Lexikonsaktion und Grandmaison

So, als Arbeitstitel für diesen Beitrag, hatte ich mir den folgenden Satz ausgedacht:

Lexikonaktion wieder aufgenommen und Digitalisierungsprojekt “Grandmaison” angegangen

Das ist für einen Blogbeitrag aber zu lang.

Bis Mitte Juni beschäftigte ich mich in meiner Freizeit, abgesehen von Urlauben, Haushaltsarbeiten etc. und Radfahren (!), fast ausschliesslich mit dem AVLhistory Projekt zur 125 Jahrfeier des Vereins der Luxemburger Studenten in Aachen (siehe http://www.aachen.lu/tag/125-joerfeier/). Leider kamen wir durch die unerwarteten Einschränkungen des Jahres 2020 bereits stark in Verzug. So scheiterte die vom Nationalarchiv geplante Digitalisierung unseres Vereinsarchives am Homeoffice, so dass es kaum ausgewertet werden konnte und in die Festschrift, die auch noch zum November vom Text her stehen soll, gar nicht einfliessen kann. Dann kamen noch ungünstige Entwicklungen auf anderen Feldern hinzu, und seither leide ich an einer Schreibblockade. Ich kann noch mit Leichtigkeit kürzere Texte verfassen, scheitere aber an grossen, zusammenhängenden. So auch dieser Text, den ich schon am 23. August hoffnungsfroh begonnen hatte 🙁
Nun hatte ich in der Vergangenheit immer wieder solche Schreibblockaden. Eine gute Methode sie zu überwinden bestand immer darin, sich kurz einem überschaubaren Projekt aus einem anderen Gebiet zu widmen. So nahm ich mir mal wieder mein Dauerprojekt “HeraldikLexikon” vor, wo ich im Mai 2018 einen Anlauf gestartet hatte, sie aber noch im Juni desselben Jahr zugunsten von AVLhistory wieder aufgab. Ich wollte nur ein paar Begriffe aus dem Lexikon “à jour” setzen.

Konkretisierungen bei der Lexikonaktion

Ein kurzer Blick in die bereits verfassten Artikel genügte, und ich wusste wieder woran ich hängen geblieben war:

  1. Ich war mit der Struktur unzufrieden,
  2. wusste nicht immer was ich schreiben sollte,
  3. und zu guter letzt, war das Nachsuchen passender Textpassagen in meinen Quellen, sie reinkopieren und in Form bringen mir zu mühselig, teilweise zu langweilig.

Ich hatte damals damit angefangen, erst mal keine neuen Wörter anzulegen, sondern nur die bereits besprochenen in die neue Form zu bringen und dabei will ich erst mal bleiben. Ich besah mir also die Liste bisher aufgenommener Begriffe, ich hatte sie vorher in fast alphabethischer Reihefolge abgearbeitet. Ich hatte bei abaissé angefangen und bei war 2018 bis alésé gekommen. Schon bei diesem Wort, wo man sich alleine schon streitet wie es geschrieben wird, bemerkte ich, dass ich es bislang falsch angegangen war. Ich hatte den Verweis auf die Autoren nur als netten Zusatz gesehen, tatsächlich aber sind deren Meinungen sehr wichtig:

  1. Teilweise schreiben sie sehr offensichtlich einfach nur von einander ab

    So verweisen bei “abaissé” allesamt auf das Beispiel der Johanniter, das zuerst Ménestrier einbrachte. Erst Duhoux d’Argicourt korrigiert sie etwas und verwendet nun immerhin den inzwischen üblicheren Begriff “Malteser”:

    Ainsi les Commandeurs & Chevaliers de l’Ordre de S. Jean de Jerusalem, qui ont des chefs dans leurs armoiries, les abaissent nécessairement sous celui de leur Religion.

  2. Manchmal vertreten sie aber auch sehr konträre Meinungen.
  3. Und teilweise wurde mir jetzt erst klar, wozu bestimmt Begriffe überhaupt gut sind, vor allem bei den Attributen.


Ich sah dann, dass ich bei anille aufgehört hatte. Dies ist eine seltsame, aber gerade in Luxemburg weitverbreitete Figur, die auf sehr unterschiedliche Arten gezeichnet wird, die einzige zu der auch Loutsch sich ausführlicher ausgelassen hatte. Ist sie nun mit dem Mühleisen (fer de moulin) identisch, oder doch ein Anker mit dem Gebäude stabilisiert werden?
Hier merkte ich endgültig, dass ich mit meiner bisherigen Auswahl an Heraldikern die ich konsultieren wollte nicht weit kam, und weitere Autoren heran ziehen müsste, so auch Charles Loizeau de Grandmaison (s.u.).
Ich gehe bei Lexikonbeiträgen seither folgendermassen vor, bzw. habe diese Änderungen vorgenommen:

  1. Ich beginne nun immer mit den klassischen Autoren und suche zusammen, ob die was Interessantes über den Begriff sinniert haben. Sie stehen aber immer noch hinten, als letztes Kapitel, direkt vor den Links.
  2. Dabei habe ich aber die Reihung umgekehrt, ich beginne nun mit den ältesten. Zunächst hatte ich mir nämlich vorgestellt, die Meinung des jüngsten Textes wäre am massgeblichsten und sollte daher vorne stehen. Weil mir dabei aber auffiel, wie sehr sie alle von einander abschreiben, wählte ich diese Reihenfolge, weil man es so besser sehen kann.
  3. Dann reihe ich den Begriff ein und suche die Übersetzungen raus.
  4. Dann formuliere ich eine Kurzbeschreibung in einem Satz,
  5. anschliessend versuche ich, zumindest bei Figuren eine Zeichnung zu geben,
  6. und erst als letztes, bemühe ich mich um einen eigenen, ggf. ausführlicheren Text.

Der Leser kann ja wie immer life miterleben, wie die Texte entstehen, denn ich arbeite nur in meiner spärlichen Freizeit dran. Die meisten Beiträge sind noch im selben Zustand wie 2015, denn ich bin erst mit dem Buchstaben A durch, und hier nur mit jenen Begriffen, die ich schon vor Beginn der Lexikonaktion aufgenommen hatte.

Digitalisierungsprojekt Grandmaison

Auf Charles de Grandmaison (1824-1903), mit vollständigem Namen Pierre-Charles-Armand Loizeau de Grandmaison war ich schon früher einmal aufmerksam geworden nachdem ich den Begriff Moucheture am 13 April 2012 in mein Lexikon aufgenommen hatte. Zunächst ging es dabei nur darum, festzustellen, wie oft der Begriff in meinen Wappenbeschreibungen vorkommt. Doch dann wollte ich ihn auch erklären und hab dabei festgestellt, dass die bis dahin als meine Favoriten geltenden Autoren auf ihn nicht eingingen. Darum suchte ich das Netz ab und wurde bei Grandmaison fündig. Ich fand sein Werk
bei Google Books unter http://books.google.lu/books?id=3FE-AAAAYAAJ. Es war eine Gemeinschaftsarbeit von Charles Loizeau de Grandmaison und Louis Nicolas Henri Chérin und wurde bei dem berühmten Abbé Jacques-Paul Migne 1852 verlegt.
Bereits am 10 März 2013 lud ich es runter, hatte da aber keine Zeit es weiter auszuwerten, nachdem ich die Seite für die Moucheture damit beschickt hatte. Am 7. Juli 2015 unternahm ich einen Digitalisierungsversuch, zog damals aber andere Digitalisierungsprojekte vor, namentlich Hefner und Planché. Am 9. Mai 2018 hatte ich zuletzt was am Text verbessert und Grandmaison vorläufig erst mal aufgegeben.

Geboren wurde er am 29 mai 1824 in Poitiers, der Hauptstadt der Region Vienne.
Er stammte aus einer alten bürgerlichen Familie aus dem Poitou, die auch wappenführend war1.


Grandmaison studierte zunächst von 1845-1846 an der medizinischen Fakultät von Paris, dann aber von 1847-1850 an der École nationale des Chartes. Er ist ab dann ein diplomierter Archivar und Paléograf. Er beschritt eine Beamtenkarriere und wurde zunächst von 1850-1852 als Attaché zum catalogue du Département des manuscrits de la Bibliothèque nationale berufen. Weitere Details zu seiner interessanten Biographie finde der Leser unter https://fr.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Grandmaison und http://cths.fr/an/savant.php?id=1601, wir gehen an dieser Stelle nicht weiter auf sie ein, denn wir interessieren uns nur für sein Frühwerk, seinen Anteil an dem bereits erwähnten Buch, das 1852 bei dem berühmten Abbé Migne verlegt wurde. Der vollständige Titel lautet:

Dictionnaire héraldique, contenant

  • l’explication et la description des termes et figures usités dans le blason, des notices sur les ordres de chevalerie, les marques des charges et dignités, les ornements et l’origine des armoiries, les rois d’armes et les tournois, etc.,
  • suivi d’un Abrégé chronologique d’édits, déclarations, règlements, arrêts et lettres patentes des rois de France de la troisième race concernant le fait de la noblesse par Chérin,

Er schrieb es also als relativ junger Mann mit 28.
Die Mitte des 19. JH erlebte die Heraldik eine interessante Wiedergeburt. Seit Ende des 15. JH hatte es einen allgemeinen, fortschreitenden Niedergang zu verzeichnen gewesen, obwohl im 17. JH sich erstmals Gelehrte wie der Père Mnénestrier sich um systematische Lehrschriften bemühten. Die Regeln wurden missachtet, sowohl die Farbregeln auch die des guten Geschmackes. Dann kam die französische Revolution und schaffte das gesamte Wappenwesen einfach ab!
Bereits Napoleon I führte sie wieder ein, dann kam 1815 die Restauration der Monarchie, weitere Revolutionen folgten,die letzte 1848, welche das Königtum in Frankreich definitiv abschaffte, also zu der Zeit als Grandmaison Student war.
Napoleon III krönte sich im Erscheinungsjahr zum Kaiser und erinnern wir auch daran, dass Jules Pautet du Parois (1799-1870) zwei Jahre später seinen originellen Versuch startete, die Regeln der Heraldik in die Form eines Gesetzestextes, dem Code de l’héraldique zu giessen. Die Zeit war der Beschäftigung mit der Heraldik favorabel.
In seinem Vorwort, erklärt uns Grandmaison, was ihn zu dem Werk bewogen hatte und bekannte sich dabei zu seinem, für einen Bibliothekar etwas befremdlichem, Hang zur Gewalt gegen Bücher:

il s’agit de retrouver la famille; il faut donc parcourir cette multitude de noms contenus dans les dictionnaires, et comme rien ne peut servir de guide dans cette laborieuse et pénible investigation, comme rien même ne peut indiquer si l’armoirie objet de tant de labeurs se trouve représentée ou décrite dans l’ouvrage qu’on a entre les mains, il arrive souvent qu’après de longues heures inutilement passées à tourner les pages de plusieurs volumes, on jette là de dépit et de colère le livre muet. Cela nous est arrivé souvent,

Es ging ihm also darum, wenn man ein unbekanntes Wappen vorliegen hätte, anhand der Beschreibung den Wappenträger finden zu können, zumindest für Frankreich und er gab auch gleich an, wessen Vorbild er folgen wollte: Pierre Paillot2, an dessen Konzept ihn aber störte, dass er die Wappen nicht, z.B. nach Hauptfiguren anordnete, sondern unter bestimmten, teilweise wenig bekannten Begriffen einordnete, die wir heute Attribute nennen:

Mais Paillot a voulu faire surtout un traité de blason où les figures et les termes fussent définis et décrits dans l’ordre alphabétique; il en est résulté qu’un nombre très-considérable d’armoiries se trouvent dans Paillot rangées sous des termes abstraits, comme accompagné, armé, arraché, ou même presque inconnus au lecteur, tels que clariné, lampassé, gringolé, etc., et l’on ne sait comment les y trouver.

Grandmaison geht das Problem folgendermassen an: Nachdem er eine kurze Einführung geschrieben hat, in der er vor allem seine neuen Erkenntnisse zur Geschichte der Heraldik erläutert und hart mit den Vorgängern, sogar dem geschätztem P. Ménestrier ins Gericht geht3, klammert die Attribute aus und handelt diese in einem eigenen Kapitel, einer alphabethischen Liste “dictionnaire alphabetique des termes du blason” ab. Diese Begriffe scheinen ihn weniger zu interessieren, denn er zögert bei überraschend vielen Begriffen nicht, die Erläuterungen von dem Gescholtenen 1:1 abzuschreiben.
Danach nimmt das Buch den Charakter einer Wappenrolle an: in alphabethischer Reihenfolge geht er die Figuren durch und führt dabei auf, welche französischen Familien ein Wappen mit einer solchen Figur führen, dies leider in einer bis jetzt von mir noch nicht durchschauten Reihenfolge, jedenfalls keiner alphabetischen, weder einer bezogen auf den Namen der Wappenträger, noch auf die Blasonierung.
Aber bevor er sie aufführt, erläutert er, was er zu dieser und jener Figur weiss. Und nicht nur zu Figuren, auch einzelnen rechtlichen Begriffen wie bei “PREUVES”. Hier liefert er dann einen Aufsatz über “L’usage des preuves de noblesse” oder Adelsproben.
Vielleicht werde ich in ein paar Monaten, auch diesen Haupttext vollständig aufgearbeitet hier vorstellen, vermutlich aber, zumindest zunächst einmal, freilich bereinigt um die Blasonnierungen der französischen Familienwappen.

  1. siehe https://fr.wikipedia.org/wiki/Famille_Loyzeau_de_Grandmaison []
  2. Le plus étendu et le plus employé par les travailleurs, l’ouvrage de Louvan Geliot, revu au milieu du XVIIe siècle par Pierre Paillot, est sous forme de dictionnaire de termes et de figures, et il nous a donné, nous l’avouons, l’idée du nôtre. []
  3. Beispiel: “Blasen, dit-il (p. 67 de ses Origines des armoiries), est un mot allemand qui signifie sonner du cor (…) L’absurdité d’une pareille étymologie saute aux yeux tout d’abord, et lorsqu’on songe que le P. Ménestrier prouve tour à tour son système par son étymologie, et son étymologie par son système, on peut juger du degré de confiance qu’ils méritent l’un et l’autre. Pour quoi aller chercher dans la langue allemande une étymologie que nous fournit bien plus naturellement cette latinité inférieure et des bas temps, véritable fonds de la langue française ? “ []

Ich habe mir wieder ein Faltrad gekauft: das Brompton

Am 15. Juni beschloss ich spontan, mir bei Velo Center in Bonnevoie1 ein Faltrad zu kaufen, das ich mir am 17. Juni dann abgeholt und bezahlt habe. Seither sind ein paar Wochen vergangen, ich habe ein paar Erfahrungen gesammelt und ich denke, es ist nun an der Zeit zu berichten. Es ist ein rotes Brompton, mit 6 Gängen, Schutzblechen, Lichtanlage, einem Gepäckträger und der Möglichkeit, noch einen speziellen Bromptonkorb dran zu machen. Ich bin nun sehr zufrieden. Beginnen wir aber mit der Vorgeschichte.

Vorerfahrungen mit dem alten Dahon Faltrad

Von 2008 bis 2013 hatte ich schon einmal ein Faltrad. Ich hatte mir das im April 2008 bei Fahrrad Franz gekauft und bin bis 2011 regelmässig damit gefahren. Grund für diesen Kauf war mein Umzug nach Langsur im Oktober 2007, und von dort fuhr kein Bus nach Luxemburg Stadt, und schon gar nicht nach Strassen2 wo ich seit 2004 arbeite! Wo andere dann wieder aufs Auto umgestiegen wären und behauptet hätten, dass sie “auf das Auto angewiesen” seien, entdeckte, besser praktizierte ich die erweiteren Möglichkeiten, die das Kombinieren von Fahrrad mit dem ÖPNV bietet. Ich fuhr seither einfach ins 2,7 km entfernte Wasserbillig, wo sehr gute Anbindungen bestanden.
Wie viele Menschen liebte ich es dabei, alles “just in Time” zu erledigen, doch das war schwierig! Oft musste ich den Bus auf der Grenzbrücke in Wasserbillig mir vor der Nase wegziehen lassen, weil ich noch Zeit brauchte mein Rad abzuschliessen. Auch tat es mir in der Seele weh, selbst das alte, verbrauchte Studentenrad bei Wind und Wetter draussen rosten zu sehen, denn ich fuhr auch im Winter!
Aber schon beim Verlassen der Wohnung verlor ich für meinen Geschmack immer zu viel Zeit. Zwar hatte mein Vermieter mir erlaubt, das Rad in seinem Gartenhäuschen abzustellen, das fand ich aber oft dann von Gartengeräten zugestellt vor und einmal hatte ich mal “das falsche” (mein KTM) dort reingestellt und am nächsten Tag fehlte es! Er hatte es, ohne Bescheid zu geben, in den Keller runtergetragen.
Vom Faltrad erwartete ich mir vor allem einen Zeitgewinn:

  1. Da es klein und leicht war (gerade mal 10 kg), war es akzeptabel es jeden Tag aus dem Keller hoch- und wieder runterzutragen.
  2. Insbesondere aber nahm ich an, es schnell zusammenlegen und in den Bus mitnehmen zu können, wodurch das Abschliessen an der Haltestelle entfallen würde.

Der zweite Punkt erwies sich aber schnell als Illusion! Die Linie 118 war damals eine gerne genutzte und die Sitzpätze waren meistens voll belegt, ausser wenn ich einen sehr frühen Bus bekam. Doch auch dann liess sich das Dahon nur mit Mühe zwischen zwei Sitze quetschen und zudem liess es mir selber dann kaum Platz im Fussraum. Es AUF den zweiten Sitz neben mir, wenn er denn frei war, zu stellen verbot sich von selber, ebenso wie es im Flur zu deponieren. Blieb als letzte Möglichkeit noch, mich auf den Klappsitz vor der Tür zu setzen und das Rad vor mich zu stellen. Aber erstens ist dies ausgesprochen unbequem und zudem ist der Platz eigentlich für Rollstuhlfahrer oder Leute mit Kinderwagen vorgesehen. Auf Dauer war das nichts.
Das Dahon wurde trotzdem eine Erfolgsgeschichte, ich musste nur ein wenig umdenken. Derweil es sich für die Mitnahme im Bus kaum eignete, fand ich im Zug hingegen, damit immer gut Platz! Hier verzichtete ich auch schnell auf das mühseelige, zeitraubende Zusammenklappen, weil ich meistens im Fahrradabteil genug Platz für mich, oder wenigstens das Rad fand. Dann fuhr ich vom Bahnhof mit dem leichten Rad zur Arbeit. Im Sommer 2008 hatte ich so eine Fahrt mal dokumentiert.
Ich machte dabei so meine Erfahrungen, etwa dass ich den Rucksack auf dem Rücken nicht mochte. Weil ich das Rad ohnehin nicht mehr zusammenfaltete und eigentlich nur davon profitierte, dass es so kompakt und leicht war, ging ich schnell dazu über, auf dem Gepäckträger einen Fahrradkorb mitzuführen.
Das langsame Aus für das Dahon kam dann nach meinem Umzug nach Igel im August 2011. Von meiner neuen Wohnung aus, hatte ich nur knapp 100 Meter bis zur Bushaltestelle und die 118 fuhr damals bis zur Rue Pierre Federspiel, Haltestelle Kannerklinik. Auch war ich seit 2011 aus dem informatischen Dienst ins Inspektorat gewechselt und seit Januar dieses Jahres auch als Unfallermittler tätig, so dass ich nun öfter mit einem Dienstwagen fahren musste.
2013 und 2014 schaltete ich zwar wieder auf Zugfahren um, weil es für den Zug ein Jahresabo gab, aber ich bevorzugte nun eher eines meiner, doch bequemeren, wenn auch schwereren Trecking Bikes, in der Regel das Atlanta, denn inzwischen gab es den fantastischen Dienst der M-Box am Bahnhof, wo ich das Rad kostenlos und doch sicher unterstellen konnte. Auch erwies sich das Faltrad nach 5 Jahren intensivem Gebrauch als ziemlich abgenutzt. Ich musste den Schlauch mehrmals reparieren, wobei vor allem der Ausbau des Hinterrades nicht trivial ist. 2013 gab ich das Rad auf und schenkte es einem Arbeitskollegen, der es aber prompt weiter verschenkte.

Der lange Weg zur Kaufentscheidung

Wie ich seither zur Arbeit kam

Mein Mobilitätsverhalten änderte sich wieder grundlegend, als zum 10. Dezember 2017, nicht nur die Tram ihren Dienst aufnahm, sondern auch die Buslinie 118 nur noch bis zur Luxexpo auf dem Kirchberg fuhr. Von da bis zu meiner Dienststelle sind es aber noch etwa 7,5 km! In der ersten Zeit fuhr die Tram auch nur bis zur roten Brücke, später dann wenigstens bis zur Place de l’Etoile. Bereits ab Ende des Winters 2018 ging ich zusehends, wieder zu einer Kombination von Bus und Fahrrad über. Ich war genervt, weil man es seither nie schaffte, einen direkten Anschlussbus zu organisieren, etwa den berühmten “Beamtenbus” die Linie 33. Diese fuhr stets 5 Minuten VOR Ankunft der 118 weg, so dass sie nur in den Sommerferien eine Alternative war, wenn die 118 auf der Autobahn unerwartet schnell voran kam. Auf den nächsten galt es dann 20 Minuten auf der unwirtlichen Baustelle “Luxexpo-Bushof” zu warten. Auch die Alternative: erst mit der Tram bis zur der roten Brücke, später fuhr sie ja, wie schon erwähnt, bis zur Place de l’Etoile, und dann in den Bus einsteigen war zeit- und nervenraubend weil ich immer solange unter freiem Himmel auf den Anschlussbus warten musste.
Seit Einführung der Elektro-Vel’Oh! im Winter 2018/19 hat sich bei mir das folgende System eingependelt:

  1. Mit dem Dienstwagen, wenn ich Bereitschaftsdienst habe.
  2. Ansonsten: Zu Wochenbeginn, mit der Tram, dem Bus, oder dem Elektro-Vel’Oh!, je nachdem wie viel Regen fällt, zur Arbeit. Abends dann, mit dem eigenen Fahrrad oder dem Elektro-Vel’Oh! wieder zurück. Das eigene Fahrrad kommt dann in die M-Box.
  3. Die Woche über dann pendeln mit dem Atlanta Framework von der Lux-Expo zur Dienststelle und abends wieder zurück.
  4. Übers Wochenende will ich mein Rad aber nicht in der M-Box stehen haben, das bleibt Freitags im Keller auf der Arbeit, ich fahre dann mit dem Bus, der Tram, oder aber mit dem Vel’Oh! zurück.

Erste Gedanken Ende 2018/Anfang 2019

Das Faltrad blieb vergessen, bis im November 2018 ein Impuls von unerwarteter Seite kam. Seit meinem ersten Dienstantritt im Mai 2003 hatte mein Dienstherr mir stets erlaubt, mein Fahrrad irgendwo im Gebäude unterzustellen. Meinem Vorbild waren mit der Zeit immer mehr Mitarbeiter gefolgt und inzwischen waren es, zumindest im Sommer, vier oder fünf Räder und die begannen zu stören. Jetzt hatten sie sich einen unüberdachten Radständer für draussen zugelegt und verboten diese Praxis! Nun war ich alarmiert, das bedrohte einige meiner liebgewonnenen Alltagsgewohnheiten, denn ich wollte nicht riskieren es dauerhaft abzustellen, denn dort, das sagte mir meine Erfahrung aus Studententagen, wird es unweigerlich früher oder später geklaut oder beschädigt.
Ich erinnerte mich daran, dass ich das alte Faltrad zwar meistens einfach neben das Atlanta gestellt hatte, es im Sommer, wenn es trocken war, aber manchmal mit ins Büro genommen hatte. Wäre das keine Möglichkeit? Ich erinnerte mich aber auch, dass ich in der Praxis das Rad dann doch nicht mit in den Bus nehmen konnte und vor allem, wie schnell es auch abgenutzt war. Wenn ich sowas kaufe, dann musste es dieses Mal schon eine bessere Qualität haben!
Inzwischen fuhr ich ja regelmässig bei Critical Mass mit und lernte dort Radfahrer kennen, die Falträder haben, die ich stets interessiert beäugte. Dann meinte einer, “ach hätte ich mir doch besser ein Brompton gekauft!“. Nun war der Markename erstmals gefallen. Zunächst dachte ich nämlich eher an ein Birdy von Riese und Müller, weil der Jang hatte ja so eines und war ganz zufrieden. Dann entdeckte ich im Netz den Beitrag von Jessica Rothhardt, den sie am 30. März 2017 schon geschrieben hatte. Sie optierte ganz klar für Brompton, das ich bis dahin nicht kannte. Ich war interessiert, aber wo sollte ich eines herkriegen? Ich wurde im Netz recht schnell fündig, z.B. bei https://www.cyclable.com/14-velo-pliant, oder beim Hersteller selber https://de.brompton.com/ und erschrak sogleich über den Preis! Zwar war mir bewusst, dass auch ein Birdy nicht billig ist, aber mich verwirrte die Politik, jedes Einzelteil, selbst in meinen Augen so elementare wie Schutzbleche, extra zu berechnen.

Ein erster Probelauf 2019

Die Vorerfahrung mit dem Dahon ängstigte mich, wer repariert es, wenn es kaputt ist? Gerade so durchdachte Konstruktionen wie Falträder sind nicht trivial, da kann ich nicht einfach so drauflos schrauben, wie ich es früher immer gerne tat. Ich wollte dieses Mal kein Rad beim Discounter kaufen, sondern eines beim Fachhändler, der es auch warten solle. Aber wer? Diese Frage beantwortete mir mein damaliger Arbeitskollege Manou recht schnell: Das Velo-Center in Bonnevoie verkauft die und für 30 Euro, kannst du dir so ein Teil einen Tag lang ausleihen und ausprobieren! Dies erschien mir eine gute Wahl, weil ich schon oft an dem Geschäft vorbei gefahren war (es liegt auf dem Weg zum Rangwee, wo das Kieser Trainingscenter damals ansässig war), der Händler also mit dem Bus leicht zu erreichen ist, wenn ich das Rad mal zur Reparatur würde bringen müssen.
Da bin ich dann hingegangen, liess mir die Konzeption erklären.
Von Anfang an war für mich klar: ich brauche Schutzbleche und auch Licht am Rad, denn ich war inzwischen (wieder) Ganzjahresradfahrer! Auch wusste ich ja, dass die Elektro-Vel’Oh! auf die ich im Winter bevorzugt zurückgreifen wollte um mein eigenes Rad zu schonen, gerade in dieser Jahreszeit besonders oft versagen, vor allem eben bei der Beleuchtung. Gut, man könnte beim Licht einen Kompromiss eingehen, aber dann muss ich immer die Leuchten mitschleppen, wollte ich nicht.
Zu meiner Überraschung riet man mir von einem Gepäckträger ab, dafür wäre eine spezielle Fahrradtasche, die man VORNE am Rad befestigt besser geeignet, denn das Brompton hat keinen Ständer! Es bleibt, wenn man es abstellt, dadurch stehen dass man das Hinterrad einklappt. Meine Korbkonzeption beim alten Dahon würde ich vergessen können. Aber wird die Tasche nicht geklaut, wenn ich das Rad wo festmache? Oh nein, ein Brompton schliesse man nicht draussen irgendwo an, das könne man überall mitrein nehmen. Dafür gäbe es auch eine spezielle Hülle, die macht man drum rum und dann sieht niemand mehr, dass es ein Rad ist.
Ich bin dann damit gefahren. Erst mal ins Kieser Training Center. Da merkte ich schon, das mit dem Rucksack mit meinen Turnsachen wird eine Herausforderung. Dort angekommen fand ich einen ganz begeisterten Trainer vor, der sich das Rad anschaute, es bewunderte und mich später noch mehrmals fragen würde, ob es denn nun gekauft hätte. Leider passte er, anders als versprochen nicht wirklich auf das Rad auf: sie stellten es im Eingangsbereich ab, jeder hätte es sich greifen können! Zum Glück sind die Kunden von Kieser so gar nicht drauf und den Trainern kann ich es nicht verübeln, das ist ja auch gar nicht ihre Aufgabe! Schön wäre es, wenn es in die Spinte reinpassen würde, aber dafür sind sie dann doch zu schmal.
Ein weiterer Test war, es mit in den Bus zu nehmen. Es passte deutlich besser zwischen die Sitze als das alte Dahon Faltrad, aber soviel Platz war dann auch nicht mehr im Fussraum. Weiter vermerkte ich negativ, dass mir der Lenker zu sehr wackelte, ich war da den unglaublich stabilen Lauf meiner Treckingräder gewohnt, mit denen ich regelrecht freihändig fahren kann und nie gegensteuern muss. Am meisten wog aber die Angst, dass mir ein so teures, begehrtes Rad geklaut würde, wenn ich es ein paar Minuten aus den Augen lassen würde.
Jedenfalls konnte ich mich 2019 nicht zu der Überzeugung durchringen, dass ich das Fahrrad brauchte. Recht schnell hatte ich mit meinen Dienstherrn ja auch eine Lösung für mein Fahrrad ausgehandelt, so dass die ursprüngliche Motivation wieder wegfiel. Inzwischen hat er sogar Radabstellplätze in der Tiefgarage eingerichtet.

Radfahren in der Coronakrise

Corona hat die Karten dann wieder neu gemischt. Ich war in der Krise nicht allzu ängstlich und habe in den allgemeinen Konsens über die Massnahmen eingestimmt und mich an alles gehalten, an die Maskenpflicht aber nur mit Murren. So nutzte ich weiterhin den ÖPNV, wollte aber die Nutzung der Tram und der städtischen Busse vermeiden, einfach um wenigstens in der Zeit keine Maske tragen zu müssen3, ich fuhr fast nur noch mit meinem Framework Atlanta und im Sommer auch gerne mit den Elektro-Vel’Oh!s, einfach um etwas Abwechslung zu haben. In letztere setzte ich auch wieder meine Hoffnungen für den Winter, denn dieses Mal wollte ich wirklich durchhalten! Kälte machte mir beim Radfahren übrigens noch nie etwas aus, ich scheue eher die Nässe, aber ich plante, im Winter mehr auf die Leihräder zurückzugreifen um mein eigenes Rad zu schonen. Doch hatte sich hier, anders als erhofft nichts verbessert: gerade im Winter versagen Vel’Oh!s immer noch! Das mit der Beleuchtung hatte sich inzwischen verbessert, aber die elektronische Unterstützung bleibt zuverlässig aus, sobald es regnet oder friert und man hat ein 29 kg schweres Rad den Kirchberg hochzutreten!


Also musste das Atlanta ran, das dann die Nacht in der M-Box verbringen musste und leider auch Rost ansetzte. Leider musste ich öfter mal feststellen, dass die M-Box nicht funktionierte! Sie liess sich im Jahre 2020 ganze fünf mal nicht öffnen! Am 21. Februar, am 29. Juni, am 8. September, am 21. September und am 22. Oktober. Im Jahr 2021 war es bislang erst zweimal, aber das Jahr ist ja noch nicht vorbei. Immer nach 18:00 und erstaunlich oft, nach einer Critical Mass.
Was macht man dann? Einmal, bin ich dann mit dem Rad zur “Rouder Bréck” zurückgefahren, da ist die nächste M-Box und habe das Rad da reingestellt, und bin dann DOCH mit der Tram zurück. Das ist aber kaum zumutbar. Es ist vergleichbar, wie wie mit dem Auto von Köln nach Koblenz fahren wollen, dort keinen Parkplatz finden und bis nach Bonn zurückfahren müssen. Die anderen Male nahm ich das Fahrrad mit in den Bus. Ab September dachte ich nun wieder öfter daran, mir doch ein Faltrad zu kaufen und hielt auch Ausschau.

Der finale Auslöser

Es war am 31. Mai, ein Tag an dem ich unglaublich viel länger im Sattel sass als sonst, aber auch als ich wollte:

  • Morgens mit dem Rad hin (Igel->Wasserbillig, Bahnhof->Strassen)
  • Mittags ins Sportstudio und zurück
  • abends dann eine tolle, ungewöhnlich lange fruchtbare Critical Mass im Süden Luxemburgs
  • Von der Gelle Fra wieder zum Kirchberg

Hier stiess ich dann um 20.30 auf einen Busfahrer, der mein Fahrrad nicht mitnehmen wollte, obwohl der Bus eine zweite Plattform hatte und kein Rollstuhlfahrer oder jemand mit einem Kinderwagen oder auch nur einem grösseren Gepäckstück mitwollte, der diesen Platz gebraucht hätte. Er verweis auf seine “Verantwortung für die anderen Passagiere”, was eine Mitnahme im Gastraum ausschliessen würde. Auch mein Hinweis, dass ich Spanner dabei hätte und das Fahrrad gerne auch mit einem Schloss gegen ein Hin- und Hergeschleudertwerden sichern würde wenn er “eine Vollbremsung machen müsste” fand keine Gnade, er bestand darauf dass das schöne KTM im Kofferraum unterbracht würde. Darauf hatte ich mich vorher schon einmal eingelassen, und nachher waren Schrammen im Rahmen, die Räder, Bremszüge, alles verstellt, denn der Kofferraum ist dafür ausgelegt, dass er mit Koffern vollgepackt wird! Es gibt dort keine Möglichkeiten ein Fahrrad so festzuzurren, dass es nicht darin hin und her geschleudert wird.

  • Ich musste dann noch mal zum Bahnhof fahren, dort auf den Zug warten
  • und abends dann noch die Strecke von Wasserbillig nach Igel mit dem Rad. Gut, das war auch Geiz, ich hätte ja auch ein Ticket lösen können.

Meine Motivation war ganz klar: ich will ein zuverlässiges Rad haben, das ich IMMER mit in Bus oder Zug nehmen kann, denn M-Box und Vel’Oh! sind nette Einrichtungen, aber ich kann mich nicht auf sie verlassen! Diesen Sommer sind übrigens viele auf den Geschmack gekommen und ich musste schon mal von der Lux-Expo bis zur Bibliothek runter laufen, bis ich ein freies Vel’Oh! lösen konnte.

Der Kauf

Der Kauf erfolgte, ungeachtet der langen Vorgeschichte ganz spontan. Ich wollte ein Faltrad, hatte auch hier und da mal gekuckt. Im Oktober 2020, nach dem M-Box Frust war ich noch mal beim Velocenter Bonnevoie gewesen und dort hatte dort erfahren, dass die zeitgleichen Ereignisse Coronakrise und Brexit dazu geführt hatte, dass der Händler kein Brompton mehr führen und nur noch den Bestand abverkaufen würde. Er hatte damals noch genau 3 Stück da, keines davon mit Licht. Als ich mich dazu durchgerungen hatte, das mit dem Titanrahmen zu kaufen, auch wenn ich das für überteuert hielt, war es weg.
An jenem 15. Juni war schönes Wetter und ich war spontan mit dem Fitnessbike zur Arbeit gefahren. Auf der Arbeit war es an dem Tag etwas besser gelaufen als sonst, und so war ich gut gelaunt unterwegs zum Bahnhof, als mir einfiel dass ich noch etwas Zeit hätte bis zum nächsten Zug und fuhr einfach noch mal beim Velo Center vorbei. Da sah ich das Rad im Schaufenster! Ich war sofort angetan.
Ich ging dann rein und erfuhr, dass der Händler von Zeit zu Zeit eine Bestellung mit gefragten Konfigurationen bei Brompton macht und diese passte wie die Faust auf mein Auge: Schutzbleche, Licht, 6 Gänge und eine extralange Sattelstange, weil ich mit 1,81 cm wohl schon zu den grösseren Menschen zähle (?). Perferkt, ich habe gleich zugesagt und mir das Rad für Freitag reservieren lassen und es schon am Donnerstag abgeholt! Dabei kaufte ich noch ein Faltschloss und, ganz wichtig, die Hülle in die ich es reinmachen kann. Letztere hat er mir dann sogar zugegeben.

Handhabung

Auspacken des Rades

Die Mitnahme im Bus funktioniert seither super, vorausgesetzt, ich bin früh genug an der Haltestelle, dass ich es noch einpacken kann, denn nur dann kann ich es auf den Sitz stellen. Ich schleppe noch ein altes aber sauberes Handtuch mit, das ich an Regentagen erst auf den Sitz lege und dann erst das Rad in der Hülle drauf.
Ich fahre aber auch öfter wieder nach Wasserbillig und nehme dann da den Zug, denn das Fahrrad ist mit 14 kg jetzt nicht gerade leicht, aber wenn man gewohnt ist 20 kg zu drücken, ist das ein Leichtgewicht. Die folgenden Bilder dokumentieren wie ich es aus der Hülle wieder rauspacke:

Der Rucksack auf dem Gepäckträger

So eine englischen Tasche für vorne drauf kann ich zwar noch nachrüsten, aber es war grad keine auf Lager die mir zugesagt hätte. Ich mag aber nach wie vor nicht, den schweren Rucksack beim Radfahren für längere Zeit auf dem Rücken haben. Aber dank zweier Spannern die ich einmal unter der Sattelstange und einmal am Gepäckträger festmache, kann ich ihn auf dem Gebäckträger festmachen und deshalb den Sack auch stärker befüllen.

  1. Homepage des Händlers: http://www.vsc.lu/ []
  2. mittlerweile eine Art Vorort von Luxemburg-Stadt, aber eine eigene Gemeinde. []
  3. Ich gebe aber zu, im Winter 2020/21, als die Inzidenzen so hoch waren, mir auch ein paar wenige Sorgen um die Klimaanlagen in den Trams machte. Denn je mehr Menschen in einem Verkehrsmittel drin sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter darunter ist. []

Diskussion der französischen Blasonierung des Wappenentwurfs für Antoine Spautz

Am 28. Mai kontaktierte mich Antoine Spautz per Nachrichtenanfrage auf Facebook.
Er bekannte, einer meiner Leser zu sein und dass er sich nun auch ein persönliches Wappen zugelegt hätte, das er demnächst in eine Wappenrolle eintragen lassen will. Zuvor allerdings wünschte er sich noch eine Überprüfung der französischen Blasonierung. Dem kam ich am 31. Mai nach und der Wappenträger erlaubte mir daraufhin, meine ihm mitgeteilten Überlegungen hier zu veröffentlichen. Daraus entstand der vorliegende Text, den ich noch etwas erweitert habe, da ich einige Überlegungen vertieft habe und in einem Detail sogar zu einer leicht anderen Schlussfolgerung kam.

Ausgangslage

Der Wappenträger präsentierte für sein Wappen die folgende Zeichnung:

Dabei schlug er die nachstehende französische Blasonierung vor:

Armes:
D’argent au bâton noueux de gueules péri en bande accompagné de deux frettes en gueules, une en chef senestre une en pointe dextre.
Cimier:
Un hibou grand-duc au naturel

Spautz bekannte sich weiter dazu, dass ihm Einfach- und Klarheit in der Heraldik wichtig sind und bat mich um meine Meinung zu der französischen Wappenbeschreibung.

Analyse der Blasonierung

Grundsätzliches

Viele Wege führen nach Rom, und es sind unterschiedliche Formulierungen zur Beschreibung für ein und dasselbe Wappen möglich, es gibt da unterschiedliche Schulen. Ich bin selber dabei Anhänger der Bewegung, welche versucht, bei den Beschreibungen den mittelalterlichen Stil nachzuahmen.
Die Herolde hatten die Aufgabe, ihren Dienstherren zu berichten, wie das Wappen der anderen (Gegner/Verbündete/Schiedsrichter) aussähe und ggf. Zeichnung davon anzufertigen. Die Texte wurden dabei nur selten aufgeschrieben, sicher weil Schreibmaterialien teuer waren, möglicherweise auch, weil einige Herolde nicht schreiben konnten. Daher bemühten sie sich:

  1. Die Formulierung möglichst kurz zu halten, unter Ausnutzung bestimmter Konventionen („Sous-entendus“), die nicht noch extra betont werden müssen. Etwa, dass Heroldsstücke den Feldrand berühren, es sei denn, es würde was anderes gesagt. Oder dass Löwen immer nach heraldisch rechts schauen, aufrecht gestellt sind, und nur einen Schwanz haben, es sei denn es würde was anderes gesagt. Usw.
  2. Der Wortschatz war eher beschränkt, genauso wie die verwendbaren Figuren. Die Vielfalt ergab sich aus den Kombinationen.

Davon ausgehend denke ich folgendes:

Zur Hauptfigur

Die Hauptfigur darf „bâton noueux“ genannt werden, das hat der Autor soweit richtig gemacht. Alternativ, könnte man sie auch einfach „chicot“ nennen.
Es handelt sich um ein Stück eines Astes mit Knoten der abgeschnittenen Zweige dran. Hier ein paar Beispiele klassischer Luxemburger Wappen mit dieser Figur, wobei im Wappen “Henry, dit de Sechamp” die Figur als bâton noueux bezeichnet wird, bei Vannerus und Stockem hingegen als chicot.:


Nun ist ein „bâton“, zu deutsch ein Faden, kein „meuble“, sondern ein Heroldsstück [„pièce“] und zwar ein Schrägbalken [„bande“], der etwas schmaler ausfällt.
Der Unterschied zwischen „meuble“ und „pièce“ ist der, dass ein Meuble nie den Rand berührt, es sei denn dass dies ausdrücklich gesagt wurde, und beim Heroldstück ist es umgedreht: es muss den Rand des Feldes berühren.
Um sicher zustellen, dass kein Künstler den Faden bis an den Schildesrand zeichnet, griff der Autor der Wappenbeschreibung zur Formulierung péri en bande.
Mir behagt diese Formulierung nicht, aus zwei Gründen:

  1. Zunächst ist das Wörtchen „péri“, mir etwas zu esoterisch. Es stammt nicht aus dem Wortschatz der frühen Herolde, sondern ist eine Schöpfung späterer Zeit. Die Herolde haben damals (so ab dem Spätmittelalter) den heraldischen Wortschatz absichtlich verkompliziert, um (die Kinder von) Nichtfachleute(n) aus ihren erlesenen Reihen auszuschließen. Bei allen anderen Figuren sagt man „alésé“, aber bei der „bande“ und dem davon abgeleiteten „cotice“ und „bâton“ soll es dann „péri“ sein? Das ist ein Spitzfindigkeit, auf die ein heraldischer Autodidakt nicht so ohne weiteres kommt und die Eingeweihten konnten sich dann über ihn lustig machen und als Emporkömmling ächten.
  2. Zweitens ist „péri“ nicht besonders eindeutig, bezüglich der Grösse der verbleibenden, vom Heroldsstück zum „Meuble“ gewandelten Figur. Einige Autoren gehen sogar hin, und verwenden „péri“ nur für deutlich kleinere Figuren, und behalten „alésé“ dem Standardfall vor, der vorsieht dass die Figur das Feld in dem sie sich befindet möglichst ausfüllen muss.

Weiter ist es so, dass in dem Wort „Bâton“ die Rechtsschrägstellung bereits drin ist. Es ist der Standardfall eines Fadens, daher kann „en bande“ weggelassen werden.
Macht man aus dem „bâton noueux“ einen „chicot“ kann man die obige Problematik umgehen. Bei einem chicot ist automatisch klar, dass er den Rand nicht berührt und er raumausfüllend sein muss, wir brauchen dann weder „péri“ noch „alésé“. Dafür muss dann aber präzisiert werden, dass er „en bande“ gestellt wurde, dieser hat keine Standardstellung (siehe Wappen Stockem).

Die Stellung der Nebenfiguren

Der Schrägbalken wird von zwei Gitterstücken [ frettes] begleitet [accompagné]. Hier ist es wieder so, dass wenn nichts anderes gesagt wird, diese selbstverständlich zentral und rausausfüllend in den beiden durch die Hauptfigur (dem „bâton noueux“) geschaffenen Feldern positioniert werden. Also so, wie im Wappenentwurf. Man kann daher Zusatz „, une en chef senestre une en pointe dextre“ daher weglassen, denn der liefert keine weitere Information.
Noch eindeutiger als „accompagné“, wäre das Wort „accosté“ (dt. beseitet) und auf jeden Fall eleganter als die komplizierte Formulierung mit den Ortsangaben. Allerdings streiten sich hier die Autoren, ob das auch bei schief gestellter Hauptfigur möglich ist: Loutsch, Henri Gourdon de Genouillac und Pastoureau meinen “nein”, das wäre nur für vertikale Figuren möglich, Martin denkt, es wäre ein Synonym für accompagné, Ménestrier sagt “ja” und Simon de Boncourt meint gar, es wäre nur für schräge Figuren möglich. Also belassen wir es lieber bei accompagné.

Die Angabe der Farben

Bei den Farben lieben es die franzöischen Heraldiker schnörkellos. Hier gibt es keine poetischen Umschreibungen wie “in rot gehaltene” Figuren, wie das in deutschen Blasonierungen erlaubt ist. Daher sagen wir auch nicht, die beiden Gitterteile wären “en gueules” sondern halten fest: “deux frettes de gueules”.
Nun wird es aber Heraldiker geben, die darüber die Nase rümpfen, dass ein und dieselbe Farbe, hier gueules, zweimal benannt wurde. Simon de Boncourt etwa schrieb 1888 in seinem Schlusskapitel zur manière de blasonner selon les principes:

On doit éviter de nommer à nouveau un émail qu’on a déjà nommé, et pour cela on dit: de même.

Dies ist in der Tat allgemein eine gute Idee, ich persönlich finde dabei aber, dass man es nicht übertreiben muss!
Deshalb hätte ich mit dem Punkt der Spautzschen Blasonierung keinerlei Probleme, wenn er die Farbe wiederholt. In komplizierteren Wappen, kann man bei strikter Anwendung dieses Prinzips sogar schnell durcheinander kommen, besonders wenn man nur den Text hat.
Welche Farbe wurde denn nun als letzte benannt? Bei Tieren oft die Farbe der Kronen oder Fingernägel, und die begleitenden Figuren sollen dann diese Farbe haben, aber möglicherweise selber wiederum Garnituren einer anderen aufweisen, etc.

Das vorliegende Wappen ist ein Spezialfall, weil der Autor sehr sparsam mit Farben umging, er verwendet nur zwei. Das könnte Siegelschneider und Drucker freuen. In diesem Fall, gibt es noch eine weitere Alternative, dass man sagt “das Ganze hat diese oder jene Farbe”, also “le tout de/d’…“. Aber wie gesagt, “du même” ist ganz ok.

Die Helmfigur

Bei der Helmfigur (cimier), würde ich, auch wenn ich grundsätzlich dafür plädiere in der Heraldik bei der Einteilung der Tiere nicht unbedingt auf der modernen Systematik der Biologie zu bestehen, sondern die falschen mittelalterlichen Vorstellungen durchaus gelten zu lassen, nur die Art „Uhu“ [Grand-Duc] angeben, und die Ordnung des Tieres „Eule“ [hibou] weglassen. Man sagt ja auch nicht „un chat lion“, sondern einfach nur „lion“.

Vorgeschlagene Alternativen

In Würdigung des oben gesagten, schlage ich folgende Alternativen für das eigentliche Wappen (innerhalb des Schildes) vor:

  • D’argent au bâton noueux alésé de gueules accompagné de deux frettes du même.
  • D’argent au chicot, posé en bande, accosté de deux frettes, le tout de gueules.

Die von mir bevorzugte Variante des gesamten Wappens wäre daher:

Armes:
D’argent au chicot de gueules posé en bande, accompagné de deux frettes du même.
Cimier:
Un grand-duc au naturel

Weitere Informationen zum Wappen

Ich will dem Leser aber weitere Informationen, die der Wappenträger mir zu diesem interessanten Wappen geliefert hat, nicht vorenthalten. Hier erst einmal meine Zeichnung:

Herr Spautz wählte die Motive, ähnlich wie ich, aus seiner Familiengeschichte. Er hat sich dabei aber, anders als ich, intensiv mit Ahnenforschung beschäftigt und Vorfahren sowohl in Neuerburg als auch in Fels ausgemacht. Aus dem Gemeindewappen entnahm er das rote Dauner Gitter [fretté].


Für die Wahl der Haupt- und die Helmfigur, zog er das Wappen des Corneille Grand-Bâtard de BOURGOGNE, einem unehelichen aber sehr geliebten Sohn von Philippe dem Guten, heran, weil seine streng männliche Linie zu Beginn des 19. JH an einem unehelichen Sohn endet, der den Namen der Mutter führen musste. Der Zusammenhang mag mit den Haaren herbei gezogen sein, ganz abwegig ist es aber nicht.1
Wichtig ist, dass die Figur dem Wappenträger gefällt. Aus dem Wappen selber entnahm er nichts, nur die Helmfigur, aber wenn man zwei knotigen Äste kreuzt, erhält man das sogenannte Burgunderkreuz, wie wir eines z.B. im Wappen Arnoult sehen können.

Insgesamt finde ich persönlich, dass es ein sehr gelungener Entwurf ist und ein sehr schönes Wappen dabei rauskam und gratuliere hiermit dem neuen Wappenherren.


  1. Meine eigene Wahl für den Löwen, der für Daniel in der Löwengrube stehen soll, ist auch nicht viel fundierter, ich hatte 1984 einfach besonders viel Spass daran einen schreitenden Löwen zu zeichnen. []

Allianzwappen Geisen-Schellart mit Lafontaine d’Harnoncourt auch in Luxemburg-Stadt

Nachdem ich vorige Woche zum ersten Mal seit 10 Monaten mal wieder was auf wiesel.lu schreiben konnte, meldeten sich gleich zwei treue Leser bei mir:

  1. Antoine Spautz am 30. Mai per Facebook
  2. und Félix Papier am 5. Juni per Mail.


Beide wiesen mich auf dasselbe hin, nämlich dass nicht nur an der Kirche von Limpach das Allianz-Wappen der Familien Geisen-Schellart und Lafontaine d’Harnoncourt prangt, sondern auch in Luxemburg-Stadt, über dem Eingang zu dem “Hôtel particulier de Geisen”, dies an folgender Adresse:

4, rue Génistre
L-1623 Luxembourg

Das ist sogar sehr zentral: gleich gegenüber der Stadtbibliothek und nicht weit weg vom “Cercle” und der sehr belebten Place d’armes. Hab ich bestimmt schon mal vorher gesehen und nicht bemerkt. Daher an dieser Stelle einen grossen Dank den beiden.
Am Mittwoch, dem 9. Juni hab ich dann meine Mittagspause genutzt um ein paar Fotos davon zu machen:
Hier erst mal das Wappen selber:

Und so kommt man hin:

Jo Kohn ist tot

Wie seine Familie heute auf Facebook mitteilte, ist mein väterlicher Förderer Jo(seph) Kohn am 28. Mai 2021 verstorben.
Jo wurde am 21. Mai 1946 geboren, studierte an der Universität Nancy II und schlug die Karriere eines Berufssoldaten ein. Er war Befehlshaber der Luxemburger Mission im Kosovo 1999. Später wechselte er an die zivilere Strassen- und Brücken(bau)verwaltung und war seit 2013 in Rente.
Neben seinem Beruf schrieb Jo Kohn einige Artikel, auch zur Heraldik, war Mitglied im Orden der Konstantinsritter und bei der ALGH. Er führte auch selber ein Wappen, das er 1987 im Familjefuerscher veröffentlichte.


Nach dem Tod seines Vaters, erlaubten ihm seine Halbgeschwister, das väterliche Wappen zu führen, das er mit seinem eigenen viertelte.
Jo war 2009 auf meinen Auftritt aufmerksam geworden und hatte seither immer wieder was beigesteuert.

Wappen an der Kirche von Limpach

Letzte Woche war ich mit dem IVV in Limpach spazieren. Es ist toll, dass das wieder möglich ist. Dabei kam ich an der Kirche vorbei, die mir im Januar schon einmal aufgefallen war, denn über dem Eingang prangt ein Allianzwappen!


Dieses wollen wir uns mal näher betrachten:

Unter einer Krone sehen wir zwei runde Schilde. Ist typisch für das 18. JH und in der Tat, gibt die Inschrift, 1780 als Jahr der Errichtung der Kirche an.

  1. Das heraldisch rechte (im Bild links) ist viergeteilt mit in I und IV einem Schragabalken (Bande) und in II und III ein Balken belegt mit Kreuzchen und begleitet von Lilien.
  2. Das andere Wappen ist sogar noch übersichtlicher, zwei gekreuzte Pilgerstäbe (bourdon), darüber eine Jakobsmuschel (coquille)


Diese Wappen sind mit den Elementen leicht zu identifizeren, auch ohne die Inschrift zu lesen:

Für den “Mann” steht das Wappen der Famille Geisen-Schellart, und für die “Frau”, das Wappen der de Lafantoine, eine Familie die ursprünglich aus Marville stammt.

Das bestätigt auch die Inschrift, sie lautet ungefähr (ich krieg nicht alles sicher entziffert):

J:C:A:GEISEN.EQUES.TOPARKA.IN.DICKERICH.LIMPAC.GORCY.C:M:S:V:P.ET.V:D.COMITISSA.A.A.LAFONTAINNE.ET.LIANBNOCONUR.CONTUX.CONSTR..1780

Also ein Ritter (eques?) und Fürst (toparka?) in Diekirch, Limpach und Gory namens J.C.A Geisen. Was C.M.S.V. heissen könnte, keine Ahnung!
Mit der Gräfin (Comitissa) A.A. Lafontaine (?)
Ich verstehe wirklich nicht genug von diesen Inschriften um sie sicher deuten zu können 🙁

Die Gemeinde Reckange sur Mess schreibt auf https://www.reckange.lu/fr/la-commune/informations/histoire über die Geschichte des Dorfes Limpach u.a.:

Limpach, das Böhmerrecht befreit war, war bis 1630 eine Grundherrschaft mit niederer und mittlerer Gerichtsbarkeit, die zur Richterei Küntzig und zur Probstei Luxemburg gehörte. Dann erhielt der Herr von Tavigny die Hochgerichtsbarkeit im Dorf. 1708 ging die Herrschaft auf Philippe-Jacques de Geysen über.
1763 wütete ein Sturm in Limpach, mehrere Häuser sowie die Kirche wurden in arge Mitleidenschaft gezogen. Das heutige Gotteshaus stammt aus dem Jahre 1780. Die feierliche Einweihung geschah am 18. August 1782.

Direktes Linksabbiegen

Mein Fahrraderlebnis heute: Ich fahre auf die rote Ampel auf der Avenue Grand-Duchesse Charlotte an der Kreuzung mit der Avenue Monterey zu. Dort gibt es vier Kraftfahrspuren, drei davon in Richtung “ale Foyer” und einen schmalen Radstreifen rechts. Den nutze ich aber so gut wie immer nur, um den Fahrradaufstellstreifen vor der Ampel zu erreichen.
Der Radaufstellstreifen ist mal wieder so halb von einem eiligen Autofahrer zugestellt. Also quetsche ich mich auf den verbleibenden Teil, denn ich will nach links abbiegen. Weil das Rad quer steht muss ich vom Rad absteigen. Dann schaltet die Ampel auf grün, ich wende meine Augen von der Ampel ab, steig wieder auf und will losfahren, aber eine alte Frau hat es erst bis zur Hälfte des Zebrastreifen geschafft und ich bremse wieder.
Da hupt der Autofahrer, der den Aufstellstreifen halb zugestellt hat. Ich zeige auf die Frau, weil ich glaubte, er hätte die nicht bemerkt und gehupt weil ich kaum einen halben Meter vorankam.
Aber nein, er gestikuliert und zeigt mir auf den Radstreifen rechts. Er glaubte wohl ernsthaft, hier wäre indirektes Linksabbiegen vorgeschrieben, dabei ist das nur eine Option für die weniger Geübten! Weshalb sonst hätte der Planer wohl zusätzlich einen Aufstellstreifen eingezeichnet?
Passiert mir an der Stelle übrigens öfter. Denke, viele haben bei der Führerscheinprüfung Mut zu Lücke und lassen die ganzen Radfahrerregeln einfach weg.

Eine Kreuzung, mit Autos, Fahrradaufstellstreifen, Radstreifen und eingezeichneten Alternativen

Illustration der Situation, dank einer Aufnahme von Google Streetview. Die abgebildeten Autos und Personen haben natürlich nichts mit der Situation zu tun.
Der gelbe Pfeil zeigt, wo ich stand. Rot eingezeichnet, der Weg den ich gefahren bin, grün, der, den der unfähige Automobilist glaubte, dass ich nehmen müsste.
Der Wagen der links den Radstreifen illegal zustellt, illustriert die Unwägbarkeiten für Radfahrer an der Stelle allerdings auch recht gut


Diesen Bericht hatte ich auch auf Facebook gepostet, da ist er inzwischen aber kaum noch auffindbar in der Timeline nach hinten gerutscht.