Ich habe mir wieder ein Faltrad gekauft: das Brompton

Am 15. Juni beschloss ich spontan, mir bei Velo Center in Bonnevoie1 ein Faltrad zu kaufen, das ich mir dann am 17. Juni dann abgeholt und bezahlt habe. Seither sind ein paar Wochen vergangen, ich habe ein paar Erfahrungen gesammelt und ich denke, es ist nun an der Zeit zu berichten. Es ist ein rotes Brompton, mit 6 Gängen, Schutzblechen, Lichtanlage, einem Gepäckträger und der Möglichkeit, noch einen speziellen Bromptonkorb dran zu machen. Ich bin nun sehr zufrieden. Beginnen wir aber mit der Vorgeschichte.

Vorerfahrungen mit dem alten Dahon Faltrad

Von 2008 bis 2013 hatte ich schon einmal ein Faltrad. Ich hatte mir das im April 2008 bei Fahrrad Franz gekauft und bin bis 2011 regelmässig damit gefahren. Grund für diesen Kauf war mein Umzug nach Langsur im Oktober 2007, und von dort fuhr kein Bus nach Luxemburg Stadt, und schon gar nicht nach Strassen2 wo ich seit 2004 arbeite! Wo andere dann wieder aufs Auto umgestiegen wären und behauptet hätten, dass sie “auf das Auto angewiesen” seien, entdeckte, besser praktizierte ich die erweiteren Möglichkeiten, die das Kombinieren von Fahrrad mit dem ÖPNV bietet. Ich fuhr seither einfach ins 2,7 km entfernte Wasserbillig, wo sehr gute Anbindungen bestanden.
Wie viele Menschen liebte ich es dabei, alles “just in Time” zu erledigen, doch das war schwierig! Oft musste ich den Bus auf der Grenzbrücke in Wasserbillig mir vor der Nase wegziehen lassen, weil ich noch Zeit brauchte mein Rad abzuschliessen. Auch tat es mir in der Seele weh, selbst das alte, verbrauchte Studentenrad bei Wind und Wetter draussen rosten zu sehen, denn ich fuhr auch im Winter!
Aber schon beim Verlassen der Wohnung verlor ich für meinen Geschmack immer zu viel Zeit. Zwar hatte mein Vermieter mir erlaubt, das Rad in seinem Gartenhäuschen abzustellen, das fand ich aber oft dann von Gartengeräten zugestellt vor und einmal hatte ich mal “das falsche” (mein KTM) dort reingestellt und am nächsten Tag fehlte es! Er hatte es, ohne Bescheid zu geben, in den Keller runtergetragen.
Vom Faltrad erwartete ich mir vor allem einen Zeitgewinn:

  1. Da es klein und leicht war (gerade mal 10 kg), war es akzeptabel es jeden Tag aus dem Keller hoch- und wieder runterzutragen.
  2. Insbesondere aber nahm ich an, es schnell zusammenlegen und in den Bus mitnehmen zu können, wodurch das Abschliessen an der Haltestelle entfallen würde.

Der zweite Punkt erwies sich aber schnell als Illusion! Die Linie 118 war damals eine gerne genutzte und die Sitzpätze waren meistens voll belegt, ausser wenn ich einen sehr frühen Bus bekam. Doch auch dann liess sich das Dahon nur mit Mühe zwischen zwei Sitze quetschen und zudem liess es mir selber dann kaum Platz im Fussraum. Es AUF den zweiten Sitz neben mir, wenn er denn frei war, zu stellen verbot sich von selber, ebenso wie es im Flur zu deponieren. Blieb als letzte Möglichkeit noch, mich auf den Klappsitz vor der Tür zu setzen und das Rad vor mich zu stellen. Aber erstens ist dies ausgesprochen unbequem und zudem ist der Platz eigentlich für Rollstuhlfahrer oder Leute mit Kinderwagen vorgesehen. Auf Dauer war das nichts.
Das Dahon wurde trotzdem eine Erfolgsgeschichte, ich musste nur ein wenig umdenken. Derweil es sich für die Mitnahme im Bus kaum eignete, fand ich im Zug hingegen, damit immer gut Platz! Hier verzichtete ich auch schnell auf das mühseelige, zeitraubende Zusammenklappen, weil ich meistens im Fahrradabteil genug Platz für mich, oder wenigstens das Rad fand. Dann fuhr ich vom Bahnhof mit dem leichten Rad zur Arbeit. Im Sommer 2008 hatte ich so eine Fahrt mal dokumentiert.
Ich machte dabei so meine Erfahrungen, etwa dass ich den Rucksack auf dem Rücken nicht mochte. Weil ich das Rad ohnehin nicht mehr zusammenfaltete und eigentlich nur davon profitierte, dass es so kompakt und leicht war, ging ich schnell dazu über, auf dem Gepäckträger einen Fahrradkorb mitzuführen.
Das langsame Aus für das Dahon kam dann nach meinem Umzug nach Igel im August 2011. Von meiner neuen Wohnung aus, hatte ich nur knapp 100 Meter bis zur Bushaltestelle und die 118 fuhr damals bis zur Rue Pierre Federspiel, Haltestelle Kannerklinik. Auch war ich seit 2011 aus dem informatischen Dienst ins Inspektorat gewechselt und seit Januar dieses Jahres auch als Unfallermittler tätig, so dass ich nun öfter mit einem Dienstwagen fahren musste.
2013 und 2014 schaltete ich zwar wieder auf Zugfahren um, weil es für den Zug ein Jahresabo gab, aber ich bevorzugte nun eher eines meiner, doch bequemeren, wenn auch schwereren Trecking Bikes, in der Regel das Atlanta, denn inzwischen gab es den fantastischen Dienst der M-Box am Bahnhof, wo ich das Rad kostenlos und doch sicher unterstellen konnte. Auch erwies sich das Faltrad nach 5 Jahren intensivem Gebrauch als ziemlich abgenutzt. Ich musste den Schlauch mehrmals reparieren, wobei vor allem der Ausbau des Hinterrades nicht trivial ist. 2013 gab ich das Rad auf und schenkte es einem Arbeitskollegen, der es aber prompt weiter verschenkte.

Der lange Weg zur Kaufentscheidung

Wie ich seither zur Arbeit kam

Mein Mobilitätsverhalten änderte sich wieder grundlegend, als zum 10. Dezember 2017, nicht nur die Tram ihren Dienst aufnahm, sondern auch die Buslinie 118 nur noch bis zur Luxexpo auf dem Kirchberg fuhr. Von da bis zu meiner Dienststelle sind es aber noch etwa 7,5 km! In der ersten Zeit fuhr die Tram auch nur bis zur roten Brücke, später dann wenigstens bis zur Place de l’Etoile. Bereits ab Ende des Winters 2018 ging ich zusehends, wieder zu einer Kombination von Bus und Fahrrad über. Ich war genervt, weil man es seither nie schaffte, einen direkten Anschlussbus zu organisieren, etwa den berühmte “Beamtenbus” die Linie 33. Diese fuhr stets 5 Minuten VOR Ankunft der 118 weg, so dass sie nur in den Sommerferien eine Alternative war, wenn die 118 auf der Autobahn unerwartet schnell voran kam. Auf den nächsten galt es dann 20 Minuten auf der unwirtlichen Baustelle “Luxexpo-Bushof” zu warten. Auch die Alternative: erst mit der Tram bis zur der roten Brücke, später fuhr sie ja, wie schon erwähnt, bis zur Place de l’Etoile, und dann in den Bus einsteigen war zeit- und nervenraubend weil ich immer solange unter freiem Himmel auf den Anschlussbus warten musste.
Seit Einführung der Elektro-Vel’Oh! im Winter 2018/19 hat sich bei mir das folgende System eingependelt:

  1. Mit dem Dienstwagen, wenn ich Bereitschaftsdienst habe.
  2. Ansonsten: Zu Wochenbeginn, mit der Tram, dem Bus, oder dem Elektrovel’Oh!, je nachdem wie viel Regen fällt, zur Arbeit. Abends dann, mit dem eigenen Fahrrad oder dem Elektro-Vel’Oh! wieder zurück. Das eigene Fahrrad kommt dann in die M-Box.
  3. Die Woche über dann pendeln mit dem Atlanta Framework von der Lux-Expo Dienststelle und abends wieder zurück.
  4. Übers Wochenende will ich mein Rad aber nicht in der M-Box stehen haben, das bleibt Freitags im Keller auf der Arbeit, ich fahre dann mit dem Bus, der Tram, oder aber mit dem Vel’Oh! zurück.

Erste Gedanken Ende 2018/Anfang 2019

Das Faltrad blieb aber vergessen, bis im November 2018 ein Impuls von unerwarteter Seite kam. Seit meinem ersten Dienstantritt im Mai 2003 hatte mein Dienstherr mir stets erlaubt, mein Fahrrad irgendwo im Gebäude unterzustellen. Meinem Vorbild waren mit der Zeit immer mehr Mitarbeiter gefolgt und inzwischen waren es, zumindest im Sommer, vier oder fünf Räder und die begannen zu stören. Jetzt hatten sie sich einen unüberdachten Radständer für draussen zugelegt und verboten diese Praxis! Nun war ich alarmiert, das bedrohte einige meiner liebgewonnenen Alltagsgewohnheiten, denn ich wollte nicht riskieren es dauerhaft abzustellen, denn dort, das sagte mir meine Erfahrung aus Studententagen, wird es unweigerlich früher oder später geklaut oder beschädigt.
Ich erinnerte mich daran, dass ich das alte Faltrad zwar meistens einfach neben das Atlanta gestellt hatte, es im Sommer, wenn es trocken war, aber manchmal mit ins Büro genommen hatte. Wäre das keine Möglichkeit? Ich erinnerte mich aber auch, dass ich in der Praxis das Rad dann doch nicht mit in den Bus nehmen konnte und vor allem, wie schnell es auch abgenutzt war. Wenn ich sowas kaufe, dann musste es dieses Mal schon eine bessere Qualität haben!
Inzwischen fuhr ich ja regelmässig bei Critical Mass mit und lernte dort Radfahrer kennen, die Falträder haben, die ich stets interessiert beäugte. Dann meinte einer, “ach hätte ich mir doch besser ein Brompton gekauft!“. Nun war der Markename erstmals gefallen. Zunächst dachte ich nämlich eher an ein Birdy von Riese und Müller, weil der Jang hatte ja so eines und war ganz zufrieden. Dann entdeckte ich im Netz den Beitrag von Jessica Rothhardt, den sie am 30. März 2017 schon geschrieben hatte. Sie optierte ganz klar für Brompton, das ich bis dahin nicht kannte. Ich war interessiert, aber wo sollte ich eines herkriegen? Ich wurde im Netz recht schnell fündig, z.B. bei https://www.cyclable.com/14-velo-pliant, oder beim Hersteller selber https://de.brompton.com/ und erschrak sogleich über den Preis! Zwar war mir bewusst, dass auch ein Birdy nicht billig ist, aber mich verwirrte die Politik, jedes Einzelteil, selbst in meinen Augen so elementare wie Schutzbleche, extra zu berechnen.

Ein erster Probelauf 2019

Die Vorerfahrung mit dem Dahon ängstigte mich, wer repariert es, wenn es kaputt ist? Gerade so durchdachte Konstruktionen wie Falträder sind nicht trivial, da kann ich nicht einfach so drauflos schrauben, wie ich es früher immer gerne tat. Ich wollte dieses Mal kein Rad beim Discounter kaufen, sondern eines beim Fachhändler, der es auch warten solle. Aber wer? Diese Frage beantwortete mir mein damaliger Arbeitskollege Manou recht schnell: Das Velo-Center in Bonnevoie verkauft die und für 30 Euro, kannst du dir so ein Teil einen Tag lang ausleihen und ausprobieren! Dies erschien mir eine gute Wahl, weil ich schon oft an dem Geschäft vorbei gefahren war (es liegt auf dem Weg zum Rangwee, wo das Kieser Trainingscenter damals ansässig war), der Händler also mit dem Bus leicht zu erreichen ist, wenn ich das Rad mal zur Reparatur würde bringen müssen.
Da bin ich dann hingegangen, liess mir die Konzeption erklären.
Von Anfang an war für mich klar: ich brauche Schutzbleche und auch Licht am Rad, denn ich war inzwischen (wieder) Ganzjahresradfahrer! Auch wusste ich ja, dass die Elektro-Vel’Oh! auf die ich im Winter bevorzugt zurückgreifen wollte um mein eigenes Rad zu schonen, gerade in dieser Jahreszeit besonders oft versagen, vor allem eben bei der Beleuchtung. Gut, man könnte beim Licht einen Kompromiss eingehen, aber dann muss ich immer die Leuchten mitschleppen, wollte ich nicht.
Zu meiner Überraschung riet man mir von einem Gepäckträger ab, dafür wäre eine spezielle Fahrradtasche, die man VORNE am Rad befestigt besser geeignet, denn das Brompton hat keinen Ständer! Es bleibt, wenn man es abstellt, dadurch stehen dass man das Hinterrad einklappt. Meine Korbkonzeption beim alten Dahon würde ich vergessen können. Aber wird die Tasche nicht geklaut, wenn ich das Rad wo festmache? Oh nein, ein Brompton schliesse man nicht draussen irgendwo an, das könne man überall mitrein nehmen. Dafür gäbe es auch eine spezielle Hülle, die macht man drum rum und dann sieht niemand mehr, dass es ein Rad ist.
Ich bin dann damit gefahren. Erst mal ins Kieser Training Center. Da merkte ich schon, das mit dem Rucksack mit meinen Turnsachen wird eine Herausforderung. Dort angekommen fand ich einen ganz begeisterten Trainer vor, der sich das Rad anschaute, es bewunderte und mich später noch mehrmals fragen würde, ob es denn nun gekauft hätte. Leider passte er, anders als versprochen nicht wirklich auf das Rad auf: sie stellten es im Eingangsbereich ab, jeder hätte es sich greifen können! Zum Glück sind die Kunden von Kieser so gar nicht drauf und den Trainern kann ich es nicht verübeln, das ist ja auch gar nicht ihre Aufgabe! Schön wäre es, wenn es in die Spinte reinpassen würde, aber dafür sind sie dann doch zu schmal.
Ein weiterer Test war, es mit in den Bus zu nehmen. Es passte deutlich besser zwischen die Sitze als das alte Dahon Faltrad, aber soviel Platz war dann auch nicht mehr im Fussraum. Weiter vermerkte ich negativ, dass mir der Lenker zu sehr wackelte, ich war da den unglaublich stabilen Lauf meiner Treckingräder gewohnt, mit denen ich regelrecht freihändig fahren kann und nie gegensteuern muss. Am meisten wog aber die Angst, dass mir ein so teures, begehrtes Rad geklaut würde, wenn ich es ein paar Minuten aus den Augen lassen würde.
Jedenfalls konnte ich mich 2019 nicht zu der Überzeugung durchringen, dass ich das Fahrrad brauchte. Recht schnell hatte ich mit meinen Dienstherrn ja auch eine Lösung für mein Fahrrad ausgehandelt, so dass die urpsrüngliche Motivation wieder wegfiel. Inzwischen hat er sogar Radabstellplätze in der Tiefgarage eingerichtet.

Radfahren in der Coronakrise

Corona hat die Karten dann wieder neu gemischt. Ich war in der Krise nicht allzu ängstlich und habe in den allgemeinen Konsens über die Massnahmen eingestimmt und mich an alles gehalten, an die Maskenpflicht aber nur mit Murren. So nutzte ich weiterhin den ÖPNV, wollte aber die Nutzung der Tram und der städtischen Busse vermeiden, einfach um wenigstens in der Zeit keine Maske tragen zu müssen3, ich fuhr fast nur noch mit meinem Framework Atlanta und im Sommer auch gerne mit den Elektro-Vel’Oh!s, einfach um etwas Abwechslung zu haben. In letztere setzte ich auch wieder meine Hoffnungen für den Winter, denn dieses Mal wollte ich wirklich durchhalten! Kälte machte mir beim Radfahren übrigens noch nie etwas aus, ich scheue eher die Nässe, aber ich plante, im Winter mehr auf die Leihräder zurückzugreifen um mein eigenes Rad zu schonen. Doch hatte sich hier, anders als erhofft nichts verbessert: gerade im Winter versagen Vel’Oh!s immer noch! Das mit der Beleuchtung hatte sich inzwischen verbessert, aber die elektronische Unterstützung bleibt zuverlässig aus, sobald es regnet oder friert und man hat ein 29 kg schweres Rad den Kirchberg hochzutreten!


Also musste das Atlanta ran, das dann die Nacht in der M-Box verbringen musste und leider auch Rost ansetzte. Leider musste ich öfter mal feststellen, dass die M-Box nicht funktionierte! Sie liess sich im Jahre 2020 ganze fünf mal nicht öffnen! Am 21. Februar, am 29. Juni, am 8. September, am 21. September und am 22. Oktober. Im Jahr 2021 war es bislang erst zweimal, aber das Jahr ist ja noch nicht vorbei. Immer nach 18:00 und erstaunlich oft, nach einer Critical Mass.
Was macht man dann? Einmal, bin ich dann mit dem Rad zur “Rouder Bréck” zurückgefahren, da ist die nächste M-Box und habe das Rad da reingestellt, und bin dann DOCH mit der Tram zurück. Das ist aber kaum zumutbar. Es ist vergleichbar, wie wie mit dem Auto von Köln nach Koblenz fahren wollen, dort keinen Parkplatz finden und bis nach Bonn zurückfahren müssen. Die anderen Male nahm ich das Fahrrad mit in den Bus. Ab September dachte ich nun wieder öfter daran, mir doch ein Faltrad zu kaufen und hielt auch Ausschau.

Der finale Auslöser

Es war am 31. Mai, ein Tag an dem ich unglaublich viel länger im Sattel sass als sonst, aber auch als ich wollte:

  • Morgens mit dem Rad hin (Igel->Wasserbillig, Bahnhof->Strassen)
  • Mittags ins Sportstudio und zurück
  • abends dann eine tolle, ungewöhnlich lange fruchtbare Critical Mass im Süden Luxemburgs
  • Von der Gelle Fra wieder zum Kirchberg

Hier stiess ich dann um 20.30 auf einen Busfahrer, der mein Fahrrad nicht mitnehmen wollte, obwohl der Bus eine zweite Plattform hatte und kein Rollstuhlfahrer oder jemand mit einem Kinderwagen oder auch nur einem grösseren Gepäckstück mitwollte, der diesen Platz gebraucht hätte. Er verweis auf seine “Verantwortung für die anderen Passagiere, was eine Mitnahme im Gastraum ausschliessen würde. Auch mein Hinweis, dass ich Spanner dabei hätte und das Fahrrad gerne auch mit einem Schloss gegen ein Hin- und Hergeschleudertwerden sichern würde wenn er “eine Vollbremsung machen müsste” fand keine Gnade, er bestand darauf dass das schöne KTM im Kofferraum unterbracht würde. Darauf hatte ich mich vorher schon einmal eingelassen, und nachher waren Schrammen im Rahmen, die Räder, Bremszüge, alles verstellt, denn der Kofferraum ist dafür ausgelegt, dass er mit Koffern vollgepackt wird! Es gibt dort keine Möglichkeiten ein Fahrrad so festzuzurren, dass es nicht darin hin und her geschleudert wird.

  • Ich musste dann noch mal zum Bahnhof fahren, dort auf den Zug warten
  • und abends dann noch die Strecke von Wasserbillig nach Igel mit dem Rad. Gut, das war auch Geiz, ich hätte ja auch ein Ticket lösen können.

Meine Motivation war ganz klar: ich will ein zuverlässiges Rad haben, das ich IMMER mit in Bus oder Zug nehmen kann, denn M-Box und Vel’Oh! sind nette Einrichtungen, aber ich kann mich nicht auf sie verlassen! Diesen Sommer sind übrigens viele auf den Geschmack gekommen und ich musste schon mal von der Lux-Expo bis zur Bibliothek runter laufen, bis ich ein freies Vel’Oh! lösen konnte.

Der Kauf

Der Kauf erfolgte, ungeachtet der langen Vorgeschichte ganz spontan. Ich wollte ein Faltrad, hatte auch hier und da mal gekuckt. Im Oktober 2020, nach dem M-Box Frust war ich noch mal beim Velocenter Bonnevoie gewesen und dort hatte dort erfahren, dass die zeitgleichen Ereignisse Coronakrise und Brexit dazu geführt hatte, dass der Händler kein Brompton mehr führen und nur noch den Bestand abverkaufen würde. Er hatte damals noch genau 3 Stück da, keines davon mit Licht. Als ich mich dazu durchgerungen hatte, das mit dem Titanrahmen zu kaufen, auch wenn ich das für überteuert hielt, war es weg.
An jenem 15. Juni war schönes Wetter und ich war spontan mit dem Fitnessbike zur Arbeit gefahren. Auf der Arbeit war es an dem Tag etwas besser gelaufen als sonst, und so war ich gut gelaunt unterwegs zum Bahnhof, als mir einfiel dass ich noch etwas Zeit hätte bis zum nächsten Zug und fuhr einfach noch mal beim Velo Center vorbei. Da sah ich das Rad im Schaufenster! Ich war sofort angetan.
Ich ging dann rein und erfuhr, dass der Händler von Zeit zu Zeit eine Bestellung mit gefragten Konfigurationen bei Brompton macht und diese passte wie die Faust auf mein Auge: Schutzbleche, Licht, 6 Gänge und eine extralange Sattelstange, weil ich mit 1,81 cm wohl schon zu den grösseren Menschen zähle (?). Perferkt, ich habe gleich zugesagt und mir das Rad für Freitag reservieren lassen und es schon am Donnerstag abgeholt! Dabei kaufte ich noch ein Faltschloss und, ganz wichtig, die Hülle in die ich es reinmachen kann. Letztere hat er mir dann sogar zugegeben.

Handhabung

Auspacken des Rades

Die Mitnahme im Bus funktioniert seither super, vorausgesetzt, ich bin früh genug an der Haltestelle, dass ich es noch einpacken kann, denn nur dann kann ich es auf den Sitz stellen. Ich schleppe noch ein altes aber sauberes Handtuch mit, das ich an Regentagen erst auf den Sitz lege und dann erst das Rad in der Hülle drauf.
Ich fahre aber auch öfter wieder nach Wasserbillig und nehme dann da den Zug, denn das Fahrrad ist mit 14 kg jetzt nicht gerade leicht, aber wenn man gewohnt ist 20 kg zu drücken, ist das ein Leichtgewicht. Die folgenden Bilder dokumentieren wie ich es aus der Hülle wieder rauspacke:

Der Rucksack auf dem Gepäckträger

So eine englischen Tasche für vorne drauf kann ich zwar noch nachrüsten, aber es war grad keine auf Lager die mir zugesagt hätte. Ich mag aber nach wie vor nicht, den schweren Rucksack beim Radfahren für längere Zeit auf dem Rücken haben. Aber dank zweier Spannern die ich einmal unter der Sattelstange und einmal am Gepäckträger festmache, kann ich ihn auf dem Gebäckträger festmachen und deshalb den Sack auch stärker befüllen.

  1. Homepage des Händlers: http://www.vsc.lu/ []
  2. mittlerweile eine Art Vorort von Luxemburg-Stadt, aber eine eigene Gemeinde. []
  3. Ich gebe aber zu, im Winter 2020/21, als die Inzidenzen so hoch waren, mir auch ein paar wenige Sorgen um die Klimaanlagen in den Trams machte. Denn je mehr Menschen in einem Verkehrsmittel drin sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter darunter ist. []

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