Westfalen.
    • Vierzehn, 4. 4. 3. 2. 1, g. in S.: Bülow, Mecklenburg (870).

    Kegel;

    • ein g. in S. auf s. Dreiberg: Roland, Rhein (872).
    • Zwei: # in S.: Peilstein, Schwaben (873).
    • Drei nebeneinander s. in R.: Mütschephal, Eichsfeld, alias Säulen (874).

    Münze;

    • eine s. in R.: Creuzer, Österreich (875).
    • Drei g. Thaler mit einem Adler bezeichnet in S.: Inkoffer, Bayern (876); findet sich auch als drei b. Adler innerhalb g. Ringe in S.
    • Drei s. Thaler in B.: Taller v. Neuthal, Österreich, im unteren Platze.
    • Fünf; s. auf gewolktem r. Schragen in G.: Zwanziger, Bayern.
    • Sechs; s. in Gr. unter G.: Ritter v. Grünstein, Rhein.

    Spielkarte;

    • Herzsechs in einem von G. und # schräggeteilten Schilde nach der entgegengesetzten Schräge gelegt: Spielhausen, Sachsen.

    Spiegel;

    • drei runde s. mit g. Rahmen in R.: Spiegel v. Pickelsheim, Hessen (878).

    Leiterwagen;

    • schräggestellt s. in R.: Wagenrieder, Bayern (879).

    Schäferkarren;

    • s. in R.: Cabanes, Rheinland (881).

    Pulverkarren;

    • r. in S.: Rabatta, Götz.

    Kutsche;

    • r. in G.: Kotsch, Sachsen, oberes Feld.

    Wagengestell;

    • r. in S.: Earrara, Italien (877).

    Wagenrad;

    • g. in #: Syberg, Rhein, Neuenstein, Elsass (880);
    • s. in R.: Berlichingen, Franken;
    • r. in S.: Jagon, Mecklenburg;
    • s. in B.: Bolanden, Rhein, Wreech, Preußen.
    • Drei Räder: # in G.: Steinau, Sachsen (882).
    • halbes Rad:
      • # in G.: Radeck;
      • . in S.: Stückrad, Sachsen;
      • . in B.: Reinhardstöttner, Bayern (884).
    • Felgen;
      • zwei voneinandergekehrt; zwei r. in S.: Winfelgen, Schweiz (885);
      • benso g. in #: Pernstorffer, Österreich, in 1. und 4.

    Schubkarten;

    • s. in R. von zwei gr. Kleeblättern beseitet: Ludolf, Erfurt.
    • Radsperren;
    • zwei S., r. in #,s.-gespaltenem Schilde von einandergekehrt: Helfendorffer, Bayern (906).
    • Radnabe; # in r., s.-gespaltenem Schilde: Heidenab, Franken (887).

    Wagenkipf, Wagenrunge;

    • s. in #: Epelhauser, Bayern, und Runge v. Schildau, Schlesien (889).
    • Wagenscheit; s. in R.: Mengersreuter, Bayern (886).

    Schlitten;

    • # in S.: Schlittstedt, Sachsen (890).
    • Schlittenschleifen; zwei übereinander s. in R.: Schlitters, Tirol (891).

    Schiff.

    • Boot;
      • g. in R.: Lodzia, Polen (892);
      • . in B.: Bothmer, Holstein;
      • itto auf s. Wasser schwimmend: Both, Mecklenburg;
      • . Boot mit g. Mast (auch ohne diesen) in #; Urfarer v. Urfarn und Arnbach, Bayern (844).
    • Boot mit Handruder
      • # in S.: Thannhausen, Schwaben;
      • benso b. in S.: Sursee, ibidem.
    • Segelschiff;
      • g. mit s. Segel und österreichischer Flagge in B.: Milieski, Galizien (895);
      • it Mast ohne Segel und mit einem Feuer im Mastkorb, # in G.: Argyll, Schottland (897).
    • Dreimaster; auf s. Wasser in B. (unter einem g. Haupt, darin die Worte: DEO DUCE): Wittigen, Sachsen.
    • Orlog, Kriegsschiff, mit schwedischer Flagge in S.: Struensee, Preußen.

    Pflug;

    • s. in R.: Straubing, Stadt, Bayern (898).
    • Pflugschaar;
    • r. in S.: Binke; Mecklenburg (899);
    • s. in #: Sandersleben, Sachsen;
    • b. in S. schräggestellt: Erding, Stadt, Bayern (762);
    • b. in G.: Pollinger, Bayern;
    • ebenso an den Ecken in Kleeblattform ausgeschnitten: Haidenreich, Bayern (XX 767).
    • Zwei gestürzt # in G.: Arand, Württemberg (763).
    • Drei solche: v.d. Bussche, Hannover (901).
    • Drei im Dreipaß gestellt, s. in #: Kaltenborn, Preußen (900).
    • Pflugschleife; s. in #: Welling, Österreich, Bayern, im vorderen Platz (902)

    Leiter;

    • s. in B.: Malnthein, Kärnten;
    • Oeyenhausen, Westfalen (903)
    • Feuerleiter, schräggestellt # in G.: Lüpow, Mecklenburg (905).
    • Faßleiter, schräggelegt # in S.: Horneck v. Weinheim, Schwaben (907);
    • r. in G.: Allendorff, Rhein; Schwanden, Schwaben.

    Steigbaum;

    • r. in S.: Bredow, Preußen;
    • schräggelegt: Donop, Westfalen (904).

    Bienenkorb;

    • g. in B.: Imler, Schwaben (908).
    • Drei; s. in R.: Büren, Schweiz (909).

    Mühlrad;

    • g. in #: Müller v. Friedberg, Schwaben (910);
    • # in G.: Mülinen, Schweiz;
    • r. in S.: Hendl, Tirol;
    • s. in B.: Miller, Bayern.
    • Drei; r. in S.: Kardorf, Mecklenburg (911).

    Mühlstein;

    • s. in #: Ermreich, Nürnberg (912).
    • Halber; s. in R.: Molstein, Böhmen.

    Mühleisen;

    • s. in R.: Eisenreich, Bayern (914), Müleisen, Augsburg.
    • Bem. Eine alte Form von Müleisen siehe in einem Siegel des Conradus Scheverstein de Molehusen v. J. 1238 (Zeitschrift des Vereins für thüring, Geschichte IV, 472 ff.)

    Handmühle;

    • s. auf g. Dreiberg in #: Urmiller, Bayern (913).

    Feuerkorb;

    • # mit r. Flammen in S.: Proeck, Sachsen (915).

    Fischreuse;

    • g. in #: Seutter, Lindau;
    • schräggelegt s. in R.: Reischinger, Oberösterreich (916).

    Egge;

    • schräggelegt g. in #: Eggenberger, Oberösterreich (917).
    • Hundekoppel;
    • r. in S.: Pausach, später Wagensberg, Tirol (918).
    • Schäferschippen (annon Reuten?);
    • zwei geschrägt s. mit g. Stielen in #: Magensreiter, Bayern (919).

    Ochsenjoch;

    • Drei # in G.: Luß, Schwaben (920).

    Kummet;

    • G. in R.: Gutenhag, später Herberstein, Steiermark (921);
    • polnisches Bauernkummet, schräggestellt s. in R.: Chomanto, Polen (923).

    Sattel;

    • r. in G.: Sättelin, Schwaben (924).

    Pferdetreufe, alias Stange;

    • # in G.: Fleckenbühl. Hessen (922);
    • mit Flügeln an der Seite, schräggelegt s. in B.: Brüsewitz, Pommern (XXII. 927).

    Hufeisen;

    • s. in B.: Trautson, Tirol (926).
    • Drei; # in G.: Almsheim, Bayern (928).
    • Fünf, 3.2; b. in S.: Eisenstatt (929).

    Sack;

    • vier s. in # im Schragen gestellt: Sack, Sachsen (930). NB. Palliot blasoniert dies Wappen als (de gueules à quatre larmes d’argent posées en sautoir etc.

    Beutel;

    • G. mit s. Schnur in R.: Kramer, Ulm;
    • r. mit r. Schnur in G. (931): Virgolt, Bayern (Geldbeutel?).

    Zelt;

    • s. mit r. Futter auf g. Dreiberg in B.: Zelter, Österreich (932);
    • innerhalb desselben das Muttergottesbild von Altötting, in B.: Neuötting, Stadt, Bayern.
    • zwei Zelte; s. auf gr. Boden in B.: Seckenberg, ibid.

    Maueranker;

    • schräggelegt r. in S.: Bellinghausen, Rhein, später Münch v.B.;
    • s. in B.: Hanseler, Rhein (934)

    Faßeisen;

    • # in S.: Loë v. Wissen, Rhein (933).

    b) Bauwerke und Teile derselben.

    Burg;

    • s. mit r. Dächern, dreitürmig, auf g. Dreiberg in (3r,: Arnsberg, Mecklenburg (935);
    • Z, in B., zweitürmig, auf gr. Fuß: Burghauß, Preußen;
    • ebenso dreitürmig: Borgstede, jbicl,;
    • r. in S.: Weilheim, Stadt, Bayern (937),
    • Burg mit einer gefestelten Jungfrau zwischen zwei Türmen: v.d. Kettenburg, Mecklenburg (939),

    Turm;

    • s. mit g. Dach auf g. Dreiberg in #: Harsdorff. Nürnberg (936);
    • # in S.: v.d. Wenge, Preußen (938).

    Burgtor;

    • s. in R. mit offenem Tor: Niederthor, Tirol (940).
    • Festungstor (von Szigeth, Ungarn); s. in #: Huyn, Österreich, Herzschild (944).
    • Giebel; s. in # Thürheim, Schwaben;
    • s. in R.: Greimolt v. Holzhausen, Bayern (942).
    • Tor oder Türe; verschlossen von zwei # Löwen gehalten g. mit # Rahmen in G.: Portinari, Toskana.

    Fallgitter;

    • s. in R.: Gatterburg, Österreich;
    • # in S.: Schwarzkoppen, Hessen (941);
    • g. in B.: Schele; Hannover.

    Gatter;

    • schräggelegt s. in R.: Haxthausen; Braunschweig (943).
    • Schräggitter; über den ganzen Schild gelegt r. in S.: Marschall; Thüringen;
    • r. in G.: Moy; Bayern (945).

    Planke;

    • s. in R. auf # Dreiberg: Plank; Bayern (947).
    • Feldgatter (zwei Pfähle; schräg mit einem astigen Baum überlegt); g. in R.: Fernberger, Bayern (946).
    • Gflochtener Zaun; g. in # mit Stiegel: Stapfer, Schweiz (XXIII. 1005).
    • gr. in S. ohne Stiegel: Zare, Schottland.
    • g. in B., daraus hervorwachsend ein g. Löwe: Paumgartner, Bayern;
    • item in S., daraus wachsend eine # Rüde: Zaunried; Bayern (948).

    Kirche;

    • s. mit r. Dache in #: Dieperskirchen; Bayern (949);
    • s. mit b. Dache in R.: Kirchheim; Elsass.

    Monstranz;

    • g. in S.: Brodreis; Bayern (973).

    Altar;

    • brennend s. in #: Abel, Württemberg (951).

    Säule;

    • gekrönt s. in R.: Römhild (XXXIII. 1006);
    • schräggelegt # in G.: Kurzleben;
    • ditto gekrönt: Zenge; Sachsen (1008).
    • zwei g. Säulen mit g. Lilien besteckt, dazwischen zwei gestürzte Schwerter geschrägt in R.: Ximenes, d’Aragona; Spanien.

    Haus, Schloß;

    • g. auf s. Felsen in B.: Steinhauser, Österreich (950);
    • g. in Gr.: Gillhausen, Preußen; in 2. u. 3.

    Stadel;

    • s. in #: Stadler, Bayern (952)

    Ziegel;

    • drei r. in G.: Frankenberg, Schlesien (953)
    • Preise, Hohlziegel; 18, in # schräggelegt: Pettenbeck; Bayern, Stammwappen (954).

    Ofen;

    • s. in #: Oven, Frankfurt (955);
    • gr. in S.: Oefele; Bayern; in 1. und 4.

    Strohdach;

    • g. auf vier s. Pfosten in R.: Brog oder Lesczyc; Polen (956).

    Wachthaus;

    • mit angelegter Stiege g. in B.: Schad v. Mittelbibrach, in 2. u. 3; wegen Warthausen (957).

    Windmühle;

    • s. mit r. Flügeln auf gr. Berg in G.: Ambel; Delphinat;
    • s. auf gr. Dreiberg in S.: Hähling v. Lanzenauer; Österreich, Köln; in 1 (959).

    Kohlenmeiler

    • brennend # in S. (alias B.): Koler, Allgäu (958).

    Brunnen;

    • Ziehbrunnen; r. in G.: Pütz; Preußen,(960);
    • s. in B.: Neubronner, Bayern.
    • Galgenbrunnen; # in G. auf gr. Fuß: Schönprunner, Bayern (961).
    • Röhrbrunnen; # auf r. Dreiberg in G.: Pronner v. Aichbichl, Bayern (962);
    • ebenso s. mit Wassergrand in B.: Hailbronner, Schwaben (963).
    • Röhrbrunnen, baürischer Art; g. in R. auf gr. Berg: Auer v. Auschausem Bayern; in 2. u. 3 (964).

    Pyramide

    • mit darangelehntem Pilgerstab; s. in B. auf gr. Fuß: Großer, Österreich (965).

    Schanzkorb;

    • s. in R.: Kripp v. Freudenegg; Tirol (966).

    Schleusen;

    • drei g. in # (alias r. in S.): Spiringk, Niederrhein (unteres Feld) (967). Bei Siebmacher II. 121 fälschlich wie Bienenkörbe.

    Steg und Brücke;

    • zwei # in S.: v.d. Lippe, Rhein (968). Vergl. unter Beizeichen Steg, Kragen.
    • Steinerne Brücke; s. in B.: Pruckberg; Bayern (969).
    • Gedeckte Brücke; s. mit r. Dach in B.: Brugger; Bern (970).
    • Schlagbrücke; g. in B.: Angermünde, Schlesien (972)
    • Brücke von oben gesehen mit zwei Pfeilern;
    • s. in R.: Innsbruck; Stadt in Tirol (971).

    c) Kleidungsstücke, Schmuck und Würdezeichen, Waffen, Kriegsgeräte und Teile derselben,

    Hut;

    • g. gestülpt r. in S.: Beham v. Kagers (974);
    • r. mit Hermelinstulp in S.: Falkenstein, Sachsen (974).
    • Judenhut, Schabbes: Jüdden, Köln, Judmann, Bayern.
    • Bauernhut; # in S.: Capellini v. Wickenburg, Österreich.
    • Edelmannshut mit Schnüren; s. in R.: Stammler, Ulm;
    • hermelingestülpt s. in R.: Meyer v.Knonau, Zürich (975);
    • r. in S.: Dobeneck, Sachsen (977).
    • Gestürzter Hut; s. mit Hermelinstulp in #: Bruch, Rhein (981)
    • Hoher Hut mit r. Federn in S.: Schmuck, Bayern, in 2. u. 3.
    • # Hut auf einer s. Stange steckend in G.: Ehrne x Melchtal, Bayern (980).
    • Drei Hüte; b. in S.: Kayb, Schwaben;
    • # in G.: Holzhausen, Hessen (978).

    Mützen;

    • drei r. in S.: Notangst, Regensburg (979). Bem. Die Hüte wie 976 werden manch mal irrig auch „Mützen“ benannt.
    • Krainer Hüte; drei r. in S.: Hölzl zum Lueg (Tirol), jetzt Trauttmannstorff (XXIII. 1010).
    • Doktorhut; r. in S.: Heinleth, Bayern, im Schildeshaupt.

    Engel;

    • r. in S.: Netzer, später Methnitz, Steiermark (982);
    • b. mit g. Einfassung in S.: Neuchinger, Bayern;
    • # in S.: Ezenhauser, Bayern.

    Schuh;

    • gekrönt r. in B. auf gr. Dreiberg: Schuhmann, Österreich (985).
    • Holzschuh; # mit r. Futter in G.: Holzschuher, Nürnberg (984).
    • Sohlen; drei g. in # im Dreipaß gestellt: Soler, Schwaben.

    Strumpf;

    • von Feh (Pelzstiefel?) in R.: Kronenberg, Franken (983);
    • s. in Gr.: Hallberg, Niederrhein, in 4.

    Handschuh;

    • s. in B.: Handschuchsheim, Schwaben (987).
    • Hänftlinghandschuh; s. in R.: Penninger, Steier (986).

    Aermel;

    • r. in G.: Hastings, England (XXIII. 1071). Die Franzosen nennen diese spezifisch englische Figur manche maltaillé, die Engländer aber bloß maunch.

    Stirnbinde;

    • s. in R.: Stammwappen Ralencz, Polen (988).

    Tasche oder Wetschger;

    • s. in R.: Stammwappen Ralencz, Polen (988).
  • drei # in G.: Taschner zu Intobel, Bayern (989)
  • Fingerring;

    • g. in B.: Schnehen, Westfalen, Enzberg, Schwaben (990).

    Kokarden, Marken;

    • r.-b.,r. drei, 2, 1, in S.: Märcken, Rhein.

    Schnallen;

    • eine s. in #: Schmidberg, Kärnten (991);
    • r. in S.: Nagel, Preußen;
    • s. in R.: Graßwein, Steier;
    • item mit durchgestecktem Dorn s. in R.: Zedliß, Preußen (992).
    • Drei; s. in R. schräg hintereinander: Boos v. Waldeck, Rhein (993).

    Zepter;

    • zwei geschrägt g. in B.: Schurff. Tirol, in 1. U. 4. (994).
    • Zepter durch eine Krone gesteckt g. in B.: König b. Warthausen, Württemberg (996).

    Krone;

    • G. in B.: Schärffenberg, Österreich;
    • s. in #: Schmaltz, Bayern (995);
    • auf r. Kissen liegend in S.: Firmian, wegen Leopoldskron (997).
    • Drei; g. in B.: Schweden;
    • item Grant b. Treuchy, Schottland.
    • Drei g. Kronen in r. Haupte über Hermelin: Köln, Stadt am Rhein (999).
    • Bakenkrone; g. in B.: Malchus, Württemberg (998).
    • Königs- oder Spangenkrone; g. in B.: König v. Königsthal, Bayern, in 1. und 4.
    • ungarische Königrkrone; in B.: Pechmann, Bayern, Herzschild (1000).
    • Österreichischer Erzherzogshut; in S.: Schurff, Tirol, in 2. u. 3.
    • Reichskrone; in R. zu beiden Seiten eines b. mit zwei halben g. Hirschen belegten Schrägbalkens: Kunowitz, Österreich.

    Reichsapfel;

    • g. in Pp.: Courten, Österreich (1001);
    • ditto in #: Gulden, Bayern;
    • b. mit zwei g. Sternen belegt in G.: Beroldingen, Württemberg, in 1. und 4.

    Bischofsmütze;

    • g. in S.: Schlaberndorf, Preußen, in 2 (1002).

    Bischofsstäbe;

    • geschrägt g. in R.: Schladen, Preußen (1003).

    Rutenbündel, fasces;

    • s. mit b. Bändern und s. Beilen in Gr.: St. Gallen (XXIII. 1058);
    • r. in G. mit Lanze (statt des Beiles): Carlshausen, Hessen, vorderer Platz.

    Feldherrnstab;

    • s.-beschlagen #, schräggelegt in G.: Flemming, Preußen, in 1. u. 4;
    • ebenso # mit g. Beschläg in B.: Canstein, Hessen, in 1. u 4 (1068).
    • Preuß. Feldherrnstab; s. mit # Adlern besät, mit einem blanken Schwert, geschrägt auf gr. Lorbeerkranz liegend in G.: Blücher v. Wahlstatt, in 2.

    Gurt, Schwertgurt;

    • s. in # von g. Schindeln beseitet (1004): Bellersheim, Hessen (auch r. in S.).

    Sporen;

    • ein s. in R.: Dachau, Markt in Bayern (1011).
    • Drei; g. in # einen g. Sparren beseitend: Ritter v. Bachhausen, Schwaben, Bayern (1012).
    • Sporenrad, alias Stern; r. in G.: Lauros, Bretagne (1013).

    Eisenhut;

    • s. in #: Schneeberg, Tirol (1014);
    • b. in S.: Mangold, Schwaben.
    • Drei; b. in S.: Landshut, Stadt, Bayern;
      • ebenso: Bayeren, Schwaben (1015).
      • .s.-gespalten in G.: Wendt, Bayern;
      • in S.: Kettelhodt, Sachsen (1017).
    • Helm;
      • # in G.: Wildungen, Hessen (1016).
      • #, r.,g. Federn, dahinter zwei Schwerter geschrägt in B.: Hiller, Sachsen, Preußen.
    • Mit Kleinod (nackte Jungfrau wachsend) in B.: Hidessen, Hessen (1018)
    • drei Helme;
      • s. in R.: Richarme, Frankreich,
      • benso in B.: Saint Phale, ibidem.
    • Kübelhelm ;
    • g. in R.: Helmshofen, Schweiz
    • Drei solche, s. in #: d’Aubeny, England.

    Schwert;

    • schräggelegt s. in R.: Hainßel, Lindau, Kreß, Nürnberg (1079).
    • Zwei; neben einander in R.: Zipflingen, Schwaben (1020).
    • Zwei Schwerter gestürzt und geschrägt in R.: Diepenbrock, Westfalen (1021).
    • Drei; nebeneinander gestürzt keilförmig gestellt s. in #: Minerbetti, Toskana.
    • Zwei Degen; s. mit g. Gefäß in B. geschrägt: Düringsfeld, Preußen (1022).

    Brustharnisch, Panzer;

    • s. in R.: Harnier, Hessen (1023).
    • Eines preuß. Gardekürassiers mit dem Rock derselben, darunter zwei geschrägte Pistolen in s.,#-schräggeviertetem Schilde: Bockelberg, Preußen (1024).

    Ringkragen (hausse-colle);

    • s. mit dem preuß. Adler und Fahnen bezeichnet in R.: Hartmann, Preußen, in 1. und 4.

    Eisenhandschuh;

    • s. in g.-r.-gespaltenem Felde: Rohde, Hannover (1025)
    • Drei; s. in B.: Elbel, Helfen (1026).

    Hellparten;

    • geschrägt mit g. Stiele in B.: Lamparter, Schwaben (1037);
    • ebenso gestürzt: Raith v. Weng, Bayern.
    • Gleven oder Lanzen mit lilienförmigen Spitzen, zwei, geschrägt r. in S.: Benningen (1029).

    Glevenrad, alias Karfunkel;

    • s. in R.; Gleve (1028).
    • Ein g. in s.-r.-geteiltem Felde: Giandonati, Toskana.
    • g. in R. kettenförmig im Viereck verbunden: Navarra (1030). Bem: Über diese Figur wird im II. Teile d. Buches Mehreres beigebracht werden-

    Bajonette;

    • schräggelegt drei s. in B.: Brandt, Preußen, in 2. u. 3 (1031).

    Schildlein;

    • s. in R.: Czerwnia oder Janina, Polen (1032). Dass der Schild hier in Tartschenform ausgeschnitten ist, unterscheidet den Wappenschild von einem s. mit r. Bordur (s. oben S. 65), Es ist aber sehr fraglich, ob nicht auch das Wappen Czerwnia ursprünglich auch bloß s. mit r. Bordur war, also zu den „Heroldstücken“ gehörte und nicht zu den „künstlichen Figuren“, und umgekehrt ergibt sich hier praktisch die Frage, ob die Einfassung bei einem sonst leeren Schilde überhaupt zu den Heroldsstücken zu zählen sei.
    • Zwei; r. über gr. Dreiberg in S.: Graswallner, Bayern (1033)
    • drei; g. in R.: Meggau, Oberösterreich;
    • s. in R.: Weinsberg, Schwaben (1034);
    • r. in S., auch in Hermelin: Haye, Schottland;
    • ebenso im Dreipaß # in G.: Hoevell, Rhein (1035).
    • Schild, g., von einem blanken Schwert durchstoßen in R.: Heldt, Hessen (1036).

    Morgensterne;

    • zwei g. mit s. Stielen in # geschrägt: Arefinger, Bayern (1057).

    Streitkolben;

    • zwei geschrägt g. in B.: Varnbüler, Schwaben (1038);
    • # in G. mit anhängendem r. Riemen: Gondi, Toskana.
    • Drei nebeneinander # in G.: Lützelkolb, Franken (1039).
    • Drei im Dreipaß gestellt s. in # Kitschger, Schlesien (1040).
    • Fünf, 3.2. s. in B.: Schenk v. Limpurg, Franken (1042).

    Keulen;

    • zwei geschrägt s. in R.: Keul, Schlesien;
    • g. in #: Keyl, Augsburg.
    • Drei keilförmig gestellt g. in B.: Adami, Toskana.

    Streitbeil, Parte;

    • ohne Stiel # in S. schrägliegend (1043): Parteneck, Bayern, (Vergl. Unter „Beizeichen“ die fünf Partengeschlechter.)
    • Zwei; voneinandergekehrt mit g. Stiel in B.: Sturmfeder, Schwaben (1044);
    • ebenso auf gr. Dreiberg: Partenstein, ibidem.

    Armbrust;

    • s. in g.-r.-geteiltem Schilde: Wenck, Elsass (1045).
    • Armbrustgestell; schräggelegt s. in B.: Bennigsen, Preußen (1046).
    • Zwei; nebeneinander s. in #R. Maurer, Bayern (1047).

    Bogen;

    • gespannt mit aufgelegtem Polz, schräg, # in G.: Schüß, Nürnberg (1050);
    • item mit Pfeil geradstehend s. in Gr.: Büsker, Preußen (1048).
    • Drei übereinander g. in B.: Arco, Bayern (1049).
    • Polz, auch Vogelpolz genannt, vorne stumpf; drei schräggelegt s. in R.: Eirißer, Schlesien (1051), wenn nicht ursprünglich vielleicht Streitkolben oder Kürißprügel?

    Pfeil, Strahl;

    • # auf s. Schrägbalken in R.: Schrenk, Ridler, Ligfalz, Bayern;
    • ebenso Held, Nürnberg (1056). Bei letzterem Geschlecht ist das Kleinod verschieden (ein Brackenrumpf).
    • Drei schrägübereinander s. in B.: Stralendorff. Mecklenburg, im vorderen Platz (1054).
    • Drei geschrägt g. mit s. Spitzen und Flitschen (Flugwerk) in R.: Scharfetter, Bayern (1057).
    • Pfeilspitze; schräggelegt r. in G.: Stralenberg, Schwaben (1052).
    • Zwei; voneinandergekehrt s. in R.: Bogorya, Polen (1053).
    • Wurfeisen (von Einigen als Pfeil, an dem unten ein Schnurrbart hängt, blasoniert); s. in #: Sedlnißky, Polen (1055).
    • Ganz dieselbe Figur und immer als Pfeil benannt, schräggelegt s. in #, führte das bayerische Geschlecht der Grabner.

    Granaten;

    • eine s. in R. mit g. Brand oder Flammen: Vega, Österreich (1059).
    • Drei # in G.: Mardefeldt, in 3 (1060);
    • ebenso # in S.: Krauel v. Ziskaberg, Preußen, im hinteren Platz.
    • fünf, 2. 1. 2. s. in r.-b,-geviertetem Schilde: Heyden, Preußen.

    Fahne, Panner;

    • g. auf g. Zinne in B.: Prunner v. Vasoldsberg, Steier;
    • ebenso b., s.-geweckt in S. auf g. Zaun gesteckt: Wieland v. Ufterling, Bayern (1061);
    • s., #, s.-geteilt an g. Lanze schräggelegt in B.: Wedekind, Schwarzburg, in 1. und 4.
    • Reichssturmfahne (XXXV. 1331); schräggelegt in B.: Württemberg, wegen des Erzpanneramtes.
    • Zwei Fahnen; über # Dreiberg geschrägt # mit r. Lanzen in G.: Vockwiller, Regensburg.
    • Drei g., r.-geteilt auf g. Dreiberg in S.: Bedau, Schlesien (1062).
    • Kirchenfahne; r. in S.: Tübingen, Schwaben (1063).
    • In anderen Farben führen diese Kirchenfahnen oder Gonfanon noch mehrere alte Dinasten jener Gegend, z.B. Werdenberg, Montfort u.a. S. hierüber den Abschnitt „über die Wappen der Grafen v.d. Fahne,“ bei v. Hohenlohe, fürstenberg. Wappen S. 55 ff.

    Trommel (auch Pauke);

    • g. in B. schräggelegt: Bubna, Böhmen, Hessen (1064 u. 65).
    • Zwei; s., r.-gemalt, nebeneinanderstehend in Gr.: Korßfleisch, Preußen, in 4.

    Kanone;

    • g. mit s. Laffette (sic) in Gr., auf s. Berg: Tunderfeldt, Pommern (1066);
    • ebenso in B.: Stake, Schweden, in 1. und 4.
    • Kanonenläufe;
      • geschrägt g. in B.: Horn, Schweden, Preußen, in 1. u. 6 (1070);
      • tem Höfer, Preußen, in 1. und 4.

    Mörser;

    • senkrecht gestellt g. in S.: Luckner, Preußen (1069).
    • Drei; g. in B. schräggestellt: Brosike; Mark (1067);
    • auf Lafette (sic); in S.: Eyff; Hessen; im hintern Platze.
    • Kanonenkugel; drei, 1. 2. # in G.: Holtzendorff, Preußen, in 2.

    Fußangel, chaussetrappe;

    • s. in R.: Stromer; Nürnberg (1073);
    • in B.: Eberstein, Sachsen (1074).
    • Drei; s. in R: Picard; Frankreich. Die Wappenfigur der Stromer kommt auch in der Form wie bei 1074; und umgekehrt die der Eberstein in der Form wie 1073 vor. Die Lilien aber sind jedenfalls nur Verschönerungen.

    Wecken;

    • ein s. in R.: Grafeneck, Bayern;
    • r. in S.: Rordorf; ibidem, Schwerin, Pommern (1076).
    • Zwei; s. in R.: Könitz, Sachsen;
    • # in G.: Oberg, Preußen (1077).
    • Drei; s. in B.: Wallbrunn, Österreich (1079);
    • drei schräghintereinander r. in S.: Zinnow, Preußen;
    • s. in R.: Lützenrode, Sachsen;
    • g. in B.: Peyer, vulgo Wecklis-Peyer; Schaffhausen (1070), zum Unterschiede von den Peyer im Hof, welche ein # Rad in G. führen und die Rädlis-Peyer genannt werden;
    • drei im Dreipaß r. in S.: Braun; Westfalen (1092);
    • drei nebeneinander s. in #: Egker, Bayern (1084).
    • Durchbrochener Wecken; b. in S.: Treane, Bretagne (1083).
    • Drei; s. in R.: Puy-du-Fou; Frankreich.

    Breze;

    • g. in R.: Brezenheim, Bayern, Österreich (1078).

    Semmel; auch Schild genannt;

    • s. in R: Semler; Nürnberg; Görz (1081).

    Butterwecken;

    • drei s. auf er Schrägbalken in G.: Butterer, Steier (1075).

    d) Kreuze, Zeichen und Marken.

    Sowie als Heroldstücke erscheinen auch als gemeine, beziehungsweise künstliche, Figuren, die Kreuze häufig in den Wappen; und frühere Heraldiker haben öfters auch alle Kreuze unter den „Heroldsfiguren“ aufgezählt. Ich halte jedoch an dem Hauptkriterium eines Heroldsstückes, dass es überall in den Rand laufe, so tunlich, immer fest und rechne deshalb die freischwebenden Kreuze nicht zu jenen, sondern zu den künstlichen Figuren.

    Es gibt eine Menge der verschiedenartigst geformten Kreuze in den Wappen, ich muss mich aber hier begnügen, nur die am öftesten vorkommenden aufzuzählen. Ich nenne also vorerst das

    schwebende Kreuz;

    • welches sich von dem gemeinen Kreuz als Heroldstück (oben XII. 152) nur dadurch unterscheidet, dass die vier Arme nirgends an den Rand stoßen.
    • Ein solches führt s. in R. die schweizer Eidgenossenschaft (1109);
    • ebenso aber im vorderen Obereck schwebend: Schwyz, Kanton.

    Passionskreuz

    • (hat die Seitenarme kürzer als den Pfahl);
    • s. in R: Taxis in 2. u. 3 des Rückschildes (1085);
    • r. in G.: Bohm, Preußen, in 3;
    • item auf gr. Dreiberg # in S.: Landsberg, Stadt, Bayern (1087).

    Ankerkreuz;

    • g. in #: Hofwart; Schwaben (1088);
    • s. in B.: Bondelli, Schweiz, Preußen, in 2. u. 3;
    • dasselbe mit gekrönten Drachenköpfen r. in S.: Havert, Niederrhein (1090).

    Tatzenkreuz;

    • s. in R.: Wiblingen; Schwaben;
    • r. in G.: Waiß v. Eichen, Hessen, oberes Feld;
    • Hermelin in R. (alias B.): de la Haye, Bretagne (1086).

    Krückenkreuz;

    • s. in R.: Pordon; Neuburg (1089).;
    • # in G.: Marzani, Tirol.

    Jerusalemkreuz;

    • g. in S.: Jerusalem; Königreich (1091);
    • r. in S.: Mabon v. Emsburg, Salzburg, in 1. und 4.

    Lilienkreuz;

    • r. in S.: Carlyle, Schottland, du Troffel, Mecklenburg (1092);
    • g. in B.: Franceschi, Florenz.

    Steckkreuz;

    • g. in B.: Delmenhorst, Herrschaft, Oldenburg (1103).
    • Drei Steckkreuze s. in R.: Crovy; Frankreich (1111), auch ohne die Kleeblattenden, d.h. glatt.
    • Zwei geschrägt # in G.- Airnschmalz, Bayern (1108).

    Patriarchenkreuz;

    • zweiarmiges s. in B.: Swienczyc, Polen (1093);
    • ebenso über s. Felsen: Mertz, Bayern;
    • in R. aus gekröntem gr. Dreiberg; Neu-Ungarn;
    • g. neben s. Schlüssel in R.: Narbonne, Stadt, Frankreich;
    • ebenso dreiarmiges s. in R.: Boycza oder Modzela, Polen (1094).

    Malteserkreuz;

    • s. in R.: Cruczyn, Polen (1100).

    Johanniterordenskreuz

    • in #: Lehndorff, Preußen; in 2 (1102).
    • Das preußische eiserne Kreuz in G., führen z.B. Hardenberg und Blücher-Walstatt, in 2 (1098).

    Sternkreuz;

    • # in G.: Wurster v. Hohenkreuzberg, Bayern, (1110).

    Abgebrochenes Kreuz;

    • b. in S.: Mayerhofer, Bayern (1104).

    Antoniuskreuz oder Richtscheit;

    • s. in B.: Wucherer v. Dräfendorff. Österreich, in 1. u 4 (1096).

    Kleeblattkreuz;

    • r. in S.: Edelkirchen, Rhein (1095);
    • g. in B.: Pittigardi, Florenz.

    Gabelkreuz;

    • # in G.: Truchseß v. Kulental, Schwaben (1105).

    Tolosanerkreuz;

    • g. in R.: Pellet-Narbonne, Preußen, Frankreich, in 1. u 4 (1097);
    • dasselbe durchbrochen g. in R.: Tolosa, Spanien, item Mozzi, Italien.

    Kugelkreuz(ital. Croce pomata);

    • s. in R.: de Lisle, Bretagne (1107);
    • ebenso in r.-b,-geviertetem Schilde: Thomas, Provence.

    Ankerschragen;

    • r. in S.: Kempf von Angreth, Österreich, Hessen (1099).
    • Drei Schragen g. in B.: Zuydwyn, Niederrhein (1101);
    • s. in R. über gr. Dreiberg: Bergen op Zoom, Marquisat, Niederrhein.

    Burgunderkreuz

    • (in Gestalt zweier geschrägten Aeste oder Prügel)
    • # in G.: Howora, Böhmen (1112);
    • s. in R. (?): Ehreberg, Salzburg.

    Seltener als die übrigen künstlichen Figuren erscheinen in Wappen

    Schriftzeichen, Buchstaben und Worte.

    Sicher haben diese Wappenbilder einen außergewöhnlichen Ursprung, leider ist es uns aber nur selten möglich, den historischen Grund dafür aufzufinden. Manchmal hat die Überlieferung im Volke, sei es nun im guten oder üblen Sinne, derlei Buchstaben oder Worten eine bestimmte Erklärung gegeben, z.B. bei den drei P., welche die Böhlin von Frickenhausen s. in # Balken auf s. führten, und welche mit Bezugnahme auf den Gewürzhandel, durch den das Geschlecht zu Vermögen gekommen war, als die Anfangsbuchstaben von einer Piper Peperit Pecuniam gedeutet wurden, oder bei dem doppel R. welches die Langenmantel von Westheim, ein altes augsburger Geschlecht s. in R. führen (1124), und welches vom Volke als Rips Raps d.h. erwerbsgierig, neidig, erklärt wurde, während es urkundlich und ursprünglich nur die Haus- und Siegelmarke eines Langenmantel war und den Anfangs- und Endebuchstaben seines Vornamens Rüdiger vereinte. Ebenso sagen die Italiener, welche Nicht-Römer sind, die vier Buchstaben SPQR, welche Rom g. auf einem s. Schrägbalken in R. führt, hießen nicht Senatus Populusque Romanus, sondern Sono Pazzi Questi Romani. Ähnlich wie bei den Langenmantel mag auch bei den Altann, Bayern (1115), Seyboldt, Bayern (1120), und Reding, Schweiz (1122), der Anfangsbuchstabe des Namens als Wappenfigur oder wenigstens als Beigabe und Unterscheidungszeichen gewählt worden sein. Interessanter, wenn auch nicht völlig urkundlich verbürgt, ist der Ursprung des Wortes Allein im Wappen der Tuschel von Seldenau in Niederbayern (1123). Heinrich T. v. S. hatte nämlich das Unglück, dass ihm seine Frau entlief und dass er sie nach Jahren zufällig auf der Romfahrt mit Kaiser Ludwig IV. in jener Stadt als die Frau eines deutschen Schusters wiederfand. Er verzichtete bei dem Anblick der zahlreichen Familie dieses Landsmannes unaufgefordert auf alle Rechte an seine ehemalige Gattin, und setzte von da an in den g. Balken seines # Schildes das Wort Allein . Tuschel errichtete mit seinen Gütern ein Chorherrenstift zu Vilshofen und dieses hatte bis zur Sekularisation den tuschel’schen Schild als Klosterwappen fortgeführt.

    Ähnlichen guten Ursachen mögen auch andere derartige Worte und Buchstaben, z.B. das lieb der Zachreiß, Bayern, später Starzhauser, auf s. Balken in # (1121), das IAM der Haimb in Nürnberg s. auf b. Balken in r.-s.-geviertetem Schilde (1119) und das AVE der Radler in Franken (1117) # auf s. Balken in R. ihre Entstehung verdankt haben. Das LL., g. in S. (1118) im Herzschilde der Carmer in Preußen, bedeutet Liber Legum, wie man gewöhnlich liest; was aber die drei Monogramme Christi von den drei Nägeln beseitet, # in S. im Wappen der österreichischen Greifensee (1116) bedeuten, ist mir z.Z. nicht bewusst. – Ein Unicum in dieser Beziehung dürfte das Wappen des Orlando di Lasso, des bekannten Musikdichters am Hofe Herzogs Wilhelm V. von Bayern, bieten. Dasselbe (1113) hat einen von S. und B. mit gebogenen Linien gevierteten Schild, mit einem s. Balken, darin drei g. Musikzeichen, ein Kreuz- ein Auflöfungszeichen und ein Be, in den s. Plätzen des Schildes aber außerdem noch zwei g. Kreuzlein.

    Die seltsamsten, wenn auch nicht seltensten Wappenbilder sind die eigentlichen Chiffren,

    Zeichen oder Marken

    (1125-64). Der letztere Name scheint mir der bezeichnendste zu sein, weil ich der Ansicht bin dass weitaus die meisten dieser Art Wappenbilder ursprünglich nichts Anderes waren, als eine Art von Kennzeichem die ein Eigentümer seinem beweglichen Eigentum, sei es nun Fahrniss, Vieh oder dgl. aufzudrücken, einzubrennen, einzuschneiden pflegte, und welches Kennzeichen anfangs persönlich später erblich zur Hausmarke wurde. Auch Handelszeichen fallen in die Klasse der Haus- oder erblichen Marken, während z.B. Notariatszeichen, Monogramme und Steinmetzzeichen in die Klasse der persönlichen Marken gehören. Diese Hausmarken, deren Gebrauch in manchen Gegenden noch heutzutage nicht aufgehört hat, sind nun mit der Zeit bei einem oder anderen Geschlechte in die Wappen übergegangen, d.h. Wappenfiguren geworden. Weitaus die meisten solcher Figuren finden sich in den Wappen des polnischen Adels, und es möchte aus dieser heraldischen Wahrnehmung auch der historische Schluss erlaubt sein, dass weitaus der meiste polnische Adel aus dem Bauernstande hervorgegangen sei. Diejenigen Hausmarken welche in spezi?sch deutschen Wappen vorkommen, halte ich größtenteils als aus Handelszeichem wie sie die Kaufleute auf ihre Balken und Sendungen zu malen pflegen, entstanden.

    Eine unangenehme Eigenschaft für den Heraldiker tragen Wappen mit derlei Figuren übrigens vor andern mit sich, ich meine die, dass sie sich gar selten eigentlich blasonieren lassen. Ihre äußere Form hat so wenig bestimmte Ähnlichkeit mit einer andern künstlichen Figur, dass wir, wenn wir auch für den ersten Anblick glauben, z.B. einen Pfeil oder eine Gabel, einen Buchstaben zu sehen, wir dennoch bei genauer Betrachtung uns überzeugen, dass wir weder das einer noch das andere wirklich vor uns haben. Ich habe auf Tafel XXIV, eine kleine Anzahl solcher Markenschilde abgebildet, und zwar meistens nur Varianten derselben Figur, ich gestehe jedoch, dass eine Beschreibung im heraldischen Sinne, d.h. kurz und bündig, mir bei den allermeisten derselben unmöglich scheint. Vielleicht wäre es nüzlich ein besonderes Blasonierungssystem für die Markenwappen zu konstruieren, ich für meinen Teil glaube aber, dass ein einseitiges Vorgehen hierin wenig empfehlenswert sein dürfte. Der polnische Adel gibt sich hierin ebensowenig einer präzisierten Blasonierung hin, indem er die Bilder der Wappen einfach mit dem Namen desselben bezeichnen weil dort Jeder die betreffenden Bilder täglich vor Augen hat. So wird z.B. das Wappen Kosciesza (1126) in seiner Grundform als bekannt angenommen und die Varianten werden einfach nach ihren Abweichungen genannt, z.B.

    • Kojaluwicz Wijuk (1129): Wappen Kosciesza ohne den Strich,
    • oder: Dalinski (1128): Kosciesza ohne den Strich und von zwei s. Sternen beseitet,
    • usf.

    Die nachfolgenden Schilde sind

    • Kojaluwicz Wijuk (1129): Wappen Kosciesza ohne den Strich,
    • oder: Dalinski (1128): Kosciesza ohne den Strich und von zwei s. Sternen beseitet,
    • usf.
    • 1125: Baworowski,

    1126 bis 1132 und 1153 sind Kosciesza und Abarten desselben, nämlich:

    • 1127: Dolski,
    • 1128: Dalinski,
    • 1129: Kojalowicz Wijukf
    • 1130: Vukszta,
    • 1131: Wolkowicz-Kolenso,
    • 1132: Waszkiewicz und
    • 1153: Dorohostajsfi.
    • Ferner ist 1133: Varyczkal
    • 1234: Chrynecki
    • 1135:Brzuska oder Rozmiar,

    1136 bis 1140: Wappen Syrokomla und Abarten desselben, und zwar

    • 1137: Wieliczkox
    • 1138: Okininski
    • 1139: Jalowski
    • 1140: Hollub,

    1141 bis 1149 sind Abarten des Wappens Lis, nämlich:

    • 1141: Woronowicz,
    • 1142: Wirbiski
    • 1143: Sapieba
    • 1144: Jerlicz
    • 1145: Karnice-Karniki und Siforski- 1146:Ols5ewski,
    • 1147: Kosmowski
    • 1148: Doroszkiewicz
    • 1149: Kensztort,
    • 1150 ist Wappen Glinski (wird von den polnischen Heraldikern als: Tor und Anker blasoniert),
    • 1151: Kroszynski oder Lichtarz (ebenso als „Leuchten“)
    • 1152: Kurczl
    • 1153: Dorohostajski (Abart von Kosciesza)
    • 1154, Moszowski- Moschkowski.

    Nun folgen einige deutsche Wappen mit Marken und zwar:

    • 1155: Vieregg, Bayern, Mecklenburg (im Grafendiplom als „Haken mit darübergelegten Nägeln“ blasoniert alias auch als kleine Hörner gezeichnet);
    • 1156: Trittau, Bayern (ein Drudenfuß s. in # einen doppelten Drudenfuß # in G. führen die von Kleinsorge- Preußen);
    • 1157: Glütz, Solothurn;
    • 1158: Kapf (wahrscheinlich Handelszeichen);
    • 1159: Stainauer, Bayern (waren ursprünglich ein bürgerliches Handelsgeschlecht zu Munchen);
    • 1160: Vappenberger (regensburger Geschlecht. Die Figur wohl auch ein Handelszeichen?);
    • 1161: Scheurer, Bayern.
    • Ebenso aber gestürzt g. in B. führen es die Billichgraz in Krain, wurde später als Bogen mit Pfeil blasoniert;
    • 1162: Stißing, Brandenburg;
    • 1163: Kaiser, München, bürgerlich, und
    • 1164: Staudacher, Rosenheim, bürgerlich.

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